Elvis und die Songauswahl in Filmen

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  • Hunka Hunka 1860
    Gehört zum Inventar

    • 23.11.2007
    • 3804

    #31
    Zitat von MusicMan
    Er musste gar nix.

    Ja was jetzt ? Musste er oder musste er nicht ?

    Kommentar

    • Schorni
      Posting-Legende

      • 09.12.2003
      • 8637

      #32
      Zitat von MusicMan
      Er musste gar nix.

      Sicher. Müssen mußte er nur auf die Toilette.
      Meine Meinung steht fest, bitte irritieren Sie mich nicht mit neuen Tatsachen!

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      • gast-20090521

        #33
        Zitat von Schorni
        Sicher. Müssen mußte er nur auf die Toilette.
        Und selbst das bekanntlich nicht immer.

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        • King77
          Board-Legende

          • 04.08.2007
          • 14925

          #34
          Bei den Filmsongs ist das bei manchen Fans so gelaufen,wenn Ihnen ein Song persönlich nicht gefällt dann wollte Elvis den Song gar nich aufnehmen er mußte das.Manche Fans legen den eigenen Musikgeschmack einfach auf Elvis um.Ich bin der Meinung das Elvis mindestens 50% der Filmsongs auch ohne die Filme aufgenommen hätte,da ja die gleichen Songwriter für ihn gearbeitet haben.Nicht bei allen Songs war das Lied für eine bestimmte Begebenheit im Film gedacht,sondern die Songwriter wußten Elvis braucht für einen Film einen Rockigen Titel und einen Love-Song und diese wurden angeboten.Das es auch so lief hat Mort Shuman einmal gesagt.

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          • gast-20090521

            #35
            Zitat von Hunka Hunka 1860
            Ja was jetzt ? Musste er oder musste er nicht ?
            Das hängt damit zusammen, wie man "müssen" definiert. Oder mit der beliebten Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei.

            Man hört und liest ja oft den Satz "Elvis musste in den 60ern Filme drehen, er war vertraglich dazu verpflichtet". Nun führen wir uns diesen Satz einmal genau vor Augen und fragen uns: Wodurch entsteht eine vertragliche Verpflichtung? Geniale Antwort: Durch eine eigenhändige Unterschrift.

            Also stellen wir die Frage anders: War Elvis verpflichtet, diese Verträge zu unterschreiben? Eindeutige Antwort: Nein.

            Dass er - nach einmal geleisteter Unterschrift - im Gegenzug dann auch tatsächlich verpflichtet war, die Leistung, die im Vertrag stand und für die er die Zahlungen i.H.v. einer Million plus 50% der Einspielergebnisse auch gerne in Anspruch nahm, zu erbringen, müsste jedem klar sein, der einmal in seinem Leben einen Vertrag unterschrieben hat, sei es ein Zeitungsabo oder ein Arbeitsvertrag.

            Ergo: Niemand ist verpflichtet oder gar gezwungen, der bestbezahlte Schauspieler Hollywoods zu sein. Wenn er den Filmvertrag aber unterschreibt, dann muss er auch tun, was im Drehbuch steht. Er hätte es sich ja - wie andere Schauspieler das tun - vorher durchlesen und ggfls. ablehnen können. Hat er aber nicht. Das kann man sehen, wie man will, aber nachher rumjammern ist unsportlich.

            Darüber hinaus empfehle ich die Lektüre von "Writing for the King" - darin wird die Praxis bei der Liederauswahl für die Filme eingehend von mehreren Leuten beschrieben, in herrlicher Übereinstimmung, was in der Elvis-Welt selten der Fall ist. Und da lernt man schnell, dass das alles nicht so ein "Zwang" war, wie es von Außenstehenden immer entschuldigend dargestellt wird. Und vor allem, dass Elvis auch da größtmögliche künstlerische Freiheit genoss: Er konnte jeden Song ablehnen, dann wurde von den Auftragsschreibern halt so lange weiterkomponiert, bis ihm ein Song gefiel. Was will man also mehr?

