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Stimmt, mich hat der Song beim ersten Hören damals auch spontan an "Save all your kisses for me" erinnert...da gibt's den gleichen Überraschungseffekt am Ende....Muss ja dann von diesem Song "abgekuckt" sein, denn wenn ich mich nicht irre, war "Save...." später, oder?
War 1976, Grand Prix-Siegertitel von Brotherhood of Man
Inbegriff der Manifestation passt das nicht eher auf den jungen Elvis,wenn überhaupt und Fans auf einem Konzert benehmen sich eben nicht vernünftig,dazu gehen sie ja nicht dort hin.Auch die Götzenanbetung passt bei mir nicht.Ich glaube das die Medien und vielleicht der Colonel viel dazu beigetragen haben das King Elvis auf einem vielleicht hohen Sockel stand,aber er hat sich viel durch seine Stimme zurückerobert und das war bestimmt nicht so leicht.Soldatenleben,Schauspieler und doch ein Comeback.Las Vegas zurück erobert ist doch auch nicht schlecht und als erster Mensch überhaupt
per Satellit gesendet zu werden,bei der Zuschauermenge ist für mich eine
Leistung!Ohne Anbetung oder Götzenbild,ich finde er hat es verdient.Dann kam ja auch das bittere Ende,weil er keine Götzenfigur,sondern ein Mensch war.
Without a song,the day would never end. Without a song,a man ain t got a friend. Without a song,the road would never bend, so I keep singing a song. Elvis Presley
Elvis' sah den Auftrag seiner Musik nur in der Unterhaltung?
Das glaubst du doch selbst nicht.....
Du hast eine starke Fantasie, hm?
Die Weltverbessererecke findest Du eher bei Acts wie Bob Dylan, aber ganz gewiss nicht bei Elvis - wenn Du jetzt per se Elvis' Musik nicht als reine Unterhaltung akzeptieren kannst oder willst, weil ja wohl insbesondere in diesem Land sich immer noch das Klischee von seichter Unterhaltungmusik konträr zur angeblich gewichtigen "Musik mit Anspruch, möglichst hochtrabend autobiografisch!" vorhanden sein muss, um Reputation zu bekommen?
Aber les bitte mal in "Careless Love" nach...
So so... Woher kennst Du meinen Bücherschrank?
Wenn Peter Guralnick beschreibt, wie schwer es oft war, mit einem übelgelaunten Elvis Songs aufzunehmen....Und wie gefühlvoll er Songs interpretiert hat, die seine Gefühle widerspiegelten....
Ja und? Sind doch Klassiker, wenn er mit seiner Entourage wutentbrannt abhaut, wenn ihm der Backgroundchor bei der Studioaufnahme zu "My Way" zur Weißglut brachte... Oder zeige mir sonst einen zugedröhnten, fahrigen mit gelben Augen ins Studio kommenden Top Act, der mal so eben nebenbei bei der zweiten Nashville Session 1970 "There's A Whole Lotta Shakin' Goin' On deckig-erdig hinrotzen kann?
Nochmals: Wie kommst Du zu der Annahme, die Songs würden seine Gefühle wiederspiegeln?
Ist es nicht eher so, wenn wir seine Musik hören, dann sehen wir uns bestätigt, wenn wir unser eigenes Empfinden für intensive Emotionen wie Liebe, Leid und Schmerz zum Ausdruck gebracht sehen, anhand dieser gottgegebenen, einmaligen Stimme?
Wir sprechen hier zurecht nicht von den Songs der 50er, 60er.....(mein Songvorschlag hat sich ja als falsch herausgestellt)....wir sprechen hier von den 70ern.....und da hat Elvis Songs definitiv nur nach seiner Laune herausgesucht....meistens....
Elvis hat in den 70ern nur noch gemacht, was er wollte - gab ja keine seichten Filmsongs mehr für "Command Performances"!
Für die Tatsache, in den 70ern nur 11x im Studio gewesen zu sein - 2x '70, 3x '71, 1x '72, 2x '73, 1x '75 und 2x '76, hat er aber mehr als genug hinterlassen mit einem Kanon, der nur anhand der Studiosachen schon locker mehr Output hatte als bei Künstlern, die alle 2 Jahre mal eine neue LP herausbrachten...
