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Alt 25.02.2015, 13:34
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★ Elvis zwischen Politik, Patriotismus und den Mächtigen dieser Welt #2

Elvis zwischen Politik, Patriotismus und den Mächtigen dieser Welt (2)


The King meets the King - Elvis trifft den König von Thailand



Im Juni 1960, während der Dreharbeiten zu "G.I. Blues", traf Elvis in den Paramount-Studios in Hollywood den jungen König von Thailand, Bhumibol Adulyadej und dessen hübsche Gattin, Königin Sirikit, die sich auf einer ausgedehnten Reise durch Europa und Nordamerika befanden. Der thailändische König war zu diesem Zeitpunkt 32 Jahre alt und wurde bereits im Juni 1946 zum Nachfolger seines ermordeten älteren Bruders bestimmt. Die offizielle Krönung erfolgte allerdings erst im Mai 1950, kurz nach der Heirat mit Sirikit Kitiyakara.
Obwohl König Bhumibol eine alte Tradition wiederbelebte, die sein Großvater bereits 1873 abgeschafft hatte (Untertanen waren nun wieder verpflichtet, sich vor dem König ehrfurchtsvoll niederzuwerfen!), verzichtete Elvis auf eine solche Ehrenbezeugung. Schließlich wurde die saubere Uniform ja noch benötigt, und zum anderen war der King ja auch im Rang ebenbürtig...
Man mag es übrigens kaum glauben, doch König Bhumibol sitzt anno 2015 noch immer auf dem thailändischen Thron - und ist damit das gegenwärtig am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt sowie der am längsten amtierende Monarch in der Geschichte seines Landes!


The King meets the (future) Queen - Begegnung mit der zukünftigen Königin von Dänemark



Am 7. Juni 1960, ebenfalls während der Dreharbeiten zu "G.I. Blues" in Hollywood, machten drei skandinawische Prinzessinnen dem "King" ihre Aufwartung: In den Paramount Studios kam es zu einer Begegnung zwischen Elvis und Margrethe von Dänemark, Astrid von Norwegen und Margaretha von Schweden.
Astrid Maud Ingeborg von Norwegen war damals 28 Jahre alt und die jüngste Tochter von König Olav V. von Schweden. Sie sollte 1961 ebenso einen Bürgerlichen heiraten, wie es 1964 Margaretha von Schweden tat. Die älteste Schwester von König Carl XVI. Gustaf von Schweden verlor dadurch ebenfalls den Titel "Her Royal Highness".
Einzig Kronprinzessin Margrethe von Dänemark, zum Zeitpunkt ihrer Begegnung mit Elvis blutjunge 20 Jahre, trat 1972 die Thronfolge an und wurde somit als Margrethe II. die regierende Königin und gleichsam Staatsoberhaupt von Dänemark (Genau! Das ist jenes Land, wo die berühmt-berüchtigte Olsen-Bande um Egon, Beni und Kjelt einen "todsicheren Plan" nach dem anderen in den Sand setzte... ).
Ein späterer Gegenbesuch von Elvis bei der dänischen Königin wäre keineswegs abwegig gewesen - nur hätte es dafür einer Europatournee bedurft...


Der Präsident von Indonesien besucht erst Elvis, danach Kennedy



Im Frühjahr 1961 kam es auf Hawaii zu einem Treffen zwischen dem indonesischen Präsidenten Kusno Soekarno und Elvis.
Soekarno, seit 1945 der erste Präsident seines Landes und zuvor treibende Kraft der Unabhängigkeitsbewegung in der Kolonie Niederländisch-Ostindien, besuchte Elvis während der Dreharbeiten zum Film "Blue Hawaii" (März bis April), was auch erklärt, warum Elvis' Filmpartnerin Joan Blackman und Produzent Hal Wallis mit aufs Erinnerungsfoto durften. Präsident Soekarno war übrigens auf dem Weg nach Washington, um seinen amerikanischen Amtskollegen John F. Kennedy zu treffen, als er auf Hawaii zwischenlandete, um den King zu besuchen.
1963 ließ sich der zum Diktator gewandelte Soekarno zum Präsidenten auf Lebenszeit erklären; 1967 jedoch trat er formell von seinem Amt zurück, nachdem er im Zuge eines Militärputsches unter General Suharto praktisch entmachtet worden war. 1970 starb er.


Der Gouverneur von Tennessee ehrt den prominentesten Sohn der Stadt



Am 25. Februar 1961 wurde Elvis in seiner Heimatstadt Memphis eine besondere Ehrung zu teil. Buford Ellington, der Gouverneur von Tennessee (1959-1963), proklamierte den "Elvis Presley Tag". Er begann mit einem Mittagessen und einer Pressekonferenz im Claridge-Hotel; am Nachmittag (15 Uhr) und noch einmal am Abend (20.30 Uhr) trat Elvis live im Ellis Auditorium auf.
Die Einnahmen aus beiden Shows kamen nahezu 40 verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen in und um Memphis zugute; im Laufe der kommenden Jahre spendete Elvis regelmäßig zur Weihnachtszeit für den guten Zweck - insgesamt profitierten um die 50 Einrichtungen in Memphis und Umgebung von der Großzügigkeit des King.

Am 8. März 1961 durfte Elvis im Parlamentsgebäude von Tennessee in Nashville vor den Abgeordneten sprechen, was für einen Unterhaltungskünstler eine besondere Ehre darstellte, und wofür sich Elvis auch ausdrücklich bedankte, ehe er von Gouverneur Ellington die Ernennung zum "Colonel ehrenhalber" akzeptierte (korrekt: Colonel, Aide de Camp on the Governor's Staff).
Von nun an begegneten sich Elvis und sein Manager Tom Parker quasi im gleichen Rang, denn auch Parker hatte diesen Titel nur verliehen bekommen und nicht beim Militär erworben. Rief von jetzt an jemand "Colonel!", musste er damit rechnen, dass sich beide umdrehten...
Zu seinem Auftritt vor dem Parlament von Tennessee war Elvis übrigens mit Ann Ellington, der hübschen Tochter des Gouverneurs, erschienen, doch offenbar sprang der Funke zwischen Elvis und dem blonden Gift nicht über...
Aus heutiger Sicht betrachtet, eigentlich schade...

Nur sechs Jahre später, am 29. September 1967, proklamierte Buford Ellington, der erst in diesem Jahr erneut zum Gouverneur von Tennessee gewählt worden war, einen weiteren "Elvis Presley Tag"!
1971 endete Ellingtons Amtszeit, 1972 starb er.


Elvis unterstützt die Finanzierung des "USS Arizona Memorial" in Pearl Harbor



Im November 1960 hatte der "Colonel" im Los Angeles Examiner einen Artikel darüber gelesen, dass man plante, für die während des japanischen Überfalls auf Pearl Harbor im Jahr 1941 getöteten 1.102 Offiziere der USS Arizona ein Denkmal zu errichten. Parker schlug Elvis vor, sich mit einem Benefiz-Konzert an den Kosten zu beteiligen, und Elvis stimmte seinem Manager begeistert zu.

Unter Präsident Roosevelt traten die Vereinigten Staaten von Amerika im Dezember 1941 aktiv in den Krieg gegen Hitlerdeutschland und das mit ihm verbündete Kaiserreich Japan ein, nachdem japanische Torpedobomber den US-amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii am 7. Dezember ohne vorherige Kriegserklärung angegriffen hatten. Im Zuge des Angriffs wurde u.a. auch das Schlachtschiff "USS Arizona" versenkt, wobei mehr als eintausendeinhundert Mann der Besatzung ums Leben kamen.
Am 25. März 1961, keine 20 Jahre später, gab Elvis am Schauplatz des Geschehens, in der Bloch Arena in Pearl Harbor, ein abendliches Benefizkonzert, dessen Erlös für die Errichtung eines Denkmals für eben jene "USS Arizona" und ihre tapfere Besatzung gespendet wurde. Insgesamt 15 Songs performte der King an diesem Abend, wobei ich vor allem A Fool Such As I, Such A Night, Reconsider Baby, I Need Your Love Tonight und Swing Down Sweet Chariot hervor heben möchte, die Elvis in späteren Jahren eher selten bis garnicht in seinem Bühnenprogramm hatte. Und Hound Dog als Schlussnummer dürfte ebenfalls einen gewissen Seltenheitswert haben...

