Diskussion um Elvis, Konzerte, Charterfolge, etc.
Einklappen
X
-
Er hat auf jeden Fall beim CBS-Special immer noch eine bessere Stimme, als der von Lexa sehr geschätzte Bob Dylan...(kleiner Scherz am Rande...
)
Also ich würde jetzt nicht mit solchen harten Worten auf die Stimme/den späten Elvis einhämmern...er hatte einige Atemprobleme, sie aber m.E. doch sehr gut kaschiert (bei manchen Songs besser als bei anderen). Mir fiel das vorhin auf, als ich die Moody Blue/From Elvis Presley Blvd. nach langer Zeit mal wieder gehört habe.
Ich sehe es so, daß Elvis nach 1973 nicht mehr der war, der ganz ohne Kritik Konzerte geben und Platten machen konnte. Aber zu sagen, es wäre dabei viel schlechtes dabei herausgekommen, ist doch sehr übertrieben (spiele jetzt als Beispiel auf die Kritik der Songs Promised Land oder Moody Blue an), es hat auch noch viele tolle Songs danach gegeben (für mich ist nur die Raised On Rock LP ein Schwachpunkt).
Und wenn ich jetzt noch mal auf die Stimme zurückkomme, kann ich nur sagen, wo ist das Problem? Vergleichen wir da mal andere "Helden" der Musik...wenn ich mir aktuellere Live-Versionen einiger älterer Rolling Stones-Songs anhöre, dann sage ich öfter "Aua"...was Jagger da teilweise loslässt...und ihre Konzerte werden immer noch von Massen besucht...
Wem der späte Elvis nicht gefällt, der brauch ihn ja nicht zu konsumieren, ändern kann man es leider nicht und es gehört dazu. Mir gefällt Elvis, weil er Elvis war und trotzdem könnte ich ihm eine reinhauen, wenn ich manche Sache höre, sehe oder lese, aber trotzdem akzeptiere ich es...Zuletzt geändert von Rusty Cage; 01.06.2007, 00:43Elvis: Colonel, ich will unbeding nach Europa!
Parker: Nee Elvis, dort gibt es nicht so schöne Turnhallen wie hier.- Übersetzen
Kommentar
-
Apropos Elvis.
Das Amüsante ist immer, wenn ihn sogenannte "Experten" analysieren auf Stimmumfang, Technik und et cetera, denn wer ihn anaylsiert, begreift ihn nicht.
Ich glaube seine Magie liegt darin die Emotionalität seiner Seele in der Stimme so exponent nach Außen zu kehren, wodurch er zum Symbol seiner selbst wurde, in dem (überhöht ausgedrückt) sich jeder wiederfinden möchte.
Bei Elvis fällt mir immer ein Zitat ein:
"Seht her, ihr Intellektuellen, ihr könnt was, aber ihr seid nichts!"
Hm... man sagt ja auch, die schönste Kunst entsteht aus Leid und Traurigkeit heraus, so gesehen ein Selbstläufer, gerade was Elvis angeht, nicht wahr?Zuletzt geändert von Gast; 01.06.2007, 00:45- Übersetzen
Kommentar
-
Sehr richtig!
Aber Vorsicht! Der Grasberger geht hier noch um...und liest mit.
Ausgerechnet Raised On Rock sucht er sich als Schwachpunkt aus.Ich sehe es so, daß Elvis nach 1973 nicht mehr der war, der ganz ohne Kritik Konzerte gegeben und Platten gemacht hat. Aber zu sagen, es wäre dabei viel schlechtes dabei herausgekommen, ist doch sehr übertrieben (spiele jetzt als Beispiel auf die Kritik der Songs Promised Land oder Moody Blue an), es hat auch noch tolle Songs danach gegeben (für mich ist nur die Raised On Rock LP ein Schwachpunkt).
Das ist eine meiner Lieblingsplatten aus den 70ern. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht steiten.
Nein, kann man wirklich nicht sagen, dass nix mehr gutes nach 1973 gekommen wäre. Die gesamten Balladen aus der Jungle Room Session möchte ich z.B. nicht missen. Genauso wenig das Album "Today".
