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  • gast-20090521

    #406
    Ich meinte das auch hauptsächlich auf die letzten drei Jahre bezogen. Aber trotzdem, besonders experimentierfreudig und abwechslungsreich war er auch schon zuvor nicht.

    Ich meinte auch nicht die Setlist, sondern das Repertoire, aus dem er schöpfte.

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    • King77
      Board-Legende

      • 04.08.2007
      • 14895

      #407
      Zitat von MusicMan
      Ich meinte das auch hauptsächlich auf die letzten drei Jahre bezogen. Aber trotzdem, besonders experimentierfreudig und abwechslungsreich war er auch schon zuvor nicht.

      Ich meinte auch nicht die Setlist, sondern das Repertoire, aus dem er schöpfte.
      Wenn ich als Fan zwei Shows sehe eines 75,das nächste 77 dann habe ich mit der Ausnahme von Hits aller Hound Dog zwei comp. verschiedene Konzerte gesehen.Das Elvis am nächsten Tag auch die gleiche Show spielt interessiert niemanden wenn ich nicht dabei bin.

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      • gast-20090521

        #408
        Die Erbsenzählerei ändert nichts daran, dass Elvis auf der Bühne 7 Jahre lang die gleiche Masche nach Schema F durchgezogen hat. Genauso wie der Colonel das in den 60ern mit den Filmen gemacht hat. Es waren ja auch nicht alle Filme gleich, aber irgendwie dann doch. Genau wie die Shows.

        Damit wollte ich sagen, dass sie beide die Charaktereigenschaft hatten, eine einmal erfolgreiche Masche bis zum Gehtnichtmehr durchzuziehen. Das war der Kern der Aussage, und der bleibt bestehen, auch wenn "Kissin' Cousins" eine andere Handlung hatte als "Frankie and Johnny", und auch wenn Elvis 1977 nochmal den "Hawaiian Wedding Song" auf der Bühne ausgepackt hat.
        Zuletzt geändert von Gast; 28.07.2008, 16:06

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        • MysteryTrain
          Posting-Legende

          • 12.07.2008
          • 7260

          #409
          Zitat von MusicMan
          Die Erbsenzählerei ändert nichts daran, dass Elvis auf der Bühne 7 Jahre lang die gleiche Masche nach Schema F durchgezogen hat.
          Den Eindruck bekommt man, wenn man 15 Konzerte derselben Tour von 1976 kennt und dies auf 7 Jahre hochrechnet. Betrachtet man sich das Programm genauer, so wird man sehr wohl Unterschiede feststellen. 72 ist anders als 73, 74 ist anders als 76. Dass er den Oldie-Block überhaupt jedes mal im Programm hat, war Wunsch des Publikums. 1974 wurde ja mit anderen Setlists experimentiert und es kam nicht an! Also kehrte man zum Bewährten zurück. Nicht weil Elvis es wollte oder sogar toll fand, ganz im Gegenteil. Das Publikum wollte es hören und er gab es ihnen. Wie angewidert er teilweise von der 976. Version von Hound Dog oder Teddy Bear war, erkennt man daran, wie er es herunternudelt. Auf der Spring Tours 77 FTD schlägt er sogar den Publikumswunsch nach Teddy Bear aus und singt dafür das für 77 seltene Blue Suede Shoes.

          Im Vergleich zu heutigen Bands, die vielleicht nur alle 2 Jahre auf Tour gehen, da aber dann 40 absolut identische Shows spielen, war Elvis sogar regelrecht flexibel. Und wie bereits erwähnt: Elvis sang ausschließlich für das aktuell anwesende Publikum in der Halle (mit Ausnahme der sehr wenigen Konzerte die offiziell mitgeschnitten wurden). Über 90 Prozent dieses Publikums sah 1, maximal 2 Elviskonzerte. Denen war es also wirklich absolut egal, was Elvis in den übrigen Shows spielte. Dass es 35 Jahre später so viele FTDs mit Soundboardmitschnitten gibt, das war nie geplant und nie anvisiert.
          Zuletzt geändert von MysteryTrain; 28.07.2008, 17:56

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          • gast-20090521

            #410
            Zitat von MysteryTrain
            Das Publikum wollte es hören und er gab es ihnen. Wie angewidert er teilweise von der 976. Version von Hound Dog oder Teddy Bear war, erkennt man daran, wie er es herunternudelt.
            Klar, dass er die Zuschauer befriedigen musste, denn man gibt Konzerte für die zahlenden Gäste, und nicht für sich selber. Aber wo steht denn, dass er von seinen unzähligen Hits - gerade der 50er - immer nur die Handvoll der gleichen runterspulen musste? Er hatte genug Megahits zur Auswahl, die er nie im Programm hatte. Ich muss sie doch wohl nicht extra aufzählen, oder?

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            • michael grasberger
              Posting-Legende

              • 16.02.2006
              • 9974

              #411
              Zitat von King77
              Es gibt keinen Künstler auf Tour der jeden Tag seine Song Set Liste ändert.
              doch: bob dylan.

