Auf einer meiner Lieblings-Elvis-Websites (Elvis.com.au) habe ich einen Artikel von Paul Simpson, Autor des kleinen, aber deshalb nicht minder feinen Buches The Rough Guide To Elvis, gefunden, den ich gerne mit euch teilen möchte. Der Titel lautet Why Elvis? Ich habe den zentralen Teil einmal übersetzt (den Originaltext findet ihr hier), und hoffe, er ist ein guter Ausgangspunkt für eine fruchtbare Diskussion, in die jeder / jede seine / ihre eigene Sicht der Dinge einbringen kann. Ich halte ihn für außerordentlich lesenswert und hoffe, ihr habt so viel Freude beim Lesen (und Nachdenken) wie ich.
Also, warum Elvis? Nach 24 Stunden hatte ich zehn Gründe:
1 Der Name. Einmal gehört, wird der Name "Elvis Presley", mit seiner ganz eigenen reimenden Musik, nie mehr vergessen. In den 1950er klang er wie ein Name aus einem Science Fiction-Film, ausgedacht von einem klugen Impresario - aber er war Wirklichkeit. Und der Vorname war einmalig in der Popkultur. Es gab nur einen Elvis - und wird auch immer nur einen geben (sorry, Elvis Costello).
2 Die Stimme. Oft imitiert und trotzdem absolut charakteristisch, perfekt fürs Radio, in dem Künstler in den 1950er und '60er gemacht und erledigt wurden, technisch superb mit einem Umfang von mindestens drei Oktaven und einer Vielseitigkeit - er gewann Grammys für seine Gospel-Aufnahmen, brach Herzen mit seinen Balladen und veränderte die Welt mit seinem Rock 'n' Roll -, die Frank Sinatra einfach nicht bieten konnte.
3 Der Look. Er war der schönste männliche Star seiner Ära. Sein großartiges Aussehen übermannte sogar andere berühmte Personen (wie George Harrison und Jerry Reed). Und er war der erste männliche Star, der intuitiv erkannte, warum das Aussehen so wichtig war. Er war sein eigener' Art Director', der Make-Up, schockierende Kombinationen von Klamotten, eine hochgezogene Lippe und eine Vielzahl von Frisuren benutzte, um seine Erkennungszeichen zu erschaffen. Anders als viele seiner Nachfolge verfügte er über eine Folge von ikonenhaften Looks: Von dern ersten pink-schwarzen Outfits über die G. I. Uniform, den schwarzen Lederanzug bis hin zu den anfänglich simplen, aber trotzdem majestätischen Jumpsuits. Er war außerdem eine frühe, wenn auch ungewöhnliche Ikone des Feminismus' - ein Befreier, der es Frauen erlaubte, ihre Sexualität in einem starren Jahrzehnt auszudrücken.
4 Die rechte Zeit. Er war nicht nur Sänger. In den Mitt-50ern war er ein Teil des Zeitgeistes. Seine Musik und sein Image zeigten den Weg in Richtung der sozialen Integration, die dann durch Gerichtsentscheidungen möglich gemacht wurde, um die Rassentrennung zu beenden. Er war ein Hurricane frischer Luft nach einem Jahrzehnt des Wechsels und Aufschwungs, ein Symbol für Teenager, die 1955 soviel Einkommen hatten wie ihre ganzen Familien in den 1940er Jahren, um ihn als ihr Eigentum anzunehmen, und er war so schockierend originell, dass sie mit ihm ihren Respektspersonen Angst und Schrecken einjagen konnten. Er erschien zu einer Zeit, als der größte Teil der Welt noch immer dankbar für [den Ausgang des] zweiten Weltkrieges, und begierig war, das neueste Amerikanische Idol anzubeten. Tin Pan Alley war, verglichen zu den 1930er und '40er Jahren, in enem derart schlechten Zustand, dass sein leidenschaftliches Drängen Rivalen wie Perry Como und Pat Boone einfach wegfegte.
5 Der Mythos. Die berühmteste Person der Welt mit 21; Tot und blamiert mit 42. Es ist das Muster eines griechischen Mythos' und einer der ältesten, langlebigsten Geschichte der Menschheit.
6 Das Marketing. Parker ging anfangs brilliant mit ihm um, indem er ihm zu beispielloser öffentlicher Präsenz verhalf, das richtige Plattenlabel für ihn aussuchte und die Medien von ihm fernhielt, um Elvis zum ultimativen unerreichbaren Star zu machen.
