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Alt 03.11.2005, 19:46
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★ Mystery Train - Elvis und die Eisenbahn


(„re-mastered“)

Wir alle kennen die Geschichten von den unzähligen Cadillacs, den Motorrädern, den Flugzeugen und den sonstigen Luxus-"Spielzeugen" auf Rädern, mit denen sich der King of Rock'n'Roll stilvoll von A nach B bewegte. Doch obwohl man es heute kaum noch glauben mag, gab es auch Zeiten, in denen Elvis Presley noch öffentliche Transportmittel benutzen konnte, ohne dass gleich das gesamte Verkehrsnetz zusammen gebrochen wäre. Im Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen soll die gute alte Eisenbahn stehen, mit der Elvis bis Anfang der 60er Jahre des öfteren durchs Land reiste (und dabei nicht nur durch das eigene), und die obendrein in einigen seiner Songs lebendig war. Am bekanntesten wohl der "Mystery Train" mit seinen 16 Waggons, der sich – aufgenommen am 11. Juli 1955 im Sun Studio von Sam Phillips in Memphis - im August als fünfte und letzte Single unter dem Sun-Label (gekoppelt mit "I Forgot To Remember To Forget") in Bewegung gesetzt hatte, zunehmend an Fahrt gewann und am 15. Januar 1956 (mit Platz 1 in den Country-Charts!) schließlich seinen "Zielbahnhof" erreicht hatte...
Obwohl der Text recht simpel ist, gehört „Mystery Train“ zu meinen persönlichen Lieblingssongs des frühen Elvis (Wer sich für den kompletten Text und seine Übersetzung interessiert, findet beides übrigens hier im Forum!). Die ganzen Wiederholungen mal außer Acht gelassen, lautet die Kernaussage in etwa:


Der Zug, auf dem ich fahre, ist 16 Waggons lang
Dieser lange schwarze Zug bekam meine Liebste und verschwand

Der Zug kommt um die Kurve
Er nahm meine Liebste, doch das wird nie wieder geschehen

Der Zug kommt die Gleise herunter
und bringt mir meine Liebste zurück, denn sie gehört (zu) mir



Zumindest am Anfang seiner Karriere war Elvis noch ein Mensch wie du und ich, der für längere Strecken (wenn er z.B. zu Konzerten, Fernseh-Shows, Aufnahmesessions oder zu Dreharbeiten reiste) den Zug benutzte, wo er dann wie jeder andere auch träumerisch am Fenster seines Abteils saß und seinen Blick durch die vorbeiziehende Landschaft streifen ließ, die neueste Zeitung oder Comics las, im Speisewagen oder auf dem Bahnhof eine Stärkung zu sich nahm oder sich bei Müdigkeit in den Schlafwagen zurück zog.
Hier also nun die eine oder andere Geschichte über den "Eisenbahnromantiker" Elvis, von Ankünften und Abfahrten, von Bahnhofshektik und von allem, was irgendwie mit der Eisenbahn zu tun hat.
Deshalb bitte Türen schließen, zurücktreten und Vorsicht an der Bahnsteigkante bei der Abfahrt des (Nostalgie-)Zuges!




Mai 1955: Besuch des Eisenbahner-Denkmals in Meridian, Mississippi, während eines Festival-Auftritts

Am 25. und 26. Mai 1955 nahmen Elvis und seine “Blue Moon Boys” Bill Black (Bass) und Scotty Moore (Gitarre) als Headliner (!) am dritten Jimmy Rodgers Memorial Festival in Meridian, Mississippi, teil, und bereits am ersten Tag ließen sich Elvis und Bill vor einem Denkmal fotografieren, das aus einer Dampflokomotive und einem Gedenkstein für die in Meridian geborene Country-Legende Jimmy Rodgers bestand. Rodgers hatte eine Zeit lang bei der Bahn gearbeitet, was ihm den Beinamen "der singende Bremser" einbrachte.
Die Lokomotive war erst 1953, anlässlich des ersten Festivals, nach Meridian gebracht worden. An jenem 26. Mai wurde des 20. Todestages von Jimmie Rodgers gedacht sowie verstorbenen Eisenbahnern aus der Region. Es entstand im Zusammenwirken des „Meridian Star“ und der Handelskammer, unterstützt von der Eisenbahn.
Die Dampflokomotive wurde von der Meridian und Bigbee Eisenbahngesellschaft gestiftet, gedacht als ein Denkmal für verstorbene Eisenbahner. Der Zug wurde verwendet, um besondere Gäste und Würdenträger vom Bahnhof zu den Eröffnungsfeierlichkeiten auf einem eigens dafür verlegten Gleis entlang eines Abschnitts des Highway Nr. 11, südlich des Highway 80, zu befördern. Er wurde später dauerhaft an den Gleisen festgeschweißt. Zusätzlich zur Lok wurde dort auch eine Statue eingeweiht, um Jimmie Rodgers zu ehren. Das Gelände wurde als 'Rodgers Park' bezeichnet, und der Abschnitt des Tom Bailey Drive (Highway 11) wurde Melody Lane Highway genannt.

Ein Konzertbesucher vom 25. Mai 1955 (und selbst Musiker aus der Region) beschrieb folgendes: „Wir saßen alle auf dem Boden, etwa 50 bis 75 Fuß von der Bühne entfernt. Die Künstler standen auf einem Tieflader, und CBS übertrug einen kurzen Teil der Show zwischen 20.30 Uhr und 21 Uhr landesweit. Ich schätze, dass sich mindestens 4.500 Leute auf dem Ray Field (= Stadion) versammelt hatten. Hauptsächlich waren wir gekommen, um Hank Snow und Ernest Tubb zu erleben. Als sie Elvis Presley ankündigten, hatten die meisten von uns keinen Schimmer, von wem die Rede war. Aber als er dann zu singen begann, wurden wir unmittelbar von so einem Gefühl ergriffen, und wir brüllten und klatschten mit. Die Reaktion war so groß, dass man uns versprach, Elvis später noch einmal auf die Bühne zu holen, und er erleuchtete das Publikum regelrecht.“
In der September-Ausgabe des Magazins „Country Song Roundup“ war zu lesen, dass Elvis für eine Zugabe nach der anderen zurück auf die Bühne gerufen wurde, und genannt wurden dabei die Songs Milk Cow Blues Boogie, You’re A Heartbreaker, I’m Left, You’re Right, She’s Gone und Baby Let’s Play House. Der Artikel schloss mit der überschwänglichen Feststellung: „Es besteht kein Zweifel – dieser junge Nachwuchskünstler ist ein wahrer Meteor der Folk-Musik.“
Höhepunkt des zweiten Tages war eine große Parade durch die Stadt Meridian vor ungefähr 60.000 Schaulustigen, bei der auch die drei Musiker aus Memphis mitwirkten. Gemeinsam mit Jimmy Rodgers Snow fuhren sie in bzw. auf Elvis’ pinkfarbenem Cadillac, auf dessen Türen in großen Buchstaben der Name ELVIS stand, handbemalt vom King-to-be persönlich.
Drei lokale Rundfunkstationen sowie die Fernsehstation WTOK-TV arbeiteten während des zweitägigen Festivals zusammen und strahlten Interviews aus.



Eigentlich schade, dass in den späten 60ern, als die Jugend (und im Geiste jung Gebliebene) nach Monterey oder Woodstock pilgerten, Elvis für Festival-Auftritte nicht mehr zu haben war (allerdings frage ich mich, ob Parker da wohl grünes Licht gegeben hätte, denn in Woodstock beispielsweise war Jimi Hendrix der Headliner...)


Nach seinem Auftritt auf dem College Park Baseball Field von Charleston in South Carolina am 28. Juni 1956 hatte Elvis den Nachtzug nach New York bestiegen, wo er am Morgen des 29. Juni eintraf und sich umgehend ins Zentrum von Manhattan begab, wo die Generalprobe für seinen in Kürze bevorstehenden Auftritt in der Steve Allen Show auf dem Programm stand. Hierbei handelte es sich um den berühmt-berüchtigten TV-Auftritt, wo Elvis dem Publikum in einem schwarzen Frack vorgeführt wurde (den dazu gehörigen Zylinder setzte er aber nicht auf) und einem Hund - genauer gesagt einem Basset, den man auf ein Podest gesetzt hatte - „Hound Dog“ vorsang. Viele Fans empfanden diesen Einfall von Showmaster Steve Allen, um Elvis’ „unzüchtige“ Bewegungen auf der Bühne einzuschränken, mehr demütigend als witzig, obwohl Elvis gute Mine zum bösen Spiel machte.
Der New Yorker Fotoreporter Alfred Wertheimer, der schon während der fünften von insgesamt sechs Fernsehshows der Dorsey Brothers, bei denen Elvis in der ersten Jahreshälfte aufgetreten war, Fotos gemacht hatte, trat nun erneut in Erscheinung und sollte Elvis – beginnend mit den Proben in Manhattan - eine ganze Woche lang mit der Fotokamera auf Schritt und Tritt verfolgen, dies jedoch möglichst unauffällig, um natürliche Studien des aufstrebenden Sängers aus dem Süden einzufangen: bei Auftritten, während der Reise, bei sich zu Hause etc.
Viele Jahre später veröffentlichte Wertheimer seine einzigartigen Aufnahmen in einem Bildband unter dem Titel ELVIS `56 – DER BEGINN, und er konnte für sich in Anspruch nehmen, der Letzte gewesen zu sein, der den wirklichen Elvis Presley - unbefangen und ungekünstelt – aus nächster Nähe dokumentieren konnte, bevor dieser zum Weltstar wurde und sein geschäftstüchtiger Manager niemanden mehr so dicht an seinen Schützling heran ließ.


