Interview mit Linda Thompson

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  • TheKing
    Board-Legende

    • 19.06.2006
    • 20721

    #16
    Wie kann man denn mehr protzen, als unser guter Elvis? Also er war zwar bescheiden in seinem Auftreten im Sinne von guter Südstaatenschule usw., aber seine Kleidung, Autos, Motorräder, Schmuck Waffen usw...also dezent ist anders und ich bin froh, dass er so eine coole Sau war. Wo wären wir denn ohne ihn?
    Ohne Worte!

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    • Gast

      #17
      Zitat von MysteryTrain
      Mit der Dekadenz in Hollywood meine ich dieses sinnlose Protzen von Stars und Sternchen, die jegliche Bodenhaftung verloren haben. Das war wirklich nicht Elvis' Ding.
      Der war gut!

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      • MysteryTrain
        Posting-Legende

        • 12.07.2008
        • 7260

        #18
        Zitat von A. C. van Kuijk
        Der war gut!
        Stimmt es etwa nicht? Ja, Elvis gab sein Geld mit vollen Händen aus und gönnte SICH SELBST viel Luxus. Aber wenn er wegen eines Sandwiches nach Denver flog, dann für SICH und seine Freunde und er berief nicht vorher eine Pressekonferenz deswegen ein um der Welt zu zeigen, wie reich er ist.
        Über die legendären Hollywood Partys habe ich schon viele Schauspieler erzählen gehört und man kann den Eindruck bekommen, dass das zum einen Prahlerei der Reichen (oder die sich dafür halten) ist und zum anderen eine riesige Schleimspur derer aus der 2. oder 3. Reihe, die sich dort wichtige Kontakte für die eigene Karriere erhoffen. Meiner Meinung nach, war das nicht Elvis' Welt. Der schnappte sich lieber ein paar Freunde und machte mit ihnen Golf Cart Rennen im Garten o.ä.

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        • Gilla
          Board-Legende

          • 05.02.2007
          • 14776

          #19
          Elvis war halt nicht der Typ, sich anderswo selbstbewusst unter die Schönen und Reichen zu mischen. Das hat er ja nicht aus Bescheidenheit gemacht, sondern hat andere Gründe, wie schon erwähnt.
          *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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          • JackWarner

            #20
            Was immer schwer nachvollziehbar ist, ist die Tatsache, dass jeder Charakter ambivalent sein und sehr viel Widersprüchliches insich bergen kann.
            In den letzten Jahren habe ich mich viel mit Tony Curtis beschäftigt. Er war ja ungarischstämmiger Jude und hat ein lebenlang mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen gehabt, weil er viel Ausgrenzung, Hohn und Spott als Kind und Jugendlicher erlebt hat. Obwohl auch er von A-Z, ähnlich wie Elvis, alles gehabt haben dürfte, was ein Mensch sich nur wünschen kann, hat das nicht dazu geführt, dass er eine insich ruhende Persönlichkeit entwickeln konnte. Christine Kaufmann sagte mal, dass er immer auf übertriebene Art und Weise um Anerkennung gebuhlt hat, obwohl er es gar nicht nötig gehabt hätte.
            Was in der Kindheit stattgefunden hat, lässt sich durch nichts abstreifen. Das bleibt. Bei dem Einen mehr, beim Anderen weniger. Insofern ist ein Charakter auch nicht so leicht greifbar. Bei Elvis wird das genauso gelagert gewesen sein.

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            • TheKing
              Board-Legende

              • 19.06.2006
              • 20721

              #21
              Respekt, Jack! Absolute Zustimmung!
              Ohne Worte!

