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Was mir im Vergleich zu den TODAY-Sessions auffällt, ist die stark gealterte Stimme des Kings.
Wobei ich für mich feststellen muss, dass Elvis bei den alternate takes ohne Overdubbs ganz und gar anders klingt als auf dem fertigen TODAY-Album. Ich glaube, damit hat sich Elvis keinen Gefallen getan, alles nochmal anders zu machen.
Als ich begann, mich in die eigentlichen TODAY-Sessions hinein zu hören, wurde mir klar, wie unvorteilhaft das Endprodukt ausfiel.
Zum Glück hat man uns Fans die ursprünglichen Versionen doch noch zugänglich gemacht!
Bei den Jungle Room Sessions spielt Elvis das Material natürlich in die Hände. Seine stimmliche Verfassung lässt die Interpretationen noch trauriger und gebrochener wirken und verleiht den Songs, wenn auch ungewollt, mehr Tiefe.
Ich persönlich mag die Aufnahmen, insbesondere DANNY BOY, Solitaire und She Thinks I Still Care gehören zu meinen Favoriten.
Die Box selbst halte ich für überteuert, insbesondere da FTD nun schon weite Teile des Materials auf den Classic Albums FROM ELVIS PRESLEY BOULEVARD, MEMPHIS, TENNESSEE und MOODY BLUE sowie auf THE JUNGLE ROOM SESSIONS veröffentlicht hat
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Günstig sieht anders aus, da hast Du sicher recht.
Sehe ich anders, weil man z.B. einen kerngesunden jungen Mann mit Anfang 20 nicht mit einem 40-jährigen vergleichen kann, der an z.T. schweren Krankheiten litt. So etwas schlägt auf die Psyche, und man ist schon deshalb ein anderer.
Nein, vielleicht nicht. Aber der Gesang wird dadurch nicht besser. Ich kann durchaus nachvollziehen was A.C. van Kujik über die ungewollte Tiefe der Aufnahmen schreibt. Ich höre das für mich aber, außer bei Danny Boy, nicht. Ich höre einen Sänger in schlechter stimmlicher Verfassung. Außerdem impliziert das für mich das Elvis vorher mit weniger emotionaler Tiefe gesungen hätte. Ich glaube aber nicht das er einen, großartigen, Song wie She Thinks I Still Care 1970 weniger emotional dargeboten hätte. Die zahlreichen, recht ähnlichen Countryballaden aus dem Jahr lassen mich eher vermuten das er es schlicht und ergreifend besser gesungen hätte. Aber das ist natürlich hypothetisch und daher nicht zu beweisen.
Ist mir zu einfach gedacht. Nehmen wir doch zum Vergleich mal die Konzerte aus den 70ern, wo er einfach funktionieren musste - auch wenn er gesundheitlich angeschlagen war. Da wurde selten Rücksicht drauf genommen, ob er an dem Abend wirklich fit war oder nicht. Und einen Termin im Plattenstudio abzusagen, wäre sicher auch nicht so ohne weiteres gegangen, wobei das Thema 1976 (Session im "Wohnzimmer") sicher isoliert zu betrachten ist.
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Niemand hat Elvis gezwungen diese Konzerte zu geben. Er selbst hat Parker 1976 gebeten noch mehr Konzerte zu buchen. Und wenn man Konzerte bucht dann bereitet man sich auch gewissenhaft auf diese vor, lernt seine Texte und bringt sich in Form. Keinesfalls stellt man sich mit Tabletten vollgedröhnt da hin und singt nur maximal zwei Songs ordentlich durch so wie Elvis das 76/77 meistens getan hat. Das ist dem zahlenden Publikum gegenüber eine Unverschämtheit.
Stell dir mal vor du kaufst dir ein Ticket deines Lieblingssängers, freust dich vielleicht monatelang darauf, nimmst eine aufwendige - vielleicht auch teure - Anreise in Kauf und dein Star stellt sich dann in einem Zustand auf die Bühne in dem er kaum noch sprechen geschweige denn singen kann. Sorry, ich will hier das Thema eigentlich wirklich nicht breittreten, aber dieses armer Elvis Getue ist doch wirklich Blödsinn. Wie gesagt: niemand hat ihn dazu gezwungen und wenn er es partout wollte hätte er es vernünftig angehen MÜSSEN.
Du bedienst hier ein (Negativ-)Klischee, das so nicht stimmt. Lies Dir beispielsweise mal die Erinnerungen seines Hausarztes durch, dort erfährst Du, dass Elvis sich nicht "permanent abgeschossen" hat, sondern an ernsthaften Erkrankungen litt, die mit entsprechenden Medikamenten behandelt wurden. Diese Medikamente hatten gewisse Nebenwirkungen, die Elvis in seiner persönlichen Lebenssituation - mutmaßlich wider besseren Wissens - zu schätzen wusste, und deshalb gab es einen schleichenden Prozess vom Gebrauch der selbigen zum Missbrauch. Das ist für mich etwas anderes als ein "permanentes Abschießen".
