Warum Elvis?

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  • Lakota
    Posting-Legende

    • 05.09.2007
    • 9018

    #61
    Sorry, aber ich habe mich aufrichtig bemüht, mich mit der Musik Dylans zu befassen und kann mich einfach nur TheKing anschließen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, das er ein großartiger Songschreiber und für die, die seinen Gesang mögen, ein großartiger Interpret ist. Doch kann man einen Menschen und dessen Gehör doch nicht diese "Großartigkeit" aufdrängen. Ja, soweit zu gehen, ihm zu verdeutlichen, wenn er das nicht grandios findet, ist er doof. So kommt es hier leider rüber. Das hat doch mit Verstehen oder nicht Verstehen nichts zu tun. Musik sollte berühren und Spaß machen. Es muss nicht immer hinter allem einen tieferen Sinn geben. Wenn ich feiern will dann kann Herr Ötzi auch mal seinen "Stern" raushauen und wenn ich besinnlich sein möchte, dann geb ich mir einen Gospel oder eine Ballade. Mir kommt es so vor, als ob alle die so für Dylan stehen, die leichte Kost aus Angst vor uncoolness verachten? Für mich persönlich hat Musik ihren Zweck erfüllt, wenn sie mich berührt, mir in die Beine oder ins Herz geht.
    Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

    * Antoine De Saint-Exupéry *

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    • TheKing
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      • 19.06.2006
      • 20721

      #62
      Zitat von michael grasberger
      das ändert aber nichts am rang, der coltrane in der musikgeschichte gebührt, und dass seine musik zur schönsten gehört, die je auf tonträger gebannt wurde. und das ist KEINE sache persönlichen geschmacks!


      in diesem sinne: bitte nicht die eigene engstirnigkeit als "geschmack" hinstellen!
      Das sehe ich einfach anders. Die Weltöffendlichkeit kann es ja meinetwegen schön finden. Ist mir doch scheißegal. Wer legt das denn fest? Fachlich hervorragend, ja meinetwegen. Wenn ich es nicht mag, ist das Ding um. Von Zeit zu Teit ändert sich das Hörempfinden und man hört auch hier da immer einmal das Gejohle von der Nervensäge Dylan...gefällt mir immernoch nicht...so what? Das ist mein Geschmack, ich mag das nicht.

      Da kann ein Herr Brockhaus in sein Lexokon schreiben: Dies ist die schönste Musik. Das kratzt mich null. Deswegen hört es sich nicht besser an.

      Ich hab mir diese Dylan Nacht da auf 3Sat oder wo das war, oder so ein Musiksender keine Ahnung extra angesehen, weil ich es verstehen wollte, weil ich mich fragte was finden alle an dem...wenn es für mich nicht funktioniert ist es in meinem kleinen Scheinkosmos halt Müll...ich sage nicht das es Müll für die Welt ist...mit der Welt hab ich nichts zu tun...die machen das alle selber...bei mir ist es Schrott...soll ich mir deshalb ignorant vorkommen, weil ich nicht in der Lage bin zu erfassen, wie wunderbar das ist? Soll ich zu dumm sein? Dann müßte ja ein intellektueller Oberflieger alles anerkennen was Rang und Namen hat. Respekt hier und Anerkennung da...wundervoll, ah ich verstehe...bravo...Jazz zum Beispiel....hau ab! Das Getröte ist für mich unerträglich. Ich muss das doch nicht gut finden? Für wen denn? Manche Sachen kann man sich am späten abend mal als Hintzergrundmusik anhören...aber so free Jazz zum Beispiel...nichts für mich...dann lieber schäbigen abgefuckten Gitarrenrock...primitiv gell?
      Ohne Worte!

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      • Lakota
        Posting-Legende

        • 05.09.2007
        • 9018

        #63
        Auf 3Sat war der besagte Beitrag und ich habe mich auch dahinter geklemmt. Sicherlich habe ich viel daraus an Wissen um den Mann mitgenommen, doch seine Stimme, hat mich dennoch nicht überzeugt. Es war interessant und Aufschlussreich, aber zum Fan werde ich wohl nie. Das sollte seine Leistung jedoch nicht schmälern. Mit Jazz geht es mir ebenso. Jeder der etwas auf sich hält, mag diesen improvisierten Jazz und mir zieht es die Schuhe aus. Ich finde zu mancher Musik oder Stimme einfach keinen Zugang.
        Es gibt ein paar Stücke von Elvis aus den späten '60gern, die höre ich mir auch nicht an, weil sie vom Stil her einfach nicht in meinen Gehörgang wollen.
        Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

        * Antoine De Saint-Exupéry *

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        • michael grasberger
          Posting-Legende

          • 16.02.2006
          • 9974

          #64
          Zitat von Lakota
          Mir kommt es so vor, als ob alle die so für Dylan stehen, die leichte Kost aus Angst vor uncoolness verachten?
          unsinn. ich lass mich doch da nicht ins eck des kopflastigen musikgourmets stecken. ich steh genauso auf techno, house, disco und 100 andere musikstile...

