Elvis und die Nutzungs-, Urheber-, Verwertungs- u. Leistungsschutzrechte

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • gast-20080904

    #1

    Elvis und die Nutzungs-, Urheber-, Verwertungs- u. Leistungsschutzrechte

    Das Thema, in welcher Art und Weise Elvis bzw. weitere Beteiligte an seinen Aufnahmen und / bzw. den Urheber- und Nutzungsrechten für Songs partizipierten, und wie er daran verdient bzw. nicht verdient hat und/oder es heute (wieder) tut, lässt mich seit dem "Pleite-Thread" nicht mehr los. Das Thema bedarf m. E. weiterer Erklärungen und vor allem einer Ordnung, die im dort irgendwann vollends auf der Strecke blieb.

    Ich wälze seitdem Bücher und habe versucht, mein juristisches Wissen etwas aufzufrischen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Nie fand ich die ergänzenden Angaben in Jørgensens A Life In Music so interessant wie in den letzten Tagen.

    Beginnen wir mit dem vermutlich einfachstem Aspekt: Elvis nahm Songs auf und wurde von RCA für den Verkauf von Singles, EPs und LPs anteilig bezahlt. Welche Recht sind hier im Spiel und wie und wieviel verdiente Elvis?

    Danke für eure Mitarbeit!
  • gast-20110818

    #2
    Zitat von gast-20080904
    Beginnen wir mit dem vermutlich einfachstem Aspekt: Elvis nahm Songs auf und wurde von RCA für den Verkauf von Singles, EPs und LPs anteilig bezahlt. Welche Recht sind hier im Spiel und wie und wieviel verdiente Elvis?
    Wieviel Elvis verdiente, weiß ich nicht, auf jeden Fall handelt es sich hier um Leistungsschutzrechte, die man nicht mit Urheberschutzrechten verwechseln darf. Das sind zwei Paar Schuhe.

    Kommentar

    • gast-20080904

      #3
      Zitat von gast-20080904
      Elvis nahm Songs auf und wurde von RCA für den Verkauf von Singles, EPs und LPs anteilig bezahlt.
      Mit dem sagenhaften Deal vom 1.03.1973 war diese Möglichkeit, Geld mit Plattenverkäufen zu verdienen, mit einer Einmalzahlung an Elvis und Parker i. H. v. 5,4 Mio. $ (heutiger Wert ca. 16,5 Mio. $), die sich beide jeweils zur Hälfte teilen mussten, erledigt (zumindest für Songs, die bis zu diesem Zeitpunkt aufgenommen worden waren, sprich alle seine #1- und Top 10-Hits). Bleiben (wieder) nach heutigem Wert also gut 4,1 Mio. $ netto übrig, also weniger als ein Zehntel dessen, was "Elvis" heute jährlich verdient.

      Gemäß des neuen Vertags verdiente Elvis 50 US-Cents für jede LP auf dem Hauptlabel und 10 Cent für jede Single. Für die Single Raised On Rock / For Ol' Times Sake sowie das gleichnamige Album verdient er somit insgesamt 125.000, während 375.000+ $ für A Legendary Performer Vol. 1 an ihm vorbeigehen, 1976 folgt Vol. 2 mit ebenfalls 750.000 verkauften Exemplaren (von Sachen wie Pure Gold oder Worldwide Gold Award Hits Vol. 2 einmal abgesehen).

      Aber Elvis verdient nicht nur an den Plattenverkäufen ...

      Kommentar

      • gast-20110818

        #4
        Zitat von gast-20080904
        Mit dem sagenhaften Deal vom 1.03.1973 war diese Möglichkeit, Geld mit Plattenverkäufen zu verdienen, mit einer Einmalzahlung an Elvis und Parker i. H. v. 5,4 Mio. $ (heutiger Wert ca. 16,5 Mio. $), die sich beide jeweils zur Hälfte teilen mussten, erledigt (zumindest für Songs, die bis zu diesem Zeitpunkt aufgenommen worden waren, sprich alle seine #1- und Top 10-Hits).
        Nein, wie kommst Du darauf? Die meisten Songs waren doch in seinen Verlagen und bei einigen Songs war er sogar Mit-Autor, was wieder Extra-Kohle brachte.
        Nur an den Leistungsschutzrechten, was seine Gesangsleistung betrifft, verdiente er nichts mehr.


