Das Buch Elvis

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  • gast-200612042

    #1

    Das Buch Elvis

    Beim Surfen habe ich eben dieses Entdeckt =

    Rezension: Wolfgang Pollanz, Das Buch Elvis

    Gute Stars werden von den Fans „abgöttisch“ geliebt. Was liegt also näher, als mit den „göttlichen“ Mitteln eines Evangeliums Elvis den King zu porträtieren?

    Wolfgang Pollanz hat sich für das Matthäus-Evangelium entschieden, das eine passende Urmatrix für das Leben des King hergibt, zumal es um die Zahl zwölf geht. Die Zahl zwölf ist einfach ideal für Heilsgeschichten. In seinem Megamythos über Elvis erzählt daher der Autor die Story von Elvis in zwölf Stationen, und auf der CD mit Coverversionen verschiedener österreichischer Musiker sind logischer weise zwölf Nummern.

    Tatsächlich läuft das Leben des Elvis phasenweise wie jenes vom Jesus ab. Er wird unter der Präsidentschaft des Roosevelt geboren und ins Land am Mississippi bricht eine große Plage ein, so dass die Familie Presley flüchten muss ins Land Tennessee. Da fügte es sich, dass Elvis die Studios der Memphis Recording Services betritt, um seinen Gesang für seine Mutter aufzunehmen. Von da an geht eine steile Karriere ab. „Schließlich hielt Elvis Einzug in den heiligen Straßen von Hollywood. [...] Von Kalifornien kehrte er aber stets zurück nach der Stadt Memphis im Lande Tennessee, wo er mit seinem Vater, der ihn gezeugt hatte, und seiner Mutter, die er liebte, und anderen Verwandten auf dem Anwesen von Graceland lebte.“ (Tafel 10)

    Auch beim Tod des Musikheroen hilft nur der tiefe Griff in die Sprache des Evangeliums, um das Ungeheuerliche darzustellen. „Und als Elvis, der König, starb an einem schwülen Tag im August in seinem Hause im Land der Gnade, verfinsterte sich die Welt, und der Atem der Menschen stand für einen Augenblick still.“ (Tafel 12)

    Wolfgang Pollanz hat seine Erzählung in kaligraphisch wertvoller Schrift auf zwölf Tafeln geschrieben, auf der Rückseite sind jeweils Fotoübermalungen aus der Musikheilsgeschichte des Kings zu sehen. Auf der CD spielt die Fangemeinde aus dem Untergrund die berühmtesten Elvis-Songs ein, der Sound gleicht durchaus religiöser Musik, die der Wind bei Freiluftaufführungen sachte an eine Böschung weht. „Fever“, „Are you lonesome tonight“, „Devil in disguise“ oder „Love me tender“ zaubern wunderbare Schauder auf die Rücken der Zuhörer.

    Wolfgang Pollanz Elvis-Projekt zeigt in Wort, Bild und Ton die volle Feierlichkeit, die von einem Mythos ausgeht. Die erste Reaktion der Leser ist Ergriffenheit, die zweite besteht in Dankbarkeit für diese unterhaltsame Form der Aufklärung, und ab der dritten Lektüre bleibt Schmunzeln bis ans Ende aller Tage. Eine feine Sache!
    Wolfgang Pollanz: Das Buch Elvis. Prosa. Ill. Von Thomas Markart. CD.
    Wies: edition kürbis 2004. 36 Seiten. EUR 16,-. ISBN 3-900965-26-9.
    Wolfgang Pollanz, geb. 1954 in Graz, lebt in Wies.
  • Tschabo

    #2
    Mann, diesem Wolfgang Pollanz muss aber langweilig gewesen sein. Wie kommt man sonst auf sowas?

    Kommentar

    • Tafka S.
      Posting-Legende

      • 22.06.2005
      • 9755

      #3
      Klingt ziemlich abgefahren, aber der Die-Hard-Sammler wird dieses Werk sicher haben wollen.
      Leider ist schon in der Kurzbeschreibung ersichtlich, dass sich der Autor auf einige unrichtige Legenden stützt. So verließen die Presleys beispielsweise die Ortschaft Tupelo in Mississippi 1948 nicht infolge einer Plage (jene gab es tatsächlich, doch der Hurricane war bereits 1936 über die Stadt hinweg gefegt), sondern auf der Suche nach Arbeit.
      Und dass Elvis 1953 das Sun Studio in Memphis aus eigenem Interesse betrat und nicht, um eine Schallplatte für seine Mutter aufzunehmen, dürfte inzwischen auch hinlänglich bekannt sein.
      Dennoch, klingt recht amüsant, und die Bonus-CD dürfte auch für Heiterkeit sorgen...

