Der Rebell

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • gast-20100118

    #46
    [ame="http://www.youtube.com/watch?v=EEEFQUsNl98"]YouTube - Elvis Presley interview[/ame]

    und natürlich ist es auch was Rebellisches, als Gospelsänger sich die Freiheit zu nehmen, es krachen und den harten raushängen zu lassen. Leider fanden 'religiöse' Zeitgenossen es jugendgefährdend. In Deutschland auch nichtreligiöse.

    Kommentar

    • gast-20110818

      #47
      Zitat von gast-20080904
      (Mal ganz abgesehen davon, dass zumindest mir unklar ist, wo Elvis vor, sagen wir, 1955 Rock'N'Roll gehört haben soll, aber das ist dann wohl eine andere Diskussion. :fluester: )
      (Auf der Beale Street und im Radio (Dewey Phillips "Red, Hot And Blue") :fluester:)

      Kommentar

      • Derek
        Gehört zum Inventar

        • 02.06.2007
        • 3185

        #48
        Zitat von Blues Boy
        Wie sagte einmal Fats Domino: "So wie Elvis haben wir uns schon als Kinder zur Musik bewegt." Nichts Unnormales also.
        Was für die Kids der 50er Jahre vielleicht gerade so akzeptabel war, galt bei Erwachsenen als obszön.

        Kommentar

        • Gilla
          Board-Legende

          • 05.02.2007
          • 14776

          #49
          Zitat von gast-20080904
          Da muss ich wohl etwas übersehen haben. Wo ist denn Elvis sich und insbesondere seiner Musik treu geblieben? Meines Wissens ist er mit "seiner" Musik gescheitert, weil ein Visionär wie Sam Phillips bereits nach der ersten Demo-Aufnahme wusste, dass damit kein Staat zu machen war.

          Elvis verkaufte sich und "seine" Musik bereits in der Kaffeepause damals im Juli 1954, als nebenbei etwas zustande kam, was ihn seinem Ziel, ein umjubelter Star zu werden, sehr viel näher brachte als die Schnulzen, die er privat hörte, und die er dann ab 1960 aufnahm (als er es sich leisten konnte). Was ab dann folgte war allerdings tatsächlich herrausragend und einmalig, daran besteht kein Zweifel.

          Ich denke, da hast du etwas übersehen, Timothy.

          Als Elvis in diesem magischen Moment im Sun-Studio "That's all right.." machte, sprudelte aus ihm heraus, was eigentlich länger in ihm schlummerte.

          Ja, ich denke, er glaubte, Gospelsänger zu werden, diese sonntäglichen Gemeindeversammlungen brachten ihm eine Art Frieden. Dort wurde schon gekreischt und getobt; dieses war auch eine Art Kampf der armen Südstaatler gegen Unterdrückung und Engstirnigkeit. Ebenso sang er gern seine Balladen, wo sich die Seele der Menschen aus dem Süden offenbarte.

          Als nun diese Initialzündung im Sun-Studio vollzogen war, wusste er, was er wollte und es folgten Aufnahmen, die die Musikwelt dauerhaft verändern sollte

          Natürlich sah er darin die Tür zu seinem Erfolg, wer mochte es ihm verdenken.

          Jeder weiß, was ihm alles ins Gesicht geweht ist an Beleidigungen, (Musiksender wollten seine Musik nicht spielen, Schallplatten wurden öffentlich zerschlagen, diese unsägliche Bezeichnung "Elvis the Pelvis", sexistische Anschuldigungen, daher bei Ed Sullivan nur von der Hüfte an aufwärts gefilmt - die fürchterliche Aussage von Frank Sinatra, über Elvis als "Seuche" zu reden u.u.u.)
          Viele hätten das nicht ausgehalten, doch er sagte nur: "Ich trage es diesen Erwachsenen nicht nach, sie meinen, sie täten das Richtige".

          Das ist es, was ich mit dem etwas abgedroschenen Satz in meinem Posting meinte, er bliebe sich und seiner Musik treu.
          Zuletzt geändert von Gilla; 13.11.2007, 14:50
          *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

          Kommentar

          • Jesse
            Board-Legende

            • 03.01.2007
            • 21508

            #50
            Zitat von Blues Boy
            Das wilde Tanzen wurde aber eher als Spaß und Ventil gesehen. Da wurde am Wochenende z.B. in der Beale Street nach einer harten Arbeitswoche die Sau rausgelassen. Im Grunde hat man aber eigentlich gegen nichts damit rebelliert. Besonders in der schwarzen Kultur war es normal ausdrucksvoll zu tanzen, was natürlich für den Durchschnittsbürger den "lebendigen Dschungel" darstellte.

