Provokante These

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  • Winston

    #76
    Zitat von cos
    ... wo Du mit Deinem erhobenen Zeigefinger Postings schinden kannst ...
    Das ist wohl war und ich werde nie müde im Kampf für einen außergewöhnlichen Menschen mein lieber Cos.

    Allerdings ist dein Posting auch geschunden oder?

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    • cos
      Board-Legende

      • 11.01.2004
      • 26466

      #77
      Ich bin alt, ich hab das nachher eh wieder vergessen.

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      • TheKing
        Board-Legende

        • 19.06.2006
        • 20721

        #78
        Also ich lerne gerade, dass mein Bild vom dauerbreiten Elvis, der quasi im Dauer-Delirium durch seine letzten Lebensjahre getorkelt ist wohl teilweise revidieren muss, es gab Ups und Downs und auch Phasen, wo er recht präsent war, oder zumindest mehr als es der ganz oberflächliche, entfernte Blick annehmen lässt. Ich würde Elvis niemals seine Medikamentenabhänigkeit vorwerfen oder ihn deswegen weniger achten. Er ist da reingeraten, es war schlimm. Seine drastische Veränderung zu beobachten ist für den verehrenden Fan oft auch schwierig. In manchen Momenten wird mir das schmerzlich bewußt, jedoch in der meistens Zeit lebe ich damit, habe mich an die Geschichte, wie sie nun mal war gewöhnt. Ich habe ferner meinen Frieden mit der Situation gemacht, dass die Fans alle unterschiedlich sind und somit unterschiedlich auf Elvis blicken. Ich vermeide die immer gleiche Diskussionsfalle wo es geht, trotzdem dieses Statement an dieser Stelle.
        Ohne Worte!

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        • michael grasberger
          Posting-Legende

          • 16.02.2006
          • 9974

          #79
          Zitat von allerteuerste
          Abgesehen davon habe ich noch nie von Speed im Zusammenhang mit Elvis gehört bzw gelesen.
          ???
          speed (=amphetamin) war die hauptdroge von der armeezeit bis in die frühen 70er hinein. wird doch in praktisch jedem elvisbuch erwähnt.

          das zeug war damals in amerika extrem populär und galt als vergleichsweise harmlos. johnny cash war bekanntlich voll drauf, genauso wie die halbe musikwelt. detto die soldaten in vietnam.
          noch heute wird amphetamin an soldaten verabreicht, aber auch - unter dem namen ritalin - an "hyperaktive" kinder. letzteres finde ich ziemlich bedenklich, aber das ist ein anderes thema.
          ein gutes buch zur rolle von amphetamin in der modernen welt hat hans-christian dany geschrieben:
          speed: eine gesellschaft auf droge (edition nautilus)

          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
          (Nick Tosches)

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          • Winston

            #80
            Zitat von michael grasberger
            ... das zeug war damals in amerika extrem populär und galt als vergleichsweise harmlos ...
            Und Elvis hätte die Einnahme natürlich mit dem Wissen von heute überdenken müssen. Wie gesagt, man muss zur fairen Beurteilung die damalige Zeit heranziehen.

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            • MysteryTrain
              Posting-Legende

              • 12.07.2008
              • 7260

              #81
              Zitat von Winston
              Wie gesagt, man muss zur fairen Beurteilung die damalige Zeit heranziehen.
              So ist es. Bis in die 30er Jahre galten sogar Kokain und Heroin als völlig normale Medikamente, die von Ärzten angewendet und verschrieben wurden.

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              • Charles Hardin
                Foren-Profi

