Elvis Buch - Die Musik, der Mensch, der Mythos

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  • gast-20090521

    #286
    Zitat von Blues Boy
    Das liegt für mich eher daran, dass man Elvis massenkompatibel verkaufen wollte. Musik, die möglichst nirgendwo aneckt. Wäre er zu einem anderen Label gewechselt, hätten wir einen anderen Elvis gehört. Da hätte er sicher kein Problem mit gehabt.
    Meinst Du damit ernsthaft, er hat die ganzen Nummern ab 1960 nicht aus Überzeugung gesungen? Das sehe ich komplett anders.

    Nehmen wir allein "It's Now Or Never" - diesen napolitanischen Schmachtfetzen hat er so geliebt, dass er ihn schon privat zuhause sang, noch mit dem Text von "There's No Tomorrow". Er hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, das Ding zu singen, so dass sie ihm sogar extra einen neuen Text darauf gezimmert haben. Passt "O Sole Mio" etwa zu einem echten Rocker?

    Wenn das Hauptkriterium Massenkompatibilität gewesen wäre, hätte er spätestens ab Mitte der 60er umgeschwenkt zu den angesagten Stilrichtungen. Hat er aber nicht.

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    • TheKing
      Board-Legende

      • 19.06.2006
      • 20721

      #287
      Zitat von MusicMan
      Ich sage nur "Peace In The Valley" bei Ed Sullivan - da war's ihm auch scheißegal, dass Parker und der Fernsehsender dagegen waren.
      Ja, er war eben mehr als "nur" ein Rock`n Roll Zappelphillip. Er hatte ne Menge mehr auf dem Kasten. Gerade Du sagst doch immer wir sollen Elvis nicht für einen Vollspakken halten, wenn es darum geht, dass er soviele der immergleichen Filme gedreht hat. Das kommt mir in den Sinn, wenn Du behauptest, dass Elvis nur auf der Rock`n Roll Welle mitgeschwommen ist, weil es sich gerade anbot. Wieso kam er dann zu dieser Musik zurück?

      Ich kann es nicht glauben, dass er so über diese Art der Musik gefühlt hat. Der mochte das gerne und hatte seinen Spaß damit. Er ging nicht mit Leib und Seele darin auf, weil er mehr war und darüber stand, aber er spielte diese Spielart der Musik meines Erachtens ebenso gerne, wie die Anderen...ich sehe keine zwingenden Argumente, die eine These in der Richtung unterstüzen würden.
      Ohne Worte!

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      • gast-20110818

        #288
        Zitat von MusicMan
        Meinst Du damit ernsthaft, er hat die ganzen Nummern ab 1960 nicht aus Überzeugung gesungen? Das sehe ich komplett anders.
        Doch, die hat er mit Überzeugung gesungen. Nur hätte er trotzdem mit Überzeugung auch härtere Rhythmen aufgenommen.

        1968 hätte er sich ja auch für die geplante Weihnachtsshow entscheiden können und Parker und Co. wären zufrieden gewesen. Er war aber von Binders Konzept mehr angetan.

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        • gast-20090521

          #289
          Zitat von TheKing
          Ich kann es nicht glauben, dass er so über diese Art der Musik gefühlt hat. Der mochte das gerne und hatte seinen Spaß damit. Er ging nicht mit Leib und Seele darin auf, weil er mehr war und darüber stand, aber er spielte diese Spielart der Musik meines Erachtens ebenso gerne, wie die Anderen...ich sehe keine zwingenden Argumente, die eine These in der Richtung unterstüzen würden.
          Das mag vielleicht so sein, gilt aber nur für die erste Hälfte seiner Karriere. Anders kann man diese förmliche Hinrichtung, die er den alten Rock-Songs in seinen späten Bühnenprogrammen angedeihen ließ, nicht erklären.

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          • gast-20110818

            #290
            Zitat von MusicMan
            Wenn das Hauptkriterium Massenkompatibilität gewesen wäre, hätte er spätestens ab Mitte der 60er umgeschwenkt zu den angesagten Stilrichtungen. Hat er aber nicht.
            Er hat doch umgeschwenkt, als seine Platten nicht mehr liefen.

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            • gast-20110818

              #291
              Zitat von MusicMan
              Das mag vielleicht so sein, gilt aber nur für die erste Hälfte seiner Karriere. Anders kann man diese förmliche Hinrichtung, die er den alten Rock-Songs in seinen späten Bühnenprogrammen angedeihen ließ, nicht erklären.
              Die hat er aber erst ab 72/73 hingerichtet.

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              • TheKing
                Board-Legende

                • 19.06.2006
                • 20721

                #292
                Zitat von MusicMan
                Wenn das Hauptkriterium Massenkompatibilität gewesen wäre, hätte er spätestens ab Mitte der 60er umgeschwenkt zu den angesagten Stilrichtungen. Hat er aber nicht.
                Das ist immer das Totschlägerargument: "Hat er aber nicht." Es gab eine Menge Gründe warum Dinge so und so gelaufen sind und nicht immer konnte Elvis seine Wünsche durchsetzen. Viele Kompromisse wurden gemacht. Hollywood hatte ein bestimmtes Elvisbild und dementsprechend sahen auch die Produktionen aus. Und auch die Produktionsnummern, die Songs die für die Filme geschrieben und aufgenommen wurden. Aus meiner Sicht im Uptempobereich oft sehr schwach, was an dem Sound oft liegt ( allein der Gitarrensound..Lord have Mercy...unschuldiger und spießiger geht es nimmer! ) alsauch daran, dass Rock`n Roll nicht mal eben von einem Hollywoodschreiberling am Pianoflügel geboren wird...Sicher Elvis hat nichts dagegen unternommen, aber kann man daraus immer den Umkehrschluss ziehen, dass er es "super" fand?