              "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
              (Nick Tosches)

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              • MysteryTrain
                Posting-Legende

                • 12.07.2008
                • 7260

                #412
                Zitat von MusicMan
                Er hatte genug Megahits zur Auswahl, die er nie im Programm hatte. Ich muss sie doch wohl nicht extra aufzählen, oder?
                Wem häte es genützt wenn die meisten sowieso nur 1 Konzert live miterlebt haben? Die Oldieblocks sind bei vielen Musikern oft über Jahre, wenn nicht Jahrzehnten, gleichgestrickt. Sogar bei Udo Jürgens (der ja sonst sehr abwechslungsreich in seinen Konzerten ist) sind es immer dieselben 4-5 Songs die er in ein Hitmedley verpackt. Man muss auch bedenken, dass Elvis keine feste Band hatte und v.a. die Orchestermusiker oft sogar inerhalb einer Tour von Stadt zu Stadt wechselten. Da war es einfach nötig, ein klares Liedprogramm zu haben, bei dem keine großen Variationen möglich waren. Ich erinnere nochmals an das Jahr 1977 und wieder an die "Spring Tours" FTD: Elvis wollte "Blue Hawaii" singen und an wem ist es gescheitert? An Tony Brown, der es nicht auf die Reihe gebracht hat. Genauso einige Wochen zuvor, als dieser das Intro zu Blueberry Hill ständig versemmelte und Elvis sich selbst ans Klavier setzen musste.
                Zuletzt geändert von MysteryTrain; 28.07.2008, 18:58

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                • michael grasberger
                  Posting-Legende

                  • 16.02.2006
                  • 9974

                  #413
                  Zitat von MysteryTrain
                  Wem häte es genützt wenn die meisten sowieso nur 1 Konzert live miterlebt haben?
                  auch wenn es in dein spießerhirn nicht rein geht, stutzi, aber dienst nach vorschrift ist nunmal nicht die höchste maxime künstlerischer betätigung.

                  "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                  (Nick Tosches)

                  Kommentar

                  • MysteryTrain
                    Posting-Legende

                    • 12.07.2008
                    • 7260

                    #414
                    Zitat von michael grasberger
                    auch wenn es in dein spießerhirn nicht rein geht, stutzi, aber dienst nach vorschrift ist nunmal nicht die höchste maxime künstlerischer betätigung.
                    Das war auch nicht beabsichtigt. Er wolte das anwesende Publikum unterhalten, nicht mehr und nicht weniger und selbiges scheint ihm immer gelungen zu sein.

                    Wenn heutzutage Tourneen stattfinden um ein neues Album zu promoten, dann ist das eine völlig andere Geschichte. Das war bei Elvis nie beabsichtigt. Die Leute wollten das Phänomen Elvis erleben mit den bekannten Hits und vielleicht noch den letzten beiden aktuellen Liedern. Elvis wollte weder irgendwelchen intellektuellen Kritikern gefallen noch anderen irgendwas beweisen. Dem Publikum hat es jedenfalls immer gefallen und allein das zählt.

                    Oder kennst du 1 einzige Konzertaufnahme von Elvis, auf der auch nur der Ansatz eines Buhrufes zu hören ist?

                    Off-Topic:

                    Aber ich verstehe schon, in Elviskonzerte gingen ja nur blöde HAusfrauen, die keine Ahnung von guter Musik hatten
                    Zuletzt geändert von MysteryTrain; 28.07.2008, 19:07

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                    • gast-20080904

                      #415
                      Zitat von MusicMan
                      Übrigens: Den Vorwurf, den man Parker oft macht, eine einmal funktionierende Masche bis zum Erbrechen durchzuziehen, kann man Elvis gleichermaßen machen. Man gucke sich nur mal sein nicht gerade abwechslungsreiches Live-Repertoire der 70er an. Die Shows wurden bis zum bitteren Ende auf Autopilot nach Schema F durchgezogen.

                      In der Hinsicht war das Gespann offenbar auch gleich gestrickt.
                      Was heißt "auch"? In welcher Hinsicht denn noch?
                      Zitat von MysteryTrain
                      Das war bei Elvis nie beabsichtigt. Die Leute wollten das Phänomen Elvis erleben mit den bekannten Hits und vielleicht noch den letzten beiden aktuellen Liedern. Elvis wollte weder irgendwelchen intellektuellen Kritikern gefallen noch anderen irgendwas beweisen.
                      Meine Güte, woher weißt du das alles?

