Colonel Tom Parker

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  • gast-20080405

    #451
    Zitat von Gilla
    Im übrigen gab es schon Anfang der 70er Anfragen aus Europa, Elvis in ihren Ländern auftreten zu lassen. Und da ging es dem King augenscheinlich noch nicht so schlecht.
    Also halte ich den Grund, dass Elvis dort evtl. zusammenbrechen könnte und großen Wirbel verursacht hätte, nicht für schlüssig.

    Ich hörte einmal, dass es nicht so große Locations in bestimmten europäischen Städten gegeben hätte und für Elvis' Sicherheit nicht genügend gesorgt werden könne.
    Aloha from Hawaii wurde genau aus diesem Grund veranstaltet, um die internationalen Fans zufrieden zu stellen. Parker dachte, nun würden sie ihm nicht mehr die Bude einrennen wegen Tourneeangeboten. Das Gegenteil war der Fall. ...
    Wieso fand also Aloha nicht im Ausland statt Elvis war noch einigermaßen fit, sah (wieder) gut aus. Ihm selbst wäre es wohl egal gewesen, ob das Konzert nun in Hawaii, Japan oder England stattfindet. Hawaii ist zwar amerikanisches Staatsgebiet, aber gerade für einen Südstaatler wahrscheinlich genauso "Ausland" wie jedes andere Land. Warum also unbedingt USA? Die Antwort ist wahrscheinlich ganz simpel: Aufwand und Kosten. Hier hatte man heimische Infrastruktur zur Verfügung,einen heimischen Fernsehsender u.a.

    Gerade mit dem Sicherheitsaspekt konnte man Elvis ganz schnell weichklopfen. Spätestens seit den Morddrohungen (1971 ?) hatte er ja eine panische Angst davor dass etwas passieren könnte. Da hätte man ihm nur Bilder von den Studentenunruhen in Europa zeigen müssen (die ja wesentlich gewalttätiger waren als die Hippies in den USA), dazu noch Berichte über die immer mehr werdenden terroristischen Anschläge (RAF & co.), und Elvis hatte wohl schon eine derartige Panik, dass er einsah, dass eine solche Tour "zu gefährlich" wäre.
    Zuletzt geändert von Gast; 03.04.2008, 21:49

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    • gast-20090521

      #452
      Zitat von Stutz71
      Elvis war sehr leicht manipulierbar.
      Da habe ich ein ganz anderes Bild von Elvis als Du. Ich halte ihn nämlich selber für einen großen Manipulator, der immer das bekam, was er wollte. Im Guten wie im Schlechten. Guck mal, wie er seine Memphis-Mafia gegeneinander ausgespielt hat, nach dem Motto "Divide et impera - teile und herrsche", wie er sogar seine Ärzte manipuliert hat. Der Mann hatte einen eisernen Willen, wenn er etwas unbedingt wollte, und machte noch nicht einmal vorm Weißen Haus halt. Für mich war Elvis einer der willenstärksten Menschen aller Zeiten. Er hat alles erreicht, was er wollte. Wer kann das von sich schon behaupten?

      Und mit einem Star, der so wenig Widerstand entgegenbringt, geht man als Management natürlich den Weg des kleinsten Risikos
      Als Management schlägt man generell den Weg des kleinsten Risikos vor. Ein Manager, der diesen Grundsatz missachtet, treibt seinen Künstler schnell in die Pleite.

      Warum wird eigentlich immer unterstellt, dass Elvis mangels eigenem Willen zu irgendwelchen Entscheidungen manipuliert wurde? Warum ist es denn so schwer, die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass Elvis die Vorschläge seines Managers wohl überlegt hat und dann eine Entscheidung aus Überzeugung getroffen hat?

      Wenn Parker Elvis wirklich hätte manipulieren können, warum hat er ihn dann nicht dazu bewegen können, seinen Vertrag mit RCA zu erfüllen und die vereinbarten Studioaufnahmen abzuliefern? Wenn Parker Elvis wirklich hätte manipulieren können, warum hat er es dann nicht geschafft, ihm die Pillen auszureden? Ich bin überzeugt: Wenn Elvis etwas nicht wollte, dann war sein Wille sein Himmelreich, und kein Parker der Welt hätte etwas dagegen tun können.

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      • Gilla
        Board-Legende

        • 05.02.2007
        • 14776

        #453
        Ganz kann ich es nicht verstehen. Todd Slaughter (Sec. Official Elvis Presley Fan Club of Great Britain) war doch, glaube ich, noch vor dem Aloha Konzert persönlich bei Elvis und er war so zuversichtlich, dass eine Tournee in England stattfinden würde. Slaughter sagte sogar, dass er von Elvis persönlich schon "fast" ein Okay bekommen hätte.
        *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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        • gast-20090521

          #454
          Zitat von ReconsiderBaby
          Steht das auch in Good Rockin'?
          Ja.

