Rechtmäßigkeit des Mitschneidens von Konzerten

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  • Mike
    Administrator
    • 23.09.2003
    • 12924

    #46
    Zitat von burroughs
    wieso kommen dann 99% ALLER bootlegs aus Europa und so gut wie KEINE aus den US of A

    Keine Ahnung. Das hat bestimmt aber nichts mit irgendwelchen Rechten zu tun. Wahrscheinlich gibt es hier mehr Firmen, die es nicht so genau nehmen.
    Und wahrscheinlich sind die Schadensersatzansprüche - falls man auffliegt - nicht so hoch (1 Mio. Dollar für eine Verbrennung durch einen zu heißen Kaffee ).

    Wenn es einer machen will: Hier in den Anmerkungen ist eine Adresse!
    ><((((º>

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    • charro
      Posting-Legende

      • 02.09.2005
      • 8583

      #47
      Zitat von Mike

      (Ich merke gerade, dass wir hier alle möglichen Urheberrechte vermischen. Finde ich aber trotzdem interessant.)
      Das ist wohl war. Die ganze Sache ist in den letzten 10-15 Jahren immer komplexer geworden. Das reine Bootleggin in Form von purer (kommerzieller) Kopie eines bestehenden Bild- oder Tonträgers als klassische Raubkopie ist nur eine der Varianten. Konzertmitschnitte, dabei wiederum getrennt nach AR, SB und MT, Outtakes, eigene Remixe usw. usw. alles im Grunde aus einer anderen Perspektive rechtlich bewertbar. Zudem unterschiedliche Verbreitungsformen via Bild-Tonträger, download etc.
      Interessant und vermutlich recht heiss wird wohl in den kommenden Jahren das streaming diskutiert werden. Hier liegt objektiv eine Rechtsverletzung vor, welche verfolgbar wäre. Allerdings stellt sich die Frage der Beweissicherung. Sobald hier entsprechende Möglichkeiten bestehen, dürfte sich die nächste Frage der Zulässigkeit dieser Beweissicherung stellen. Hier haben die Gerichte (dabei für Deutschland, ggf EU) schon erhebliche Bedenken angemeldet, Stichwort Datenspeicherung, welche aktuell begrenzt auf relativ wenige Tage für Telekommunikationsunternehmen ist, sodass die Rechteinhaber zügig per einstweiliger Verfügung die Datenabfrage vornehmen müssen. Sobald allerdings halbwegs Klarheit besteht, dürfte auch das streaming zumindest problematisch werden.

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      • michael grasberger
        Posting-Legende

        • 16.02.2006
        • 9974

        #48
        Zitat von Mike
        Klar! Wenn man nch Wikipedia geht, war die erste VÖ im großen Stil die Bob Dylan LP "Great White Wonder".

        Trotzdem war das alles in der Zeit vor den den digitalen Medien und vor den weltweiten Handelsmöglichkeiten (Internet , ebay) Kleinkram.
        ganz im gegenteil. von den frühen vinylbootlegs der 70er jahre wurden zehntausender-stückzahlen verkauft, und auch da wurde natürlich bereits international gehandelt. die auflagen waren im vergleich zu heute riesig.
        die musikindustrie war zunächst mal völlig in schockstarre, und die bootlegger haben jedes der damals noch zahlreichen rechtlichen schlupflöcher ausgenützt.
        nachzulesen in clinton heylin's buch "bootleg. the secret history of the other recording industry".

        "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
        (Nick Tosches)

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        • michael grasberger
          Posting-Legende

          • 16.02.2006
          • 9974

          #49
          Zitat von burroughs
          wieso kommen dann 99% ALLER bootlegs aus Europa und so gut wie KEINE aus den US of A
          anscheinend ist dort der zugang zu presswerken wesentlich schwieriger als in europa.

          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
          (Nick Tosches)

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          • Mike
            Administrator
            • 23.09.2003
            • 12924

            #50
            Ich meinte auch nicht die Veröffentlichungszahlen des einzelen Titels, sondern mehr die Schlagzahl, in der die VÖ seit ein paar Jahren auf den Markt kommen!

            Der "Normal-Fan" wird wohl auch kaum früher in den Bezug von den VÖ gekommen sein. Heute werden doch mehr Bootleg-Titel als offizielle Sachen angeboten.
            ><((((º>

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            • MysteryTrain
              Posting-Legende

              • 12.07.2008
              • 7260

              #51
              Zitat von burroughs
              dir ist schon klar, dass es bootlegs auch schon VOR der einführung der cd gegeben hat, ja?
              Natürlich. Es gab vielleicht einige hundert Vinylscheiben einer Bootleg und das war es dann. Kopien waren zwar möglich, aber nur analog auf Tonband/Kassette mit erheblichem Qualitätsverlust.
              Ich wollte nur auf den Unterschied zu heute hinweisen, wo man in null komma nix eine CD kopieren und ohne jeglichen Qualitätsverlust innerhalb von Sekunden in alle Welt verbreiten kann. Sieh dich doch mal auf Filesharingplattformen um (umsehen ist ja noch nicht verboten ), was dort an Elvis-Bootlegs (und Offiziellen) angeboten wird ...

