Bo Diddley ist sauer

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  • Johnny B.
    Posting-Legende

    • 17.07.2003
    • 8571

    #1

    Bo Diddley ist sauer

    Im November "Rolling Stone" ist ein langer Artikel über Diddley, dabei ist natürlich auch Elvis ein Thema.
    Diddley mag zwar recht haben in mancher Hinsicht, aber so wie er das sieht stimmt das auch nicht ganz



    und hier der Teil im Text wo Elvis erwähnt wird

  • gast-200612042

    #2
    Ich verstehe zwar seinen Frust, aber bitte der Mann hat 2 echte Hits gehabt, der kann sich doch nicht allen Ernstes mit Elvis oder Chuck Berry auf eine Stufe stellen.

    Einfach lächerlich.

    Kommentar

    • Herbi
      Board-Legende

      • 27.07.2003
      • 25083

      #3
      ....das ist zwar ein persönliches problem für Bo Diddley, ...aber welcher elvis fan interessiert das !?


      Bo Diddley

      __Elvis - Artist Of The Century__

      Kommentar

      • Tafka S.
        Posting-Legende

        • 22.06.2005
        • 9755

        #4
        Sehr interessant, muss ich sagen. Irgendwie kann man den Diddley schon verstehen, wenn man sich mal die Mühe macht, sich in ihn hinein zu versetzen. Es muss doch fürchterlich sein, wenn man etwas mit auf den Weg bringt und dann zusehen muss, wie ein anderer die Ernte einfährt.
        Das betrifft, wie Diddley selber sagt, auch einige andere mehr, die immer schon im Schatten des übermächtigen King standen, obwohl sie mit in die Riege der Rock'n'Roll-Aktivisten gehörten und leider das "Pech" hatten, entweder schwarz zu sein oder kaum kommerzielle Erfolge verbuchen konnten, da Elvis damals offenbar ein Dauer-Abonnement für Chart-Hits hatte.
        Allerdings ist Bo Diddley nicht der erste Rock'n'Roller, der öffentlich den Stellenwert des King in Frage stellte.
        Im Herbst 1977, kaum dass Elvis ein paar Wochen unter der Erde war, schockte sein alter Rivale Jerry Lee Lewis (ich erinnere nur an den bewaffneten Spontan-Besuch bei Elvis 1976, der mit einem Polizeiaufgebot endete ) die Öffentlichkeit, als er gegenüber einem Reporter folgendes Statement abgab (damit es keine Missverständnisse gibt, übersetze ich es nicht):
        "I was glad [when Presley died]. Just another one out of the way. I mean, Elvis this, Elvis that. All we hear is Elvis. What the shit did Elvis do except take dope that I couldn't get ahold of?"

        Kommentar

        • gast-200612042

          #5
          Einzig Eddie Cochran hätte ich zugetraut ein Potential zu entwickeln dass Elvis nahe gekommen wäre. Chuck Berry und Little Richard hatten 1. einen Nachteil – nämlich dass sie schwarz waren und darüber hinaus fehlt Ihnen einfach dass Potential zur musikalischen Entwicklung. Chuck spielt doch – außer seinen Blues – seit 1962 nur dass was er von 54-62 geleistet hat. Er hat sich nie weiterentwickelt. Chuck Berry hat geniale Hits geschaffen, keine Frage. Aber ist auf diesen Stand stehen geblieben. Das einzige mal dass er einen anderen Stil versucht hat, hat ihm seine einzige Nummer 1 gebracht. Und dass ist das tödlich langweilige "My Ding a ling". Also dass kann man doch nur hören wenn man total zu ist! Oder?
          Hingegen hatte Eddie in seiner Zeit schon eine Menge an Facetten und musikalischer Entwicklung gehabt. Gerade gestern Abend habe ich in einer Disco Summertime Blues und C'mon Everybody von Eddie gehört, und einen Song wie Something Else war seiner Zeit schon weit voraus.

          Ok Buddy, Eddie und Ritchie sind nun mal umgekommen – aber die anderen sollen doch nicht immer so tun als wenn Elvis ihnen irgendetwas weggenommen haben. Die hatten doch alle Zeit an seinen Thron zu sägen, in den 60ziger oder nach seinem Tod. Haben sie aber nicht, weil sie nichts hatten was Elvis hatte. Heute rennen Sie im hohen Alter durch die Bierzelte dieser Welt und meckern. Die sollen mal still sein und ihre 3 ½ Hits spielen. Letztendlich hat sehr wohl auch Elvis als King of Rock'n Roll seinen Teil dazu beigetragen das die Herren heute noch mit Rock'n Roll Geld verdienen können.

