War Elvis angepasst oder ein mutiger Kämpfer?

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  • Carly
    Gehört zum Inventar

    • 21.11.2008
    • 1647

    #61
    Als unangepassten, von sich überzeugten Künstler, der sein Ding/seine Ideen "durchzieht" bzw. verwirklicht, egal wieviel Menschen/Fans sich dafür interessieren würde ich ihn allerdings nicht sehen. Er wollte schon "gefallen" und auch die Menschen begeistern mit seiner Musik.
    Es gibt und gab aber auch Künstler (Maler, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller...), denen es quasi egal war, die nur an sich geglaubt haben und von sich und ihrer Arbeit überzeugt waren und damit nicht immer unbedingt bei jedem Begeisterung geweckt haben. Darunter verstehe ich eher einen "unangepassten" Künstler. (ev. Klaus Kinski, Nina Hagen, Christoph Schlingensief, Yoko Ono....vielleicht fallen euch noch welche ein)
    Zuletzt geändert von Carly; 26.01.2009, 10:42

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    • brandalarm
      Gehört zum Inventar

      • 22.06.2008
      • 4241

      #62
      Zitat von Little Sister
      wobei eigentlich Kämpfer für mich das falsche Wort ist, Revoluzzer trifft es deutlicher
      Revoluzzer oder Revolutionär trifft es in meinen Augen nun gerade überhaupt nicht. Denn dieser Begriff beinhaltet, dass da ein höheres Ziel verfolgt wurde und das kann man nun mal einfach nicht behauptet, so chic wie es auch wäre

      Zitat von Gilla
      Ich kann mir die Sinatra-Show "Welcome home Elvis" nicht gut angucken, diese Vorführung war ja furchtbar... ..
      Also ich finde, dass unser El den Hernn Sinatra ganz schön die Flügel stutzt, und das Ganze dann noch so gewollt-ungewollt unbeholfen, sehr charmant!
      Because Elvis is so much more than the King...

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      • Little Sister
        Kommt langsam in Fahrt

        • 21.01.2009
        • 108

        #63
        Zitat von brandalarm
        Revoluzzer oder Revolutionär trifft es in meinen Augen nun gerade überhaupt nicht. Denn dieser Begriff beinhaltet, dass da ein höheres Ziel verfolgt wurde und das kann man nun mal einfach nicht behauptet, so chic wie es auch wäre
        Um dein Posting besser versthen zu können, würde mich mal interessieren, welches Wort es bin deinen Augen am Besten trifft?
        Verfolgt ein Kämpfer nicht auch ein höheres Ziel, bzw. kämpft für etwas?

        Nicht ich sehe ihn so, sondern Elvis wurde von vielen Menschen der damaligen Zeit als Revoluzzer gesehen, da keiner daran glaubte, dass Elvis eigentlich ein ganz normaler, eher schüchterner, mit Werten erzogener Junge war, also ziemlich angepasst.
        Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
        Mark Twain

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        • brandalarm
          Gehört zum Inventar

          • 22.06.2008
          • 4241

          #64
          Ich habe ganz zu Beginn schon geschrieben, dass Elvis in meinen Augen kein höheres Ziel verfolgte. Er war sicher nicht angepasst, das war er ja schon in der Schule nicht mehr. Aber das Ziel, dass er für mich verfolgte hiess lediglich Spaß (und vielleicht auch Erfolg und Geld).
          Because Elvis is so much more than the King...

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          • MysteryTrain
            Posting-Legende

            • 12.07.2008
            • 7260

            #65
            Zitat von brandalarm
            Aber das Ziel, dass er für mich verfolgte hiess lediglich Spaß (und vielleicht auch Erfolg und Geld).
            Ja, und das hat mit Revoluzzer rein gar nichts zu tun. Für Elvis war sein Stil in Bezug auf Kleidung, Bewegung zur Musik etc. völlig normal, da er sich in Kreisen bewegte, wo das absolut normal und keineswegs rebellisch war (schwarze Blues- und Gospelszene in Memphis). Dass er damit beim weißen Publikum anecken wird, war ihm doch gar nicht bewusst, noch weniger hat er dies beabsichtigt. Er fand es cool. Hätte er vorher gewusst, wie negativ das auf manche wirkt, hätte er es wahrscheinlich gar nicht gemacht.

