War Elvis angepasst oder ein mutiger Kämpfer?

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  • gast-20110818

    #31
    Zitat von Gilla
    Ja, aber hast du noch den Auftritt bei Sullivan im Kopf, wo Elvis im Anzug "Love me" singt...jesses, der haut mich immer noch um...
    War das nicht ein ziemlich normaler Anzug?

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    • Gilla
      Board-Legende

      • 05.02.2007
      • 14776

      #32
      Bissele Quatsch, verehrter Herr Boy...
      Elvis war doch kein Prügelknabe. Das hieße ja, dass er für andere den Kopf hingehalten habe.

      Was Elvis machte, gab es vorher nicht. Natürlich war die Jugend im Vorfeld schon aufgebracht und aufmüpfig. Wie wäre es denn weitergegangen, wenn es Elvis nicht gegeben hätte? Ja, er stellte sich hin und machte seine eigene, neue Musik udn die dazu passenden Bewegungen. Das machte kein Herr Brando oder Haley.

      @BluesBoy, ja im biederen Anzug hauchte er dieses "Love me"
      *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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      • Sandy75
        Foren-Experte

        • 10.08.2008
        • 869

        #33
        Meiner Meinung nach war Elvis nicht angepasst. Er machte doch meistens das wozu er Lust hatte. Daher kann man ihn auch nicht in eine bestimmte Schublade stecken. Elvis hat vieles verändert in den 50ern, oder gab es sonst noch andere Künstler, zu damaliger Zeit, die nur von der Hüfte aufwärts im TV gezeigt wurden?
        Nein ich bin nicht Gott, und auch kein Heiliger, ich bin stinknormal.
        Elvis Presley

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        • gast-20110818

          #34
          Zitat von Gilla
          Bissele Quatsch, verehrter Herr Boy...
          Elvis war doch kein Prügelknabe. Das hieße ja, dass er für andere den Kopf hingehalten habe.
          Na ja, er wurde halt zur Personifizierung bzw. sein Name zum Schlagwort für das Problem. Und dieses Problem war in erster Linie ja nicht die Musik, sondern die Teenies (die lieben Kleinen ), die Remmi-Demmi schlugen.

          Was Elvis machte, gab es vorher nicht.
          Die Shows von Wynonie Harris sollen sehr ähnlich gewesen sein. Aber er war ein Schwarzer.

          Wie wäre es denn weitergegangen, wenn es Elvis nicht gegeben hätte?
          Musik hat sich schon vor Elvis verändert und entwickelt. Und der Rock'n'Roll bzw. Rythym'n'Blues entwickelte sich auch weiter, ohne dass Elvis darauf Einfluss nahm.

          Ja, er stellte sich hin und machte seine eigene, neue Musik und die dazu passenden Bewegungen. Das machte kein Herr Brando oder Haley.
          Haley machte auch seine eigene Musik. Und die Bewegungen von Elvis waren nun wirklich nichts Neues.

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          • TheKing
            Board-Legende

            • 19.06.2006
            • 20721

            #35
            Es sind solch polarisierende Fragestellungen, die schon in ihrer Formulierung den Fehler enthalten. Man kann, um eine Person wie Elvis zu beschreiben, nicht in diesen platten schwrz/weuß Klischees denken.

            Ein Mensch kann viele scheinbar widersprüchliche Eigenschaften haben, man kann sanft und grob zugleich sein und diese Eigenschaften zeigen sich eben zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Außerdem hat Elvis derart krasse Dinge erleben dürfen, dass er sich auch im Laufe seiner lebenszeit geändert hat. Seine besondere Position und sein Medikamentenverhalten, sein Beruf als Showstar und Schauspieler...alles was er erlebte spielt da mit hinein.

