Colonel Tom Parker

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  • gast-20100118

    #316
    Zitat von MusicMan
    Und wenn sie ihren Job verloren hätten, hätten sie dann etwas ändern können? Hätte Elvis sich von jemandem, den er gerade gefeuert hat, von seinem selbstzerstörerischen Weg abbringen lassen?
    Es ist unfair zu behaupten, nur weil jemand durch besondere Leistungen auffällt und nicht besonders alt wird, dass es ein "selbstzerstörerischer Weg" war. Wir können davon ausgehen, dass es Elvis trotz zeitweiliger Ermattung immer wieder schaffte, andere und sich selbst davon zu überzeugen, es noch wieder zu packen und gut drauf zu sein. Es ist völlig abwegig so zu tun, als ob hier jemand geradewegs in das Messer des Schicksals lief. (Wobei für die Kinder Gottes der Tod beileibe keine Niederlage ist). Was ist eigentlich der Maßstab derjenigen, die sich erdreisten, immer wieder in Formulierungen so zu reden, als habe Elvis in seiner Lebensführung Sch... gebaut ? Doch bitte nicht die Tatsache, dass sie glaubten, auf sie warte nicht auch ein plötzliches und mehr oder weniger unerwartetes Lebensende ? Auf welcher sicheren Insel wähnen sich die Anmaßenden ? Und welche Lebensleistung, von der sie eine Ahnung haben, legen sie als Bewertungsmaßstab zu Grunde ?
    Natürlich war Elvis nicht der Sklave des Colonels. Und natürlich will sich kein halbwegs normaler Erwachsener von Heiopeis in die Lebensführung reinquatschen lassen. Rein optisch war der Colonel nie zum Ernährungsberater geeignet. Richtig ist es, wenn's denn stimmt *ggg*, dass er seinem Arbeitgeber und Geschäftspartner wenig beigestanden hat, als "What happened" den Blutdruck nach oben schnellen ließ. Telefoniert werden sie ja in dieser Angelegenheit sicher haben. Und Elvis hat wahrscheinlich die Auffassung vertreten, dass Ignorieren und Weiterarbeiten die besten Mittel seien, um mit Unkenrufen fertig zu werden. Und der Colonel wird ihn in Gesellschaft der Familienmitglieder, der sogenannten Freunde, der Spätverlobten, und des medizinischen Personals in besten Händen gedacht haben.

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    • gast-20090521

      #317
      Zitat von ReconsiderBaby
      Vielleicht kannst Du ja ein paar Deiner Erfahrungen als Parallelen zur Elvis/Parker-Beziehung posten. Würde mich schon interessieren
      Ich muss zugeben, dass ich die Frage nicht ganz verstehe. Was für Parallelen meinst Du? Ich kann auf die Frage nur eine ganz allgemeine Antwort geben, nämlich dass hinter jedem erfolgreichen Künstler ein verdammt guter Manager steckt. Wenn Du etwas bestimmtes wissen willst, kannst Du mich gerne konkret danach fragen, und ich werde versuchen, Dir die bestmögliche Antwort zu geben, insofern ich sie geben kann.

      Ich möchte aber an der Stelle eine kleine Geschichte erzählen, die ich selber miterlebt habe, und die ein Stück weit erklärt, warum es allgemein so ist, dass der Manager immer den "bösen" Ruf hat, und der Künstler immer "gut" dasteht - und vor allem, warum das auch so sein muss.

