16.8.77 - Elvis wiederbelebt!

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  • Tafka S.
    Posting-Legende

    • 22.06.2005
    • 9755

    #121
    Zitat von MysteryTrain
    Zum anderen hätte eine grundlegende Änderung seines Lebens mit Sicherheit auch zu Überlegungen geführt, ob z.B. eine zeitweise bis zu 4 Flugzeuge umfassende Flotte unbedingt nötig ist oder ob man so manchen Schmarotzer, der es sich in seinem Umfeld bequem gemacht hat, weiterhin durchfüttern muss.
    Die "überschüssigen" Flugzeuge hatte er ja '77 nicht mehr - ich glaube, die hat er noch 1975 wieder verkauft. Den JetStar wollte er auch abstoßen (ich glaube '76), doch dann kam ja dieser Betrugsfall dazwischen.
    Personell hatte Elvis bereits im Sommer '76 "ausgemistet", sag ich mal, wobei er schon ziemlich kaltherzig vorging, muss ich sagen. Die West-Vettern hatten sich ja gegen Elvis persönlich nichts geleistet, was eine Kündigung gerechtfertigt hätte - die haben halt ihren Job (also Elvis zu schützen) nicht mit dem Kopf sondern mit den Fäusten erledigt, was Elvis kostspielige Klagen wegen Körperverletzung einbrachte. Ihre Idee, sich für ihren Rauswurf mit einem Enthüllungsbuch zu revanchieren, kann ich aber trotzdem nicht gut heißen, weil der Verrat an einer Vertrauensperson immer eine schlechte Idee ist.

    1 Jahr nicht aktiv arbeiten, das wäre für Elvis denke ich problemlos möglich gewesen. Zur Not mit Krediten, die er mit einem neuen Album oder ein paar Tourneen schnell wieder zurückbezahlt hätte.
    Ob die endlosen Tourneen als schnelle Finanzspritze bei Bedarf nach dem Leibwächterbuch noch möglich gewesen wären, weiß leider kein Mensch. Die August-Tournee hätte gezeigt, ob Elvis' Image intakt geblieben wäre oder nicht. Elvis wusste das, und er hatte verständliche Furcht vor der Reaktion seiner Fans. Vielleicht hätte sich nichts geändert, vielleicht aber doch...

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    • Gast

      #122
      Zufälligerweise fand das personelle Ausmisten kurze Zeit später statt, nachdem die Ausgemisteten Elvis mit seinen Problemen konfrontiert hatten.

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      • Tafka S.
        Posting-Legende

        • 22.06.2005
        • 9755

        #123
        Vermutlich spielst Du auf das Unter-Vier-Augen-Gespräch von Red West an, von dem er in WHAT HAPPENED? berichtet, und in dem er - seinen eigenen Worten zufolge - Elvis bezüglich der Medikamente den Spiegel vorhalten wollte. Keine Ahnung, ob das glaubhaft ist, aber falls es so war, könnte das durchaus die zweite Seite der (Kündigungs-)Medaille gewesen sein.

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        • Gast

          #124
          Wenn ich es richtig erinnere, wurde Elvis zu dieser Zeit dreimal auf sein Drogenproblem angesprochen. Anfang des Jahres kamen seine Polizei-Kumpanen deshalb auf ihn zu, in Stateline wurde er von O'Grady/Priscilla angesprochen und dann noch einmal von Red West. Seine Umwelt nahm also eindeutig eine starke Veränderung wahr und machte sich ernsthaft Sorgen. Elvis mauerte allerdings komplett und trennte sich sogar von seinen alten Weggefährten.

          Im Spätsommer schien er dann aber tatsächlich zu versuchen, seine Probleme in den Griff zu bekommen. Im Oktober präsentierte er sich deutlich schlanker und aufgeräumter, die Beziehung zu Ginger verstärkte noch einmal diesen Trend. In Vegas verfiel er allerdings wieder in alte Gewohnheiten, Anfang 1977 muss es wirklich schlimm gewesen sein. Wenn man sich die Fotos vom 31.12.1976 und dem 12.02.1977 anschaut, ist es fast unglaublich, dass nur wenige Wochen dazwischen liegen. Elvis muss diese Tage fast ausschließlich mit Selbstzerstörung zugebracht haben.

