Hatten Schlagerfuzzis mehr Fans als Elvis? Verkaufszahlen im deutschen Raum...

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  • michael grasberger
    Posting-Legende

    • 16.02.2006
    • 9974

    #1

    Diskussion: Hatten Schlagerfuzzis mehr Fans als Elvis? Verkaufszahlen im deutschen Raum...

    (möglicherweise hatten wir das thema schon, ich kann mich zumindest nicht erinnern...)

    ich war vor ein paar tagen auf einer plattenpräsentation mit österreichischen rock'n'roll raritäten. dabei gabs, wie zu erwarten, auch ein paar elvis-coverversionen zu hören. der präsentator meinte in dem zusammenhang, dass die deutschen versionen von elvissongs (peter kraus und konsorten) ein vielfaches der originale verkauften. nach einer ersten schrecksekunde dachte ich mir, das klingt eigentlich plausibel.
    daher meine frage: gibt es für die 50er/60er jahre verkaufszahlen deutschland bzw. den deutschsprachigen raum betreffend?
    und: hatten tatsächlich schlagerfuzzis wie peter kraus mehr fans als elvis?

    "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
    (Nick Tosches)
  • RETROLUXE
    Foren-Profi

    • 08.08.2013
    • 345

    #2
    Ob sie mehr Fans hatten kann man wohl heute nicht mehr so gut klären. Aber ihre Platten waren zumindest in den deutschen Charts deutlich erfolgreicher. Elvis-Platten waren in den deutschen Charts doch recht rar, meine ich zu wissen …

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    • Gast

      #3
      Zu Lebzeiten konnte Elvis nur einen Nummer-1-Hit in Deutschland verzeichnen (IN THE GHETTO). In den 1950ern/1960ern war eher deutschsprachige Musik gefragt. Kein Wunder also, dass Künstler wie Johnny Cash oder die Beatles einige Songs in Deutsch aufnahmen.

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      • Gast

        #4
        Um nur ein Beispiel zu nennen:

        Peter Alexander hatte mit " Bist du einsam heut' Nacht ? " den Nr. 1 Hit in Deutschland, Elvis' Version landete " nur " auf Platz 2.

        Kommentar

        • Gast

          #5
          Es mag uns schmecken oder nicht: Elvis Presley war in Deutschland nicht der King.

          Off-Topic:

          Musikalisch war er von den "Schlagerfuzzis" übrigens gar nicht soooo weit entfernt.

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          • Baxter
            Stammuser

            • 12.11.2009
            • 160

            #6
            Zitat von A. C. van Kuijk
            Kein Wunder also, dass Künstler wie Johnny Cash oder die Beatles einige Songs in Deutsch aufnahmen.
            Elvis auch!

            Man muß bedenken daß unsere Eltern noch kein Englisch auf dem Stundenplan hatten, und man möchte doch auch die Texte der Lieder verstehen. Damals eine Single zu kaufen war nicht mit bloßem Taschengeld möglich, das ging schon an's eingemachte. Ted Herold konnte das "Elvis eindeutschen" (wenn es sowas giebt) damals aber wirklich viel besser als Peter Kraus. Der Peter Alexander war darin auch nicht schlecht.

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            • Gilla
              Board-Legende

              • 05.02.2007
              • 14776

              #7
              Elvis war den Deutschen in den 50ern zu wild und unanständig, zumindest der Eltern- oder Großelterngeneration.

              Da war dann ein Peter Kraus oder Ted Herold etwas weich gespülter und "erlaubt". Das hat gar nichts damit zu tun, dass Elvis nicht angesagt war.

              Der Antiamerikanismus hierbei ist auch nicht zu unterschätzen.
              *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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              • Harty
                Gehört zum Inventar

                • 27.07.2003
                • 1074

                #8
                Es gab damals keinen Antiamerikanismus , ganz im Gegenteil. Viele damaligen Stars leiteten ihren Dienst in Deutschland ab. Der nette Amerikaner half damals Deutschland wieder aufzubauen. Chewing Gum und Go war Trend. Wir hatten damals noch die heile Welt der Heimatfilme etc.