            Lange Rede, kurzer Sinn: Er musste also nicht. Die Songs aus den Filmen konnte er sich genauso aussuchen wie alle anderen auch. Es findet sich unter den Aufnahmen von Elvis Presley kein einziges Lied, dass er gegen seinen Willen singen musste. Ob einem das jetzt behagt oder nicht, muss man selber entscheiden, aber sich in selbstbetrügerischer Absicht einreden, Elvis "musste" Perlen wie "Confidence" oder "Old McDonald" singen, macht einem das Leben auf Dauer auch nicht leichter.

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            • TheKing
              Board-Legende

              • 19.06.2006
              • 20721

              #36
              Musikmann erklärt die Welt. Die Situation der Filmsoundtracks war doch schon so, dass es eine handvoll Songwritern gab die mit den Kompositionen für die Elvisfilme beauftragt wurden, die gaben dann ihre Vorschläge ab und Elvis wählte aus den Vorschlägen seine Teile aus. Leider waren da nicht nur Edelsteine darunter und manche üble Kröte wurde geschluckt.

              Zwingend notwendig war die Situation nicht, denn man hätte sich auch die Mühe machen können tolle Songs in ein engagiertes Drehbuch einzuarbeiten. Wir wissen aber, wie die Drehbücher waren und wie viele Songs waren. Das wurde flließbandartig runtergearbeitet und war zeitweilig sehr trashig.

              In Elvis Soundtracks finden wir aber auch viele tolle Balladen und manch schönes Teil...es ist nicht alles schlecht, man muss sich die Soundtracks genauer unter die Lupe nehmen. Bei den Uptempo-nummern, ist es leider oft ( nach meinem Gusto) fatal, was da geleistet wurde...wenn man bedenkt, wie er vorher und nachher abgerockt hat, dann tun mir da manche Dinger richtg weh.

              ZumThema autobiografisch: Ich bin mir sehr sicher, dass wir beim späteren Elvis den Gemütszustand auch in der Songauswahl wiederfinden. Hört Euch mkal die jungleroomsesion an, dann wisst ihr schon, wie es ihm ging. Ich sehe da einen Unterschied zu den immer sehr guten Balladen, die er stets sang. Wer seine Geschichte kennt, wer ein bißchen Gefühl für Elvis hat, der versteht schon...das Reportaire der späteren Zeit spiegelt eindeutig etwas von ihm wieder.
              Zuletzt geändert von TheKing; 04.05.2008, 11:10
              Ohne Worte!

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              • gast-20090521

                #37
                Zitat von TheKing
                Musikmann erklärt die Welt.
                Nicht gleich die ganze Welt. Ich wollte nur verhindern, dass es wieder auf Geller-Niveau abdriftet und ganz banale Fakten der Unterhaltungsbranche zur Esoterik erklärt werden, mit dunklen Mächten, die Elvis zu etwas zwangen. Hier geht's um Elvis, nicht um Verschwörungstheorien.

                Die Situation der Filmsoundtracks war doch schon so, dass es eine handvoll Songwritern gab die mit den Kompositionen für die Elvisfilme beauftragt wurden, die gaben dann ihre Vorschläge ab und Elvis wählte aus den Vorschlägen seine Teile aus.
                Es gibt Namen, die immer wieder auftauchen. Das heißt aber nicht zwingend, dass nur die für ihn arbeiteten, sondern es heißt, dass Elvis deren Songs am besten fand. Die Auswahl war größer. So tauchen auch immer wieder gewisse Namen nur ein- oder zweimal auf, was eindeutig dafür spricht, dass auch andere Leute am Werk waren. Mitunter wurden bis zu acht verschiedene Songs pro Szene eingereicht, und wenn Elvis keiner davon gefallen hätte, hätte er auch keinen davon singen brauchen. Dass er manches Mal zu früh aufgab, unterstellen wir ihm einfach, muss aber nicht stimmen. Und wenn es stimmt, war es immer noch seine freiwillige Entscheidung.

