When Elvis Got The Blues

Teil 1



Im Sommer 1969 machte er beim legendären Woodstock-Festival auf sich aufmerksam: während Elvis im Spielerparadies Las Vegas eine triumphale Rückkehr auf die Konzertbühne feierte, beeindruckte ein gewisser Joe Cocker mit einer leidenschaftlichen Cover-Version der Beatles-Komposition „With A Little Help From My Friends“ Zuschauer und Kritiker gleichermaßen und etablierte sich im Laufe der folgenden Jahre als einer der führenden Blues-Interpreten der Gegenwart. Und ausgerechnet dieser große Mann mit der unverwechselbaren Reibeisenstimme, der inzwischen seinen Platz an der Tafel der unsterblichen Helden der Rock- und Popmusik eingenommen hat, machte seinem Kollegen aus Memphis Jahre später ein so großes Kompliment, das dieser zweifelsohne an ihn zurück gegeben hätte: Elvis sei, so Cocker, „The Greatest White Blues Singer In The World“, der größte/beste Blues-Interpret nichtschwarzer Hautfarbe – und zwar weltweit! Ähnlich anerkennend äußerte sich beispielsweise im Mai 1974 der Journalist Robert Hilburn von der „Los Angeles Times“, der nach einer Konzert-Beobachtung im Inglewood Forum von L. A. über die „signifikanteste Figur in der Entwicklung der Rock-Musik“ schrieb: „...seine Stimme ist, wenn er sich entschließt, sie einzusetzen, so effektiv wie eh und je. Er bleibt auch weiterhin der ansprechendste zeitgenössische Country-/Blues-Sänger“.

Doch seien wir ehrlich: denkt man an den Blues, denkt man nicht in erster Linie an den König des Rock'n'Roll. Es fallen einem (zumindest mir) zuallererst Namen ein wie Muddy Waters, B. B. King oder John Lee Hooker, und dennoch war der Blues eine der wesentlichen musikalischen Inspirationen, die den jungen Elvis Presley beeinflussten, als er zunächst in Tupelo/Mississippi und später dann in Memphis/Tennessee heran wuchs. Wie oft sich der Teenager von zu Hause fort stahl, um in der als „Home of the Blues“ berühmten Beale Street in Downtown Memphis den „unanständigen“ Botschaften und magischen Klängen in den Clubs, Spielunken und Treffpunkten zu lauschen, wissen wir natürlich nicht, doch neben dem Gospel und der „weißen“ Country Music war es der „schwarze“ Blues, den Elvis geradezu in sich aufsaugte und nicht etwa stahl – wie immer wieder kolportiert wird – , sondern durch seine ihm eigene Art und Weise einer breiteren Hörerschaft zugänglich machte, was wiederum einer gewissen Türöffnerfunktion für schwarze Musiker gleich kam, wie beispielsweise Little Richard neidlos anerkannte.

In einem Interview berief sich Elvis, auf seine musikalischen Einflüsse angesprochen, auf Blues-Musiker wie Arthur „Big Boy“ Crudup (von dem er übrigens mehrere Songs coverte) oder auch „Big“ Bill Broonzy, und er vergaß dabei nicht zu erwähnen, dass er mit dieser Art Musik daheim bei seiner Familie eher nicht auf Gegenliebe stieß.
Seine Bekanntschaft mit dem Größten dieser Musikrichtung, B. B. King, ist ebenso durch Fotos belegt wie jene mit dem Blues-Musiker „Little“ Junior Parker, und dass ausgerechnet der „King of Blues“ nach Elvis' Tod das Film-Lied „Love Me Tender“ coverte (1982 auf der gleichnamigen LP), hätte Elvis sicher geschmeichelt.

