Elvis und seine Texte

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  • Hound_Dog
    Gehört zum Inventar

    • 31.01.2006
    • 1617

    #31
    Man hätte ja auch in den 50er oder 60ern denken können das er verlassen und traurig war was er aber erst nach der trennung von cilla wurde darum wählte er immer traurige lieder!
    Leben heißt rückwärts gelesen Nebel. Vielleicht ist das der Grund, warum wir manchmal nicht durchblicken.

    Kommentar

    • gast-20070627

      #32
      Zitat von rockabilly2003
      Man hätte ja auch in den 50er oder 60ern denken können das er verlassen und traurig war was er aber erst nach der trennung von cilla wurde darum wählte er immer traurige lieder!
      na ja ... das hat ihn emotional ziemlich getroffen, auch wenn die Ehe ihre Probleme hatte ... und meiner Meinung nach dauerhaft destabilisiert, was dann mitbeigetragen hat zu seinem Untergang :traurig:

      Kommentar

      • cilla

        #33
        Weiß jemand, aus welchem Jahr „Memphis Tennessee“ stammt?

        Ist meines Erachtens auch sehr autobiographisch….würde ebenfalls gut in die Zeit nach der Scheidung von Priscilla passen.

        Long distance information give me Memphis, Tennessee
        Help me find the party trying to get in touch with me
        She could not leave her number but I know who placed the call
        My uncle took the message and he wrote it on the wall

        Help me information to get in touch with my Marie
        She's the only one who'd phone me here from Memphis, Tennessee
        Her home is on the southside, high upon a ridge
        Just a half a mile from the Mississippi bridge

        Help me information more than that I cannot add
        Only that I miss her and all the fun we had
        But we were pulled apart because her mom did not agree
        Tore apart our happy home in Memphis, Tennessee

        The last time I saw Marie she was waving me goodbye
        With hurry home drops on her cheek that trickled from her eye
        Marie is only six years old, Information please
        Try to put me through to her in Memphis, Tennessee

        Ist im Original von Chuck Berry….

        Ich denke, Elvis hätte nie rein autobiographische Lieder gesungen bzw. extra für sich schreiben lassen (Ausnahme: „Separate Ways“, soweit ich informiert bin).
        Ihm war das ganz recht, vermute ich, dass die Texte nie 1:1 auf seine Person passten. Denn so hätte er sein Innerstes nicht öffentlich gemacht. „Separate Ways“ enthält ja auch keine direkten Gefühlsschilderungen über seine Scheidung. Es geht mehr um Lisa….
        Deswegen war es ihm recht, dass diese Lieder nie hundertprozentig auf ihn zu beziehen waren. Dennoch schilderten sie „verhüllt“ seine Gefühle. Das erkennt man auch schön an „Memphis Tennessee“, in dem es um einen Vater geht, der nach der Scheidung (an der auch in diesem Lied die Mutter die Schuld trägt) unter der Trennung von seiner Tochter leidet.
        Elvis hat sicherlich auch sehr darunter gelitten, und dieses Lied gibt seiner Trauer Ausdruck….
        Ich bin mir ziemlich sicher, dass Elvis dieses Lied wohl nie gesungen hätte, gäbe es da nicht so viele Parallelen….

        Nur kann man ihm nie vorwerfen, es wäre autobiographisch, denn alles passte natürlich nicht auf seine Realität…Also konnte ihn auch kein Journalist danach fragen…

        Würde mich im Übrigen einmal interessieren, ob ihm je ein Journalist diese Frage gestellt hat? Er gab ja nicht viele Interviews, aber das wäre doch einmal eine brennende Frage
        gewesen….

        (Sollte das Lied natürlich aus den 60ern sein, hat sich meine Antwort allerdings erübrigt, dann hat er es wohl aufgrund der netten Melodie gesungen oder weil das Wort „Memphis“ drinsteckt J )
        Zuletzt geändert von Gast; 20.07.2006, 18:04

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        • Hound_Dog
          Gehört zum Inventar

          • 31.01.2006
          • 1617

          #34
          Der Song wurde am 27May 1963 aufgenommen und ist glaub ich 1964 erschienen!