        ..., 1976 folgt Vol. 2 mit ebenfalls 750.000 verkauften Exemplaren ...
        Bis zum 16.8.1977?

        Vor allen Dingen kommen ja noch so schöne scheiben wie "40 Greatest Hits" und "Elvis Forever" dazu, und natürlich noch etliche mehr...

        Kommentar

        • gast-20080904

          #5
          Zitat von Blues Boy
          Nein, wie kommst Du darauf? Nur an den Leistungsschutzrechten, was seine Gesangsleistung betrifft, verdiente er nichts mehr.
          Ja genau, das sagte ich ja auch. Am Plattenverkauf mit Aufnahmen von vor 1973, für die er als eine Leistung erbringender Interpret hätte bezahlt werden müssen, war er nicht mehr beteiligt. Der Käse war mit dem Deal vom 1.03.1973 gegessen.

          Zitat von Blues Boy
          Die meisten Songs waren doch in seinen Verlagen und bei einigen Songs war er sogar Mit-Autor, was wieder Extra-Kohle brachte.
          Das hat aber mit dem Geld, dass er von RCA für den Verkauf von Platten bekommen hat, vorerst nichts zu tun.

          Co-Autor war Elvis bei gerade einmal neun Songs (korrigiert mich, wenn ich falsch liege): Heartbreak Hotel (ein Drittel), dem Love me Tender-Soundtrack (bis auf den Titelsong so gut wie wertlos), Don't Be Cruel, Paralyzed, That's Someone You Never Forget und You'll Be Gone.

          Kommentar

          • King77
            Board-Legende

            • 04.08.2007
            • 14892

            #6
            Du hast All Shook Up vergessen.Don't Be Cruel,All shook Up,Love Me Tender und Heartbreak Hotel waren Welthits von denen es X Coverversionen gab.Alleine von Heartbreak Hotel gibt es über 800 Versionen und das heißt Money für Elvis.

            Kommentar

            • gast-20110818

              #7
              Zitat von gast-20080904
              Das hat aber mit dem Geld, dass er von RCA für den Verkauf von Platten bekommen hat, vorerst nichts zu tun.
              Besser noch: Soweit ich weiß hängt die Bezahlung sogar nur von der höhe der Auflage ab, ganz egal, was dann letztendlich verkauft wird.
              Aber abdrücken muss RCA selbstverständlich.

              Co-Autor war Elvis bei gerade einmal neun Songs (korrigiert mich, wenn ich falsch liege): Heartbreak Hotel (ein Drittel), dem Love me Tender-Soundtrack (bis auf den Titelsong so gut wie wertlos), Don't Be Cruel, Paralyzed, That's Someone You Never Forget und You'll Be Gone.
              "All Shook Up" kommt noch dazu.

              Love me Tender-Soundtrack (bis auf den Titelsong so gut wie wertlos)
              Denk dran: Bei jeder Aufführung des Streifens kassiert Elvis dafür - egal ob Kino oder TV. Und würde er noch leben, hätte er auch ganz hübsch beim Video-Geschäft die Tasche aufgehalten.

              Kommentar

              • gast-20110818

                #8
                Zitat von King77
                Du hast All Shook Up vergessen.Don't Be Cruel,All shook Up,Love Me Tender und Heartbreak Hotel waren Welthits von denen es X Coverversionen gab.
                Ja, alleine die Songs müssten Elvis wirklich fettes Geld gebracht haben.

                Kommentar

                • gast-20090521

                  #9
                  Zitat von gast-20080904
                  Ich wälze seitdem Bücher und habe versucht, mein juristisches Wissen etwas aufzufrischen und in die richtigen Bahnen zu lenken.
                  Wo kann man denn nachlesen, wie das in den USA zwischen 1956 und 1977 gelaufen ist? Würde mich mal interessieren. Ich weiß leider nur, wie es heute in Deutschland ist. Daraus kann man zwar - aufgrund des sich immer weiter annähernden internationalen Rechts - gewisse Rückschlüsse auf die Praxis in den USA ziehen, aber wie das vor 30-50 Jahren war, who knows...