Nachdem man in den 50er Jahren zunächst eine vollständige Abwrackung der USS Arizona in Erwägung gezogen hatte, genehmigte Präsident Eisenhower 1958 die Errichtung eines nationalen Denkmals - allerdings mit der Auflage, die Kosten von insgesamt 500.000 US$ privat zu finanzieren. Dies konnte jedoch nicht erreicht werden, und somit stimmte der Staat einer Subvention in Höhe von 200.000 US$ zu.
Mit einem Betrag von 64.000 US$ - das entsprach ziemlich genau 10 % der Gesamtkosten - war Elvis übrigens der größte Einzelspender; eine höhere Summe erbrachten lediglich Privatspenden nach einer Fernsehreportage über den ranghöchsten überlebenden Offizier der USS Arizona, die sich auf 95.000 US$ beliefen, und weitere Mittel des Bundes (150.000 US$), für deren Bewilligung sich der Senator für Hawaii eingesetzt hatte.



Bei dem Denkmal handelte es sich im übrigen um eine schneeweiße, schwimmende Plattform, die über dem 608 Fuß langen Wrack der "Arizona" verankert wurde, ohne dieses direkt zu berühren. Besonders der Anblick aus der Luft wirkt beinahe gespenstisch, da der gesunkene Schiffsrumpf deutlich unter dem Denkmal zu sehen ist - und so auch das immer noch austretende Öl aus dem Innern des einstigen Schlachtschiffs. Das Denkmal ist übrigens von Land aus nicht begehbar; Besucher werden mit einem Shuttle-Boot der Navy zur Plattform gebracht.
Das National Memorial besteht aus drei Elementen: dem Eingangsbereich, einem Versammlungsraum und dem Schrein. Im Eingangsbereich werden Fotos der USS Arizona gezeigt, ein Modell des Schiffes und die geborgene Schiffsglocke. Der Versammlungsraum im Mittelabschnitt hat sieben große Öffnungen sowohl in der Decke als auch an den Seitenwänden - sie erinnern an das Angriffsdatum. Die Gesamtzahl dieser Öffnungen symbolisiert 21 Salutschüsse oder 21 Marines, die am Grab der Gefallenen Wache stehen. Im Boden befindet sich eine Öffnung, die einen Blick auf das Wrack ermöglicht.
Im Schrein wurden Marmortafeln mit allen Namen der ums Leben gekommenen Schiffsbesatzung angebracht, und dazu die Inschrift: „Zum Gedenken an die furchtlosen Männer, die hier begraben sind, und ihre Schiffskameraden, die am 7. Dezember 1941, auf der USS Arizona im Einsatz ihr Leben verloren“. Mit den Schiffskameraden sind 75 Seeleute gemeint, die zwar ebenfalls am 7. Dezember 1941 beim Untergang der USS Arizona ums Leben kamen, nach der Katastrophe aber geborgen werden konnten und nicht an dieser Stelle ruhen.

Mit der Demontage der zerstörten Aufbauten wie Kommando- und Geschütztürme hatte man offenbar noch während des Krieges begonnen, wie ein Foto von Ende Februar 1942 vermuten lässt.
Nach seiner Fertigstellung wurde das Denkmal am 30. Mai 1962, dem Memorial Day, feierlich von Olin E. Teague, dem texanischen Kongressabgeordneten und Vorsitzenden des Committee on Veterans’ Affairs, und von John Anthony Burns, dem Gouverneur von Hawaii, eingeweiht. Elvis nahm an der Zeremonie offenbar nicht teil, obwohl er von April bis Mai zu Außenaufnahmen für seinen neuen Film "Girls! Girls! Girls!" auf Hawaii weilte, doch er hat das Denkmal später mehrmals besucht. Am 15. August 1965, während der Dreharbeiten zu "Paradise, Hawaiian-Style", brachten Elvis und sein Manager ein prächtiges Blumengebinde in Form einer Schiffsglocke mit, das sie eigens arrangieren ließen: Auf einer Banderole stand "Gegangen aber nicht vergessen - von Elvis und dem Colonel", darüber die Zahl "1177" und am Fuße der Schiffsname "USS Arizona". Dabei wurden Elvis und der "Colonel" auch von Konteradmiral Henry S. Persons und H. Tucker Gratz, dem Vorsitzenden der PWMC, der Pacific War Memorial Commission, begrüßt.

Am 27. Mai 1968, während eines Urlaubs, besuchte Elvis das Denkmal gemeinsam mit seiner Frau Priscilla - inzwischen war das Mahnmal (am 15. Oktober 1966) in das National Register of Historic Places aufgenommen worden. Fotos zeigen Elvis sowohl mit der Schiffsglocke, im sog. Versammlungsraum, als auch im Schrein.
Für den 12. März 1977 war ein weiterer Besuch geplant, der jedoch kurzfristig abgesagt wurde, da Elvis wegen einer Augenentzündung vorzeitig aus Hawaii abreiste. Beim Footballspielen am Strand war ihm Sand ins Auge gekommen, und sein Hausarzt Dr. Nichopoulos (den Elvis zu dem Urlaub ebenso eingeladen hatte wie den Großteil seiner Begleitmannschaft) riet ihm in Sorge darüber, dass womöglich seine Hornhaut zerkratzt worden sein könnte, sich vor dem Beginn der nächsten Tournee noch etwas zu Hause zu erholen.


Ein Schinken für den Gouverneur von Washington



1962 hatte Präsident John F. Kennedy per Telefon-Ansprache die Weltausstellung in Seattle, Washington, eröffnet. Sie diente bekanntlich als Hintergrundkulisse für den Film "It Happened At The World's Fair". Wie ich im Thread "Mystery Train - Elvis und die Eisenbahn" schon dargelegt hatte, war in dem besagten Film auch der damals moderne Monorail zu sehen.
Bei den Dreharbeiten vor Ort am 12. September 1962, während einer Mittagspause, war der Monorail-Terminal in der Innenstadt von Seattle Schauplatz eines PR-Termins, bei dem Elvis und "Colonel" Parker im Namen von Buford Ellington einen riesigen geräucherten Schinken an dessen Amtskollegen Albert D. Rosellini übergaben.
Rosellini war von 1957 bis 1965 Gouverneur von Washington und im Jahr 2004, nach dem Tod seines einstigen Amtskollegen Elmer L. Andersen in Minnesota, der älteste noch lebende frühere Gouverneur aller US-Bundesstaaten. Er starb 2011 und wurde stolze 101 Jahre alt.


Elvis erwirbt die ehemalige Yacht von Präsident Roosevelt



Als der Demokrat Franklin D. Roosevelt im Jahre 1933 das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika antrat, war Elvis noch gar nicht geboren. Und als das schwer erkrankte Staatsoberhaupt im April 1945 noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges verstarb, ging Elvis als 10jähriger noch zur Schule. Eine direkte Querverbindung wäre also nur schwer vorstellbar, eine indirekte ließe sich jedoch konstruieren.
1964, Elvis war inzwischen ein berühmter Weltstar und mit 29 Jahren in der Blüte seines Lebens, beschloss der King of Rock`n`Roll, dass es an der Zeit war, seinem Status gemäß auch eine Motor-Yacht zu besitzen. In seinem Film GIRLS! GIRLS GIRLS! war er ja bereits als erfahrener Skipper in Erscheinung getreten, und Besitzer eines Speed-Bootes war er obendrein. Doch obgleich er sich die neuesten Modelle ohne Schwierigkeiten hätte leisten können, erwarb Elvis im Januar 1964 eine äußerst betagte Yacht aus zweiter Hand, Baujahr 1934! Ihr Name: "USS Potomac". Das Besondere daran: zwischen 1936 und 1944 wurde das Schiff von niemand Geringerem benutzt als von Franklin D. Roosevelt!
Manche behaupten, der Kauf der ehemaligen Präsidenten-Yacht sei nichts anderes als eine reine PR-Aktion des Colonel gewesen, doch fest steht, dass die USS Potomac nicht mehr seetüchtig war und nach der Kaufsumme von 55.000 Dollar ein weiteres Vermögen für eine gründliche Überholung verschlungen hätte. So war Elvis also kaum im Besitz des Schiffes, als er die Yacht bereits im Februar in einer Charity-Aktion für den guten Zweck an das St. Jude Children's Research Hospital in Memphis verschenkte.
Ob Elvis - außer bei der Übergabe-Zeremonie - jemals an Bord dieser Yacht von A nach B reiste, ist mir leider nicht bekannt.