Müssen es denn beim King immer nur Glanzleistungen sein? Kein Künstler auf der Welt (und auch keiner, der diese bereits wieder verlassen musste) liefert(e) ausschließlich Glanzleistungen ab - das einzufordern, wäre weltfremd. Denn Kunst ist immer auch ein Spiegel der jeweiligen Lebenssituation. Es gibt einfach Prozesse/Ereignisse/Erfahrungen, welche die Wertigkeit von Kunst variieren lassen; das ist praktisch unvermeidbar, und deshalb haben alle Künstler auch mal Schwächeperioden. Da war Elvis keine Ausnahme.
zu 1) Du nimmst dir hier nur eine Quelle die zu deinem Weltbild passt. Sein Hausarzt Dr. Nick hat laut eigener Aussage versucht ihn langsam von seinen Abhängigkeiten, den von verschiedenen Ärzten verschriebenen Medikamenten, zu entwöhnen da er genau in diesen die Ursache für die meisten von Elvis gesundheitlichen Problemen erkannt hat (Quelle: u.a. Guralnick) Ich bin kein Arzt, arbeite aber in dem Bereich und habe viel mit Ärzten zu tun. Meine Kompetenz ist sicher begrenz, zumal ich Elvis auch nicht persönlich kannte. Aber allen mir bekannten Quellen zufolge ist das was du schreibst einfach falsch. Das ich mich irren kann, aus den genanten Gründen, gestehe ich aber bereitwillig ein weshalb wir das jetzt nicht zwingend vertiefen müssen.
Zu 2) Ich habe nie gesagt das ich von Elvis nur Höchstleistungen erwarte. Ich kann aber von einem Künstler erwarten das er, wenn er möchte das man sein Produkt kauft, sein bestes gibt. Nun mag es sein das er 76 sein bestes gegeben hat. Bei der ersten Stax Session hat er es sicher nicht getan.
Wenn das, obwohl man sein bestes gegeben hat, aber dennoch nicht überzeugend ist - und ich rede jetzt nur vom technischen Aspekt, der persönliche Geschmack ist ja jedem sein Bier - dann ist das halt so. Das macht die vorher erbrachten Höchstleistungen nicht schlechter, das hier geleistete aber auch nicht besser.
Ich werfe Elvis seine schlechten Aufnahmen auch nicht vor. Er konnte aufnehmen und veröffentlichen was er wollte, mein Geschmack, oder der irgendeines anderen, war da nicht sein Maßstab. Aber deswegen muss ich es noch lange nicht gut finden und was noch wichtiger ist, deswegen ist es auch noch lange nicht gut.
Theres A Fire Down Below. Ein Song den Jerry Scheff geschrieben hat und zu dem die Band in Elvis Abwesenheit die Instrumentalspur aufgenommen hat. Angeblich ist Felton noch ewig und drei Tage mit dem Tape des Instrumentals unterm Arm rumgelaufen in der Hoffnung das er Elvis noch zur Aufnahme der Gesangsspur überreden könnte.
... Stell dir mal vor du kaufst dir ein Ticket deines Lieblingssängers, freust dich vielleicht monatelang darauf, nimmst eine aufwendige - vielleicht auch teure - Anreise in Kauf und dein Star stellt sich dann in einem Zustand auf die Bühne in dem er kaum noch sprechen geschweige denn singen kann ...
So ist es. Man darf auch nicht vergessen das Erlebnis bei einem Live Konzert bei seinem Lieblingssänger dabei so sein ist ein anderes als heute 40 Jahre später ein Konzert auf einer CD anzuhören. Womöglich noch eine AR od. eine SB Aufnahme u. dann nach irgend welchen Fehlern zu suchen.
Das kann man tatsächlich nicht vergleichen weil es bei Dylan, und auch Dylan selbst, nie um technisch guten Gesang ging. Ist nicht despektierlich gemeint denn Dylan mag ich sehr. Aber guten Gesang im eigentlichen Wortsinn wurde von ihm noch nie geboten und wird daher auch von keinem Ticketkäufer erwartet.
Das ist eine andere Baustelle als bei Elvis dem es sehr wohl um guten Gesang ging. Und der ja auch "nur" Sänger war.
Übrigens wurde Dylan, wenn er Hackebreit und unmotiviert über die Bühne gestolpert ist von seinen Fans beinhart abgestraft. Er darf vieles, aber das haben ihm seine Fans nicht durchgehen lassen. In Dylan Kreisen ist man in der Lage gutes gut zu nennen und schlechtes schlecht.
Und natürlich ist eine AR oder ein SB nicht dazu angetan das Gefühl bei einem Konzert anwesend zu sein 1:1 wiederzugeben. Aber wenn Elvis hörbar gut oder eben schlecht singt dann muss das auch so gewesen sein, da man an der Aufnahme ja nix mehr drehen kann. Es sagt ja auch keiner das Elvis auf dieser oder jener AR super singt aber im Konzert war es wohl schlecht, das gibt die Aufnahme nur nicht wieder.
Die Beurteilung der Gesangsleistung hat auch mit der Atmosphäre im Konzert nichts zu tun. Es gibt übrigens auch mehr als nur zwei oder drei Fan,- und Zeitungsberichte über Elvis Konzerte die geradezu vernichtend sind. Das irgendwelche Vollpfosten selbst bei der berüchtigten 76er Houston Show und anderer Performance von ähnlichem Kaliber am Kreischen waren spricht vor allem dafür das man bestimmte Fans und ihre Lobeshymnen auf die Shows dieser Zeit nicht für voll nehmen kann.
Aber selbst wenn diese Konzerte vor Ort wegen der Atmosphäre und wegen Elvis Charisma usw. der Hammer schlechthin waren, was nützt einem das wenn man sich eine CD davon anhört, in der Beurteilung also auf die Musik beschränkt ist, und diese einfach Mist ist?
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