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            • Little Sister
              Kommt langsam in Fahrt

              • 21.01.2009
              • 108

              #66
              Zitat von MysteryTrain
              ... war ihm doch gar nicht bewusst, noch weniger hat er dies beabsichtigt.
              Das wurde ja auch von meiner Seite so nicht ausgedrückt.
              In dem Umfeld, in dem sich Elvis damals bewegte, war das Alles das Normalste der Welt, aber ihr wollt doch aber nun nicht leugnen, dass gerade in der gegenteiligen Gesellschaft, Elvis als Rebell der Jugend angesehen wurde und in eine Schublade gesteckt wurde, in die er gar nicht passte und mit der er rein gar nichts am Hut hatte, man muss hier ganz klar zwischen verschiedenen Welten differenzieren.
              Er hatte auch Träume wie jeder ander Mensch in seinem Alter, für die er sich ins Zeug legte (was aber hier mit Kampf bzw. Kämpfer null und nichts zu tun hat).
              Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
              Mark Twain

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              • Carly
                Gehört zum Inventar

                • 21.11.2008
                • 1647

                #67
                Elvis wollte unbedingt "entdeckt" werden. Er hatte auch "Vorbilder" in der Szene und kleidete sich dementsprechend auch wie sie. Er legte es schon darauf an "aufzufallen".

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                • brandalarm
                  Gehört zum Inventar

                  • 22.06.2008
                  • 4241

                  #68
                  Du hast sicherlich Recht, dass es ja auch die andere Seite gibt. Also wie er gesehen wurde.

                  In erster Linie ging es aber in der Fragestellung darum was er war, was er bezweckte und nicht darum, was andere ihm aufdrückten.
                  Because Elvis is so much more than the King...

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                  • Little Sister
                    Kommt langsam in Fahrt

                    • 21.01.2009
                    • 108

                    #69
                    Gerade auch was andere ihm aufdrückten und wie er gesehen wurde sind auch wichtige Gesichtspunkte, wenn man darüber spricht, was bezweckt wird, was der Antrieb hinter der ganzen Sache war,
                    denn ich denke nicht, dass Elvis anfangs auf einem überdimensionalen narzistischen Egotrip war, sein Ding durchzuziehen, ohne Rücksicht auf Verluste und es ihm am A.... vorbeiging was andere über ihn dachten.
                    Zuletzt geändert von Little Sister; 26.01.2009, 11:26
                    Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
                    Mark Twain

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                    • Carly
                      Gehört zum Inventar

                      • 21.11.2008
                      • 1647

                      #70
                      [quote=brandalarm;545253]Revoluzzer oder Revolutionär trifft es in meinen Augen nun gerade überhaupt nicht. Denn dieser Begriff beinhaltet, dass da ein höheres Ziel verfolgt wurde und das kann man nun mal einfach nicht behauptet, so chic wie es auch wäre


                      "Revoluzzer oder Revolutionär", was für "große" Wörter/Bezeichnungen für einen Menschen, der "nur" (bitte aber nicht falsch verstehen) mit Musik zu tun hatte. Für mich stehen hinter solchen Begriffen eher Namen wie Che Cuevara, Fidel Castro, ....usw. Sicherlich kann man diese Begriffe überall anwenden, aber für mich haben sie eindeutig einen politischen Hintergrund.
                      Das ist nicht negativ gemeint in Bezug auf Elvis.
                      Für mich ist Elvis trotzdem der "Größte" in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.

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                      • Gilla
                        Board-Legende

                        • 05.02.2007
                        • 14776

                        #71
                        Eigentlich wollte ich wissen, ob er angepasst war oder doch ein Kämpfer.

