Ich seh das so, Glen: Elvis war ziemlich fertig aufgrund seiner Medikamentenabhänigkeit und gemessen daran ist es eben leider das Beste was er geben konnte. Ein großes Vergnügen sind die grausigen Shows für mich auch nicht, ich höre sie an, weil ich alles mal gehört haben will, mein Interesse an Elvis treibt mich dazu, aber es tut schon weh, weil ich eben (ohne das zu bewerten) diesen "persönlichen" Zugang zu ihm habe, tut es mir leid, was mit ihm passiert ist.
Parkers Mangel an Vertrauen
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Da habe ich keinerlei Bedenken, dass das in der Kernaussage zutreffend ist. Allein schon mit Blick auf seine Situation. Die Unkosten, welche er erwirtschaften muss sind das eine. Das andere dürfte viel mit seinem Zustand zusammenhängen. Dass er nicht wirklich gut drauf war, wusste er selbst. Nimmt man mal die "Ausrutscher" der Aug/ Sept 1974 Show als Indiz, so scheint es er habe immer gegenüber den Fans oder den Kritikern ankämpfen wollen "seht her, ich bin noch nicht tot!". Scheidung, Freundin weg, neue Freundin, finanzieller Druck, ich glaube nicht, dass er gemütlich in Graceland am Kamin hätte sitzen und sich seines Lebens erfreuen können.
In diesem Sinne wäre es definitiv ab Aug 1977 weiter gegangen. Eine Herbsttour war wohl in Planung und für Vegas war nur die Frage, wann der neue Hotelflügel eröffnet wird (geplant war Dezember 1977, tatsächlich war Eröffnung dann glaube ich erst im Februar 1978) Und ich bin mir dabei sicher, die Shows des Jahres 1977 wären eine Katastrophe geworden. Allein schon wenn man unterstellt, dass legendäre What Happened Buch hätte ihn wirklich persönlich getroffen sowie der Umstand, dass auch für diese Tour nicht im Ansatz eine Probe oder dergleichen stattfand.....
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Einzige sinnvolle Alternative aus meiner Sicht: kürzer treten und pausieren, was allerdings auch riskant geworden wäre. Ob als weitere Alternative ein Umschwung auf Country erfolgversprechend gewesen wäre, ist zumindest diskussionswürdig. Andere haben es erfolgreich vorgemacht. Ob dann aber die Rückkehr zum Big-Business geglückt wäre?

Ne, das meine ich nicht. Von mir aus Hollywood und Filme. Aber warum nicht ein bißchen mehr Willen zur Qualität? Bessere Filme hätten auf längere Sicht das "Produkt" doch nicht so beschädigt. Es kann doch gar kein Argument dafür geben so fahrlässig mit dem Output eines Künstlers umzugehen. Musikfilme okay. Aber dann hätten alle, auch Elvis, mehr Power geben müssen. Die Dynamik, die da entstanden ist und in Resultaten wie Double Trouble und Easy Come Easy Go und den weiteren Beispielen gegipfelt: Das finde ich schon eine Frechheit.
Eine Frechheit der Person Elvis gegenüber und den Fans.
Und dass der Colonel das als Stragie so geplant hat, weil die british Invasion kann, ist ja auch nicht plausibel. Die Anbindung an Hollywood ging ja schon früher los. Glaubt ihr denn Parker schickt Elvis zur Army, weil er die Beatles ahnt?
Ich vermute, dass man eher mit den Hollywoodbossen überlegt hat wie man Elvis "massentauglicher" machen kann. Sein Image musste bereinigt werden. Koteletten ab, zur Army und die Musik nicht zu wild, damit man einen Star hat der möglichst alle ins Kino locken kann. Ist ja auch okay. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass man dann Filmprojekte aufsetzt die sorgfälltig geplant sind und liebevoll mit guten Leuten umgesetzt werden.
Wie das gehandhabt wurde war doch unerträglich. Fun in Acapulco sollte erst outdoor an Orginalschauplätzen gedreht werden, das wäre schon mal ganz anders rübergekommen und hätte sicher auch Elvis mehr Spaß gemacht, wurde vom Colonel aus Kostengründen verworfen usw. Da kann ich auch genügend Sachen aufzählen. Kissin Cousins, der besagte Katzman, war ein Regisseur, der bekannt war etatsparsam zu arbeiten..die ganze Energie ging dahin möglichst billig an den nächsten Film zu kommen, das ist unzweifelhaft belegt und erlebbar, wenn man sich die Dinger ansieht. Diese Haltung des as cheap as possible, werfe ich dem Colonel vor, er hat ihn verramscht.
Das wollte Elvis auch nicht, aber er sah sich wohl machtlos dagegen was zu tun.Zuletzt geändert von TheKing; 18.12.2013, 11:34Ohne Worte!- Übersetzen
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Vermutlich wäre mehr drin gewesen, wenn er sich stärker der kommerziellen Radiomusik (z. B. BURNING LOVE, MOODY BLUE oder WAY DOWN) zugewandt hätte bei den Alben das Augenmerk etwas mehr auf die Qualität gelegt worden wäre.
