Bertelsmann verkauft BMG Music Publishing

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  • Mike
    Administrator
    • 23.09.2003
    • 12907

    #1

    Bertelsmann verkauft BMG Music Publishing

    Universal nun größter Musik-Verleger

    Bertelsmann verkauft BMG Music Publishing – Außerdem wird Napster-Streit ohne Schuldbekenntnis beigelegt


    Gütersloh – Mit dem Verkauf des Musikverlages BMG Music Publishing an Vivendi und einer Einigung im Streit um die Tauschbörse Napster hat Europas größter Medienkonzern Bertelsmann gestern entscheidende Weichen gestellt.

    Vivendi kauft für 1,63 Milliarden Euro über seine hundertprozentige Musiktochter Universal Music Group die Bertelsmann-Musikverlage und wird Weltmarktführer in diesem Bereich vor der britischen EMIGruppe.

    Universal ist bereits Nummer eins im Tonträgergeschäft. Bertelsmann überweist zugleich an Universal 47 Millionen Euro und beendet damit den Streit der beiden Konzerne um eine Bertelsmann-Finanzspritze für die einst illegale Musik-Internettauschbörse Napster.


    Bertelsmann hatte Napster in den Jahren 2000 und 2001 mit fast 60 Millionen Euro unterstützt. Wettbewerber klagten, weil sie darin eine Unterstützung der illegalen Download-Aktivitäten sahen, die der Branche in den vergangenen Jahren weltweit erhebliche Umsatz- und Ergebniseinbrüche beschert hatten. Bertelsmann hatte stets argumentiert, Napster sollte mit dem Geld der Weg in die Legalität geebnet werden. Die Zahlung an Universal stelle keine Anerkennung einer Schuld dar, betonte Finanzvorstand Thomas Rabe. Gleichwohl sei Bertelsmann bereit, auch mit den verbliebenen Klägern, darunter das britische Musikunternehmen EMI, über einen Vergleich zu verhandeln.

    „Vivendi hat das mit Abstand höchste Gebot abgegeben“, sagte Rabe zum Musikverlags-Verkauf, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden in Europa und den USA steht. Vivendi nannte die Transaktionen einen „historischen Ankauf“.

    Mit dem Erlös will Bertelsmann einen Teil seiner Schulden von derzeit 8,7 Milliarden Euro tilgen. Der Schuldenberg resultiert zu mehr als der Hälfte aus dem 4,5 Milliarden Euro teuren Rückkauf des Aktienpaketes des belgischen Minderheitsaktionärs Groupe Bruxelles Lambert (GBL). Die Familie des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn und der Konzernvorstand hatten sich für den Rückkauf entschieden, um einen drohenden Börsengang zu verhindern. Zu den Bietern für die Musikverlage gehörten unter anderem die EMI-Gruppe und Viacom.

    Bis Ende 2007 sollen die Schulden auf deutlich unter sechs Milliarden Euro zurückgeführt und die selbst gesteckten Finanzierungsziele wieder erreicht sein, sagte Bertelsmann-Konzernchef Gunter Thielen. Nach einer selbst auferlegten Phase der Investitionszurückhaltung im laufenden und im nächsten Jahr solle von 2008 an wieder eine Summe von jährlich rund einer Milliarde Euro für Neuinvestitionen zur Verfügung stehen.

    Der Vorstandschef, der im nächsten Jahr sein Amt niederlegen will, hofft für 2007 auf eine Umsatzrendite von zehn Prozent. Sie werde in diesem Jahr zwischen neun und zehn Prozent liegen, kündigte er an. Alle sechs Unternehmensbereiche würden im Gesamtjahr mit gestiegenen Ergebnissen dazu beitragen.