                        Viele von euch sehen Elvis als angepassten Menschen. Das heißt doch auch, er sei "bürgerlich, etabliert, angeglichen, auf Linie gebracht" gewesen - und mehr, wenn man sich die Bedeutung des Wortes genauer anguckt. War er das, vor allem in seiner Anfangszeit?

                        Ich sehe da überhaupt keinen angepassten Menschen, sondern einen Individualisten, beeinflusst von vielen Vorbildern.
                        Ein Kämpfer war er allemal, da er ein Ziel vor Augen hatte und sich nicht beirren ließ von der öffentlichen Meinung.
                        *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                        • Little Sister
                          Kommt langsam in Fahrt

                          • 21.01.2009
                          • 108

                          #72
                          Zitat von Gilla
                          Viele von euch sehen Elvis als angepassten Menschen. Das heißt doch auch, er sei "bürgerlich, etabliert, angeglichen, auf Linie gebracht" gewesen - und mehr, wenn man sich die Bedeutung des Wortes genauer anguckt. War er das, vor allem in seiner Anfangszeit?
                          Ich verstehe Elvis als so angepasst, er kam aus Arbeiterverhältnissen,
                          hatte eine Mutter, die ihn anbgöttisch liebte, er war schüchtern, ok, aber er
                          war ein netter Junge, mit guten Manieren, stets höflich.

                          Anfänglich war er ein Individualist, der viele externe Einflüsse in sich und seiner Musik verband, er hatte Träume, aber in meinen Augen macht ihn das nicht zum Kämpfer, wie ich einen Kämpfer verstehe.
                          Denn jeder Mensch hat Träume, Wünsche, der Eine mehr der Andere weniger, und jeder Mensch versucht sich doch den einen oder anderen Wunsch/Traum zu erfüllen.
                          Ich denke er gab sein Bestes um seinen Traum zu leben.
                          Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
                          Mark Twain

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                          • brandalarm
                            Gehört zum Inventar

                            • 22.06.2008
                            • 4241

                            #73
                            Ja, ich denke, dass es auch in dieser Diskussion wieder darauf hinausläuft, wie man individuell die einzelnen Begriffe definiert.

                            Bezüglich der Angepasstheit finde ich Gillas Formulierung sehr schön: ein Individualist, beeinflusst durch viele Vorbilder

                            Was den Kämpfer angeht, sehe ich es etwas anders. Elvis verfolgte sehr zielstrebig ein bestimmtes Ziel. Ich sehe aber keinen Kampf dahinter.

                            Wenn man aber Kampf auch darin sieht, dass er mit Gegenwind umgehen musste, dass er sich gegen Vorwürfe wehren musste usw., dann war er wohl auch ein Kämpfer.
                            Because Elvis is so much more than the King...

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                            • Little Sister
                              Kommt langsam in Fahrt

                              • 21.01.2009
                              • 108

                              #74
                              Zitat von brandalarm
                              Wenn man aber Kampf auch darin sieht, dass er mit Gegenwind umgehen musste, dass er sich gegen Vorwürfe wehren musste usw., dann war er wohl auch ein Kämpfer.
                              Stimmt, so gesehen definitv
                              Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.
                              Mark Twain

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                              • Gilla
                                Board-Legende

                                • 05.02.2007
                                • 14776

                                #75
                                Zitat von brandalarm

                                Wenn man aber Kampf auch darin sieht, dass er mit Gegenwind umgehen musste, dass er sich gegen Vorwürfe wehren musste usw., dann war er wohl auch ein Kämpfer.
                                Ich sag mal, das war nicht nur ein Gegenwind, sondern schon eine richtige Front, mit der er zu kämpfen hatte. Gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden, ist kein Pappenstiel.
                                Aber das ist wieder typisch Elvis, der relativ ruhig blieb, als er einmal daraufhin gefragt wurde, er sagte: Ich trage es den Erwachsenen nicht nach, dass sie so reagieren, sie können nicht anders...o.s.ähnlich...
                                *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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