Was hat Elvis 1957 gemacht?

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  • honeybee
    Board-Legende

    • 29.01.2017
    • 11757

    #46
    Zitat von Mike.S.

    Da ist irgendwann bei Elvis halt musikalisch die Zeit stehengeblieben...

    Elvis war so vielseitig, er hätte es hingekriegt mit der Zeit zu gehen und sich einen modernen Anstrich zu geben. Er war gerade mal 40 und nicht irgendein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Aber die Motivation muss halt da sein, und - wie du schon sagst - die richtigen Leute. Nach wie vor glaube ich nicht, dass Elvis der große Macher war. Er brauchte Ideen durch andere, kreative Möglichkeiten und Anstupser. Las Vegas hat ihn austrocknen lassen.

    Ist doch klar, dass für jemanden der immer wieder dasselbe tun muss - und dabei noch Ausstrahlung und Emotionen transportieren muss - der Job zur Tortur wird. Wie anstrengend wird es, einen Song noch beim vierhundertsten Mal mit Gefühl und Freude vorzutragen? Hier muss man nicht Psychologie studiert haben.

    Nimm mal als Beispiel dieses Starlight Express-Dingens in Bochum. Seit 30 Jahren läuft dort diese enorm erfolgreiche Show. Wie kann das so lange gut gehen?
    Weil die Show immer wieder verändert wird und die Akteure regelmäßig ausgetauscht werden!

    Elvis konnte nicht ausgetauscht werden. Abend für Abend hat er da gestanden und war nicht nur durch seinen Vertrag verpflichtet. Er wusste, dass die Leute aus aller Welt wegen ihm nach Las Vegas kamen. Er wollte niemanden enttäuschen.
    Vielleicht wurde aus diesem Grund auch die Setlist kaum geändert. Die Leute kamen und wollten die Show sehen, von der sie schon so viel gehört hatten. Was hätte es gebracht, wenn hinterher gemeckert worden wäre, dass das Medley fehlte oder See See Rider, oder Polk Salad Annie? Ich stelle mir diesen enormen Druck schlimm vor. Er war ja von Natur aus ein netter Typ, der funktionieren und abliefern wollte. Es muss schon eine enorme Überwindung für ihn bedeutet haben, den einen oder anderen Auftritt abzusagen. Es gab ja auch anschließend sofort Theater.
    Er war nicht die Sorte Star, der einfach sagt: Ihr könnt mich jetzt alle mal....

    Und das ist genau das, was Parker hätte sehen und beenden müssen. Stattdessen hat er sich aufgeregt, dass Elvis auf seine eigene Art und Weise geflüchtet ist vor diesem Hamsterrad.
    Zuletzt geändert von honeybee; 22.02.2021, 07:19
    Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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    • Dark Moon
      Posting-Legende

      • 18.08.2012
      • 6288

      #47
      Zitat von honeybee
      Wäre auf jeden Fall nachvollziehbar. 1956 war der Hammer. Woher habt ihr diese Infos?
      Ende der 80er Jahre haben wir angefangen so ein wenig Kontakte zu Leuten aus Elvis persönlichem Umfeld aufzubauen - und irgendwann kam auch diese Frage auf und da wurde uns das so erzählt - es gibt ja auch dieses Foto aus 56 mit einem völlig erschöpften Elvis.

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      • honeybee
        Board-Legende

        • 29.01.2017
        • 11757

        #48
        1955 war ja auch schon sehr anstrengend. Hunderte Auftritte, wenn auch jedesmal nur 2-3 Songs, aber sie mussten ja erst mal dorthin. Ständig unterwegs und fast die ganze Zeit aus dem Koffer gelebt. Es war bestimmt eine phänomenale Zeit, aber halt auch kräftezehrend.