Die großen Nummer 1 Erfolge hatte Elvis zwar nicht mehr...aber wir haben gestern ja schon festgehalten, dass es nicht die Quantität an goldenen Platten und Verkaufszahlen ausmacht, sondern die Qualität. Und gerade die späten Balladen von Elvis Presley schätze ich besonders, da hier sein Bariton voll zur Geltung kommt.- Übersetzen
Kommentar
-
Er wird doch nicht sagen wollen, daß Dylans Stimmer besser ist, als die von Elvis...

Die Balladen gefallen mir sehr gut (besonders "For Ol' Times Sake"), aber bei den schnelleren Songs klingt Elvis in meinen Ohren sehr müde und uninspiriert..
Chart-Platzierungen sagen überhaupt nichts über die Qualität aus...(oder einige Leute haben recht schlechte Plattensammlungen...Nein, kann man wirklich nicht sagen, dass nix mehr gutes nach 1973 gekommen wäre. Die gesamten Balladen aus der Jungle Room Session möchte ich z.B. nicht missen. Genauso wenig das Album "Today".
Die großen Nummer 1 Erfolge hatte Elvis zwar nicht mehr...aber wir haben gestern ja schon festgehalten, dass es nicht die Quantität an goldenen Platten und Verkaufszahlen ausmacht, sondern die Qualität. Und gerade die späten Balladen von Elvis Presley schätze ich besonders, da hier sein Bariton voll zur Geltung kommt.
)
Elvis: Colonel, ich will unbeding nach Europa!
Parker: Nee Elvis, dort gibt es nicht so schöne Turnhallen wie hier.- Übersetzen
Kommentar
-
Ach komm, es fiel mir schon schwer genug, diese beiden Desaster (vor allem Omaha) überhaupt als Show zu bezeichnen. Und das hat auch nichts mit Durchanalysieren zu tun. Die restlichen Songs sind so mies gesungen, dass es einfach nur weh tut.
Elvis analytisch zu hören, damit tut man sich eh keinen Gefallen, da es nicht funktioniert, weil seine Musik nicht auf handwerkliche Korrektheit, sondern allein auf emotionale Intensität setzt. Aber bei diesen letzten Live-Aufnahmen ist er in einem so erbärmlichen Zustand, dass auch die allein durch die Tragik der Situation entstehende Emotionalität die unterirdischen Darbietungen nicht mehr erträglich macht. Zumindest nicht für Leute, die mit einem halbwegs musikalischen Gehör gestraft sind.
Was ja nicht heißen soll, der späte Elvis konnte nicht mehr singen. Die "Boulevard" ist voll mit kleinen Meisterwerken. Nur im Rahmen der Strapazen eines Live-Auftritts blieb er aufgrund seines Gesundheitszustandes, der zu einem Kontrollverlust über seine Stimme führte, weit hinter seinen Möglichkeiten, um es einmal vornehm auszudrücken. Das lässt sich weder mit dem trotzigen "Ich finde es aber trotzdem super" noch mit dem Äpfel-mit-Birnen-Vergleich "Dylan konnte aber auch nicht singen" wegdiskutieren.- Übersetzen
Kommentar
-
Und gerade diese emotionale Intensität ist in der Musik besonders wichtig. Da kann ein Werk/Gesang noch so perfekt sein...wenn die Seele, das Herz nicht dazu kommt, ist die Musik - zumindest für mich - nur halb so viel wert. Elvis spricht mit seiner Stimme an...da sind alle kleineren Fehlerchen schon mal egal...er lebte manche Songs regelrecht und man merkte ihm oft an, dass er, wie er selbst so schön einmal sagte: when I sing, I just sing from my heart. Genau das hat er getan.
Blieb er, lässt sich nicht bestreiten...ist auch völlig okay, da Elvis nicht mehr gesund war. Er hat all seine Möglichkeiten die Jahre zuvor schon hinreichend ausgeschöpft.Nur im Rahmen der Strapazen eines Live-Auftritts blieb er aufgrund seines Gesundheitszustandes, der zu einem Kontrollverlust über seine Stimme führte, weit hinter seinen Möglichkeiten, um es einmal vornehm auszudrücken.
Und mit einem trotzigen "ich finde alles scheiße" kommt man auch nicht weit.Das lässt sich weder mit dem trotzigen "Ich finde es aber trotzdem super"
"My Way" aus dem CBS-Special begründet den Mythos Elvis Presley gleich mal mit, weil Text und Interpretation so tragisch wirken, gerade weil er kurz darauf starb.
I Really Want To Know finde ich übrigens auch nicht so misslungen. How Great thou Art...gibt bessere Aufnahmen, aber sooo schlecht kann ich das nicht finden.