Juni 1956 - Ankunft auf dem Bahnhof in Richmond, Virginia

Noch in der Nacht des 29. Juni nahmen Elvis, sein Cousin und Reisebegleiter Carroll „Junior“ Smith, „Colonel“ Parker und dessen Mitarbeiter Tom Diskin den Zug nach Richmond in Virginia, wo sie am frühen Samstag morgen, dem 30. Juni, gegen 6.30 Uhr auf dem Bahnhof eintrafen, und wo Elvis für ein Konzert im Mosque Theater gebucht worden war. Dies war praktisch ein Heimspiel für Elvis, denn hier in Richmond, der Hauptstadt des Bundesstaates Virginia, war er schon zweimal bejubelt worden: erstmals am 5. Februar und ein weiteres Mal am 22. März 1956.

In Richmond wartete bereits Alfred Wertheimer auf Elvis, und in seinem Bildband erinnerte er sich später:
"(...) Dreißig Minuten, nachdem ich zum zweiten mal am Bahnhof angekommen war, fuhr ein Zug ein, bestehend aus einer langen, schwarzen Diesellok und Waggons aus geripptem, rostfreiem Stahl, und entließ seine übernächtigten Passagiere. Inmitten von älteren Herrschaften, die ihre Hüte zurecht rückten, und Gepäckträgern, die sich mit Koffern abmühten, ging Elvis. Er war frisch frisiert, steckte in dem selben geräumigen Anzug, den ich schon vom Vortag kannte, und lächelte auf die bewusste, verschmitzte Weise. Diesmal hatte er Heimvorteil, und das wusste er auch.
Ich sagte; 'Hi, Elvis, wie geht`s? Ich hab`s geschafft.'
Er lachte. 'Haben Sie, haben Sie.'
Dann ging er weiter, seinen Cousin Junior im Schlepptau, der den einzigen Koffer trug. Ich war ein wenig enttäuscht, aber ich wusste inzwischen, dass er für Blabla nicht zu haben war. Und schließlich wollte ich ja die unaufdringliche Fliege an der Wand sein.
Auf seinem Gang durch die Geräuschkulisse des Bahnhofs – einer Melange aus dem Leerlaufgrummeln der Diesellok, dem Krachen von Reisekoffern auf Rollwagen und dem Aufprall fester Schuhe auf noch festeren Beton – begleitete ihn Musik: ein Spiritual. In seiner Rechten hielt er ein 'Transistor Seven'-Radio von RCA Victor, das wie ein Aktenkoffer mit Knöpfen dran aussah. Oben in der Bahnhofshalle stellte er einen anderen Sender ein; jetzt quoll Country & Western aus dem Lautsprecher. Niemand scherte sich einen Deut darum.
Wie ein ganz gewöhnlicher Pendler kaufte er sich den 'Richmond Times-Dispatch', klemmte ihn sich unter den Arm, schlenderte am Haupteingang vorbei und ging durch einen hell erleuchteten, leeren Korridor auf einen Seitenausgang zu. Elvis und seine Musik fegten durch diesen Korridor, seine Hüften waren in ständiger Bewegung, seine Hosenbeine flatterten, seine zweifarbigen Schuhe glitten tänzelnd über den Boden. Er war auch auf Reisen seine eigene Show."




Rückfahrt von Richmond nach New York

Unmittelbar nach dem Konzert ging es zurück zum Bahnhof. Um 22.50 Uhr fuhr schon der Nachtzug in Richtung New York. Alfred Wertheimer:
"(...) Die Tür klappte auf. Wir waren am Bahnhof. Noch fünf Minuten bis zur Abfahrt. Wir rannten die Halle entlang, die Treppe runter, in den Pullman. Und wo war Elvis? Im Schlafwagen. Er lag im oberen Bett, die Hand auf der Stirn, die Augen zur Decke gerichtet. Er sah seinen eigenen Film.
Ich erwachte in Newark, New Jersey, und fühlte mich ziemlich verschwitzt. Wir hatten noch fünfzehn Minuten bis New York, und nach einer Handvoll kalten Wassers ins Gesicht und einem durch und durch amerikanischen Frühstück – ein Apfel, ein halber Liter Milch, ein 'Yankee Doodle Cupcake' – war ich wieder voll einsatzbereit.
Elvis saß, die Beine übereinander geschlagen, mit D.J. und Bill in einem Abteil. Er trug die selben weißen Treter wie am Abend vorher, nur dass sie inzwischen nicht mehr ganz so weiß waren, den selben schiefergrauen Anzug und die selbe schmissige Pomadentolle, die mittlerweile derart glänzte, dass sie einem frisch polierten schwarzen Cadillac glatt die Schau gestohlen hätte.
Er las gerade den Brief von einer Verehrerin. D.J. studierte ihr Foto, ein brieftaschengroßes High-School-Bild (...). D.J. drehte es um, um ihren Namen zu lesen, und gab es dann Elvis, dessen Gesicht vom Schlaf noch ein wenig gerötet und gedunsen war. Elvis sah sie sich kurz an und versank in einen morgendlichen Tagtraum.
D.J. sagte: 'Mann! Sieht ziemlich gut aus, was?'
Elvis kam zu sich. 'Ja. Sieht ziemlich gut aus.'
Bill sah aus dem Fenster. Schlagartig wurde alles schwarz. Wir unterquerten den Hudson und fuhren in die unterirdischen Korridore der Pennsylvania Station ein.
Die Haupthalle des Bahnhofs war voller Sonntagmorgen-Reisender. Elvis kaufte sich die Sonntagsausgabe des 'New York Mirror'. Diesmal klemmte er sich die Zeitung nicht unter den arm. In fetten, fünf Zentimeter hohen Lettern verkündete der Aufmacher: 'Zwei Flugzeuge vermisst, 127 an Bord'. Ich hatte gehört, dass er einmal auf einem Flug mit einer gecharterten Maschine irgendwo außerhalb von Texas gerade noch davon gekommen war.
Er las die Meldung, während er die Haupthalle durchquerte (...), auf der Treppe nach oben (...), auf der Straße (...) und im Taxi bis zum 'Hudson Theatre', dem Schauplatz der 'Steve Allen Show'."
Im Anschluss an diesen denkwürdigen Fernseh-Auftritt am 1. Juli 1956 nahm Elvis tags darauf, am 2. Juli, in den RCA Studios vor Ort in New York zwei Songs auf, die seine weitere Karriere maßgeblich prägen sollten: Hound Dog und Don’t Be Cruel, dazu noch die schmachtende, aber vorzügliche Ballade Any Way You Want Me (That’s How I Will Be).

Rückfahrt von New York nach Memphis

Am Vormittag des 3. Juli 1956 begab sich Elvis zur Penn Station, also zum Bahnhof, um die 27-stündige Heimreise nach Memphis anzutreten, und wo er zufällig mit seinem Musiker-Kollegen Gene Vincent zusammen traf, dem er bei dieser Gelegenheit zum Erfolg seines Hits „Be-Bop-A-Lula“ gratulierte, obwohl dieser Song stark an den Stil von Elvis angelehnt war. Aber offenbar war Elvis noch nicht berühmt genug, um sich entsprechenden „Eifersüchteleien“ hinzugeben (Ted Herold z.B. hat da wenige Jahre später eine andere Erfahrung gemacht und darüber in der TV-Sendung „Hallo Elvis“ 1985 auch erzählt, aber das hatte nichts mit der Eisenbahn zu tun...).
Begeben wir uns nun aber wieder auf die Gleise, denn auf selbigen befand sich Elvis Anfang Juli 1956 wie gesagt auf dem Weg nach Hause.
Alfred Wertheimer schildert diese Fahrt in seinem Bildband sehr detailreich, doch an dieser Stelle alles haargenau wiederzugeben, könnte den Kaufanreiz für jene Fans schmälern, die noch nicht im Besitz dieses Buches sind. Und jene Fans, die es doch noch erwerben, würden dann – außer den tollen Fotos – kaum noch etwas Neues erfahren - also beschränke ich mich stattdessen auf eine allgemeine Beschreibung.

Gegen mittag des 3. Juli, an einem Dienstag um 11.30 Uhr, bestiegen Elvis, „Colonel“ Parker, dessen „rechte Hand“ Tom Diskin, Elvis’ Cousin „Junior“ Smith, die „Blue Moon Boys“ Scotty Moore (g), D.J. Fontana (dr) und Bill Black (b) sowie Alfred Wertheimer den Pullman-Zug in Richtung „Washington, Chattanooga und weiteren Zielen im Süden“. Chattanooga ist den meisten bestimmt aus einem alten Eisenbahn-Lied bekannt, welches später in den 80er Jahren dem Udo Lindenberg als Grundlage für seinen Hit „Sonderzug nach Pankow“ diente, aber das nur am Rande.
Nach der Unterquerung des Hudson-Tunnels ging es durch New Jersey weiter nach Süden.

Hier eine klitzekleine Anekdote von der Fahrt in Richtung Washington, die mich immer wieder amüsiert:

Eine Teenage-Blondine ging vorbei, kam schnell wieder zurück und studierte Elvis’ Profil. Er ließ sich gründlich anschauen, wandte sich dann um und sah ihr direkt in die Augen. Sie fuhr zusammen.
„Oh! Entschuldigen Sie, aber Sie sehen genauso aus wie Elvis Presley.“
Er antwortete mit unbewegter Mine: „Was? Ich?”
Sie ging ein Stück weiter, um ihn aus einem anderen Blickwinkel zu beäugen. „Doch. Und ob.”
Ohne weiter nachzudenken, ging sie fort. Elvis griente.
Sonst zeigte niemand am Tisch auch nur die geringste Regung. Es schien, als hätten sie diesen Vorgang schon öfter erlebt.


