ELVIS IM WRESTLING-RING? – EINE GESCHICHTE, DIE BEINAHE WAHR GEWORDEN WÄRE

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  • cadric
    Foren-Profi

    • 25.09.2007
    • 285

    #1

    ELVIS IM WRESTLING-RING? – EINE GESCHICHTE, DIE BEINAHE WAHR GEWORDEN WÄRE

    ELVIS IM WRESTLING-RING? – EINE GESCHICHTE, DIE BEINAHE WAHR GEWORDEN WÄRE
    Es klingt zunächst wie eine dieser Geschichten, die irgendwann in der Elvis-Welt entstanden sind und mit jedem Erzählen etwas größer wurden. Doch hinter der Geschichte von Elvis Presley und Jerry „The King“ Lawler steckt offenbar tatsächlich mehr als nur eine Fan-Legende.
    Die wichtigste Quelle dafür ist Jerry Lawler selbst. In seiner 2002 erschienenen Autobiografie It’s Good to Be the King … Sometimes erzählt er, dass ihm 1977 die Idee zu einem außergewöhnlichen Aufeinandertreffen gekommen sei:
    Karate gegen Wrestling – Elvis Presley gegen Jerry Lawler im Mid-South Coliseum in Memphis.
    Die Idee entstand nicht völlig aus dem Nichts. Ein Jahr zuvor hatte der spektakuläre Kampf Muhammad Ali gegen Antonio Inoki weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Genau dieses Konzept – Kampfsportler gegen Wrestler – brachte Lawler nach eigener Aussage auf den Gedanken an Elvis.
    Über seinen Fahrer Mickey Poole und dessen Bruder soll die Idee schließlich Vernon Presley erreicht haben.
    Und dann wird die Geschichte wirklich interessant.
    Nach Lawlers Erinnerung versuchte Vernon mehrfach, ihn telefonisch zu erreichen. Als die beiden schließlich miteinander sprachen, erklärte Vernon ihm sinngemäß, dass er die Sache mit Elvis besprochen habe – und dass Elvis die Idee gefallen würde.
    Allerdings sei Elvis zu diesem Zeitpunkt körperlich nicht besonders gut in Form gewesen. Er wollte zunächst für seine bevorstehende Tour trainieren. Nach der Tour sollte Lawler erneut kontaktiert werden, um über Einzelheiten zu sprechen.
    Dazu kam es nicht mehr.
    Elvis starb am 16. August 1977.
    Bemerkenswert ist dabei, dass Jerry Lawler diese Geschichte über viele Jahre hinweg immer wieder erzählt hat, ohne sie dabei zunehmend auszuschmücken. Der Kern seiner Schilderung blieb weitgehend derselbe. Aus einem geplanten weiteren Gespräch wurde bei ihm später nicht plötzlich ein unterschriebener Vertrag, ein bereits festgelegter Termin oder ein sicher vereinbartes Match. Gerade das macht seine Erzählung zumindest glaubwürdiger.
    Von einem bereits fest vereinbarten Wrestling-Match kann man deshalb trotzdem nicht sprechen. Es gab offenbar weder einen Termin noch einen Vertrag oder ein fertig ausgearbeitetes Konzept. Aber die Idee scheint tatsächlich bis nach Graceland gelangt zu sein – und sie wurde offenbar ernst genug genommen, dass Vernon Presley persönlich mit Lawler darüber sprach.
    Dass Elvis sich überhaupt auf so etwas hätte einlassen können, ist gar nicht so abwegig.
    Elvis war Wrestling-Fan.
    Der Memphis-Promoter Jerry Jarrett erinnerte sich unabhängig von Lawlers Geschichte daran, dass Elvis Veranstaltungen im Ellis Auditorium besuchte. Er soll dort drei- oder viermal gewesen sein und von einem abgeschirmten Bereich in Bühnennähe aus zugesehen haben, damit er nicht von Zuschauern bedrängt wurde.
    Und dann war da natürlich Elvis’ große Leidenschaft für Karate, die ihn bereits seit seiner Militärzeit begleitete.
    Ein inszeniertes „Karate versus Wrestling“-Spektakel in Memphis hätte also durchaus zu ihm gepasst.
    Auch der Titel „King“ hätte genügend Stoff für eine großartige Wrestling-Story geliefert. Elvis war der „King of Rock ’n’ Roll“, während Jerry Lawler sich in Memphis zunehmend als „The King“ des Wrestlings etablierte. Lawler behauptete sogar, das Mid-South Coliseum häufiger ausverkauft zu haben als Elvis.
    Ob man daraus tatsächlich einen Kampf um den Titel „King of Memphis“ gemacht hätte, wissen wir allerdings nicht. Dafür gibt es bislang keinen sicheren Beleg.
    Was bleibt, ist eine dieser faszinierenden Geschichten aus Elvis’ letztem Lebensjahr:
    Die Idee war da. Sie erreichte Graceland. Vernon sprach mit Lawler. Elvis soll Interesse gehabt haben.
    Was daraus geworden wäre, wenn Elvis seine Tour beendet hätte?
    Das werden wir wohl nie erfahren.
    Aber stellt Euch das einmal vor:
    Elvis Presley im Mid-South Coliseum – Karate gegen Jerry „The King“ Lawler.
    Was für ein Abend das geworden wäre …
  • Sarita
    Gehört zum Inventar