Die Weltverbessererecke findest Du eher bei Acts wie Bob Dylan,
aaargh! wenn er schon tot wäre, würde sich der arme bob jetzt im grab umdrehen! (sogenannte "protestsongs" hat er 1962-63 aufgenommen, zwei jahre in einer mittlerweile 45jährigen karriere.) dylan hat selber mal gesagt, er sähe sich als "song & dance man", anders gesagt als UNTERHALTUNGSkünstler... was ist an unterhaltung schlecht, cilla? also uptempo-songs oder rock&roll-sachen sind "bloß" unterhaltung, und balladen sind hohe kunst, weil angeblich (!!!) tiefer empfunden vom interpreten? da kann ich nicht mit...
"We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost." (Nick Tosches)
Fällt einem, ungeachtet seines Werkes, irgendwie zwangsläufig in den Sinn, quasi als Galionsfigur...
Ich werde mal wieder meine Faves herauskramen: John Wesley Harding, Bringing It Back All Home und Street Legal...
was ist an unterhaltung schlecht, cilla? also uptempo-songs oder rock&roll-sachen sind "bloß" unterhaltung, und balladen sind hohe kunst, weil angeblich (!!!) tiefer empfunden vom interpreten? da kann ich nicht mit...
Weil der Superstecher Elvis per Definition alles Leid der Welt in sich vereint - da müssen die Balladen einfach seinen gesamten Seelenschmerz zum Ausdruck bringen...
Mensch, das hat sich hier ja zu einer richtig interessanten Diskussion entwickelt. Danke Cilla, Eves, Sivle, Sniper und Michael für die wohl überlegten und inspiriert vorgetragenen Beiträge. Es macht Freude, das zu lesen und sich davon wiederum inspirieren zu lassen.
Ich persönlich möchte zwei gewissermaßen "Statements" abgeben, um meine Sicht der Dinge zu verdeutlichen. Ich denke, dass Elvis' Musik a) selbstverständlich seine Gefühle widerspiegeln und dass er b) durchaus ein Weltverbesserer war. Er hat sich (öffentlich) vielleicht nie oder kaum einmal zu politischen Äußerungen hinreißen lassen, das ist richtig. Er hat kaum jemals Songs aufgenommen, die direkt auf politische Ziele abzielten oder dadurch motiviert gewesen waren. Anders als einige seiner Zeitgenossen hat er sich durch seine Kunst nie zu den brennenden Themen seiner Zeit, hauptsächlich Rassismus und Vietnam-Krieg, geäußert. Aber nur weil jemand seine persönlichen Ansichten und Ziele nicht in Politik-kompatible Äußerungen packt, heißt das nicht, dass er nicht ein Interesse daran hat, die Welt im besten Sinne zu verbessern und zu einem besseren Ort zu machen.
Was Themen der Weltanschauung betraf, war Elvis höchst interessiert und motiviert und in gewisser Weise ein Vordenker und Vorreiter. Lange bevor sich beispielsweise die Beatles medienwirksam auf eine Indienreise begeben haben und dort spirituell - und im Angesicht der Weltöffentlichkeit - "erwacht" sind und Themen wie Buddhismus im Showbusiness begannen "en vouge" zu sein, haben Elvis bereits derartige Themen interessiert. Bereits in dem '62er Interview (zu finden auf der EAP-Box) äußert er Dinge, die von großer Reife, Einsicht und Beschäftigung mit dem Thema zeugen. Für mich persönlich sein möglicherweise interessantestes und wertvollstes Interview, aber das ist ein anderes Thema.
Sein Wissensdurst, seine Verlangen nach Antworten muss nach allem, was die Leute, die um ihn herum waren (und wem eigentlich sollte man sonst glauben schenken oder es zumindest in Erwägung ziehen, dass möglicherweise doch sie es sind, die es am ehesten beurteilen können?) sagten, enorm gewesen sein. Er hat sich in dieser Hinsicht gebildet (seine private Bibliothek in diesem Bereich muss - wieder nach Aussage derer, die dabei waren, erheblich gewesen sein) und er hat Glauben, Religion, Spiritualität (nennt es wie ihr wollt) gelebt und praktiziert. Ein Grammy-prämiertes Album wie How Great Thou Art kam nicht aus dem Nichts.