          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
          (Nick Tosches)

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          • Lakota
            Posting-Legende

            • 05.09.2007
            • 9018

            #65
            Zitat von michael grasberger
            unsinn. ich lass mich doch da nicht ins eck des kopflastigen musikgourmets stecken. ich steh genauso auf techno, house, disco und 100 andere musikstile...
            Wieso aber drengst du jeden der nicht so empfindet wie du, in die Dummbrot Ecke?
            Ein Glück ist die Musik so vielfältig, so das jeder sich das Passende heraussuchen kann. Auch wenn man sie persönlich nicht mag, hat sie ihre Berechtigung. Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, das es nicht mein Ding ist und sie sich mir nicht erschließt.
            Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

            * Antoine De Saint-Exupéry *

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            • TheKing
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              • 19.06.2006
              • 20721

              #66
              Also was ist nun ignoranter? Jemanden seine Hörgewohnheiten vorhalten und diese abzuwerten oder zu sagen: "Hör mal Bob Dylan find ich jetzt etwas nervend!" Ich traue mir zu, mir alles offen und vorurteilsfrei anzuhören,aber dann sage ich aus meinem ureigenen Empfinden heraus: "Super! Mehr davon, das gibt mir was, das interessiert mich!" oder "Nö. Lass mal, find ich jetzt eher komisch.."

              BEi der Arbeit nachts höre ich immer Radio...irgendso ein Kulursender, es kommen recht interessante Wortbeiträge...dazwischen kultivierte Jazzmusik...irgendwelche Trompetenheinis und Stehbasszupfer...kann man sich anhören...stört nicht...aber fasziniert bin ich eben nicht. Ist das weil ich so doof bin? Ich kann die ganzen Namen von den Jazzgiganten der 30er und Vierziger Jahre nicht behalten...sie erzählen tolle Geschichte aus dem Leben der Leute...die haben ihre Musik gelebt...ich finde das spannend...aber die Namen sind für mich Schall und Rauch...die Leistung die diese berühmten Musiker vollbracht haben bleibt mir verschlossen...weil es eben für mich persönlich keine Leistung ist...die Leistung besteht natürlich zweifelsohne, es gibt immerhin Menschen, die es wunderbar fanden...da drückt einer die Tasten in einer Chicagoer Jazzbar besonders gefühlvoll und Leute, die diese Musik mögen sind begeistert...toll, ich freue mich für die Leute...sollen sie machen, knorke! Wenn die Spaß haben...ist doch schön. Klimmper, klammper...dummdummdumm....und dann das Schlagzeug mit diesem Shuffelbesen....klimmerklimmper...Bass: dummdummdumm......ja gut...okay. Macht manchmal eine schöne Atmosphäre....transportiert eine gewisse Stimmung...kann ich soweit verstehen...aber es berührt mich nicht so tief...Dylans Stimme turnt mich sogar regelrecht ab...oder Mark Knopfler..der alte Schnarchsack..da schlafen mir die Quanten ein..Dires Straights...hat meine Mum immer gehört...schnarch...ich habe es aber gehört..ich winke ja erst nach ein paar Nummern ab...es gibt keine Verpflichtung egal wie anerkannt etwas ist. Sagen wir mal so: Es ist gute Musik, aber mir gefällt sie nicht. Was wäre das denn für ein Krampf?
              Ohne Worte!

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              • Lakota
                Posting-Legende

                • 05.09.2007
                • 9018

                #67
                Richtig TheKing, man würde sich doch selber lächerlich machen, wenn man mit gequältem Gesicht bei einer Jazz Nacht herumsteht und es im Grunde zum davanlaufen findet. Nur um kulturell auf der Höhe zu sein. Man muss über alles bescheid wissen, aber man muss nicht alles mögen. Hat mal ein berühmter Mann gesagt.
                Fazit, Dylan ist aus der Musikgeschichte nicht wegzudenken, ebenso wie Elvis, Mozart oder die Callas. Der eine genießt es, der andere schnuppert mal rein und der nächste lehnt es ab. So wird es immer sein. Amen.
                Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

                * Antoine De Saint-Exupéry *

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                • Schorni
                  Posting-Legende

                  • 09.12.2003
                  • 8637

                  #68
                  Zitat von TheKing
                  Also wer gebildet genug ist, ist automatisch jemand dem das Gejaule gefällt? Das ist ja vollkommener Bullshit. Man kann sagen, diese Sachen haben eine gewisse Qualität, aber wenn es nicht mit meinen Hörgewohnheiten korrespondiert und ich es unangehm empfinde, was Herr Dylan so durch seine große Nase tutet, dann ist kein Zeichen von Unkenntnis oder Unvermögen, dann gefällt mir persönlich diese Art von Gesang nicht. Und fertig.
                  Sehr schön gesagt. Mit dem Argument, man würde ihn nicht verstehen, Unterschicht, usw, laufen die Dylan Freaks jedesmal auf.