              Was ich mit dem Vergleich sagen möchte: Im analogen Zeitalter waren Bootleger und das analoge Verbreiten solcher Sachen kein großes Problem für Plattenindustrie und Rechteinhaber - heute hingegen massivst!
              Frag mal bei jungen Leuten herum, wer sich heutzutage noch Musik kauft ... eine Minderheit! Selbst legale, bezahlte Downloads über i-tunes etc. nehmen nur wenige in Anspruch. Wozu auch, wenn man mit wenigen Klicks auch gratis herankommt.

              Vor 40 Jahren wäre eine Strafverfolgung von Bootlegern wahrscheinlich teurer gekommen als der "Schaden", den sie verursacht haben. heute hingegen geht es oft um Millionenbeträge, die ihnen durch die Lappen gehen. Abmahnungen im 6-stelligen Bereich bei illegalen Downloads sind keine Seltenheit.
              Zuletzt geändert von MysteryTrain; 12.07.2013, 12:55

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              • charro
                Posting-Legende

                • 02.09.2005
                • 8583

                #52
                filesharing und bootlegging sind allerdings nur schwer zu vergleichen, denn gerade die "jungen Leute" dürften sich in erster Linie aktuelle reguläre Sachen "kostengünstig" runterladen und weniger irgendwelche Konzerte oder out-takes, welche es offiziell gar nicht gibt. Da ist das Problem ein anderes als es bei den reinen Konzert-boots der Fall ist.


                Übrigens: Stones Atlantic City verkaufte sich mehr als 70.000 mal. also von ein paar unerheblichen Verkäufen würde ich da nicht sprechen Die Jungs von Swingin' Pig etwa werden daher schon den ein oder anderen Taler mit ihren Veröffentlichungen verdient haben.

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                • allerteuerste
                  Gehört zum Inventar

                  • 27.06.2004
                  • 3106

                  #53
                  Und hier sind wir jetzt bei einer Logik, die mir kaum eingeht: wenn Plattenfirmen so gerne Geld mit ihren Künstlern machen wollen, warum bringen sie dann nicht selbst solche Konzerte raus? Wie man an den erstaunlichen Verkaufszahlen sieht, sind es nicht ja wenige Fans, die trotz Risiko so etwas haben wollen.

                  Wenn man dann noch bedenkt, dass bei einer offiziellen Veröffentlichung sogar noch weitaus mehr Leute das Konzert kaufen würden, frage ich mich, warum solche Sachen nicht öfters raus gebracht werden.

                  Oder ist großen Firmen selbst eine Auflage von zig 10Tausendern noch zu wenig, um sich anzustrengen? Irgendwie sehe ich den Sinn nicht, Bootlegger für viel Geld zu verfolgen, statt einfach mal das Geschäft selbst zu machen.

                  Mein Eindruck ist der, dass die erst mal abwarten, ob es ein Bootlegger raus bringt, gucken, ob es sich gelohnt hat, und dann zocken sie den Bootlegger ab.
                  Ergebnis: hohe, Strafen, die in keinem realistischem Gegenwert zum tatsächlichen Verdienst stehen, aber "die Firma" casht ein, ohne die eigentliche Arbeit selbst gemacht zu haben.

                  Mir dünkt, der Wahnsinn hat Methode.
                  "Motorboat! Motorboat! Ruadan tua i nur zur Noat!"

                  Kommentar

                  • cos
                    Board-Legende

                    • 11.01.2004
                    • 26466

                    #54
                    Zitat von MysteryTrain
                    Selbst legale, bezahlte Downloads über i-tunes etc. nehmen nur wenige in Anspruch.

                    Der mit Downloads generierte Umsatz stieg 2012 um 24,4 Prozent auf etwa eine viertel Milliarde Euro an
                    Quelle: http://www.musikindustrie.de/branchendaten/

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                    • allerteuerste
                      Gehört zum Inventar

                      • 27.06.2004
                      • 3106

                      #55
                      Da fällt mir doch noch ein Argument auf die Frage, ob Firmen ohne illegale Downloads tatsächlich mehr verdienen würden, ein: simple Antwort: eher Nein als Ja, denn die Leute, die illegal downloaden, würden sich die Musike trotzdem nicht kaufen.

                      Ein weiteres Argument: gerade durch den erstmals illegalen Download werden doch einige inspiriert, sich eine CD oder einen Film zu kaufen.
                      "Motorboat! Motorboat! Ruadan tua i nur zur Noat!"