        Dann passte es ja hervorragend zusammen mit den Vorstellungen Parkers, Elvis jetzt mal nicht mehr ständig anzubieten und ihn damit interessanter zu machen. Wie gesagt:
        Die ersten Jahre mit Parker liefen 1a.
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        • Hurt
          Gehört zum Inventar

          • 28.09.2010
          • 1339

          #49
          Zitat von honeybee
          Und es hat ja auch funktioniert bis weit in die 60er hinein.
          Dann kam aber der Punkt an dem er zu lange an einer Sache, die schon arg bergab ging, festhielt. Dieser Punkt ist auch der, bis zu dem ich Parker als "gut" für Elvis empfinde. Aber spätestens 1968 hätte frischer Wind bezüglich des Managements gut getan.
          Meine Meinung.
          Ich finde, Parker hätte hätte schon früher keine neuen Filmverträge mehr abschließen sollen.
          Elvis wurde zunehmend zur Witzfigur in diesen teilweise mehr als seichten Filmen.
          Andererseits hätte es dann auch kein 68er Special gegeben. Aber ohne Steve Binder wäre auch dieses anders verlaufen.
          Leider war Elvis aber auch ein Mensch, der leicht gelangweilt war, wenn etwas zur Routine wurde. Doch welche Herausforderungen hätte es immer wieder gegeben?
          4 Dinge hat Amerika der Welt gegeben: Baseball, Mickey Mouse, Coca Cola und ELVIS PRESLEY(Jerry Hopkins)

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          • honeybee
            Board-Legende

            • 29.01.2017
            • 11757

            #50
            Deswegen schrieb ich "spätestens". Viele sind ja der Ansicht, Hauptsache der Rubel rollt. Ich nicht. Wenn man unzufrieden und unglücklich ist, hilft all das Geld auch nicht.

            Ja wie gesagt, ich weiß auch nicht, was für Alternativen für ihn besser gewesen wären. Ich habe aber auch keine Ahnung, welche Möglichkeiten er hatte. Also was durchführbar gewesen wäre. Und wozu er tatsächlich Lust hatte.
            Zuletzt geändert von honeybee; 22.02.2021, 10:57
            Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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            • allerteuerste
              Gehört zum Inventar

              • 27.06.2004
              • 3106

              #51
              Zitat von Mike.S.
              Der Colonel hatte gesehen, wie zu viel Medienpräsenz eine Karriere beenden konnte, wie schnell die Öffentlichkeit genug von dem hatte, was sie umsonst geboten bekam. Er würde nie zulassen, dass dies seinem Jungen wiederfuhr."
              Klingt ja zunächst vernünftig, aber bei näherer Betrachtung stimmen diese Gedanken nicht wirklich.

              * Zum Einen sind und waren Konzerte, bis auf Benefizveranstaltungen, ja nicht kostenlos.
              * Zum Anderen haben in späteren Jahren genügend Stars gezeigt, dass ihre TV Shows ihre Popularität am Laufen hielt und ihnen, obwohl die Zuseher nichts zahlten, dennoch Geld einbrachten.
              * Und letztendlich hat er dann ja doch das Medium Film gemolkene, bis die Kuh nicht nur tot war, sondern bereits stank.

              Er hat eigentlich nur erreicht, dass Elvis Image, das ja dank Militärdienst einigermaßen respektabel geworden war, wider ins Lächerliche rutschte.

              Der Militärdienst war noch ein guter Schachzug, aber danach war es aus. Parker war auf der einen Seite einfach zu alt, um neu denken zu können. Er war eigentlich das, was man ein "One-Trick-Pony" nennt. Die alten Tricks kannte und beherrschte er, die neuen hatte er aber nicht drauf.
              Und and Kunst und Künstler war er nicht interessiert.
              "Motorboat! Motorboat! Ruadan tua i nur zur Noat!"

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              • King77
                Board-Legende

                • 04.08.2007
                • 14925

                #52
                Zitat von Mike.S.
                Ja, schwierige Geschichte. Jeder hat halt so seine Hochzeit und es ist schier unmöglich, sich immer wieder neu zu erfinden. Allerdings hätte ein Wechsel in der Studioarbeit ab spätestens 1975 ein Schlüssel sein können, einmal einen anderen Produzenten, neue Ideen, 'mal andere Musiker, neuen Sound. Irgendjemanden, der ihn herausreißt, so wie seinerzeit Steve Binder.

