Colonel Tom Parker

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  • gast-20090521

    #376
    Zitat von Rev.Gerhard
    da rutscht man zwangsläufig rein, wenn vom Colonel gewünscht wird, er hätte sich als Drogenbremse betätigen sollen. Hat er gar nicht brauchen. Und weshalb auch nicht gemacht? Weil Elvis nicht drogensüchtig war.
    Dann einigen wir uns doch einfach auf folgendes: Wenn Elvis gar nicht drogensüchtig war, dann war es richtig, dass Parker nicht eingegriffen hat. Falls Elvis doch drogensüchtig war, war es ebenfalls richtig, weil er doch nichts daran hätte ändern können.

    Somit sollten wir den Komplex Elvis-Parker-Drogen endgültig abhaken und uns wieder den Punkten zuwenden, die wirklich etwas mit Elvis' Karriere und seinem Management zu tun haben.

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    • gast-20090609

      #377
      Zitat von Rev.Gerhard
      Dieses Buch entlarvt nur Niedertracht. Nichts mehr. Selbst Sonny West mußte einräumen, dass der Ghostwriter zu weit gegangen war. Fakt ist, dass Du in Deinen Darlegungen sogenannte "Spekulationen" in Sachen 'Colonel' zurückweist, aber Elvis' Negativimage allzu gern und unkritisch als "Wahrheit" voraussetzt. Wohl zugebend, dass seine Krankenakte noch gar nicht veröffentlicht wurde. Das ist doch ein tollkühner Spagat, der mit Wahrheitsliebe rein gar nichts zu tun hat. Und damit auch Elvis' Gesinnung komplett vergewaltigt.
      Sicher ist das Buch überzogen. Und man darf die Behauptung der Autoren, es wurde geschrieben, um Elvis vor sich selbst zu retten, wohl getrost in das Reich der Phantasie verweisen. Wäre das und nicht Rache für den Rauswurf und Kohle der Grund gewesen, hätten die drei wohl ein Angebot in dem Sinne gemacht, das Buch nicht zu veröffentlichen, wenn Elvis sich wirklich dauerhaft in Behandlung begibt. Nur so hätte das Ganze Sinn gemacht.

      Aber mal ehrlich, es gibt einfach zu viele Hinweise auf Medikamentenmissbrauch. Es ist letztendlich auch egal, ob der Weg in den Medikamentenmissbrauch über tatsächlich vorhandene Krankheiten führt (was ganz oft der Fall ist) oder nicht. Das traurige Ergebnis ist dasselbe.

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      • gast-20090609

        #378
        Zitat von MusicMan
        Somit sollten wir den Komplex Elvis-Parker-Drogen endgültig abhaken und uns wieder den Punkten zuwenden, die wirklich etwas mit Elvis' Karriere und seinem Management zu tun haben.
        Guter Vorschlag .

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        • gast-20111607

          #379
          Für mich ist der Colonel nicht das vielzitierte Schwein ohne Gewissen, sondern, wenn man wirklich in die Tiefe geht, der vielleicht ehrlichste Mensch in Sachen Elvis (gewesen).

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          • gast-20090609

            #380
            Zitat von Richard Burton
            Für mich ist der Colonel nicht das vielzitierte Schwein ohne Gewissen, sondern, wenn man wirklich in die Tiefe geht, der vielleicht ehrlichste Mensch in Sachen Elvis (gewesen).
            Warum? Woran machst Du das fest?

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            • gast-20090521

              #381
              Zitat von Richard Burton
              Für mich ist der Colonel nicht das vielzitierte Schwein ohne Gewissen, sondern, wenn man wirklich in die Tiefe geht, der vielleicht ehrlichste Mensch in Sachen Elvis (gewesen).
              Das sehe ich übrigens genauso. Ich bin sogar der Ansicht, dass er der einzige wahre Freund war, den Elvis hatte. Er hat sich als einziger getraut, Elvis auch mal etwas entgegenzusetzen, er hat Elvis dabei geholfen, alle seine Träume zu verwirklichen, und er war bis zu seinem Tod loyal. Das kann kein anderer von Elvis' angeblichen "besten" Freunde von sich behaupten.

