Was wäre wenn... Ihr als Produzent bei einer Elvis Session!

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  • gast-20111607

    #1

    Was wäre wenn... Ihr als Produzent bei einer Elvis Session!

    Ich habe gerade mal überlegt, wie es wohl gewesen wäre, wenn einer von uns bzw. man selbst (jaja, immer hypothetisch betrachtet!) als Produzent bei einer Elvis Session dabei gewesen wäre...

    Glaubt ihr, ihr wärt, wohlwissend Elvis war im Endeffekt Chef des Ganzen, auch nur eine Art "Mädchen für Alles" a lá Felton Jarvis gewesen, der für Wohlfühlatmosphäre zu sorgen hat, aber ansonsten nicht groß (kreativen) Druck ausübt - oder könntet ihr euch vorstellen, mehr Einfluss zu haben, also a lá Chips Moman?

    Würdet ihr Elvis einfach machen lassen, oder würdet ihr ihn dazu bringen wollen, sofern er sich darauf eingelassen hätte, neue Wege zu gehen - also z. B. bei der Session separat Stimme und Instrumente aufnehmen (was er bekanntlich nie wirklich gerne gemacht hat), desweiteren z. B. ob man ihn für die Prozesse danach hätte involvieren können, also Mastering, Mix, Overdubs und so...
    Hättet ihr z. B. eigene Songvorschläge eingebracht?

    Wenn Elvis z. B. statt mit der vorgesehenen Arbeit lieber stundenlang irgendwelche Faxen machte - Karateübungen im Studio und mit Waffen hantieren (erste Stax Session 1973), hättet ihr dies zugelassen, oder darauf bestanden, endlich brauchbare Ergebnisse einzuleiten?

    Wie hättet ihr euch bspw. gefühlt, wenn Elvis während der Studioaufnahme zu "My Way" einen Tobsuchtsanfall bekam, weil er mit dem Backgroundchor nicht zufrieden ist, daraufhin sein Mikro mit Karacho gegen die Wand schmetterte und unter Riesentrara mit seinen Bücklingen abrauschte, während ihr als Verantwortlicher alles ausbaden müsstet?
    Zuletzt geändert von Gast; 01.05.2008, 16:10
  • charro
    Posting-Legende

    • 02.09.2005
    • 8583

    #2
    Zitat von Richard Burton
    Ich habe gerade mal überlegt, wie es wohl gewesen wäre, wenn einer von uns bzw. man selbst (jaja, immer hypothetisch betrachtet!) als Produzent bei einer Elvis Session dabei gewesen wäre...
    Ich würde mal sagen, es gibt heute wahrscheinlich keinen ernsthaften und künstlerisch interessierten Produzenten, der solche Mätzen noch mitmachen würde. Egal ob das nun Elvis wäre oder sonst wer ist, bei sinnloser Zeitverschwendung oder Demolierung de Studiozubehörs würde Schluss sein.

    Jeder Produzent versucht dem ganzen doch auch seinen Stempel aufzudrücken. Daher würde ich Elvis sicherlich nicht die alleinige Regie überlassen, sondern ihn drängen oder gar zwingen, neue Wege zu beschreiten. Da müßte ein Kompromiss zwischen Künstler Elvis und mir als Produzent her, denn sonst bräucht er ja nicht unbedingt mich als Produzent, wenn er am Ende doch alles selbst macht.

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    • burroughs
      Board-Legende

      • 09.02.2004
      • 56243

      #3
      ich würde ihm Rick Rubin empfehlen und im Studio einfach nur Mäuschen spielen

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      • gast-20111607

        #4
        Rick Rubin... warum nicht direkt Bob Rock?

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        • michael grasberger
          Posting-Legende

          • 16.02.2006
          • 9974

          #5
          Zitat von Richard Burton
          Wenn Elvis z. B. statt mit der vorgesehenen Arbeit lieber stundenlang irgendwelche Faxen machte - Karateübungen im Studio und mit Waffen hantieren (erste Stax Session 1973), hättet ihr dies zugelassen, oder darauf bestanden, endlich brauchbare Ergebnisse einzuleiten?