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          • ChrisRock

            #125
            Im fensehen war vor jahren eine doku wo Elvis öfters in der nacht von seiner Köchin diese Bananen toast bestellt hat ,es war eine ältere schwarze Dame ,die zeigte wie sie den toast bereitet hat. jede nacht diese toast zu essen kann auch nicht gesund sein .Die letzten jahre von Elvis sind mir bis jetzt immer fremd gewesen ,das wusste ich alles nicht.
            gruß

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            • Lakota
              Posting-Legende

              • 05.09.2007
              • 9018

              #126
              Ich denke, ein paar Bananentoasts zu später Stunde waren die geringsten Probleme die Elvis hatte.
              Du bist zeitlebends für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

              * Antoine De Saint-Exupéry *

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              • Tafka S.
                Posting-Legende

                • 22.06.2005
                • 9755

                #127
                Zitat von Lakota
                Ich denke, ein paar Bananentoasts zu später Stunde waren die geringsten Probleme die Elvis hatte.
                Das kann man durchaus so sehen, wenn wir von der Zeitspanne 1976/77 reden.

                Elvis muss diese Tage fast ausschließlich mit Selbstzerstörung zugebracht haben.
                Schwer zu sagen, ob es sich um eine willentliche Selbstzerstörung handelte oder eine passive (also alles auf sich zukommen zu lassen, ohne eine Entscheidung herbei zu führen bzw. herbei führen zu können).
                Zuletzt geändert von Tafka S.; 14.10.2014, 12:18

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                • Gast

                  #128
                  Wenn man die damaligen Weggefährten hört, scheint Elvis sich nicht vorsätzlich zugrunde gerichtet zu haben. Es wirkt auf mich eher so, als sei er einfach abhängig gewesen und habe die Folgen seines Tuns hingenommen.

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                  • Tafka S.
                    Posting-Legende

                    • 22.06.2005
                    • 9755

                    #129
                    Eine mögliche Theorie, ja.

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                    • Winston

                      #130
                      Zitat von A. C. van Kuijk
                      ... und habe die Folgen seines Tuns hingenommen ...
                      ...unterschätzt - mangels Wissen [?] und Vernunft - würde ich annehmen.

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                      • Tafka S.
                        Posting-Legende

                        • 22.06.2005
                        • 9755

                        #131
                        Auch das ist möglich. Schließlich war er ELVIS und sich dessen bewusst. Gut vorstellbar, dass er meinte, ein ELVIS könne dieses oder jenes besser verkraften als ein gewöhnlicher Mensch. Man liest ja gelegentlich davon, dass er hin und wieder seine Grenzen auszuloten versuchte. Und womöglich glaubte er auch 1976/77, dass es für ELVIS schon nicht zu schlimm kommen würde.
                        Ist natürlich nur ein Gedanke - wie könnte ich denn auch behaupten, die Wahrheit zu kennen.
                        Aber wer diese Geschichten gelesen hat (siehe beispielsweise das "Zeichen" in der Wüste, wie es LG beschrieben hat), der könnte sich auch so etwas vorstellen...

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                        • Gast

                          #132
                          Zitat von Winston
                          ...unterschätzt - mangels Wissen [?] und Vernunft - würde ich annehmen.
                          Einfach nur SUCHT. Es gibt doch kaum einen Langzeitabhängigen, der nicht weiß, was er sich da antut. Die Folgen werden verdrängt. Vermutlich kam bei Elvis noch hinzu, dass er die Auswirkungen seiner Abhängigkeit nur in milder Form zu spüren bekam. Er hatte keinerlei Beschaffungsprobleme, beschäftigte eine Armada von Angestellten und wurde unabhängig von seiner tatsächlichen Leistung gelobt und beklatscht. Ohne die Härten des Alltags ist es vermutlich deutlich leichter, trotz eingeschränkter Funktionsfähigkeit durchs Leben zu kommen.
                          Zuletzt geändert von Gast; 14.10.2014, 20:02