      Ein berühmter Star kam mit seinem Manager vorm Konzert zum Soundcheck in die Halle. Sie gingen in die Garderobe. Dort war etwas zu essen und zu trinken angerichtet. (Man muss dazu erklären, dass bei jedem Engagementvertrag eine genaue Anweisung Vertragsbestandteil ist, aus der exakt hervorgeht, welche Getränke und Speisen der Künstler in der Garderobe wünscht.) Verlangt waren ein paar belegte Brötchen, aber ausdrücklich mit Margarine, nicht mit Butter. Die Brötchen waren allerdings mit Butter beschmiert. Der Künstler bekam einen Tobsuchtsanfall und brüllte rum, er führe gleich wieder nach Hause, wenn jetzt nicht sofort Brötchen mit Margarine gebracht würden. Der Manager ging daraufhin zum Veranstalter und machte einen Riesenaufstand, hielt ihm den Vertrag unter die Nase und stellte ihn vor die Alternative, entweder sofort die Brötchen mit Margarine zu besorgen, oder das Konzert fällt aus. Nun ist es aber sehr schwer bis unmöglich, am frühen Samstagabend noch schnell zu Zutaten für frische Brötchen zu besorgen. Der Veranstalter setzte sich also persönlich ins Auto und fuhr zum nächsten besseren Hotel, wo er der Hotelküche Brötchen, Margarine und Aufschnitt abschwatzte. Dann eilte er zurück zur Halle, schmierte die Brötchen persönlich in seinem Büro und brachte sie dem Star in die Garderobe. Und jetzt kommt der Clou: Der Star, der eben noch vor seinem Manager die große Welle gemacht hatte, lächelte den Veranstalter freundlich an und sagte: "Ach, das wäre doch nicht nötig gewesen, ich sehe das nicht so eng, ich hätte auch die Brötchen mit der Butter gegessen." Daraufhin der Veranstalter: "Aber Ihr Manager hat doch eben gesagt..." Der Künstler: "Ach, mein Manager, vergessen Sie's, Sie wissen doch, wie Manager so sind!"

      Vielleicht hilft diese kleine Anekdote ein wenig zu verstehen, warum es so ist, wie es ist. Künstler und Manager sind sich intern verdammt einig, was sie wollen, und Künstler sind oftmals die größten Zicken und obendrein geldgierig bis zum Abwinken, aber nach außen hin muss der Manager nunmal die "bösen" Sachen sagen, und der Künstler muss immer "Everybody's Darling" sein. Der Veranstalter bucht den Künstler, nicht den Manager, und das Publikum kommt, um den Künstler zu sehen, nicht den Manager. Deswegen muss der Künstler immer gut dastehen. Das erklärt den "schlechten" Ruf mancher Manager, die als kleinkarierte Pfennigfuchser gelten. Dabei tun sie nur, was der Künstler will, aber das darf nach außen keiner merken.
      Zuletzt geändert von Gast; 31.03.2008, 12:46

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      • gast-20100118

        #318
        Zitat von MusicMan
        Ich möchte aber an der Stelle eine kleine Geschichte erzählen
        endlich mal wieder was Lustiges !

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        • gast-20100125

          #319
          Zitat von Harty
          man sollte in dem Buch nicht alles so wörtlich nehmen...

          kann schon sein, aber wenn man alles in Frage steht, was in den veröffentl. Büchern über Elvis steht, woher wissen wir denn, ob all das, über was wir hier reden/diskutieren dann überhaupt wahr ist? Ich glaube nicht, daß man alles als unwahr, Halbwahrheit ect. abtun sollte, denn die Personen, und ich glaube, dass Hendrickx schon in die Kategorie derjenigen Journalisten gehört, die gut recherchieren (obwohl er Elvis-Fan ist), saugen sich doch nicht alles aus den Fingern. Ich möchte mich ja nicht ständig wiederholen, aber wir Fans sind halt leider auf das angewiesen, was in Form von Büchern oder Zeitzeugen, Personen,die mit Elvis direkt zu tun hatten, (Memphis-Mafia, Freunde ect.) Selbstverständlich gibt es auch genügend Selbstdarsteller unter den Schriftstellern und auch einige totale Sch.... bücher, voller Lügen usw. ( habe leider selbst ein Exemplar), aber es bleibt uns ja nur das. Und das alles kann nur immer subjectiv sein -nie objektiv, trotz aller Versuche. Oder siehst du das anders?