Präsidenten-Tochter besucht Elvis am Filmset



Zu Präsident Lyndon B. Johnson, unmittelbar nach der Ermordung John F. Kennedys im November 1963 noch vor Ort in Dallas als Nachfolgepräsident vereidigt, gibt es wenigstens zwei indirekte Querverbindungen.
So soll Elvis die Idee für sein Fernsehzimmer im Kellergeschoss von Graceland, wo er drei TV-Apparate nebeneinander zu stehen hatte, von eben jenem Lyndon B. Johnson übernommen haben. Johnson hätte, so heißt es, drei Fernsehgeräte im Weißen Haus installieren lassen, um auf diese Weise gleichzeitig die Nachrichtensendungen der wichtigsten Kanäle ABC, CBS und NBC verfolgen zu können. Als Elvis davon hörte, gefiel ihm diese Idee offenbar, und so kopierte er sie kurzerhand. Allerdings zog Elvis es vor, sich drei Footballspiele zeitgleich anzuschauen - praktisch die Ur-Form der Fußball-Konferenzschaltung...

Außerdem erhielt Elvis am 18. März 1966 während der Dreharbeiten zu seinem Film "Spinout" prominenten Besuch.
Lynda Bird Johnson, einer der beiden Töchter von Präsident Lyndon B. Johnson, genoss an jenem Freitag eine Führung durch die MGM-Studios, um sich hinter den Kulissen ein Bild davon zu machen, wie Filme produziert werden. Am Film-Set von "The Man From Shenandoah" traf sie beispielsweise Robert Horton, der sie seinem Pferd vorstellte. Schließlich wurde sie auch mit dem King bekannt gemacht, und gemeinsam mit "Colonel" Parker und dem mit Elvis befreundeten Schauspieler George Hamilton entstand ein Erinnerungsfoto von dieser Begegnung.

Dass Präsident Johnson mit Elvis' Manager Tom Parker eng befreundet gewesen sein soll, sei nur am Rande erwähnt.


Der Gouverneur von New York und spätere US-Vizepräsident Rockefeller besucht Elvis



Am 20. Juni 1967 bekam Elvis während der Soundtrack-Aufnahmen zu seinem aktuellen Film "Speedway" in den United Recorders Studios in Hollywood Besuch von Nelson Rockefeller, der bereits seit 1959 Gouverneur des Bundesstaates New York war.
Unter den Songs, die Elvis an diesem und am folgenden Tag aufnahm, war u.a. das auf den Staat ("Uncle Sam") bezogene Duett "He's Your Uncle, Not Your Dad" mit Ray Walker von den Jordanaires (u.a. mit der Textzeile "Just Remember Pearl Harbor!") oder auch das Duett "There Ain't Nothing Like A Song" mit Co-Star Nancy Sinatra. Für ein Erinnerungsphoto posierten Elvis und Gouverneur Rockefeller gemeinsam mit Nancy Sinatra, Vernon Presley, Elvis' Stiefmutter Dee und den Stiefbrüdern Rick, David und Bill.
Rockefeller blieb bis 1973 Gouverneur und wurde später unter Präsident Gerald Ford (1974-1977) sogar US-Vizepräsident!


Über den Wolken...
Ein "Pläuschchen" mit dem Senator für Kalifornien




In dem Buch "Elvis Presley: A Southern Life" beschreibt Autor Joel Williamson auch die Hintergründe, wie es zu dem heute berühmten Treffen zwischen Elvis und Präsident Nixon kurz vor Weihnachten des Jahres 1970 kam.
Auf den Seiten 243/244 schreibt er:

"Elvis verdiente damals eine Menge Geld, doch im Jahr zuvor, 1969, war er der Zahlungsunfähigkeit bedrohlich nahe gekommen. Seine Frau und sein Vater (sein persönlicher Manager in Finanzangelegenheiten, dem er gerade erst einen neuen Mercedes gekauft hatte) waren äußerst geldbewusst; manche würden auch sagen, geizig. Alarmiert durch Elvis' zügellose Ausgaben, berieten sie sich mit dem Colonel und bekamen, was sie wollten - und zwar seinen Rat, sich mit Elvis zusammen zu setzen und ausdrücklich zu betonen, es wäre seine (also Parkers) Empfehlung, dass Elvis seine Ausgaben einschränken müsse. Als würde jemand der Sonne vorschreiben wollen, nicht unterzugehen oder dem Mond, nicht aufzugehen.
Am Samstag, dem 19. Dezember, saßen Priscilla und Vernon zusammen mit Elvis am großen Esstisch im Speisezimmer von Graceland und begannen, ihn darüber zu belehren, was er wie machen sollte. Elvis konnte nicht glauben, was er da zu hören bekam. Mit gewaltigen Kraftausdrücken machte er (ihnen) deutlich, über wessen Geld sie da überhaupt sprachen, und stürmte aus dem Haus. Er setzte sich ins Auto, röhrte in Richtung Flughafen davon und buchte einen Flug nach Washington. Er checkte im Hotel Washington ein und benutzte dabei einen seiner bevorzugten Tarnnamen: Jon Burrows. Der Hotelangestellte notierte sich den Namen des Gastes, wobei er Jon Burrowe aufschrieb.
Elvis wollte Joyce Bova ausfindig machen, doch alles was er wusste war, dass sie auf dem Capitol Hill arbeitete. Er schien nicht zu wissen, dass es auf dem Hügel eine Vielzahl an Regierungsbüros gab, und dass diese an einem Samstag nicht geöffnet sein würden. Es gelang Elvis auch nicht, Joyce telefonisch zu erreichen. Er war (allerdings) nicht sehr geschickt darin, denn üblicherweise taten andere Leute so etwas für ihn. "Elvis möchte mit Ihnen sprechen", würden sie dann sagen, wenn der gewünschte Gesprächspartner in der Leitung war.
Frustriert flog Elvis nach Los Angeles, nachdem er zuvor Jerry Schilling angerufen hatte, damit dieser ihn nach der nächtlichen Landung um 2 Uhr 17 am Flughafen treffen würde. Jerry war besorgt, als er Elvis den Terminal betreten sah - mit stark geschwollenem Gesicht und bedeckt mit einem Ausschlag. In den frühen Morgenstunden, nachdem sie die beiden Stewardessen aussteigen ließen, denen Elvis angeboten hatte, sie in seiner Limousine nach Hause zu fahren, suchten sie einen Arzt auf. Elvis erzählte ihm, dass sein Aussehen von Schokolade herrühre, die er während des Fluges gegessen habe. Der Doktor behandelte ihn und empfahl, dass er künftig keine Schokolade mehr essen solle. Wahrscheinlicher war jedoch, dass es sich um eine von Drogen ausgelöste Hautreaktion handelte, und dass er auch deshalb nach Kalifornien gekommen war, um seinen Drogenvorrat aufzufüllen.
Jerry war gerade schwer damit beschäftigt, sich eine Karriere als Film-Produzent aufzubauen, doch er war damit einverstanden, Elvis zurück nach Washington zu begleiten und ihm dabei zu helfen, Joyce Bova ausfindig zu machen. Elvis hatte Jerry damit beauftragt, Sonny West in Memphis anzurufen und ihm auszurichten, dass er die beiden in Washington im Hotel treffen solle, und er gestattete ihm auch, Priscilla und Vernon Bescheid zu sagen, dass sie sich keine Sorgen um ihn zu machen bräuchten; darüber jedoch, wo er sich gerade aufhielt und was er vor hatte, durfte Jerry keine Auskunft geben.
Auf dem Flug nach Washington hörte Elvis, dass auch der kalifornische Senator George Murphy mit an Bord der Maschine war. Also ging er aus seiner Kabine in der Ersten Klasse zurück zur Hauptkabine, um mit dem Senator zu sprechen. Er drückte seine Bewunderung für den Patriotismus des Senators aus und sagte ihm, dass auch er seinem Land dienlich sein wolle. Besonders dachte er daran, dass er der Nation bei der Drogen-Problematik behilflich sein könnte, seit er einigen Einfluss bei der Jugend hatte. Er bewegte Murphy dazu, Kontakt mit dem Büro für Betäubungsmittel und Gefährliche Drogen (Bureau of Narcotics and Dangerous Drugs) sowie mit dem FBI aufzunehmen, um für Elvis Gespräche mit Offiziellen beider Behörden zu arrangieren.
Elvis war an weiteren Dienstmarken (den sog. Badges) interessiert. Er wollte zum verdeckten Ermittler/Agenten beider Behörden ernannt werden. Murphy schlug vor, dass Elvis (in dieser Angelegenheit) am besten auch das Weiße Haus kontaktieren sollte.
Zurück an seinem Sitzplatz angelangt, schrieb Elvis einen Brief an Präsident Nixon - auf Briefpapier von American Airlines - , und formulierte darin seinen Wunsch, darüber (mit ihm) zu sprechen, wie er dem Land helfen könne. Jerry war erschrocken, doch er half Elvis dabei, den richtigen Ton für seine Botschaft an den Präsidenten zu finden.
'Lieber Herr Präsident', begann Elvis sein Schreiben. (...)"