          Wie hättet ihr euch bspw. gefühlt, wenn Elvis während der Studioaufnahme zu "My Way" einen Tobsuchtsanfall bekam, weil er mit dem Backgroundchor nicht zufrieden ist, daraufhin sein Mikro mit Karacho gegen die Wand schmetterte und unter Riesentrara mit seinen Bücklingen abrauschte, während ihr als Verantwortlicher alles ausbaden müsstet?
          ein guter produzent muss sich natürlich respekt verschaffen. ich hätte daher die methode gewählt, die phil spector erfolgreich bei einer john lennon session anwandte: selber bewaffnet antanzen und notfalls ein paarmal in die luft feuern, um den undisziplinierten star zur räson zu bringen.

          "We know that rock'n'roll was not a human invention, that it was the work of the Holy Ghost."
          (Nick Tosches)

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          • burroughs
            Board-Legende

            • 09.02.2004
            • 56243

            #6
            weil..

            ..bob rock nix mehr brauchbares abliefert

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            • praytome
              Gehört zum Inventar

              • 23.06.2005
              • 3425

              #7
              nun ich hätte als produzent mit sicherheit bei der songauswahl die gleichen probleme gehabt wie alle anderen aufgrund der publishing right...

              war ein jeher der anhänger elvis hätte viel öfter die studios wechseln sollen ...oder auch mal in eurpa zu recorden...

              also meine erste tat währe steinman anzurufen...um ihn als berater hinzuzuziehen...

              dann hätte ich vorher ne menge blutjunger mädchen ins studio zitiert....wenig bekleidet...

              dann hätte ich mir ne customgun in gold genommen und mal so ein bisschen studio zerschossen und elvis als willkommensgeschenk überreicht...

              dann hätte ich gefragt ob er nicht bock hätte ein paar karate demonstationen zu machen die mädels würden sich sicher freuen...

              und beim rausgehen hätte ich zu den background sängerinen gesagt hey ihr singt mit elvis und wenn ich scheisse singt schmeiss ich euch schlampen raus...

              dann hätte ich einige mikrofone kistenweise quasi bei elvis hingestellt falls er unüblicherweise mal bock hat ein paar an den studiowänden zu zerdäppern...

              so hätte ich ihn empfangen...


              natürlich hätte ich aus promogründen nen fotograf da und ne kamera laufen...

              vorher hätte ich ihn mit zehn konzepten einer platte so heiss gemacht das er mir sein ganzes vermögen übereignet hätte nur um an diesem projekt teilzuhaben....
              Das neue Buch von Praytome Publishing:

              "My Years With Elvis And The Colonel" by Charles Stone

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              • Patacle
                Foren-Experte

                • 06.12.2007
                • 562

                #8
                Zitat von Richard Burton
                Wie hättet ihr euch bspw. gefühlt, wenn Elvis während der Studioaufnahme zu "My Way" einen Tobsuchtsanfall bekam, weil er mit dem Backgroundchor nicht zufrieden ist, daraufhin sein Mikro mit Karacho gegen die Wand schmetterte und unter Riesentrara mit seinen Bücklingen abrauschte, während ihr als Verantwortlicher alles ausbaden müsstet?
                Ich hätte ihm das kaputte Mikro in die Hand gedrückt und ihm gesagt, wenn er geht, kann er wenigstens den Müll mitnehmen.
                Es gibt zwei Möglichkeiten vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen
                (Albert Schweitzer)

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                • praytome
                  Gehört zum Inventar

                  • 23.06.2005
                  • 3425

                  #9
                  Zitat von Patacle
                  Ich hätte ihm das kaputte Mikro in die Hand gedrückt und ihm gesagt, wenn er geht, kann er wenigstens den Müll mitnehmen.
                  tsss wärst du clever hättest du es auf ebay verkauft..
                  Das neue Buch von Praytome Publishing:

                  "My Years With Elvis And The Colonel" by Charles Stone

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                  • Patacle
                    Foren-Experte

                    • 06.12.2007
                    • 562

                    #10
                    Das wäre mir in dem Fall egal gewesen....
                    Ich hätte das Gesicht gerne gesehen















                    und gehofft, dass ich keine Haue kriege.....
                    Es gibt zwei Möglichkeiten vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen
                    (Albert Schweitzer)

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                    • gast-20090521

                      #11
                      Ich hätte mich hingesetzt und brav die Klappe gehalten. Wer bin ich denn, einem Elvis Presley zu erklären, wie man Musik macht? Vielmehr hätte ich ihn fasziniert beobachet, um etwas dazuzulernen. Und ansonsten einfach nur den geilen Sound genossen, der da aus den Studiomonitoren kommt.