Das hast du zu ernst genommen. Das war ein Insider.noch mit dem Äpfel-mit-Birnen-Vergleich "Dylan konnte aber auch nicht singen" wegdiskutieren.- Übersetzen
Kommentar
-
- Übersetzen
Kommentar
-
Sehr gutes Posting, Master Sniper.Apropos Elvis.
Das Amüsante ist immer, wenn ihn sogenannte "Experten" analysieren auf Stimmumfang, Technik und et cetera, denn wer ihn anaylsiert, begreift ihn nicht.
Ich glaube seine Magie liegt darin die Emotionalität seiner Seele in der Stimme so exponent nach Außen zu kehren, wodurch er zum Symbol seiner selbst wurde, in dem (überhöht ausgedrückt) sich jeder wiederfinden möchte.
Bei Elvis fällt mir immer ein Zitat ein:
"Seht her, ihr Intellektuellen, ihr könnt was, aber ihr seid nichts!"
Hm... man sagt ja auch, die schönste Kunst entsteht aus Leid und Traurigkeit heraus, so gesehen ein Selbstläufer, gerade was Elvis angeht, nicht wahr?
"Elvis ist für viele Menschen eine Projetionsfläche, worin sie sich wiedererkennen oder besser kennen lernen können." Meine Tochter.
Hier noch ein Statement von J.D.Sumner:
"Wissen sie, mit schwarzen Gospel-Sängern ist es , als ob sie ein nasses Tuch auswringen. Sie nehmen ein Wort und machen das gleiche. Elvis konnte mit einem Wort mehr machen als irgendein anderer Mann, den ich je singen hörte. Er konnte die ganze Welt aus einem Wort herauswringen."*The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*
- Übersetzen
Kommentar
-
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Elvis zumindest in den 50er Jahren Angst davor hatte, sein Ruhm und Erfolg könnten abrupt zu Ende sein und aus wäre es mit all dem Reichtum. Elvis hätte deshalb immer mehrere Autos besessen, denn für den Fall er wäre wieder in Geldnöte geraten...hätte er Automobilhändler werden können.
Mal diese Anekdote beiseite gelassen...diese Verschwendungssucht von Elvis Presley könnte tatsächlich auch psychologisch gesehen damit zusammen hängen, dass wenn man erst vieles entbehren musste, es dann um so mehr genießt, Geld zu haben und es auch auszugeben.
Und vielleicht steckte tatsächlich in ihm erst mal die Angst, alles wieder zu verlieren zu können...wer weiß?!
Bescheiden war er in meinen Augen auch nicht...nicht mal, was seine eigene Person betraf. Elvis hat sein Image als King in meinen Augen voll ausgelebt und hat das höchstwahrscheinlich auch sehr genossen, dass er der King war.
tolles Posting, ich möchte provokativ noch hineinschmeissen das vieleicht auch ein wenig Minderwertigkeitskomplexe sich dahinter verbergen, er war ja immer ein großer Zweifler und die intellektuellen konnten ja angeblich mit Elvis nichts anfangen...- Übersetzen
Kommentar
-
So ist es. Musik ist Kunst und Kunst kann ich nicht mit denselben Maßstäben bewerten wie ein materielles Ding. Wenn ich mir ein Notebook kaufe, erwarte ich mir selbstverständlich, dass es sauber und funktionstüchtig gebaut wurde. Da kann ich keine Rücksicht nehmen, ob der Hersteller gerade einen schlechten Tag hatte und es deshalb defekt ist.Sehr gutes Posting, Master Sniper.
"Elvis ist für viele Menschen eine Projetionsfläche, worin sie sich wiedererkennen oder besser kennen lernen können." Meine Tochter.
Hier noch ein Statement von J.D.Sumner:
"Wissen sie, mit schwarzen Gospel-Sängern ist es , als ob sie ein nasses Tuch auswringen. Sie nehmen ein Wort und machen das gleiche. Elvis konnte mit einem Wort mehr machen als irgendein anderer Mann, den ich je singen hörte. Er konnte die ganze Welt aus einem Wort herauswringen."