Die Fahrt führte weiter durch Städte wie Baltimore, Washington, Alexandria, „das ländliche Virginia“, Sweet Briar, Monroe, Lynchburg und mutmaßlich weiter über Roanoke und Knoxville.
Während der Fahrt hörte sich Elvis seine kurz zuvor in New York neu aufgenommenen Songs auf einem tragbaren Schallplattenspieler an. RCA hatte ihrem Schützling dazu Lackfolien mitgegeben, die in schlichten braunen Papierhüllen steckten (ich selbst habe solche Teile noch nicht gesehen, aber vielleicht muss man sich das Material wie altmodische Röntgenbilder vorstellen). Auf diese Weise konnte sich Elvis die Songs bereits unterwegs anhören, noch bevor sie auf Platte in den Geschäften erhältlich waren.



Der erste Teil der Heimreise endete am 4. Juli 1956, dem amerikanischen Nationalfeiertag, mit dem Umsteigen in Chattanooga, wo der Presley-Clan um kurz nach 7 Uhr morgens eintraf.
Elvis nutzte den etwa einstündigen Aufenthalt, um sich am Zeitungskiosk umzusehen (und dabei die beiden jungen Verkäuferinnen zu verwirren) und im Coffee Shop des Bahnhofs zu frühstücken, während seine Begleiter in der Wartehalle die Zeit überbrückten.
Nachdem das Gepäck umgeladen war (und der „Colonel“ gegenüber dem gutmütigen farbigen Träger seinen knallharten Geschäftssinn unter Beweis stellte), bestiegen alle den Eilzug nach Memphis. Ob „Eilzug“ ironisch gemeint war, weiß ich nicht genau, aber eines der Fotos vom schlafenden bzw. dösenden Elvis ist untertitelt mit: „Im Bummelzug hinter Chattanooga, der an jedem Briefkasten hielt“.

Auf dem Bahnsteig in Sheffield, Alabama, kaufte Elvis – praktisch unbehelligt, obwohl von mehreren Fahrgästen umgeben – eine doppelte Portion „Southern Fried Chicken“ und dazu Dessert-Küchelchen (Snack Cakes), während Wertheimer diesen Moment im Bild festhielt.
Wahrscheinlich ist es nie wieder vorgekommen, dass Elvis Presley inmitten einer Menschengruppe stand und niemand von ihm Notiz nahm...

Als letzte vorbeiziehende Ortschaft erwähnt Wertheimer Grand Junction in Tennessee; kurze Zeit später näherte man sich auch schon Memphis.

Am Abend des 4. Juli gab Elvis vor heimischem Publikum im Russwood Park von Memphis ein Benefizkonzert, und bevor er seine Show begann, teilte er den Zuschauern mit, dass „diese Leute da in New York“ ihn nicht verbiegen könnten (gemünzt war das offenbar auf seinen TV-Auftritt im Frack) und dass er den Konzertbesuchern zeigen werde, was dem „wahren Elvis“ gefällt. Und das tat er dann auch...


Und weiter geht's auf dem Schienenweg...

Am 26. Oktober 1956 reiste Elvis per Bahn nach New York und probte dort für die Ed Sullivan Show. Seinen zweiten Auftritt in dieser landesweit ausgestrahlten Fernseh-Show absolvierte er am Sonntag abend, dem 28. Oktober, und zwei Tage später - am Dienstag, dem 30. Oktober - fuhr Elvis von New York aus zurück nach Memphis.
Am 31. Oktober traf Elvis auf dem Bahnhof seiner Heimatstadt ein, und parallel dazu hatte er die Schauspielerin Natalie Wood nach Memphis eingeladen, um dort ein paar Tage zu verbringen und sowohl sein zu Hause am Audubon Drive als auch seine Familie kennen zu lernen. Natalie Wood kam für diesen Anlass per Flugzeug von der Westküste herüber geflogen, und am Abend machten Elvis, der mit ihm befreundete Schauspieler Nick Adams und Natalie die Stadt unsicher.
Tags darauf wurde Motorrad gefahren, doch das ist eine andere Geschichte...



Nachdem Elvis am 8. Januar 1957 zusammen mit seinen Eltern seinen 22. Geburtstag gefeiert hatte (und nebenbei seiner Ex-Freundin Dixie Locke einen kurzen Besuch abstattete, da diese unlängst geheiratet hatte), begab er sich von Memphis aus auf eine Zugreise nach Los Angeles, wo am 12. Januar in den Paramount Studios (Paramount Scoring Stage) und kurze Zeit später in den Radio Recorders, Studio 1, in Hollywood die ersten Soundtrack-Aufnahmen für seinen zweiten Film LOVING YOU beginnen sollten. Elvis` Mutter Gladys hatte eigens eine Geburtstagstorte für ihren Sohn gebacken, und Elvis teilte sie unterwegs mit Bill Black, D.J. Fontana und Scotty Moore, die in dem Film mitwirkten.
Am gleichen Tag verkündete die Musterungsbehörde in Memphis im Rahmen einer Pressekonferenz, dass Elvis mit der Tauglichkeitsstufe 1A in den nächsten sechs bis acht Monaten mit seiner Einberufung zu rechnen habe – ein Geburtstagsgeschenk, auf das Elvis an diesem Tag bestimmt gern verzichtet hätte, tippe ich mal...
Auch Elvis’ Eltern hatten einen Kurzauftritt in LOVING YOU (während ihr Sohn die erstklassige Rock’n’Roll-Nummer „Got A Lot O’ Livin’ To Do“ auf der Bühne performte, saßen Gladys und Vernon Beifall spendend im Publikum), und so fuhren auch sie mit dem Zug nach L.A.
Es ist zu vermuten, dass diese Reise ein großes Abenteuer für die Presleys war, denn noch nie zuvor hatten sie die Möglichkeit, selbst mitzuerleben, wie ein Film hergestellt wird, die Möglichkeit, Schauspieler zu treffen, die sie nur aus dem Kino kannten (beispielsweise Elvis' namhafte Filmpartnerin Lizabeth Scott), und das Erlebnis Großstadt war sicher auch etwas Besonderes für sie.
Erst am Freitag, dem 16. März 1957, kehrten sie auf dem Schienenweg aus Hollywood nach Memphis zurück, und statt sich erst einmal zu erholen, hatten sie offenbar nichts Eiligeres zu tun, als am nächsten Tag (einem Samstag!) die Grundstücksmaklerin Virginia Grant anzurufen und sie nach Angeboten für ein neues Anwesen zu fragen. Diese verlor keine Zeit, zeigte den Presleys noch am gleichen Tag das zum Verkauf stehende Graceland, und nachdem auch Elvis das Grundstück am 19. März kurz in Augenschein genommen hatte, unterschrieben er und seine Eltern den Kaufvertrag!


Ebenfalls noch im März 1957 telegrafierte Elvis seiner engen Freundin June Juanico, die er seit dem Sommer 1955 kannte, ihn am Bahnhof von New Orleans zu treffen, wo sein Zug einen kurzen Aufenthalt habe. Bei dieser Gelegenheit informierte ihn die 19-jährige June darüber, dass sie sich verlobt habe und heiraten werde. In der Folge trennten sich dann ihre Wege.


April 1957: Ankunft auf dem Bahnhof in Ottawa (Kanada)

Am 2. April 1957 hatte Elvis im Maple Leaf Garden von Toronto in Kanada seine ersten beiden Auslandskonzerte gegeben. Nach der letzten Show bestieg er den Nachtzug nach Ottawa, wo er tags darauf, am 3. April, zwei Shows im dortigen Auditorium geben würde.
In dem Magazin "Bringin` It Back" Nr. 15 schreibt Peter Schittler in seinem Bericht "The Devil Went Up To Canada":
"Seine nächste Station im Tourneekalender war Ottawa, wo er schon um acht Uhr morgens mit der Bahn ankam. Er sprang federnd aus dem Zug, konnte aber nicht verbergen, dass Schlaffalten sein Gesicht zeichneten und seine Augen von zu wenig Erholung und zu viel Streß klein und rot waren. Im Grunde sah er aus wie jeder andere amerikanische Junge, der – wenn es nach dem Vater ginge! – einen Haarschnitt dringend notwendig hätte und nachlässig einen dunklen Anzug trug, über den er einen beige-rosafarbenen Regenmantel geworfen hatte. Er war ganz offensichtlich geschminkt, aber das Make-Up konnte die müden Züge nicht verbergen.



'Er sieht so müde aus, der arme Junge!', meinte eine ältere Dame, als Elvis ein Gähnen unterdrückte. Er war dennoch bei guter Laune und schenkte den Leuten am Bahnhof ein breites Lächeln – und ein kurzes Wackeln seines rechten Beines. Ein junges Mädchen, das als Bedienung im billigen und trostlosen Bahnhofscafe vor sich hin gedöst hatte, aber jetzt herbei geeilt war, um ihn zu berühren, erschütterte er mit einem lockeren 'Hi!'. Sie verfiel daraufhin in rosarot und himmelblau funkelnde glückselige Agonie und hilfreiche Hände mussten sie wieder aufrichten. Ein paar neugierigen Zuschauern, die ihn erkannten, rief er 'Hi, Yah!' zu, um darauf die letzten Schritte bis zum Taxi leichtfüßig und gespielt mädchenhaft dahinhüpfend zurück zu legen. Elvis` Freunde bildeten dabei einen engen Kreis um ihn und eskortierten ihn so zum Wagen. Ein paar seriöse Herren in konservativen Anzügen beobachteten die Szene mit hochgezogenen Augenbrauen, aber sonst entstand kein großes Aufsehen. Ein paar Köpfe drehten sich nach ihm, ein paar Blicke schossen in seine Richtung und hoben ihn und das Leben des Betrachters für einen winzigen Moment aus dem ständigen Menschenstrom in der Union Station, der jedoch niemals stockte, sondern weitereilte, um bei den Stationsausgängen in viele kleine, alltägliche Einzelziele auseinander zu fließen."
Wie das Ottawa Eve Journal in einer kurzen Meldung mitteilte, wurde Elvis bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof von ungefähr 15 Personen begleitet; namentlich genannt wurden von seiner „Entourage“ George Klein, Arthur Hooten und Bitsy Mott.


