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Ein sehr lesenswerter Bericht zum 75. Geburtstag von JLL.
Zum 75. Geburtstag von Jerry Lee Lewis "Gemeiner, alter Mann" Falk Sinß Jerry Lee Lewis' Leben ist eine einzige Achterbahnfahrt zwischen großen Erfolgen und tiefsten Abstürzen. Dass der wilde Mann des Rock'n'Roll am 29.9.2010 seinen 75. Geburtstag feiern darf und auch noch ein neues Album mit im Gepäck hat, wirkt wie ein kleines Wunder.
Mitternacht ist längst vorbei. Elvis Presley schläft. Es ist ruhig in Graceland in dieser Nacht im November des Jahres 1976 – bis plötzlich ein Auto mit schlingernden Reifen in das Tor des Anwesens kracht. Der Fahrer springt heraus, fuchtelt mit einer geladenen Pistole herum und brüllt, dass er Elvis sehen will. Den "King of Rock'n'Roll" bekommt Jerry Lee Lewis in dieser Nacht nicht zu Gesicht. Dafür aber die Polizei, die den "Killer", wie Lewis seit seiner Schulzeit wegen seiner Wildheit auch genannt wird, in die Ausnüchterungszelle steckt. Eine Szene, die exemplarisch für Lewis' skandalträchtiges Leben ist. Ebenso wie die Geschichte, als er betrunken den Bassisten seiner Band anschoss oder während eines Konzerts sein Klavier anzündete, um dem danach auftretenden Chuck Berry den Auftritt zu versauen. Nicht zu vergessen seine sechs Ehefrauen, mit denen er zum Teil gleichzeitig verheiratet war sowie zahlreiche Alkohol- und Drogeneskapaden.
Das einzig große Talent Was manchmal vergessen wird: Neben all diesen Skandalen ist Lewis ein begnadeter Musiker, der mit dem Who-is-Who der Rockgeschichte im Studio und auf der Bühne stand – bereits in den 1950er Jahren mit Elvis Presley, Johnny Cash, Carl Perkins oder Chuck Berry. Und er weiß von seinem Genie: "Es gibt da draußen nur ganz wenig große Talente. Ich sage nicht, dass ich eines davon bin. Ich bin das Einzige", erklärte er einem Reporter Ende der 1970er Jahre - zu einem Zeitpunkt, als er dem Tod näher stand als dem Leben.
Also bei Sachen wie "Make Me Know It" oder "Stuck On You" rockt er nicht mehr?
Die Frage ist, ob man extrem laut schreien oder aggressiv singen muss um zu "rocken"?
Da gibt es keine Patentaussage. Was ist mit Songs wie "Long Legged Girl"?
Einfach nur ELVIS ohne nähere Definition?
Würde heissen: Elvis rockt nach Bad Nauheim nicht mehr richtig oder nur
noch mit Big Band (Las Vegas) oder Mini-Combo (Burbank NBC)...!?!?!?!?
Das groovt, aber der BISS ist nach 1958 weg.
Weichgespülte Nashville-Mucke bleibt weichgespülte Nashville-Mucke, auch wenn da mal ein flotteres Liedchen bei war.
Hör Dir "Blue Suede Shoes" 1956 und dann 1960 an!
Live kam der Rock'n'Roll-Biss 1968 bis 1970 noch mal wieder, aber dann war Schicht im Schacht. Und im Studio klingt er das letzte mal im Mai 71 bei dem Elvis-Ending von "Winter Wonderland" an.
Und wenn auf der "100 Super Rocks" auch "Way Down" drauf war - das war gesetzter Altherrenrock gegen Vegas 1969 und erst recht gegen "Big Hunk 1958" oder den originalen "Jailhouse Rock".
Aber nicht, daß wir uns falsch verstehen: Ich bin froh über den Output, den er z. B. 1960 bis 1964 in Nashville produzierte. Nur der Rocker Elvis, den gab es halt nicht mehr.
Da haben andere eben länger durchgehalten. Die hätten aber auch nicht so schön "There'S Always Me" und "Bridge Over Troubled Water" singen können.
Weichgespülte Nashville-Mucke bleibt weichgespülte Nashville-Mucke, auch wenn da mal ein flotteres Liedchen bei war.
Hör Dir "Blue Suede Shoes" 1956 und dann 1960 an!
Ich glaube, dass der Biss irgendwo von innen kommt.
Es tat vielleicht nicht unbedingt Not ab 1960 diesen Biss
zu bewahren. Aber selbst Sachen wie "Steppin' Out Of Line"
zünden doch und haben eine gehobene Qualität im Gegensatz
zu den vielen mittelmäßigen Aufnahmen mit BISS anderer "Rocker".
Ich glaube, dass der Biss irgendwo von innen kommt.
Das mag sein. Dann hat die Army ihm den genommen.
(Oder die Pillen, die er da "kennenlernte".)
Es tat vielleicht nicht unbedingt Not ab 1960 diesen Biss
zu bewahren.
Das liest sich ein bißchen, wie ein Statement eines Rosa-Brillen-Elvis-Fans. Nach dem Motto "wenn Elvis etwas gemacht hat, das manche Fans in Frage stellen, dann hat er das so GEWOLLT".
"1976 wollte er halt näseln und nuscheln, weil er es cool fand und wußte, daß seine wahren Fans das verstehen würden"
Ich kenne Dich nicht und vielleicht ist es auch nicht so gemeint, aber es ist zumindest mein Eindruck.