          Ach, ja das mit den Journalisten wüsste ich auch gern!
          Leben heißt rückwärts gelesen Nebel. Vielleicht ist das der Grund, warum wir manchmal nicht durchblicken.

          Kommentar

          • cilla

            #35
            Zitat von rockabilly2003
            Der Song wurde am 27May 1963 aufgenommen und ist glaub ich 1964 erschienen!

            Ach, ja das mit den Journalisten wüsste ich auch gern!
            Oh, danke!!

            Dann hat sich das wohl erledigt

            Ups, dann ist der Song ja quasi eine Prophezeihung!!!

            Kommentar

            • charro
              Posting-Legende

              • 02.09.2005
              • 8583

              #36
              Zitat von cilla
              Weiß jemand, aus welchem Jahr „Memphis Tennessee“ stammt?

              Ist meines Erachtens auch sehr autobiographisch….würde ebenfalls gut in die Zeit nach der Scheidung von Priscilla passen.
              [/FONT]
              Memphis tennessee hat er zu erst am 27. Mai 1963 aufgenommen.
              Ein Jahr später gab es eine erneute Aufname am 12. Januar 1964, da Elvis mit der 63er Aufnahme nicht zufrieden war.
              Veröffentlicht wurde Memphis Tennesse in der 64er Version dann im August 1965 auf Elvis For Everyone.
              Hat also weder was mit Priscilla noch mit Lisa zu tun.

              Memphis galt vor Yesterday als der meist gecoverte Rocksong (neben Johnny B. Goode, welcher sich mit Memphis diese Position streitig machte).
              Damit dürfte einfach die enorme Popularität dieses Songs der Ausschlag für die Aufnahme gewesen sein. War halt ein typischer Rock-Standard!

              Schade, dass Elvis Johnny B. Goode nicht auch aufgenommen hat. Auch hier gäbe es biographische Interpretationsmöglichkeit (armes Landei macht Karriere in der Musikwelt).

              Das Original wurde von Chuck berry 1958 aufgenommen und erschien im Juni 1959 als B-Seite der Single Back In The USA/ Memphis Tennessee. Bei Berry, als erster wirklciher Rock-Poet, schließe ich autobiographische Züge allerdings nicht aus.

              Kommentar

              • cilla

                #37
                Zitat von charro
                Memphis tennessee hat er zu erst am 27. Mai 1963 aufgenommen.
                Ein Jahr später gab es eine erneute Aufname am 12. Januar 1964, da Elvis mit der 63er Aufnahme nicht zufrieden war.
                Veröffentlicht wurde Memphis Tennesse in der 64er Version dann im August 1965 auf Elvis For Everyone.
                Hat also weder was mit Priscilla noch mit Lisa zu tun.

                Memphis galt vor Yesterday als der meist gecoverte Rocksong (neben Johnny B. Goode, welcher sich mit Memphis diese Position streitig machte).
                Damit dürfte einfach die enorme Popularität dieses Songs der Ausschlag für die Aufnahme gewesen sein. War halt ein typischer Rock-Standard!

                Schade, dass Elvis Johnny B. Goode nicht auch aufgenommen hat. Auch hier gäbe es biographische Interpretationsmöglichkeit (armes Landei macht Karriere in der Musikwelt).

                Das Original wurde von Chuck berry 1958 aufgenommen und erschien im Juni 1959 als B-Seite der Single Back In The USA/ Memphis Tennessee. Bei Berry, als erster wirklciher Rock-Poet, schließe ich autobiographische Züge allerdings nicht aus.
                Mensch, was du alles weißt...ist interessant....danke für all die Infos!

                Ja, hab gerade erfahren, dass der Song von 1963/64 ist....