Aus einem internen FBI-Memo (in vollem Wortlaut u.a. in "Geheimakte Elvis" wiedergegeben) geht hervor, dass Murphy sich tatsächlich für Elvis einsetzte und ihn als "einen sehr aufrechten jungen Mann" bezeichnete, der "zutiefst besorgt wegen des Drogenproblems" sei. Ferner zeige dieser ein Interesse daran, "beim Kampf gegen den Drogenmissbrauch aktiv zu werden". Ein Treffen mit J. Edgar Hoover, dem Direktor des FBI (den Elvis im übrigen als den "größten lebenden Amerikaner" bezeichnet haben soll!), war jedoch nicht möglich, da dieser erst nach dem Jahreswechsel wieder in der Stadt sein würde, und Murphy regte an, Elvis das Bedauern des Direktors mitzuteilen, was auch geschah. Elvis hinterließ seinen Decknamen (Colonel John Burrows), seine Adresse und private Telefonnummer und offerierte dem FBI, ihn jederzeit kontaktieren zu können, falls einmal seine Hilfe benötigt würde.

George Murphy war ein früherer Film- und Theaterschauspieler, der in den frühen 60er Jahren Parteivorsitzender der Republikaner in Kalifornien wurde. 1964 wurde er in den US-Senat gewählt, erkrankte jedoch ernsthaft (Speiseröhrenkrebs) und schied kurz nach seiner Begegnung mit Elvis im Januar 1971 aus dem Amt. Er wurde beinahe 90 Jahre alt und starb 1992 in seinem Alterswohnsitz in Florida.

Das Bild von Elvis an Bord einer Linienmaschine (siehe Grafik) entstand übrigens nicht während des Fluges nach Washington, sondern zu einem anderen Zeitpunkt, als er nach Denver in Colorado flog.


Privatempfang bei Präsident Nixon



Nach seiner Ankunft in Washington ließ sich Elvis zu einem Seitentor des Weißen Hauses fahren und übergab einem Wachposten persönlich den Brief an den Präsidenten. Dieser versprach, den Brief umgehend weiter zu leiten, und tatsächlich erhielt Elvis bald darauf, während er im Hotel wartete, eine gute Nachricht:
Am 21. Dezember 1970 lud ihn der republikanische US-Präsident Richard Nixon (im Amt seit 1969) zu einem privaten Empfang ins Oval Office ein!
Unterwegs in buchstäblich geheimer Mission, hatte Elvis der US-Regierung seine Hilfe im Kampf gegen die grasierende Drogenproblematik angeboten und um eine entsprechende Legitimierung als Anti-Drogen-Agent ersucht, was ihm der stellvertretende Leiter der zuständigen Behörde zunächst verwehrt hatte. Der Präsident höchstpersönlich korrigierte diese Entscheidung zugunsten von Elvis.
Für den Empang der begehrten Plakette aus den Händen des US-Präsidenten "revanchierte" sich der sehr bewegte King übrigens mit einem 45er Colt aus dem Zweiten Weltkrieg inklusive eines "wunderschönen" Geschenkkoffers, wofür sich Präsident Nixon schriftlich noch einmal bei Elvis bedankte.
Im Vorfeld dieses kurzfristig erfolgten Treffens hatte Präsident Nixon übrigens ein internes Memo erhalten, in dem ihm Vorschläge unterbreitet wurden, worüber der Präsident mit Elvis sprechen könne. John Parker hat dieses Memo später für sein Buch "Geheimakte Elvis" verwendet, und darin heißt es u.a.:

"E. Vorschläge für mögliche Aktionen Presleys
1) Zusammenarbeit mit dem Weißen Haus.
2) Mitarbeit und Anregung einer Sondersendung im Fernsehen, die Presley moderiert, in der Stars wie er ihre Songs singen und er sie für Eltern interpretiert, um die Verbindung zu Drogen und anderen gegen das Establishment gerichteten Themen in der Rockmusik zu zeigen.
3) Künstlerkollegen dazu ermuntern, ein neues Thema in der Rockmusik zu entwickeln, >Get High on Life<.
4) Eine Platte mit dem Titel >Get High on Life< in der Drogenrehabilitations- und Forschungsanstalt des Bundes in Lexington, Kentucky, aufnehmen.
5) Sich als Berater für die Anti-Drogen-Werbung der Propaganda-Abteilung zur Verfügung stellen."


Nixons Assistent Bud Krogh wohnte dem Treffen bei und fasste seine Notizen, die er während der Zusammenkunft im Oval Office machte, in einem Memo zusammen. Aus ihm geht hervor, dass Nixon offenbar keine dieser Ideen mit Elvis besprochen hat; zumindest wurde weder die TV-Sendung noch das Plattenprojekt realisiert.

Die Initiative für dieses Treffen ging zwar von Elvis aus, doch Nixon wusste sehr wohl um den positiven Effekt und beauftragte sicher nicht ohne Grund den Fotografen des Weißen Hauses, während der Begegnung eine umfangreiche Serie von Fotos aufzunehmen. Schließlich steckte das Land zu jener Zeit in dem unbeliebten und vor allem opferreichen Krieg mit Nordvietnam, und da konnte positive Publicity keinesfalls schaden. Geschadet hat sich Präsident Nixon am Ende selber, als er über die "Watergate"-Machenschaften stolperte und 1974 vorzeitig aus dem Amt scheiden musste (andernfalls hätte ihm ein Amtsenthebungsverfahren gedroht).
Als Elvis im Sommer 1975 wegen Krankheit seine Gastspielreihe in Las Vegas abbrechen musste und zur stationären Behandlung in eine Klinik nach Memphis zurück kehrte, gehörte Nixon zu jenen, die Elvis baldige Genesungswünsche übermittelten.