              Ich kann mir vorstellen, dass es Elvis sehr weh täte, wenn er mitbekäme, wie die Nachwelt über den Colonel urteilt. Er hat diesem Mann immerhin seine ganze Karriere anvertraut, und das bekanntlich mit großem Erfolg.

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              • Tommy Cashels72

                #382
                Tatsache ist einfach das der Colonel und Elvis ein eingespieltes Team waren, wo ein jeder von den beiden von deren Genialität profitiert hat. Der Colonel hat gutes Geld mit Elvis`seinem musikalischen Schaffen verdient, andererseits hat seine geschickte Marketing bzw. Vertragsstrategie Elvis zumindestens mitgeholfen zu der Position zu gelangen wo wir ihn ja auch gerne sehen. Dem Colonel vorzuwerfen er hätte Elvis` "Selbstdemontage" verhindern können halte ich m.V. für kaum zutreffend. Er war sein Manager und mehr nunmal auch nicht. Sie haben zusammengehalten in vielen guten Zeiten und auch in den "weniger" guten Zeiten bzw. an einzelnen weniger guten Abenden auf Tour. Sie waren und bleiben das Top-Gespann der modernen Musik, evtl nur zu vergleichen mit den Beatles und deren genialen Manager ! Es ist sehr schade und tut auch sehr weh unseren Jungen in den letzten Monaten seines Lebens in so schlechter Verfassung zu sehen, aber der Colonel ist daran nicht Schuld und ihm kann man da keinen Vorwurf machen. Er war kein Familienmitglied oder ganz enger Freund von Elvis! Es gibt andere die zumindestens den Versuch hätten unternehmen sollen, ihn auf einen gesünderen Weg zu bringen.

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                • Sivle
                  Gehört zum Inventar

                  • 27.07.2003
                  • 2589

                  #383
                  Zitat von MusicMan
                  Das sehe ich übrigens genauso. Ich bin sogar der Ansicht, dass er der einzige wahre Freund war, den Elvis hatte. Er hat sich als einziger getraut, Elvis auch mal etwas entgegenzusetzen, er hat Elvis dabei geholfen, alle seine Träume zu verwirklichen, und er war bis zu seinem Tod loyal. Das kann kein anderer von Elvis' angeblichen "besten" Freunde von sich behaupten.

                  Ich kann mir vorstellen, dass es Elvis sehr weh täte, wenn er mitbekäme, wie die Nachwelt über den Colonel urteilt. Er hat diesem Mann immerhin seine ganze Karriere anvertraut, und das bekanntlich mit großem Erfolg.
                  Er war ja auch nach seinem Tod loyal und hat nie ein Buch über seine Erlebnisse mit Elvis geschrieben. Diese Tatsache wurde zwar schon öfter in diesem Thread geschrieben, aber das kann man nicht oft genug betonen. Das war wirklich ein sehr feiner Zug vom Colonel.

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                  • Pawnee
                    Kennt sich hier aus

                    • 06.02.2008
                    • 66

                    #384
                    Zitat von MusicMan
                    Ich beziehe mich nicht auf "What happened", sondern auf die Tatsache, dass Elvis tot ist, auf das, was vom Obduktionsbericht veröffentlicht wurde, und auf das, was jeder beim CBS-Special mit eigenen Augen sieht und auf etlichen inoffiziellen Konzertmitschnitten mit eigenen Ohren hört.

                    Glaub mir, einen Zugedröhnten erkenne ich 100 Meter gegen den Wind. Ich habe Erfahrung auf dem Gebiet.

                    Was hörst Du denn bitte bei dem Special? Oder meinst Du das Special im Verhältnis zu seinen späteren unter Medikamenten durchgeführte Konzerte?

