Elvis und die Nutzungs-, Urheber-, Verwertungs- u. Leistungsschutzrechte

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • gast-20090521

    #31
    Zitat von gast-20080904
    Nein, § 27 UrhG, der das regelt, wurde nicht verändert, d. h. es gilt in dieser Form offensichtlich seit der Verkündung 1965.
    Ja, Du hast Recht. Die Urheberrechtsnovelle von 2002 regelte mehr die Vergütungen, dass man seine Rechte nicht mehr für'n Appel und'n Ei weggeben kann. Hier ist der Unterschied zwischen anglo-amerikanscher Rechtstradition, wo man geistiges Eigentum tatsächlich verkaufen kann, und kontinentaleuropäischer, wo Urheberrechte Teil der Persönlichkeitsrechte und somit unveräußerlich sind, sehr deutlich.

    Ich war nur auf der falschen Spur, weil ich noch im Hinterkopf hatte, dass damals in allen Fachzeitschriften bejubelt wurde, dass Songschreiber jetzt nicht mehr verhungern können, weil sie ihre Verwertungsrechte nicht für kleines Geld abtreten können.

    Kommentar

    • gast-20080904

      #32
      Laut Elvis Day by Day von Jørgensen / Guralnick verdiente Elvis 1974 lediglich 3,5 Mio. $ (375,000 von RCA, Ende '72 waren es noch 1,1 Mio.) - und das vor Steuern. Ich meine, das kann's doch nicht gewesen sein, oder? Inflationsbereinigt kommen da gerade mal etwas mehr als 10 Mio $ raus. Heute macht der Laden 45 Mio. ...

      Was haben denn nun die Verlage abgeworfen?

      Kommentar

      • gast-20090521

        #33
        375.000 Dollar für Plattenverkäufe ist doch okay, wenn man bedenkt, dass er nichts mehr aus seinem Backkatalog bekam und 1974 nicht gerade ein Chartstürmer-Jahr für ihn war. 1972 hingegen hatte er einen Riesenhit und das MSG-Album.

        Auch ansonsten sind 3,5 Millionen - selbst vor Steuern - im Jahr 1974 verdammt viel Geld gewesen.

        Falls diese Zahl überhaupt stimmt, und falls da alles mit eingerechnet ist. Ich würde bei den Angaben über Elvis' Einkommen vorsichtig sein. Letztendlich darf man das erst glauben, wenn man seinen Steuerbescheid vorliegen hat, und dann unterstellt, er hat nichts "schwarz" gemacht.

        Kommentar

        • gast-20110818

          #34
          Zitat von gast-20080904
          Welchen Sinn hatte es dann, die weiter oben bejubelte Co-Autoren-Schiene zu fahren?
          Gar keinen, es sei denn, einige Songs waren bei ASCAP gelistet, und er war dort registriert (was ich jetzt so aus dem Kopf nicht weiß).

          Kommentar

          • gast-20090521

            #35
            Zitat von Blues Boy
            Gar keinen, es sei denn, einige Songs waren bei ASCAP gelistet, und er war dort registriert (was ich jetzt so aus dem Kopf nicht weiß).
            Ich weiß noch, dass ich die Abkürzung ASCAP als kleiner Junge zum ersten Mal in meinem Leben auf einer Elvis-Platte sah und mich fragte, was das soll.

            Außerdem ist die oben aufgeworfene Frage berechtigt, ob es wirklich so war, dass Elvis erst nach seinem Tod erstmalig bei BMI angemeldet wurde, oder ob man sich seitens EPE dort nur als Rechtsnachfolger hat legitimieren lassen und Elvis schon längst registriert war.

            Ich kann mir nicht vorstellen, dass Elvis sich Millionen hat durch die Lappen gehen lassen und es nicht gemerkt hat. Man vertut sich als reicher Mann mal um ein paar Tausender, aber so reich, sich um ein paar Millionen zu vertun, war Elvis nun auch wieder nicht. Gerade in den frühen Jahren, wo er als Co-Autor genannt wurde und insbesondere bei seinem ersten Hit "Heartbreak Hotel" noch nicht so satt verdiente, dass er den Überblick verlor, hätte er merken müssen, falls er da nie einen Cent sah und nur die - vergleichseise - kleinen Einnahmen aus den Verkaufszahlen erhielt.