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              • annalina

                #22
                Elvis wird schon unsicher gewesen sein. Aber diese Unsicherheit ausserhalb seiner Auftritte hat ihm nicht geschadet, eher genützt.
                Hätte er sich öfters unter den anderen Schönen und Reichen aufgehalten, dann wäre er nur einer von vielen gewesen. Das Publikum fände es nicht gut.
                Er war ( und ist) ein Superstar und er musste auf das Image einer Ausnahmepersönlichkeit achten.
                Und er musste diese Ausnahmepersönlichkeit gar nicht erst spielen. Er hat sich der Presse ferngehalten, hat Interviews oder öffentliche Auftritte, abgesehen von seinen Vorstellungen, vermieden.
                Diese Hollywood-Partys haben ihn wahrscheinlich gar nicht interessiert, selbst wenn er sehr selbstsicher gewesen wäre. Die meisten Hollywood-Stars waren auch nicht selbstsicherer als Elvis. Und Elvis hatte viel Humor, er konnte über sich selbst lachen, er hat sich seiner Herkunft nicht geschämt. Das kann man von Tony Curtis bestimmt nicht sagen.

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                • JackWarner

                  #23
                  Sich für etwas "schämen" und "Komplexe" wegen etwas zu haben, sind aber nicht das Gleiche. Man kann trotzdem einen Makel verspüren, ohne dafür gleich Scham zu verspüren. Oder zu einer Sache stehen, ohne dass man mordsmäßig Stolz drauf ist. Aber das ist alles viel zu vielschichtig und gar nicht richtig beleuchtbar. Wer weiss schon, was in Elvis wirklich vorging. Wir reimen uns das halt zusammen, an Hand bekannten Aussagen. Ein Funken Wahrheit wird wohl überall dabei sein.

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                  • burroughs
                    Board-Legende

                    • 09.02.2004
                    • 56243

                    #24
                    Zitat von annalina
                    Elvis wird schon unsicher gewesen sein. Aber diese Unsicherheit ausserhalb seiner Auftritte hat ihm nicht geschadet, eher genützt.
                    welche art von unsicherheit meinst du und inwiefern soll sie ihm genützt haben?
                    Zitat von annalina
                    Hätte er sich öfters unter den anderen Schönen und Reichen aufgehalten, dann wäre er nur einer von vielen gewesen. Das Publikum fände es nicht gut.
                    soso.. das publikum also? das damalige oder das heutige?
                    Zitat von annalina
                    Er war ein Superstar und er musste auf das Image einer Ausnahmepersönlichkeit achten.
                    ja klar. deswegen auch die karate- und drogen-monologe auf der bühne..
                    Zitat von annalina
                    Er hat ... öffentliche Auftritte, abgesehen von seinen Vorstellungen, vermieden.
                    hat er? dann sind die besuche von diversen vegas-shows (u a einige male bei tom jones) wohl nur hartnäckige gerüchte .. tss
                    Zitat von annalina
                    Diese Hollywood-Partys haben ihn wahrscheinlich gar nicht interessiert, selbst wenn er sehr selbstsicher gewesen wäre.
                    das hat mit vorhandener oder nicht vorhandener selbstsicherheit doch nix zu tun. ihm hats offensichtlich gereicht, unter seinesgleichen zu tun und dort den ton angeben zu können.. dafür hatte er seine spielkameraden..
                    [wobei.. SO gesehen könnte man das durchaus als fehlende selbstsicherheit auslegen, denn .. naja, egal]
                    Zitat von annalina
                    Die meisten Hollywood-Stars waren auch nicht selbstsicherer als Elvis.
                    wie kommst du zu der annahme ??
                    Zitat von annalina
                    Und Elvis hatte viel Humor, er konnte über sich selbst lachen, er hat sich seiner Herkunft nicht geschämt.
                    er hatte eine ganz spezielle art von humor, das ist korrekt. jeder seiner lakaien musste lachen, wenn er einen witz machte. aber wehe, jemand hat es mal gewagt, einen witz auf SEINE kosten zu machen..
                    und was seine herkunft angeht.. es ist schon ziemlich bezeichnend, dass er es abgelehnt hat, jemals wieder jeans zu tragen..
                    Zitat von annalina
                    Das kann man von Tony Curtis bestimmt nicht sagen.
                    kann man nicht? wieso nicht? gibts da irgendwo belege dafür.. interviews oder ähnliches??