Dass damals in den 50er Jahren noch strikte Rassentrennung herrschte (was sich natürlich auch auf die Musik auswirkte), veranschaulicht sehr gut das Erscheinen von Elvis' erster Weihnachts-LP im Spätherbst 1957. Man kann sich die entsetzten Gesichter der (hellhäutigen) Eltern-Generation gut vorstellen, als sich zum Weihnachtsfest auf dem heimischen Plattenteller „Elvis' Christmas Album“ zu drehen begann und die besinnliche Weihnachtsstimmung gleich mit dem ersten Titel urplötzlich zerplatzte: „Der Weihnachtsmann kommt... in einem großen schwarzen Cadillac“, hieß es da, vorgetragen von einer wilden, aufbegehrenden Stimme, die gut und gerne die eines Schwarzen sein konnte, und es spielte wohl keine Rolle, dass nach dem ruppigen Opener „Santa Claus Is Back In Town“ nur noch ruhige Töne angeschlagen wurden – die Platte wurde kurze Zeit nach ihrem Erscheinen wieder aus dem Katalog genommen und war erst 1970 (!) wieder erhältlich - allerdings in veränderter Zusammenstellung. 1957 jedoch erhielt ein Radio-DJ postwendend seine Kündigung, weil er es "gewagt" hatte, Elvis' swingende Version von „White Christmas“ über den Sender zu schicken!

Zu dieser Zeit war die Million Dollar, von der einst der ortsansässige Plattenproduzent Sam Phillips laut geträumt hatte, fände er doch nur einen Weißen, der die Stimme und das Feeling eines Schwarzen besäße, längst verdient – aber nicht von ihm, sondern von der Konkurrenz in Form des Major Labels RCA Victor, das den aufstrebenden und vielversprechenden jungen Sänger für weniger als 50.000 Dollar aus dem Sun-Vertrag heraus löste (eingefädelt vom „Colonel") und praktisch über Nacht einen „Gold-Esel“ im Stall hatte.
Doch dabei war es dieser Sam Phillips, der in seinem Sun Recording Studio in der Union Avenue von Memphis die ersten Blues-Nummern mit Elvis produzierte – erinnert sei nur an das phantastische „Trying To Get To You“, das der King auch noch 1977 mit hörbarer Leidenschaft in seinen Konzerten performte.

Im Gegensatz zu Künstlern, die konsequent im Blues verwurzelt blieben (denken wir beispielsweise an die Rolling Stones), nahm Elvis eher sporadisch Blues-Titel auf, mal einen hier, mal einen da – aber (leider!) nie ein komplettes Album. Entsprechende Gerüchte im März 1973, wonach das kommende Studio-Album den Titel „Elvis: Blues `73“ tragen würde, erwiesen sich letztendlich als heiße Luft, denn auf der fertigen „Fool“-LP war alles Mögliche zu hören - aber kein Blues!

Abgesehen von diesen vereinzelten Aufnahmen gab es eigentlich nur drei Phasen, in denen Elvis bei ein- und demselben Studio-Termin gleich mehrere Blues-Titel einspielte: 1960, unmittelbar nach der Ableistung seines Militärdienstes, 1968 im Rahmen der Einspielungen für das NBC-TV Special und 1969, als Elvis seit seinen Anfängen bei Sun Records erstmals wieder in einem Plattenstudio daheim in Memphis aufnahm.
1973, als Elvis im einst legendären Stax Studio (wieder in seiner Heimatstadt Memphis) Aufnahmen machte, waren abermals ein paar sehr interessante Blues- und Soul-Stücke dabei, doch im wesentlichen war es das dann auch.

Die eigentlich unerfreuliche Tatsache, dass RCA diese (z.T.) Blues-Juwelen für LP-Veröffentlichungen mit stilistisch artfremdem Material mischte, schmälerte oftmals ihre Bedeutung, und deshalb kann man leider nur entsprechende Compilations empfehlen, wollte man jemandem den Blues-Elvis näher bringen.

Ich glaube, es kann sicher nicht schaden, sich der Thematik anzunähern, in dem wir zu Beginn einen Blick auf die Hits in den stilbetreffenden Charts werfen, also die Rhythm & Blues Charts, die das amerikanische Musikfachblatt Billboard bis zum Juni 1949 noch unter der abschätzigen Bezeichnung Race Records führte, ehe die Rubrik in Rhythm & Blues Records geändert wurde.
Gewiss handelt es sich nicht bei jedem Titel um einen lupenreinen Blues oder Rhythm & Blues, doch ein Überblick darüber, welche Elvis-Songs vom R&B-Publikum besonders nachgefragt wurden, kann sicher nicht schaden.
Auf die eigentlichen Blues-Stücke des King werde ich im nächsten Teil zu sprechen kommen...