    • 26.07.2024
    • 1724

    #2
    Ich glaube nicht an die Geschichte.
    Höre ich jetzt tatsächlich zum ersten Mal.
    Elvis wäre dazu 1977 gar nicht in der Lage gewesen.
    Weder körperlich noch psychisch.
    Und ich hätte das auch nicht sehen wollen.
    Wenn schon "Was wäre wenn...", dann Elvis in"A Star ist Born".
    Das wäre schön gewesen.

    Kommentar

    • cadric
      Foren-Profi

      • 25.09.2007
      • 285

      #3
      ich glaube an die geschichte wie gesagt er erzählt sie seit jahren ohne gross was daran zu ändern. er fügt nichts hinzu oder sonst was.... die Geschichte ist schon lange im netz und wegen a star is born ich hab ein altes video von tom gefunden und er sgat ausdrücklich das elcis den film nict machen wollte vielmehr habe er zu tom gesagt verfasse den vetrag so das die andere Seite ablehnt

      Kommentar


      • Sarita
        Sarita kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Weiß man bis heute nicht so genau.
        Es gibt bei Elvis immer nur die Seite der anderen. Zieht sich durch
        fast alle Bereiche. Egal ob beruflich oder privat
    • allerteuerste
      Gehört zum Inventar

      • 27.06.2004
      • 3093

      #4
      Ich denke, die Geschichte ist echt.
      Sie klingt typisch nach Elvis, der schnell von einer Idee begeistert war und zusagte, und sei es auch nur, ihm nicht mit der Problematik einer negativen Stimmung konfrontiert zu werden, dann aber, wenn er sie doch nicht mehr wollte, es nie den betreffenden Personen persönlich mitteilte, sondern andere, vorzugsweise Parker, den Buhmann überließ.
      Soll er bei dem Film mit Barbra Streisand auch so gehandhabt haben.
      Und der Karatefilm erlitt ja auch das Schicksal über die Idee nicht hinaus gekommen zu sein.