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                          • Tafka S.
                            Posting-Legende

                            • 22.06.2005
                            • 9755

                            #133
                            Zitat von A. C. van Kuijk
                            Ohne die Härten des Alltags ist es vermutlich deutlich leichter, trotz eingeschränkter Funktionsfähigkeit durchs Leben zu kommen.
                            Okay, die Härten des Alltags in Form von täglicher harter Arbeit zu normalen Konditionen (wie er das mglw. bei einer "Karriere" als Elektriker erfahren hätte ) kannte er in dieser Form nicht. Andersherum können wir alle nicht mitreden, wenn es darum geht, wie der Berufs-Alltag eines Elvis Presley gewesen ist - der Druck, von dem immer wieder die Rede ist, der Stress, auf Abruf zu funktionieren und in geballter Form tagtäglich/-nächtlich aufzutreten, auch wenn es danach wieder Ruhephasen gab. Der ständige Tumult, wann immer und wo immer er in Erscheinung trat etc.
                            Der verzweifelte Ausspruch aus dem Jahr '77, "Ich bin es leid, Elvis Presley zu sein", spricht doch Bände.
                            ELVIS zu sein, hatte mit Sicherheit seine Vorzüge, aber sicher nicht ausschließlich.

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                            • Gast

                              #134
                              Elvis hatte mehr Ruhepausen als jeder Arbeitnehmer und führte -trotz aller Einschränkungen des Ruhms- ein mehr als komfortables Leben. Überanstrengung spielte bei seinem Ableben sicherlich keine Rolle.

                              Ich wollte mit meinem Posting sagen, dass das Leben mit der Sucht für Elvis einfacher war, als für einen 08/15-Arbeitnehmer. Selbst in Las Vegas oder auf Tournee musste Elvis nur eine, bzw. zwei vertraglich vereinbarte Stunden am Tag arbeitsfähig sein. Zudem hatte er keine Sorgen, seine Sucht zu finanzieren oder sich den Stoff zu beschaffen. Zusätzlich war er von einem Umfeld umgeben, das ihn schützte und sein Tun rechtfertigte. Das alles ist beim "normalen" Süchtigen nicht der Fall, ergo hatte es Elvis relativ leicht, seine Probleme über einen langen Zeitraum mehr oder minder zu ignorieren.

                              Elvis' Aussage halte ich übrigens für Bullshit. Was hätte er denn sonst machen sollen? Glaubt jemand ernsthaft, ein solcher Typ hätte jahrelang einen 08/15-Job durchgezogen? Wenn nicht immer was Neues kam, langweilte sich Elvis. Das Leben besteht aber nun einmal aus Routine - und die Elvis Presley-Routine dürfte weitaus spannender und angenehmer gewesen sein, als ein gewöhnliches Arbeitsleben.

                              Prinzipiell glaube ich, dass Natalie Wood mit ihrer Aussage recht hatte. Elvis konnte gut singen, aber eben auch nicht viel mehr.

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                              • Tafka S.
                                Posting-Legende

                                • 22.06.2005
                                • 9755

                                #135
                                Stellenweise durchaus interessante Überlegungen, aber leider nicht nur. In manchen Formulierungen bist Du mir zu drastisch, auch wenn Deine Darlegungen in der Sache ja nicht zwingend unrichtig sind.
                                Dass Elvis keine "Beschaffungskriminalität" nötig hatte, um sich die regelmäßig einzunehmenden Medikamente (keine Drogen im eigentlichen Sinne) finanzieren zu können, war sicher (für ihn) von Vorteil. Aber dass er ansonsten ein "Faulpelz" war und kaum effektiv zu arbeiten hatte, ist mir zu verkürzt dargestellt.
                                Das Buch von LG gibt hier sehr aufschlussreiche Informationen bezüglich des Innenlebens von Elvis anno 1976/77, die aufzeigen, wie zermürbt und ausgelaugt der 42-jährige Elvis im Grunde war. Wahrscheinlich erforderte schon das tägliche nachmittägliche Aufstehen große mentale Anstrengungen.

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