
Stadt in Trauer
Am 16. August etwa um sechszehn Uhr, erschien der Leibwächter Sam Thompson in Graceland. Sein Vater fuhr den Wagen, und als sie in das Tor einbogen, kam ihnen David Stanley, einer von Elvis' Stiefbrüdern, in seinem Sportwagen entgegen. Er stoppte neben Sam und rief: "Hast du schon gehört? Elvis ist tot!"
Thompson dachte zunächst, dass Stanley wieder einmal Marihuana geraucht und deshalb etwas falsch verstanden hatte. "Mein erster Gedanke war, dass er den armen Vernon gemeint hatte." Aber als Thompson das Haus betrat, sah er Vernon, der auf einem Küchenstuhl saß, und "überall rannten Leute herum".
Dr. Nichopoulos war eben vom Baptist Hospital zurückgekehrt. Er beugte sich vor und flüsterte Vervon etwas zu. Thompson erinner sich: "Ich konnte nicht hören, was er gesagt hatte, aber Veron begann zu stöhnen, zu jammern und zu weinen." Ein paar Minuten später nahm Vernon Thompsons Hand und sagte: "Mein Baby ist tot."
Thompson folgte Nichopoulos, der in Presleys Höhle ging, um zu telefonieren. "Nick, was ist passiert?" fragteThompson. Nichopoulos blickte auf, atmetete tief ein und antwortete: "Es tur mir so leid."
Thompson erschien die ganze Szene völlig "surreal", vor allem, als die neunjährige Lisa Marie auf ihn zurannte und sagte: "Mein Daddy ist tot. Sie sagen, mein Daddy ist tot." Sie weinte, und Thompson legte den Arm um sie. "Ich habe Linda angerufen", sagte das Kind. "Von Großmutters Zimmer aus".
Thompson ging zu Minnie Maes Schlafzimmer; seine Schwester, die damals in Los Angeles lebte, war noch immer in der Leitung. "Sam, was ist bei euch nur los. Lisa Marie hat mich gerade angerufen. Sie erzählte, Elvis sei gestorben." Er sagte ihr, dass es wahr ist, und fügte hinzu: "Ich denke, du solltest nach Hause kommen."
Presleys verschiedene Bekannte mochten sehr unterschiedlich sein, aber eines teilten sie: ihre Liebe zu Elvis. "Jeder übernahm einfach irgendeine Aufgabe", erinnert sich Charlie Hodge. "Niemand gab Anweisungen. Wir wollten, dass alles reibungslos lief." Thompson richtete sofort einen Wachdienst im Haus ein. Dick Grob rief an und ließ wissen, dass er Wache bei Elvis im Bestattungsinstitut halten werde. George Klein kam dazu, um die Telefonate und Anfragen vom Hautptor zu beantworten.
Im Baptist Hospital blokierten die Anrufer inzwischen die Telefonzentrale, doch aus Rücksicht gegenüber der Familie Presley weigerte sich das Krankenhaus zunächst, Elvis Presleys Tod zu bestätigen. "Wir sagten den Reportern nur, dass er Atemschwierigkeiten habe und noch behandelt werde", erzählte Maurice Elliott, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war, ihm stand ein Albtraum bevor. "Aber die Presse belagerte uns, weil Elvis in einem Krankenwagen der Feuerwehr eingeliefert worden war." Esposito war noch im Krankenhaus und wartete auf den Anruf aus Graceland. Schließlich rief Nichopoulos an. "Sie können jetzt der Presse die Wahrheit sagen", teilte er Joe Esposito mit.


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