Warum die Beschäftigung mit all dem? Weil es nicht seine Gefühle widerspiegeln würde? Weil er nicht vielleicht doch die Hoffnung hatte, mit seiner Musik - in den 60ern tatsächlich (zumindest im öffentlichen Bild) auf "pures Entertainment" "reduziert" - etwas zu bewegen und in die Welt zu geben, der Welt zurückzugeben, was sie ihm gegeben hat? Es ist im Bereicht der Rock- und Popmusik ein nicht unübliches, sondern vielmehr wiederkehrendes Thema, dass sich Leute, die plötzlich großen Ruhm und Popularität erfahren, die praktisch aus dem Nichts, einen unglaublichen und für sie persönlich unerklärlichen Erfolg haben, sich an einem bestimmten Punkt fragen, warum das so ist, und warum es ausgerechnet sie getroffen hat. Wir "Otto-Normal-Verbraucher" können es uns vielleicht nicht vorstellen, was es bedeutet, Einfluss auf und geradezu Macht über das Leben von Millionen von Menschen zu haben, die sich plötzlich nach genau dem richten, was man selbst gerne macht. Dabei wollte man doch u. U. einfach nur Musik machen, einer Leidenschaft nachkommen. U. a. Brian Wilson ist an dieser Frage gescheitert und darüber beinahe zugrunde gegangen.
Dieses Gefühl der Macht bringt ein Gefühl der Verantwortung mit sich. Auch dazu äußert sich Elvis sehr deutlich und sehr klug in dem 62er Interview. Und wenn man dies schon realisiert hat, dann ist der nächste und nachvollziehbare Schritt (eines verantwortungsvollen Menschen, der die Situation nicht nur für sich ausnutzen will - und für einen solchen halte ich Elvis einfach) der, das man sich fragt, wie man diese Situation nutzen kann. Wenn Elvis bereits sehr früh in seiner Karriere auf die Frage, was er davon hielte, dass ihm die Fans die Kleider vom Leib reißen, sagte, das sei okay, sie hätten sie ja schießlich vorher auch dahin gebracht, dann ist auch das sehr klug und sehr überlegt und zeugt geradezu von so etwas wie Dehmut der eigenen Rolle gegenüber. Und wenn er diese Rolle dazu nutzen wollte, dass die Leute sich "nur" gut fühlen und eine gute Zeit haben, dann bedeutet das m. E. dass man ein Interesse daran hat, etwas "gut" zu machen und in dem Sinne verbessert man in gewisser Weise auch durchaus die Welt.
Der andere, möglicherweise viel gewichtigere Grund dafür, warum Elvis ein Weltverbesserer war, ist die Tatsache, dass die Öffentlichkeit, seine Fans und Zuhörer, das offensichtlich so empfunden haben. Sie taten es in der Vergangenheit, sie tun es hier und heute und ich erinnere gerne an den Mann, der in TTWII in einem Interview zu sehen ist und sagt: "Wenn mehr Menschen Elvis Presleys persönlichem 'way of life' folgen würde: Die Erde wäre ein besserer Platz ..." Der Mann sieht nicht aus, als hätte er das gesagt, weil er ein Hardcore-Fan im Sinne von "fanatic" wäre. Offensichtlich hat er es einfach so empfunden. Wie Millionen andere auch, ohne dass es jemals eines politischen Statements bedurft hätte. Elvis massive Spendentätigkeit, selten an die Öffentlichkeit getragen und aus Gründen der Selbstdarstellung regelrecht "zelebriert" wie von anderen Zeitgenossen, ist ein anderen Anhaltspunkt dafür, dass er helfen wollte. Und welchen anderen Grund als die Welt etwas besser zu machen hat jemand, der wirklich helfen will?
Elvis' Musik spiegelt wie die von möglicherweise keinem zweiten seine Gefühle wieder. Ohne das hältst du dich nicht über 50 Jahre in einem Geschäft, in dem das Publikum Unaufrichtigkeit (auf die Distanz gesehen) bestraft. Ohne "echt" zu sein, verkaufst du keine Millionen von Platten - oder anders: Du tust es möglicherweise nur einmal, bis die Leute dahinter kommen. In Elvis' Fall kaufen die Leute auch heute noch zu Millionen seine Aufnahmen. Warum wohl? Wohl nicht, weil sie den Eindruck haben, es seien Lügen, die sie da zu hören bekommen.