            Und so war sehr vieles. Er war ein Muttersöhnchen (wenn man diese negative Bezeichnung für ein enges Verhältnis zu rmUtter überhaupt benutzen will) und gleichzeitg entsprang es seinem Naturell den wilden Rock`n Roll auf der Bühne auszutoben...das kann man nicht spielen...wer es immernoch behauptet, hat nichts verstanden und keinen Funken Rock in den Knochen...aber ebenso hatte er diese Liebe für die schönen und sehnsüchtigen Melodien, etwas über für die wundervollen Gospelchöre und vieles mehr...

            All diese Dinge sind wahre, erlebbare Seiten von Elvis. Kein Widerspruch. Auch dass er sehr großzügig und höflich sein konnte und sich dann auch wieder wie ein Macho-oberaffe aufführt...alles Teile seiner Persönlichkeit...
            Ohne Worte!

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            • gast-20090203

              #36
              im groß und ganzen hat er alles richtig gemacht...ob das nun absicht war oder nicht....eigentlich egal.

              selbst die filmchen hatten im nachhinein etwas gutes, denn sonst hätt es wohl nie so ein grandioses comeback gegeben...(was aber wieder ein anderes thema ist)

              ich denke, im allgemeinen kann man schon sagen das elvis angepasst war...er hatte zwar in allem seinen eigenen, coolen und neuen stil, aber es war massentauglich, und das wusste er !!!!!

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              • Ela 37

                #37
                Zitat von Blues Boy
                War das nicht ein ziemlich normaler Anzug?
                Ich fand den Anzug auch normal ,aber seine Mimik und seine Bewegungen während des Auftritt's in diesem ,,biederen" Anzug.
                Kenne keine Leute im Anzug die mich schon mal so fasziniert haben.............
                Könnte diesen auftritt sechs mal am Tag schauen ......seufz

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                • MysteryTrain
                  Posting-Legende

                  • 12.07.2008
                  • 7260

                  #38
                  Zitat von gracelander
                  im groß und ganzen hat er alles richtig gemacht...ob das nun absicht war oder nicht....eigentlich egal.

                  selbst die filmchen hatten im nachhinein etwas gutes, denn sonst hätt es wohl nie so ein grandioses comeback gegeben...(was aber wieder ein anderes thema ist)

                  ich denke, im allgemeinen kann man schon sagen das elvis angepasst war...er hatte zwar in allem seinen eigenen, coolen und neuen stil, aber es war massentauglich, und das wusste er !!!!!
                  Richtig. Parker half ihm noch, dieses Image zu perfektionieren. Die wilde Zeit des Anfangs war nur der Anlasser für den Motor der Massentauglichkeit. Um so eine steile Karriere hinzulegen, musste er zunächst aufregen, provozieren. Als biederer Sänger a la Sinatra oder Dean Martin hätte er es in den 50ern nicht nach oben geschafft.
                  2 1/2 wilde Jahre waren dann auch schon genug. Die Army war ein kluger Schachzug zum Imagewandel. Deshalb begann ja Parker bereits während der Armyzeit Elvis' Karriere danach zu planen.
                  Wir hatten das Thema bereits in einem anderen Thread. Wäre Elvis wirklich ein überzeugter aufmüpfiger Rebell gewesen, dann hätte er sein Image nicht so schlagartig ändern können.

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                  • gast-20090708

                    #39
                    Zitat von MysteryTrain
                    Wäre Elvis wirklich ein überzeugter aufmüpfiger Rebell gewesen, dann hätte er sein Image nicht so schlagartig ändern können.
                    Ich bin immernoch der Überzeugung, dass da mehrere Faktoren aufeinander getroffen sind. Zum einen der Tod seine Mutter, dann die Army mit dem damit verbundenen Deutschlandaufenthalt, die Angst, dass seine Karriere danach beendet sein könnte usw. Dieses alles hat ihn auch verändert. Er ist erwachsener geworden und nachdenklicher. Viele Dinge gebündelt auf einen Haufen, die einen verändern.