("Re-mastered", Juni 2017)


Nachdem in den Jahren 1954/55 alle fünf Sun-Singles trotz eines Rhythm & Blues orientierten Titels auf der A-Seite (That's All Right, Good Rockin' Tonight, Milkcow Blues Boogie, Baby Let's Play House u. Mystery Train) in den Billboard-Charts de facto gefloppt waren, weil dem kleinen Sun-Label von Sam Phillips in Memphis bezüglich überregionaler Promotion und Vertrieb schlicht und einfach Grenzen gesetzt waren, schaffte erst die Debüt-Single für das neue Major Label RCA Victor den Sprung in die R&B-Charts - und zwar auf Anhieb in den oberen Bereich!
Nachfolgend möchte ich alle 35 Songs in Erinnerung rufen, mit denen sich Elvis im Zeitraum vom 31. März 1956 bis zum 23. November 1963 in den R&B-Charts von Billboard platzieren konnte, wobei es sich in mehreren Fällen um A- und B-Seiten der gleichen Single handelte und in drei Fällen um Songs von einer EP.
Dass bei weitem nicht jeder dieser Titel im Stilbereich des Rhythm & Blues angesiedelt ist, muss ich an dieser Stelle nicht extra erwähnen – man hört es ja schließlich!


Die Chart-Betrachtungen sind wie folgt strukturiert:
Der durchnummerierten Chart-Woche folgt das Datum der jeweiligen Billboard-Ausgabe und die Platzierung, wobei die Höchstplatzierung farblich gekennzeichnet ist.


Heartbreak Hotel
US-Veröffentlichung: 27. Januar 1956

Hinweis:
Der Erscheinungstag des Billboard zu diesem Zeitpunkt war der Samstag; ausgewertet wurde die Woche bis zum Mittwoch der Vorwoche (!).
Somit waren die Chart-Daten bei Veröffentlichung bereits mehr als eine Woche alt.

R&B Best Sellers in Stores (= Plattenverkäufe):
01. 14.04.1956 #8
02. 21.04.1956 #8
03. 28.04.1956 #6
04. 05.05.1956 #5
05. 12.05.1956 #6
06. 19.05.1956 #5
07. 26.05.1956 #6
08. 02.06.1956 #7
09. 09.06.1956 #7
10. 16.06.1956 #7
11. 23.06.1956 #7
12. 30.06.1956 #8
13. 07.07.1956 #13



> Elvis' erste Platzierung in der Rubrik Rhythm & Blues von Billboard


Most Played R&B by Jockeys (= Air Play / Radiospielzeit):
01. 31.03.1956 #11
02. 07.04.1956 #12
03. 14.04.1956 #8
04. 21.04.1956 #13
05. 28.04.1956 #6
06. 05.05.1956 #4
07. 12.05.1956 #6
08. 19.05.1956 #8
09. 26.05.1956 #8
10. 02.06.1956 #10
00. 09.06.1956 -
00. 16.06.1956 -
11. 23.06.1956 #11
00. 30.06.1956 -
12. 07.07.1956 #15 (im Heft als 1. Woche notiert)

Most Played R&B in Juke Boxes:
01. 28.04.1956 #9
02. 05.05.1956 #6
03. 12.05.1956 #3
04. 19.05.1956 #7
00. 26.05.1956 -
05. 02.06.1956 #9



I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me
US-VÖ: 4. Mai 1956

R&B Best Sellers:
01. 16.06.1956 #10 (I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me)
02. 23.06.1956 #14 (I Want You, I Need You, I Love You)
03. 30.06.1956 #13 (I Want You, I Need You, I Love You)
04. 07.07.1956 #15 (I Want You, I Need You, I Love You)
00. 14.07.1956 -
00. 21.07.1956 -
05. 28.07.1956 #14 (I Want You, I Need You, I Love You)
06. 04.08.1956 #13 (I Want You, I Need You, I Love You)
07. 11.08.1956 #14 (I Want You, I Need You, I Love You)
08. 18.08.1956 #13 (I Want You, I Need You, I Love You)
09. 25.08.1956 #12 (I Want You, I Need You, I Love You)
10. 01.09.1956 #15 (I Want You, I Need You, I Love You)
00. 08.09.1956 -
11. 15.09.1956 #12 (I Want You, I Need You, I Love You)

