Der Rebell

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  • gast-20110321

    #241
    Zitat von gast-20080904
    Ich weiß nicht: Ein Mensch, der die Grundlagen für sein eigenes Menschsein mit Anfang 40 zerstört hat ... Wieviel versteht der tatsächlich von der Materie? Oder drückt sich Menschlichkeit deines Erachtens darin aus, Wildfremden Autos zu schenken?
    wie drück sich denn das menschsein/menschlichkeit aus

    danach würde es ja bedauten,dass ein "guter" mensch,der mit 40j stirbt,das menschsein/menschlichkeit nicht verstanden hat....während der 100 jährige (der mörder,verbrecher,kriegstreiber ,oder so, ist/war....menschsein versteht und die menschlichkeit) !
    Zuletzt geändert von Gast; 14.11.2007, 20:58

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    • Derek
      Gehört zum Inventar

      • 02.06.2007
      • 3185

      #242
      Zitat von gast-20080904
      Um es anders zu formulieren: Bzgl. der Frage, ob Elvis des Rebellentums "schuldig" gesprochen werden kann: Hat er vorsätzlich gehandelt, um die Tatbestandsmerkmale zu verwirklichen? - Wohl kaum.
      Um das vorwegzunehmen: Mir ist es gleich, ob Elvis ein Rebell war oder nicht. Meine Versuche, ihn zu deuten, würden an anderer Stelle ansetzen.

      Ich vermute, dass er ursprünglich kein Rebell war, sondern sich überrascht als Musiker entdeckte, der bei Vielen starke Reaktionen hervorrief.

      Doch spätestens Mitte 1956 war ihm klar, dass er gegen das Establishment anrannte und als Skandal empfunden wurde. Und von der Jugend wurde er vor diesem Hintergrund womöglich als Rebell angesehen.

      Elvis machte sein Ding weiter. Ab diesem Zeitpunkt könnte man ihm Vorsatz unterstellen. Das Gegenargument sind seine Interviews in dieser Zeit, bei denen er dankend abwinkt.
      Zuletzt geändert von Derek; 14.11.2007, 21:31

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      • gast-20110818

        #243
        Zitat von Derek
        Elvis machte sein Ding weiter. Ab diesem Zeitpunkt könnte man ihm Vorsatz unterstellen.
        Elvis war ja schon immer um den Fortgang seiner Karriere besorgt und zweifelte ja auch, als Parker ihn zur Armee schickte.
        Er bekam zwar auf der einen Seite "Gegenwind" wegen seiner Musik, auf der anderen Seite verkaufte sie sich aber prächtig und bescherte ihm jede Menge Dollars.

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        • Derek
          Gehört zum Inventar

          • 02.06.2007
          • 3185

          #244
          Zitat von Blues Boy
          Elvis war ja schon immer um den Fortgang seiner Karriere besorgt und zweifelte ja auch, als Parker ihn zur Armee schickte.
          Er bekam zwar auf der einen Seite "Gegenwind" wegen seiner Musik, auf der anderen Seite verkaufte sie sich aber prächtig und bescherte ihm jede Menge Dollars.
          Ich hätte an Elvis' Stelle auch erhebliche Zweifel gehabt, wenn der Colonel mich unter jenen Umständen zur Armee geschickt hätte. Mann, haben die hoch gepokert!

          Und ergänzend zum Thema Geld sollte man vielleicht noch anführen, dass die ganze Entwicklung Elvis auch Ruhm, Spaß, Lebensqualität, mehr und weniger gute Freunde, eine Art von Sinn usw. einbrachte.

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          • TheKing
            Board-Legende

            • 19.06.2006
            • 20721

            #245
            Puh....da kriegt man ja einen ganz dicken Brummschädel, wenn man hier liest...

            ich denke, manche verwechseln die Phrase:" Wird Elvis allgemein als wilder rebell gesehen?" mit der tatsächlichen Frage:"War Elvis (von seiner Persönlichkeit her) ein Rebell?"

            Klar wird er historisch so gesehen.


            Aber wir kennen ihn etwas besser. oder? Sein Gesangsstil und seine Art sich auf der Bühne zu bewegen, das war ein Skandal ! Das hat etwas von Rebellion...wenn ganze Sääle zerschriehen und zerkrischen werden, das hat was von Revolution...ja aber Elvis hatte das doch nicht im Sinn. Daher meine Antwort nochmal: Nein, er war von Haus aus eher kein Rebell, er machte sein Ding...und interpretieren überließ er anderen und die tun es bishin zu uns hier und jetzt...so einfach ist das.

            call him what you will...
            Ohne Worte!

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            • gast-20100118

              #246
              wir kennen ihn etwas besser ? warum soll ein Rebell nicht auch eine harmonische supernette Seite haben?

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              • gast-20080405

                #247


                Ok, die sog. "Halbstarken" der Nachkriegszeit kann man als Rebellen bezeichnen, da sie sich ganz bewusst durch ihr Äußeres von ihrem Umfeld abheben wollen. Elvis wollte sich von nichts abheben. Er wuchs in einem Umfeld auf, in dem körperliche Bewegungen zur Musik, grelle Klamotten usw. völlig normal waren. Wer heute durch die Beals Street in Memphis geht, kann das noch erahnen. Für die biederen weißen Durchnittsamerikaner muss er zunächst wie ein Rebell ausgesehen haben, aber er WAR keiner, da er sich mit seinem Stil gegen nichts und niemanden auflehnen wollte!