      Was ich aber nicht glaube, ist, dass er es tatsächlich, auch in guter Verfassung, je gemacht hätte. Er wäre ziemlich sicher nicht das Risiko eingegangen, sich öffentlich in einem Zweikampf zu blamieren. Und ich denke, er hätte verloren. Zum einen war der herausfordernde Wrestler schon seit Jahren in guter Form, das hätte Elvis nicht mehr aufholen können.
      Zum Anderen war Elvis aber auch in Karate nicht das As, das zu sein er vorgab. Er hat sich auch in dem Sport nur an Partner heran getraut, die er unter Kontrolle hatte. Keiner seiner Freunde im Angestelltenverhältnis hätte es gewagt, ihn dort zu besiegen, auch wenn sie körperlich weitaus fitter waren als Elvis.
      Kann man auch gut in diesen 1974 Karate Clips sehen, in denen ein komplett zugedröhnter Elvis so portraitiert wird, als würde er der Sieger sein, derweil er sich kaum noch vom Fleck weg bewegen kann. Jeder andere Kämpfer, dessen Ziel es nicht gewesen wäre, Elvis im Glauben zu lassen, er wäre der Größte, hätte ihn bereits mit einem einzelnem Blick von den Füßen gefegt.
      Zuletzt geändert von allerteuerste; 22.08.2026, 16:34
      "Motorboat! Motorboat! Ruadan tua i nur zur Noat!"

      Kommentar

      • Sarita
        Gehört zum Inventar

        • 26.07.2024
        • 1724

        #5
        Genau.
        Elvis war kein so großer Karatekämpfer.
        Das wusste er auch.
        Nie hätte er sich öffentlich blamiert.
        Elvis gab in den 70zigern immer seltener Interviews. War nie in Talkshows oder Musikshows zu sehen.
        Andere nutzen diese Shows um ihr aktuelles Album oder die anstehende Tour zu promoten.
        Genauso wenig war Elvis auf Preisverleihung, Premieren oder sonstigen Promi Events zu Gast.
        Nach "Aloha from Hawaii" verschwand er quasi aus dem TV.
        Man sah ihn außer bei Konzerten, nur am Flughafen oder irgendwo am Hotel oder auf dem Weg zum Auto.
        Und da wurde er noch von seinen Leuten abgeschirmt.
        Offizielle Pressekonferenzen gab es auch keine mehr.
        Das ein oder andere Foto aufm Motorrad in Memphis vielleicht noch.
        Das war's dann. Bis zum CBS Special.

        Da wird er kaum an einem solchen Showkampf teilgenommen haben.
        Hat was von "Promiboxen" auf RTL.
        Für so eine Art der TV Unterhaltung kann ich mir Elvis nicht vorstellen.
        Nicht seine Welt. Gott sei Dank.
        Und 1977 war er dazu nicht mehr in der Lage.
        Vernon hätte das eigentlich realistisch sehen müssen.
        Elvis hat sich vielleicht in seinem Medikamentenrausch überschätzt.
        Er merkte auch nicht mehr, dass Ginger absolut nicht zu ihm passt.
        Er hätte eine Frau in seinem Alter gebraucht, dann wäre vielleicht auch manches anders gelaufen.
        Zuletzt geändert von Sarita; 22.08.2026, 14:15

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        • Hurt
          Gehört zum Inventar

          • 28.09.2010
          • 1295

          #6
          Die Geschichte mag ja wahr sein. Auch dass Elvis Interesse gezeigt hätte. Er war ja leicht zu begeistern. Siehe A Star Is Born. Aber meiner Meinung nach wäre es nie zu einem Wettkampf gekommen, auch wenn er körperlich wieder in einem besseren Zustand gewesen wäre.
          Wrestling ist ein Schaukampf, bei dem der Gewinner meistens bereits vorher feststeht. Und hätte er den Verlierer gespielt? Sicher nicht. Das hätten sein Ego und der Colonel nicht zugelassen.

          Zitat von Sarita
          Wenn schon "Was wäre wenn...", dann Elvis in"A Star ist Born".
          Das wäre schön gewesen.
          Hast du dir den Film mit Kris Kristofferson schon mal angeschaut? Also ich kann mir Elvis zu dem Zeitpunkt, als der Film gedreht wurde, absolut nicht in dieser Rolle vorstellen. Es hätte auch seinem Image geschadet. Also so falsch war die Entscheidung des Colonels mMn nicht.

