mal ne frage zum damaligen copyright

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  • sprudelkoenig
    Ganz neu hier

    • 24.08.2007
    • 9

    #1

    mal ne frage zum damaligen copyright

    was mich immer wieder wundert das die scheiben die elvis oder auch andere künstler damals aufnahmen doch oft nur coverversionen anderer künstler waren! gab es damals nicht sowas wie copyright?

    danke
  • michael grasberger
    Posting-Legende

    • 16.02.2006
    • 9974

    #2
    die jeweiligen songschreiber wurden ja auch bezahlt, wenn jemand ihren song aufnahm.

    "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
    (Nick Tosches)

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    • gast-20080405

      #3
      was mich immer wieder wundert das die scheiben die elvis oder auch andere künstler damals aufnahmen doch oft nur coverversionen anderer künstler waren! gab es damals nicht sowas wie copyright?

      danke
      Copyright ist der falsche Begriff. Urheberrechte ist besser. Das bezieht sich auch nicht auf den Erstinterpreten, sondern auf den Autoren/Komponisten. Somit verdient z.B. Paul Anka, wenn eine "Aloha from Hawaii" CD von Elvis verkauft wird (für "My Way").

      Zitat von michael grasberger
      die jeweiligen songschreiber wurden ja auch bezahlt, wenn jemand ihren song aufnahm.
      Nicht nur wurden, sondern werden immer noch, sobald ein Tonträger verkauft wird. Heute sind es oft die Erben der Songschreiber, bzw. diejenigen, die die Rechte inzwischen erworben haben.

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      • hangloose
        Hat was zu erzählen

        • 16.03.2007
        • 42

        #4
        Stimmt! Manchmal gab es wohl auch den Fall, dass den Autoren der Songs, meistens von Elvis' Manager vorgeschlagen wurde, Elvis als Co-Autor eintragen zu lassen. Habe mal ein Interview mit Otis Blackwell (Autor u.a. von "Don't Be Cruel" und "All Shook Up") gesehen, in dem er erzählte (sinngemäß): "Es hieß, entweder Elvis wird als Co-Autor eingetragen oder er nimmt den Song nicht auf. Da entschied man sich doch lieber für die Hälfte von ein paar hundert tausend Dollar als für alles von gar nichts."

        Deshalb ist Elvis auch bei einigen Liedern als Co-Autor eingetragen, auch wenn er das Lied gar nicht selbst mitgeschrieben hat. Diese Praxis wurde aber meines Wissens nur 1956/57 ausgeübt.
        Hang loose, baby.

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        • michael grasberger
          Posting-Legende

          • 16.02.2006
          • 9974

          #5
          otis blackwell hat ja seine eigene sängerkarriere an den nagel gehängt, weil ihm der songwriterberuf lukrativer erschien. nicht ganz zu unrecht. songinterpreten wurden oft brutal abgelinkt, sahen ein paar dollar cash für eine aufnahme und dann nie wieder einen cent, egal wie erfolgreich der aufgenommene song war.
          ein songwriter hingegen kann, wenn er glück hat, von einem einzigen song jahrzehntelang gut leben, denn er bekommt für jede aufnahme & für jeden radioeinsatz tantiemen.
          (mars bonfire ist so ein fall. er hat "born to be wild" geschrieben & lebt seit den 60ern von diesem einen song, der in unzähligen werbungen auftaucht, auf compilations und in oldie-radios...)

          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
          (Nick Tosches)

          Kommentar

          • gast-20071202

            #6
            Zitat von michael grasberger
            [FONT=Courier New]otis blackwell hat ja seine eigene sängerkarriere an den nagel gehängt, weil ihm der songwriterberuf lukrativer erschien. nicht ganz zu unrecht. songinterpreten wurden oft brutal abgelinkt, sahen ein paar dollar cash für eine aufnahme und dann nie wieder einen cent, egal wie erfolgreich der aufgenommene song war.]
            Okay, umgekehrt ist das Ganze natürlich (zumindest nach US-Recht, unten mehr dazu) auch denkbar: Dass nämlich der Komponist eines Songs diesen beispielsweise an einen Verlag verkauft, weil er schnell Geld braucht, weil er denkt, damit besser zu fahren als erst auf den Hit zu warten, der sich möglicheweise nie einstellen wird, weil sein "Abnehmer" das verlangt usw. usf.. Nach deutschem Recht ist das nicht möglich: Man bleibt stets der Eigentümer seiner geistigen Schöpfungen, entsprechende Klauseln sind rechtwidrig und unwirksam. Beispielsweise Verwertungrechte kann man abtreten, aber nicht das Urheberrecht.

            Das ist für gewöhnlich auch gemeint, wenn gesagt wird "Es wurde darum gestritten, wer die Recht an dem Song bekommen sollte" (Beispiel: Suspicious Minds). Damit sind Verwertungsrechte gemeint, also die Rechte daran, was aus der Komposition in Gestalt einer Aufnahme gemacht wurde. Was Suspicious Minds betrifft, konnte Chips Moman offensichtlich nicht dazu überredet werden, seine Verwertungsrechte an eine von Elvis' Firmen abzutreten, d. h. an diesem (und den allermeisten anderen Titeln der Memphis-Sessions) verdiente nicht Elvis, sondern u. a. Chips Moman. Klar, Elvis bekam seine üblichen (mickrigen) Tantiemen pro verkaufter Single / LP von RCA, mit denen er - aufgrund seiner Unwissenheit, was inzwischem im Musik-Business der Standard war - sogar noch angab, aber er hatte (in diesem Falle) nicht die Recht an seiner eigenen Aufnahme.

            Gleichzeitig bekommt natürlich der Komponist des Songs Tantiemen dafür, dass er den Song geschrieben hat, aber nicht an der Aufnahme. Es sei denn, er war so klug, sich ebenfalls die Verwertungsrechte zu sichern. Einer der ersten, der das getan hat, war meines Wissens Ray Charles, und dann kamen natürlich die Beatles, die völlig neue Maßstäbe einführten, was die Beziehung des Interpreten / Künstlers zu seiner Musik betraf.

            Aber die Medaille hat wie immer zwei Seiten: Ein Interpret kann ohne gute Songs nichts anfangen, deshalb waren bis Ende der 50er / Anfang der 60er Jahre die Komponisten entsprechend gut gestellt, aber ein Komponist bleibt eben auch arm, wenn es niemanden gibt, der seine Songs aufnimmt und zum Hit macht. Erst die Performance macht einen Hit, was auf einem Blatt Papier steht, ist völlig egal und nicht mehr als die Tinte wert, mit der es geschrieben ist. Als dann irgendwann die Künstler begannen, ihre eigenen Titel zu schreiben, zu verlegen und die Verwertungsrechte zu halten, ging es zuerst mit den Songwritern bergab und dann änderte sich die ganze Industrie. Bis zu seinem Lebensende war Elvis aufgrund der Einfallslosigkeit und Unfähigkeit seines Managers, sich Veränderungen anzupassen, ein Relikt der 50er Jahre.

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            • sprudelkoenig
              Ganz neu hier

              • 24.08.2007
              • 9

              #7
              sehr gut geschrieben,danke

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              • michael grasberger
                Posting-Legende

                • 16.02.2006
                • 9974

                #8
                Zitat von gast-20080904
                Was Suspicious Minds betrifft, konnte Chips Moman offensichtlich nicht dazu überredet werden, seine Verwertungsrechte an eine von Elvis' Firmen abzutreten,
                frage: ging es hier um die gesamten rechte oder nur um einen 50%-anteil?

                "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
                (Nick Tosches)

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