                  Dylan findet in der Öffentlichkeit doch kaum statt. Das ist nur was für Insider. Ähnlich wie bei M. Rosenberg, wo ein harter Kern von Fans sie tierisch abfeiert.

                  Frag mal jemanden auf der Strasse nach 2-3 Dylan Songs. Vermutlich wirst du keine Antwort bekommen.
                  Meine Meinung steht fest, bitte irritieren Sie mich nicht mit neuen Tatsachen!

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                  • michael grasberger
                    Posting-Legende

                    • 16.02.2006
                    • 9974

                    #69
                    Zitat von Schorni
                    Sehr schön gesagt. Mit dem Argument, man würde ihn nicht verstehen, Unterschicht, usw, laufen die Dylan Freaks jedesmal auf.
                    da betont man zigmal, dass das alles nix mit bildung zu tun hat, und dann wird einem noch immer das bildungsargument unterstellt.

                    Zitat von Schorni
                    Dylan findet in der Öffentlichkeit doch kaum statt. Das ist nur was für Insider.
                    gerade seit ende der 90er ist dylan doch dauerpräsent in den medien. (mir wirds fast schon zuviel.) mit seinem letzten album war er auf nummer 1 der billboardcharts, der dylan film "i'm not there" gewinnt oscars, die dylanausstellung in chemnitz findet internationale beachtung, er tourt jedes jahr in europa...
                    wieviel öffentlichkeit willst du denn noch?

                    "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                    (Nick Tosches)

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                    • burroughs
                      Board-Legende

                      • 09.02.2004
                      • 56243

                      #70
                      Nicht zu vergessen Scorsese's *no direction home*

                      Kommentar

                      • Gilla
                        Board-Legende

                        • 05.02.2007
                        • 14776

                        #71
                        Zitat von michael grasberger
                        immer diese klischees.

                        man sollte vielleicht bei gelegenheit auch mal die eigenen wahrnehmungsklischees dessen hinterfragen, was für einen "schön" ist. diese wahrnehmung kann sich nämlich im laufe des lebens verändern und erweitern. wer bisher nur belcantogesang als schön empfand, kommt vielleicht irgendwann mal drauf, dass die schräge intonation eines bluessängers (und in dieser tradition steht dylan) einen genauso innerlich ergreifen kann.
                        Das ist es z.B., was ich an der Musik von Bob Dylan mag.

                        Aber wer das so nicht empfindet, dem muss man auch nicht empfehlen, sein eigenes Musikempfinden zu überprüfen; da fehlt ganz einfach die berühmte Antenne.

                        Ebenso kann man sich die Mühe sparen, jemanden zum Elvis Fan zu machen.
                        *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                        • marquardt72
                          Posting-Legende

                          • 19.08.2006
                          • 5713

                          #72
                          Ich habe - von 2-3 Liedern abgesehen - seit Live Aid 1985 eine Aversion gegen Bob Dylan.

                          Vor seinem Auftritt wurde ein Riesenwirbel um eben diesen gemacht.

                          Als Dylan dann mit seinen Saufkumpanen Keith Richards und Ron Wood auftrat und ich dessen furchtbares Gekrächze vernahm,war das Thema "Bob Dylan" für mich erledigt.

                          Immer wenn ich irgendwo etwas von ihm höre oder lese,habe ich diesen peinlichen Auftritt vor Augen.

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                          • Gilla
                            Board-Legende

                            • 05.02.2007
                            • 14776

                            #73
                            Zitat von gast-20080904

                            Also, warum Elvis?
                            Er konnte, sagte Priscilla, sich in eine Art intensive Einsamkeit zurückziehen, die sie zuvor nie erlebt hatte.
                            Möglicherweise hat dieses Bedürfnis Millionen angesprochen.

                            Sogar für eine professionelle Biographin wie Elaine Dundy war sein Leben und Tod eine tief bewegende Geschichte, so schmerzvoll wie eine Familientragödie.
                            Starke Sätze...
                            *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                            • burroughs
                              Board-Legende

                              • 09.02.2004
                              • 56243

                              #74
                              Off-Topic:

                              ach ja, ich vergass, daß Elvis als einziger NIEMALS einen schwachen Auftritt hinlegte, das waren immer nur die anderen

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                              • marquardt72
                                Posting-Legende

                                • 19.08.2006
                                • 5713

                                #75
                                Das habe ich nie behauptet,aber der Eindruck,den das Konzert auf mich machte,war eben prägend.

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