Prinzipiell würde ich aber die Behauptung aufstellen, dass Elvis auch in den 1970ern noch gut im Geschäft war. Er spielte in großen Hallen und kaum ein Album verkaufte sich weniger als eine Million Mal.- Übersetzen
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Nein, das natürlich nicht. Aber er war vermutlich weitsichtig genug um zu wissen, dass es in der Form, in welcher es 1956/57 lief, nicht ewig hätte weiter gehen können. Insoweit war es durchaus sinnvoll hier zweigleisig zu fahren. Die Frage wäre nur, mit welchen Möglichkeiten bzw. Alternativen man hätte das ganze begrenzen können.
Das hier natürlich deutlich zu viel des guten geliefert wurde ist ja auch klar. Aber beide, sowohl Parker als auch Elvis waren dann in einer Situation gefangen, aus der es sich - vorerst - einfach nicht lohnte auszubrechen.
Es war aber völlig üblich zur damaligen Zeit, Filme komplett im Studio zu drehen. Das ist kein Elvis-typischer Manko.Wie das gehandhabt wurde war doch unerträglich. Fun in Acapulco sollte erst outdoor an Orginalschauplätzen gedreht werden, das wäre schon mal ganz anders rübergekommen und hätte sicher auch Elvis mehr Spaß gemacht, wurde vom Colonel aus Kostengründen verworfen usw.
Interessant aber auch die Frage: hätte man nicht qualitativ hochwertige Filme anbieten können, welche auch eine künstlerischen Aspekt erfüllten? Diese Frage dürfte wiederum recht komplex sein und weit über die Frage hinausgehen: hätte Elvis überhaupt schaupielerisch einen solchen Anspruch erfüllen können?! Letzteres meiner Meinung übrigens ganz klar: nein.
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beat war doch nicht die einzige starke strömung in der popmusik der 60er.Und ja, ich bezweifle sehr stark, dass man - mal vom finanziellen Aspekt losgelöst - durch qualitativ gute LPs/ Singles den Anschluss hätte halten können. Böse gesagt:nicht mal das hochgelobte From Memphis Album schaffte den Sprung in die Billboard Top-10!
Dazu war in der Zeit 63-68 einfach zu sehr anderes angesagt. Er hätte sich neu erfinden müssen. Da aber 63-68 die "Beat-Musik" einschließlich der entsprechenden "neuen Kultur" erfunden wurde, bezweifle ich, dass es gelungen wäre, eine Parallelentwicklung gleichen Erfolges zu initiieren. Das war erst nach Abklingen der Beat-Phase möglich.
johnny cash hat nie beat gemacht und war in der zeit enorm erfolgreich. dasselbe gilt für die soulmusik aus memphis, von der die 69er sessions stark beeinflusst waren. country soul war genau der richtige stil für elvis in den 60ern. er hätte 10 jahre früher in den stax studios aufnehmen sollen, da wären killersongs rausgekommen. alternativen zu beat gab es genug.
dass "from elvis in memphis" "nur" platz 13 in den billboard charts schaffte, ist doch kein flop, wenn man bedenkt, dass 2 der hitsingles ("suspicious minds" und "don't cry daddy") nicht drauf waren.
"We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
(Nick Tosches)- Übersetzen
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Unbestritten in beiden Aspekten! Nur die Frage: wäre das auch geglückt und gelungen, hätte man auf die Dauerpräsenz in den 60er durch die Filme verzichtet und sich möglicherweise musikalisch anders entwickelt, z.B. mehr Gospel (wie viele 50er Jahre-Helden) oder rein auf die Country-Schiene (wie ebenso viele seiner Kollegen) oder gar komplett für ein paar Jahre zurückgezogen? Schwierig zu sagen.Vermutlich wäre mehr drin gewesen, wenn er sich stärker der kommerziellen Radiomusik (z. B. BURNING LOVE, MOODY BLUE oder WAY DOWN) zugewandt hätte bei den Alben das Augenmerk etwas mehr auf die Qualität gelegt worden wäre.
Prinzipiell würde ich aber die Behauptung aufstellen, dass Elvis auch in den 1970ern noch gut im Geschäft war.
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King Creole war doch gut. Billy Wilder. Es hätte die richtigen Leute gebraucht. Elvis hatte eine tolle Persönlichkeit, er hat Songs interpretiert und dargeboten, da war genug Substanz vorhanden. Aber selbst wenn man nur Unterhaltungsfilme macht ohne Oscaranspruch, warum nicht ein gutes Drehbuch? Warum nicht bessere Songs? Ein bißchen mehr Etat? Warum war das so scheißegal? Das ist eben das perfide an Parker, dass er das so durchgezogen hat finde ich. Das mit Elvis fehlenden Schauspielfähigkeiten zu begründen ist ja der Hohn.