                  Kommentar

                  • gast-20080904

                    #10
                    Zitat von gast-20080904
                    Wann immer also ein Song irgendwo im Radio gespielt oder auf Platte gepresst und verkauft wurde, kassierte Elvis über diese Kanäle, egal ob er - nach dem 73er Deal - für die Single / LP bezahlt wurde, oder nicht.
                    Eine dritte Einnahmequelle war diese: Aus dem Geld, das die Verlage für ihre Songs von der Plattenfirma oder dem Radiosender kassierten, verdiente Elvis nicht nur als Teilhaber des Verlages, sondern auch als Co-Autor einiger Songs. Mit jemandem wie Otis Blackwell teilte er sich also das, was vom Verlag bzw. den Verlagen an Royalties für die Urheberschaft kam.

                    Eine Sache übrigens noch: Das Urheberrecht an einer Sache ist in Deutschland nicht übertragbar. In den USA ist das anders, da kann man seine Urheberschaft an einem Werk auch veräußern. Was mich einmal interessieren würde: Gibt es Beispiele, dass Autoren ihre Rechte an einen Verlag für einen einmaligen Betrag verkauften?
                    Zuletzt geändert von Gast; 06.05.2008, 13:44

                    Kommentar

                    • TheKing
                      Board-Legende

                      • 19.06.2006
                      • 20721

                      #11
                      Das Thema ist gut und interessant. Mir persönlich fehlt mal ein Beispiel. Habt ihr Zahlen für einen konkrten Song irgendwo?

                      Dann würde es deutlicher.

                      Zum Beispiel:

                      Heartbreak Hotel.

                      Verkaufszahlen. Erlös. Anteile. Kriegen wir das hin? Das wir es einmal an einer Nummer aufdröseln?

                      Wieviel Prozent sind die Leistungsschutzrechte? Wieviel die Urheberrechte? Welche Kosten gehen noch ab. Wie wird geteilt zwischen RCA, Parker/Presley, usw.
                      Ohne Worte!

                      Kommentar

                      • gast-20110818

                        #12
                        Zitat von gast-20080904
                        RCA besaß die Verwertungsrechte und beteiligte Elvis via Künstlervertrag an den Einnahmen aus den Verkäufen.
                        Nein, die Verwertungsrechte für Songs liegen immer beim Verlag und/oder Urheber, wenn ich nicht irre.

                        Eine zweite Einnahmequelle war diese: Elvis besaß bzw. hatte Anteile (welche, das wäre noch zu klären) an Musikverlagen (Elvis Presley Music, Elvis Music, Gladys Music, Whitehaven Music).
                        Das dürfte eigentlich die Haupteinnahmequelle gewesen sein.

                        Wann immer also ein Song irgendwo im Radio gespielt oder auf Platte gepresst und verkauft wurde, kassierte Elvis über diese Kanäle, egal ob er - nach dem 73er Deal - für die Single / LP bezahlt wurde, oder nicht.
                        That's right, boy.

                        Kommentar

                        • King77
                          Board-Legende

                          • 04.08.2007
                          • 14892

                          #13
                          Wie willst Du das Aufbröseln.Da müßtest Du die genauen Verkaufszahlen,auf der ganzen Welt kennen.Nicht nur die Single sondern auch EP's,LP's,CD's einen jeden Sampler der einmal irgendwo veröff.wurde.Diese Zahlen kennt nicht einmal RCA.

                          Kommentar

                          • gast-20080904

                            #14
                            Zitat von Blues Boy
                            Nein, die Verwertungsrechte für Songs liegen immer beim Verlag und/oder Urheber, wenn ich nicht irre.
                            Ich spreche vom Verwertungsrecht an der fertigen Aufnahme, und das lag natürlich bei RCA, denn Elvis verzichtete ja darauf, sich die Verwertungsrechte zu sichern, wie beispielsweise Ray Charles das Anfang der 60er schon machte und dann später auch die Beatles.

                            Kommentar

                            • gast-20090521

                              #15
                              Zitat von gast-20080904
                              Eine Sache übrigens noch: Das Urheberrecht an einer Sache ist in Deutschland nicht übertragbar.
                              Aber auch erst seit der Urheberrechtsreform kürzlich, und wenn ich das recht im Kopf habe, ist das sogar europaweit so geregelt. (Macht Sinn, denn man darf doch hier keinen Furz mehr lassen, ohne Genehmigung aus Brüssel.)

                              Kommentar

                              Lädt...