          Elvis hatte immer neue Wege beschritten die die anderen eben nicht gegangen sind.

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          • Tafka S.
            Posting-Legende

            • 22.06.2005
            • 9755

            #6
            Zitat von thetifcat
            die anderen sollen doch nicht immer so tun als wenn Elvis ihnen irgendetwas weggenommen haben. Die hatten doch alle Zeit an seinen Thron zu sägen, in den 60ziger oder nach seinem Tod. Haben sie aber nicht, weil sie nichts hatten was Elvis hatte. Heute rennen Sie im hohen Alter durch die Bierzelte dieser Welt und meckern. Die sollen mal still sein und ihre 3 ½ Hits spielen. Letztendlich hat sehr wohl auch Elvis als King of Rock'n Roll seinen Teil dazu beigetragen das die Herren heute noch mit Rock'n Roll Geld verdienen können.

            Elvis hatte immer neue Wege beschritten die die anderen eben nicht gegangen sind.
            Okay, dieser Einwand ist berechtigt, keine Frage. Dass in den 60ern (als Elvis seine Filme drehte und auf dem zeitgenössischen Musikmarkt nur eine untergeordnete Rolle spielte) diese Chance, am Thron zu rütteln, nicht genutzt wurde, könnte man den alten Rock'n'Roll-Knaben vorwerfen - ebenso die Zeit nach '77.
            Will halt niemand zugeben, dass Elvis der mit Abstand Charismatischste von allen war, was gewiss eine sehr große Hilfe war.

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            • gast-200612042

              #7
              Zitat von Tafka S.
              Okay, dieser Einwand ist berechtigt, keine Frage. Dass in den 60ern (als Elvis seine Filme drehte und auf dem zeitgenössischen Musikmarkt nur eine untergeordnete Rolle spielte) diese Chance, am Thron zu rütteln, nicht genutzt wurde, könnte man den alten Rock'n'Roll-Knaben vorwerfen - ebenso die Zeit nach '77.
              Will halt niemand zugeben, dass Elvis der mit Abstand Charismatischste von allen war, was gewiss eine sehr große Hilfe war.
              ... und auch wenn er immer der "große" Böse ist - Elvis hatte Parker - so einen hatten die anderen nicht.

              Weiß eigentlich irgendjemand wer Eddies Manager war?

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              • liane
                Gehört zum Inventar

                • 30.09.2005
                • 3876

                #8
                Ich war jetzt am Freitag in der Fabrik in Hamburg und haben mir den Auftritt von Chuck Berry and Band angeschaut.

                Die Fabrik, wenn auch nicht sehr groß war ausverkauft bis auf den letzten Platz. Es herrschte eine gelöste frohe Stimmung bei den Zuschauern aus allen Altersklassen. Eintritt war ab 20 Uhr und um 21:15 Uhr begannen die Band Mitglieder ihren Platz auf dem Podium einzunehmen und einige Minuten später war es dann soweit und Chuck Berry begegnette sein Publikum für den heutigen Abend.

                Es war schon erstaunlich wieviel Energie aus dem Sänger, der mittlerweile 79 Jahre Zählt herauskamm. Bekleidet mit schwarzen Lackschuhen, schwarze Hose und rotes Glitzerhemd und nicht zu vergessen die Kapitänsmütze legte er mit seiner E-Gitarre los. Er katapultierte mich und die anderen Zuschauer in einer Zeit zurück, wo der "Rock and Roll", noch in den Kinderschuhen steckte.

                Mit Lieder wie "Roll over Beethoven, Sweet little Sixteen" und eine Menge anderen alten Songs heizte er das Publikum auf. Seine Tochter und sein Sohn waren auch mit von der Party. Sie sang und spielte Mundharmonika, Er zeigte sein können an der E-Gitarre.

                Wisst ihr, all dieses hin und her Lamentieren über die "alten Stars" und was aus ihnen hätte werden können wenn nicht... ihr Schiksal es für sie anders entschieden hätte, ist sehr schwermütig.