Interessant aber auch die Frage: hätte man nicht qualitativ hochwertige Filme anbieten können, welche auch eine künstlerischen Aspekt erfüllten? Diese Frage dürfte wiederum recht komplex sein und weit über die Frage hinausgehen: hätte Elvis überhaupt schaupielerisch einen solchen Anspruch erfüllen können?! Letzteres meiner Meinung übrigens ganz klar: nein.

Nachdem Flaming Star und Wild in the Country nicht so erfolgreich waren, war der Damm gebrochen. Das Konzept des Musikfilms hatte gewonnen. Ist ja auch okay.
Es gibt doch tolle Filme aus der Zeit die auch an Orginalschauplätzen gedreht wurden, oder wenigstens teilweise. Das stimmt doch nicht. Elvisfilme wurden billigst gemacht und zwar durch den Willen Parkers. Der hatte sich sehr erschrocken was Viva Las Vegas gekostet hatte. Der war da sehr pragmatisch. Rücksicht auf seinen Künstler und das Publikum kannte der nicht.
In Hollywood war ein Elvisfilm eine sichere Sache, ne Zeit lang. Das gab es sonst nicht. Mit jedem Filmstar konnte ein Film auch floppen, die Bosse hatten da immer hohes Risiko. Elvis hatte aber als Person so eine Anziehung oder auch so eine große und starke Fanbase, da war ein gewisser Gewinn vorprogrammiert. Also entsteht da eine Dynamik. Wie können alle bestmöglich verdienen? Das ist normal, das machen wir ja auch alle so. Nun handelt Parker Verträge aus, wo Elvis sagen wir 500.000 Dollar bekommt für den Film plus ich weiß jetzt nicht genau (kann man nachkucken) als Beispiel 10% aller Einnahmen ab dem Moment wo die Produktionskosten wieder eingespielt sind, denn die waren ja das Risiko (was ja keins war) der Filmfirmen. Weil man also möglichst viel abgreifen will, drückt Parker nun die Produktionskosten um schneller in den Gewinnsektor zu kommen. Eine Diskounter-Strategie, Billiganbieter. KIK. So billig wie möglich, rein-raus, Geld mitnehmen, zack, nächste Film.
Das ist Elvis' Talent als Künstler und seiner Person unwürdig gewesen, finde ich. Elvis hat darunter gelitten, das steht fest. Haben alle gehört, er hat darüber viel gesprochen und er war zynisch und bitter darüber, ich hab es von allen Leuten gelesen und gehört, also das muss man nicht in Frage stellen. Das hat er nicht erst hinterher erzählt weil ein Mikrofon an war und er zu stoned um die Wahrheit zu sagen.
Trotzdem hat er es gemacht, er hat gut verdient, ich hätte es wahrscheinlich auch gemacht für die Kohle und den Lebenstandard. Aber ich werfe diese Strategie Parker vor und ich verstehe all diejenigen von Euch überhaupt nicht, die das noch als Glanzleistung und Genialität feiern. Das ist nicht genial.Zuletzt geändert von TheKing; 18.12.2013, 12:19Ohne Worte!- Übersetzen
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Eben. Genau das meine ich. Wäre solch ein Wandel auch für Elvis als Alternative ab 1963 denkbar gewesen mit dem gleichen Erfolg in den dann darauffolgenden 70ern?beat war doch nicht die einzige starke strömung in der popmusik der 60er.
johnny cash hat nie beat gemacht und war in der zeit enorm erfolgreich. dasselbe gilt für die soulmusik aus memphis, von der die 69er sessions stark beeinflusst waren. country soul war genau der richtige stil für elvis in den 60ern. er hätte 10 jahre früher in den stax studios aufnehmen sollen, da wären killersongs rausgekommen. alternativen zu beat gab es genug.
Nein Flop natürlich nicht, nur eben auch nicht wesentlich besser als Girl Happy, Harum Scarum, Frankie And Johnny, Paradise Hawaiian Style oder Spinout.dass "from elvis in memphis" "nur" platz 13 in den billboard charts schaffte, ist doch kein flop, wenn man bedenkt, dass 2 der hitsingles ("suspicious minds" und "don't cry daddy") nicht drauf waren.
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eben nicht.. wir wissen NICHTS VON DEM, was zwischen den beiden ablief
ich sag auch nicht, dass es nicht genauso hätte laufen können..
aber soweit wir elvis und seine dezenten stimmungswechsel kennen, wissen wir in etwa, wie er darauf reagiert hätte
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dein s.g. SCHIMPFwort ist meiner erachtens keines, aber das wird dich und all die anderen verPEILTEN (so besser?) kaum interessieren.
euer desinteresse dbzgl geht wiederum mir am allerwertesten vorbei
kurz:
lass die moralische keule meinetwegen in der kirche oder im lesezirkel kreisen, da gehört sie - samt der glaubensfreiheit - auch hin
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das hat zu einem guten Teil schon seine Richtigkeit..
nur.. Elvis war mündig, er hätte die Verträge entweder anfechten oder gar nicht erst unterschreiben können.
von daher muss man - ob man Parker nun mag oder nicht - ehrlicherweise sagen:
der Colonel hat ihn verramscht.. und Elvis hat sich's gefallen lassen
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