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                    • JackWarner

                      #25
                      Einen Denkansatz möchte ich hier noch anbringen: Elvis' Unsicherheit, oder nennen wir es Bescheidenheit zeugt euch für seine Intelligenz. Er war nie selbstsicher darin, wenn es um seine Karriere ging. Er hatte ja Angst, dass nach der Army alles zu Ende hätte sein können und stelle sich auch später immer wieder die Frage, ob die Leute ihn überhaupt noch hören wollen.
                      Das zeigt doch, dass er ein intelligenter Mensch war, der sehr wohl kapiert hat, dass Erfolg immer nur eine Momentaufnahme ist und auch wieder vorbei sein kann und, dass eine gute Stimme nicht ausreicht, immer oben zu sein.
                      Er hat die Zusammenhänge kapiert, weil es eben nicht nur darum geht, talentiert zu sein. Somit hat diese Facette seiner Unsicherheit sicherlich noch andere Gründe.

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                      • TheKing
                        Board-Legende

                        • 19.06.2006
                        • 20721

                        #26
                        Ich glaube nicht, das Linda nur die Unsicherheit auf seine Karriere bezogen meinte. Vielleicht hatte er ein unsicheres Moment in seiner Persönlichkeit, etwas was Dich immer dahin bringt Dich in Frage zu stellen. Was paradox klingt wenn man auf seine Erfolge blickt, aber eben doch in einem Menschen so verankert sein kann, dass es nicht durch erlebte Erfahrungen weggeht. Es ist ja symphatisch, wenn man sich selbst nicht als Maß der Dinge sieht, auch wenn das ja in seiner Position sehr verlockend gewesen wäre. Wenn überall wo Du nur für eine Sekunde Dein Gesicht zeigst, die Frauen in Rudeln kollabieren, dann wäre es ja eine Verlockung zu denken: "Ich bin der fucking Größte, verdammt nochmal!" Dümmeren Menschen passiert das zuweilen, da hast Du wohl recht. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er in menschlicher Weise nicht mehr abgehoben ist. Das war ein Teil seines Naturells glaube ich. Das meine ich aber nicht. Ich vermute, das Linda Selbstzweifel meint, wie wir sie alle wahrscheinlich ab und an kennen. Gerade wenn Du Dich an dem Riesenmythos messen musst, wenn die scheinbare Erwartungshaltung der ganzen Weltöffentlichkeit (jetzt mal leicht übertrieben) auf Dir ruht, wenn Du weißt dass auch ne Menge Leute zu Dir aufsehen und von Dir und durch Dich leben usw. Und Du dann einen schlechten Tag hast und vielleicht denkst: "Ich bin das gar nicht. Der tolle Übermensch für den mich alle halten." Ich glaube er hat da auch große Selbstzweifel gehabt zuweilen. Dannn würde sich auch erklären, warum er gewisse Dinge immer so lange mitgemacht hat und nicht die Eier hatte zu sagen: "Schon wieder so ein scheiß Drehbuch? Fickt Euch! Ohne Mich!" oder "Ich hab kein Bock mehr auf Las Vegas, mach die Europatournee klar und zwar zackig!" Dazu hatte er zuviele Skrupel. Er hatte auch immer Lampenfieber, das sagt er ja selber. Also ich glaube da ist schon was dran mit der Unsicherheit und es macht ihn nur menschlicher und symphatischer für mich...
                        Ohne Worte!

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                        • Lohmax
                          Foren-Profi

                          • 28.10.2006
                          • 291

                          #27
                          Unsicherheit im Sinne von Schüchternheit ganz gewiss, wenngleich nicht auf der Bühne. Unsicherheit in Bezug auf die Karriere ist aber sicher auch der Grund, weshalb er sich nicht vom Colonel abnabeln konnte oder weshalb er immer die Befürchtung hatte, dass die Leute ihm nicht mehr zujubeln würden (hat er so etwas nicht angeblich geäußert?). Die "Protzigkeit" ist auch ein Zeichen der Unsicherheit, da wirklich reiche Leute ihr Geld - ganz anders als in schlechten Filmen - natürlich nicht zeigen. Aufsteiger aus der Armut haben da oft einen Vorzeige-Komplex. Auch das ist Unsicherheit.