Spätsommer 1957 – Elvis tourt mit dem Zug durch den Nordwesten

Für Ende August/Anfang September 1957 hatte „Colonel“ Parker für Elvis eine Mini-Tournee durch den amerikanischen Nordwesten organisiert.
Ein Artikel im „Memphis Press Scimitar“ informierte darüber, dass Elvis, bevor er am 27. August 1957 in der Memphis Central Station den 11-Uhr-Zug nach Spokane bestieg, sich von seiner „süßen blonden“ Freundin Anita Wood (laut dem Artikel ein Fernsehstar im Lokalsender WHBQ-TV) und seinen Eltern verabschiedete, die ihn und seine drei Reisebegleiter George Klein, Cliff Cleaves und Lamar Fike zum Bahnhof begleitet hatten. 25 Fans zählte der Zeitungsreporter, die sich zu seiner Abreise versammelt hatten, und denen Elvis zugerufen hatte: „Anita ist meine Nr. 1 – sie schlägt alle.“
Angereist war Elvis in einem schwarzen Cadillac, begleitet von seinem Onkel Travis Smith und dessen Frau (Elvis’ Tante) in einem zweiten Wagen.
Als die wartenden Fans Elvis erblickten, waren die Marmorhallen des Bahnhofs umgehend von Geschrei und Gekreische erfüllt. Er trug ein hellblaues Sport-Sakko und marineblaue Hosen, während Anita ein „schickes“ schwarzes Kleid mit einem weißen Spitzenkragen trug.
Elvis umarmte mehrmals seine Mutter, die ihm mit auf den Weg gab: „Sei gut, (mein) Sohn!“, während jener in den Zug einstieg. „Pass auf Dich auf, Junge“ waren die Worte, die ihm Vater Vernon zurief.
Mutter Gladys hatte gegenüber dem Reporter offenbar geäußert, dass sie stets in Sorge sei, wenn er unterwegs ist. Interessant ist auch, dass der Mann von der Zeitung mitzählte, wie oft Elvis und Anita Zärtlichkeiten austauschten: „Elvis küsste Anita zweimal für die Fotografen und ungefähr fünfmal für sich selbst, bevor er in den Zug sprang.“
Als der Zug anrollte, sei Anita Wood in Tränen ausgebrochen, und Gladys Presley hätte ihren Arm Trost spendend um sie gelegt. Elvis’ Eltern und Anita verließen den Bahnhof Arm in Arm in Richtung des Cadillac, während Onkel Travis – der ebenfalls feuchte Augen hatte - ihnen folgte.



Im folgenden können die Tag-Angaben, wie sie überliefert sind, nicht stimmen. Auf dem Weg nach Spokane/Washington kam Elvis in Whitefish/Montana an; er muss also zuerst in Whitefish und erst danach in Spokane gewesen sein. Das wiederum bedeutet, dass er nicht am 30. August in Whitefish angekommen sein kann, wenn er bereits am 29.8. schon in Spokane war. Hier ist offenkundig etwas durcheinander geraten, und ich vermute ganz stark, dass Elvis am 29. August in Whitefish zwischenstoppte.

Als Elvis’ Zug am Abend des 30. August (???), gegen 18 Uhr, für einige Minuten am Bahnhof von Whitefish in Montana stoppte, war das „Geschrei der Wildgewordenen“, wie es der Reporter Tom O’Hanlon vom „Daily Inter Lake“ ausdrückte, mehrere Straßenzüge weit zu hören. Elvis kam an die Tür seines Waggons und winkte seinen Fans für ein paar kurze Augenblicke zu, bevor sein Zug, der sogenannte „Empire Builder“, wieder weiter fuhr. „Er war schlau genug, nicht aus dem Zug zu steigen und sich in die Menge zu begeben, um Autogramme zu schreiben“, so der Reporter, denn geschätzte 800 Fans hatten sich am Bahnsteig zusammen gedrängt, lange bevor der Zug in den Bahnhof einfuhr.
„Er stand auf den Stufen des Eisenbahnwagens, und der einzige Körperkontakt bestand darin, dass es am Zug hochspringende Mädchen schafften, ihn an der Hand zu berühren.“
In einer halb spöttischen Schlussbemerkung seines Artikels stellte Tom O’Hanlon fest:
„Was auch immer Presley (ohne Elvis!) an sich hat, es scheint ganz sicher von großer Nachfrage bei der bobbie sox-Brigade zu sein.“

Nach einer zweitägigen Zugfahrt kam Elvis spät am Abend des 29. August (???) auf dem Bahnhof in Spokane an, wo er einer gewissen Gaylene ein Autogramm gab, während ein Fotoreporter den Moment im Bild fest hielt. Möglich wurde dies durch Gaylenes Vater, der Manager/Verkaufsleiter einer örtlichen Cadillac-Niederlassung war und Elvis vom Bahnhof abholte, wozu er auch seine beiden Töchter mitnahm. In der darauffolgenden Nacht, am 30. August, eröffnete er dann eine 4-Tage-5-Städte-Tour durch den pazifischen Nordwesten mit einer Open-Air-Auftaktvorstellung im Memorial Stadium von Spokane. Nach dem Konzert bestieg er sogleich einen Zug in Richtung Kanada, nach Vancouver in British Columbia, wo er am 31. August zum insgesamt dritten Mal im nördlichen Nachbarland der Vereinigten Staaten auftrat.

Sein umjubelter Auftritt im Empire Stadium von Vancouver sollte das letzte Auslandskonzert seiner Karriere bleiben. Während einer etwa 20-minütigen Pressekonferenz dort wurde Elvis auch nach seinen Eindrücken vom pazifischen Nordwesten gefragt, die er während seiner Bahnreise sammeln konnte. "Oh, es ist grandios. Es ist wirklich ein wunderschönes Land hier oben", antwortete Elvis. Warum er mit dem Great Northern Train zwei Meilen außerhalb der Stadt gestoppt sei und ob er dabei auch den Zug verlassen habe, lautete eine weitere Frage, doch Elvis lenkte mit dem Verweis auf den engen Terminplan ab. Auch auf die ziemlich unoriginelle Frage, ob er in seinem Cadillac schneller unterwegs sei als mit dem Zug, antwortete Elvis nicht ernsthaft und ließ ein kurzes "Next!" folgen.
Am 1. September folgten zwei weitere Konzerte im Bundesstaat Washington: dem ersten Matinee-Auftritt im Lincoln Bowl von Tacoma folgte am Abend ein zweiter im Sick`s Stadium in Seattle. Tags darauf, am 2. September, hieß der Auftrittsort Portland in Oregon, wo Elvis im Multnomah Stadium auftrat. Das zweite Konzert am Abend musste nach einer knappen Viertelstunde jedoch abgebrochen werden, da es zu Tumulten unter den Fans gekommen war. Am darauffolgenden Morgen gab Elvis in der Union Station, dem Bahnhof von Portland, vor seiner Rückreise noch ein Interview.
Am 5. September 1957 weilte Elvis bereits wieder in Kalifornien, wo neue Aufnahmen im Radio Recorders Studio in Hollywood auf dem Programm standen.


Weitere vermutete Bahnfahrten

Nachdem Elvis am 11. März 1958 den Nachtklub „Moulin’ Rouge“ von Frank Senne in L.A. besucht hatte (und dabei mit der hübschen Kitty Dolan fotografiert wurde), kehrte er am 12. März nach Hollywood zurück, um nur zwei Tage später, am 14. März, mit einigen Begleitern einen Zug nach Dallas in Texas zu nehmen. In Hollywood hatte man die Innenaufnahmen für Elvis’ neuen Film KING CREOLE zum Abschluss gebracht, nachdem die Dreharbeiten bereits am 3. März mit Außenaufnahmen in New Orleans begonnen hatten.
Was Elvis und seine Begleiter in Dallas wollten, entzieht sich leider meiner Kenntnis, doch sie mieteten dort ein paar Cadillacs und legten die restlichen 500 Meilen bis Memphis mit dem Auto zurück.


Am frühen Morgen des 31. Mai 1958 (inzwischen hatte Elvis seinen Wehrdienst angetreten und absolvierte in Texas seine Grundausbildung) kamen „Colonel“ Parker und Elvis’ Freundin Anita Wood – mit dem Zug? – um 6 Uhr in Ford Hood an, um Elvis und seine Kameraden Rex Mansfield und William Norvell am Kasernentor zu einem wohlverdienten 14-tägigen Urlaub abzuholen. Spät am Abend traf Elvis zu Hause in Graceland ein, doch ob die Fahrt per Bahn oder mit dem Auto erfolgte, konnte ich noch nicht herausfinden.