                • 10.09.2013
                • 365

                #82
                Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem Elvis Veränderungen seiner Person durch den übermäßigen Konsum von Medis/Drogis festgestellt hat (und aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass man sehr wohl merkt wie man sich verändert durch zuviel Gift), hätte er Gegenmaßnahmen ergreifen können. Doch ihm war jede noch so haarsträubende Ausrede (alles verschriebene Medis, kann nicht schaden) recht, um seine Sucht zu befriedigen.
                Ich muss kein Amphetamin aus der damaligen Sicht beurteilen, selbst der schwer abhängige Cash begriff was mit ihm geschehen war, wie weit er heruntergekommen war, nur hatte der auch den Willen um zu Entziehen, denn ohne eigenen Willen gehts nun mal nicht.
                Elvis wollte und konnte nicht dauerhaft ohne Kick leben, und er hatte das verdammte Recht, mit seinem Leben zu tun was er wollte.
                Mit Morrison Fans erlebt man solche Diskussionen nicht, dessen Fanbasis ist weitaus aufgeklärter in punkto Sucht und ihre Folgen.
                Hier ist das anders, hier gibt sich teilweise der erzkonservative Mittelstand die Klinke in die Hand, was ja auch zum künstlichen Elvis-Image passt.
                Ich hab kein Problem mit Konservativen, es geht mir nur am Sack, dass hier ständig Leute ihren Senf abgeben, deren einzige Erfahrungen mit Drogen, Medikamentenmissbrauch, Sucht usw. darin liegen, dass sie darüber im Fernsehen gesehen, im Radio gehört, in Büchern gelesen haben.
                Ich äußere mich ja auch nicht zur Neurochirugie, nur weil ich die Serie Emergency Room mal gesehen habe.

                Hat die Seele Angst vorm Tode,
                hat sie lieben nie gelernt.....

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                • burroughs
                  Board-Legende

                  • 09.02.2004
                  • 56243

                  #83
                  ohne speed hätt's Motörhead wohl gar nicht erst gegeben
                  [und ohne Lemmy wären die Speeddealer allesamt pleite gegangen ]

                  Kommentar

                  • michael grasberger
                    Posting-Legende

                    • 16.02.2006
                    • 9974

                    #84
                    Zitat von Winston
                    Und Elvis hätte die Einnahme natürlich mit dem Wissen von heute überdenken müssen. Wie gesagt, man muss zur fairen Beurteilung die damalige Zeit heranziehen.
                    natürlich.
                    ich beurteile übrigens gar nichts. im unterschied zu anderen forumsusern sehe ich drogenkonsum nicht als moralisches problem, sondern als medizinisches, psychologisches und gesellschaftliches.

                    "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                    (Nick Tosches)

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                    • burroughs
                      Board-Legende

                      • 09.02.2004
                      • 56243

                      #85
                      unser dicker hatte einfach nur pech
                      die stones haben sich sonstwas reingepfiffen und leben - bis auf eine ausnahme - alle noch

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                      • MysteryTrain
                        Posting-Legende

                        • 12.07.2008
                        • 7260

                        #86
                        Hatte Elvis nicht sogar einen angeborenen Herzfehler? So intensiv wie er angeblich medizinische Fachbücher gewälzt hat, hätte er eigentlich wissen müssen, dass die Pumpe (und andere Organe) so etwas irgendwann nicht mehr mitmachen.
                        Aber das ist ja das Schlimme an Sucht: Man wird innerlich gespalten. Auf der einen Seite weiß man ganz genau, wie sehr man seine Gesundheit schädigt. Auf der anderen Seite steht das Verlangen nach dem Gift, das meistens stärker ist.

                        Man sieht sich praktisch selbst dabei zu, wie man auf den Abgrund zurast und kann nichts dagegen tun. - Schreckliche Vorstellung! :traurig:

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                        • allerteuerste
                          Gehört zum Inventar

                          • 27.06.2004
                          • 3102

                          #87
                          Zitat von MysteryTrain
                          Hatte Elvis nicht sogar einen angeborenen Herzfehler?
                          Das Gerücht, dass ich hörte (und wie Gerüchte so an sich haben, ich habe leider keine Erinnerung mehr daran, woher), hatte er ein stark vergrößertes Herz. Was natürlich angeboren oder erworben sein kann.
                          "Motorboat! Motorboat! Ruadan tua i nur zur Noat!"

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                          • Gilla
                            Board-Legende

                            • 05.02.2007
                            • 14776

                            #88
                            Es gibt auch Menschen, die ignorieren einfach Probleme und hoffen immer, es wird schon gut gehen. Elvis war so ein Typ, vielleicht hielt er sich sogar für unverwundbar.

                            Dass es irgendwie immer noch lief, hat auch damit zu tun, dass er quasi von seinen Mitarbeitern "gedeckt" wurde, sie ihm alles abgenommen haben, damit sein Leben äußerlich noch einigermaßen funktionierte. Auf der Bühne brauchte er keine besonderen Anstrengungen mehr zu unternehmen, man jubelte ihm größtenteils immer noch zu, auch wenn er in einem schlechten Zustand war.