R&B Jockeys:
I Want You, I Need You, I Love You
01. 02.06.1956 #14
00. 09.06.1956 -
02. 16.06.1956 #14 (laut Heft 1. Woche)
00. 23.06.1956 -
03. 30.06.1956 #9 (laut Heft 2. Woche)
04. 07.07.1956 #12 (laut Heft 3. Woche)
00. 14.07.1956 -
05. 21.07.1956 #14 (zus. mit "My Blue Heaven" von Fats Domino) (laut Heft 4. Woche)
06. 28.07.1956 #9 (laut Heft 5. Woche)
07. 04.08.1956 #7 (laut Heft 6. Woche)
08. 11.08.1956 #7 (laut Heft 7. Woche)

R&B Juke Boxes:
01. 16.06.1956 #3 (I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me)*
* als Interpret irrtümlich Fats Domino (!) genannt
02. 23.06.1956 #3 (I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me)
03. 30.06.1956 #7 (I Want You, I Need You, I Love You)
04. 07.07.1956 #8 (I Want You, I Need You, I Love You)
05. 14.07.1956 #7 (I Want You, I Need You, I Love You)
06. 21.07.1956 #5 (I Want You, I Need You, I Love You)
07. 28.07.1956 #10 (I Want You, I Need You, I Love You)
08. 04.08.1956 #8 (I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me)
09. 11.08.1956 #8 (I Want You, I Need You, I Love You)
10. 18.08.1956 #8 (I Want You, I Need You, I Love You)
11. 25.08.1956 #7 (I Want You, I Need You, I Love You)
00. 01.09.1956 -
00. 08.09.1956 -
12. 15.09.1956 #5 (I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me)





Don't Be Cruel / Hound Dog
US-VÖ: 13. Juli 1956

R&B Best Sellers:
01. 18.08.1956 #11 (Hound Dog)
02. 25.08.1956 #7 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
03. 01.09.1956 #7 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
04. 08.09.1956 #5 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
05. 15.09.1956 #3 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
06. 22.09.1956 #3 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
07. 29.09.1956 #2 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
08. 06.10.1956 #2 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
09. 13.10.1956 #2 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
10. 20.10.1956 #2 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
11. 27.10.1956 #1 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
12. 03.11.1956 #3 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
13. 10.11.1956 #3 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
14. 17.11.1956 #3 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
15. 24.11.1956 #3 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
16. 01.12.1956 #8 (Don't Be Cruel)
17. 08.12.1956 #9 (Don't Be Cruel)



R&B Jockeys:
Hound Dog
01. 11.08.1956 #14
02. 18.08.1956 #6
03. 25.08.1956 #2
04. 01.09.1956 #6
05. 08.09.1956 #7
06. 15.09.1956 #11
07. 22.09.1956 #5
08. 29.09.1956 #5
09. 06.10.1956 #6
10. 13.10.1956 #8
00. 20.10.1956 -
11. 27.10.1956 #5
12. 03.11.1956 #12
13. 10.11.1956 #13
00. 17.11.1956 -
00. 24.11.1956 -
00. 01.12.1956 -
14. 08.12.1956 #13

Don't Be Cruel
01. 25.08.1956 #5
02. 01.09.1956 #2
03. 08.09.1956 #3
04. 15.09.1956 #2
05. 22.09.1956 #2
06. 29.09.1956 #2
07. 06.10.1956 #2
08. 13.10.1956 #3
09. 20.10.1956 #3
10. 27.10.1956 #4
11. 03.11.1956 #4
12. 10.11.1956 #4
13. 17.11.1956 #7
14. 24.11.1956 #9
15. 01.12.1956 #15
00. 08.12.1956 -
16. 15.12.1956 #7
00. 22.12.1956 -
00. 29.12.1956 -
17. 05.01.1957 #11

R&B Juke Boxes:
01. 01.09.1956 #4 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
02. 08.09.1956 #2 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
03. 15.09.1956 #1 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
04. 22.09.1956 #1 (Hound Dog)
05. 29.09.1956 #1 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
06. 06.10.1956 #1 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
07. 13.10.1956 #3 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
08. 20.10.1956 #4 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
09. 27.10.1956 #1 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
10. 03.11.1956 #1 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
11. 10.11.1956 #4 (Don't Be Cruel / Hound Dog)
12. 17.11.1956 #7 (Hound Dog)
13. 24.11.1956 #5 (Hound Dog / Don't Be Cruel)
14. 01.12.1956 #4 (Don't Be Cruel)




