Ihr als Elvis Manager....

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  • burroughs
    Board-Legende

    • 09.02.2004
    • 56243

    #166
    es heisst nicht Indianer (!) sondern amerikanische Ureinwohner oder kurz *american natives* .. und das Album heisst *bitter tears*
    Und was das Konzept angeht, hätte er sich über *ragged old flag* wohl weitaus mehr aufgeregt

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    • peacock
      Foren-Profi

      • 03.05.2007
      • 396

      #167
      Zitat von MusicMan
      Ich weiß ja nicht, was man alles als kritische Situation ansehen will, aber die Frage ist, was sah Elvis selber als solche? Ich vermute, er sah in seiner Karriere nur zwei kritische Punkte: Seine Army-Zeit und das Jahr 1967, als es mit den Filmen deutlich bergab ging, und plattentechnisch auch nichts mehr lief. Die erste Krise hat Parker quasi im Alleingang bravourös gemeistert, und im zweiten Fall HAT Elvis sich ja durchgesetzt: Die Filme wurden wieder besser, er hatte das TV-Comeback nach seinen Vorstellungen, machte ein paar geniale Platten und kehrte triumphal auf die Bühne zurück.
      Nun ja das sind zwei Argumente, aber was kam nach 1973 z.B.?
      TOO MUCH MONKEY BUISINESS

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      • TheKing
        Board-Legende

        • 19.06.2006
        • 20721

        #168
        Also wer als Elviskenner, die Gangart von Parker in den Sechzigern für gut befindet, kann meiner Meinung nach keinen klaren Blick mehr haben.

        Man kann und darf das Management meiner Meinung nach nicht einzig und allein am Cashflow festmachen. Die Karriereentwicklung und die Pflege der Marke stehen auch im Vordergrund. Und den Vorwurf kann man Parker, bei allem Guten, das er geleistet hat, auf jeden Fall machen.

        Mit einem Mann wie Elvis wären andere Dinge möglich gewesen. Ihm wären doch da ein paar erhebendere Momente gegönnt gewesen. Stattdessen gab es Frust.

        Auch bei dem Songmaterial. Man überall nachlesen wie diese Beschaffungsschiene der Songs in die Sackgasse führte. Die wirklich großen Songs mit Potential bekamen andere, weil die Deals fairer waren. ..

        Nichts wäre dem Colonel zu billig gewesen, Hauptsache da springt was dabei raus und diesen Punkt in dem Profil des Mannes aus den Niederlanden finde ich eben etwas schade. Man hätte im optimalen Fall sein Verhandlungsgeschick genutzt und die konkrete Projektplanung Leuten überlassen, die ein Auge auf den Output gehabt hätten. Stattdessen schraubte der gierige Colonel an allen Einstellschrauben um eben aufkosten der Qualität noch und noch mehr Profit rauszudrücken...darunter leidet der oftmals der Zuhörer und Zuseher, alsauch Elvis darunter litt...und die Karriere und deswegen ist es sogar aus kaufmännischer Sicht langfristig zu kurz gedacht gewesen...
        Ohne Worte!

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        • gast-20090521

          #169
          Zitat von peacock
          Nun ja das sind zwei Argumente, aber was kam nach 1973 z.B.?
          Für die Krise war aber nicht der Colonel verantwortlich, sondern Elvis ganz alleine, und der Colonel hat auch nichts daran ändern können. Warum, sage ich lieber nicht, sonst haben wir gleich wieder die gleiche alte Leier mit der Pillen-Diskussion, und der bisher sehr sachliche Thread ist dicht.

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          • gast-20090521

            #170
            Zitat von Blues Boy
            Na ja komm - alles harmlos.
            Elvis war selber harmlos, fast schon feige, wenn man bedenkt, wie er fast sämtliche Anzüglichkeiten, oder alles, was provozieren könnte, aus den Songtexten gestrichen hat. Und zwar nicht auf Geheiß vom Colonel, denn der war bei "Baby let's play house" noch gar nicht dabei.

