Ihr als Elvis Manager....

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  • gast-20090521

    #451
    Zitat von MysteryTrain
    Was ist die Zielgruppe für einen Megastar wie Elvis? die handvoll "Experten", für die kein Ton daneben sein darf, oder die große Masse, die sich einfach nur unterhalten will?
    Natürlich letzteres. Aber muss das ein Widerspruch sein?

    Es geht ja auch nicht darum, dass gelegentlich mal ein Ton daneben geht. In der Klassik ist das natürlich ein Unding, aber in der Popmusik kommt das gerne mal vor. Es ging darum, dass ganze Konzerte völlig daneben waren, bzw. der Künstler.

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    • gast-20090521

      #452
      Zitat von MysteryTrain
      Wer definiert was gering, ausreichend oder gut ist? DU etwa?
      Das kann natürlich jeder definieren, wie er will. Und daran sieht man halt, wer ein bisschen simpel gestrickt ist, und wer ein bisschen anspruchsvoller ist.

      Elvis Presley war einer der besten Sänger aller Zeiten. Wenn man dann ein Konzert von ihm hört, wo davon nichts mehr zu merken ist, darf man doch wohl zu Recht enttäuscht sein, wenn man eben nicht zu der Fraktion gehört, der es einfach nur reicht, dass er (körperlich) anwesend ist. Es soll gerüchteweise ja auch tatsächlich Leute geben, die in ein Konzert gehen, um gute Musik zu hören.

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      • Lakota
        Posting-Legende

        • 05.09.2007
        • 9018

        #453
        Zitat von MusicMan
        Man darf sich demnach also nicht Elvis-Fan nennen, wenn man dem Personenkult nichts abgewinnen kann und sich nur für sein Werk interesiert?
        Personenkult fängt für mich da an, wo mindestens eine Handvoll Bilder das traute Heim schmücken oder lagern und ganz bestimmt eine komplette Regalwand mit Tonträgern und Filmaufzeichnungen! Eine gewisse Fazination dieser Person gegenüber und nicht nur im musikalischen Bereich, muss da schon vorhanden sein. Sonst wären nicht Bücher, Ringe oder Klamotten im Besitz dieser "Fans" die nicht ein klein wenig diesem Personenkult fröhnen würden.
        Anderseits, kann man natürlich wieder darüber streiten, wer nun der objektivere und differenzierte Fan ist, der, der morgens aus der Elvis Tasse trinkt oder der, der jede Note zerpflücken kann?

        Ich gebe ehrlich zu, ich wäre 1977 zu einem Konzert von Elvis gegangen, einfach um die Chance zu nutzen, ihn live zu sehen. Und selbst wenn seine Leistung nicht an die, von sieben Jahren zuvor hätte anknüpfen können, es wäre mir schnurz gewesen. Sicherlich hätte es mich nicht gefreut ihn so krank zu sehen, doch aus purem Egoismus hätte ich ein Ticket gelöst und mich mit einer Rose bewaffnet, mir ein Bein für ein Schweißtuch ausgerissen und ihm zu gejubelt. Es wäre mir heute völlig pille palle wie man darüber urteilt, denn ich wäre dabei gewesen!
        Und genauso haben viele dieser damaligen Konzertbesucher gedacht. Sie sind nicht aus völliger Dummheit hin, sondern um "ihn" zu sehen und zu hören. Einen Star, der sie vielleicht seit frühester Jugend begleitet hat, endlich mal live zu erleben. Es wäre interessant eine Studie darüber zu machen, wer damals von den Besuchern, nach den Konzerten entäuscht war oder nicht? Ich könnte mir vorstellen, das keiner den Gang zum Konzert bis heute bereut hat.
        Außer, die ihn Anfang der '70ger vielleicht schon mal gesehen hatten.
        Es kommt noch hinzu, das ein Elvis Konzert, quasi zum Pflichtprogramm gehörte, wenn man in Vegas verweilte.

        Was ist so schick daran, nicht zugeben zu wollen, das einem die Person mit all seinen Vor-und Nachteilen faziniert?
        Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

        * Antoine De Saint-Exupéry *

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        • gast-20090609

          #454
          Einfach gestrickt

          Ich bin Elvis-Fan, zwangsläufig supi-einfach gestrickt und brauche daher jetzt dringend eine ganz detaillierte Liste von den Experten in diesem Forum mit allen Konzerten (genaue Daten bitte!), die dem besten Sänger aller Zeiten total in den Jumpsuit gegangen sind.