Ein anderes Thema ist die Frage, wie unmittelbar eine Performances (ich sage bewusst nicht "Text") eine aktuelle Situation im Leben des Künstlers widerspiegeln muss. Ich sagte es an andere Stelle bereits einmal: Ein Künstler, der seine "Kunst" (es wäre in dem Falle keine) dazu benutzt, "Realität" eins zu eins zu übertragen, ist ein mieser Künstler. Die Welt interessiert sich nicht dafür, wie es um das Eheleben eines Künstlers bestellt ist. Sie tut es vielleicht kurzeitig einmal über den Umweg der Boulevard-Presse. Aber wirklich ausreichen wird das nicht. Jede Geschichte ist irgendwann einmal zu Ende erzählt. Wofür sich das Publikum aber durchaus und berechtigterweise interessiert, das ist - wie Sniper das so zutreffend formuliert hat -, was der Künstler ihnen selbst mit auf den Weg zu geben hat. Man sucht in der Musik (oder in anderer Kunst) ja etwas, das eine Bedeutung für das eigene Leben hat, das einen Bezug herstellt.
Insofern ist die Frage weniger, ob es in Always On My Mind unmittelbar um Elvis' Ehe geht. Es geht darum, was der Künstler an Allgemeingültigem tranportiert und dass er es schafft, uns glauben zu machen, dass es darum geht. Vom Künstler wollen wir Ansichten angeboten bekommen, die uns selbst weiterhelfen, die nur ein Künstler liefern kann, denn darum ist er ja ein Künstler. Ansonsten bräuchte sie die Menschheit nicht. Und um das zu erreichen, muss Kunst selbstverständlich immer auch Gefühle und das Innerste eines Künstlers widerspiegeln. Ohne das geht es nicht. Ob das die Leute eher als "Unterhaltung" empfinden und/oder deklarieren oder als "ernsthaft" ist Ansichts- und Definitionssache, die es übrigens in dem Maße tatsächlich nur oder doch zumindest in einem ganz breiten Maße in Deutschland (besser. im deutschsprachigen Raum, beeinflusst durch seine Philosophen mit ihrer "Kritik der reinen Vernunft") zu geben scheint.
Zitat von Master Sniper
Die Weltverbessererecke findest Du eher bei Acts wie Bob Dylan, aber ganz gewiss nicht bei Elvis - wenn Du jetzt per se Elvis' Musik nicht als reine Unterhaltung akzeptieren kannst oder willst, weil ja wohl insbesondere in diesem Land sich immer noch das Klischee von seichter Unterhaltungmusik konträr zur angeblich gewichtigen "Musik mit Anspruch, möglichst hochtrabend autobiografisch!" vorhanden sein muss, um Reputation zu bekommen?
Nochmals: Wie kommst Du zu der Annahme, die Songs würden seine Gefühle wiederspiegeln?
Ist es nicht eher so, wenn wir seine Musik hören, dann sehen wir uns bestätigt, wenn wir unser eigenes Empfinden für intensive Emotionen wie Liebe, Leid und Schmerz zum Ausdruck gebracht sehen, anhand dieser gottgegebenen, einmaligen Stimme?
Das war ja Klasse gast-20080904.Eine Super und lange gut durchdachte Antwort auf alle Punkte
Without a song,the day would never end. Without a song,a man ain t got a friend. Without a song,the road would never bend, so I keep singing a song. Elvis Presley
Die Weltverbessererecke findest Du eher bei Acts wie Bob Dylan, aber ganz gewiss nicht bei Elvis - wenn Du jetzt per se Elvis' Musik nicht als reine Unterhaltung akzeptieren kannst oder willst, weil ja wohl insbesondere in diesem Land sich immer noch das Klischee von seichter Unterhaltungmusik konträr zur angeblich gewichtigen "Musik mit Anspruch, möglichst hochtrabend autobiografisch!" vorhanden sein muss, um Reputation zu bekommen?
So so... Woher kennst Du meinen Bücherschrank?
Ja und? Sind doch Klassiker, wenn er mit seiner Entourage wutentbrannt abhaut, wenn ihm der Backgroundchor bei der Studioaufnahme zu "My Way" zur Weißglut brachte... Oder zeige mir sonst einen zugedröhnten, fahrigen mit gelben Augen ins Studio kommenden Top Act, der mal so eben nebenbei bei der zweiten Nashville Session 1970 "There's A Whole Lotta Shakin' Goin' On deckig-erdig hinrotzen kann?
Nochmals: Wie kommst Du zu der Annahme, die Songs würden seine Gefühle wiederspiegeln?
Ist es nicht eher so, wenn wir seine Musik hören, dann sehen wir uns bestätigt, wenn wir unser eigenes Empfinden für intensive Emotionen wie Liebe, Leid und Schmerz zum Ausdruck gebracht sehen, anhand dieser gottgegebenen, einmaligen Stimme?