            Stell Dir mal vor, Elvis hätte so ein Indiana-Album (wie hieß das noch? ) wie Johnny Cash machen wollen. Da hätten beim Colonel aber alle Lichter gebrannt.
            Ich finde, das Thema "Indianer" wurde im Film "Flaming Star" sehr schön und mutig abgehandelt. Das ist auch ein Statement.

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            • DannyBoy
              Gehört zum Inventar

              • 11.09.2007
              • 1586

              #171
              Zitat von peacock
              Wie hätte ich das an Stelle von Col. Parker gemacht???

              Im nach hinein immer leicht zu beantworten! Bzw. alle damals gemachten 'Fehler' anzukreiden und die bessere Lösung für sich zu beanspruchen!
              was für Fehler machte er denn

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              • gast-20090521

                #172
                Zitat von DannyBoy
                was für Fehler machte er denn
                Peacock hat das Wort "Fehler" wohl mit Bedacht in Anführungsstriche gesetzt. Elvis ist der erfolgreichste Künstler aller Zeiten, und da Erfolg die Summe von richtigen Entscheidungen ist, kann Parker nicht allzu viel falsch gemacht haben. Das sollten sich die, die heute meinen, alles besser gemacht zu haben, mal auf die Fahne schreiben.

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                • gast-20110818

                  #173
                  Zitat von MusicMan
                  Elvis war selber harmlos, fast schon feige, wenn man bedenkt, wie er fast sämtliche Anzüglichkeiten, oder alles, was provozieren könnte, aus den Songtexten gestrichen hat. Und zwar nicht auf Geheiß vom Colonel, denn der war bei "Baby let's play house" noch gar nicht dabei.
                  Was hat denn Elvis gestrichen?
                  Auf jeden Fall hat Elvis in seinen frühen Songs viel "dreckiges" Zeugs drin gelassen.

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                  • TheKing
                    Board-Legende

                    • 19.06.2006
                    • 20721

                    #174
                    Naja..das ist natürlich wahr. Man kann nicht behaupten nur annähernd etwas wie Parker auf die Beine gestellt zu haben, an seine Stelle gebeamt hätte ich wahrscheinlich versagt..darum ging es aber nicht. Wir wollten doch nur mal theoretisch darüber sprechen was man hätte aus der Retrospektive besser machen können...natürlich ist das Leben nicht perfekt...auch kein Elvis oder Parker...das ist völlig klar, meine Lieben!
                    Ohne Worte!

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                    • gast-20090521

                      #175
                      Zitat von TheKing
                      Mit einem Mann wie Elvis wären andere Dinge möglich gewesen. Ihm wären doch da ein paar erhebendere Momente gegönnt gewesen. Stattdessen gab es Frust.
                      Wer hat Elvis denn daran gehindert, parallel zu den Filmen ins Studio zu gehen und großartige Alben einzuspielen? Drei Filme im Jahr, die in 3-6 Wochen abgedreht waren - Zeit genug hätte er gehabt. Zwischen 1963 und 1968 hat er - ohne die Gospels - gerade mal 40 Nicht-Film-Songs aufgenommen. Das hat er 1969 und 1970 in ein paar Tagen runtergerissen!

                      Auch bei dem Songmaterial. Man überall nachlesen wie diese Beschaffungsschiene der Songs in die Sackgasse führte. Die wirklich großen Songs mit Potential bekamen andere, weil die Deals fairer waren. ..
                      Das ist auch eine feine Legende. Nenn mir mal konkret einen Song, den Elvis nicht bekommen hat, womit ein anderer dann einen Riesenhit eingefahren hat!

                      Und die Praxis, dass die Autoren Kohle abdrücken müssen, ist keine Erfindung von Parker. Das ist bei fast jedem großen Star so, vor Elvis schon, und heute ist es auch noch so.