            Wie sagte einmal Fats Domino: "So wie Elvis haben wir uns schon als Kinder zur Musik bewegt." Nichts Unnormales also.
            Zitat von michael grasberger
            für weiße in den 50ern sehr wohl.
            Genau so sehe ich das auch..... auch wenn dieser Satz abgedroschen klingt, Elvis machte diese Art von Musik und diese Art von Bewegung erst zu dem, was es für die weisse Jugend wurde.... es war für sie Rebellion gegen alles, was die ältere Generation ihnen vorschrieb! Nicht umsonst wurde gegen ihn gewettert und ihm ein kurzer musikalischer Erfolg von sogenannten Fachleuten vorausgesagt.

            @ BluesBoy: Ich habe Titel im Original von schwarzen Musikern und schwarzen Sängern gehört..... und vieles, sicher bei weitem nicht alles, klingt für meine Ohren langweilig und ohne dieses gewisse schwarze Feeling, die schwarze Power, die immer so sehr hervorgehoben wird, wenn man von diesen Leuten spricht. Vielleicht fehlt es mir auch an emotionalen Empfindungen dieser Musik gegenüber..... aber Elvis interpretiert für mich, immerhin ja als Coverversionen, viele Titel um Längen besser als die Originale!


            Jesse

            Until the twelfth of never, I'll still be loving you ...




            Kommentar

            • gast-20110818

              #51
              Zitat von Jesse
              Genau so sehe ich das auch..... auch wenn dieser Satz abgedroschen klingt, Elvis machte diese Art von Musik und diese Art von Bewegung erst zu dem, was es für die weisse Jugend wurde.... es war für sie Rebellion gegen alles, was die ältere Generation ihnen vorschrieb! Nicht umsonst wurde gegen ihn gewettert und ihm ein kurzer musikalischer Erfolg von sogenannten Fachleuten vorausgesagt.
              Bill Haley und seine Kometen sollte man dabei aber nicht vergessen.
              Beliebt waren Rock'n'Roll und wilder Jazz bei den Teenies - die in 50ern mehr Geld und Zeit besaßen, als bisher - schon vor Elvis. Elvis sorgte letztendlich für den Durchbruch dieser Musik und wurde zur Identifikationsfigur der weißen Jugendlichen. Gleichzeitig war es der Durchbruch für die eigene Kultur der Teenager, deren Kaufkraft jetzt auch von der Plattenindustrie wahrgenommen wurde (in dieser Zeit stieg man auch vom Schellack auf das kostengünstigere Vinyl um).
              Natürlich wurde die "Show-Figur Elvis Presley" als Rebell wahrgenommen. Der Mensch und vor allen Dingen auch der Künstler, waren es aber nicht.

              @ BluesBoy: Ich habe Titel im Original von schwarzen Musikern und schwarzen Sängern gehört..... und vieles, sicher bei weitem nicht alles, klingt für meine Ohren langweilig und ohne dieses gewisse schwarze Feeling, die schwarze Power, die immer so sehr hervorgehoben wird, wenn man von diesen Leuten spricht. Vielleicht fehlt es mir auch an emotionalen Empfindungen dieser Musik gegenüber..... aber Elvis interpretiert für mich, immerhin ja als Coverversionen, viele Titel um Längen besser als die Originale!
              Letztendlich ist das ja alles Geschmacksache.
              Fakt ist aber, dass es vor Elvis massenhaft Musikstücke gab, die nicht minder wild und ungezügelt waren.

              Kommentar

              • gast-20110818

                #52
                Zitat von Derek
                Was für die Kids der 50er Jahre vielleicht gerade so akzeptabel war, galt bei Erwachsenen als obszön.
                Aber nicht bei den schwarzen Erwachsenen, sondern nur bei der weißen Spießerschicht, die gerade dabei war, die Früchte des Wirtschaftwunders zu ernten.

                Kommentar

                • Jesse
                  Board-Legende

                  • 03.01.2007
                  • 21508

                  #53
                  Zitat von Blues Boy
                  Bill Haley und seine Kometen sollte man dabei aber nicht vergessen.

                  Natürlich wurde die "Show-Figur Elvis Presley" als Rebell wahrgenommen. Der Mensch und vor allen Dingen auch der Künstler, waren es aber nicht.
                  Show Figur und Künstler trenne ich nicht, denn letztendlich war es Elvis, der da auf der Bühne stand.... er hatte ja schliesslich keine multiple Persönlichkeit.... privat mag er ein braver Bursche gewesen sein und lieb und höflich zu seiner Mam.... wer von uns kannte ihn schon.... und trotzdem kleidete er sich wie er es mochte und trug die Haare wie es ihm gefiel.... er lies die anderen reden, die das blöde fanden....