Am 10. und 11. Juni 1958 spielte Elvis in Nashville noch ein paar neue Songs ein, die – mit zwei Ausnahmen - in der Zeit bis zum Ende seines aktiven Dienstes im Frühjahr 1960 veröffentlicht werden sollten, um die Fans „bei der Stange“ zu halten, wie man so schön sagt. Ob er zu dieser vorerst letzten Aufnahme-Session mit dem Zug oder dem Auto nach Nashville reiste, kann ich nicht sicher sagen. Sicher ist hingegen, dass sich unter den sechs Songs der Nr.1-Hit A Big Hunk O’ Love befand.
Auf welche Weise - ob auf dem Schienenweg oder dem Highway - Elvis am 14. Juni nach Fort Hood zurück kehrte, um an einem 10-wöchigen erweiterten Panzer-Training teilzunehmen, ist ebenfalls unklar.


Nachdem sich Elvis’ Mutter Gladys schon während des ganzen Sommers krank gefühlt hatte, beschloss Elvis, dass es besser sei, seine Eltern von Killeen nahe des Truppenstützpunktes Fort Hood in Texas, wo sie seit Ende Juni/Anfang Juli gemeinsam wohnten (zunächst in einem Trailer gemeinsam mit Großmutter Minnie Mae und Lamar Fike, dann – verstärkt um seine Cousins Gene und Carrol „Junior“ Smith - in einem kleinen Häuschen), mit dem Zug nach Hause zu schicken, damit Gladys ihren Hausarzt in Memphis konsultieren könne. Dies veranlasste er am 8. August 1958, und bereits am nächsten Tag, dem 9. August, hatte sich ihr Gesundheitszustand so verschlechtert, dass Vernon gegen Mittag eine Notfallambulanz alarmieren musste, die seine Frau von Graceland in die Methodisten-Klinik brachte, wo ihr Zustand als ernst eingestuft wurde.
Am 12. August wurde Elvis von der Armee freigestellt, um seine Mutter im Krankenhaus zu besuchen.
In den frühen Morgenstunden des 14. August, um kurz nach 3 Uhr, verstarb Gladys Love Presley im Alter von erst 46 Jahren im Krankenhaus, während Vernon an ihrem Bett wachte. Elvis, der ebenfalls seiner Mutter beigestanden hatte, war kurz zuvor nach Hause gefahren, um sich auszuruhen. Er sah sie nicht mehr lebend wieder.
Am 24. August, nachdem die für Elvis außerordentlich schmerzhaft verlaufene Beisetzung erfolgt war, musste Elvis – möglicherweise per Bahn? - nach Fort Hood zurück kehren, doch zuvor ordnete er an, dass nichts im Zimmer seiner Mutter verändert werden dürfe, solange er fort sei.


September 1958: Von Ford Hood in Texas nach New York

Am 19. September 1958 bestiegen Elvis und weitere 1.400 Angehörige seiner Kompanie in Texas einen Truppenzug nach New York, der bei seiner Ankunft am Brooklyn Army Terminal von unzähligen Fans, Journalisten und Fotografen erwartet wurde.
Auf einem Foto sieht man Elvis mit ultra-kurzem Militärhaarschnitt, wie er in Gedanken versunken am Fenster sitzt. Wie berichtet wird, gab ihm ein Kamerad aus seiner Einheit einen Gedicht-Band, von dem er glaubte, er würde Elvis dabei helfen, den Tod seiner Mutter zu verarbeiten, die ja gerade erst im August nach schwerer Krankheit verstorben war.
Bei der Ankunft in New York um 9 Uhr morgens erlebte Elvis dann mutmaßlich ein Wechselbad der Gefühle. Eine junge Frau namens Jane Wilbanks konnte für sich in Anspruch nehmen, die Erste gewesen zu sein, die Elvis am 22. September im Stadtteil Brooklyn begrüßte – mit einem Kuss durch das geöffnete Abteilfenster.



Eine Kapelle der Army spielte zur Begrüßung eine Version von "Hound Dog", und im Anschluss wurde gleich vor Ort eine Pressekonferenz abgehalten, die „Colonel“ Parker organisiert hatte.
Auf seine Grundausbildung angesprochen, antwortete Elvis, dass er ungefähr 18 Wochen lang bei den Panzern ausgebildet wurde („Ich war ein Panzerkommandant“); in den letzten paar Wochen sei er als Fahrer eines Jeeps eingesetzt worden.
Die Frage einer Reporterin, ob er etwas deutsch sprechen könne, verneinte Elvis, und darauf, ob er vorhabe, es zu lernen, meinte er: "Nun, um in Deutschland zu überleben, werde ich es wahrscheinlich müssen". Ob er gerne nach Deutschland gehe, bejahte Elvis. Er freue sich darauf, da er bereits vor dem Beginn seines Militärdienstes eine Europa-Tournee geplant habe, und er ergänzte: "Mit Ausnahme von Honolulu war ich noch nie außerhalb der Staaten. Rock`n`Roll ist sehr, sehr beliebt drüben in Europa – in Deutschland und auch sonst in Europa." (Dass er hierbei die Kanada-Konzerte einfach unterschlug, sei ihm an dieser Stelle verziehen...)
Nein, nach Deutschland nehme er keines seiner Autos mit, antwortete Elvis auf eine entsprechende Frage. Wenn er schon in Deutschland sei, dann werde er sich auch so wie die Deutschen verhalten. "Wahrscheinlich werde ich mir ein deutsches Auto zulegen." Und dabei korrigierte er einen Reporter, der ihn nach dem Messerschmitt-Kabinenroller gefragt hatte, dass er dieses Fahrzeug nicht mehr besitzen würde und es bereits weg gegeben hätte.
"Ich freue mich darauf, das Land zu sehen, viele Leute zu treffen aber gleichzeitig bin ich auch froh, wenn ich wieder hierher zurück komme."
Auch um die Tatsache, dass er noch in Trauer um seine verstorbene Mutter war, machte Elvis kein Geheimnis und ließ die versammelte Reporterschar in sein Innerstes blicken:
„Jerder verliert irgendwann seine Mutter, aber ich war ein Einzelkind, und Mutter war mein ganzes Leben lang immer für mich da. Und es war nicht nur das Gefühl, eine Mutter verloren zu haben, sondern einen Freund, eine Kameradin, jemanden, mit dem man sich (über alles) unterhalten kann. Ich konnte sie mitten in der Nacht aufwecken, wenn ich traurig war oder mir über irgend etwas Sorgen machte. Sie stand auf und versuchte mir zu helfen.“
Nach der Pressekonferenz ging Elvis an Bord der „U.S.S. Randall“, eines Truppentransporters, der die Angehörigen des 1. (mittelschweren) Panzerbataillons der 3. US-Panzerdivision - die einst der berühmt-berüchtigte US-amerikanische Sternegeneral George S. Patton befehligt hatte – über den Atlantik ins ferne Deutschland verschiffte. Hierbei wurde Elvis insgesamt sieben mal gebeten, den Gang mit geschultertem Seesack auf das Schiff zu wiederholen, damit jeder der anwesenden Reporter ein gutes Foto davon machen konnte...


1. Oktober 1958: Von Bremerhaven zur Kaserne nach Friedberg

Am 22. September hatte sich also die "USS General Randall" vom Marine-Hafen in Brooklyn, New York, aus nach Übersee in Bewegung gesetzt, wo Elvis und die anderen G.I.s am Morgen des 1. Oktober 1958 (gegen 9 Uhr) unter dem Jubel von Hunderten von Schaulustigen an der Columbuskaja in Bremerhaven an Land gingen.
Mit geschultertem Seesack betrat Elvis erstmals deutschen Boden, und durch einen geräumten und von Militärpolizei bewachten Korridor begaben sich Elvis und seine Kameraden hinüber zum Truppenzug, der in den Docks bereit stand, um die G.I.s nach Friedberg in Hessen zu transportieren, wo Elvis` Einheit, die C-Kompanie (eine Aufklärungseinheit) des 1. Bataillons der 3. US-Panzerdivision, in den Ray Barracks stationiert war.
Als Elvis in den Zug nach Friedberg stieg, überreichte ihm eine deutsche Reporterin im Namen von RCA Deutschland einen Blumenstrauß, von dem Elvis dann die Blüten abriss und aus seinem Abteilfenster heraus Stück für Stück in die jubelnde Menge warf. An einem der Waggons hatte man mit weißer Farbe den Willkommensgruß "Welcome To Germany, Elvis Presley" aufgebracht, und um ca. 10.20 Uhr verließ der Truppenzug die Docks von Bremerhaven.
Am Abend, gegen 19.30 Uhr etwa, erreichte der Zug nach ca. 350 zurück gelegten Kilometern die Garnisonsstadt Friedberg in der Nähe von Frankfurt/Main, wo Elvis für die nächsten 17 Monate seinen Militärdienst ableisten sollte.



Von Beginn an hatte Elvis seinen Vater und dessen Mutter (Elvis’ Großmutter Minnie Mae) sowie seine Freunde und Leibwächter Red West und Lamar Fike in seiner Nähe, mit denen er anfänglich in verschiedenen Hotels (zunächst in Bad Homburg nahe Frankfurt, dann in Bad Nauheim, das nur 20 Minuten vom Truppenstützpunkt Friedberg entfernt war), später in einem gemieteten Haus zusammen wohnte.

Am 3. November 1958 traf Elvis mit der C-Kompanie auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr unweit der tschechoslowakischen Grenze ein. Möglicherweise geschah dies per Truppentransportzug, doch einen konkreten Anhaltspunkt dafür habe ich noch nicht finden können. In Graf, wie die G.I.s der Einfachheit halber zu Grafenwöhr sagten, wurden den gesamten November sowie einen Großteil des Dezembers hindurch Geländeübungen durchgeführt, um möglichst realitätsnah für einen möglichen Ernstfall zu trainieren, der bei im Ausland stationierten Truppen immer in Erwägung zu ziehen ist, zumal man sich in direkter Nähe zum sogenannten „Eisernen Vorhang“ befand, der Trennlinie verfeindeter Systeme.
Ob der Rücktransport der G.I.s in die Friedberger Kaserne wieder auf dem Schienenweg erfolgte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber am 20. Dezember, pünktlich zu Weihnachten, war Elvis wieder zurück in Bad Nauheim.