                      Man hätte im optimalen Fall sein Verhandlungsgeschick genutzt und die konkrete Projektplanung Leuten überlassen, die ein Auge auf den Output gehabt hätten.
                      Dann wäre Elvis kein Künstler, sondern ein durchgestyltes Kunstprodukt gewesen. Außerdem gab es diese Art von Karriereplanung damals noch nicht so we heut, wo jeder Künstler einen Stab von Beratern beschäftigt. Vergiss bitte nicht, dass Elvis diese Art von "Superstardom" auf diese Weise erst erfunden hat.

                      Stattdessen schraubte der gierige Colonel an allen Einstellschrauben um eben aufkosten der Qualität noch und noch mehr Profit rauszudrücken...darunter leidet der oftmals der Zuhörer und Zuseher, alsauch Elvis darunter litt...und die Karriere und deswegen ist es sogar aus kaufmännischer Sicht langfristig zu kurz gedacht gewesen...
                      Wieso? Es hat doch langfristig funktioniert, wie man heute noch sieht. So schlecht kann die Qualität dann doch nicht gewesen sein!

                      Wir halten uns immer an einer Handvoll B-wertiger Filme auf und tun so, als wäre die ganze Karriere dieses Mannes ein Ramschprodukt gewesen. Das war aber nicht so!

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                      • gast-20090521

                        #176
                        Zitat von Blues Boy
                        Was hat denn Elvis gestrichen?
                        Spontan fallen mir folgende Songs ein, wo ganze Strophen oder Textzeilen Elvis' vorauseilender Vorsicht zum Opfer gefallen sind:

                        - Baby let's play house
                        - Shake, rattle and roll
                        - One night
                        - The first time ever I saw your face
                        - Good Time Charlie's got the Blues

                        Vielleicht gab's auch noch ein paar mehr, aber die kommen mir gerade in den Sinn.

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                        • gast-20110818

                          #177
                          Zitat von MusicMan
                          - Baby let's play house
                          "To play house" heißt doch schon "fi...n", oder nicht?

                          - Shake, rattle and roll
                          - One night
                          Die hat Elvis beide mit Original-Text aufgenommen. Die Zensur kam da sicher durch Druck von RCA (und vom Colonel sicher auch )

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                          • gast-20090521

                            #178
                            Zitat von Blues Boy
                            "To play house" heißt doch schon "fi...n", oder nicht?
                            Das wird der Großteil der Bevölkerung wohl nicht verstanden haben - vielleicht noch nicht einmal Elvis selber. Bezeichnend ist aber, dass er die Zeile "you may have religion, baby" durch "you may have a pink Cadillac" ersetzt hat. 1970 bei den TTWII-Proben hatte er das wohl wieder vergessen...

                            Die hat Elvis beide mit Original-Text aufgenommen. Die Zensur kam da sicher durch Druck von RCA (und vom Colonel sicher auch )
                            Weiß man's? Und wenn, dann vermute ich eher RCA. Vor allem, da Parker sich doch angeblich nie eine Elvis-Platte angehört hat... (Was natürlich auch eine absolute Räuberpistole ist.)

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                            • gast-20090521

                              #179
                              Zitat von TheKing
                              Auch bei dem Songmaterial. Man überall nachlesen wie diese Beschaffungsschiene der Songs in die Sackgasse führte. Die wirklich großen Songs mit Potential bekamen andere, weil die Deals fairer waren.
                              Diesen Satz möchte ich übrigens noch mal aufgreifen. Du schreibst, man kann das überall nachlesen. Wo denn? Bei Larry Geller?

                              Das kompetenteste Buch (bzw. sogar das einzig kompetente) zum Thema Songs und Drumherum ist eindeutig "Writing for the King", weil da die Betroffenen direkt zu Wort kommen, aus erster Hand. Und genau da steht das nämlich so nicht drin, ganz im Gegenteil. Sehr zu empfehlen, diese Lektüre, bringt einen großartgen EInblick und räumt mit allerlei Ammenmärchen rund ums Songschreiben und Verlagswesen einmal gründlich auf!