                    Ich finde, dass er beimSpecial recht "clean" wirkt. Und glaube mir, mit Drogensüchtigen, Drogendealern und Cuttern kenne ich mich ganz gut aus.

                    Pawnee

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                    • gast-20111607

                      #385
                      Gemessen an dem was ein gut aufgelegter Elvis zustande bringen konnte, wenn er in Topform war, ist CBS '77 das absolute Trauerspiel mit einem oftmals hilflos desorientierten Elvis, der sich bei 2-3 Songs reinlegt, aber ansonsten steht da ein Wrack auf der Bühne.
                      Gesundheitlich und auch im künstlerischen Sinne.

                      Dieser unglaublich rapide Verfall zwischen seinem Glanzpunkt "Aloha from Hawaii" keine 4 Jahre zuvor, und diesem letzten Special zu Lebzeiten ist einfach nur traurig anzusehen, ich kann es mir einfach nicht schön reden, bei aller Liebe nicht.

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                      • Pawnee
                        Kennt sich hier aus

                        • 06.02.2008
                        • 66

                        #386
                        Sicherlich.

                        Zitat von ReconsiderBaby
                        Sicher ist das Buch überzogen. Und man darf die Behauptung der Autoren, es wurde geschrieben, um Elvis vor sich selbst zu retten, wohl getrost in das Reich der Phantasie verweisen. Wäre das und nicht Rache für den Rauswurf und Kohle der Grund gewesen, hätten die drei wohl ein Angebot in dem Sinne gemacht, das Buch nicht zu veröffentlichen, wenn Elvis sich wirklich dauerhaft in Behandlung begibt. Nur so hätte das Ganze Sinn gemacht.

                        Aber mal ehrlich, es gibt einfach zu viele Hinweise auf Medikamentenmissbrauch. Es ist letztendlich auch egal, ob der Weg in den Medikamentenmissbrauch über tatsächlich vorhandene Krankheiten führt (was ganz oft der Fall ist) oder nicht. Das traurige Ergebnis ist dasselbe.

                        Sicherlich will ich nicht ausschließen, dass Elvis Krankheiten hatte. Welcher Natur diese waren, steht auf einem anderen Blatt. Es ist aber in keinsterweise falsch, festzustellen, dass Elvis schon zu Militärzeiten in Kontakt mit Drogen/Medikamenten kam. Die Benzos gab es auch beim deutschen Militär für die 72 Stunden-Schichten. Heute ist es Exctasy oder Koks gestreckt.
                        Dass der Gebrauch während der Hollywoodzeit (private Versuche mit den ersten LSD Trips ausgenommen) gen null ging, ist vorstellbar. Da war einfach kein besonderer Bedarf da.
                        Doch spätestens ab 70/71, wo die Touren richtig losgingen, war eine Abhängigkeit, seien es Medikamente (für irgednwelche Krankheiten) oder Drogen in Form von Medikamenten gewesen, auf jedenfall vorhanden.

                        Ich kenne nur wenige Beispiele von Musikern, die vergleichbares durchgemacht haben. Ein Beispiel ist Dave Gahan. Wer das ist, weiß wohl jeder. Dieser war schon klinisch tot.
                        Er selber sagt immer wieder in Interviews, dass ihn seine Sucht, der größte Popstar nach Elvis zu sein und einen spektakulären Medientod zu sterben, in diesen Wahn riss. Doch der Selbstmord von Kurt Cobain hätte ihm diese Vorstellung zerstört.
                        Was noch lange nicht heißt, dass er so von den Drogen loskam.

                        Dies habe er nur geschafft, indem ihm sein Management (Baron “Tons Of Money” Kessler, Depeche's manager since the mid-90s) einen riesen Tritt in den "Arsch gegeben" hat und ihn in einen erfolgreichen Entzug gesteckt hat.

                        Ein anderes Beispiel, wo es ähnlich läuft wie mit Elvis, ist der ehemalige Frontman von den Stone Temple Pilots, Scott Weiland. Dieser hat eben kein so stark moralisch selbstverpflichtetes Management wie Dave Gahan. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, wann es ihn erwischt. Zumal er erst am 6.März wieder in Burbanks verhaftet wurde wegen Drogenbesitzes.