Anfang März 1959 nutzte Elvis einen dreitägigen Ausgang, um in Begleitung von Red West und Lamar Fike die bayerische Landeshauptstadt München zu besuchen. Möglicherweise nahmen sie hierfür den Zug, möglicherweise aber auch ein Auto. Während dieser drei Tage traf sich Elvis erneut mit der 18-jährigen Schauspielerin Vera Tschechowa, die Elvis und seine Begleiter in den Nachtklub „Moulin Rouge“ einluden.


Sommer 1959: Von Frankfurt am Main über München nach Paris

Einem Reporter gegenüber hatte Elvis vor seiner Verschiffung nach Europa noch scherzend erklärt, er wolle auch Frankreich besuchen, "um Brigitte Bardot zu sehen", was alle Umstehenden außerordentlich erheiterte. Und tatsächlich schien Elvis Gefallen an der beinahe gleichaltrigen französischen Schauspielerin mit dem "verlockenden Körper, dem Schmollmund und der wilden, zerrauften Mähne" (O-Ton Priscilla) gefunden zu haben, denn kurze Zeit später hing in seinem gemieteten Haus in der Goethestraße 14 in Bad Nauheim (das Elvis seit dem 3. Februar 1959 mit Vater und Großmutter sowie zwei Leibwächtern bewohnte) ein "einschüchterndes, lebensgroßes Plakat der halbnackten Brigitte Bardot an der Wand", wie sich Priscilla später in ihrem Buch "Elvis und Ich" erinnerte.
Im Sommer 1959 sollte Elvis während eines zweiwöchigen Urlaubs seine Frankreich-Reisepläne in die Tat umsetzen, doch zuvor reiste er am 12. Juni, einem Freitag (eine andere Quelle spricht vom 13. Juni), in Begleitung seines Leibwächters Lamar Fike (Red West war inzwischen wieder in die USA zurück gekehrt) und seinen Army-Kameraden Charlie Hodge und Rex Mansfield in einem reservierten Zugabteil von Frankfurt/Main aus nach München, um das Wochenende in der bayrischen Landeshauptstadt zu verbringen. Eingecheckt wurde im Hotel "Bayrischer Hof" am Promenadenplatz, und die Nächte verbrachte man in einem reservierten Separee im bekannten Nachtlokal "Moulin Rouge". Vor der Abreise nach Frankreich gab Elvis „bei einem kleinen Drink in seinem Münchener Hotel“ einer deutschen Reporterin noch ein Interview, worin er u.a. "Don't" als den besten Song bezeichnete, den er bisher aufgenommen habe und auf die Frage, warum er in Deutschland nicht auftrete, zur Antwort gab, dass es seinen Kameraden gegenüber unfair wäre, wenn er herumreisen und singen würde, während sie ihren regulären Dienst in der Army tun müssten. Er wolle nicht anders behandelt werden als alle anderen, doch er hoffe, dass er nach dem Ende seiner Dienstzeit nach Europa zurückkehren und im Rahmen einer Tournee Konzerte geben könne.
Das Interview wird auf den 19. Juni 1959 datiert, doch da die Reporterin selbst davon spricht, Elvis „kurz vor Abgang des Zuges“ (nach Paris) interviewt zu haben, dürfte dieses Datum nicht stimmen.



Am Vormittag des 15. Juni, einem Montag, setzte sich schließlich der Zug in Richtung Paris in Bewegung, nachdem man sich zuvor bis zum frühen Morgen erneut die Nacht im "Moulin Rouge" um die Ohren geschlagen hatte, dann hastig ins Hotel zurück gekehrt war, um die restlichen Sachen zu packen und zum Bahnhof zu eilen. Um ungestört zu sein, reisten Elvis und seine drei Begleiter erneut in einem Privatabteil.
Der Grund für die Reise war jedoch nicht etwa ein spontanes Treffen mit "BB", sondern ein mehrtägiger Erholungsaufenthalt in der französischen Hauptstadt, wobei nicht Erholung sondern Vergnügung im Vordergrund stand.
Als Elvis am nächsten Tag auf dem Gare de l`Est-Bahnhof in Paris ankam, wurde er zunächst vom Manager des Musikverlages Hill & Range begrüßt, bevor man sich im Hotel "Prince de Galles V." einquartierte.
Am 17. Juni stand Elvis im Rahmen einer Pressekonferenz Rede und Antwort, bevor der Tagesbefehl lautete: "Abmarsch zur Erkundung des Pariser Nachtlebens!" Getreu dieser Parole wurden die kommenden Nächte zum Tag gemacht und tagsüber ausgeruht. Von den landschaftlichen Reizen Frankreichs bekam Elvis - außer bei der Anreise mit dem Zug - demzufolge kaum etwas mit, da sich der Urlaub auf die Hauptstadt und das berühmte "Lido" konzentrierte.
Am 27. Juni hieß es dann schon wieder Abschied nehmen, und um auch noch die letzte Minute in Paris auszukosten, wurde statt des ursprünglich eingeplanten Zuges ein Auto für die Rückreise gemietet, um rechtzeitig zurück in der Friedberger Kaserne zu sein.

Am 12. Januar 1960 reiste Elvis noch einmal mit dem Zug nach Paris (wieder über München), und diesmal begleitete er seinen Karate-Lehrer Jürgen Seydel (der 1957 in Bad Homburg den ersten deutschen Karate-Club gegründet hatte) zu einem speziellen Training bei dem japanischen Karatemeister Tetsuji Murakami, der die sogenannte Ahotokan-Technik lehrte. Beide wurden diesmal von Lamar Fike, Joe Esposito und Cliff Gleaves begleitet. Am 16. Januar schickte Jürgen Seydel aus Paris eine Postkarte an den mit ihm befreundeten Karatelehrer Dietmar Biemel in Bad Homburg, auf der auch Elvis und Murakami unterschrieben - ein vielleicht einzigartiges Autogramm.
Am 20. Januar absolvierte er auch die Rückfahrt mit der Bahn, und um kurz nach 10 Uhr verließ der Zug die Gare de l'Est-Station in Paris in Richtung Deutschland. Ob dieses Datum stimmt, weiß ich nicht genau, denn eigentlich galt Elvis' Freistellung vom Dienst nur vom 5. bis zum 17. Januar, falls diese Information richtig ist.
Am 24. Januar jedenfalls war Elvis wieder in Friedberg, von wo aus er und seine Einheit zu einem Manöver ("Operation Winterschild") auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr aufbrachen. Ob dies per Truppentransportzug auf den Gleisen erfolgte, weiß ich nicht mit Sicherheit; ich vermute es aber mal ganz stark.


Elvis wird wieder Zivilist

Anfang März 1960 endete Elvis' Stationierung in Europa, und auf dem Luftweg verließ er gemeinsam mit weiteren Kameraden am 2. März Good Ol’ Germany. Mit einer DC 8 flog er von Frankfurt/Main zunächst nach Großbritannien, wo auf der USA Air Force Base im schottischen Prestwick, Ayrshire, vor der langen Atlantiküberquerung zwischengelandet wurde, um noch einmal aufzutanken. Während des etwa zweistündigen Aufenthalts auf der südwestlich von Glasgow gelegenen Luftwaffen-Basis betrat Elvis erst- und letztmalig britischen Boden, erfüllte Autogramm-Wünsche und gab auch ein Kurz-Interview.
Obwohl es nicht wirklich zum Thema gehört, sei an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen, dass Schottland der fünfte und vorletzte Auslandsaufenthalt von Elvis war: 1957 hatte er mehrere Konzerte in Kanada gegeben (Toronto, Ottawa, Vancouver), gegen Ende des Jahres trat er dreimal auf Hawaii auf, das zwar schon seit 1898 von den Amerikanern besetzt war aber formell noch kein Bestandteil der USA. 1958 kam er im Zuge der Auslandsstationierung seiner Einheit in die Bundesrepublik Deutschland und machte von hier aus auch Abstecher nach Frankreich. Nach dem Abflug aus Schottland sollte Elvis niemals wieder europäischen oder kanadischen Boden betreten; als er 1961 erneut auf Hawaii auftrat, tat er dies inzwischen auf amerikanischem Boden, denn seit August 1959 war das frühere Königreich Hawaii US-amerikanischer Bundesstaat. Ein allerletztes Mal verließ Elvis im Herbst 1969 amerikanisches Hoheitsgebiet, als er mit Priscilla und Freunden „Ersatz“-Urlaub auf den Bahamas machte (ursprünglich wollte Elvis nach einem Hawaii-Urlaub im Oktober 1969 weiter nach Europa reisen, doch der „Colonel“ redete „seinem Jungen“ diese Idee wieder aus, wollte angeblich einer Europa-Tournee nicht vorgreifen). Die südöstlich von Florida gelegene Inselgruppe der Bahamas stand zu diesem Zeitpunkt noch unter britischer Verwaltung, erhielt erst 1973 ihre Unabhängigkeit.