          Ohne Eure Hilfe kann ich das nämlich niiiiiieeee beurteilen!

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          • gast-20090521

            #455
            Zitat von Lakota
            Personenkult fängt für mich da an, wo mindestens eine Handvoll Bilder das traute Heim schmücken oder lagern und ganz bestimmt eine komplette Regalwand mit Tonträgern und Filmaufzeichnungen!
            Nein. Letzteres zeugt nicht von Personenkult, sondern von einem großen Interesse am Werk. Ich weiß, dass Frauen da anders gestrickt sind, aber ich würde mir nie eine Platte von einer Sängerin kaufen, nur weil ich die Frau toll finde, obwohl ich mit ihrer Musik oder ihrer Stimme nichts anfangen kann. Andererseits besitze ich eine komplette Sammlung eines Künstlers (ja, ich höre auch andere Musik neben Elvis, bitte nicht steinigen!), der mir als Mensch ziemlich unsympathisch ist. Für mich zählt die Musik, nicht der Mensch dahinter.

            Natürlich bin ich mir der Tatsache bewusst, dass Elvis einen Großteil seiner Einnahmen durch Leute generierte, die sich für seine Musik eigentlich nicht wirklich interessierten. Anders kann man sich das Gekreische in einem Konzert nicht erklären, denn man kann sich keine Musik anhören, wenn man dabei kreischt. Für einen Künstler, dem seine Musik am Herzen liegt, ist das auch nicht wirklich ein Kompliment. Die Beatles z.B. waren darüber so frustriert, dass sie sich nach 1966 weigerten, Live-Auftritte zu absolvieren.

            Genau dieser Personenkult erklärt ja auch, dass manche Fans alles für heilig erklären, was Elvis je abgeliefert haben. Das spricht nicht gerade für wahres Interesse am Werk dieses Mannes, und es wird ihm auch nicht gerecht. Wem wirklich etwas an Elvis' Musik liegt, der sieht sie auch differenziert. Alles andere ist blinder Fanatismus und demnach weit entfernt von echter Wertschätzung für seine Leistungen.

            Eine gewisse Fazination dieser Person gegenüber und nicht nur im musikalischen Bereich, muss da schon vorhanden sein.
            Nein, muss nicht. Man kann sich auch nur für die Musik interessieren.

            Ich gebe ehrlich zu, ich wäre 1977 zu einem Konzert von Elvis gegangen, einfach um die Chance zu nutzen, ihn live zu sehen.
            Das hätte ich sicher auch getan, wenn es meine einzige Chance gewesen wäre, ihn live zu sehen. Das bedeutet aber nicht zwangseise, dass mich das Gebotene auch vom Hocker gerissen hätte. Eine Mischung aus Enttäuschung und Entsetzen wäre da sicher eher der Fall gewesen. Wenn man die fantastischen Platten und Live-Konzerte von Elvis kennt, und ihn dann 1977 in Omaha live gesehen hätte, muss man schon ziemlich einen an der Waffel haben, um das noch großartig zu fnden.

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            • rostabout
              Foren-Profi

              • 15.05.2008
              • 254

              #456
              Mir scheint wir sind alles Verblendete ...
              Mich stimmt aber versöhnlich, dass es ja anscheinend den einen, wahren Elvis Fan gibt. Gott sei Dank!

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              • MysteryTrain
                Posting-Legende

                • 12.07.2008
                • 7260

                #457
                Zitat von MusicMan
                Wenn man die fantastischen Platten und Live-Konzerte von Elvis kennt, und ihn dann 1977 in Omaha live gesehen hätte, muss man schon ziemlich einen an der Waffel haben, um das noch großartig zu fnden.
                Man kann auch von etwas emotional ergriffen sein, ohne es anhand irgendwelcher Kriterien oder Ansprüche "gut" zu finden. Das ist es ja, was ich oben schon mal schrieb: Wenn Elvis auf der Bühne stand, knisterte der gesamte Saal oder die ganze Halle. Sein Charisma erfüllte jeden Raum, egal wie groß dieser war. Deshalb darf man nicht den Fehler begehen, schlechte Soundboardaufnahmen von 76er/77er Konzerten zu hören und zu meinen, das sei alles gewesen, was dort geboten wurde.