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                    • MysteryTrain
                      Posting-Legende

                      • 12.07.2008
                      • 7260

                      #40
                      Zitat von Sonja68
                      Ich bin immernoch der Überzeugung, dass da mehrere Faktoren aufeinander getroffen sind. Zum einen der Tod seine Mutter, dann die Army mit dem damit verbundenen Deutschlandaufenthalt, die Angst, dass seine Karriere danach beendet sein könnte usw. Dieses alles hat ihn auch verändert. Er ist erwachsener geworden und nachdenklicher. Viele Dinge gebündelt auf einen Haufen, die einen verändern.
                      Spielt sicher AUCH eine Rolle. Aber zur Army hätte er als Promi gar nicht gemusst. Es war wie gesagt ein kluger Schachzug, um eine langfristige Karriere zu starten (und ich denke mal von Parker angeregt und dann von Elvis einvernehmlich genehmigt). Wichtig: Der Eintritt in die Army fand vor dem Tod seiner Mutter statt.
                      Rein musikalisch war Elvis nicht mal ganz weg. Parker ließ in Mammutsessions 1958 genügend Material produzieren, das für die 2 Jahre Abwesenheit reichen sollte. Für danach wurden aber bereits sehr familientaugliche Dinge geplant, nämlich die Sinatra Show, der Film G.I. Blues usw. Das zeigt doch, dass dieser Schnitt ganz bewusst geplant war und nicht nur natürliche Gründe in Elvis' persönlicher Entwicklung hatte.

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                      • monipenny
                        Posting-Legende

                        • 21.08.2007
                        • 5184

                        #41
                        in meinen augen lässt elvis sich in gar keine schublade stecken, so viele seiten hat er. manchmal ist es schon ziemlich beängstigend, weil ihn sicherlich in der heutigen zeit einige als multiple persönlichkeit hinstellen würden.

                        er war ganz sicher ein rebell, ebenso wie er ein angepasster wohlerzogen und höflicher mensch war [sein konnte]. wobei mir letzteres eigentlich immer besonders auffällt, wenn er mit älteren herrschaften zu tun hatte. denen brachte er meines erachten immens viel respekt entgegen. (da scheint gladys in der erziehung wirklich ganze arbeit geleistet zu haben)

                        lg

                        monika
                        "Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei Gedanken." (Platon)

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                        • gast-20090708

                          #42
                          Zitat von MysteryTrain
                          Spielt sicher AUCH eine Rolle. Aber zur Army hätte er als Promi gar nicht gemusst. Es war wie gesagt ein kluger Schachzug, um eine langfristige Karriere zu starten (und ich denke mal von Parker angeregt und dann von Elvis einvernehmlich genehmigt). Wichtig: Der Eintritt in die Army fand vor dem Tod seiner Mutter statt.
                          Rein musikalisch war Elvis nicht mal ganz weg. Parker ließ in Mammutsessions 1958 genügend Material produzieren, das für die 2 Jahre Abwesenheit reichen sollte. Für danach wurden aber bereits sehr familientaugliche Dinge geplant, nämlich die Sinatra Show, der Film G.I. Blues usw. Das zeigt doch, dass dieser Schnitt ganz bewusst geplant war und nicht nur natürliche Gründe in Elvis' persönlicher Entwicklung hatte.
                          Okay, kann man so sehen. Jetzt stellt sich mir aber wiederum die Frage, sein Image vor der Army-Zeit war sehr erfolgreich. Er war in aller Munde, er war erfolgreich, sein Name war bekannt. Warum sollte in diesem Moment Colonel Parker dieses alles auf's Spiel setzen, in dem er ihn nur Lapida-Filmchen machen ließ, keine großen Auftritte mehr organisierte etc.? War dieses Risiko, dadurch in der Versenkung zu landen, nicht verdammt groß geworden? Und hat Parker wirklich voraussehen können, dass sein Konzept funktionierte?