          Zitat von cadric
          ....wegen a star is born ich hab ein altes video von tom gefunden und er sgat ausdrücklich das elcis den film nict machen wollte vielmehr habe er zu tom gesagt verfasse den vetrag so das die andere Seite ablehnt
          Meinst du ein Video von Tom Parker? Wo gibt es das zu sehen? Ich kann mir gut vorstellen, dass Elvis nach der ersten Euphorie den Colonel gesagt hat, er soll ihn da irgendwie rausboxen.
          4 Dinge hat Amerika der Welt gegeben: Baseball, Mickey Mouse, Coca Cola und ELVIS PRESLEY(Jerry Hopkins)

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          • Sarita
            Sarita kommentierte
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            Ich weiß es nicht.
            Allerdings, warum hätte Elvis im Film immer nur den schönen Helden spielen sollen?
            Das mit dem Wrestling kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Elvis sowas gemacht hätte.
            Da ging bei Lawler die Phantasie durch.
            Braucht halt jeder seine Elvis Story
        • cadric
          Foren-Profi

          • 25.09.2007
          • 285

          #7




          Meinst du ein Video von Tom Parker? Wo gibt es das zu sehen? Ich kann mir gut vorstellen, dass Elvis nach der ersten Euphorie den Colonel gesagt hat, er soll ihn da irgendwie rausboxen. [/QUOTE]
          Colonel Tom Parker

          Rare Television Interview – Las Vegas Hilton, 1993
          • Bei A Star Is Born sagt Parker sinngemäß sehr klar, Elvis habe ihm gesagt, er solle den Vertrag so hart machen, dass die Gegenseite ablehnt, weil Elvis den Film nicht machen wollte.
          • Beim 50-Prozent-Vorwurf trennt Parker ausdrücklich zwischen einer 50/50-Partnerschaft bei Geschäften, die er selbst schuf und für die Elvis nicht auftreten musste, und 25 Prozent bei Filmen, Hotel und Musik.
          • Beim Europa-Thema sagt Parker, er habe Personal für Europa bereitgehabt, aber Elvis habe nicht gehen wollen und auch nicht draußen spielen wollen.
          • Am Ende dreht Parker den Exploitationsvorwurf um und fragt sinngemäß: Wenn ich Elvis ausgebeutet habe – wird er heute etwa weniger ausgebeutet?

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          • Sarita
            Gehört zum Inventar

            • 26.07.2024
            • 1724

            #8
            Also Elvis wollte nicht auf Europa Tour gehen?
            Und der Colonel ist bis heute schuld daran, dass Elvis nie außerhalb Nordamerikas tourte.
            Allerdings haben wir auch hier nur die Aussage von Parker.
            Bei den meisten Themen wissen wir nicht was Elvis dazu sagte.

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            • cadric
              cadric kommentierte
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              ih kann mich jetzt nur auf meinungen anderer verlassen und die sagen halt auch wenn elvis gewollt hätte nach übersse zu gehen wäre der colonel kein Hinderniss gewesen.... das was er immer wieder gesagt hat bei Pressekonferenzen waren in Wirklichkeit einfach nur Lippenbekenntnisse um die reporter zufrieden zu stellen... seien wir ehrlich parker hatte seine leute die mit gegangen wären und er hätte zu hause bleiben können... aber das ganze ist viel komplexer als es aussieht.... es geht um steuerliche dinge usw die man bei einer europa tour beachten musste....ich bin da gerade am Recherchieren... alelrdings wirft das wieder mehr fragen auf als das ich antworten bekomme weil das ganze steuer recht usw sehr komplex ist .....Die oft wiederholte Erklärung, Elvis sei nur deshalb nie auf Welttournee gegangen, weil Colonel Parker keinen Pass hatte, greift viel zu kurz. Parker hätte nicht zwingend selbst mitreisen müssen. Elvis hatte ein eingespieltes Team, Tourmanager, Anwälte und hätte in Europa oder Japan mit örtlichen Veranstaltern arbeiten können.