                Kommentar

                • Lakota
                  Posting-Legende

                  • 05.09.2007
                  • 9018

                  #458
                  Zitat von MusicMan
                  Das kann natürlich jeder definieren, wie er will. Und daran sieht man halt, wer ein bisschen simpel gestrickt ist, und wer ein bisschen anspruchsvoller ist.

                  Elvis Presley war einer der besten Sänger aller Zeiten. Wenn man dann ein Konzert von ihm hört, wo davon nichts mehr zu merken ist, darf man doch wohl zu Recht enttäuscht sein, wenn man eben nicht zu der Fraktion gehört, der es einfach nur reicht, dass er (körperlich) anwesend ist. Es soll gerüchteweise ja auch tatsächlich Leute geben, die in ein Konzert gehen, um gute Musik zu hören.
                  Es bestreitet ja auch niemand die Tatsache, das nicht alle Konzerte gleich gut waren. Aber wer damals die Gelegenheit hatte, Elvis live zu sehen, der rechnete vielleicht gar nicht damit, das er nicht Höchstleistungen vollbrachte? Was will man denen und den Usern hier jetzt vorwerfen? Das alle geblendet und unfähig sind, gut von schlecht zu unterscheiden. Oder das sie so naiv sind zu glauben, das der kranke Elvis ebenso viel Schmalz in den Hüften und Stimme hatte, wie der von 1956?
                  Mit dem Wissen, welches die Konzertbesucher von damals, heute haben, hätten sie sich eventuell besonnen und ihn auf seinen Karten sitzen lassen, um zu demonstrieren, das sie ihn so nicht hören und sehen wollten? Oder sie wären erst recht in Schaaren hin? Wer weiß es schon?
                  Gewiss ist, wer die Chance auf einen Konzertbesuch hatte, der hat sie genutzt. Wie beim Spiel vom FC Köln, dabei sein ist alles.
                  Natürlich hört man Unterschiede der einzelnen Konzertjahre und optisch sind sie gewiss nicht von der Hand zu weisen. Seine Fans sind ja mit ihm gealter und fülliger geworden, da nahm man gewissen körperliche und sogar stimmliche Veränderungen in Kauf, sah sie vielleicht sogar als normal an?
                  Ich finde man kann dem Publikum keinen ernsthaften Vorwurf machen, nicht alle sind musikalisch geschult und wollen einfach nur unterhalten werden. Die wenigsten machen sich einen Kopf um den gesundheitlichen oder stimmlichen Zustand eines Interpreten, wenn sie aus allen Himmelsrichtungen anreisen, um ihren Star zu sehen.

                  PS.Die Musik war ja gut, nur der Sänger schwächelte ein wenig!
                  Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

                  * Antoine De Saint-Exupéry *

                  Kommentar

                  • gast-20110818

                    #459
                    Zitat von MusicMan
                    Natürlich bin ich mir der Tatsache bewusst, dass Elvis einen Großteil seiner Einnahmen durch Leute generierte, die sich für seine Musik eigentlich nicht wirklich interessierten. Anders kann man sich das Gekreische in einem Konzert nicht erklären, denn man kann sich keine Musik anhören, wenn man dabei kreischt. Für einen Künstler, dem seine Musik am Herzen liegt, ist das auch nicht wirklich ein Kompliment.
                    Für Elvis schon, denn er wollte spürbare Begeisterung und war ja selbst der Meinung, dass man sich die Musik auch zu Hause auf Schallplatte anhören könne, ginge es einem nur darum.
                    In einem Elvis-Konzert ging es nur zum Teil um Musik, den Rest der Show machten eben Bombast, Kostüm, Karate, Küsschen usw.aus.