Love Me Tender / Any Way You Want Me
US-VÖ: 14. September 1956

R&B Best Sellers:
Love Me Tender
01. 20.10.1956 #8
02. 27.10.1956 #6
03. 03.11.1956 #5
04. 10.11.1956 #5
05. 17.11.1956 #4
06. 24.11.1956 #5
07. 01.12.1956 #5
08. 08.12.1956 #8
09. 15.12.1956 #11
10. 22.12.1956 #11
11. 29.12.1956 #11
12. 05.01.1957 #13
13. 12.01.1957 #12

R&B Jockeys:
Love Me Tender
01. 20.10.1956 #10 (zus. mit "In The Still Of The Night" von den Satins)
02. 27.10.1956 #8
03. 03.11.1956 #5
04. 10.11.1956 #3
05. 17.11.1956 #3
06. 24.11.1956 #7
00. 01.12.1956 –
07. 08.12.1956 #3
08. 15.12.1956 #4
09. 22.12.1956 #9
10. 29.12.1956 #7

Any Way You Want Me
01. 15.12.1956 #12

R&B Juke Boxes:
01. 22.12.1956 #6 (Love Me Tender / Any Way You Want Me)
02. 29.12.1956 #6 (Love Me Tender)



Love Me
(von der EP „Elvis“, Volume 1)
US-VÖ: 19. Oktober 1956

R&B Best Sellers: -

R&B Jockeys:
01. 01.12.1956 #7
00. 08.12.1956 -
02. 15.12.1956 #13
00. 22.12.1956 -
03. 29.12.1956 #14*
00. 05.01.1957 –
04. 12.01.1957 #14
05. 19.01.1957 #8
06. 26.01.1957 #8

* Der Hinweis „Now available as a Pop Single“ in der Ausgabe vom 15.12. war offenbar nur ein Druckfehler, denn sowohl vorher (bspw. am 1.12.) als auch nachher (z.B. 19.1.) war von „Not available as a Pop Single“ die Rede.

R&B Juke Boxes: -


Billboard's Year-End R&B Chart 1956
(in Billboard v. 26.01.1957 - jeweils Top 50)

R&B Best Sellers in Stores
#14 Don't Be Cruel
#19 Heartbreak Hotel
#21 Hound Dog
#36 I Want You, I Need You, I Love You
#41 Love Me Tender

Most Played R&B in Juke Boxes
#15 Hound Dog
#18 I Want You, I Need You, I Love You
#25 Don't Be Cruel
#37 Heartbreak Hotel

Most Played R&B by Jockeys
#13 Don't Be Cruel
#24 Heartbreak Hotel
#25 Hound Dog
#39 I Want You, I Need You, I Love You
#44 Love Me Tender






Too Much
US-VÖ: 4. Januar 1957

R&B Best Sellers:
01. 09.02.1957 #10
02. 16.02.1957 #7
03. 23.02.1957 #7
04. 02.03.1957 #10
05. 09.03.1957 #11
06. 16.03.1957 #11
00. 23.03.1957 -
07. 30.03.1957 #13
00. 06.04.1957 -
08. 13.04.1957 #15 (laut Heft 4. Woche)

R&B Jockeys:
01. 02.02.1957 #10
02. 09.02.1957 #7
03. 16.02.1957 #9
04. 23.02.1957 #3
05. 02.03.1957 #5
06. 09.03.1957 #5
07. 16.03.1957 #7
08. 23.03.1957 #10
09. 30.03.1957 #5
10. 06.04.1957 #?

R&B Juke Boxes:
01. 16.02.1957 #10
00. 23.02.1957 –
02. 02.03.1957 #10
03. 09.03.1957 #6



All Shook Up
US-VÖ: 22. März 1957

Hinweis:
Der Erscheinungstag des Billboard wurde mit der Ausgabe vom 29. April 1957 auf den Montag verlegt.
Stichtag der Datenerhebungen war weiterhin der vorherige Mittwoch, wodurch die Charts bei Veröffentlichung
nun etwas aktueller waren als zuvor.

