Daran ist nichts falsch. Das "Problem" ist halt nur, dass man sehr viel vonder Vielfältigkeit des Lebens verpasst, wenn man seinen aktuellen Geschmack als Maßstab dafür nimmt, was einem noch begegnen kann. Ich persönlich bin der Meinung, dass es etwas wie "Wahrheit" gibt im Leben. Es ist das Wesen meines Menschenbildes, dass man danach zu streben hat. Man kann sich nicht mit seinem Geschmack begnügen.
Es gibt etwas, das jenseits des eigenen Geschmacks liegt. Und das zu finden, tut mitunter erst einmal irgendwo weh. Man muss den eigenen Geschmack überwinden, um ihn zu bilden. Anders wird man es nicht schaffen. Wenn man es nicht schafft, sich etwas anzueignen, was jenseits der eigenen Vorstellung (des eigenen Geschmacks) liegt, dann wird man nie die Vielfältigkeit der Welt erfahren. Klingt pathetisch, aber so ist es nun einmal. Und Bob Dylan abzulehnen, weil einem etwas wie seine Stimme nicht gefällt, bedeutet definitiv, etwas zu verpassen im Leben.
Der eigene Geschmack ist nicht der (alleinige) Maßstab. Das ist vielleicht die Lehre der 68er und Hippies, die in den letzten 40 Jahren Hochkonjunktur hatte, die aber irgendwo auch richtiggehend gescheitert ist. Man kann nicht nur das machen und mögen, was einem gefällt. Es gibt Maßstäbe im Leben, das ist das Wesen von Kultur.
Ich habe ein Problem mit dem Wort "gefallen", einfach weil "Gefälligkeit" so nah verwandt mit ihm ist. Natürlich gehen Dinge, die gefällig sind, leichter rein, und man kann sich dann auch einbilden, dass das genüge. Aber dabei vergisst man dann, dass gute Dinge auch immer ein gehöriges Stück schwierig sind, dass man Zugang finden muss, aktiv, weil sie eben nicht gefällig sind.
Doch, eigentlich schon. Es gibt Dinge, die müssen einem gefallen. Natürlich nur dann, wenn man einen gewissen Anspruch ans Leben hat. Man kann sich auch mit Currywurst und bemalten Elvis-Wandtellern zufrieden geben. Aber wie gesagt: Man verpasst eine Menge, die zum Menschsein dazu gehört. Ich sehe allerdings ein, dass man dafür auch erst einmal ein gewisses Bild davon haben muss, was zum Menschsein dazu gehört. Und wer nie die zeitlose Schönheit von Blood On The Tracks und die Wahrheit, die dahinter steckt, erfahren hat, nur weil ihm eine Kleinigkeit wie Bob Dylans Stimme nicht gefällt, der kann auch sagen, er mag Picasso nicht, weil die Bilder so schräg aussehen oder die Farben so komisch sind. Dylans Stimme (bzw. das, was er unter dem Pseudonym Bob Dylan die meiste Zeit an Stimme kultiviert) ist nur ein Werkzeug dessen, was die Kraft seines Ausdrucks ausmacht.
Doch, Geschmack hat sehr viel mit Verstehen oder nicht Verstehen zu tun. Der Mensch ist nämlich so gestrickt, dass er das, was er (augenblicklich vielleicht nur) nicht versteht, auch ablehnt.
Findest du? Glaubst du, man entwickelt sich wirklich weiter, wenn man immer nur das tut, was einem Spaß macht? Achterbahn fahren macht Spaß. Mach es mal eine Woche lang acht Stunden am Tag. Oder iss einen Monat lang nur dein momentanes Lieblinsgessen. Dann wird wohl jeder feststellen, wieviel sein "Geschmack" wirklich wert ist.
Okay, so kann man das sehen. Aber man muss dann auch wissen, dass man sich ausklinkt aus der Gemeinschaft der Menschen, die irgendwo vielleicht doch mehr ist, als die Summe ihrer Individuen samt deren "Geschmack".
Du in der Auseinandersetzung mit dem Rest der Menschheit und ihrem Erbe.
Das klingt allerdings nicht so sehr nach Auseinandersetzung. Ich würde sogar meinen, das ist ziemlich engstirnig.
Das ist sicher eine Möglichkeit, es so zu sehen. Eine andere wäre zu sagen, dass die anderen jedes Mal auflaufen ...
Frag doch mal jemandem nach zwei bis drei Songs von Elvis ...
Gut, dann können wir ja jetzt auch die Leute verstehen, die nach Elvis' CBS-Special nichts mehr von ihm wissen wollten, weil sie nur noch diesen peinlichen Auftritt vor Augen hatten ...
Vielleicht mal mit den untypischen anfangen. Das "Typische" hat meist damit zu kämpfen, dass es genau dazu erklärt wurde. Aber vom wiederum? Und ist jemand wirklich ausschließlich das, was an ihm typisch ist? Wird die Summer der "Typen" wirklich der Vielfältigkeit dieses Lebens gerecht?
Genau!
Das hier sollte gar kein Bob Dylan-Thread, den gibt es immerhin schon woanders in diesem Forum.