7 Das Geheimnis. Die bekannten Unbekannten hinsichtlich Elvis - sprach er mit seinem toten Zwilling? Liebte er Priscilla wirklich? Warum blieb er bei Parker? Warum machte er all die FIlme? - sind so großartig wie die bekannten Fakten. Was die meisten der heutigen Berühmtheiten nicht verstehen, ist, dass dauerhafter Ruhm darauf basiert, die Illusion von Intimität mit einem Hauch von Rätsel zu kombinieren. Elvis, der größte Kommunikator von Emotionen im Popsong, erschien wie ein Freund in seiner Musik, aber abseits der Songs und Filme kamen wir nie zu nah an ihn heran. Trotzdem bewegte er seine Fans ganz intensiv (...). Es gibt Zeiten in meinem Leben - nachdem mein Rough Guide To Elvis veröffentlicht worden war -, in denen ich meine, Zwangsurlaub von Elvis nehmen zu müssen - aber es ist nie von Dauer.
8 Er langweilte uns lediglich mit seinen Filmen (und noch nicht einmal allen). Aber er fühlte sich nie berufen, uns zu erklären, was er über Politik, andere Künstler oder Religion dachte, noch hielt er uns Vorlesungen darüber, wie wir unser Leben zu leben hätten. In dieser Hinsicht war er, wie Cary Grant (einem großen Bewunderer von Elvis), eine leere Leinwand, auf die wir alle unsere Gedanken darüber, was er war und was nicht, projizieren konnten.
9 Er wurde der Lächerlichkeit preisgegeben. Parker machte es - mit all diesen Filmvertägen - oft einfach für Kritiker, spöttisch zu sein, aber die Schmähungen festigten nur seine Fanbasis. Wenn man es einmal überstanden hat, sein Idol 'Old MacDonald' auf der Ladeklappe eines Trucks singen gesehen zu haben, untermalt mit Geräuschen vom Bauernhof, dann weiß man, dass die eigene Hingabe kein zweites Mal getestet werden kann.
10 Weil er eine einmalige Aura hatte, die nicht zurückgeführt werden kann auf reines Charisma. Vielleicht war es der Verlust seines Zwillings, aber viele Experten - von seinem Zahnarzt bis hin zu Regisseur Sidney Lumet - sind sicher, dass da etwas anderes, Irdisches an ihm war. Er konnte, sagte Priscilla, sich in eine Art intensive Einsamkeit zurückziehen, die sie zuvor nie erlebt hatte. Möglicherweise hat dieses Bedürfnis Millionen angesprochen. Sogar für eine professionelle Biographin wie Elaine Dunde war sein Leben und Tod eine tief bewegende Geschichte, so schmerzvoll wie eine Familientragödie. Seine Kraft, einen heimzusuchen, ist derart, dass Freund wie Lamar Fike auch 30 Jahre nach seiem Tod noch immer von ihm träumen.
Also, warum Elvis? Nach 24 Stunden hatte ich zehn Gründe:
1 Der Name. Einmal gehört, wird der Name "Elvis Presley", mit seiner ganz eigenen reimenden Musik, nie mehr vergessen. In den 1950er klang er wie ein Name aus einem Science Fiction-Film, ausgedacht von einem klugen Impresario - aber er war Wirklichkeit. Und der Vorname war einmalig in der Popkultur. Es gab nur einen Elvis - und wird auch immer nur einen geben (sorry, Elvis Costello).
2 Die Stimme. Oft imitiert und trotzdem absolut charakteristisch, perfekt fürs Radio, in dem Künstler in den 1950er und '60er gemacht und erledigt wurden, technisch superb mit einem Umfang von mindestens drei Oktaven und einer Vielseitigkeit - er gewann Grammys für seine Gospel-Aufnahmen, brach Herzen mit seinen Balladen und veränderte die Welt mit seinem Rock 'n' Roll -, die Frank Sinatra einfach nicht bieten konnte.
3 Der Look. Er war der schönste männliche Star seiner Ära. Sein großartiges Aussehen übermannte sogar andere berühmte Personen (wie George Harrison und Jerry Reed). Und er war der erste männliche Star, der intuitiv erkannte, warum das Aussehen so wichtig war. Er war sein eigener' Art Director', der Make-Up, schockierende Kombinationen von Klamotten, eine hochgezogene Lippe und eine Vielzahl von Frisuren benutzte, um seine Erkennungszeichen zu erschaffen. Anders als viele seiner Nachfolge verfügte er über eine Folge von ikonenhaften Looks: Von dern ersten pink-schwarzen Outfits über die G. I. Uniform, den schwarzen Lederanzug bis hin zu den anfänglich simplen, aber trotzdem majestätischen Jumpsuits. Er war außerdem eine frühe, wenn auch ungewöhnliche Ikone des Feminismus' - ein Befreier, der es Frauen erlaubte, ihre Sexualität in einem starren Jahrzehnt auszudrücken.