R&B Best Sellers:
01. 13.04.1957 #8
02. 20.04.1957 #3
03. 27.04.1957 #3 (Samstag)
04. 29.04.1957 #1 (Montag)
05. 06.05.1957 #1
06. 13.05.1957 #1
07. 20.05.1957 #1
08. 27.05.1957 #3
09. 03.06.1957 #3
10. 10.06.1957 #3
11. 17.06.1957 #4
12. 24.06.1957 #10
13. 01.07.1957 #12 (zus. mit "Sun Is Shining" von Jimmy Reed u. "Send For Me" von Nat 'King' Cole)
14. 08.07.1957 #11



R&B Jockeys:
01. 13.04.1957 #4
02. 20.04.1957 #4
03. 27.04.1957 #2
04. 29.04.1957 #2
05. 06.05.1957 #1
06. 13.05.1957 #2
07. 20.05.1957 #4
08. 27.05.1957 #1
09. 03.06.1957 #4
10. 10.06.1957 #4
11. 17.06.1957 #9
12. 24.06.1957 #6



R&B Juke Boxes:
01. 27.04.1957 #8
02. 29.04.1957 #3
03. 06.05.1957 #1
04. 13.05.1957 #1
05. 20.05.1957 #2
06. 27.05.1957 #1
07. 03.06.1957 #1
08. 10.06.1957 #6



Hinweis:
Nach der Billboard-Ausgabe vom 17. Juni 1957 wurde die Chart-Rubrik Most Played In Juke Boxes eingestellt. Künftig wurden nur noch die Plattenverkäufe und das Air Play ausgewertet.



(Let Me Be Your) Teddy Bear / Loving You
US-VÖ: 11. Juni 1957

R&B Best Sellers:
01. 08.07.1957 #15 (Teddy Bear)
02. 15.07.1957 #7 (Teddy Bear)
03. 22.07.1957 #5 (Teddy Bear)
04. 29.07.1957 #5 (Teddy Bear)
05. 05.08.1957 #4 (Teddy Bear / Loving You)
06. 12.08.1957 #3 (Teddy Bear / Loving You)
07. 19.08.1957 #2 (Teddy Bear / Loving You)
08. 26.08.1957 #3 (Teddy Bear / Loving You)
09. 02.09.1957 #1 (Teddy Bear / Loving You)
10. 09.09.1957 #2 (Teddy Bear / Loving You)
11. 16.09.1957 #8 (Teddy Bear / Loving You)
12. 23.09.1957 #12 (Teddy Bear / Loving You)



R&B Jockeys:
Teddy Bear
01. 01.07.1957 #13 (zusammen mit „Let The Four Winds Blow“ von Roy Brown)
02. 08.07.1957 #14
03. 15.07.1957 #11
04. 22.07.1957 #2
05. 29.07.1957 #4
06. 05.08.1957 #2
07. 12.08.1957 #2
08. 19.08.1957 #4
09. 26.08.1957 #4
10. 02.09.1957 #3
11. 09.09.1957 #5
12. 16.09.1957 #5
13. 23.09.1957 #5
14. 30.09.1957 #10
15. 07.10.1957 #10





Mean Woman Blues
(aus der EP Loving You, Vol. 2)
US-VÖ: 20. Juni 1957

R&B Best Sellers: -

R&B Jockeys:
01. 16.09.1957 #11



Jailhouse Rock / Treat Me Nice
US-VÖ: 24. September 1957

R&B Best Sellers:
01. 14.10.1957 #5 (Jailhouse Rock / Treat Me Nice)
02. 21.10.1957 #1 (Jailhouse Rock / Treat Me Nice – mutmaßlich)
03. 28.10.1957 #1 (Jailhouse Rock)
04. 04.11.1957 #1 (Jailhouse Rock)
05. 11.11.1957 #1 (Jailhouse Rock / Treat Me Nice)
06. 18.11.1957 #1 (Jailhouse Rock / Treat Me Nice)
07. 25.11.1957 #2 (Jailhouse Rock / Treat Me Nice)
08. 02.12.1957 #2 (Jailhouse Rock)
09. 09.12.1957 #2 (Jailhouse Rock)
10. 16.12.1957 #2 (Jailhouse Rock)
11. 23.12.1957 #5 (Jailhouse Rock)
12. 30.12.1957 #6 (Jailhouse Rock)
13. 06.01.1958 #8 (Jailhouse Rock)
14. 13.01.1958 #9 (Jailhouse Rock)
15. 20.01.1958 #15 (Jailhouse Rock)



R&B Jockeys:
Jailhouse Rock
01. 21.10.1957 #3
02. 28.10.1957 #3
03. 04.11.1957 #1
04. 11.11.1957 #1
05. 18.11.1957 #1
06. 25.11.1957 #2
07. 02.12.1957 #2
08. 09.12.1957 #3
09. 16.12.1957 #2
10. 23.12.1957 #6
11. 30.12.1957 #7
12. 06.01.1958 #9
13. 13.01.1958 #11