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                          • MysteryTrain
                            Posting-Legende

                            • 12.07.2008
                            • 7260

                            #43
                            Zitat von Sonja68
                            Okay, kann man so sehen. Jetzt stellt sich mir aber wiederum die Frage, sein Image vor der Army-Zeit war sehr erfolgreich. Er war in aller Munde, er war erfolgreich, sein Name war bekannt. Warum sollte in diesem Moment Colonel Parker dieses alles auf's Spiel setzen, in dem er ihn nur Lapida-Filmchen machen ließ, keine großen Auftritte mehr organisierte etc.? War dieses Risiko, dadurch in der Versenkung zu landen, nicht verdammt groß geworden? Und hat Parker wirklich voraussehen können, dass sein Konzept funktionierte?
                            Weil er wusste, dass der Rock'n'Roll eine Kurzzeitwelle war, die bereits 1958 am Abnehmen war. Dass Elvis auch Potential in anderen Sparten hatte, wusste er. Also musste ein Imagewandel her und da kam die Army gerade richtig, denn etwas Idealeres als 2 Jahre Auszeit gibt es nicht, um einen solchen Imagewandel vorzubereiten und zu vollziehen. Hätte Elvis normal weiterproduziert (Platten, Filme etc.), wäre gar keine Zeit geblieben, einen solch radikalen Karriereschnitt vorzubereiten. So hatte Parker alle Zeit der Welt, die Zeit nach der Army schon bis ins Detail vorauszuplanen.

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                            • gast-20100118

                              #44
                              @ Sonja
                              Was kann man schon voraussehen ? Nach der Army zeigte es sich, dass in Nachahmung des King der Rock'n'Roll sich als Stilrichtung schon fest etabliert hatte. Somit war die Sensation des Protagonisten schon etwas gemildert. Und dass sich dann die Möglichkeit ergab, drei Filme im Jahr zu drehen und zum höchstbezahlten Schauspieler zu avancieren, ließ nicht die Notwendigkeit erscheinen, das 50er Jahre Gleis weiter zu pflegen.

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                              • gast-20090708

                                #45
                                Zitat von MysteryTrain
                                Weil er wusste, dass der Rock'n'Roll eine Kurzzeitwelle war, die bereits 1958 am Abnehmen war. .
                                Da stimme ich voll mit dir überein. So, wie es bis dahin gelaufen ist, hätte es nicht weitergehen können.

                                Zitat von MysteryTrain
                                Dass Elvis auch Potential in anderen Sparten hatte, wusste er. Also musste ein Imagewandel her und da kam die Army gerade richtig, denn etwas Idealeres als 2 Jahre Auszeit gibt es nicht, um einen solchen Imagewandel vorzubereiten und zu vollziehen. Hätte Elvis normal weiterproduziert (Platten, Filme etc.), wäre gar keine Zeit geblieben, einen solch radikalen Karriereschnitt vorzubereiten. So hatte Parker alle Zeit der Welt, die Zeit nach der Army schon bis ins Detail vorauszuplanen.
                                Auch hier bin ich mit dir voll einer Meinung. Und doch, und da fangen wieder die Spekulationen hätte, wenn, aber, an, bin ich der Meinung, dass der Colonel gemerkt hat, da er ein äußerst pfiffiges Kerlchen war, dass Elvis durch seine privaten "Erfahrungen", mir fällt momentan kein anderer Ausdruck ein, niemehr den darstellen konnte, den er vorher verkörpert hat. Wenn ein Mensch sagt, dass durch den Tod seiner Mutter, sein Leben sinnlos geworden ist, dann macht man nicht einfach an der Stelle weiter, wo man vorher aufgehört hat. Und ab diesem Zeitpunkt fing er für mich an, sich anzupassen. Aber nicht, weil der Colonel das so wollte, sondern eher, weil er seine Bezugsperson "Gladdys" verloren hatte und der Colonel evtl. dadurch diese Rolle übernommen konnte.

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