4 Die rechte Zeit. Er war nicht nur Sänger. In den Mitt-50ern war er ein Teil des Zeitgeistes. Seine Musik und sein Image zeigten den Weg in Richtung der sozialen Integration, die dann durch Gerichtsentscheidungen möglich gemacht wurde, um die Rassentrennung zu beenden. Er war ein Hurricane frischer Luft nach einem Jahrzehnt des Wechsels und Aufschwungs, ein Symbol für Teenager, die 1955 soviel Einkommen hatten wie ihre ganzen Familien in den 1940er Jahren, um ihn als ihr Eigentum anzunehmen, und er war so schockierend originell, dass sie mit ihm ihren Respektspersonen Angst und Schrecken einjagen konnten. Er erschien zu einer Zeit, als der größte Teil der Welt noch immer dankbar für [den Ausgang des] zweiten Weltkrieges, und begierig war, das neueste Amerikanische Idol anzubeten. Tin Pan Alley war, verglichen zu den 1930er und '40er Jahren, in enem derart schlechten Zustand, dass sein leidenschaftliches Drängen Rivalen wie Perry Como und Pat Boone einfach wegfegte.
5 Der Mythos. Die berühmteste Person der Welt mit 21; Tot und blamiert mit 42. Es ist das Muster eines griechischen Mythos' und einer der ältesten, langlebigsten Geschichte der Menschheit.
6 Das Marketing. Parker ging anfangs brilliant mit ihm um, indem er ihm zu beispielloser öffentlicher Präsenz verhalf, das richtige Plattenlabel für ihn aussuchte und die Medien von ihm fernhielt, um Elvis zum ultimativen unerreichbaren Star zu machen.
7 Das Geheimnis. Die bekannten Unbekannten hinsichtlich Elvis - sprach er mit seinem toten Zwilling? Liebte er Priscilla wirklich? Warum blieb er bei Parker? Warum machte er all die FIlme? - sind so großartig wie die bekannten Fakten. Was die meisten der heutigen Berühmtheiten nicht verstehen, ist, dass dauerhafter Ruhm darauf basiert, die Illusion von Intimität mit einem Hauch von Rätsel zu kombinieren. Elvis, der größte Kommunikator von Emotionen im Popsong, erschien wie ein Freund in seiner Musik, aber abseits der Songs und Filme kamen wir nie zu nah an ihn heran. Trotzdem bewegte er seine Fans ganz intensiv (...). Es gibt Zeiten in meinem Leben - nachdem mein Rough Guide To Elvis veröffentlicht worden war -, in denen ich meine, Zwangsurlaub von Elvis nehmen zu müssen - aber es ist nie von Dauer.
8 Er langweilte uns lediglich mit seinen Filmen (und noch nicht einmal allen). Aber er fühlte sich nie berufen, uns zu erklären, was er über Politik, andere Künstler oder Religion dachte, noch hielt er uns Vorlesungen darüber, wie wir unser Leben zu leben hätten. In dieser Hinsicht war er, wie Cary Grant (einem großen Bewunderer von Elvis), eine leere Leinwand, auf die wir alle unsere Gedanken darüber, was er war und was nicht, projizieren konnten.
9 Er wurde der Lächerlichkeit preisgegeben. Parker machte es - mit all diesen Filmvertägen - oft einfach für Kritiker, spöttisch zu sein, aber die Schmähungen festigten nur seine Fanbasis. Wenn man es einmal überstanden hat, sein Idol 'Old MacDonald' auf der Ladeklappe eines Trucks singen gesehen zu haben, untermalt mit Geräuschen vom Bauernhof, dann weiß man, dass die eigene Hingabe kein zweites Mal getestet werden kann.
10 Weil er eine einmalige Aura hatte, die nicht zurückgeführt werden kann auf reines Charisma. Vielleicht war es der Verlust seines Zwillings, aber viele Experten - von seinem Zahnarzt bis hin zu Regisseur Sidney Lumet - sind sicher, dass da etwas anderes, Irdisches an ihm war. Er konnte, sagte Priscilla, sich in eine Art intensive Einsamkeit zurückziehen, die sie zuvor nie erlebt hatte. Möglicherweise hat dieses Bedürfnis Millionen angesprochen. Sogar für eine professionelle Biographin wie Elaine Dunde war sein Leben und Tod eine tief bewegende Geschichte, so schmerzvoll wie eine Familientragödie. Seine Kraft, einen heimzusuchen, ist derart, dass Freund wie Lamar Fike auch 30 Jahre nach seiem Tod noch immer von ihm träumen.

. Und ich könnte dir auch schon sagen, wer sie vom Zaun bricht.)





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