              Eine Auslandstour wäre allerdings deutlich komplizierter gewesen als eine US-Tour. In jedem Land wären andere Steuer-, Arbeits-, Gewerbe- und Zollvorschriften zu beachten gewesen. In Deutschland gab es beispielsweise besondere Bestimmungen für ausländische Gewerbetreibende und den Verkauf von Waren im Reisegewerbe. Elvis-Souvenirs hätten also nicht einfach wie bei einer amerikanischen Tour von Halle zu Halle verkauft werden können, ohne die entsprechenden steuerlichen und gewerblichen Voraussetzungen zu schaffen oder lokale Händler und Lizenznehmer einzuschalten.

              Auch in Großbritannien konnten ausländische Künstler und Geschäftsleute nicht einfach als Besucher einreisen und anschließend beliebig arbeiten oder Geschäfte betreiben. Je nach Tätigkeit waren entsprechende Genehmigungen beziehungsweise der richtige Aufenthaltsstatus erforderlich. Die Aussage, ein ausländischer Manager habe grundsätzlich überhaupt keine Verträge unterschreiben dürfen, wäre allerdings zu pauschal. Entscheidend war, welche Tätigkeit er tatsächlich ausübte und ob dabei beispielsweise britische Beschäftigungsverhältnisse betroffen waren.

              Dazu kam die Besteuerung der Künstlergage. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Japan hatten jeweils eigene Regeln für ausländische Künstler, gleichzeitig bestanden Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA. Deshalb kann man nicht einfach irgendwelche hohen nationalen Spitzensteuersätze nehmen und behaupten, so viel wäre von Elvis' Konzertgage verschwunden. Entscheidend wäre die konkrete Vertragsgestaltung gewesen.

              Japan ist besonders interessant, weil das damalige amerikanisch-japanische Steuerabkommen ausdrücklich Regelungen für ausländische Entertainer enthielt. Japan hätte bei Elvis' Einkünften grundsätzlich ein Besteuerungsrecht gehabt. Auch hier lässt sich daraus aber nicht einfach eine pauschale Verlustrechnung für eine ganze Tour ableiten.

              Hinzu kamen sämtliche Kosten einer großen Auslandstour: Flüge, Fracht, Hotels, Security, TCB Band, Backgroundsänger, eventuell Orchester, örtliche Crew, Hallenproduktion, Versicherungen, verschiedene Währungen und das Risiko von Konzertabsagen. Parker hätte außerdem bei Merchandising und örtlichen Geschäften wahrscheinlich einen Teil seiner direkten Kontrolle an lokale Partner abgeben müssen.

              Aber all das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Europa oder Japan für Elvis unrentabel gewesen wären. Andere amerikanische Superstars tourten ebenfalls international. Um beurteilen zu können, ob Parker wirtschaftlich vernünftig handelte, müsste man die tatsächlichen Angebote kennen und rechnen:

              Gage + Merchandising/Lizenzen – Steuern – Reisekosten – Produktion – Personal – örtliche Partner – sonstige Kosten = tatsächlicher Gewinn.

              Erst danach könnte man diesen Gewinn mit einer US-Tour oder Las Vegas vergleichen.

              Und dann kommt ein Punkt hinzu, der bei der Diskussion über Parker häufig vergessen wird:

              Elvis war ein erwachsener Mann.

              Wenn eine Europatournee für ihn wirklich unbedingt notwendig gewesen wäre, hätte er Parker sagen können: „Wir gehen nach Europa. Wenn du nicht mitkommen kannst, bleibst du eben hier.“ Parker hatte großen Einfluss und konnte Elvis selbstverständlich von Dingen abraten. Aber Einfluss ist nicht dasselbe wie absolute Macht.

              Deshalb sollte man auch fragen:

              Warum bestand Elvis selbst offenbar nie mit aller Konsequenz auf einer Europatournee?