            Kommentar

            • gast-20110818

              #36
              Zitat von MusicMan
              Ich kann mir nicht vorstellen, dass Elvis sich Millionen hat durch die Lappen gehen lassen und es nicht gemerkt hat. Man vertut sich als reicher Mann mal um ein paar Tausender, aber so reich, sich um ein paar Millionen zu vertun, war Elvis nun auch wieder nicht. Gerade in den frühen Jahren, wo er als Co-Autor genannt wurde und insbesondere bei seinem ersten Hit "Heartbreak Hotel" noch nicht so satt verdiente, dass er den Überblick verlor, hätte er merken müssen, falls er da nie einen Cent sah und nur die - vergleichseise - kleinen Einnahmen aus den Verkaufszahlen erhielt.
              Ich könnte mir denken, dass Elvis von der ganzen Materie keinen blassen Schimmer hatte und dass es ihn auch nicht weiter interessierte, solange der Geldtopf immer voll war.

              Kommentar

              • charro
                Posting-Legende

                • 02.09.2005
                • 8583

                #37
                Zitat von Blues Boy
                Ich könnte mir denken, dass Elvis von der ganzen Materie keinen blassen Schimmer hatte und dass es ihn auch nicht weiter interessierte, solange der Geldtopf immer voll war.
                Elvis sicherlich, doch wollte sich Parker der Fuchs bestimmt nicht auch mögliche Gelder der BMI bzw. eine optimalere Ausnutzung der Gebühreneintreibung durch Mitgliedschaft in beiden Organisationen entgehen lassen .

                Kommentar

                • gast-20110818

                  #38
                  Zitat von charro
                  Elvis sicherlich, doch wollte sich Parker der Fuchs bestimmt nicht auch mögliche Gelder der BMI bzw. eine optimalere Ausnutzung der Gebühreneintreibung durch Mitgliedschaft in beiden Organisationen entgehen lassen .
                  Vielleicht ging es gar nicht ums Geld, und man hat Elvis nur als Autor unter die Songs geschrieben, weil's cooler ausschaut. Und dafür hat man dann vielleicht sogar den eigentlichen Autoren etwas bezahlt.

                  I don't know....

                  Kommentar

                  • gast-20090521

                    #39
                    Zitat von charro
                    Elvis sicherlich, doch wollte sich Parker der Fuchs bestimmt nicht auch mögliche Gelder der BMI bzw. eine optimalere Ausnutzung der Gebühreneintreibung durch Mitgliedschaft in beiden Organisationen entgehen lassen .
                    Die Frage ist, ob Parker überhaupt ein Anteil an Elvis' Tantiemen zustand. Das ist nicht üblich, Tantiemen kassiert der Urheber alleine, kein Manager.

                    Hätte Parker einen Anteil daran gehabt, wäre es allerdings noch unwahrscheinlicher, dass dieses Geld nie geflossen ist. Der Alte hätte das gemerkt, hundertpro, und hätte Elvis zur Not persönlich zum BMI-Büro getreten, damit er seine Anmeldung da abgibt.

                    Kommentar

                    • charro
                      Posting-Legende

                      • 02.09.2005
                      • 8583

                      #40
                      Zitat von Blues Boy
                      Vielleicht ging es gar nicht ums Geld, und man hat Elvis nur als Autor unter die Songs geschrieben, weil's cooler ausschaut. Und dafür hat man dann vielleicht sogar den eigentlichen Autoren etwas bezahlt.

                      I don't know....
                      Naja, das glaub ich eher nicht
                      Das fremde Autoren mit angegeben wurden, war damals nicht unüblich. Insbesondere farbige Komponisten hatten damals nur so gute Chancen, dass ihr Material von weißen Musikern aufgenommen oder im Radio gespielt wurde (siehe etwa Alan Freed bei Chuck Berry). Das trifft zumindest für die Otis Blackwell-Songs zu. Aus reiner coolness oder ohne finanziellen Hintergrund wird da sicher niemand gehandelt haben, Blackwell schon gar nicht zugestimmt haben.