                Sag ja, dieses Lied war eigentlich eine Art Prophezeihung!

                Kommentar

                • charro
                  Posting-Legende

                  • 02.09.2005
                  • 8583

                  #38
                  Zitat von cilla
                  Oh, danke!!

                  Dann hat sich das wohl erledigt

                  Ups, dann ist der Song ja quasi eine Prophezeihung!!!
                  Ist aber ein schönes Beispiel für die Möglichkeit der Interpretation eines Songs: denn letztlich hat Elvis Memphis auch ab 1973 häufig Live gebracht (etwa auf der FTD Closing Night). Zu dieser Zeit paßt die Story dann schon!
                  Aber auch da sehe ich mehr das Gewicht eher auf der Bedeutung des Songs für die Musikwelt als absolutes Standard-Werk eines Pop/ Rockmusikers, als in einer möglichen persönlichen Bedeutung für Elvis!

                  Kommentar

                  • michael grasberger
                    Posting-Legende

                    • 16.02.2006
                    • 9974

                    #39
                    Zitat von charro
                    Memphis galt vor Yesterday als der meist gecoverte Rocksong (neben Johnny B. Goode, welcher sich mit Memphis diese Position streitig machte).
                    Damit dürfte einfach die enorme Popularität dieses Songs der Ausschlag für die Aufnahme gewesen sein. War halt ein typischer Rock-Standard!
                    damit tust du diesem KILLERSONG aber unrecht. was ihn über einen "standard" hinaushebt, ist die geniale wendung im text. bis zur letzten strophe glaubt man, die marie ist seine geliebte, und dann die pointe mit der tochter! 1 A songwriting. witzig und traurig zugleich, originell, unkischig, auf den punkt.

                    "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                    (Nick Tosches)

                    Kommentar

                    • Sivle
                      Gehört zum Inventar

                      • 27.07.2003
                      • 2589

                      #40
                      Bei Chuck Berry hat wahrscheinlich noch niemand nach dem etwaigen biografischen Inhalt dieses Werkes nachgedacht.

                      Kommentar

                      • charro
                        Posting-Legende

                        • 02.09.2005
                        • 8583

                        #41
                        Zitat von michael grasberger
                        damit tust du diesem KILLERSONG aber unrecht. was ihn über einen "standard" hinaushebt, ist die geniale wendung im text. bis zur letzten strophe glaubt man, die marie ist seine geliebte, und dann die pointe mit der tochter! 1 A songwriting. witzig und traurig zugleich, originell, unkischig, auf den punkt.
                        "Standard" ist doch nicht negativ oder abwertend gemeint!

                        Ein Standard-Song ist doch gerade wegen seiner Einzigartigkeit, Kultigkeit oder seiner Bekanntheit absolutes Pflichtprogramm im Repartoir eines jeden Musikers!
                        Das spricht doch absolut für den Song!
                        Was mich begeistert: 2 Akkorde, keine wirkliche Unterteilung Strophe/Refrain, die Einfachheit in persona und geht trotzdem richtig gut ab!
                        ...oder wie so schön sagst 2.30 min - und alles ist auf den Punkt gebracht!
                        Einfach genial das Werk (Obwohl an Berry's Version aus meiner Sicht nichts rankommt)

                        Kommentar

                        • michael grasberger
                          Posting-Legende

                          • 16.02.2006
                          • 9974

                          #42
                          dann bin ich beruhigt, charro!

                          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                          (Nick Tosches)

                          Kommentar

                          • gast-20071116

                            #43
                            Zitat von Sivle
                            Bei Chuck Berry hat wahrscheinlich noch niemand nach dem etwaigen biografischen Inhalt dieses Werkes nachgedacht.
                            Können einige hier auch noch Elvis' Musik anhören, ohne zwingend eine Bedeutung für sein eigenes Leben finden zu müssen, gemäß der Tatsache: Sein Werk ist Unterhaltung?
                            Unterhaltung vom Feinsten, wohlgemerkt!