Doch nun wieder zurück ins Jahr 1960: Am 3. März landete die DC 8 mit Elvis und seinen Kameraden an Bord bei heftigem Schneetreiben auf der McGuire Air Force Base in New Jersey.
Am Morgen des 5. März 1960, um 9.15 Uhr, wurde Sergeant Elvis Presley aus dem aktiven Militärdienst ehrenvoll entlassen. Mit einem Ausmusterungs-Scheck in Höhe von knapp 110 US-Dollar machte er sich zusammen mit seinem Manager „Colonel“ Parker bei winterlichen Straßenverhältnissen in einem Auto auf den Weg von Fort Dix nach Trenton, New Jersey, wo sie in einem Hotel mit Lamar Fike und Rex Mansfield zusammen trafen. Am Abend fuhren alle vier mit dem Zug nach Washington, D.C., wobei sie in einem Privatwaggon reisten. Was genau sie dort zu tun hatten, ist mir leider nicht bekannt.
Am Morgen des 6. März erreichten sie Washington, von wo aus sie in einem weiteren Privatwaggon mit dem „Tennessean“ um fünf Minuten nach 8 Uhr in Richtung Memphis aufbrachen.
Bei einem Zwischenstop im Bahnhof von Roanoke gab Elvis einem Reporter ein kurzes Interview, während beide an der Aussichtsplattform am Ende des letzten Waggons standen – eingehüllt in den Dampf der Lokomotive, und wie Fotos belegen, trug Elvis zu diesem Zeitpunkt noch eine andere Uniform als dann später bei der Ankunft in Memphis.
Am 7. März trafen Elvis und seine Begleiter morgens um 7.45 Uhr während eines Schneegestöbers auf dem Bahnhof in Memphis ein, wenngleich ich auf keinem der Fotos eine Schneeflocke erkennen kann. Nach der Begrüßung einiger Fans (versammelt hatten sich um die 200 sowie einige Reporter) begab sich Elvis im Streifenwagen eines befreundeten Polizisten auf den Weg nach Hause, nach Graceland. Dort bekam er eine Willkommens-Torte in Gitarrenform geschenkt, und gegen Abend gab Elvis im Büro seines Vaters, dem sogenannten Fan Mail Office hinter dem Haupthaus, eine Pressekonferenz. Von nun an war er wieder Zivilist.


Per Zug nach Miami / Florida

Noch im März ging es wieder auf die Gleise, und zwar nach Miami, Florida, zu den Dreharbeiten für das ABC-TV Special WELCOME HOME, ELVIS mit Showmaster Frank Sinatra und prominenten Gästen wie Dean Martin oder Sammy Davis jr. – als „Rat Pack“ sollten diese drei Top-Entertainer auf den Bühnen in Las Vegas unsterblich werden.
Zuvor war Elvis in Begleitung von Scotty Moore und D.J. Fontana von Memphis aus mit einem gemieteten Bus nach Nashville gereist, um im dortigen RCA Studio B ein halbes Dutzend brandneuer Songs (seine ersten im aktuellen Stereo-Sound!) für eine neue Single-Veröffentlichung und ein neues Studio-Album aufzunehmen. Nachdem Elvis und seine „Blue Moon Boys“ (allerdings ohne Bill Black) sowie die Jordanaires innerhalb von zwei Tagen Make Me Know It, Soldier Boy, Stuck On You, Fame And Fortune, A Mess Of Blues und It Feels So Right unter der Regie des neuen Chef-Produzenten Bill Porter und unter den wachsamen Augen des „Colonel“ eingespielt hatten, begab sich Elvis am 21. März zum Bahnhof von Nashville, um von hier aus mit dem Zug nach Miami zu seinem ersten Fernsehauftritt seit seinem letzten Mitwirken in der Ed Sullivan Show Anfang Januar 1957 aufzubrechen.

Auf der Florida East Coast Station, dem Bahnhof von Miami, hielt ein Fotograf des "Miami Herald" vor der Ankunft des King auch die Menschenmassen im Bild fest, die sich am 22. März versammelt hatten, um Elvis zu begrüßen - und von mehreren Cops von den Gleisen ferngehalten werden mussten, damit der Zug ungehindert einfahren konnte.
Dies geschah um 18.15 Uhr Ortszeit, nachdem sich Elvis offenbar noch einmal umgezogen hatte, seit der Zug kurz nach 18 Uhr Palm Beach verlassen hatte, denn dort war Elvis noch in einem schwarzen Outfit fotografiert worden, als er am Ende des Zuges stand.




Auf dem Schienenweg an die Westküste

In der zweiten Aprilhälfte 1960 trat Elvis mit einigen Freunden, darunter auch Charlie Hodge, von Memphis aus eine längere Zugfahrt nach Los Angeles an, wo bereits am 21. April mit der Vorproduktion seines neuen Spielfilms G.I. BLUES begonnen wurde.
Fotografiert wurde Elvis u.a. am 19. April während eines 20-minütigen Zwischenaufenthalts im Bahnhof Union Station in Dallas, Texas; am 20. April erreichte der Zug Los Angeles in Kalifornien, wo Elvis noch im Zug ein Interview gab.



Charlie Hodge erinnerte sich später in einem Interview noch immer voller Staunen an die Menschenmassen, die entlang der gesamten Bahnstrecke standen und zu jubeln begannen, wenn sich der Zug näherte. Auf dem Bahnhof in Los Angeles habe man dann mehrere Autos gleichzeitig losfahren lassen, um die Fans zu verwirren, damit Elvis unbeschadet das Hotel erreichen konnte.
Während der Dreharbeiten in den Paramount Studios wohnte Elvis im Beverly Wilshire Hotel in L.A., und am 27. April wurden im RCA Studio in Hollywood die ersten Songs für den Filmsoundtrack aufgenommen – darunter auch der Frankfort Special, ein weiteres Eisenbahnlied. Veröffentlicht wurde es 1960 auf der gleichnamigen Soundtrack-LP G.I. BLUES, wo der King bekanntlich auch ein paar Zeilen in Deutsch zum besten gibt.


Frankfort Special
Sonderzug nach Frankfurt

Is this train the Frankfort Special?
Now ain't this outfit something special
Well, we heard rumors from the bases
Frankfort girls got pretty faces

Ist das der Sonderzug nach Frankfurt?
Ist diese Aufmachung hier nicht etwas besonderes?
Nun, wir hörten Gerüchte von den Stützpunkten
die Mädels in Frankfurt seien hübsch


Go, Special go. Blow whistle, blow
Frankfort Special's got a special way to go
Whao - oh - oh

Fahr, Sonderzug, fahr; blas, Pfeife, blas.
Der Sonderzug nach Frankfurt hat einen besonderen Weg vor sich

(nachgeahmtes Zug-Geräusch)

Now when we get to our headquarters
We'll be good boys and follow orders
Now don't take girls from one another
No! No! No! No! No!
We'll treat a sailor like a brother

Wenn wir in unserem Hauptquartier angekommen sind
werden wir 'gute Jungs' sein und den Befehlen gehorchen
Spannt Euch nicht gegenseitig die Mädels aus
Nein! Nein! Nein!
Wir werden zu einem Marinesoldaten wie zu einem Bruder sein


Go, Special go. Blow whistle, blow
Frankfort Special's got a special way to go
Whao - oh - oh

Fahr, Sonderzug, fahr; blas, Pfeife, blas.
Der Sonderzug nach Frankfurt hat einen besonderen Weg vor sich


Round wheels singin' on a long flat track
Boiler bustin' to blow its stack
Towns and villages flyin' by
Farewell frauleins, don't you cry
You'll soon get another G.I.

Die Räder „singen“ auf einer langen, flachen Strecke
Der Heizkessel ist kurz vorm Bersten, um seinen (Holz-)Stapel/(Kohle-)Haufen zu verbrennen
Städte und Dörfer fliegen (am Fenster) vorbei
Lebt wohl, Mädels, und vergießt keine Tränen
Ihr werdet bald einen anderen Soldaten bekommen


Come on, train, and get the lead out
Well, one more day we gotta sweat out
Frantic frauleins at the station
They're ready for a celebration

Los, Zug, nun beeil dich schon
Einen weiteren Tag lang werden wir noch schwitzen müssen
Aufgeregte Fräuleins (warten) am Bahnhof
Sie sind zum Feiern bereit


Go, Special go. Blow whistle, blow
Frankfort Special's got a special way to go
Whao - oh – oh
(2 x)

Fahr, Sonderzug, fahr; blas, Pfeife, blas.
Der Sonderzug nach Frankfurt hat einen besonderen Weg vor sich





Wenn er schon nicht mit dem Zug fährt, dann singt er wenigstens darüber...

1962 erschien die LP „Pot Luck“, und in einem der Songs (Gonna Get Back Home Somehow aus der Feder von Doc Pomus und Mort Shuman, aufgenommen am 18. März 1962 im RCA-Studio in Nashville) ging es thematisch nochmals um die Eisenbahn:


Gonna Get Back Home Somehow
Irgendwie zurück nach Hause

Hear that old train whistle howling in the night
And if that flyer's southbound things will be all right
I'm leaving now, I'm leaving now, leaving now
I'm gonna get back home somehow

Hör' die alte Zugpfeife, wie sie heult in der Nacht
Und wenn dieser Schnellzug in Richtung Süden fährt, kommt alles in Ordnung
Ich gehe jetzt, ich werde irgendwie zurück nach Hause kommen


Don't nobody tell me, baby's been untrue
If she's been unfaithful, I don't know what I'll do
I'm leaving now, leaving now, leaving now
I'm gonna get back home somehow

Erzähle mir niemand, dass meine Liebste unaufrichtig war
Wenn sie mir nicht treu gewesen ist, weiß ich nicht, was ich tun werde
Ich gehe jetzt, ich werde irgendwie zurück nach Hause kommen


Never thought that I could miss her so
I never thought I could but now I know
The sound of the old train whistle makes me want to cry
Reminds me of that lonely feeling when I said goodbye
I'm leaving now, leaving now, leaving now
I'm gonna get back home somehow
(2 x)

Hätte nie gedacht, dass ich sie so vermissen könnte
Hätt' ich nie für möglich gehalten, doch jetzt weiß ich es
Der Klang der alten Zugpfeife bringt mich zum Weinen,
erinnert mich an dieses einsame Gefühl, als ich Abschied nahm
Ich gehe jetzt, ich werde irgendwie zurück nach Hause kommen



Irgendwann schließlich war das Sicherheitsrisiko aber einfach zu groß, waren die Termine mit dem Zugfahrplan immer schwerer zu koordinieren, so dass Elvis bald - statt mit der Bahn oder mit dem Flugzeug zu reisen - in einem eigenen Reisebus durch die Lande fuhr, doch das ist eine andere Geschichte...