                            So hart es klingt, Süchtige müssen so richtig auf die Schnauze fallen und mit dem Gesicht auf dem Boden liegen, (bildlich gesprochen) um etwas zur Besinnung zu kommen, damit sie ihr Leben ändern. Das ist bei Elvis eben nicht passiert.

                            Zu denken, dass sie doch bitte an ihre Liebsten denken sollen, ihnen Leid zu ersparen mit ihrer Sucht, soweit lassen es nicht an sich rankommen oder können gar nicht rational daran gehen.
                            *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                            • Winston

                              #89
                              Das schöne an Foren über musikalische "Junkies" ist aber, dass sich dort keine " Ärzte" und "Drogenbeauftragte" immer und immer wieder über dieses Thema auslassen. Dort diskutiert man über die Musik, die Elvis anscheinend ja nicht gemacht hat. Elvis existiert anscheinend nur als Live-CD/CDR-Künstler und fetter Drogenclown. Leute kommt zum wirklich wichtigen zurück!

                              Kommentar

                              • Sniper

                                #90
                                Interessant, finde ich jedenfalls, auch diese Einteilung immer in " Ärztlich indiziert/Gesetzlich gestattet" bei verschriebenen Medikamenten bzw. Ersatzstoffen und "Bahnhofsjunkie/Gosse/Atze/Penner Stoff" - welche sich oftmals von der Wirkung her gleichen, nur mit dem Vorteil bei der offiziellen Variante keinen gestreckten Müll untergejubelt zu bekommen bzw. ärztliche Kontrolle inklusive ist.

                                Ich verstehe auch wirklich nicht, warum sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt wird, sagen zu können, Elvis war süchtig - sein Vorteil war die Zugänglichmachung von medizinisch geprüften Stoffen. Klar, bis zu einem gewissen Grad muss man die Erkenntnisse der damaligen Zeit berücksichtigen, aber dies ist auch nur fürs eigene Wohlbefinden um sich nicht mit der Realität der oftmals identischen Wirkung abfinden zu müssen.

                                Fakt ist aber auch: Es ging lange Zeit gut, danach aber stetig den Bach herunter. Man sieht es, man hört es.
                                Verändert dies aber den Blick fürs ganze Große? Schmälert es den Genuß? Verdirbt es die Beschäftigung? Leidet der Kanon? Bringt es neue Erkenntnisse? NEIN.
                                Wurde dies alles schon mal durchgekaut bzw. trägt man im Endeffekt auch nichts Neues bei? JA. Ist einfach so - Themenkomplexe wiederholen sich.

                                Im übrigen, Randnotiz, bin ich sowieso der Ansicht, ein großer Teil des sogenannten "Drogenproblems" ist ein hausgemachtes - würde nicht ein Großteil in der Kriminalitätsschiene stecken, sondern gesetzlich kontrolliert zum Verkauf in entsprechenden Einrichtungen bereit gestellt werden, würden wir so einige unschöne Begleiterscheinungen wohl drastisch reduzieren können - denn eines dürfte klar sein: Mit heutigen Erkenntnissen hätten auch Tabak und Alkohol keinen Bestandsschutz durch jahrhundertelange Gewöhnung der Kultur mehr zu verzeichnen.

                                Und was die Sache mit "Elvis war '69 auf Speed drauf bei seinen Konzerten" angeht: Warum soll dies dummes Geschwätz sein? Ist mir eigentlich egal, ganz ehrlich - bevor ich davon in dieser Form zum ersten mal hörte, waren, sind und werden die 69er Konzerte bei mir immer unter "THE RETURN OF THE KING" (ge)laufen, egal ob und was er sich mit Annahmevorbehalt reingepfiffen haben könnte.
                                Ich höre die elektrisierenden Konzerte dieser Zeit - und mache mir keinen Kopf, ob er wegen bestimmter Ingredienzen so abgeht, oder ob es einfach nur die Motivation/Herausforderung war.

                                Was ich eigentlich sagen will: Es gibt keine guten Medikamente und keine bösen Drogen. Es gibt keine geborenen Sieger und keine geborenen Verlierer. Es gibt Grauschattierungen. Wie bei allen Dingen im Leben.
                                Es könnte sehr viel entspannter zugehen, wenn Elvis nicht auf Biegen und Brechen als Saubermann dastehen müsste. Gott, er war doch so oder so ein TITAN. Und wird immer einer bleiben.

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