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          • gast-20090521

            #320
            Zitat von Gilla
            ...die Schallplatte hat aber hier nun einen Sprung....
            Die Schallplatte hat viel eher bei denen einen Sprung, die - wider sämtlichen Tatsachen - immer wieder behaupten, Elvis sei der Befehlsempfänger seines Managers gewesen. De facto ist es so, dass der Manager für den Künstler arbeitet, und nicht umgekehrt. Der Künstler ist der Chef, und der Manager muss in seinem Sinne arbeiten. Elvis hat die Verträge unterschrieben, Elvis bekam das Geld, und davon hat er Parker bezahlt. Nicht umgekehrt, wie viele glauben.

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            • gast-20090521

              #321
              Zitat von Linda JnB
              Und das alles kann nur immer subjectiv sein -nie objektiv, trotz aller Versuche. Oder siehst du das anders?
              Du hast völlig Recht. Aus diesem Grund gebe ich auch nicht viel auf rührselige Erlebnisberichte irgendwelcher (mehr oder weniger) Insider, sondern mehr auf messbare Erfolge, und auf Realitäten, die in der Branche täglich Brot sind.

              Außerdem vertrete ich die Ansicht, dass man die Lebensleistung eines Menschen nach Werk und Wirkung bewerten sollte, und nicht nach seinen Schwächen. Elvis und Parker hatten sicherlich ihre Schwächen, doch da ich beide nicht kannte, kann ich die nicht qualifiziert beurteilen. Aber ihr Werk und dessen Wirkung können wir beurteilen, und von diesem Blickwinkel stehen die beiden verdammt weit oben.
              Zuletzt geändert von Gast; 31.03.2008, 12:47

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              • Gilla
                Board-Legende

                • 05.02.2007
                • 14776

                #322
                Zitat von MusicMan
                Die Schallplatte hat viel eher bei denen einen Sprung, die - wider sämtlichen Tatsachen - immer wieder behaupten, Elvis sei der Befehlsempfänger seines Managers gewesen.
                Ich habe dazu etwas gesagt, was du entweder nicht gelesen hast oder nicht in der Lage bist, es zu verstehen...

                Zitat von MusicMan
                Du hast völlig Recht. Aus diesem Grund gebe ich auch nicht viel auf rührselige Erlebnisberichte irgendwelcher (mehr oder weniger) Insider, sondern mehr auf messbare Erfolge, und auf Realitäten, die in der Branche täglich Brot sind.
                Auch rührselige Berichte können Tatsachenberichte sein. Auf dem Ohr, sorry, scheinst du eben nicht gut zu hören.

                Aber egal, nicht jeder Mensch hat diese Antenne.
                Ansonsten lese ich weiter mit Interesse.
                *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                • Harty
                  Gehört zum Inventar

                  • 27.07.2003
                  • 1074

                  #323
                  Das ist wie mit der Frage: Wer hat Schuld, daß er zunimmt ?

                  McDonald oder der Konsument ?

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                  • gast-20090521

                    #324
                    Zitat von Gilla
                    Ich habe dazu etwas gesagt, was du entweder nicht gelesen hast oder nicht in der Lage bist, es zu verstehen...
                    Ich weiß jetzt nicht speziell, worauf Du hinaus willst, aber wenn ich etwas überlesen oder falsch verstanden haben sollte, dann sorry, und gib mir nochmal einen Hinweis oder einen Link auf das entsprechende Posting.

                    Auch rührselige Berichte können Tatsachenberichte sein.
                    Nein, denn Tatsachen sind nicht rührselig, sondern nur das, was gewisse Menschen dabei empfinden. Und das ist sehr subjektiv.

                    Larry Geller bricht z.B. jedes Mal, wenn er die Story mit dem Eiskübel erzählt, fast in Tränen aus aufgrund der vermeintlichen Unmenschlichkeit des Colonels, und ich finde das einfach nur lächerlich, denn Parker hat das einzig richtige getan, was jeder andere verantwortungsvolle Manager auch getan hätte.