                Zwingend notwendig war die Situation nicht, denn man hätte sich auch die Mühe machen können tolle Songs in ein engagiertes Drehbuch einzuarbeiten.
                Dafür hätte er erst mal ein solches geben müssen.

                In Elvis Soundtracks finden wir aber auch viele tolle Balladen und manch schönes Teil...es ist nicht alles schlecht, man muss sich die Soundtracks genauer unter die Lupe nehmen.
                In der Tat. Ich will sie nicht missen. Da nimmt man dann halt auch so manche Gurke in Kauf. Die findet sich übrigens auch auf hochgelobten Nicht-Film-Alben.

                Hört Euch mkal die jungleroomsesion an, dann wisst ihr schon, wie es ihm ging.
                Das glaubte ich auch, bis ich die großartige FTD dazu hörte, wo wir einen gut gelaunten, zu Scherzen aufgelegten Elvis erleben. Nix mit depressiver Endzeitstimmung.

                Wenn wr es einmal genau betrachten, dann hatte Elvis immer schon einen Hang zu tieftraurigen, dramatischen Balladen. Gegen Ende machte er sich nur immer freier vom kommerziellen Erwartungsdruck, den fröhlichen Rocker geben zu müssen. Wenn's nach ihm gegangen wäre, hätte er von Anfang an nur solche Sachen gesungen - guck doch mal, mit welchen Songs er ursprünglich bei SUN aufschlug.

                Ich sehe das autobriographische nicht, oder nur in verschwindend geringem Maße. Er liebte diese Art von Songs ganz einfach, egal ob er gerade frisch verliebt oder unglücklich getrennt war. That's it.

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                • Hunka Hunka 1860
                  Gehört zum Inventar

                  • 23.11.2007
                  • 3804

                  #38
                  Zitat von MusicMan
                  Das glaubte ich auch, bis ich die großartige FTD dazu hörte, wo wir einen gut gelaunten, zu Scherzen aufgelegten Elvis erleben. Nix mit depressiver Endzeitstimmung.

                  Also hatt er zB das Wort Motherf..... bei take 3 von Moody blue aus purer Lebensfreude benutzt ?

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                  • gast-20090521

                    #39
                    Zitat von Hunka Hunka 1860
                    Also hatt er zB das Wort Motherf..... bei take 3 von Moody blue aus purer Lebensfreude benutzt ?
                    Ich höre ihn da rumalbern mit seinen Kraftausdrücken. Nach tieftrauriger Depression klingt das alles nicht, was zwischen den Takes abläuft.

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                    • Hunka Hunka 1860
                      Gehört zum Inventar

                      • 23.11.2007
                      • 3804

                      #40
                      Zitat von MusicMan
                      Ich höre ihn da rumalbern mit seinen Kraftausdrücken. Nach tieftrauriger Depression klingt das alles nicht, was zwischen den Takes abläuft.

                      Das herumalbern kann man aber auch dazu benutzen die waren Gefühle zu vertuschen. (muss nicht, kann aber) Oder zB bei der einen Version von Hurt (nicht auf der FTD) wird er das auch nicht gemacht haben weil alles so Wunderbar und schön ist........

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                      • gast-20090521

                        #41
                        Zitat von Hunka Hunka 1860
                        Das herumalbern kann man aber auch dazu benutzen die waren Gefühle zu vertuschen. (muss nicht, kann aber)
                        Genau das ist der Punkt: Reininterpretieren kann man alles in alles. Ist er mies drauf, war er depressiv. Ist er gut drauf, war er auch depressiv, konnte es nur nicht so recht zeigen. Alles irgendwie sehr beliebig, oder?

                        Oder zB bei der einen Version von Hurt (nicht auf der FTD) wird er das auch nicht gemacht haben weil alles so Wunderbar und schön ist........

                        Genau diese Cocksucker-Version sehe ich als Indiz dafür an, dass er diesen Song und seine Botschaft auch nicht besonders ernst nahm, und er nicht etwa ein Ausdruck seines inneren Leidens war. Dann wäre er mit mehr Ernst bei der Sache gewesen.