          Kannst Du das als Lektüre wirklich empfehlen?
          Ich habe es bisher nur quergelesen, mich aber daraufhin entschieden, es demnächst komplett zu lesen, weil es mir wirklich zugesagt hat. Ich finde es sehr informativ, und was Esposito schreibt, ist schlüssig, vor allem, was die professonelle Seite anbetrifft. Keine Hirngespinste, keine Ammenmärchen, die einer Überprüfung durch den gesunden Menschenverstand schon nicht standhalten, und keine Sensationsschreibe, wo Elvis nur vorgeführt wird.

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          • gast-20090521

            #455
            Zitat von Stutz71
            Aloha from Hawaii wurde genau aus diesem Grund veranstaltet, um die internationalen Fans zufrieden zu stellen. Parker dachte, nun würden sie ihm nicht mehr die Bude einrennen wegen Tourneeangeboten. Das Gegenteil war der Fall. ...
            Wenn Parker wirklich gedacht hat, mit Aloha das Interesse im Ausland zu befriedigen statt es anzuheizen, dann muss er ein sagenhafter Trottel gewesen sein. Und das war er beileibe nicht.

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            • gast-20080405

              #456
              Zitat von MusicMan

              Wenn Parker Elvis wirklich hätte manipulieren können, warum hat er ihn dann nicht dazu bewegen können, seinen Vertrag mit RCA zu erfüllen und die vereinbarten Studioaufnahmen abzuliefern?
              Hat er ja. Dass RCA nach Graceland kommen musste und bei den Sessions nicht das Erwartete herauskam, steht auf einem anderen Blatt. Elvis war v.a. in den letzten beiden Jahren mental und gesundheitlich gar nicht mehr in der Lage, vernünftige Verhandlungen mit Parker oder irgendwem zu führen. Aus dem Grund gab es ja auch kein Interview mit ihm im Rahmen des CBS Specials. Begründung: Er sei zu krank für sowas. E hat das Ruder ganz einfach aus der Hand gegeben und hat sich ins Ungewisse treiben lassen.

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              • gast-20090521

                #457
                Zitat von Gilla
                Ganz kann ich es nicht verstehen. Todd Slaughter (Sec. Official Elvis Presley Fan Club of Great Britain) war doch, glaube ich, noch vor dem Aloha Konzert persönlich bei Elvis und er war so zuversichtlich, dass eine Tournee in England stattfinden würde. Slaughter sagte sogar, dass er von Elvis persönlich schon "fast" ein Okay bekommen hätte.
                Ja klar. Unser Elvis sagte doch immer jedem, was er hören wollte. Was hätte er denn sonst sagen sollen? "Ach, lass mich mit dem Quatsch zufrieden, ich habe keinen Bock, um die halbe Welt zu reisen und meine Knarren zuhause zu lassen, wo ich in Amiland für weniger Arbeit mehr Kohle machen kann?"

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                • gast-20080405

                  #458
                  Zitat von MusicMan
                  Wenn Parker wirklich gedacht hat, mit Aloha das Interesse im Ausland zu befriedigen statt es anzuheizen, dann muss er ein sagenhafter Trottel gewesen sein. Und das war er beileibe nicht.
                  Das war aber der Grund (weiß jetzt nicht mehr genau, wo das zu lesen ist). Warum präsentiert man bei der Pressekonferenz diese Hüte mit den Namen der Länder, in denen Elvis viele Fans hat? Weil man dachte: Gut, sie wollen Elvis? Dann bekommen sie ihn - die neue Satellitentechnik machts möglich und wir fahren sicher und relativ billig damit.

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                  • gast-20090521

                    #459
                    Zitat von Stutz71
                    Hat er ja. Dass RCA nach Graceland kommen musste und bei den Sessions nicht das Erwartete herauskam, steht auf einem anderen Blatt.
                    Wenn ich Elvis' Plattenvertrag richtig im Kopf habe, dann war er verpflichtet, pro Jahr zwei Alben und eine Handvoll Singles einzuspielen. Machen wir uns nichts vor: Ab 1974 war er permanent vertragsbrüchig. RCA hätte ihn rausschmeißen und/oder ihm einen Schadensersatzklage in Millionenhöhe anhängen können. Ich will nicht wissen, wieviel Schweiß es Parker gekostet hat, die Jungs von RCA ruhigzustellen.