Shakehands mit dem künftigen US-Präsidenten Bush



Am 16. Januar 1971 wohnte Elvis dem 33. Kongress der U.S. Jaycees (United States Junior Chamber of Commerce / Industrie- und Handelskammer) im Holiday Inn-Rivermount in seiner Heimatstadt Memphis bei, bei dem "The Ten Outstanding Young Men Of The Nation", also die zehn herausragendsten jungen Männer Amerikas des vorangegangenen Jahres, geehrt wurden.
Die Feierlichkeiten begannen am Morgen mit einem sogenannten Prayer Breakfast, bei dem das Erscheinen von Elvis und Priscilla die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zog. Pressevertreter durften kurz ein paar Aufnahmen machen und mussten dann wieder den Saal verlassen.
Danach wurde eine private Frage-Antwort-Runde mit den Preisträgern abgehalten, bei der die Presse ebenfalls ausgeschlossen war. Auf der Ehrentribühne saß Elvis übrigens neben Ron Ziegler, dem Pressesekretär von Präsident Nixon, der ebenfalls zu den Geehrten gehörte.

Am späten Nachmittag, um 17 Uhr, lud Elvis zu einem kleinen Cocktail-Empfang für die Honoratioren und Mitglieder der Jaycees nach Graceland. Laut Marty Lacker wurde jeder Geehrte mit seiner weiblichen Begleitung am Eingang von einem der Leute von Elvis in Empfang genommen und durch Graceland geführt. Später gab es ein festliches Dinner im Four Flames Restaurant, das von Elvis ausgerichtet wurde. Lacker beschrieb die frischen Blumen-Sträuße und Kronleuchter und berichtete, dass es an jedem Tisch Platzkärtchen gab, die Elvis persönlich mit dem TCB-Logo signiert hatte. Serviert wurde das Abendessen von Kellnern mit weißen Handschuhen, und für die musikalische Umrahmung sorgte nicht Elvis, sondern ein Geiger.

Am Abend dann folgte das Preisverleihungs-Bankett, wo alle zehn Honoratioren die Auszeichnung zu einem der "Ten Outstanding Young Men of the Nation" entgegen nahmen.

Nach einem Dinner, das jeden Teilnehmer schlappe 2.000 Dollar kostete, hielt ein gewisser George Bush, der damals frischgebackene US-Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, als Vertretung für Vizepräsident Spiro Agnew eine Rede, und als sich im Anschluss Mr. Presley und Mr. Bush kurz trafen, ahnte Elvis sicher nicht, dass ihm so eben der zukünftige US-Präsident die Hand gegeben hatte...
Schließlich hielt auch Elvis eine kurze Ansprache, in der er u.a. sagte: "Als ich noch ein Kind war, meine Damen und Herren, habe ich oft geträumt. Ich las Comic-Bücher, in denen ich zum Helden wurde. Ich sah mir Filme an, und ich wurde auch in ihnen zum Helden. Jeder Traum, den ich einmal hatte, wurde hundertfach wahr." Wie berichtet wird, war Elvis bei seiner Dankesrede nervös und aufgeregt, aber gleichzeitig auch berührt und sehr stolz. Er schloss mit dem Zitat aus einem seiner Lieblingslieder: "Ich habe sehr früh im Leben gelernt, dass ohne ein Lied der Tag nicht enden würde, ohne ein Lied der Mensch keinen Freund hätte, ohne ein Lied die Straße niemals abbiegen würde. Also werde ich weiterhin Lieder singen.
Noch einen schönen Abend und Danke!"
(Den Mittelteil der Rede - Stichwort "Königreich" - habe ich ausgespart, da ich den Sinn nicht wirklich verstehe)

George Bush hatte 1970 zum zweiten Mal für den US-Senat kandidiert und war von 1967 bis 1971 Mitglied des US-Repräsentantenhauses für seinen Heimatstaat Texas, von 1971 bis 1973 dann UN-Botschafter.
Er stieg weiter die Karriereleiter empor (u.a. CIA-Direktor 1976/77) und wurde zunächst unter Ronald Reagan Vizepräsident und 1988 schließlich 41. Präsident der Vereinigten Staaten.
Von allen US-Präsidenten seit 1980 regierte Bush nur eine Wahlperiode lang, Reagan, Clinton, sein Sohn George W. Bush und auch Obama deren zwei.
Zu den wichtigsten Ereignissen seiner Amtszeit gehörten u.a. die deutsche Wiedervereinigung (siehe 2+4-Gespräche) und der zweite Golf-Krieg (Im Rahmen der "Operation Desert Storm" Sieg über die irakische Armee, die auf Geheiß von Präsident Saddam Hussein das Nachbarland Kuwait besetzt und annektiert hatte).
Am Rande sei erwähnt, dass Elvis (geehrt in der Rubrik Entertainment) und der Geschäftsmann Harry W. Cherry mit jeweils 35 Jahren die ältesten der 10 Preisträger waren; der jüngste von ihnen, Paul W. Bucha (Militär), war 27.


Verhinderte Parker ein Privat-Konzert vor dem Präsidenten?

Bezüglich Elvis und dem republikanischen Präsidenten Gerald Ford, nach dem Rücktritt Nixons eine Art "Übergangspräsident" bis zu den nächsten Wahlen (1974-1977), sind mir keine Berührungspunkte bekannt - mit Ausnahme der Tatsache vielleicht, dass Elvis' früheres Background-Quartett The Jordanaires 1976 eine Privatvorstellung für den Präsidenten im Weißen Haus in Washington gab - damals in der Besetzung Gordon Stoker (erster Tenor), Neal Matthews (Lead-Sänger und zweiter Tenor), Hoyt Hawkins (Bariton) und Ray Walker (Bass).
Laut einer Überlieferung soll übrigens auch Elvis einmal gefragt worden sein, ob er für den Präsidenten auftreten würde, doch dank seines nimmersatten Managers wurde daraus nichts.
In seinem Buch "Mystery Train" zitiert Greil Marcus den Rockmusik-Kritiker Stu Werbin wie folgt:

Es sieht ganz so aus, als ob der "gute Deutsche", der für den Präsidenten die Konzerte im Weißen Haus organisierte, es tatsächlich geschafft hatte, über einen dieser vielen Kanäle die Telefonleitung von Colonel Tom Parker zu erreichen, was nur in ganz seltenen Ausnahmefällen gelang. Einmal mit ihm verbunden, überbrachte er, was er als die privilegierteste Einladung erachtete:
Der Präsident bittet Elvis Presley, (für ihn) aufzutreten. Der Colonel begann schnell zu rechnen und sagte dann zu dem Mann, dass Elvis es als eine Ehre betrachten würde. Für den Präsidenten würde Elvis' Gage zuzüglich der Reise- und Unterkunftskosten für seine Begleitband (nur) 25.000 US-Dollar betragen. Der "gute Deutsche" schnappte nach Luft.
"Colonel Parker, niemand wird dafür bezahlt, wenn er vor dem Präsidenten auftritt!"
"Nun, mein Sohn, davon weiß ich nichts", antwortete der Colonel schroff, "aber eines weiß ich ganz genau: Niemand bittet Elvis Presley darum, umsonst für ihn aufzutreten."

Eine in gewisser Weise tragikomische Anekdote, doch leider weiß ich nicht, um welchen Präsidenten es sich dabei gehandelt hat - Marcus schweigt sich diesbezüglich ebenso aus wie über die Identität des geheimnisvollen "guten Deutschen".