              Dafür gibt es mehrere mögliche Erklärungen. Vielleicht war Elvis mit dem vertrauten amerikanischen System schlicht zufrieden. Die Hallen waren voll, die Abläufe eingespielt und das finanzielle Risiko überschaubar. Vielleicht vertraute er Parker bei geschäftlichen Fragen und akzeptierte dessen Kalkulation, wenn dieser ihm erklärte, dass eine Auslandstour trotz höherer Gagen möglicherweise weniger Gewinn oder erheblich mehr Aufwand bedeutete. Oder Elvis verstand von der wirtschaftlichen Seite seines Geschäfts mehr, als das spätere Bild vom völlig ahnungslosen Künstler vermuten lässt.

              Man muss schließlich kein Buchhalter sein, um zu verstehen, dass zwischen einer angebotenen Million und einer Million auf dem eigenen Konto ein Unterschied besteht. Und selbst wenn Elvis sich wenig mit solchen Dingen beschäftigte, gab es zusätzlich Vernon und andere Personen, die sich um finanzielle Fragen kümmerten.

              Das führt für mich zu einer viel ausgewogeneren Frage:

              Nicht nur „Warum ließ Parker Elvis nicht nach Europa?“, sondern genauso:

              „Warum bestand Elvis selbst offenbar nie darauf?“

              Parker kann Fehler gemacht, Elvis beeinflusst und internationale Möglichkeiten möglicherweise falsch eingeschätzt haben. Das muss man untersuchen. Aber solange wir keinen belastbaren Beleg dafür haben, dass Elvis unbedingt nach Europa wollte, Parker es ihm verbot und Elvis sich widerwillig fügte, sollten wir aus der fehlenden Welttournee keine einfache Täter-Opfer-Geschichte machen.

              Vielleicht war die Wahrheit viel unspektakulärer: Das amerikanische System funktionierte für beide hervorragend – und solange es funktionierte, hatten weder Parker noch Elvis genügend Grund, es grundlegend zu verändern.
          • Hurt
            Gehört zum Inventar

            • 28.09.2010
            • 1295

            #9
            Da sind viele durch aus nachvollziehbare Gründe dabei, warum eine Europa Tournee nie zustande kam. Wir werden es nie wirklich wissen, was der eigentliche Grund war. Oder ob es mehr als einen gab.
            Ob man Parker alles glauben kann, was er bei Interviews nach Elvis Tod sagte, weiß man nicht, weil sich Elvis nicht mehr dazu äußern kann. Manche Dinge werden einfach unbeantwortet bleiben.
            4 Dinge hat Amerika der Welt gegeben: Baseball, Mickey Mouse, Coca Cola und ELVIS PRESLEY(Jerry Hopkins)

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            • Sarita
              Sarita kommentierte
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              Genau.
              Wir wissen es nicht, da wir Elvis Meinung nicht kennen.
              Das gilt für die Aussagen von allen aus Elvis Umfeld
              Priscilla eingeschlossen.
          • Sarita
            Gehört zum Inventar

            • 26.07.2024
            • 1724

            #10
            Ich dachte auch schon oft, dass Elvis im Prinzip ja auch ohne Parker hätte reisen können.
            Also kann der nicht der alleinige Grund gewesen sein.

            Das mit den Kosten ist auch alles richtig.
            Allerdings hielt das andere Künstler auch nicht von Auslandstouren ab.
            Und das waren auch einige, die nicht so berühmt waren wie Elvis.
            Die haben dann vermutlich auch weniger verdient.
            Ging aber trotzdem.

            Und weil man teilweise liest, es hätte an den "Drogen" gelegen.
            Das hielt andere auch nicht von Auslandstouren ab.
            Und die haben keine verschreibungspflichtigen Medikamente genommen sondern was anderes ...
            Zuletzt geändert von Sarita; Gestern, 13:00

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