    Krisensicheres Geschäft. Im BMG-Musikverlag werden die Rechte der Songs von Künstlern wie Christina Aguilera, Robbie Williams und Elvis Presley verwaltet

    Auch der Tonträgerbereich Sony BMG, der im ersten Halbjahr Millionenverluste eingefahren hat, werde im Gesamtjahr deutlich in der Gewinnzone liegen, sagte Thielen. „Wir werden in den nächsten vier Monaten die Charts dominieren“, betonte er. Der Start vieler Alben habe sich bis in die zweite Jahreshälfte verzögert. Thielen und Rabe gaben ein deutliches Bekenntnis für den Erhalt des Musikgeschäfts bei Bertelsmann ab.
    Bertelsmann setzte im ersten Halbjahr 2006 mit weltweit 92 000 Mitarbeitern insgesamt 9,1 Milliarden Euro (plus 14,5 Prozent) um und erzielte operativ ein Rekordergebnis von 701 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (plus 8,9 Prozent). Der Konzerngewinn erhöhte sich dagegen nur leicht von 330 auf 339 Millionen Euro. dpa



    Kieler Nachrichten v. 7.9.06
    ><((((º>
  • Mike
    Administrator
    • 23.09.2003
    • 12907

    #2
    Der Musikverlag des Bertelsmann-Konzerns gilt als ein Filetstück. Mit 371 Millionen Euro Jahresumsatz und einem operativen Gewinn von 80 Millionen Euro steht er zwar nur für zwei Prozent des Konzernvolumens, gilt aber dank langfristiger Verträge mit Künstlern als krisensicheres Geschäft. Für den weltweit drittgrößten Musikverlag arbeiten derzeit rund 550 Mitarbeiter. BMG Music Publishing hält die Rechte an mehr als einer Million Titel von Künstlern wie Elvis Presley, Robbie Williams oder Christina Aguilera.

    Das Unternehmen beschäftigt sich vor allem damit, die Künstler selbst und die Rechte an ihren Titeln zu vermarkten. Dabei geht es vor allem um die Aufführungsrechte im Hörfunk und im Fernsehen, aber auch um die Vermarktung von Live-Konzerten oder um Merchandising.
    Universal Music Publishing wird mit dem Zukauf zum weltgrößten Musikverleger aufsteigen.
    Der Bertelsmann-Musikverlag ist nicht Teil des Joint-Ventures im Tonträgergeschäft zwischen Sony und der Bertelsmann Music Group (BMG). Dieser Geschäftszweig beschäftigt sich im Gegensatz zum Musikverlag mit dem Verkauf von Musik, etwa über Tonträger wie CDs oder im Internet.


    Kieler Nachrichten v. 7.9.06
    ><((((º>

    Kommentar

    • gast-20070805

      #3
      Zitat von Mike
      Universal nun größter Musik-Verleger

      Bertelsmann verkauft BMG Music Publishing – Außerdem wird Napster-Streit ohne Schuldbekenntnis beigelegt


      Gütersloh – Mit dem Verkauf des Musikverlages BMG Music Publishing an Vivendi und einer Einigung im Streit um die Tauschbörse Napster hat Europas größter Medienkonzern Bertelsmann gestern entscheidende Weichen gestellt.

      Vivendi kauft für 1,63 Milliarden Euro über seine hundertprozentige Musiktochter Universal Music Group die Bertelsmann-Musikverlage und wird Weltmarktführer in diesem Bereich vor der britischen EMIGruppe.

      Universal ist bereits Nummer eins im Tonträgergeschäft. Bertelsmann überweist zugleich an Universal 47 Millionen Euro und beendet damit den Streit der beiden Konzerne um eine Bertelsmann-Finanzspritze für die einst illegale Musik-Internettauschbörse Napster.