                Da ist irgendwann bei Elvis halt musikalisch die Zeit stehengeblieben, Konzerte hin oder her. Mein Gott, da ist 1975 ein junger Typ mit E-Gitarre und schwarzer Lederjacke auf dem Cover und singt vom "Jungleland". Wenn Du Springsteens 1975 "Born to run" Album technisch vergleichst mit "Boulevard" - um Gottes willen, da liegen ja Welten. Elvis Antwort war "Last farewell" und er übte noch stundenlang an "Feelings". Wie konnte es nur dazu kommen.


                Du kannst davon ausgehen Elvis gefielen The Last Farewell u. Feelings besser als Springsteens Album welches er wahrscheinlich nicht mal gekannt hat. Viele Fans neigen dazu ihren persönlichen Musikgeschmack auf Elvis zu übertragen.

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                • Mike.S.
                  Foren-Experte

                  • 18.05.2020
                  • 672

                  #53
                  Nein, das hatte nichts mit meinem Geschmack zu tun, ich höre mir lieber "Farewell" als "Born to run" an. Man hätte auch ein anderes Beispiel nehmen können. Mir ging es nur darum, dass sich die Musik weiter entwickelte und Elvis stehen blieb. Bei Songs wie "Farewell" kommt es einem fast schon vor, wie wenn er den Rückwärtsgang eingelegt hätte. Elvis war aber einmal vorausgehend, den Musikstil bestimmend und prägend. Sogar noch 1970, wenn man sich 'mal den Werbeclip zu TTWII ansieht "The most dynamic performer in popular music today".

                  Anfang der 70er gab es unheimlich viele Songwriter und Elvis war da durchaus am Puls der Zeit mit seinem Sound. Und daraus entwickelten sich viele Mitte der 70er weiter, während Elvis den Anschluss komplett verpennte.

                  Elvis wäre ja 1968 auch nie von sich aus auf einen orchestralen Song wie If I can dream gekommen, das war ein komplett anderer Einfluss einer neuen Person in seinem Leben, so etwas hätte er Mitte der 70er wieder gebraucht.

                  Wobei, Robert, ich hatte jetzt auch nicht gemeint, dass Elvis komplett andere Musik hätte machen sollen. Das Springsteen Beispiel habe ich auch gewählt, weil das Album für die Zeit (75) sehr fortschrittlich klang. Es ging mir eher um die Produktion und den Sound - modern und frisch, nicht so altbacken. Ich wollte damit nur sagen, dass ja auch technisch zu der Zeit schon wesentlich mehr möglich gewesen wäre, als diese plumpen Streicher/Bläser Overdubs von "Boulevard".
                  Aber da brauchst Du personelle Veränderung im Studio und jemanden mit Fingerspitzengefühl, der das auf Elvis übertragen und ihn begeistern hätte können.
                  Zuletzt geändert von Mike.S.; 23.02.2021, 01:19

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                  • honeybee
                    Board-Legende

                    • 29.01.2017
                    • 11757

                    #54
                    Hat sich Elvis mit der Songauswahl hier nicht auch besonders schwer getan? Ich meine, mich an einen Bericht zu erinnern, dass ihn das Material für die Jungle Room Sessions so gar nicht begeisterte und dass der Stapel mit den abgelehnten Demos immer höher wurde.

                    Felton Jarvis hat die von dir kritisierten ODs später in Nashville gemacht. Hat Elvis sie vor Veröffentlichung gehört und abgenickt?