                        Die einzigen Songs, bei denen ich einem Bezug zu seinen wahren Gefühlen sehe, waren seine Gospels. Kennen wir da Outtakes mit "Motherfucker" und "Sonofabitch"? Nein!

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                        • Hunka Hunka 1860
                          Gehört zum Inventar

                          • 23.11.2007
                          • 3804

                          #42
                          Zitat von MusicMan
                          Die einzigen Songs, bei denen ich einem Bezug zu seinen wahren Gefühlen sehe, waren seine Gospels. Kennen wir da Outtakes mit "Motherfucker" und "Sonofabitch"? Nein!

                          Du meinst doch jetzt nicht wirklich das er bei jedem Lied (gerade bei den Gospel-songs) gerade so mit Kraftausdrücken um sich geworfen hat ?!

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                          • gast-20080510

                            #43
                            Zitat von MusicMan
                            Er musste gar nix.
                            In den Filmen schon. Dort konnte er maximal aus 2-3 vorausgewählten Songs einen aussuchen. Immerhin mussten sie in die jeweilige Filmszene passen, was bereits beim Schreiben des Drehbuchs festgelegt wurde (in das Elvis ja nie einbezogen war). Oft gab es auch keine Alternative. Das Duett "The Lady Loves Me" z.B. aus "Viva Las Vegas" ist genau für diese Szene vorgesehen gewesen und da kann man doch nicht die ganze Szene umschreiben oder weglassen, nur weil Elvis der Song nicht gefällt. Dadurch würde sich doch die komplette Dramaturgie des Films verändern (wenn man von einer solchen in einem Elvisfilm überhaupt sprechen kann ).

                            Es ist nur 1 einzige Filmszene bekannt, bei der sich Elvis strikt geweigert hat, sie zu spielen/singen. Nämlich in "Harum Scarum", in dem er urspr. zu einem Kamel hätte singen sollen (welchen Song weiß ich nicht, möglicherweise "So close, yet so far from paradise"?)

                            Jedenfalls verpflichtete sich Elvis mit Unterschrift unter den Filmvertrag, auch das entsprechende Songmaterial zu verwenden.
                            Zuletzt geändert von Gast; 04.05.2008, 12:03

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                            • Hunka Hunka 1860
                              Gehört zum Inventar

                              • 23.11.2007
                              • 3804

                              #44
                              Zitat von I_John
                              In den Filmen schon. Dort konnte er maximal aus 2-3 vorausgewählten Songs einen aussuchen. Immerhin mussten sie in die jeweilige Filmszene passen, was bereits beim Schreiben des Drehbuchs festgelegt wurde (in das Elvis ja nie einbezogen war). Oft gab es auch keine Alternative. Das Duett "The Lady Loves Me" z.B. aus "Viva Las Vegas" ist genau für diese Szene vorgesehen gewesen und da kann man doch nicht die ganze Szene umschreiben oder weglassen, nur weil Elvis der Song nicht gefällt. Dadurch würde sich doch die komplette Dramaturgie des Films verändern (wenn man von einer solchen in einem Elvisfilm überhaupt sprechen kann )
                              Wenn ihm Drehbücher vorgelegt wurden konnte er da auch dann wie bei den Film-songs aus verschiedenen Optionen wählen oder gab es da immer nur eins und das musste er nehmen ?

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                              • gast-20090521

                                #45
                                Zitat von I_John
                                In den Filmen schon. Dort konnte er maximal aus 2-3 vorausgewählten Songs einen aussuchen.
                                Das stimmt nicht, definitiv. Lies "Writing for the King"! Da waren mitunter 6-8 Songwriter oder Teams mit einem Song jeweils für eine Szene beschäftigt. Das wird übereinstimmend berichtet. Es herrschte geradezu ein Wettbewerb, jeder wollte einen Song in einem Elvis-Film unterbringen, weil es sicheres Geld war.

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