                      Wenn er ein Mikro zerdeppert hätte, hätte ich es mit nach Hause genommen, eine Vitrine gekauft und es stolz jedem gezeigt, der mich besucht.

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                      • gast-20080904

                        #12
                        Es kommt darauf an. Die Frage ist zuerst einmal: Während welcher Phase seiner Karriere wäre man Elvis begegnet? Die andere Frage: Wie erfolgreich wäre ich selbst zuvor als Produzent gewesen?

                        Ein Nobody auf dem Höhepunkt von Elvis' Karriere hätte verständlicherweise nichts zu melden. Ein Nobody auf dem Tiefpunkt hätte in Maßen schalten und walten können und hätte mit Ausfällen leben müssen, da er sich immer würde sagen lagen müssen, dass er alleine ohnehin nichts zustande brächte ...

                        Ein Erfolgsproduzent auf dem Tiefpunkt bzw. an entscheidenen Wendepunkten könnte sich alles erlauben, und wenn Erfolgsproduzent und Künstler auf dem Höhepunkt ihrer beiden Karrieren zusammenarbeiten, befruchten sie sich möglicherweise gegenseitig und es kommt etwas Großartiges dabei heraus.

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                        • gast-20090521

                          #13
                          Wenn ich darüber nachdenke, hätte ich allenthalben versucht, Elvis dahingehend zu bewegen, auch beim Abmischen und Mastern anwesend zu sein. Wie wir heute wissen, hat er sich ja öfters lautstark beschwert, wenn er das Endprodukt zum ersten Mal hörte. Da kann man nur sagen, selber schuld, denn ein Künstler, dem etwas daran liegt, wie die fertige Platte klingt, wirft nicht nach dem letzten gesungenen Ton die Studiotür hinter sich ins Schloss und ward nie mehr gesehen, sondern sitzt auch bei der Mixdown-Session und beim Mastering mit dabei und greift ein.

                          Etliche Aufnahmen von Elvis enthalten Fehler, meist nur kleinere, mitunter aber auch derbe Klopper. Wenn er einen solchen fehlerbehafteten Take als Master auserkören hätte, hätte ich vorsichtig nachgefragt, ob er nicht noch einen Take versuchen oder die fehlerhafte Stelle ausbessern möchte. Hätte er das verneint, hätte ich es dann aber auch dabei belassen.

                          Auf jeden Fall hätte ich bei den Overdubs mehr Sorgfalt walten lassen. So derbe Fehler wie bei "Patch it up" oder "Mary in the morning" wären wir (hoffentlich!) nicht passiert.

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                          • gast-20080904

                            #14
                            Zitat von MusicMan
                            Wie wir heute wissen, hat er sich ja öfters lautstark beschwert, wenn er das Endprodukt zum ersten Mal hörte.
                            Wissen wir das? Oder ist das das Gelaber von Leuten, die zeigen wollten, wie "ihr Elvis" von den bösen Mächten hintergegangen wurde?

                            Zitat von MusicMan
                            Da kann man nur sagen, selber schuld, denn ein Künstler, dem etwas daran liegt, wie die fertige Platte klingt, wirft nicht nach dem letzten gesungenen Ton die Studiotür hinter sich ins Schloss und ward nie mehr gesehen, sondern sitzt auch bei der Mixdown-Session und beim Mastering mit dabei und greift ein.
                            Heute ja, früher wohl kaum, kann ich mir vorstellen. Zumindest nicht bei den "Sänger"-Typen a la Elvis. Oder glaubt ihr, dass Dean Martin, Sinatra oder Bobby Darin daneben saßen? Ich weiß es nicht, kann es mir aber auch nicht vorstellen. Ich vermute mal, dass sie es so sahen, dass sie ihren Part lieferten, und das war's dann. Das "Ganzheits-Konzept" des Künstlers, der alles von vorne bis hinten begleitete kam ja erst mit den Beatles, also einer jüngeren Generation.