      Bertelsmann hatte Napster in den Jahren 2000 und 2001 mit fast 60 Millionen Euro unterstützt. Wettbewerber klagten, weil sie darin eine Unterstützung der illegalen Download-Aktivitäten sahen, die der Branche in den vergangenen Jahren weltweit erhebliche Umsatz- und Ergebniseinbrüche beschert hatten. Bertelsmann hatte stets argumentiert, Napster sollte mit dem Geld der Weg in die Legalität geebnet werden. Die Zahlung an Universal stelle keine Anerkennung einer Schuld dar, betonte Finanzvorstand Thomas Rabe. Gleichwohl sei Bertelsmann bereit, auch mit den verbliebenen Klägern, darunter das britische Musikunternehmen EMI, über einen Vergleich zu verhandeln.

      „Vivendi hat das mit Abstand höchste Gebot abgegeben“, sagte Rabe zum Musikverlags-Verkauf, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden in Europa und den USA steht. Vivendi nannte die Transaktionen einen „historischen Ankauf“.

      Mit dem Erlös will Bertelsmann einen Teil seiner Schulden von derzeit 8,7 Milliarden Euro tilgen. Der Schuldenberg resultiert zu mehr als der Hälfte aus dem 4,5 Milliarden Euro teuren Rückkauf des Aktienpaketes des belgischen Minderheitsaktionärs Groupe Bruxelles Lambert (GBL). Die Familie des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn und der Konzernvorstand hatten sich für den Rückkauf entschieden, um einen drohenden Börsengang zu verhindern. Zu den Bietern für die Musikverlage gehörten unter anderem die EMI-Gruppe und Viacom.

      Bis Ende 2007 sollen die Schulden auf deutlich unter sechs Milliarden Euro zurückgeführt und die selbst gesteckten Finanzierungsziele wieder erreicht sein, sagte Bertelsmann-Konzernchef Gunter Thielen. Nach einer selbst auferlegten Phase der Investitionszurückhaltung im laufenden und im nächsten Jahr solle von 2008 an wieder eine Summe von jährlich rund einer Milliarde Euro für Neuinvestitionen zur Verfügung stehen.

      Der Vorstandschef, der im nächsten Jahr sein Amt niederlegen will, hofft für 2007 auf eine Umsatzrendite von zehn Prozent. Sie werde in diesem Jahr zwischen neun und zehn Prozent liegen, kündigte er an. Alle sechs Unternehmensbereiche würden im Gesamtjahr mit gestiegenen Ergebnissen dazu beitragen.

      Krisensicheres Geschäft. Im BMG-Musikverlag werden die Rechte der Songs von Künstlern wie Christina Aguilera, Robbie Williams und Elvis Presley verwaltet

      Auch der Tonträgerbereich Sony BMG, der im ersten Halbjahr Millionenverluste eingefahren hat, werde im Gesamtjahr deutlich in der Gewinnzone liegen, sagte Thielen. „Wir werden in den nächsten vier Monaten die Charts dominieren“, betonte er. Der Start vieler Alben habe sich bis in die zweite Jahreshälfte verzögert. Thielen und Rabe gaben ein deutliches Bekenntnis für den Erhalt des Musikgeschäfts bei Bertelsmann ab.
      Bertelsmann setzte im ersten Halbjahr 2006 mit weltweit 92 000 Mitarbeitern insgesamt 9,1 Milliarden Euro (plus 14,5 Prozent) um und erzielte operativ ein Rekordergebnis von 701 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (plus 8,9 Prozent). Der Konzerngewinn erhöhte sich dagegen nur leicht von 330 auf 339 Millionen Euro. dpa



      Kieler Nachrichten v. 7.9.06
      Hallo Mike,
      hört sich nicht gut an, das Bertelmann verkauft wird!
      Habe das schon gehört.
      Wir alle können das ja sowieso nicht ändern.
      Leider!
      Gruß
      eapgs

      Kommentar

      • charro
        Posting-Legende

        • 02.09.2005
        • 8583

        #4
        Zitat von eapgs
        Hallo Mike,
        hört sich nicht gut an, das Bertelmann verkauft wird!
        Habe das schon gehört.
        ....
        Keine Sorge, Bertelsmann wird ja nicht verkauft, sondern nur BMG.

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