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                    • Gilla
                      Board-Legende

                      • 05.02.2007
                      • 14776

                      #460
                      Zitat von MusicMan
                      Ja klar. Unser Elvis sagte doch immer jedem, was er hören wollte. Was hätte er denn sonst sagen sollen? "Ach, lass mich mit dem Quatsch zufrieden, ich habe keinen Bock, um die halbe Welt zu reisen und meine Knarren zuhause zu lassen, wo ich in Amiland für weniger Arbeit mehr Kohle machen kann?"
                      Na, da enttäuscht mich aber der King.
                      *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                      • gast-20090521

                        #461
                        Zitat von Stutz71
                        Das war aber der Grund (weiß jetzt nicht mehr genau, wo das zu lesen ist).
                        Woher weißt Du das? Wer weiß denn, was Parker gedacht hat, als er die Idee mit dem Satelliten-Special hatte? Es ist viel wahrscheinlicher, dass das die Euphorie war, einen neuen Rekord aufzustellen, dass Elvis der erste Künstler ist, der ein Konzert per Satellit gibt, und nicht, um das Ausland ruhigzustellen.

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                        • gast-20090521

                          #462
                          Zitat von Gilla
                          Na, da enttäuscht mich aber der King.
                          Überhaupt nicht. Er war einfach Vollprofi und gab jedem ein gutes Gefühl. Er hat doch öffentlich nie etwas gesagt, woran man sich hätte reiben können. Er war Entertainer und gab jedem, was er haben wollte.

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                          • gast-20080405

                            #463
                            Zitat von MusicMan
                            Wenn ich Elvis' Plattenvertrag richtig im Kopf habe, dann war er verpflichtet, pro Jahr zwei Alben und eine Handvoll Singles einzuspielen. Machen wir uns nichts vor: Ab 1974 war er permanent vertragsbrüchig. RCA hätte ihn rausschmeißen und/oder ihm einen Schadensersatzklage in Millionenhöhe anhängen können. Ich will nicht wissen, wieviel Schweiß es Parker gekostet hat, die Jungs von RCA ruhigzustellen.
                            Das mussten keine Neuproduktionen sein und das war RCA sogar sehr recht. Somit konnten sie mit dem 1973 teuer gekauften Backkatalog billiges Geld machen. Selbst 1977 hat er ja seinen Vertrag demnach erfüllt. Es kam das "Moody Blue" Albumsowie die live Doppel-LP "Elvis in Concert". 1974 kam "Good Times" und "Elvis: As recorded live on stage in Memphis". 1975: "Promised Land" und "Today", 1976. "From EP Boulevard..." Ich sehe da allein 1976 eine Neuproduktion "zu wenig". Das ist denke ich zu verschmerzen.

                            Die Mammutsessions 1970, 1971 und 1973 waren doch von RCA schon so konzipiert, dass das MAterial für mehrere Jahre reicht. Für diese Politik war RCA bekannt.
                            Zuletzt geändert von Gast; 03.04.2008, 22:18

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                            • gast-20090521

                              #464
                              Zitat von Stutz71
                              Das mussten keine Neuproduktionen sein und das war RCA sogar sehr recht.
                              Doch, es mussten Neueinspielungen sein. Re-Releases und Re-Packages sind etwas ganz anderes und waren von Elvis' neuem Plattenvertrag, der gleichzeitig mit dem Verkauf des Backkatalogs zustande kam, unberührt. Nach der 73er Mammutsession hatte er 1974 Ruhe, aber auch nur, weil man noch schnell ein Live-Album hingerotzt hatte, obwohl in den zwei Jahren zuvor schon Live-Alben veröffentlicht wurden. Und die "Moody Blue" war auch nur Flickschusterei, zum Teil aus aufgemotzten, minderwertigen Live-Mitschnitten zusammengewürfelt, weil die tatsächlichen Aufnahmen nicht ausreichten. Und schon wieder ein Live-Album. Elvis hatte eine für Anfang 1977 angesetzte Aufnahme-Session einfach geschwänzt.

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                              • gast-20080405

                                #465
                                Zitat von MusicMan
                                Und schon wieder ein Live-Album. Elvis hatte eine für Anfang 1977 angesetzte Aufnahme-Session einfach geschwänzt.
                                Es gab 2 Neuveröffentlichungen. Aus. Was da genau drauf ist, spielt keine Rolle. Dass es für das CBS Special ein Livealbum geben wird, das war klar. Wozu sollte sich E also den Stress antun, zusätzlich ins Studio zu gehen, wo er doch ganz andere Probleme hatte? Vertrag erfüllt, fertig. Andere Künstler bringen nur alle 2-3 Jahre 1 (!) neues Album heraus. Im Vergleich dazu war Elvis überfleißig.

                                Im übrigen, Wenn RCA, bzw. Felton Jarvis, so bescheuert ist und bei den Jungleroomsessions die Tonbänder mehrfach bespielt und ganze, vielleicht brauchbare Lieder löscht, ist er selber schuld, wenn sie hinterher fehlen. "Feelings" und "America the Beautiful" wären genau die beiden fehlenden Stücke für "Moody Blue" gewesen. Für Feelings gibt es schriftliche Beweise und America ist in Resten noch vorhanden
                                Zuletzt geändert von Gast; 03.04.2008, 22:35

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