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                • gast-20071202

                  #248
                  Zitat von Rev.Gerhard
                  wir kennen ihn etwas besser ? warum soll ein Rebell nicht auch eine harmonische supernette Seite haben?
                  Du meinst tagsüber Rebell, nach Feierabend dann schön zuhause bei Mutti den warmen Apfelstrudel servieren lassen und dazu ein feines Glas selbstgemachte Limonade, bevor's runtergeht in den Keller zu den gemeinsamen Laubsägearbeiten mit dem Vater?

                  Ja, stimmt, warum eigentlich nicht ...?



















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                  • gast-20100118

                    #249
                    Zitat von Stutz71

                    Ok, die sog. "Halbstarken" der Nachkriegszeit kann man als Rebellen bezeichnen, da sie sich ganz bewusst durch ihr Äußeres von ihrem Umfeld abheben wollen. Elvis wollte sich von nichts abheben.
                    dochdoch. er war sich seiner Identität als Weißer voll bewußt. Dafür war er viel zu sehr interessiert an und vertraut mit allem, was hörbar und sichtbar war. Und er hat ganz bewußt entflammten Herzens den Botschafter für die Schwarzen gespielt.

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                    • gast-20100118

                      #250
                      Zitat von gast-20080904
                      Du meinst tagsüber Rebell, nach Feierabend dann schön zuhause bei Mutti den warmen Apfelstrudel servieren lassen und dazu ein feines Glas selbstgemachte Limonade, bevor's runtergeht in den Keller zu den gemeinsamen Laubsägearbeiten mit dem Vater?

                      richtig. so ein Rebell, wie Du ihn bevorzugst, der Mutters BH flambiert und Papas Kornflaschen wegsäuft, war er leider nicht. :traurig:

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                      • Prince Graceland
                        Gehört zum Inventar

                        • 11.07.2005
                        • 1747

                        #251
                        Zitat von gast-20080904
                        Du meinst tagsüber Rebell, nach Feierabend dann schön zuhause bei Mutti den warmen Apfelstrudel servieren lassen und dazu ein feines Glas selbstgemachte Limonade, bevor's runtergeht in den Keller zu den gemeinsamen Laubsägearbeiten mit dem Vater?

                        Ja, stimmt, warum eigentlich nicht ...?






















                        Die Diskrepanz wie Elvis wirkte (Rebellisch) und wie er war (prüde, bieder, patriotisch, konservativ, gläubig...und und und) ist schon gravierend....

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                        • gast-20100118

                          #252
                          sein liebevoller Umgang mit der schwarzen Kultur wird auch hier ganz gut dargestellt.

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                          • gast-20071202

                            #253
                            Zitat von Rev.Gerhard
                            richtig. so ein Rebell, wie Du ihn bevorzugst, der Mutters BH flambiert und Papas Kornflaschen wegsäuft, war er leider nicht. :traurig:
                            Sagen wir, er war ein Spezialform des Rebells, okay? "Think locally, act globally" sozusagen. Er machte seine Sache und konnte dabei nicht wissen, was er anrichten würde. Er war nicht scharf drauf, aber einmal in der Rolle füllte er sie perfekt aus. Eigentlich hast du Recht: Warum soll ein Rebell nicht auch seine bürgerlichen Seiten haben (haben die meisten eh für meine Begriffe)?

                            Man könnte auch sagen: Elvis rebellierte das Rebellentum, indem er gar nicht mehr die Vorstellung vom Rebellen bediente, sondern bereits einen Schritt weiter ging: Rebellisch zu sein, ohne rebellisch zu sein. Und ganz im Ernst: Eigentlich war's doch das, was ihn auszeichnete. Er machte nur, was er wollte. Ich glaube, jetzt habe ich dich verstanden ...

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                            • gast-20100118

                              #254
                              Zitat von gast-20080904
                              Und ganz im Ernst: Eigentlich war's doch das, was ihn auszeichnete. Er machte nur, was er wollte. Ich glaube, jetzt habe ich dich verstanden ...
                              *freu*

                              auf der Seite, zu der der Link oben führt, wird auch beschrieben, wie Elvis weinte, als Martin Luther King beerdigt wurde. Dass er kurze Zeit später "If I Can Dream" aufnahm, war kein Zufall. Ob er sich zu diesem Zeitpunkt vielleicht doch des roten Fadens seiner kulturellen Wegbereitung und der nachfolgenden gestärkten emanzipatorischen Schwarzenbewegung, bis hin zum Königsmord am charismatischen Dr. King, bewußt war ? Ich habe den Eindruck, dies könnte u.a. mit der NBC TV Show 1968 ausgedrückt worden sein. Mit dem Blues, dem Gospel, der lasziven Bühnenshow, der Toleranz für 'Subkultur' in den Spielszenen und der Aufforderung "Lass dir nichts gefallen" in den Karateszenen, spricht doch sehr das kämpferische Toleranz predigende Selbstbewußtsein eines Südstaatlers.

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                              • gast-20100118

                                #255
                                Zitat von Rev.Gerhard

                                auf der Seite, zu der der Link oben führt, wird auch beschrieben, wie Elvis weinte, als Martin Luther King beerdigt wurde.
                                nee. sorry. Verwechslung. das steht hier.


                                "Elvis was deeply moved by the work of the Rev. Dr. Martin Luther King. He was on the set of "Live A Little, Love A Little" in Hollywood when King was assassinated in Elvis' hometown of Memphis. His co-star Celeste Yarnall remembers, "We watched the funeral of Martin Luther King together. Elvis was so moved, he cried. He dearly loved Mr. King and felt very much a part of his movement." (in Sue Weigert's "Elvis Precious Memories, Vol. 2", p. 59.)"
                                Zuletzt geändert von Gast; 15.11.2007, 13:04

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