                      Geht ein Künstler nicht ausschließlich auf die Bühne, um etwas zu beweisen? Ich dachte immer, das wäre so ...
                      Zuletzt geändert von Gast; 28.07.2008, 19:12

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                      • MysteryTrain
                        Posting-Legende

                        • 12.07.2008
                        • 7260

                        #416
                        Zitat von gast-20080904

                        Geht ein Künstler nicht ausschließlich auf die Bühne, um etwas zu beweisen? Ich dachte immer, das wäre so ...
                        Wem hätte Elvis noch irgendwas beweisen müssen? Er hatte alles erreicht was man als Unterhaltungskünstler erreichen konnte und das in kürzester Zeit. Auf der Bühne gab es nur ihn und das Publikum und ich habe noch keinen einzigen Bericht gelesen von jemanden, der ein Elviskonzert erlebt hat und enttäuscht herauskam. Zeige mir einen solchen und ich werde meine Sicht der Dinge vielleicht relatvieren. Bisher kenne ich solche Aussagen aber nicht.

                        Dass die Phase dieser Art von Konzerten 1977 möglicherweise genauso ihrem Ende entgegenging wie Ende der 60er die Spielfilme, mag sein und ist durchaus im Bereich des Möglichen. Dann wäre eben etwas anderes gekommen. Weder Elvis noch Parker hätten jedenfalls dazu beigetragen, dass die Kassen leer geblieben wären - ganz im Gegenteil, das haben sie oft genug bewiesen.
                        Zuletzt geändert von MysteryTrain; 28.07.2008, 19:22

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                        • gast-20090521

                          #417
                          Zitat von MysteryTrain
                          Wem hätte Elvis noch irgendwas beweisen müssen? Er hatte alles erreicht was man als Unterhaltungskünstler erreichen konnte und das in kürzester Zeit.
                          Dann hätte er ja auch aufhören und Rosen züchten können. So wie Bob Dylan, die Rolling Stones, Elton John, Neil Diamond, Paul McCartney, Sting etc...

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                          • gast-20090521

                            #418
                            Zitat von gast-20080904
                            Was heißt "auch"? In welcher Hinsicht denn noch?
                            Ihre Sucht nach Erfolg und Anerkennung, ihre Fixierung aufs Materielle - quasi die Antriebsmotoren ihrer beider Karrieren. Außerdem teilten sie noch den gleichen Humor.

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                            • gast-20080904

                              #419
                              Zitat von MysteryTrain
                              Wem hätte Elvis noch irgendwas beweisen müssen?
                              Ich bin der altmodischen Ansicht, dass sich ein Künstler tatsächlich nur selbst etwas beweisen muss. Ob er das schafft oder nicht, darüber entscheidet das Publikum.

                              Zitat von MysteryTrain
                              Auf der Bühne gab es nur ihn und das Publikum ...
                              Wen auch sonst? Gilt das nicht für jeden, der sich auf eine Bühne vor Publikum stellt?

                              Zitat von MysteryTrain
                              und ich habe noch keinen einzigen Bericht gelesen von jemanden, der ein Elviskonzert erlebt hat und enttäuscht herauskam. Zeige mir einen solchen und ich werde meine Sicht der Dinge vielleicht relatvieren.
                              Ger Rijff berichtet, wenn ich mich recht entsinne, im FECC-Forum davon, dass 1976 in Las Vegas Leute den Showroom verließen und ihr Geld zurückforderten. Auch er selbst äußert sich nicht gerade enthusiastisch, sondern eher enttäuscht. Udo Jürgens sah Elvis 1976 in Las Vegas und war schockiert.

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                              • MysteryTrain
                                Posting-Legende

                                • 12.07.2008
                                • 7260

                                #420
                                Zitat von MusicMan
                                Dann hätte er ja auch aufhören und Rosen züchten können. So wie Bob Dylan, die Rolling Stones, Elton John, Neil Diamond, Paul McCartney, Sting etc...
                                man kann einem Künstler doch wohl mal gönnen, sich einige Jahre in seinem Erfolg zu sonnen? Wenn es sogar dem Publikum noch gefällt, was ist daran schlimm? Ich muss ja auch nicht jedes Jahr einen anderen Job annehmen, nur um irgendjemandem zu beweisen, was ich alles kann.

                                WER anderes, wenn nicht Elvis' damaliges (!) Publikum war es wem er irgendwas beweisen musste? Das Publikum kam, zahlte und ging glücklich nach Hause. Allein das zählte, nichts anderes! Wenn das "künslerisch" unzureichend war, dann dürfte das dem Publikum und Elvis selbst ziemlich egal gewesen sein. Was anderes kann und sollte ein Künstler erreichen, wenn nicht sein Publikum glücklich machen? In einer Zeit die von ständigen Castings, Bewertungen, Quoten usw. geprägt ist, mag das nicht mehr nachvollziehbar sein. Zwischen Elvis und seinem Publikum hat jedenfalls alles gestimmt bis hin zum letzten Konzert. DAS war der MAßstab für Elvis und auch für Parker und NICHTS anderes. Auch solche künstlich konstruierte Vergleiche mit Dylan und anderen wären Elvis an einem gewissen Körperteil vorbeigegangen und das ist auch gut so, denn seit den 50ern ist Elvis nie mehr irgendwelchen Trends oder anderen Künstlern hinterhergelaufen und gerade das war ein Grund für seinen Erfolg.

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