                    Und noch eine Frage:

                    Hat RCA eigentlich zu irgendeinem Zeitpunkt das Interesse an Elvis verloren? Gab es Anzeichen/ Äußerungen, irgendwann nach den Jungle Room Sessions, dass man von Elvis nicht mehr viel erwarte oder so ähnlich? Hat RCA aufgehört, ihn zu Aufnahmen zu drängen?
                    Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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                    • honeybee
                      Board-Legende

                      • 29.01.2017
                      • 11757

                      #55
                      Zitat von allerteuerste
                      .
                      * Zum Anderen haben in späteren Jahren genügend Stars gezeigt, dass ihre TV Shows ihre Popularität am Laufen hielt und ihnen, obwohl die Zuseher nichts zahlten, dennoch Geld einbrachten.
                      Mag sein. Aber der große Knaller ist es dann auch nicht mehr. Wenn ein Star alle vier Wochen über den Bildschirm flattert, büßt der Zuschauer doch einiges an "Heiß-drauf-sein" ein. Alles was es ausreichend und zu genüge gibt, wird langweilig oder zumindest weniger interessant. Und dann kommt der Samstagabend, an dem man zwischen der Elvis-Presley-Show und einer Einladung von Freunden wählen muss. Beim ersten Mal geht man dann noch mit schlechtem Gewissen aus dem Haus und beim nächsten mal ist es schon viel einfacher, die Show ausfallen zu lassen.

                      Für einen Weltstar wie Elvis wäre eine TV-Show nix gewesen. Zu gewöhnlich.
                      Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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                      • Hurt
                        Gehört zum Inventar

                        • 28.09.2010
                        • 1339

                        #56
                        Zitat von honeybee

                        Für einen Weltstar wie Elvis wäre eine TV-Show nix gewesen. Zu gewöhnlich.
                        Sie wäre nach einigen Shows wahrscheinlich ebenso zu Routine geworden und hätte Elvis mehr oder weniger gelangweilt.

                        .....Dean Martin, den ich auch als Weltstar sehe, hatte 9 Jahre lang eine wöchentliche TV-Show.

                        Aber wurde so etwas für Elvis je in Betracht gezogen? Eine TV-Show mit ihm als Gastgeber?
                        4 Dinge hat Amerika der Welt gegeben: Baseball, Mickey Mouse, Coca Cola und ELVIS PRESLEY(Jerry Hopkins)

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                        • Gast

                          #57
                          Die Dean Martin Show war legendär.

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                          • honeybee
                            Board-Legende

                            • 29.01.2017
                            • 11757

                            #58
                            Zitat von Hurt
                            Aber wurde so etwas für Elvis je in Betracht gezogen? Eine TV-Show mit ihm als Gastgeber?
                            Ehrlich gesagt kann ich mir Elvis in einer solchen Rolle gar nicht vorstellen

                            Ne eigene Show mit Anmoderation und Gesprächen mit anderen Musikern vor laufenden Kameras, irgendwie passt das nicht zu ihm, oder?

                            Ich hab gar kein Beispiel in meiner Erinnerung parat für ein solches Sendeformat

                            Hatte Peter Alexander nicht auch mal so eine Show? Ich hab solche Sachen nie geguckt. Ich fand das immer zum Erbrechen langweilig.
                            Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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                            • honeybee
                              Board-Legende

                              • 29.01.2017
                              • 11757

                              #59
                              Zitat von Glen D.
                              Die Dean Martin Show war legendär.
                              Hab ich nur mal am Rande mitbekommen. Vielleicht war ich noch zu klein um das gut zu finden. In meiner Erinnerung haben die doofe Witze gemacht und machten immer den Eindruck, besoffen zu sein
                              Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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                              • Rusty Cage
                                Posting-Legende

                                • 17.01.2007
                                • 5428

                                #60
                                Zitat von honeybee
                                machten immer den Eindruck, besoffen zu sein
                                Das waren die vermutlich auch


                                So ein Konzept wie die Johnny Cash Show wäre interessant geworden, wenn Elvis mit anderen hätte singen dürfen. Aber ich glaube, so etwas hätte Parker nicht gepasst. Aber ein Duett von Elvis und Kris Kristofferson mit Sunday Morning Comin' Down...
                                Elvis: Colonel, ich will unbeding nach Europa!
                                Parker: Nee Elvis, dort gibt es nicht so schöne Turnhallen wie hier.

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