Elvis hat in den 70ern nur noch gemacht, was er wollte - gab ja keine seichten Filmsongs mehr für "Command Performances"!
Für die Tatsache, in den 70ern nur 11x im Studio gewesen zu sein - 2x '70, 3x '71, 1x '72, 2x '73, 1x '75 und 2x '76, hat er aber mehr als genug hinterlassen mit einem Kanon, der nur anhand der Studiosachen schon locker mehr Output hatte als bei Künstlern, die alle 2 Jahre mal eine neue LP herausbrachten...
Naja, dann danke für deine Belehrung.....Gott sei Dank gibt's Menschen wie dich, die so allwissend sind.
Ich bin nicht so allwissend, hab das mit deinem Bücherschrank nur erraten....
Les' dir mal TimothySideburn's Statement durch...
Ich habe bereits zuvor geschrieben, dass sich die Themenfrage hier nie klären lassen wird.
Ich denke so, du denkst anders.....Andere hier immer so zurechtweisen wollen, finde ich nicht Okay. Denn DU weißt das auch nicht!! Weil du es nicht wissen KANNST - genauso wenig wie wir alle hier!
Und dann die Sache mit anspruchsvoller vs. seichter Musik....das ist hier doch gar nicht das Thema!
was mir in der ganzen diskussion fehlt (ich musste das thema heute erst nachlesen), ist die beruecksichtigung des aspektes, welche songs elvis durchaus gerne gesungen haette (sprich: was seiner eigenen gefuehlswelt ggf. entsprochen haette oder welche ihm auch einfach nur 'gelegen' haetten), die er aber z.b. auch rechtlichen und / oder finanziellen gruenden nicht singen 'durfte' (tantiemen an die komponisten etc., copyright).
ich meine irgendwo gelesen zu haben (schlagt mich nicht, ich weiss nimmer wo), dass elvis das eine oder andere sehr gerne aufgenommen haette, dieses jedoch vom colonel aus eben diesen erwaegungen abgeschmettert wurde. also wurde eine auswahl der 'neuen' lieder wohl auch unter dem aspekt vorgenommen: was koennte sich als hit eignen, und kostet gleichzeitig kein vermoegen an die komponisten oder rechteinhaber.
daher kann ich mich der ansicht, elvis habe songs in den spaeten jahren primaer nach seiner eigenen gefuehlslage ausgesucht, nur sehr bedingt anschliessen. immerhin sang er ja auch zu jener zeit songs wie den 'steamroller blues', der nun so gar nix von verzweiflung an sich hat (i'm a steamroller baby, i'm a napalm bomb, guarantee to blow your mind .... ich bin eine dampfwalze, baby, ich bin eine napalmbombe, ich blase dir den kopf frei, unter garantie (frei uebersetzt))
ausserdem: scheidung, sorgerecht beim anderen partner, liebeskummer, alleinsein ... das sind alles derart 'globale' themen, dass die auf die haelfte der weltbevoelkerung zutreffen (jede 2.-3. ehe in der sog. 1. welt wird geschieden, alles zusammen genommen im durchschnitt), und die sache mit dem liebeskummer und (zeitweiligen) alleinsein duerfte auf 99.9999999% der weltbevoelkerung zutreffen, und sei es wenigstens einmal im leben.
Belehrungen sind etwas anderes, darf ich noch meine Ansichten innerhalb einer bisher sich stetig entwickelnden Diskussion einbringen?
Gott sei Dank gibt's Menschen wie dich, die so allwissend sind.
Wäre ich allwissend, würde ich keinerlei Informationen mehr benötigen...
Les' dir mal TimothySideburn's Statement durch...
gast-20080904bringt, wie so oft, nachdenkenswerte Aspekte ein - in einem größeren Rahmen - gar keine Frage - insbesondere die Betrachtung der Presleyschen Gedanken/Fragen nach dem eigenen Erfolg + Partizipierung an die Fans, diese Wechselwirkung ist ein weiteres Mosaik in Sachen Versuch einer Entschlüsselung des Kanons... Im Endeffekt ist es doch die Musik, die essentiell ist - Ausdruck der Presleyschen Kommunikation, wo zuweilen die Gefahr einer Überbewertung liegt, da wir denken, wir wüssten heute mehr über Elvis Presley als Elvis Presley zu Lebzeiten über sich selbst...