                        Jeder soll denken was er will.
                        Für mich waren der Colonel und Elvis das beste Team der Musikgeschichte. Keine Frage. Beide hatten Ihre Fehler. Was für mich persönlich glaubhafter gewesen wäre und was die Legende vom rein geschäftlichen Verhältnis unterstrichen hätte, wäre eben eine Aktion wie bei Dave Gahan gewesen. Dass das Management an die Öffentlichkeit geht und die Fans darüber aufklärt. Dave ist seinen Leuten heute noch dankbar dafür. Er lebt nämlich noch.

                        Gruß Pawnee

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                        • Pawnee
                          Kennt sich hier aus

                          • 06.02.2008
                          • 66

                          #387
                          Okay.

                          Zitat von Richard Burton
                          Gemessen an dem was ein gut aufgelegter Elvis zustande bringen konnte, wenn er in Topform war, ist CBS '77 das absolute Trauerspiel mit einem oftmals hilflos desorientierten Elvis, der sich bei 2-3 Songs reinlegt, aber ansonsten steht da ein Wrack auf der Bühne.
                          Gesundheitlich und auch im künstlerischen Sinne.

                          Dieser unglaublich rapide Verfall zwischen seinem Glanzpunkt "Aloha from Hawaii" keine 4 Jahre zuvor, und diesem letzten Special zu Lebzeiten ist einfach nur traurig anzusehen, ich kann es mir einfach nicht schön reden, bei aller Liebe nicht.


                          Oh, man, mein Fehler, ich habe mich mit dem 68er Comeback-Special verwirrt.

                          Alles klar, das stimmt natürlich.

                          Pawnee

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                          • gast-20111607

                            #388
                            Zitat von ReconsiderBaby
                            Warum? Woran machst Du das fest?
                            An den Fakten.
                            Tut mir ja Leid, wenn ich nicht auf den Zug aufspringe, wo Colonel Parker die miese Sau war, die den armen, kleinen Elvis verheizt und ausgebeutet hat.

                            Ich erkenne einfach an, er und Elvis haben sich 20+ Jahre ziemlich beispiellos behauptet, es war alles ein Novum, es gibt keine zu wiederholende Blaupause in dieser Historie.

                            Man kann, im Nachhinein und mit dem Wissenszugang von heute, sicherlich so einiges kritisch sehen und auch hinterfragen, aber im Großen und Ganzen hatten sich da 2 gefunden.

                            Ich denke, ein Problem im Elvis Kosmos ist ganz generell das Projizieren der eigenen Erwartungshaltungen, wie und ob sich jemand verhalten soll/muss bei Erlebnissen einschneidender Art, gleich ob positiver oder negativer Natur.
                            Da bietet Elvis mit seiner Fläche für Wunschvorstellungen, Träumen und unerfüllter Was-wäre-wenn Sehnsüchte natürlich eine exzellente Steilvorlage.

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                            • michael grasberger
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                              • 16.02.2006
                              • 9974

                              #389
                              Zitat von Sivle
                              Er war ja auch nach seinem Tod loyal und hat nie ein Buch über seine Erlebnisse mit Elvis geschrieben. Diese Tatsache wurde zwar schon öfter in diesem Thread geschrieben, aber das kann man nicht oft genug betonen. Das war wirklich ein sehr feiner Zug vom Colonel.
                              trotzdem auch schade, denn das wäre ein verdammt interessantes buch geworden!

                              "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                              (Nick Tosches)

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                              • gast-20090609

                                #390
                                Zitat von Pawnee
                                Dies habe er nur geschafft, indem ihm sein Management (Baron “Tons Of Money” Kessler, Depeche's manager since the mid-90s) einen riesen Tritt in den "Arsch gegeben" hat und ihn in einen erfolgreichen Entzug gesteckt hat.
                                Klasse Management, keine Frage.

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