                    Auf dem Ohr, sorry, scheinst du eben nicht gut zu hören.
                    Aber egal, nicht jeder Mensch hat diese Antenne.
                    Doch, aber es hat in dieser Diskussion nichts zu suchen, finde ich jedenfalls. Es geht hier um die Bewertung der Arbeit zweier Männer, die wir alle nicht persönlich kannten.
                    Zuletzt geändert von Gast; 31.03.2008, 13:05

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                    • gast-20100118

                      #325
                      Zitat von MusicMan
                      Es geht hier um die Bewertung der Arbeit eines Mannes, den wir alle nicht persönlich kannten.
                      zweier Männer. Genau

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                      • gast-20090521

                        #326
                        Zitat von Rev.Gerhard
                        zweier Männer. Genau
                        Du hast Recht, ich hab's verbessert.

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                        • Gilla
                          Board-Legende

                          • 05.02.2007
                          • 14776

                          #327
                          Zitat von Rev.Gerhard
                          zweier Männer. Genau
                          Zitat von MusicMan
                          Du hast Recht, ich hab's verbessert.
                          Männer unter sich. Denn mal Prosit
                          *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                          • gast-20090521

                            #328
                            Zitat von Gilla
                            Männer unter sich. Denn mal Prosit
                            Nein, wir sind keine Machos. Man sollte nicht müde werden zu betonen, dass es eine Frau war, deren gutes Gehör und Weitblick die Karriere von Elvis Presley erst ermöglicht haben: Marion Keisker.

                            Ehre, wem Ehre gebührt.

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                            • Vany
                              Gehört zum Inventar

                              • 30.09.2007
                              • 1756

                              #329
                              Zitat von MusicMan
                              Das war Elvis selber sehr wohl klar, er war doch nicht blind oder blöd.
                              Vllt. war ihm klar wie er mittlerweile durch den Medikamentenkonsum aussah, aber glaubst du er war sich auch bewusst wie ernst seine Situation war und was er mit dem einnehmen der Tabletten seiner kleinen Tochter angetan hat?

                              So nebenbei, Lisa hat da auch schon was erzählt dass er schwankend in ihr Zimmer gekommen ist und sie ihn gerade abfangen wollte, er sich jedoch zum Glück noch am Türrahmen festhalten konnte....


                              Zitat von MusicMan
                              Und wenn sie ihren Job verloren hätten, hätten sie dann etwas ändern können? Hätte Elvis sich von jemandem, den er gerade gefeuert hat, von seinem selbstzerstörerischen Weg abbringen lassen? Wohl kaum. Eher dachten sie, wenn sie ihren Job behielten, hätten sie mehr Möglichkeiten, Elvis zu helfen.
                              Tja, wie wir ja gesehen haben hat das überhaupt nichts geholfen und deshalb hätte ich es an deren Stelle einfach mal versucht.....
                              http://img211.imageshack.us/img211/8255/lisatimeline2vv2.jpg

                              "There's a certain strong feeling that I have for him that is only for my dad- not Elvis Presley." - Lisa Marie

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                              • gast-20081107

                                #330
                                Zitat von Vany
                                Vllt. war ihm klar wie er mittlerweile durch den Medikamentenkonsum aussah, aber glaubst du er war sich auch bewusst wie ernst seine Situation war und was er mit dem einnehmen der Tabletten seiner kleinen Tochter angetan hat?
                                Ich glaube nicht mal das es ihm klar war, vielleicht hatte er zwischendurch "helle" Momente in denen er merkte was er eigentlich mit sich selbst macht(solche Momente waren bestimmt der Horror für ihn)
                                Das schlimme ist ja eben das, dass diese Leute sich für normal halten und gar nicht bemerken wie krank sie eigentlich sind. Umso wichtiger sind meiner Meinung nach Leute die ihm nahestehen, die mit ihm arbeiten, gerade diese Leute hätten ihm klar machen müssen wie ernst seine Situation ist und sie dürfen ihn eigentlich nicht zusätzlich stressen.

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