                    Zuletzt geändert von Gast; 29.07.2008, 13:55

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                    • gast-20100118

                      #460
                      Zitat von Lakota
                      und mich mit einer Rose bewaffnet, mir ein Bein für ein Schweißtuch ausgerissen und ihm zu gejubelt. Es wäre mir heute völlig pille palle wie man darüber urteilt, denn ich wäre dabei gewesen!
                      Und genauso haben viele dieser damaligen Konzertbesucher gedacht.
                      sehr liebenswert formuliert
                      Zuletzt geändert von Gast; 29.07.2008, 13:54

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                      • gast-20090521

                        #461
                        Zitat von MysteryTrain
                        Man kann auch von etwas emotional ergriffen sein, ohne es anhand irgendwelcher Kriterien oder Ansprüche "gut" zu finden.
                        In der Tat. Emotional ergriffen wäre ich in Omaha sicher gewesen. Nur halt aus anderen Gründen.

                        Sein Charisma erfüllte jeden Raum, egal wie groß dieser war.
                        Beim CBS-Special war von diesem Charisma leider nicht mehr genug übrig, um auch nur einen Bildschirm zu füllen. Aber das erledigte dann ja stattdessen der aufgedunsene Körper.

                        Deshalb darf man nicht den Fehler begehen, schlechte Soundboardaufnahmen von 76er/77er Konzerten zu hören und zu meinen, das sei alles gewesen, was dort geboten wurde.
                        Genau. Die Soundboardaunahmen verschonen uns vor dem Gekreische im Saal. Man hört nur noch die Musik und den Gesang, also das, was dort tatsächlich geboten wurde. Kein Wunder, dass das mitunter doch sehr ernüchternd wirkt, wenn man nicht mit blindem Fanatismus an die Sache herangeht, sondern mit einem musikalischen Minimalanspruch.
                        Zuletzt geändert von Gast; 29.07.2008, 14:08

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                        • gast-20090521

                          #462
                          Zitat von rostabout
                          Mir scheint wir sind alles Verblendete ...
                          Mich stimmt aber versöhnlich, dass es ja anscheinend den einen, wahren Elvis Fan gibt. Gott sei Dank!
                          Nun, nachdem mir ständig erklärt wird, dass ich kein echter Elvis-Fan bin, nur weil ich bei seinen Aufnahmen qualitative Unterschiede wahrnehme, muss es mir doch auch mal erlaubt sein, meine Ansicht zu schildern, was ich unter wahrer Wertschätzung seines Werks verstehe, oder?

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                          • gast-20090521

                            #463
                            Zitat von Blues Boy
                            Für Elvis schon, denn er wollte spürbare Begeisterung und war ja selbst der Meinung, dass man sich die Musik auch zu Hause auf Schallplatte anhören könne, ginge es einem nur darum.
                            Diesen Ausspruch kenne ich von Dean Martin - "If you wanna hear it straight, buy the record." Dass Elvis so etwas auch mal sagte, ist mir allerdings neu.

                            In einem Elvis-Konzert ging es nur zum Teil um Musik, den Rest der Show machten eben Bombast, Kostüm, Karate, Küsschen usw.aus.
                            Richtig. Aber das nützt einem nicht viel, wenn man sich das zuhause auf CD anhört. Da bleibt halt nur noch die Musik übrig, so wie bei jeder Live-Platte.

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                            • gast-20110818

                              #464
                              Zitat von MusicMan
                              Richtig. Aber das nützt einem nicht viel, wenn man sich das zuhause auf CD anhört. Da bleibt halt nur noch die Musik übrig, so wie bei jeder Live-Platte.
                              Und die Atmosphäre.

                              Für den Rest muss man sich eben ein Konzert-Ticket kaufen, und das haben ja dann auch viele getan.

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                              • MysteryTrain
                                Posting-Legende

                                • 12.07.2008
                                • 7260

                                #465
                                Zitat von MusicMan
                                meine Ansicht
                                Sehr richtig: DEINE Ansicht. Damit ist diese aber noch längst nicht richtig oder allgemeingültig, bzw. andere Ansichten automatisch negativ oder "einfach gestrickt" zu bewerten!

                                Ich mag Elvis, andere bekommen schon beim Gedanken an ihn Brechreiz. Na und? Solange ich sie akzeptiere und sie mich, gibt es keinerlei Probleme. Sehr wohl jedoch wenn sich einer versucht, über den anderen zu stellen. Man nennt sowas Toleranz, falls du das Wort noch nicht kennst.

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