Ich habe bereits zuvor geschrieben, dass sich die Themenfrage hier nie klären lassen wird.
Ich denke so, du denkst anders.....Andere hier immer so zurechtweisen wollen, finde ich nicht Okay. Denn DU weißt das auch nicht!! Weil du es nicht wissen KANNST - genauso wenig wie wir alle hier!
Unter Zurechtweisung verstehe ich immer noch etwas anderes, habe ja nicht "Basta! So ist es gewesen! Aus!" geschrieben - ich betrachte es nur ein wenig nüchterner, wenn es um die Annahme geht, bestimmte Songs würden eine Verbindung zu seinem Leben herstellen... Wie aber auch erwähnt, ist mir der Gedanke nicht fremd, beim Anhören einiger Songs - mir gefällt nur der Gedanke besser, er hat es für "uns alle" gesungen - eine Art Ventil sozusagen...
Und dann die Sache mit anspruchsvoller vs. seichter Musik....das ist hier doch gar nicht das Thema!
Das entwickelt sich aber schon zwangsläufig aus der Diskussion hier heraus, denn Kategorisierungen sind fast unvermeidlich...
Wer würde schon ernsthaft Sachen wie "Little Darlin'" in Relation zu einem Kracher wie, sagen wir, "Kentucky Rain" setzen wollen?
Musik ist ja Empfinden, da geht ja auch jeder anders heran, nur bei ersterem Songbeispiel würden wir es ja nie wirklich mit Elvis Presley und seinem Leben verbinden, vor allen Dingen nicht in den 70ern, wenn er dieses grenzdebile Lied brachte, man sehe sich ja nur mal den Text an - wahrscheinlich von einem liebestollen Eichhörnchen verfasst:
Little darlin', little darlin'
Oh where, are you, oo oo oo oo
Walla walla chipa mocka mogga
Oh my lover, oh just for you, only you
My darling, I need you
Darling I need you to call my own
To hold your life, your little foot, your hand
I knew someone would understand that
Hold my hand
My dear, I would run
To find without you
Oo oo oo oo oo
Oh, oo oo oo
That my love was just for you, 'n only you
Sehen wir uns aber nun zweiteres Songbeispiel an, dann ist die Annahme einer Verbindung zu Elvis Presleys Leben ja schon wieder zwangsläufig höher anzusiedeln, sofern man es denn will...
Seven lonely days
And a dozen towns ago
I reached out one night
And you were gone
Don't know why you'd run,
What you're running to or from
All I know is I want to bring you home
So I'm walking in the rain,
Thumbing for a ride
On this lonely Kentucky backroad
I've loved you much too long
And my love's too strong
To let you go, never knowing
What went wrong
Kentucky rain keeps pouring down
And up ahead's another town
That I'll go walking thru
With the rain in my shoes,
Searchin for you
In the cold Kentucky rain,
In the cold Kentucky rain
Showed your photograph
To some old gray bearded man
Sitting on a bench
Outside a gen'ral store
They said "Yes, she's been here"
But their memory wasn't clear
Was it yesterday,
No, wait the day before
So I fin'ly got a ride
With a preacher man who asked
"Where you bound on such a dark afternoon?"
As we drove on thru the rain
As he listened I explained
And he left me with a prayer
That I'd find you
Ich würde einfach mal sagen bzw. behaupten, eben weil Elvis Presley gewissermaßen "größer als das Leben war", fasziniert uns (fast) alle jeder Aspekt in seinem Leben, diese Faszination der eigenen Vorstellungen; Sehnsüchte und Träume - manifestiert in der Gestalt und Wirken von Elvis Presley, der in nur relativ kurzer Zeit (1953-1977) die Ikone des 20. Jahrhunderts wurde und dessen universelles Werk wohl zeitlos bleiben wird - denn tot sind ja nur die, über die man nicht mehr spricht!
was mir in der ganzen diskussion fehlt (ich musste das thema heute erst nachlesen), ist die beruecksichtigung des aspektes, welche songs elvis durchaus gerne gesungen haette (sprich: was seiner eigenen gefuehlswelt ggf. entsprochen haette oder welche ihm auch einfach nur 'gelegen' haetten), die er aber z.b. auch rechtlichen und / oder finanziellen gruenden nicht singen 'durfte' (tantiemen an die komponisten etc., copyright).
ich meine irgendwo gelesen zu haben (schlagt mich nicht, ich weiss nimmer wo), dass elvis das eine oder andere sehr gerne aufgenommen haette, dieses jedoch vom colonel aus eben diesen erwaegungen abgeschmettert wurde. also wurde eine auswahl der 'neuen' lieder wohl auch unter dem aspekt vorgenommen: was koennte sich als hit eignen, und kostet gleichzeitig kein vermoegen an die komponisten oder rechteinhaber.