                Klar fand Elvis es geil wie Mario Lanza die großen Töne rausschmetterte und hat das selber geübt und war dann echt gereift, als er das "O sole mio" so drauf hatte, ein wunderbarer Teil von Elvis, der sich später noch viel stärker herauskristallisieren sollte, die pompösen, orchestralen Endfanale seiner Songs, den Bombastsound, den liebte er ja " wegen der starken Emotion" die diese hervorriefen..und sie tun es heuite noch...ich liebe das Zeug...echte Rocker verachten das an Elvis...aber scheiß auf die Extremisten...ich bin nur dagegen zu sagen:" Elvis war kein Rock`n Roller!" Das ist falsch und Unsinn.
                Ohne Worte!

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                • gast-20090521

                  #293
                  Zitat von TheKing
                  ...alsauch daran, dass Rock`n Roll nicht mal eben von einem Hollywoodschreiberling am Pianoflügel geboren wird...
                  Im Rock'n'Roll-Wahn wird übrigens gerne mal vergessen, dass die Herren Leiber und Stoller genau das waren. Das originäre an Elvis' Rockmusik war in dem Moment weg, wo er die erste Komposition dieser beiden Juden aus New York sang. Da war dann nix mehr mit Mississippi-Delta-Feeling, den Baumwollfeldern und dem Staub der Beale Street.

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                  • TheKing
                    Board-Legende

                    • 19.06.2006
                    • 20721

                    #294
                    Zitat von MusicMan


                    Erst wird mir erzählt, dass etwas gut ist, was aber nicht gut ist. Als ich mich davon nicht beirren lasse, wird mir erzählt, dass ich es trotzdem gut zu finden habe, weil alle es gut finden, und dass es daher scheißegal ist, ob es schlecht ist oder nicht. Als das auch nicht zieht, wird mir erzählt, dass es eigentlich kein "gut" und "schlecht" gibt und dass alles gut ist, sobald es gefällt. (Sei froh, dass ich jetzt nicht wieder mit Bohlen ankomme!)
                    Wenn das, was ich versuche zu erläutern, so bei Dir ankommt, dann wundert es mich nicht, wenn Du mir nicht recht geben kannst. Es ging zuletzt um den Qualitätsbegriff in der Musik.

                    Wann ist Musik von hoher Qualität? ?

                    Was ist "gute" Musik? Erstmal empfinde ich Musik als "gut" wenn sie mich berührt. Soweit müßte man sich doch noch einig sein, oder?
                    Ohne Worte!

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                    • gast-20090521

                      #295
                      Zitat von Blues Boy
                      Er hat doch umgeschwenkt, als seine Platten nicht mehr liefen.
                      Aber mit Jahren Verzögerung.

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                      • gast-20090521

                        #296
                        Zitat von TheKing
                        Wann ist Musik von hoher Qualität? ?

                        Was ist "gute" Musik? Erstmal empfinde ich Musik als "gut" wenn sie mich berührt. Soweit müßte man sich doch noch einig sein, oder?
                        Ja, dann empfindest Du sie als gut. Eine Schülerband, die mies spielt, empfindet ihre Musik auch als gut. Das ist aber kein Qualitätskriterium.

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                        • gast-20110818

                          #297
                          Zitat von MusicMan
                          Aber mit Jahren Verzögerung.
                          Eigentlich nicht. Als der Erfolg langsam schwand, entstanden doch Songs wie "Guitar Man" oder "Too Much Monkey Business". Die Soundtracks waren doch nur Verträge, die er noch abarbeiten musste. Bis '65 war der Erfolg doch noch da.

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                          • gast-20090521

                            #298
                            Zitat von Blues Boy
                            Bis '65 war der Erfolg doch noch da.
                            Er hat 1964 gerade mal 3 Songs aufgenommen und 1965 keinen einzigen. Nur noch Soundtracks. Wie kann man da von Erfolg reden? Die zum Film gehörenden Platten will ich hier nicht mitzählen, wir reden ja vom Musiker und nicht vom singenden Filmschauspieler.

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                            • gast-20110818

                              #299
                              Zitat von MusicMan
                              Er hat 1964 gerade mal 3 Songs aufgenommen und 1965 keinen einzigen. Nur noch Soundtracks. Wie kann man da von Erfolg reden? Die zum Film gehörenden Platten will ich hier nicht mitzählen, wir reden ja vom Musiker und nicht vom singenden Filmschauspieler.
                              Wieso machst Du da einen Unterschied? Ist doch völlig egal, ob Songs auch in Filmen gesungen werden oder nicht. Die Soundtrack-Alben schafften es bis 1965 immer in die Top-Ten der Charts. Für mich ist das Erfolg.

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                              • gast-20090521

                                #300
                                Zitat von Blues Boy
                                Wieso machst Du da einen Unterschied? Ist doch völlig egal, ob Songs auch in Filmen gesungen werden oder nicht. Die Soundtrack-Alben schafften es bis 1965 immer in die Top-Ten der Charts. Für mich ist das Erfolg.
                                Klar war es ein Erfolg, aber davor hatte er ja auch zwei Karrieren parallel mit Songs aus Filmen und Songs ohne Film. Daher betrachte ich das getrennt.

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