Staatsoberhäupter mit gutem (Musik-)Geschmack, Teil 1:
Carter, der Elvis-Fan




Am 30. Juni 1973 traf Elvis vor seinem Auftritt in Atlanta, Georgia, backstage im "Omni" den Gouverneur von Georgia und künftigen demokratischen US-Präsidenten Jimmy Carter sowie dessen Ehefrau Rosalynn. Carter war ein bekennender Elvis-Fan und löste 1977 Gerald Ford als 39. Präsident der Vereinigten Staaten ab. Noch als Gouverneur proklamierte er am 8. Januar 1974 - anlässlich Elvis' 39. Geburtstag - in Georgia den "Elvis-Presley-Tag".
Larry Geller berichtet in seinem Buch von einem Neujahrstelefonat, dessen Zeuge er kurz nach dem Jahreswechsel 1976/77 in Pittsburgh wurde:

Gegen zwei Uhr morgens waren wir zurück im Hilton. (...) Im gleichen Augenblick klingelte das Telefon. Ich nahm ab und hörte eine Stimme sagen: "Ist Mr. Presley in der Nähe? Präsident Carter möchte mit ihm sprechen."
Ich hielt den Hörer zu und gab die Frage an Elvis weiter, er nickte. "Frohes Neues Jahr, Mr. President", sagte Elvis. Alles, was ich in den folgenden zehn Minuten von ihm hörte, war "ja", "liebend gern", "Das wäre mir eine Ehre". Elvis strahlte über das ganze Gesicht, als er den Hörer wieder auf die Gabel legte.
"Lawrennce", sagte er erregt, "ich bin gerade nach Washington eingeladen worden. Präsident Carter hat mich gebeten, sein Sonderberater zu werden - über die amerikanische Jugend, die Musikszene und andere Projekte. Mann, ich kann es nicht glauben! Er sagte, er würde sich nach der Amtseinführung gerne mit mir treffen. Ich soll ins Weiße Haus kommen."
(...)
Auch wenn Elvis den sachlich-nüchternen Aspekten der Politik nichts abgewinnen konnte, Pläne wie der von Präsident Carter faszinierten ihn. Er hatte eine vage Vorstellung dessen, wie er der Nation von Diensten sein könnte; zum Beispiel in ihrem Kampf gegen die Drogen, den Elvis als wichtigen Beitrag betrachtete. "Ich würde gerne meinem Land helfen und meinen Einfluss geltend machen. Und du kannst mir dabei helfen und mich beraten. Yeah! Carter hat gesagt, er würde eigens für mich ein neues Amt einführen."


So unwahrscheinlich die Möglichkeit auch schien, Elvis ging völlig in diesem Gedanken auf. Ich merkte zum unzähligsten Male, wie wenige Herausforderungen sein Leben für ihn bereit hielt, wie wenige Möglichkeiten es für ihn gab, außerhalb seines kleinen Universums etwas zu bewirken.

Nach dem 16. August 1977 gab Carter eine entsprechend würdigende Erklärung ab:

"Der Tod Elvis Presleys raubt unserem Land einen Teil seiner selbst. Er war einmalig und ist unersetzbar. Vor mehr als 20 Jahren hat er mit einer Wucht die Bühne betreten, die es nie zuvor gegeben hat und die wahrscheinlich nie wieder erreicht werden wird. Seine Musik und seine Persönlichkeit, die den Stil weißer Country-Musik und den schwarzen Rhythm & Blues miteinander verschmolzen, haben das Gesicht der populären Kultur Amerikas dauerhaft verändert. Seine Gefolgschaft war enorm, und für Menschen in aller Welt war er ein Symbol für die Vitalität, den Widerspruchsgeist und die gute Laune dieses Landes.“

Dies war die erste offizielle Erlärung eines US-Präsidenten zum Ableben eines Unterhaltungskünstlers, was einmal mehr Elvis' Stellenwert unterstreicht.
Kurz vor Elvis' Tod, am Nachmittag des 14. Juni 1977, hatte es ein letztes, ca. 5-minütiges Telefonat zwischen Elvis und Carter gegeben, über das Buch-Autor Albert Goldman wie folgt berichtete:

George Klein, ein ortsansässiger Diskjockey, stand nie auf Elvis' Gehaltsliste, galt aber als Mitglied der Memphis-Mafia. Am 22. Februar 1977 wurde gegen ihn Anklage erhoben wegen Anstiftung zur Postunterschlagung in einem Fall, wegen Besitz von gestohlener Post in drei Fällen und wegen Beihilfe zu dem Verbrechen, in das auch ein Briefträger aus Memphis verwickelt war. (Es handelte sich dabei um einen Eingriff in die Berichte von Arbitron Radio Research und die Fälschung der ermittelten Hörerquote.) Klein wandte sich an Elvis, der gewöhnlich, wenn Freunde und Verwandte von ihm in die Hände der Polizei gerieten, seinen Einfluss geltend machte. Aber dies war ein Bundesfall, der weit über seine normale Einflusssphäre hinaus ging. Nach gründlicher Überlegung beschloss er, sein Problem an höchster Ebene darzulegen. Präsident Jimmy Carter war ein Elvis-Fan. Als Elvis in Atlanta aufgetreten war, war er zweimal zu ihm hinter die Bühne gekommen, das erste Mal als Präsidentschaftskandidat*.
Eines Tages nahm David einen Anruf auf Elvis' Privatleitung im Schlafzimmer entgegen und hörte eine ihm nicht bekannte Stimme sagen: "Hier spricht ein Mitarbeiter des Weißen Hauses. Ist Mr. Presley da?" David ging zur Badezimmertür: "Elvis, da ist der Anruf, auf den du gewartet hast - aus dem Weißen Haus!" Elvis kam herein stolziert und warf ihm einen Blick zu, der bedeuten sollte: "Was hab ich dir gesagt?" Dann murmelte er: "Das ist 'ne ziemlich bedeutende Sache - ich nehme ihn lieber allein entgegen." Beim Verlassen des Zimmers hörte David, wie Elvis den Präsidenten mit "Mr. Carter" anredete.
Als David sich später nach dem Anruf erkundigte, ließ Elvis ihn kurz abfahren: "Die Sache ist erledigt." Damit wollte er andeuten, dass ein krummes Ding gelaufen wäre. Doch nach anderen Quellen aus seiner Begleitung hatte Carter ihm gesagt, dass die Sache bereits gerichtsnotarisch und daher nichts mehr dagegen zu machen sei. Der Prozess gegen Klein fand am 29. November 1977 statt. Er wurde wegen Anstiftung zur Postunterschlagung verurteilt. In den übrigen drei Anklagepunkten erfolgte Freispruch. Er saß 60 Tage im Bezirksgefängnis Shelby ab.


*Offenbar irrte sich Goldman in diesem Punkt, denn 1973 war in den USA kein Wahlkampfjahr und Carter folglich auch kein Präsidentschaftskandidat, als Elvis und er sich am 30. Juni backstage in Atlanta trafen. Wahrscheinlich meinte er "das zweite Mal als...", denn 1976 - als Carter tatsächlich auf Wahlkampftour war - , trat Elvis am 4., 5. und 6. Juni 1976 im Omni von Atlanta auf, gab drei Abendkonzerte ab jeweils 20.30 Uhr und am 5.6. zusätzlich eine Nachmittagsvorstellung ab 14.30 Uhr, weshalb ein weiteres Treffen (von dem ich allerdings nichts weiß) nicht zwingend auszuschließen ist.
Möglicherweise verwechselte Goldman aber auch schlicht und einfach Jimmy Carter mit dessen Bruder Billy Carter, der am 30. Dezember 1976 (als Jimmy Carter die Wahl zum Präsidenten zwar schon gewonnen hatte aber noch nicht vereidigt war) darum ersuchte, Elvis hinter der Bühne des Omni in Atlanta begrüßen zu dürfen. Larry Geller berichtet darüber folgendes:

"Joe kam herein und sagte, Billy Carter sei draußen und wolle Hallo sagen. Elvis strahlte und sagte: 'Klar, würde mich freuen, den Bruder des neuen Präsidenten kennen zu lernen.'
Einige Minuten später kam Joe mit ungefähr zehn Sicherheitsbeamten zurück, die zum Schutz des jüngeren Bruders von Jimmy Carter abgestellt worden waren. Der Verfassung nach zu urteilen, in der er sich befand, brauchte er wirklich jegliche Beschützung. Er torkelte zur Tür herein, wankte vor und zurück, und konnte sich kaum auf den Beinen halten - er war voll wie eine Haubitze. Elvis sah erst zu uns herüber - überrascht von dem Anblick, der sich uns bot - dann zu den Geheimpolizisten in ihren sauberen Straßenanzügen, die jede Bewegung, die Billy machte, im Auge behielten, während dieser an der Wand entlang schwankte. Nachdem sie die Garderobe wieder verlassen hatten, verzog Elvis humorig-ehrfürchtig das Gesicht und frotzelte: 'Puh, man sollte seinen Atem als Waffe zur nationalen Verteidigung einsetzen; das hat mich fast vom Hocker gehauen!' "


Nachdem Jimmy Carter dann am 20. Januar 1977 offiziell als Präsident vereidigt wurde, geht die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Backstage-Besuches beim King allein schon aus Gründen der Sicherheit gegen Null, würde ich sagen.