                            Zitat von MusicMan
                            Etliche Aufnahmen von Elvis enthalten Fehler, meist nur kleinere, mitunter aber auch derbe Klopper. Wenn er einen solchen fehlerbehafteten Take als Master auserkören hätte, hätte ich vorsichtig nachgefragt, ob er nicht noch einen Take versuchen oder die fehlerhafte Stelle ausbessern möchte.
                            Kommt immer drauf an, was man als "Fehler" betrachtet.

                            Zitat von MusicMan
                            Auf jeden Fall hätte ich bei den Overdubs mehr Sorgfalt walten lassen. So derbe Fehler wie bei "Patch it up" oder "Mary in the morning" wären wir (hoffentlich!) nicht passiert.
                            Oh Graus , yeah ... Neulich habe ich mal wieder die 70er Box und dadurch folglich auch den Studiomaster von Patch It Up gehört. Das kann doch echt nicht wahr sein, oder?

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                            • gast-20090521

                              #15
                              Zitat von gast-20080904
                              Wissen wir das? Oder ist das das Gelaber von Leuten, die zeigen wollten, wie "ihr Elvis" von den bösen Mächten hintergegangen wurde?
                              Schön dass Du es sagst, ich habe auch schon sowas vermutet.

                              Ich kann mir auch irgendwie nicht vorstellen, dass er seine fertigen Platten erstmalig im Radio hörte oder als Belegexemplare bekam, wenn sie schon im Laden standen. Normalerweise bekommt man als Künstler den Endmix vorher zum "absegnen", und dann hätte er immer noch sagen können: "So kommt mir das aber nicht in die Geschäfte!" Offensichtlich hat er das aber nie getan, daher ist es durchaus möglich, dass Du Recht hast und es sich bei seinen angeblichen "Ausrastern" über den fertigen Mix entweder um Erfindungen handelte, oder um Lippenbekenntnisse von Elvis, wenn ein Song kein Hit wurde, dass er einen Schuldigen suchte.

                              Heute ja, früher wohl kaum, kann ich mir vorstellen. Zumindest nicht bei den "Sänger"-Typen a la Elvis. Oder glaubt ihr, dass Dean Martin, Sinatra oder Bobby Darin daneben saßen? Ich weiß es nicht, kann es mir aber auch nicht vorstellen. Ich vermute mal, dass sie es so sahen, dass sie ihren Part lieferten, und das war's dann. Das "Ganzheits-Konzept" des Künstlers, der alles von vorne bis hinten begleitete kam ja erst mit den Beatles, also einer jüngeren Generation.
                              Und natürlich auch mit fortschreitenden technischen Möglichkeiten. Am Anfang von Elvis' Karriere gab's ja gar keine Mixdown-Sessions, da kam alles so auf die Platte, wie es im Studio auf eine oder zwei Spuren aufgenommen wurde. Später hatte er die Möglichkeiten, bei der Post-Production einzugreifen - sei es, dass er bei den Overdubs mitbestimmte, was an Orchester und Chorstimmen hinzugefügt wurde, oder wie der Mix klingt. Hat er nicht getan. Für mich ist das okay.

                              Kommt immer drauf an, was man als "Fehler" betrachtet.
                              Nun, da geht alles: Falsche Einsätze ("His latest flame", "Promised Land"), schiefe Töne ("Padre", "It's only love"), Textfehler ("Mr. Songman"), Verspieler der Begleitmusiker ("Do not disturb"), falsche Atmer ("Fame and fortune", "I've lost you") usw. Darüber kann man natürlich endlos streiten, und auch mit Recht die Frage stellen, ob ein Mensch weniger "His latest flame" gekauft hat, nur weil Elvis da falsch einsetzt.

                              Oh Graus , yeah ... Neulich habe ich mal wieder die 70er Box und dadurch folglich auch den Studiomaster von Patch It Up gehört. Das kann doch echt nicht wahr sein, oder?
                              Tröööööööt... Nicht zu fassen, das tut richtig weh an der Stelle.

                              Leider habe ich sie selber noch nicht, aber ich habe von einem, der sie schon hat, gehört, dass man bei der TTWII-FTD diese Stelle ein wenig "verbessert" hat. Zu wünschen wäre es - abgesehen davon, dass die Studioaufnahme generell ziemlich mies und leblos klang, vor allem verglichen mit der Live-Version, die einfach nur rockt wie Sau.

                              Die wussten schon, was sie taten, als sie sich für die LP für die Live-Version entschieden.

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