                            Mir erschließt sich diese zuweilen angestrengte Herbeiführung verschiedenster Songs auf sein eigenes Leben höchstens rudimentär, wenngleich ich die romantisch-verklärte Interpretation anhand der üblichen Verdächtigen

                            "Separate Ways"
                            "Always On My Mind"
                            "You Gave Me A Mountain"

                            und eigentlich wohl fast jedem Song ab 1972 zumindest ansatzweise nachvollziehen kann, denn unser Mann MUSS ja einfach mehr sein als Unterhaltung, nämlich Ausdruck allen Leids der Welt, Inbegriff der Melancholie und Manifestation kultisch-dümmlicher Götzenanbetung, hm?

                            Kommentar

                            • cilla

                              #44
                              Zitat von michael grasberger
                              damit tust du diesem KILLERSONG aber unrecht. was ihn über einen "standard" hinaushebt, ist die geniale wendung im text. bis zur letzten strophe glaubt man, die marie ist seine geliebte, und dann die pointe mit der tochter! 1 A songwriting. witzig und traurig zugleich, originell, unkischig, auf den punkt.
                              Stimmt, mich hat der Song beim ersten Hören damals auch spontan an "Save all your kisses for me" erinnert...da gibt's den gleichen Überraschungseffekt am Ende....Muss ja dann von diesem Song "abgekuckt" sein, denn wenn ich mich nicht irre, war "Save...." später, oder?

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                              • cilla

                                #45
                                Zitat von Master Sniper
                                Können einige hier auch noch Elvis' Musik anhören, ohne zwingend eine Bedeutung für sein eigenes Leben finden zu müssen, gemäß der Tatsache: Sein Werk ist Unterhaltung?
                                Unterhaltung vom Feinsten, wohlgemerkt!

                                Mir erschließt sich diese zuweilen angestrengte Herbeiführung verschiedenster Songs auf sein eigenes Leben höchstens rudimentär, wenngleich ich die romantisch-verklärte Interpretation anhand der üblichen Verdächtigen

                                "Separate Ways"
                                "Always On My Mind"
                                "You Gave Me A Mountain"

                                und eigentlich wohl fast jedem Song ab 1972 zumindest ansatzweise nachvollziehen kann, denn unser Mann MUSS ja einfach mehr sein als Unterhaltung, nämlich Ausdruck allen Leids der Welt, Inbegriff der Melancholie und Manifestation kultisch-dümmlicher Götzenanbetung, hm?
                                Elvis' sah den Auftrag seiner Musik nur in der Unterhaltung?

                                Das glaubst du doch selbst nicht.....

                                Zuviel Interpretieren mag vielleicht manchmal falsch sein....Aber les bitte mal in "Careless Love" nach...Wenn Peter Guralnick beschreibt, wie schwer es oft war, mit einem übelgelaunten Elvis Songs aufzunehmen....Er beschreibt doch immer wieder, dass sie nur Lieder aufnehmen konnten, die Elvis wollte und das waren eben die genannten Songs - zumindest viele derer. Auch beschreibt er, wie gefühlvoll er Songs interpretiert hat, die seine Gefühle widerspiegelten....
                                Ich denke, wenn er zu dieser Zeit nur "Unterhaltungsmusik" machen wollte, hätte er sich für andere Songs entschieden....selbst wenn diese Themen den Zeitgeist der 70er verkörperten....Er hätte sicherlich "flippigere" Songs gewählt und dafür gesorgt, dass Balladen und etwas schnellere Songs im Gleichgewicht sind.. Meine Meinung...

                                Wir sprechen hier zurecht nicht von den Songs der 50er, 60er.....(mein Songvorschlag hat sich ja als falsch herausgestellt)....wir sprechen hier von den 70ern.....und da hat Elvis Songs definitiv nur nach seiner Laune herausgesucht....meistens....
                                Zuletzt geändert von Gast; 20.07.2006, 19:51

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