Weihnachten 1958 war für Elvis besonders hart. Im August hatte er seine geliebte Mutter Gladys verloren. Jetzt war er als Soldat der US-Armee in Deutschland stationiert, weit weg von zu Hause und außerdem besorgt, dass seine Musik- und Filmkarriere auf Eis lag.
Elvis‘ Kameraden hatten den Weihnachtsbaum der Kompanie geschmückt. Sie hatten gesammelt und eine Party für die Waisenkinder im nahegelegenen Friedberg gegeben. Elvis hatte die Gegend besucht, um für den neuen Polioimpfstoff zu werben. An dem Tag, an dem einige der Männer in den Urlaub gehen und Urlaub machen sollten, mussten sie ihre gesamte Ausrüstung reinigen und überprüfen lassen und konnten ihre Urlaubspässe nicht vor 17:00 Uhr bekommen.
Aus dem Buch Soldier Boy Elvis von Elvis‘ Zugführer Ira Jones erfahren wir:
Einige der Jungs summten und sangen Weihnachtslieder. Ein Soldat bat Elvis, ihnen zu zeigen, wie er seine Weihnachtslieder singt. Er putzte die Spiegel in der Latrine fertig und schloss sich dann der Menge an. Er forderte sie auf, „ein Instrument zu bauen“. Heraus kamen Löffel, Kämme aus Wachspapier und improvisierte Trommeln, bei denen Zeltpflöcke als Trommelstöcke dienten. Sie sangen mit großer Inbrunst eine Rockversion von „White Christmas“. Es war fast 17:00 Uhr und ein Soldat fragte, bevor sie gingen, ob Elvis „Stille Nacht“ singen würde. Elvis nahm die Gitarre und bat seinen Sergeant, ihm zu helfen. Sergeant Jones erinnert sich: „Elvis sang wie in Trance, ohne die Löffel, Kämme und Zeltpflöcke zu bemerken … Irgendwann verstummten die Instrumente und nur Elvis‘ Stimme war zu hören. Diejenigen, die vorbeigingen, unterbrachen ihn nicht. Sie gingen einfach schweigend an Elvis vorbei, berührten seine Schulter und gingen zur Tür hinaus. Nach dem Lied wurde kein weiteres Wort gesprochen, bis Elvis den Zauber brach. ‚Frohe Weihnachten, alle zusammen‘, sagte er. ‚Frohe Weihnachten, Elvis!‘, antworteten sie im Chor.“
Am Weihnachtstag kam Sergeant Jones in die Kaserne, um nach denen zu sehen, die nicht im Urlaub waren. Er erwartete, einen düsteren Ort vorzufinden. Stattdessen herrschte in der Kaserne reges Treiben. Auch Elvis hatte an die gedacht, die nirgendwohin konnten, und war mit einer zu Besuch weilenden Filmschauspielerin vorbeigekommen. Er nahm sich die Zeit, sie jedem Soldaten vorzustellen, bevor sie zu einer Show nach Frankfurt aufbrachen. Nachdem er gegangen war, sagte ein Soldat zu Jones: „Wissen Sie, Sergeant, dieser Elvis weiß wirklich, wie man Menschen eine gute Stimmung verschafft.“ Jones antwortete: „Amen.“ Und dann riefen die Jungs in der Kaserne „Amen!“ zurück.
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