                  Bill Haley machte den Anfang, das will ich ihm ja gar nicht absprechen.... aber auf Dauer war er zu alt und entsprach zu wenig dem Bild, das Jugendliche sich von einem Rebellen machten.....

                  Sicher ist alles Geschmacksache.... wer sagt etwas anderes?


                  Jesse

                  Until the twelfth of never, I'll still be loving you ...




                  Kommentar

                  • Jesse
                    Board-Legende

                    • 03.01.2007
                    • 21508

                    #54
                    Zitat von Blues Boy
                    Aber nicht bei den schwarzen Erwachsenen, sondern nur bei der weißen Spießerschicht
                    Das wiederum glaube ich nicht...... was das anging waren diese sicher genauso auf gute Sitten und Anstand bedacht....

                    Jesse

                    Until the twelfth of never, I'll still be loving you ...




                    Kommentar

                    • gast-20110818

                      #55
                      Zitat von Jesse
                      Show Figur und Künstler
                      Gut, ich hätte eher "Show Figur und Musiker" schreiben sollen.

                      Was war denn an Elvis' Klamotten so rebellisch? Der klassische Rebel-Look der 50s waren Blue Jeans und Lederjacke, was Elvis überhaupt nicht mochte.

                      Aber gut, deswegen hat er ja auch dagegen zusammen mit der Kirche und dem Establishment rebelliert.

                      Kommentar

                      • gast-20110818

                        #56
                        Zitat von Jesse
                        Das wiederum glaube ich nicht...... was das anging waren diese sicher genauso auf gute Sitten und Anstand bedacht....
                        Ausdrucksvoll zu tanzen gehörte bei den Schwarzen zu den guten Sitten und war nicht unanständig, sondern etwas völlig natürliches. Es war Ausdruck von Lebensfreude.

                        Kommentar

                        • Jesse
                          Board-Legende

                          • 03.01.2007
                          • 21508

                          #57
                          Zitat von Blues Boy
                          Gut, ich hätte eher "Show Figur und Musiker" schreiben sollen.

                          Was war denn an Elvis' Klamotten so rebellisch? Der klassische Rebel-Look der 50s waren Blue Jeans und Lederjacke, was Elvis überhaupt nicht mochte.
                          Willst Du sagen, er lief "normal gekleidet" herum in seinen farbigen Jackets und bunten Hemden dazu? Die Frisur war bis zu seinem Durchbruch auch nicht gerade angesagt..... Über seinen Kleidungsstil steht viel geschrieben und so schüchtern wie er scheinbar war, um so rebellischer muss für ihn sein Stil gewesen sein....


                          Jesse

                          Until the twelfth of never, I'll still be loving you ...




                          Kommentar

                          • gast-20100118

                            #58
                            Zitat von Blues Boy
                            Ausdrucksvoll zu tanzen gehörte bei den Schwarzen zu den guten Sitten und war nicht unanständig, sondern etwas völlig natürliches. Es war Ausdruck von Lebensfreude.
                            Klugscheißerei in allen Ehren, aber Menschen mit jener Hautfarbe galten unglücklicherweise vor Elvis nicht als gleichwertige Artgenossen. Sogar James Brown hat sich bei Elvis bedankt, dass er ihm die Tür zur Bühne aufgestossen habe.

                            Kommentar

                            • gast-20110818

                              #59
                              Zitat von Jesse
                              Über seinen Kleidungsstil steht viel geschrieben und so schüchtern wie er scheinbar war, um so rebellischer muss für ihn sein Stil gewesen sein....
                              Hat er nicht selber gesagt, dass er mit seiner Frisur und seinen Koteletten den LKW-Fahrern nacheiferte?
                              Und seine bunten Klamotten waren im Vergnügungsviertel von Memphis hip. Außerdem stand er, als Vertreter der weißen Unterschicht, den Schwarzen viel näher, als der spießigen weißen Mittelschicht.

                              Kommentar

                              • gast-20110818

                                #60
                                Zitat von Rev.Gerhard
                                Klugscheißerei in allen Ehren, aber Menschen mit jener Hautfarbe galten unglücklicherweise vor Elvis nicht als gleichwertige Artgenossen.
                                Hab ich das behauptet?
                                Nach Elvis allerdings auch nicht, oder glaubst Du, dass Sammy Davis jr. nach seinen Auftritten nicht mehr durch den Hinterausgang raus musste, nachdem Elvis Erfolg hatte?
                                In Sachen Rassendiskriminierung und -trennung hat sich durch Elvis nichts verändert in den USA.

                                Kommentar

                                Lädt...