1962: Letzte Zugfahrt mit dem „Monorail“ auf der Weltausstellung

Eine allerletzte “Bahnfahrt”, wenn man so will, unternahm Elvis im September 1962 während der Dreharbeiten zu seinem Film IT HAPPENED AT THE WORLD’S FAIR. Dieser Film spielte – der Name verrät es bereits – auf der Weltausstellung in Seattle, Washington, wo der damals futuristisch anmutende, sogenannte Monorail vorgestellt wurde. Dieser Zug war eine Hochbahn und fuhr auf einer einzigen Schiene statt auf zwei ebenerdigen Gleisen; gestützt wurde die Fahrschiene von schweren Betonträgern. In Seattle gab es zwei dieser Ein-Schienen-Züge (einen blauen und einen roten), die – direkt nebeneinander - jeweils in entgegen gesetzter Richtung zwischen Seattle Downtown (also der Innenstadt) und dem Messe- bzw. Ausstellungsgelände hin und her pendelten. Anders als gewöhnliche Züge hatte der Monorail keine Waggons bzw. Abteile sondern bestand aus einem Stück, zusammengesetzt aus vier Segmenten.

Geöffnet war die Weltausstellung von April bis Oktober 1962, und neben Elvis gaben weitere prominente Persönlichkeiten wie der Astronaut John Glenn, Western-Held John Wayne oder die späteren US-Präsidenten Lyndon B. Johnson (damals noch Vize) und Richard Nixon ihr Stell-dich-ein.
Die Filmproduktionsfirma MGM drehte mit Elvis zwischen dem 5. und dem 15. September auf der Weltausstellung, und gleich am ersten Drehtag wurden die Szenen im Monorail gefilmt. Hierbei sei erwähnt, dass man bewusst den ersten Schultag nach den Sommerferien für die Dreharbeiten ausgewählt hatte, um die Anzahl kreischender Fans am Set möglichst gering zu halten. Dies gelang jedoch nur bedingt, denn es wird beispielsweise von zwei Mädchen berichtet, die mit der zweiten Bahn (dem blauen Zug) immer hin und her fuhren und stets zu kreischen begannen, wenn sie Elvis in dem anderen (roten) Zug erblickten, was dazu führte, dass die Szene mehrmals wiederholt werden musste. Ob die Mädchen das Schuljahr wegen ihrer „Schwänzerei“ auch wiederholen mussten, ist nicht überliefert...



Für die Dreharbeiten mit Elvis teilte die MGM-Filcrew etwa die halbe Zuglänge mit einem schwarzen Vorhang ab, vor dem die große Filmkamera platziert wurde. Während im Innern des Zuges gedreht wurde, standen draußen auf der Monorail-Plattform unzählige Schaulustige, die das Geschehen gespannt beobachteten – und ihrerseits von 25 Polizeibeamten der Stadt Seattle beobachtet wurden, damit es zu keinen Zwischenfällen kam. Um die Sicherheit für Elvis noch zusätzlich zu erhöhen, hatte „Colonel“ Parker weitere 40 Polizisten in Zivil angeheuert!

Zum ersten Drehtermin erschien Elvis morgens gegen 9 Uhr, begleitet von einigen seiner „Memphis-Mafiosi“, die durch ihre schwarzen Anzüge wie uniformiert wirkten und entsprechend für Aufmerksamkeit sorgten.
Im Zug nahmen Elvis und sein weiblicher „Co-Star“, die kleine Hawaiianerin Vicky Tiu, ihre Plätze ein, und während ein Dialog-Trainer mit Elvis noch kurz seinen Text durchging, eilte ein Assistent der Maske herbei, um noch schnell eine Blitz-Maniküre an den „königlichen“ Händen vorzunehmen. Dann fuhr der Zug an, doch zu den Klängen von „Take Me To The Fair“ (= „Bring mich zur Ausstellung“) rollte er nicht etwa in Richtung Messegelände, sondern in die entgegen gesetzte Richtung, nach Downtown. Mit im Zug war übrigens die 19-jährige „Miss Seattle“ Linda Humble, die eine kleine Statistenrolle ergattert hatte.

Am 12. September kehrte Elvis noch einmal zum Monorail zurück. Diesmal aber nicht zu Dreharbeiten und auch nicht zum privaten Vergnügen, sondern für ein PR-Foto vor dem Monorail-Terminal im Stadtzentrum. Während einer Mittagspause überreichten Elvis und sein Manager im Namen von Buford Ellington, dem Gouverneur von Tennessee, einen XXL-Schinken (!) an den Gouverneur des gastgebenden Staates Washington, Albert D. Rosellini. Dieser habe übrigens als Erster die Idee unterstützt, die Weltausstellung als Bühne für einen Hollywood-Film zu nutzen.


Ein weiteres Lied mit Eisenbahn-Bezug

Wer von Euch das Album "In A Private Moment" kennt, der kennt auch Elvis' Version von 500 Miles. Der Song wurde 1961 von den Journeymen aufgenommen, und Elvis gefiel er offenbar so gut, dass er ihn daheim beim zwanglosen Jammen in seinem Haus an der Westküste um 1966 herum selbst versuchte, während das Aufnahmegerät lief. Allerdings war der Titel der LP, die im Hintergrund zu hören ist, und auf die Elvis seine „Vocal Overdubbs“ legte, 'Sing A Song With The Kingston Trio', wie jemand herausgefunden hat. Entscheidend ist jedoch, dass es im Text weder um U-Boote, noch um Raumschiffe geht - sondern mal wieder um die Eisenbahn:


500 Miles (away from home)
500 Meilen (fort von zu Haus)

If you miss the train I'm on, you will know that I am gone.
You can hear the whistle blow a hundred miles.

Wenn Du den Zug verpasst, auf dem ich fahre, wirst Du wissen, dass ich gegangen bin
Du kannst die Pfeife hundert Meilen weit rufen hören


Lord I'm one, Lord I'm two, Lord I'm three, Lord I'm four,
Lord I'm five hundred miles away from home.

Oh Herr, ich bin ein-, ich bin zwei-, ich bin drei-, ich bin vier-,
ich bin fünfhundert Meilen fort von zu Haus


Not a shirt on my back, not a penny to my name,
Lord I can't go back home this a way.

Kein Hemd auf dem Rücken, keinen Cent, der mir gehört
Oh Herr, so kann ich nicht nach Hause zurück kommen



Ein wunderschönes Lied, wie ich finde, auch wenn der Text leider nicht sehr viel hergibt...
Irgendwo las ich, dass man diesen Song der Feder von Red West zugeschrieben hat, doch obwohl Elvis' dienstältester Leibwächter auch als ein talentierter Songschreiber in Erscheinung trat (ich erinnere nur an Separate Ways oder If You Talk In Your Sleep), geht dieser Song nicht auf das Konto des vielleicht einzigen Songwriters, der sein Geld hauptsächlich damit verdiente, in dem er durch Präventiv-Fausthiebe Ärger von seinem Boss fern hielt, was ja später dann auch zu seiner Entlassung beigetragen hat, wie man liest. (Mit)verantwortlich für 500 Miles war statt dessen eine gewisse Hedy West, eine Folk-Sängerin und Banjo-Spielerin aus dem amerikanischen Süden.


(Kleiner Hinweis meinerseits: ich habe die Songtexte sehr frei übersetzt und nicht relevante Wiederholungen ausgespart. Wem das nicht genau genug ist, kann gern eine wortgenaue Übersetzung ergänzen, wobei das manchmal eine recht hölzern klingende Angelegenheit sein kann...)


Das wäre für den Moment alles, was ich zu dem Thema zusammen tragen konnte.
Von einer weiteren Zugfahrt zu einem späteren Zeitpunkt (also nach 1960) ist mir nichts bekannt, was aber nicht heißt, dass es eine solche nicht gegeben haben könnte. Bei den Unmengen an Büchern, die es weltweit über Elvis gibt, kann ich wohl kaum behaupten, alles über den King zu wissen (das würde ich übrigens auch dann nicht, wenn ich sie alle gelesen hätte), und so sind mir zum Thema Eisenbahn mit großer Wahrscheinlichkeit nicht alle Fakten bekannt.
Wer Näheres dazu berichten kann oder etwas ergänzen möchte (möglicherweise habe ich ja die eine oder andere Fahrt bzw. den einen oder anderen Eisenbahn-Song übersehen), kann dies gerne tun.
Sollte jemand faktische Fehler entdeckt haben, so möge er/sie diese bitte baldmöglichst anmerken - oder für immer schweigen...

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Alt Alt 03.11.2005, 19:46
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Alt 05.09.2014, 15:28
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Mike Mike ist offline
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Bericht dem Thema https://www.elvisnachrichten.de/showthread.php?t=1710 entnommen.
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