                Ich durfte am Freitag eine Reise in der Vergangenheit unternehmen und da bin ich fast froh, das der Chucky sein Repertoir nicht verändert hat und bei seinen alten Songs geblieben ist. Ist dies doch auch die Zeit in der Elvis noch am Leben war.

                Ich hab jede Minute genossen und das Lied "My Ding a Ling", hat riesigen Spaß gemacht. (und dabei war ich noch nicht einmal betrunken).

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                • Tafka S.
                  Posting-Legende

                  • 22.06.2005
                  • 9755

                  #9
                  Danke, dass Du uns an Deinem Konzert-Erlebnis teilhaben lässt, Liane!
                  Chuck Berry ist praktisch Rock'n'Roll, wie Rock'n'Roll ohne Chuck Berry nicht denkbar wäre. Das ist erstmal Fakt.
                  Er hat alle Großen beeinflusst, sie geprägt und ist sowas wie der Mozart der Rock'n'Roll- Ära gewesen, wenn ich mal etwas übertreiben darf.
                  Und wenn Du selber sagst, dass Du dank ihm und seiner alten Hits wieder für ein oder zwei Stunden in die Zeit zurück gereist bist, als Elvis noch "The Pelvis" war (obwohl er diesen Spitznamen selbst unheimlich blöd fand ), dann ist das doch der Beleg dafür, dass dieses Konzept, auch im Alter seinen Wurzeln treu zu bleiben statt sich weiter zu entwickeln, aufgegangen. Bei Elvis war es ja nicht viel anders. Er hat zwar immer wieder mal eine neue Platte aufgenommen, doch an die großen Chart-Erfolge der Jahre '56 bis '62 konnte er später bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht mehr anknüpfen. Da sind dann die Leute in den 70ern herbei geströmt, um "Don't Be Cruel", "Hound Dog" oder "Love Me" zu hören, nicht in erster Linie wegen "Burning Love" oder anderer aktueller Hits. ELVIS wurde nicht mehr als zeitgenössischer Künstler wahrgenommen sondern als gottähnliches Relikt der 50er Jahre, und das meine ich nicht unbedingt negativ. Elvis war damals (und ist es für uns Fans noch heute) der King, obwohl andere "besser" (= erfolgreicher) waren. Das darf man hierbei ruhig mal erwähnen, denke ich.
                  Aber das Wichtigste dabei ist doch, dass man als Konzertbesucher auf seine Kosten kommt, sich mit seinen Lieblingsliedern wohl fühlt und eine schöne Zeit hat, und dass der Künstler aus dem Zuspruch der Fans seine Energie und seine Inspiration schöpft. Elvis war am Ende physisch fix und fertig, doch seine damaligen Weggefährten berichten übereinstimmend, dass es für ihn das Größte war, auf der Bühne zu stehen und zu spüren, dass er seine Fans glücklich machte.
                  Ähnliches wird wohl auch in Chuck Berry vorgehen, nehme ich mal an.

                  Wisst ihr, all dieses hin und her Lamentieren über die "alten Stars" und was aus ihnen hätte werden können wenn nicht... ihr Schiksal es für sie anders entschieden hätte, ist sehr schwermütig.
                  Ja, diese "Was wäre gewesen, wenn..."-Thesen sind oftmals müßig, da sie sich an der Realität vorbei bewegen, aber hier sollte schon etwas Platz für Spekulationen sein, zumal ja diesen Überlegungen hier die Unmutsbekundung des Herrn Diddley zu Grunde liegt. Er hat offensichtlich ein Problem damit, dass Elvis das große Zugpferd der Rock'n'Roll-Bewegung war, obwohl er, Chuck Berry, Little Richard, Jerry Lee Lewis, Eddie Cochran und andere mit dem gleichen Wasser kochten. Darüber, warum das so war und ob es unausweichlich war, kann man doch getrost debattieren, oder?!

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                  • liane
                    Gehört zum Inventar

                    • 30.09.2005
                    • 3876

                    #10
                    Ich danke dir für deinen Beitrag Und ja, sollt und könnt ihr weiterhin debatieren über die Gretchen Frage "Was währe wenn", sonst würd dieses Forum auch nur noch halb so spannend sein.