Nur einen Tag nach dem Backstagetreffen mit Billy Carter gab Elvis das zweite und zugleich letzte Sylvester-Konzert seiner Karriere. Nachdem er beim Jahreswechsel zuvor im riesigen Silverdome von Pontiac, Michigan, aufgetreten war, bestritt er seinen Auftritt am New Year's Eve 1976/77 in Pittsburgh, Pennsylvania, und ich erwähne das an dieser Stelle nur deshalb, weil Elvis - nachdem er "Jailhouse Rock" beendet hatte - von einem Fan ein besonderes Geschenk auf die Bühne gereicht bekam. Jim Curtin hatte Elvis eine (Miniatur-)Nachbildung der berühmten "Liberty Bell" (etwa in der Größe einer Schiffsglocke) mitgebracht, und nachdem er sich bemerkbar gemacht hatte, nahm Elvis sie auch persönlich am Bühnenrand entgegen, nachdem sie sich die Hand gegeben hatten. Davon anscheinend überrascht, übergab Curtin sie mit Glückwünschen zu Weihnachten, zum Jahreswechsel und auch zum Geburtstag, was auf einem Privatmitschnitt des Konzerts gut zu hören ist.
Die "Freiheitsglocke" wurde übrigens geläutet, als die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia am 8. Juli 1776 zum ersten Mal auf dem Independence Square, dem Unabhängigkeitsplatz, in der Öffentlichkeit verlesen wurde.
Das Besondere an der Glocke ist ein Riss im Klangkörper, der über mehr als die halbe Höhe der Glocke führt und sie dadurch funktionsunfähig macht. Heute hängt sie im Liberty Bell Pavillon, der zum Independence National Historical Park von Philadelphia gehört, und gilt immer noch als das wichtigste amerikanische Symbol von Freiheit und Demokratie. Zudem gehört die Glocke, die zuletzt 1846 zum Geburtstag von George Washington das letzte Mal geschlagen haben soll, als Teil der Independence Hall zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Was inzwischen aus Elvis' "Liberty Bell" geworden ist, ob sie irgendwo im Trophäenraum ausgestellt ist oder auf einem Speicher oder in einem Depot Staub ansetzt, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. 1993 wäre sie mir im Trophy Building bestimmt aufgefallen...
In Philadelphia selbst war Elvis natürlich auch mehrmals aufgetreten, und zwar am 5. und 6. April 1957 insgesamt viermal in der Sports Arena sowie 1971, '74 (2x), '76 und '77 jeweils im Spectrum - nur in der ehrwürdigen Independence Hall durfte er nie singen...

Irgendwo habe ich von einem weiteren Telefonat gelesen (nach der Vereidigung am 20. Januar 1977), bei dem Elvis von Carter angerufen wurde. Elvis sei jedoch nicht in der Lage gewesen, sich verständlich zu artikulieren, so dass kein richtiges Gespräch zustande kam. Als Elvis später versuchte, den Präsidenten zurück zu rufen, habe dieser das Telefonat aber nicht entgegen nehmen wollen.
Ich hätte dies gern genauer beschrieben, doch mir fällt beim besten Willen nicht mehr ein, wo es steht. Bei Geller, Goldman und Parker bin ich leider nicht fündig geworden...

Carter blieb nur für eine Wahlperiode im Amt, was vielleicht auch sein Glück war, denn als 1981 auf seinen Nachfolger Reagan geschossen wurde, fand das FBI heraus, dass der Attentäter ursprünglich Carter im Visier hatte, da er es personenunabhängig auf den amerikanischen Präsidenten abgesehen hatte...


Backstage-Besuch durch den Gouverneur von Louisiana



Am 4. März 1974, vor einem Auftritt im Civic Center von Monroe, Louisiana, wurde Elvis backstage von Edwin Edwards, dem Gouverneur von Louisiana, besucht. Auf den Fotos, die dabei gemacht wurden, ist eine Auszeichnung zu sehen, die ich leider noch nicht identifizieren konnte. Somit weiß ich auch nicht, ob sie vom Gouverneur überreicht wurde oder nichts mit diesem zu tun hat.
Weiß vielleicht jemand von Euch, was Elvis da in der Hand hält?
Von 1965 bis 1972 vertrat Edwards den Staat Louisiana im US-Repräsentantenhaus in Washington, danach war er dreimal Gouverneur seines Bundesstaates: zunächst zwei Amtsperioden lang (die damalige Maximaldauer) von 1972 bis 1980, dann erneut von 1984 bis 1988 und ein letztes Mal von 1992 bis 1996.
Von 2001 bis 2011 verbüßte der Ex-Gouverneur eine Haftstrafe wegen mehrerer Vergehen (u.a. wegen Erpressung und Geldwäsche); 2014 kandidierte er nochmals für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus.


Elvis sympathisiert mit dem Gouverneur von Alabama



Am 6. März 1974 ließ sich der mehrmalige demokratische Präsidentschaftskandidat und Gouverneur von Alabama, George C. Wallace, mit Elvis fotografieren. Der King trat an diesem Tag im Garrett Coliseum von Montgomery auf und empfing vor der Show backstage den Gouverneur und dessen Familie; neben den Leibwächtern Sonny West, Dick Grob und Red West durften auch Elvis' Vater Vernon, der "Colonel" und Roadmanager Joe Esposito der Begegnung beiwohnen.
Wallace saß übrigens im Rollstuhl, nachdem ein Attentäter im Mai 1972 während des Präsidentschafts-Wahlkampfes (nach 1964 und 1968 war dies sein dritter Anlauf) mehrere Schüsse auf ihn abgegeben hatte und ihn dabei schwer verletzte. Zu jenen, die damals Genesungswünsche übermittelten, gehörte auch Elvis, der Wallace außerordentlich schätzte und sogar angeboten haben soll, die seinem Freund widerfahrene Tragödie zu rächen!
Womöglich angespornt durch seinen Amtskollegen in Georgia, proklamierte Wallace im März 1974 gleich eine ganze "Elvis-Presley-Woche"!
1976 ließ sich Wallace ein viertes und letztes Mal als US-Präsidentschafts-Kandidat aufstellen, verlor aber in den Vorwahlen gegen Jimmy Carter, der sich innerhalb der demokratischen Partei gegen ihn durchsetzen konnte.
Am 18. August 1977, dem Tag, als Elvis beigesetzt wurde, schickte Gouverneur Wallace ein Beileidstelegramm "an die Familie von Elvis Presley", womit in erster Linie natürlich Vater Vernon und Tochter Lisa gemeint waren:
"Bitte nehmen Sie unser von Herzen kommendes Beileid entgegen. Die Menschen von Alabama teilen gemeinsam mit mir Ihre Trauer. Elvis war der größte Unterhaltungskünstler unserer Zeit, und wir alle werden ihn vermissen. Möge der Herr Sie alle (be)schützen."
1978 endete Wallace' dritte Amtszeit als Gouverneur von Alabama, 1982 wurde er - nach 1962, 1970 u. 1974 - ein viertes und letztes Mal zum Gouverneur seines Heimatstaates gewählt. 1998 starb er.