                      Kommentar

                      • charro
                        Posting-Legende

                        • 02.09.2005
                        • 8583

                        #41
                        Zitat von MusicMan
                        Die Frage ist, ob Parker überhaupt ein Anteil an Elvis' Tantiemen zustand. Das ist nicht üblich, Tantiemen kassiert der Urheber alleine, kein Manager.
                        Stimmt natürlich. Es sei denn, Parkers Vertrag lief auf eine reine Umsatzbeteiligung hinaus. Zählt man dann die Tantiemen auch zum Umsatz hinzu, wäre er zumindest mittelbar daran beteiligt gewesen, eine Anmeldung wäre auch zu seinen Gunsten gewesen.

                        Hätte Parker einen Anteil daran gehabt, wäre es allerdings noch unwahrscheinlicher, dass dieses Geld nie geflossen ist. Der Alte hätte das gemerkt, hundertpro, und hätte Elvis zur Not persönlich zum BMI-Büro getreten, damit er seine Anmeldung da abgibt.
                        Sofern obiges zuträfe, wäre es umso erstaunlicher, dass das nicht passiert sein soll.

                        Kommentar

                        • gast-20110818

                          #42
                          Zitat von MusicMan
                          Die Frage ist, ob Parker überhaupt ein Anteil an Elvis' Tantiemen zustand. Das ist nicht üblich, Tantiemen kassiert der Urheber alleine, kein Manager.
                          Wobei ich mich aber dann frage, was für einen Sinn es hatte, Elvis als Autor zu listen. Seine eigene Idee war es doch sicherlich nicht. Eben so wenig wird man das aus reiner Nächstenliebe gemacht haben. Irgendeiner wird dabei doch auf Zaster spekuliert haben.

                          Kommentar

                          • gast-20090521

                            #43
                            Zitat von charro
                            Insbesondere farbige Komponisten hatten damals nur so gute Chancen, dass ihr Material von weißen Musikern aufgenommen oder im Radio gespielt wurde (siehe etwa Alan Freed bei Chuck Berry).
                            Das passiert nicht nur Farbigen, sondern auch Weißen, und auch heute noch. Sogar in Deutschland. Dass Du etwas abdrückst, wenn ein bekannter Künstler eine Komposition vor Dir singt, ist ein ganz normaler Vorgang. Kein Rassismus, keine Ausbeutung, sondern einfach nur Teil des Geschäfts. Die Frage lautet: Was willst Du - 50% von einem Elvis-Hit, oder 100% von nichts?

                            Kommentar

                            • gast-20090521

                              #44
                              Zitat von Blues Boy
                              Wobei ich mich aber dann frage, was für einen Sinn es hatte, Elvis als Autor zu listen. Seine eigene Idee war es doch sicherlich nicht. Eben so wenig wird man das aus reiner Nächstenliebe gemacht haben. Irgendeiner wird dabei doch auf Zaster spekuliert haben.
                              Ist der Gedanke so abwegig, dass Parker auch mal etwas in Elvis' Interesse getan hat, ohne daran direkt beteiligt zu sein?

                              Kommentar

                              • charro
                                Posting-Legende

                                • 02.09.2005
                                • 8583

                                #45
                                Zitat von MusicMan
                                Das passiert nicht nur Farbigen, sondern auch Weißen, und auch heute noch. Sogar in Deutschland. Dass Du etwas abdrückst, wenn ein bekannter Künstler eine Komposition vor Dir singt, ist ein ganz normaler Vorgang. Kein Rassismus, keine Ausbeutung, sondern einfach nur Teil des Geschäfts. Die Frage lautet: Was willst Du - 50% von einem Elvis-Hit, oder 100% von nichts?
                                Das mag sein, einen gewissen Deal wirst Du als Komponist immer eingehen müssen. Mir zumindest sind mir diese Geschichten vor allem um den späteren Rechtestreit zwischen Chuck Berry und Alan Freed bekannt.

                                Kommentar

                                Lädt...