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                • Gilla
                  Board-Legende

                  • 05.02.2007
                  • 14776

                  #9
                  Das ist richtig. Und doch, die Amerikaner waren zwar Befreier, aber sie waren auch Besatzer. Ich kann nur sagen, was ich von meinem Vater so erzählt bekam.

                  Was aus dem Amiland kam, wurde misstrauisch beäugt. Nicht von ungefähr hatten die Heimatfilme Hochkonkunktur.
                  *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

                  Kommentar

                  • charro
                    Posting-Legende

                    • 02.09.2005
                    • 8583

                    #10
                    Interessant in diesem Zusammenhang wäre: wie war in den 50ern die Verfügbarkeit der us-amerikanischen Platten. Gab es die zu Hauf in jedem Plattenladen an der Ecke als deutsche Ausgabe? Oder war man auf größere Städte mit "Spezialläden" angewiesen? Gab es alle Veröffentlichungen (sämtliche Singles, EPs und LPs) oder nur einige? Kannte man daher die Songs von Elvis & Co in erster Linie übers Radio oder Platten von Freunden etc.?

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                    • Gilla
                      Board-Legende

                      • 05.02.2007
                      • 14776

                      #11
                      Das ist eine interessante Frage, Charro.

                      Aber ich kann sie nicht beantworten.


                      Dazu muss man sagen, dass es damals auch nur in wenigen Haushalten Plattenspieler gab. Als ich mir in den 60ern meine erste Elvis Platte kaufte, musste ich zu meiner Freundin in die Nachbarschaft, damit ich sie überhaupt hören konnte...
                      *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

                      Kommentar

                      • Mike
                        Administrator
                        • 23.09.2003
                        • 12906

                        #12
                        Aber dass es wenig Plattenspieler gab, betraf ja auch die deutschsprachigen Veröffentlichungen.
                        ><((((º>

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                        • Gilla
                          Board-Legende

                          • 05.02.2007
                          • 14776

                          #13
                          Ja, das ist dann kein gutes Argument von mir.
                          *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

                          Kommentar

                          • michael grasberger
                            Posting-Legende

                            • 16.02.2006
                            • 9974

                            #14
                            Zitat von charro
                            Interessant in diesem Zusammenhang wäre: wie war in den 50ern die Verfügbarkeit der us-amerikanischen Platten. Gab es die zu Hauf in jedem Plattenladen an der Ecke als deutsche Ausgabe? Oder war man auf größere Städte mit "Spezialläden" angewiesen?
                            hier in wien waren amerikanische platten tatsächlich wesentlich schwerer zu bekommen und mussten oft extra bestellt werden.
                            auch im radio lief kaum rock'n'roll. und wenn, dann eher die harmloseren unter den elvissongs, wofür sich die moderatoren dann oft noch eigens entschuldigten.
                            dass elvis den damaligen schlagerstars musikalisch besonders nahestand, möchte ich doch bestreiten. die rock'n'roll version eines peter kraus z.b. war doch, wie gilla zurecht bemerkte, total weichgespült, und das nicht nur textlich.

                            nochmal zurück zum thema radio: ich habe schon von mehreren zeitzeugen gehört, dass radio luxemburg extrem wichtig war, um amerikanische (und später englische) musik zu hören. zumindest gilt das für österreich, wo es erst ab 1967 mit der gründung von ö3 einen popsender gab.

                            "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                            (Nick Tosches)

                            Kommentar

                            • Baxter
                              Stammuser

                              • 12.11.2009
                              • 160

                              #15
                              Zitat von Harty
                              Es gab damals keinen Antiamerikanismus , ganz im Gegenteil. Viele damaligen Stars leiteten ihren Dienst in Deutschland ab. Der nette Amerikaner half damals Deutschland wieder aufzubauen. Chewing Gum und Go war Trend. Wir hatten damals noch die heile Welt der Heimatfilme etc.
                              Ich war mal auf einer Sitzung im Haus im bonner Haus der Geschichte, da ging es um die Jahre die Elvis in Deutschland verbrachte. Ein Dr. Prof. soundso brachte dort zum Audruck , daß die (sogenannten) Amerikaner von 1945 bis 1958 in Deutschland als Besatzer angesehen waren. Nach Elvis' Ankunft in der BRD aber als Freunde. Elvis dafür liebe ich Dich (auch).

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