Beim Surfen habe ich eben dieses Entdeckt =
Rezension: Wolfgang Pollanz, Das Buch Elvis
Gute Stars werden von den Fans „abgöttisch“ geliebt. Was liegt also näher, als mit den „göttlichen“ Mitteln eines Evangeliums Elvis den King zu porträtieren?
Wolfgang Pollanz hat sich für das Matthäus-Evangelium entschieden, das eine passende Urmatrix für das Leben des King hergibt, zumal es um die Zahl zwölf geht. Die Zahl zwölf ist einfach ideal für Heilsgeschichten. In seinem Megamythos über Elvis erzählt daher der Autor die Story von Elvis in zwölf Stationen, und auf der CD mit Coverversionen verschiedener österreichischer Musiker sind logischer weise zwölf Nummern.
Tatsächlich läuft das Leben des Elvis phasenweise wie jenes vom Jesus ab. Er wird unter der Präsidentschaft des Roosevelt geboren und ins Land am Mississippi bricht eine große Plage ein, so dass die Familie Presley flüchten muss ins Land Tennessee. Da fügte es sich, dass Elvis die Studios der Memphis Recording Services betritt, um seinen Gesang für seine Mutter aufzunehmen. Von da an geht eine steile Karriere ab. „Schließlich hielt Elvis Einzug in den heiligen Straßen von Hollywood. [...] Von Kalifornien kehrte er aber stets zurück nach der Stadt Memphis im Lande Tennessee, wo er mit seinem Vater, der ihn gezeugt hatte, und seiner Mutter, die er liebte, und anderen Verwandten auf dem Anwesen von Graceland lebte.“ (Tafel 10)
Auch beim Tod des Musikheroen hilft nur der tiefe Griff in die Sprache des Evangeliums, um das Ungeheuerliche darzustellen. „Und als Elvis, der König, starb an einem schwülen Tag im August in seinem Hause im Land der Gnade, verfinsterte sich die Welt, und der Atem der Menschen stand für einen Augenblick still.“ (Tafel 12)
Wolfgang Pollanz hat seine Erzählung in kaligraphisch wertvoller Schrift auf zwölf Tafeln geschrieben, auf der Rückseite sind jeweils Fotoübermalungen aus der Musikheilsgeschichte des Kings zu sehen. Auf der CD spielt die Fangemeinde aus dem Untergrund die berühmtesten Elvis-Songs ein, der Sound gleicht durchaus religiöser Musik, die der Wind bei Freiluftaufführungen sachte an eine Böschung weht. „Fever“, „Are you lonesome tonight“, „Devil in disguise“ oder „Love me tender“ zaubern wunderbare Schauder auf die Rücken der Zuhörer.
Wolfgang Pollanz Elvis-Projekt zeigt in Wort, Bild und Ton die volle Feierlichkeit, die von einem Mythos ausgeht. Die erste Reaktion der Leser ist Ergriffenheit, die zweite besteht in Dankbarkeit für diese unterhaltsame Form der Aufklärung, und ab der dritten Lektüre bleibt Schmunzeln bis ans Ende aller Tage. Eine feine Sache!
Wolfgang Pollanz: Das Buch Elvis. Prosa. Ill. Von Thomas Markart. CD.
Wies: edition kürbis 2004. 36 Seiten. EUR 16,-. ISBN 3-900965-26-9.
Wolfgang Pollanz, geb. 1954 in Graz, lebt in Wies.
Rezension: Wolfgang Pollanz, Das Buch Elvis Gute Stars werden von den Fans „abgöttisch“ geliebt. Was liegt also näher, als mit den „göttlichen“ Mitteln eines Evangeliums Elvis den King zu porträtieren?
Wolfgang Pollanz hat sich für das Matthäus-Evangelium entschieden, das eine passende Urmatrix für das Leben des King hergibt, zumal es um die Zahl zwölf geht. Die Zahl zwölf ist einfach ideal für Heilsgeschichten. In seinem Megamythos über Elvis erzählt daher der Autor die Story von Elvis in zwölf Stationen, und auf der CD mit Coverversionen verschiedener österreichischer Musiker sind logischer weise zwölf Nummern.
Tatsächlich läuft das Leben des Elvis phasenweise wie jenes vom Jesus ab. Er wird unter der Präsidentschaft des Roosevelt geboren und ins Land am Mississippi bricht eine große Plage ein, so dass die Familie Presley flüchten muss ins Land Tennessee. Da fügte es sich, dass Elvis die Studios der Memphis Recording Services betritt, um seinen Gesang für seine Mutter aufzunehmen. Von da an geht eine steile Karriere ab. „Schließlich hielt Elvis Einzug in den heiligen Straßen von Hollywood. [...] Von Kalifornien kehrte er aber stets zurück nach der Stadt Memphis im Lande Tennessee, wo er mit seinem Vater, der ihn gezeugt hatte, und seiner Mutter, die er liebte, und anderen Verwandten auf dem Anwesen von Graceland lebte.“ (Tafel 10)
Auch beim Tod des Musikheroen hilft nur der tiefe Griff in die Sprache des Evangeliums, um das Ungeheuerliche darzustellen. „Und als Elvis, der König, starb an einem schwülen Tag im August in seinem Hause im Land der Gnade, verfinsterte sich die Welt, und der Atem der Menschen stand für einen Augenblick still.“ (Tafel 12)
Wolfgang Pollanz hat seine Erzählung in kaligraphisch wertvoller Schrift auf zwölf Tafeln geschrieben, auf der Rückseite sind jeweils Fotoübermalungen aus der Musikheilsgeschichte des Kings zu sehen. Auf der CD spielt die Fangemeinde aus dem Untergrund die berühmtesten Elvis-Songs ein, der Sound gleicht durchaus religiöser Musik, die der Wind bei Freiluftaufführungen sachte an eine Böschung weht. „Fever“, „Are you lonesome tonight“, „Devil in disguise“ oder „Love me tender“ zaubern wunderbare Schauder auf die Rücken der Zuhörer.
Wolfgang Pollanz Elvis-Projekt zeigt in Wort, Bild und Ton die volle Feierlichkeit, die von einem Mythos ausgeht. Die erste Reaktion der Leser ist Ergriffenheit, die zweite besteht in Dankbarkeit für diese unterhaltsame Form der Aufklärung, und ab der dritten Lektüre bleibt Schmunzeln bis ans Ende aller Tage. Eine feine Sache!
Wolfgang Pollanz: Das Buch Elvis. Prosa. Ill. Von Thomas Markart. CD.
Wies: edition kürbis 2004. 36 Seiten. EUR 16,-. ISBN 3-900965-26-9.
Wolfgang Pollanz, geb. 1954 in Graz, lebt in Wies.



Kommentar