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                      • MysteryTrain
                        Posting-Legende

                        • 12.07.2008
                        • 7260

                        #56
                        Zitat von charro
                        filesharing und bootlegging sind allerdings nur schwer zu vergleichen,
                        In beiden Fällen werden Urheberrechte umgangen. Wenn dann noch Bootlegs auf Filesharingplattformen verbreitet werden (was der Fall ist), dann haben beide Dinge sehr wohl etwas miteinander zu tun. Jetzt trifft es nämlich nicht nur die offiziellen Rechteinhaber, sondern auch die Produzenten von Bootlegs, die an den Downloads auch nichts mehr verdienen.
                        Wie man das jetzt moralisch bewertet, lasse ich mal im Raum stehen.
                        Aber ganz egal - bei jedem nicht über die GEMA abgerechneten Song (ob Bootleg, Download oder was auch immer) entgehen den Komponisten und Rechteinhabern wertvolle Einnahmen.

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                        • michael grasberger
                          Posting-Legende

                          • 16.02.2006
                          • 9974

                          #57
                          Zitat von MysteryTrain
                          Natürlich. Es gab vielleicht einige hundert Vinylscheiben einer Bootleg und das war es dann.
                          siehe posting #48.

                          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                          (Nick Tosches)

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                          • charro
                            Posting-Legende

                            • 02.09.2005
                            • 8583

                            #58
                            Zitat von allerteuerste
                            Und hier sind wir jetzt bei einer Logik, die mir kaum eingeht: wenn Plattenfirmen so gerne Geld mit ihren Künstlern machen wollen, warum bringen sie dann nicht selbst solche Konzerte raus? Wie man an den erstaunlichen Verkaufszahlen sieht, sind es nicht ja wenige Fans, die trotz Risiko so etwas haben wollen.
                            Diese Argumentation, so verständlich sie ist, berücksichtigt jedoch in erster Linie die Wünsche und Interessen des Fan als Boot-Käufer. Grundgedanke der Urheberrechtsverletzung ist aber die Sichtweise anders herum. Wäre ich Künstler, dann wäre ich vermutlich auch angepisst, wenn jemand meine Werke und meine Darbietungen veröffentlicht, obwohl er mich nie vorher gefragt hat. Ob er 20,00 Euro oder 20.000,- Euro mit der ungefragten Veröffentlichung verdient, wäre mir schnurz, denn es geht einzig darum, dass irgendjemand sich mit meinen Federn schmückt.

                            Ob bei einer eigenen Veröffentlichung von Konzerten nun tatsächlich viel Geld gemacht werden würde, sei dahingestellt. Zumindest FTD hat ja dankenswerter Weise dieses Konzept aufgenommen. Meines Wissens ist das auch ein relativ einmaliges Unterlabel für einen Künstler.


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                            • charro
                              Posting-Legende

                              • 02.09.2005
                              • 8583

                              #59
                              Zitat von MysteryTrain
                              In beiden Fällen werden Urheberrechte umgangen. Wenn dann noch Bootlegs auf Filesharingplattformen verbreitet werden (was der Fall ist), dann haben beide Dinge sehr wohl etwas miteinander zu tun.
                              Nein, Du gehst dennoch von nicht vorhandenen Gemeinsamkeiten aus. Urheberrechte werden in aller möglichen Art und Weise verletzt, etwa auch von tausenden Bars, Clubs und Dönerbuden, die vermutlich keinen Cent für die öffentliche Berieselung zahlen.

                              Der "Niedergang der Plattenindustrie" hat jedoch weniger etwas mit dem unrechtmäßigen Veröffentlichungen irgendwelcher Konzerte, sondern mit dem kostenlosen Verbreiten regulärer Veröffentlichungen. Das filesharing unveröffentlichter Konzerte dürfte eher zu vernachlässigen sein im Vergleich zum filesharing regulärer Veröffentlichungen.

                              Zudem dürfte im Falle Elvis auch weniger die GEMA relevant sein, sondern eher die GVL.

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                              • MysteryTrain
                                Posting-Legende

                                • 12.07.2008
                                • 7260

                                #60
                                Zitat von charro
                                Urheberrechte werden in aller möglichen Art und Weise verletzt, etwa auch von tausenden Bars, Clubs und Dönerbuden, die vermutlich keinen Cent für die öffentliche Berieselung zahlen.
                                Nicht?

                                Für was gibt es dann diese Gebührenordnung?


                                Zitat:
                                Aus Hotels, Gaststätten und anderen gastgewerblichen Einrichtungen ist Musik also nicht wegzudenken. Die Aufgabe der GEMA ist es, dafür zu sorgen, dass die Urheber dieser Musik angemessen entlohnt werden. Gastwirte sind deshalb verpflichtet, jegliche Musiknutzung in ihren Gasträumen anzumelden. (https://www.gema.de/musiknutzer/lize...stgewerbe.html)

                                Ich weiß auch, dass das streng kontrolliert wird.
                                Zuletzt geändert von MysteryTrain; 12.07.2013, 15:02

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