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                          • tyrone
                            Gehört zum Inventar

                            • 30.11.2008
                            • 1845

                            #28
                            Gab mal ne Sendung auf MTV- Crips glaube ich - wo mehr oder weniger Prominente ihr Zuhause vorgestellt haben.

                            Da konnte man das Phänomen sehr gut beobachten, All die Rapper (ich pauschalisier das mal ganz furchtbar) die aus dem Ghetto nach oben gekommen sind haben nicht nur ihren Reichtum auf geradezu lachhafte Weise zur Schau gestellt - sie haben auch zahlreiche "Freunde" mit durchgeschleppt.

                            Off-Topic:

                            Elvis, Vorreiter des Gangsterrap?

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                            • Gilla
                              Board-Legende

                              • 05.02.2007
                              • 14776

                              #29
                              Um nochmal auf Elvis' angebliches Protz-Gehabe zu sprechen zu kommen. Das war doch eigentlich harmlos, vor allem gegenüber den heutigen Vorstellungen von Protz und Zurschaustellung seiner Besitztümer.

                              Nach heutigen Maßstäben ist Graceland sogar ziemlich klein und auch nicht übertrieben protzig eingerichtet. Wenn ich da an das Anwesen von Michael Jackson denke oder anderen.

                              Elvis hatte einen Autofimmel, immer den neuesten Cadillac. Sein Fuhrpark war ansehnlich. Aber ist das Protz?

                              Ebenso war Elvis in puncto Mode gar nicht schüchtern. Er trug immer sehr auffallenden Schmuck und Kleidung mit allerlei Schnick-Schnack...

                              Ja, und auf der Bühne war er so gar nicht schüchtern. Sein Bühnen-Outfit war allein schon die reinste Show. Schillernd und aufdringlich... Warum? - weil er der King war...



                              Also, das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass er aus der Armut kommend nun mit all den Dingen angeben musste, quasi wie ein Proll durch die Gegend läuft und jedem zeigen musste, was er hat. Vor allen Dingen zähle ich das nicht zu den Unsicherheiten seiner Person.

                              Aber er war selbstverständlich auch stolz darauf und hat sich wohl gefühlt, nicht mehr arm zu sein.
                              *The genius of Elvis Presley was in his music, but the magic was in his voice*

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                              • JackWarner

                                #30
                                Man muss sich da grundsätzlich vorstellen, was es für Viele bedeutet, von Heut auf Morgen ein Superstar zu sein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man da einfach erst mal komplett durchdreht und sich sogar evtl. wie ein Idiot benimmt. Mir fällt dazu ein, wieviele Lotto-Gewinner die Kohle in kürzester Zeit raushauen und plötzlich wieder verarmt sind. Und der Protz hat ja auch irgendwo verschiedene Gründe. Du kennst Leute aus der Vergangenheit, die dich verhöhnt, ausgelacht und nicht an dich geglaubt haben. Da kann ich mir auch vorstellen, dass du da erst mal beide Fuck-Finger grinsend in die Luft streckst und durch den Protz mit Autos, Schmuck, etc. genau diese dümmlichen Fressen neidisch machen willst.
                                Ich denke, dass das nicht nur reines Protzgehabe ist, sondern wieder Symbolcharakter für sehr Vieles ist. Wie dem auch sei. Elvis war ein Simpatico, den jeder gemocht hat. Wie Clinton schon sagte, wer ihn nicht mag, mit dem stimmt was nicht. Und da meine ich nicht nur die schöööööööööne Stimme (um einen User zu zitieren, der aber ansonsten alles kacke an ihm fand), sondern ihn auch als Typ, als Mensch, Kumpel. Ich denke, er war saumäßig in Ordnung. Und warum sollte er nicht genau wie jeder andere Mensch auch seine Fehler, Komplexe, oder was auch immer gehabt haben. Das ist es doch, was normal ist und nicht alles andere.
                                Zuletzt geändert von Gast; 19.10.2013, 19:20

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