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                              • TheKing
                                Board-Legende

                                • 19.06.2006
                                • 20721

                                #180
                                Zitat von MusicMan
                                Wer hat Elvis denn daran gehindert, parallel zu den Filmen ins Studio zu gehen und großartige Alben einzuspielen? Drei Filme im Jahr, die in 3-6 Wochen abgedreht waren - Zeit genug hätte er gehabt. Zwischen 1963 und 1968 hat er - ohne die Gospels - gerade mal 40 Nicht-Film-Songs aufgenommen. Das hat er 1969 und 1970 in ein paar Tagen runtergerissen!
                                Das ist ein Argument, Elvis hat sich nicht sehr engagiert noch etwas anderes zu machen. Trotzdem hat es doch eine starke Wirkung auf ihn und seine Arbeitsmoral gahabt. Eben weil er Parker vertraute, dass dieser wüßte was genau richtig ist, folgte Elvis oft wohl mit knirschenden Zähnen und hoffte auf bessere Zeiten...da sehe ich eben den Fehler Parkers, wie Timothy schon sagte...Dancing Chicken....es war ihm egal, ob sich seine Akteure die Pfoten verbrannten...
                                Zitat von MusicMan


                                Das ist auch eine feine Legende. Nenn mir mal konkret einen Song, den Elvis nicht bekommen hat, womit ein anderer dann einen Riesenhit eingefahren hat!
                                Wo sind denn die großen Hits von Elvis in der Zeit? Warum hatte nicht jeder Film wenigstens einen potentiellen Hit? Oder zwei? Dann heißt es immer, Parker habe keinen künstlerischen Einfluss genommen...das sehe ich anders..seine Entscheidungen beeinflußten die künstlerische Entwicklung von Elvis absolut.

                                Zitat von MusicMan

                                Und die Praxis, dass die Autoren Kohle abdrücken müssen, ist keine Erfindung von Parker. Das ist bei fast jedem großen Star so, vor Elvis schon, und heute ist es auch noch so.
                                Dagegen hat ja keiner was, klar sollen die ihr Geld haben...das ist schon okay...aber wenn die Konditionen nicht so hart gewesen wären, wären einige Songs bei Elvis mehr gelandet...
                                Zitat von MusicMan


                                Dann wäre Elvis kein Künstler, sondern ein durchgestyltes Kunstprodukt gewesen.
                                Nein, das ist ein anderes Extrem. Wie wäre es mit einem Künstler Elvis, den man etwas ernsthafter aufbaut und ausbaut, anstatt wie eine Goldene Henne ein Billigosterei nach dem Anderen klegen zu lassen?

                                Zitat von MusicMan
                                Außerdem gab es diese Art von Karriereplanung damals noch nicht so we heut, wo jeder Künstler einen Stab von Beratern beschäftigt. Vergiss bitte nicht, dass Elvis diese Art von "Superstardom" auf diese Weise erst erfunden hat.


                                Wieso? Es hat doch langfristig funktioniert, wie man heute noch sieht. So schlecht kann die Qualität dann doch nicht gewesen sein!
                                Das ist eher Elvis geschuldet, dessen Ausstrahlung uind Charme irgendwo trotzdem durchkam, darauf alleine basierte der Erfolg. Wie gerne hätte ich ein paar mehr wirklich rundherum gute Filme mit Elvis gesehen...mit besserer Musik!
                                Zitat von MusicMan

                                Wir halten uns immer an einer Handvoll B-wertiger Filme auf und tun so, als wäre die ganze Karriere dieses Mannes ein Ramschprodukt gewesen. Das war aber nicht so!

                                Nein, nein. Elvis hatte zwei absolute Hochphasen 1956-1960 und 1968 - 1970 da war er herausragend und übertrumpfte alles andere um Längen, da war er großartig. Keiner kann ununterbrochen nur Hochleistung bringen...das ist klar..und Elvis ließ sich auch mal hängen und lebte eine lockere Kugel, ist auch in Ordnung...
                                Ohne Worte!

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