Ich habe eigentlich wirklich keine Ahnung, warum es damit losging. Am Anfang stand wohl die Feststellung, dass Dylan mindestens genauso vielfältig war die Elvis. Und von dem Punkt an verselbstständigte sich die Diskussion. Einige scheinen wohl ein riesiges Problem damit zu haben, dass sie sich derart daran festhalten und hineinknien ...
Es gibt etwas, das jenseits des eigenen Geschmacks liegt. Und das zu finden, tut mitunter erst einmal irgendwo weh. Man muss den eigenen Geschmack überwinden, um ihn zu bilden. Anders wird man es nicht schaffen. Wenn man es nicht schafft, sich etwas anzueignen, was jenseits der eigenen Vorstellung (des eigenen Geschmacks) liegt, dann wird man nie die Vielfältigkeit der Welt erfahren. Klingt pathetisch, aber so ist es nun einmal. Und Bob Dylan abzulehnen, weil einem etwas wie seine Stimme nicht gefällt, bedeutet definitiv, etwas zu verpassen im Leben.
Der eigene Geschmack ist nicht der (alleinige) Maßstab. Das ist vielleicht die Lehre der 68er und Hippies, die in den letzten 40 Jahren Hochkonjunktur hatte, die aber irgendwo auch richtiggehend gescheitert ist. Man kann nicht nur das machen und mögen, was einem gefällt. Es gibt Maßstäbe im Leben, das ist das Wesen von Kultur.
Ich habe ein Problem mit dem Wort "gefallen", einfach weil "Gefälligkeit" so nah verwandt mit ihm ist. Natürlich gehen Dinge, die gefällig sind, leichter rein, und man kann sich dann auch einbilden, dass das genüge. Aber dabei vergisst man dann, dass gute Dinge auch immer ein gehöriges Stück schwierig sind, dass man Zugang finden muss, aktiv, weil sie eben nicht gefällig sind.
Doch, eigentlich schon. Es gibt Dinge, die müssen einem gefallen. Natürlich nur dann, wenn man einen gewissen Anspruch ans Leben hat. Man kann sich auch mit Currywurst und bemalten Elvis-Wandtellern zufrieden geben. Aber wie gesagt: Man verpasst eine Menge, die zum Menschsein dazu gehört. Ich sehe allerdings ein, dass man dafür auch erst einmal ein gewisses Bild davon haben muss, was zum Menschsein dazu gehört. Und wer nie die zeitlose Schönheit von Blood On The Tracks und die Wahrheit, die dahinter steckt, erfahren hat, nur weil ihm eine Kleinigkeit wie Bob Dylans Stimme nicht gefällt, der kann auch sagen, er mag Picasso nicht, weil die Bilder so schräg aussehen oder die Farben so komisch sind. Dylans Stimme (bzw. das, was er unter dem Pseudonym Bob Dylan die meiste Zeit an Stimme kultiviert) ist nur ein Werkzeug dessen, was die Kraft seines Ausdrucks ausmacht.
Doch, Geschmack hat sehr viel mit Verstehen oder nicht Verstehen zu tun. Der Mensch ist nämlich so gestrickt, dass er das, was er (augenblicklich vielleicht nur) nicht versteht, auch ablehnt.
Findest du? Glaubst du, man entwickelt sich wirklich weiter, wenn man immer nur das tut, was einem Spaß macht? Achterbahn fahren macht Spaß. Mach es mal eine Woche lang acht Stunden am Tag. Oder iss einen Monat lang nur dein momentanes Lieblinsgessen. Dann wird wohl jeder feststellen, wieviel sein "Geschmack" wirklich wert ist.
Okay, so kann man das sehen. Aber man muss dann auch wissen, dass man sich ausklinkt aus der Gemeinschaft der Menschen, die irgendwo vielleicht doch mehr ist, als die Summe ihrer Individuen samt deren "Geschmack".
Du in der Auseinandersetzung mit dem Rest der Menschheit und ihrem Erbe.
Das klingt allerdings nicht so sehr nach Auseinandersetzung. Ich würde sogar meinen, das ist ziemlich engstirnig.
Das ist sicher eine Möglichkeit, es so zu sehen. Eine andere wäre zu sagen, dass die anderen jedes Mal auflaufen ...
Frag doch mal jemandem nach zwei bis drei Songs von Elvis ...
Gut, dann können wir ja jetzt auch die Leute verstehen, die nach Elvis' CBS-Special nichts mehr von ihm wissen wollten, weil sie nur noch diesen peinlichen Auftritt vor Augen hatten ...
Vielleicht mal mit den untypischen anfangen. Das "Typische" hat meist damit zu kämpfen, dass es genau dazu erklärt wurde. Aber vom wiederum? Und ist jemand wirklich ausschließlich das, was an ihm typisch ist? Wird die Summer der "Typen" wirklich der Vielfältigkeit dieses Lebens gerecht?
Genau!
Das hier sollte gar kein Bob Dylan-Thread, den gibt es immerhin schon woanders in diesem Forum.Ich habe eigentlich wirklich keine Ahnung, warum es damit losging. Am Anfang stand wohl die Feststellung, dass Dylan mindestens genauso vielfältig war die Elvis. Und von dem Punkt an verselbstständigte sich die Diskussion. Einige scheinen wohl ein riesiges Problem damit zu haben, dass sie sich derart daran festhalten und hineinknien ...
, laufen die Dylan Freaks jedesmal auf. 








Und danke! 
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