      Kommentar

      • gast-200612042

        #4
        Zitat von Tafka S.
        Und dass Elvis 1953 das Sun Studio in Memphis aus eigenem Interesse betrat und nicht, um eine Schallplatte für seine Mutter aufzunehmen, dürfte inzwischen auch hinlänglich bekannt sein.
        hmmmmm.... ich mag diese Legende und offizell wurde weder die eine noch die andere Version bestätigt (Also offizell damals von Elvis oder heute von der Familie).

        ..........oder täusche ich mich da?

        Kommentar

        • Tafka S.
          Posting-Legende

          • 22.06.2005
          • 9755

          #5
          Zitat von thetifcat
          hmmmmm.... ich mag diese Legende und offizell wurde weder die eine noch die andere Version bestätigt (Also offizell damals von Elvis oder heute von der Familie).

          ..........oder täusche ich mich da?
          Ich fürchte, Du täuscht Dich, tifcat.
          Am 3. August 1969 erzählte Elvis dem Publikum im Showroom des Las Vegas International, wie alles begann:
          "(...) Nach der Highschool begann ich als Elektriker zu arbeiten, und als ich eines Tages mit dem Transporter unterwegs war, ging ich während der Mittagspause in dieses Plattengeschäft und nahm eine kleine Demo-Platte auf."
          Kein Wort von seiner Mutter oder ihrem Geburtstag.
          Allerdings täuschte sich Elvis dann in seiner Erinnerung, denn er fuhr fälschlicherweise fort: "Der Besitzer brachte die Platte heraus, und sie war ziemlich erfolgreich in Memphis und im Süden allgemein." Damit bezog sich Elvis ganz offensichtlich bereits auf "That's All Right" und nicht mehr auf "My Happiness"...

          Kommentar

          • Sivle
            Gehört zum Inventar

            • 27.07.2003
            • 2589

            #6
            Zitat von Tschabo
            Mann, diesem Wolfgang Pollanz muss aber langweilig gewesen sein. Wie kommt man sonst auf sowas?
            Ich nehme an, er hat einfach nur gegoogelt. Solche Elvis-Evangelien gibt's schon seit Jahren im Netz.
            Ich schätze, Elvis wäre nicht amused.

            Kommentar

            • Tafka S.
              Posting-Legende

              • 22.06.2005
              • 9755

              #7
              Zitat von Sivle
              Ich schätze, Elvis wäre nicht amused.
              Das vermute ich auch mal.

              Kommentar

              • Eves
                Foren-Experte

                • 25.01.2006
                • 977

                #8
                Das Buch Elvis

                Warum sollte Elvis das Buch nicht gut finden.Er wird ja nicht mit Jesus oder Gott auf eine Stufe gestellt und er war relegiös.Und das nicht nur nach außen hin.Rede mal mit Leuten die einem antworten,och Du hörst Elvis,der ist doch schon lange Tod(die würden uns die rosarote Brille von Marie aufsetzen,denn Elvis und die Bibel,Nee) und dann dieser Blick als sei man bescheuert.Sag denen mal er wäre gläubig und hat die Bibel gelesen.Warscheinlich würde man mich mitleidig ansehen.Ihr kennt ja sicher diesen Blick.Sämtliche Sterne (Ketten)würden Elvis nichts nützen dort oben eingelassen zu werden,da er gegen zu viele Gottesgesetze verstoßen hat.Wollen wir mal hoffen das die guten Taten überbewertet wurden.Es ist natürlich ungut das Leben von Elvis,mit dem von Jesus zu vergleichen,auch wenn sich manche Dinge erstaunlich ähnlich sind,aber vielleicht glauben die,welche über uns den Kopf schütteln,dann etwas anders über Elvis.
                Without a song,the day would never end.
                Without a song,a man ain t got a friend.
                Without a song,the road would never bend,
                so I keep singing a song. Elvis Presley

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                • gast-20071116

                  #9
                  Zitat von Eves
                  Es ist natürlich ungut das Leben von Elvis,mit dem von Jesus zu vergleichen,auch wenn sich manche Dinge erstaunlich ähnlich sind...


                  Übers Wasser gegangen? Gekreuzigt worden? Wiederauferstanden?

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