Spendenscheck für den Gouverneur von Mississippi



Am 5. Mai 1975 entstand backstage im Mississippi Coliseum auf den State Fairgrounds in Jackson, Mississippi, ein gemeinsames Foto von Elvis und Bill Waller, dem Gouverneur von Mississippi (1972-1976). Anlass war die offizielle Übergabe eines Spendenschecks in Höhe von nicht weniger als 110.000 US-Dollar, mit denen Elvis die Opfer eines Tornados unterstützte, der am 9. Januar 1975 über die Ortschaft McComb und Umgebung hinweg gefegt war. Der Tornado hatte, etwa 30 Meilen im Umkreis von McComb, ein Meer der Verwüstung hinterlassen und insgesamt neun Todesopfer im Alter von 1 1/2 bis 86 Jahren sowie viele Verletzte gefordert - da waren die geschätzten 10.000 umgeknickten Bäume im State Park und der zerstörte Yachthafen noch das geringere Übel.
Elvis selbst hatte, als er davon erfuhr, etwas für seinen Herkunftsstaat tun wollen, und so beauftragte er seinen Manager mit der Organisation eines Benefiz-Konzerts. (Als ich 1993 Tupelo besuchte, wurde im Elvis-Presley-Museum hinter dem Geburtshaus dieser Brief von Elvis ausgestellt)
Zu dem Benefiz-Konzert am 5. Mai kamen mehr als 10.000 Fans, und Elvis bezahlte alle Kosten aus eigener Tasche: die Gage für seine Musiker, den Lohn für die Bühnentechniker, die Saalmiete usw.
Über der Bühne im Mississippi Coliseum hatten die Veranstalter (Fans?) ein Transparent angebracht, auf dem stand: "Mississippi ist im Elvis-Fieber".


Elvis-Konzert am 200. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung



Schon viele Male hatte Elvis die "American Trilogy" vor seinem Live-Publikum zelebriert, seit er sie im Februar 1972 in sein Repertoire aufnahm. Doch nun, am Abend des 4. Juli 1976, stand der Song in einem ganz besonderen Kontext. Knapp 15.000 Menschen hatten sich im Mabee Center der Oral Roberts University von Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma versammelt, um mit einem Elvis-Presley-Konzert nichts Geringeres als den 200. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung würdig zu feiern - den 200. Geburtstag der USA!
Dem besonderen Anlass Rechnung tragend, erschien Elvis nicht nur in dem neu entworfenen Blue Bicentennial Jumpsuit (den er im Verlaufe der Tournee auch als weiße Ausführung mit blauen statt weißen Ärmeln trug), sondern auch mit einem überdimensionalen Uncle-Sam-Hut, den ihm Fans auf die Bühne reichten (wie überliefert wird, fand Manager Parker diese Idee alles andere als amüsant).
Neben der "Trilogy", die den lobenswerten Versuch unternahm, mit einer Verschmelzung der alten Südstaatenhymne "Dixie", der "Battle Hymn Of The Republic" von den Yankees im Norden und dem Sklaven-Klagelied "All My Trials" eine Art musikalische Versöhnung zwischen Nord und Süd, zwischen Schwarz und Weiß zu erreichen, durfte an diesem besonderen Abend natürlich auch "America The Beautiful" nicht fehlen, eine inbrünstige Liebeserklärung an "God's Own Country", die er bereits im ersten Teil seiner Show zum besten gab. Die Zuschauer konnten es wahrscheinlich gar nicht erkennen, doch Elvis trug an diesem Abend auch einen sehr ungewöhnlichen Gürtel: das Symbol auf der Frontschnalle und den Seitenelementen war nämlich dem Siegel des amerikanischen Präsidenten nachempfunden, möglicherweise aber auch jenem des US-Repräsentantenhauses, denn aus der Nähe konnte ich diesen Gürtel leider noch nicht betrachten.

Vielleicht war es Zufall, vielleicht aber auch gewollt, dass dieses Konzert ausgerechnet in Oklahoma statt fand, denn diesen Bundesstaat gab es zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs noch nicht; Oklahoma konnte also weder für die Union noch für die Sezession Partei ergreifen. Das Gebiet, das erst 1907 unter der Bezeichnung Oklahoma in die Union aufgenommen wurde, war damals das sogenannte Indianer-Territorium. 1830 hatte der Kongress den "Indian Removal Act" verabschiedet, das sogenannte Indianerumsiedlungsgesetz, in dessen Folge alle verbliebenen Stämme östlich des Mississippi ins heutige Oklahoma zwangsumgesiedelt wurden. Spätestens im Jahr 1838 waren im weitesten Sinne auch die Vorfahren von Elvis Presley mütterlicherseits betroffen. Im berühmt-berüchtigten "Trail of Tears", dem "Zug der Tränen", wurden nun auch die Cherokee aus ihrer Heimat im jetzigen Georgia ins Indianer-Territorium/Oklahoma umgesiedelt, wobei rund 4.000 Stammesangehörige aufgrund der Strapazen und Unterernährung unterwegs umkamen - wenn man so will, war dies nichts anderes als ein Todesmarsch, wenngleich der Begriff erst viele Jahre später in einem anderen Zusammenhang geprägt werden sollte.
Wie wir wissen, war Elvis' Ur-Ur-Ur-Großmutter mit dem poetisch klingenden Namen Morning Dove (also Taube am Morgen) eine Stammesangehörige der Cherokee, und es ist nicht auszuschließen, dass auch Angehörige ihrer Familie betroffen waren.
Ein gewisser William Mansell aus Tennessee (Elvis' Ur-Ur-Ur-Großvater) hatte als Angehöriger der US-Armee in Alabama, Georgia und Florida an Kämpfen gegen die dortigen Indianer teilgenommen, ehe er 1818 seinen Dienst quittierte und zurück in die Heimat ging - und dabei mutmaßlich die junge, damals erst 18-jährige Morning Dove mit sich nahm. Ohne an den Fortgang der Ereignisse zu denken, könnte man meinen, dass ihr Billy Mansell dadurch indirekt das Leben gerettet hatte, doch bereits 1835 starb die 35-jährige Morning Dove, inzwischen verheiratete Mansell, bei der Geburt ihres dritten Kindes - welch bittere Ironie.

Während seiner gesamten Karriere war Elvis übrigens nur dreimal am 4. Juli aufgetreten. Wie Peter Schittler im Magazin "Bringin' It Back" (Ausgabe 10) eindrucksvoll rekonstruiert hat, stand Elvis am Unabhängigkeitstag des Jahres 1955 gleich dreimal auf der Bühne, und zwar ausnahmslos in Texas: am Nachmittag in der City Recreation Hall von Stephenville, am frühen Abend im Hodges Park von DeLeon (wo er ausschließlich Gospel-Songs vorgetragen haben soll) und schließlich ab 20 Uhr in der Soldier`s & Sailor`s Memorial Hall von Brownwood.
Auch im Jahr darauf - Elvis war inzwischen bei RCA unter Vertrag und schon mehrmals im landesweiten Fernsehen aufgetreten - gab er ein Konzert am 4. Juli, und zwar im Russwood Park seiner Heimatstadt Memphis, welches sogar (angeblich in Farbe!) gefilmt worden sein soll. Die Gelegenheit nutzend, hatte Elvis seine ganze Familie mitgebracht, also Vernon, Gladys, Großmutter Minnie Mae und seine damalige Freundin Barbara Hearn - Alfred Wertheimer hat auch sie in seinem Bildband abgelichtet, als sie zu ihren Klappstühlen in der ersten Reihe eskortiert wurden. Elvis selbst war angesichts der Menschenmassen in einem Streifenwagen der Polizei zum Stadion gebracht worden, und die Bildbeschreibung zu der betreffenden Wertheimer-Aufnahme lautet:
"Hilfssheriffs und Militärpolizei der Marine schirmen Elvis auf seinem Weg zur Bühne ab. Als er vor 14.000 Menschen auf die Bühne trat, verkündete er ihnen: 'Heute abend werde ich euch den wirklichen Elvis zeigen'. Und er hielt Wort." Damit spielte Elvis auf seinen gerade erst erfolgten Fernsehauftritt an, bei dem ihn Showmaster Steve Allen in einem Wrack mit Zylinder vorgeführt hatte (Elvis dachte aber nicht daran, den Zylinder aufzusetzen), während der 21-jährige seinen Hit "Hound Dog" einem leibhaftigen Hund vorsingen musste, den man auf ein Podest gesetzt hatte.
Danach sollten nicht weniger als 20 Jahre (!) vergehen, ehe Elvis am bedeutendsten Feiertag des Landes noch einmal vor Publikum auftrat...



Fortsetzung folgt...
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Alt Alt 25.02.2015, 13:34
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