Anders bei Kunst, Musik, Elvis. Da werden andere Sinne angesprochen als nüchternes, rationales Beurteilungsvermögen. Manches Elvislied schiesst mitten ins Herz und bewegt einen, egal, ob Text oder Einsatz nicht 100% stimmen. Das Publikum beim Omaha Konzert 1977 war sich durchaus der Situation und der Tragik bewusst, die sich da vorne abspielte. Trotzdem raste es wie eh und je - vielleicht um Elvis Mut zu machen, dass sich die Dinge bald wieder zum Guten wenden. Das ständie Herumgehacke auf seinen Fehlern, seiner Kurzatmigkeit und geistiger Beeinträchtigung ist kaum zu ertragen, herzlos und völlig daneben.
Übrigens darf man die CBS Aufnahmen nicht als Standard für Elvis' Verfassung im Juni 1977 benützen. ALLE Konzerte danach, als keine Kameras mehr da waren, waren BESSER! Im letzten Konzert in Indianapolis redet Elvis wieder völlig klar und verständlich, ist locker und singt sogar einiges außerhalb vom Standardprogramm (z.B. Bridge ...).
Das CBS Special ging daneben, das weiß jeder und niemand wusste es besser als Elvis selbst. Leider hatte er keine Gelegenheit mehr, zu zeigen, dass er es noch besser konnte. Und obwohl es daneben ging, hat es eine anrührende Tragik, die man natürlich nur verstehen kann, wenn man die nötige Sensibilität für sowas hat.- Übersetzen
Kommentar
-
Du wirst lachen, diese Aufnahme von "My Way" ist der Grund, warum ich Elvis-Fan geworden bin. Ich war ein kleiner Junge, kannte ihn gar nicht und nahm den Song zufällig aus dem Radio auf, auch ohne zu wissen, dass es quasi sein Schwanengesang war. Ich war fasziniert von der Intensität der Interpretaion, und obwohl ich den Text noch nicht verstand, verstand ich trotzdem jedes Wort, weil Elvis eben die Gabe der "Lautmalerei" besaß, also die Fähigkeit, die Aussage eines Songs auch jenseits der Sprachbarriere zu transportieren - was seinen immensen Erfolg auch unter Menschen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, erklärt.
Hier stört mich die Unvollständigkeit. Der Song hätte es verdient, ausgesungen zu werdenI Really Want To Know finde ich übrigens auch nicht so misslungen.
So wie ich meinte, dass er die ganze Show über die Kräfte gesammelt hat, um bei "My way" alles zu geben, so klingt "How great thou art" für mich so, als hätte er den ganzen Song über nur auf das hohen A am Schluss hingearbeitet, was ihm auch gelang, aber danach kackte er sofort gnadenlos ab, alles fiel in sich zusammen. Die Fans neigen dazu, diesen "Opernton" so zu glorifizieren, dass sie über den eher mäßigen Rest gerne hinweghören. Aber der Song besteht halt nunmal nicht nur aus diesem Ton. Das einzig positive, was man über diese Version sonst noch sagen könnte, wäre, dass Elvis aufgrund seines Glaubens halt hinter diesem Song stand. Aber das trifft bei jeder anderen Version auch zu. Der Vergleich zu der bombastisch guten Version von 1974 ist schon erschütternd.How Great thou Art...gibt bessere Aufnahmen, aber sooo schlecht kann ich das nicht finden.
Ich ahnte es fast...Das hast du zu ernst genommen. Das war ein Insider.
Aber ich habe das Argument, Elvis hätte selbst 1977 noch besser gesungen als 99% aller anderen Stars (was einfach nicht stimmt), halt schon zu oft gehört, daher bin ich hier wohl auf den Leim gegangen.- Übersetzen
Kommentar
-
Wenn ich das jetzt richtig verstehe, darf man Deiner Meinung nach nur darüber sprechen, wie super alles war, ansonsten ist man herzlos. Okay, aber dann tust Du Dir keinen Gefallen damit, Dich in einem Forum aufzuhalten, wo auch kritische Menschen unterwegs sind.
Was hat jetzt das eine mit dem anderen zu tun? Die anrührende Tragik will doch niemand bestreiten, aber deswegen muss man sich doch nicht lächerlich machen, indem so tut, als wäre es trotzdem eine historische Glanzleistung gewesen, oder die kritischen Punkte einfach verschweigen.Und obwohl es daneben ging, hat es eine anrührende Tragik, die man natürlich nur verstehen kann, wenn man die nötige Sensibilität für sowas hat.- Übersetzen
Kommentar



Kommentar