Da waren in der Tat wohl manche Unstimmigkeiten in Sachen Copyrights/Tantiemen und so... Ein nicht ganz unbekanntes Beispiel dürfte ja der Kampf um "Suspicious Minds" gewesen sein, der erst abgeschmettert werden sollte, da er nicht von Elvis "Haus- und -Hofsongsfirma" Hills & Range kam - gab wohl zuerst ziemliche Probleme, da man es ihm ausreden wollte - letzendlich setze er sich aber durch und kaufte mit seinem eigenen Geld das Recht zur Aufnahme dieses Klassikers - zum Glück!
Kann sich hier jemand ernsthaft Elvis Presley ohne "Suspicious Minds" vorstellen?
Da waren in der Tat wohl manche Unstimmigkeiten in Sachen Copyrights/Tantiemen und so... Ein nicht ganz unbekanntes Beispiel dürfte ja der Kampf um "Suspicious Minds" gewesen sein, der erst abgeschmettert werden sollte, da er nicht von Elvis "Haus- und -Hofsongsfirma" Hills & Range kam - gab wohl zuerst ziemliche Probleme, da man es ihm ausreden wollte - letzendlich setze er sich aber durch und kaufte mit seinem eigenen Geld das Recht zur Aufnahme dieses Klassikers - zum Glück!
Kann sich hier jemand ernsthaft Elvis Presley ohne "Suspicious Minds" vorstellen?
Ich nicht!
ich auch nicht wirklich. ein klassiker. danke fuer das beispiel!
hatte ich doch noch so einiges richtig im hinterkopf.
erinnerlich ist mir auch noch die version andersrum, naemlich, dass man ihn angeblich zu 'in the ghetto' buchstaeblich anfangs 'hinpruegeln' musste. warum auch immer, er hatte eingangs wohl ziemlich gebockt.
wuerde man die schiene 'liedgut = spiegel von elvis' gefuehlsleben' strikt auf dieses beispiel anwenden, hiesse das im umkehrschluss, dass ihm sozialkritische themen schnurzpiepegal waren und er sich einen dreck drum scherte. was angesichts seinem hang zur wohltaetigkeit wohl ein ziemlicher trugschluss waere.
Im Endeffekt ist es doch die Musik, die essentiell ist - Ausdruck der Presleyschen Kommunikation, wo zuweilen die Gefahr einer Überbewertung liegt, da wir denken, wir wüssten heute mehr über Elvis Presley als Elvis Presley zu Lebzeiten über sich selbst...
Ich bin mir sicher, dass wir das tun.
Zitat von Master Sniper
Musik ist ja Empfinden, da geht ja auch jeder anders heran, nur bei ersterem Songbeispiel würden wir es ja nie wirklich mit Elvis Presley und seinem Leben verbinden, vor allen Dingen nicht in den 70ern, wenn er dieses grenzdebile Lied brachte, man sehe sich ja nur mal den Text an - wahrscheinlich von einem liebestollen Eichhörnchen verfasst ...
Du überbewertest m. E. den Text. Der Text ist in der Rock- und Popmusik (und nicht nur da) bestenfalls zweitrangig, wenn überhaupt. Auch beißt sich die Strategie, verschiedene Texte gegeneinander "ausspielen" zu wollen mit einem weiter, sehr interessanten, schönen und klugen Statement, Musik sei Empfindungssache.
Empfindungen transportiert aber nicht der Text eines Songs, sondern seine Performance im Zusammenspiel mit vielen anderen Komponenten. Ansonsten könnten wir uns auch hinsetzen und auf ein weißen Blatt Papier mit schwarzer Schrift starren statt eine Platte aufzulegen, oder den ach so bedeutenden Songwritern beim Niederschreiben ihrer geistigen Ergüsse zusehen, statt ein Konzert zu besuchen: "Wow, Alter, mir ging so richtig einer ab, als Lennon da seine Lyrics auf das Papier geschrieben hat. Keine drei Meter von mir entfernt, Mann!" :hippie:
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