                    Kommentar

                    • gast-200612042

                      #11
                      Zitat von liane
                      Ich danke dir für deinen Beitrag Und ja, sollt und könnt ihr weiterhin debatieren über die Gretchen Frage "Was währe wenn", sonst würd dieses Forum auch nur noch halb so spannend sein.
                      Hmmm...

                      dann mal los

                      Eddie hätte ab 1977 in Las Vergas gespielt und hätte dann 1983 zusammen mit den Stray Cats ein riesen Combacke gehabt.

                      Jerry Lee Lewis hätte keine Kinder gev***lt, und wäre ein Weltstar geworden.

                      Little Richard hätte 1973 nicht so schrecklich übertrieben um sich gegen Elvis profilieren zu können, sondern hätte ein Song mit Elvis aufgenommen.

                      Chuck hätte einen anständigen Manager genommen und 1969 mit Elvis eine Blues und Folk Lp aufgenommen. Damit hätten beide dann alle Dylans desses Planeten in die Ecke gedränkt und zusammen einen riesen Erfolg gehabt.

                      Elvis hätte Anne geheiratet und wir könnten ihn heute noch sehen.


                      ... genug was wäre wenn ?

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                      • charro
                        Posting-Legende

                        • 02.09.2005
                        • 8583

                        #12
                        Zitat von thetifcat

                        Weiß eigentlich irgendjemand wer Eddies Manager war?
                        Der Manager von Eddie Cochran war Jerry Capehart - der Typ in weis rechts neben Eddie



                        Capehart ist nicht nur Eddies Manager gewesen sondern als Co-Autor auch mitverantwortlich für viele Cochran-Songs wie z.B.:
                        Summertime Blues
                        C'mon Everybody
                        Pretty Girl
                        My Way
                        I Remember
                        usw.
                        Die beiden waren somit echte Freunde und nicht nur aufs Geschäftliche reduziert.


                        Eddie war einfach mal ein amtlich cooler Typ und in meinen Augen um Längen besser als Didley.
                        Da kann sich Diddley auf den Kopf stellen und Rauchkreise furzen, aber er wird nun mal nicht mehr als ein Kuriosum der Rockgeschichte bleiben, welches zwar begnadet Gitarre spielen konnte und auch wegweisende Technik insoweit verwendete, einen Status als Rock-And-Roll-Hero wird er wohl nie erreichen!

                        Zuletzt geändert von charro; 06.11.2005, 19:34

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                        • gast-200612042

                          #13
                          Ja leider. Coole Fotos. Allerdings vergisst Du dass Eddie in der Rockabilly Szene immer seinen Platz hatte und haben wird. Und wie gesagt seine Songs werden immer noch in Discos gespielt. Also unvergessen ist er nicht. Nur dass die breite Masse denkt, dass da Elvis spielt.

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                          • gast-200612042

                            #14
                            Eddie Cohran kam aus Oklahoma City. Geboren 02.10.1938 gestorben 1960 mit gerade einmal 21 Jahren. Autounfall nach einem Konzert zusammen mit Gene Vincent. Beide sind seit dem Flugzeugunfall von 1958 ( Big Bopper, Richtie und Buddy Holly) nur noch mit dem Auto gefahren. Gene hatte vom Krieg schon eine Fußverletzung die jetzt noch schlimmer wurde. Trotzdem ist er gnadenlos bis 1971 immer wie ein echter Rocker aufgetreten. Zunähst spielte Eddie in einer Band „Cochran Brothers“ (Allerdings war es sein Vetter Hank) und nahm eine Platte 1956 auf. Sein erster Hit war Sittin in the Balcony. In den super Rock'n Roll Film „The Girl can't Help it“ spielte Eddie dann seinen Twenty flight Rock ( u.a. von den Stones und den Stray Cats gecovert.) dass war sein Durchbruch. 1958 war sein bestes Jahr unter anderen mit Summertime Blues. In diesem Lied brachte er (ähnlich wie in Chuck Songs) den Frust der damaligen Jugend zum Ausdruck Schwierigkeiten mit Eltern, Lehrer und Politiker.
                            Eddie schrieb seine größten Hits selbst: Summertime Blues, Drive in Show, Teenage Heaven, C'mon Everybody, Sweetie Pie und eben Twenty flight Rock. Daneben liefert ihm J. Dee und Sheeley weiter Songs.

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                            • gast-200612042

                              #15
                              Was ist denn aus Jerry Capehart geworden ?

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