Aber selbst Sachen wie "Steppin' Out Of Line"
zünden doch und haben eine gehobene Qualität
Natürlich zündet das. Nicht mehr so wie in den 50ern, aber für ein 61er Filmliedchen ist es ein Kracher (nicht zuletzt dank des großartigen E-Dur-Sax-Solos von Boots Randolph und dem berühmten "Elvis-Ending".).
1961 war er ja auch inspirierter denn je. "A Dog's Life" kommt da allerdings schon bei weitem nicht mehr ran.
im Gegensatz
zu den vielen mittelmäßigen Aufnahmen mit BISS anderer "Rocker".
Und das hier liest sich wieder wie ein Statement aus unserer Reihe "Es gibt eigentlich NUR Elvis, alles andere war minderwertig bis nichts".
Auch für mich steht Elvis an Nr. 1, aber wegen der Schönheit seiner Stimme und ihrer Wandlungsfähigkeit, die es ihm ermöglichte, problemlos verschiedene Stile zu singen.
Aber beileibe nicht, weil er der größte Rocker von allen war.
Hör Dir mal Jerry Lee's "Flip Flop And Fly" an oder Chucks "No Particular Place To Go" oder Little Richards "Bama Lama Bama Loo" - alles Aufnahmen der "anderen Rocker" aus der ersten Hälfte der 60er Jahre.
Die haben da noch den gleichen Biss wie 10 Jahre zuvor.
Oder vergleiche Elvis in Hawaii 1973 mit des Killer's berühmter London-Session. Oder hör Dir Little Richard's "Good Golly Miss Molly" von 1991 (für den Film "King Ralph" produziert) an.
Nein und nochmals nein. Nicht alle anderen Rocker rockten "mittelmäßig". Im Gegenteil. Elvis tat dies mit zunehmenden Jahren. Bis hin zum lustlosen Altherren-Rock, dem man anhört, daß er eigentlich keinen Bock mehr hatte auf diese Musik. Weil sich seine Stimme und wohl auch sein Gemüt viel zu sehr verändert hatten, aber dummerweise die Fans und die Plattenfirma immer wieder nach Stücken verlangten, die er seinem Titel "King Of Rock 'n' Roll" schuldig eigentlich schuldig war.
Wenn er WOLLTE und Spaß hatte, konnte er es ja noch (zumindest bis 70/71), s. z. B. "I Washed My Hands In Muddy Water". Das geht ab. Enstanden aus einer Laune, einem Spaß. Ein Take.
Dagegen kacken "Burning Love" und "Three Corn Patches" doch gnadenlos ab. Dafür brachte er "What Now My Love" wie kein anderer Künstler.
Und es ist gut, daß später die Balladen bei weitem überwogen.
Mit den anderen Rockern meinte ich nicht die "ganz großen" neben Elvis
sondern eher unbekanntere Gesellen, von denen auch immerfort behauptet
wird selbst sie hätten mit den immer gleichen Arrangements und einer
enormen Quantität an Aufnahmen Elvis überrockt.
Die gänzlich unbekannten Interpreten lasse ich jetzt mal weg,
aber ich hörte und lese solche Aussagen beispielsweise von Künstlern wie:
Gene Vincent
Billy Lee Riley
Charlie Feathers
Stray Cats (!!!!!!!!!!)
Shakin' Stevens (vor allem in der Sunsets-Zeit!)
Irgendwann heisst es noch Dick Brave und Peter Kraus rocken
beständiger Hunk! Das ist als ob man Elvis Ruhm absprechen wollte...
DEIN BEITRAG ist korrekt. Da stimme ich zu. Aber was meinst du zu
den genannten Leuten und vor allem ihrem Rock-Repertoire?
Es klingt manchmal als ob Dean Martin bei "Lay Some Happiness On Me"
nicht weniger "rockt" als Elvis eventuell bei "You Gotta Stop"...
Das ist als ob man Elvis Ruhm absprechen wollte...
Will doch keiner, aber man sollte auch offen sein für andere Rock'n Roller und da gibt es einige, die sehr gut sind. Für mich liest sich das eher wie: Du sollst keine anderen Götter neben Elvis haben und wenn können sie nur schlechter sein.
Will doch keiner, aber man sollte auch offen sein für andere Rock'n Roller und da gibt es einige, die sehr gut sind. Für mich liest sich das eher wie: Du sollst keine anderen Götter neben Elvis haben und wenn können sie nur schlechter sein.
Ist aber nicht so gemeint.
Aber Neid ist schon dabei.
Es ist vielleicht nicht klar, dass Elvis der King ist.
Aber die anderen sind es definitiv nicht.
Inwiefern? Wenn ich gutes Rock'n Roll Gitarrenspiel zum Beispiel hören will, dann höre ich sicherlich kein Elvis, sondern Eddie Cochran oder Chuck Berry. Wenn ich geiles Klavier-Rock'n Roll hören will, höre ich Little Richard oder Jerry Lee Lewis, aber sicher kein Elvis. Wenn ich geilen Rock'n Roll Gesang hören will, ja dann liegt Elvis vorne. Es kommt immer drauf an, wozu ich gerade Lust habe.
Es geht eher darum herauszufinden, wo Elvis Schwächen hat.
Das merkt man an den Beiträgen mit Ausnahme von Hunk...
Wenn ich das jetzt anspreche wird mir unterstellt, dass ich nur
seine Stärken herausstelle. Das stimmt aber nicht.
Aber im Regen stehen lassen möchte ich den King nun auch nicht.
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