Treat Me Nice
01. 04.11.1957 #8
02. 11.11.1957 #7
03. 18.11.1957 #14
04. 25.11.1957 #9
05. 02.12.1957 #14



(You're So Square) Baby I Don't Care
(aus der EP Jailhouse Rock)
US-VÖ: 30. Oktober 1957

R&B Best Sellers: -

R&B Jockeys:
01. 20.01.1958 #14


Billboard's Year-End R&B Chart 1957
(in Billboard v. 23.12.1957)

R&B Best Sellers in Stores
#01 Jailhouse Rock / Treat Me Nice
#05 All Shook Up
#24 Teddy Bear / Loving You
#47 Too Much

Most Played R&B by Jockeys
#07 All Shook Up
#10 Jailhouse Rock
#22 Teddy Bear
#25 Too Much






Don't / I Beg Of You
US-VÖ: 7. Januar 1958

Hinweis:
Mit der Billboard-Ausgabe vom 3. Februar 1958 wurde der Umfang der R&B Best Sellers in Stores von 15 auf 20 Positionen erweitert.

R&B Best Sellers:
01. 03.02.1958 #13 (Don't / I Beg Of You)
02. 10.02.1958 #4 (Don't / I Beg Of You)
03. 17.02.1958 #4 (Don't / I Beg Of You)
04. 24.02.1958 #4 (Don't / I Beg Of You)
05. 03.03.1958 #5 (Don't / I Beg Of You)
06. 10.03.1958 #5 (Don't / I Beg Of You)
07. 17.03.1958 #7 (Don't / I Beg Of You)
08. 24.03.1958 #7 (Don't / I Beg Of You)
09. 31.03.1958 #10 (Don't)
10. 07.04.1958 #18 (Don't)

R&B Jockeys:
Don't
01. 10.02.1958 #12
02. 17.02.1958 #6
03. 24.02.1958 #6
04. 03.03.1958 #7
05. 10.03.1958 #10
06. 17.03.1958 #9
07. 24.03.1958 #14
00. 31.03.1958 -
08. 07.04.1958 #13
09. 14.04.1958 #15

I Beg Of You
01. 10.02.1958 #8
02. 17.02.1958 #5
00. 24.02.1958 -
00. 03.03.1958 -
00. 10.03.1958 -
03. 17.03.1958 #12
04. 24.03.1958 #13



Wear My Ring Around Your Neck / Doncha' Think It's Time
US-VÖ: 1. April 1958

R&B Best Sellers:
Wear My Ring Around Your Neck
01. 21.04.1958 #18
02. 28.04.1958 #14
03. 05.05.1958 #8
04. 12.05.1958 #7
05. 19.05.1958 #8
06. 26.05.1958 #7
07. 02.06.1958 #8
08. 09.06.1958 #11
09. 16.06.1958 #13
10. 23.06.1958 #17
11. 30.06.1958 #20

R&B Jockeys:
Wear My Ring Around Your Neck
01. 28.04.1958 #11
02. 05.05.1958 #1
03. 12.05.1958 #1
04. 19.05.1958 #1
05. 26.05.1958 #3
06. 02.06.1958 #4
07. 09.06.1958 #6
08. 16.06.1958 #10
00. 23.06.1958 -
09. 30.06.1958 #8
10. 07.07.1958 #5



Doncha' Think It's Time
01. 12.05.1958 #10
02. 19.05.1958 #13



Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why
US-VÖ: 10. Juni 1958

R&B Best Sellers:
01. 30.06.1958 #17 (Hard Headed Woman)
02. 07.07.1958 #9 (Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why)
03. 14.07.1958 #2 (Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why)
04. 21.07.1958 #2 (Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why)
05. 28.07.1958 #4 (Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why)
06. 04.08.1958 #4 (Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why)
07. 11.08.1958 #10 (Hard Headed Woman)
08. 18.08.1958 #13 (Hard Headed Woman)
09. 25.08.1958 #16 (Hard Headed Woman)
10. 01.09.1958 #? (Hard Headed Woman)

R&B Jockeys:
Hard Headed Woman
01. 30.06.1958 #6
02. 07.07.1958 #12
03. 14.07.1958 #9
00. 21.07.1958 -
04. 28.07.1958 #15
05. 04.08.1958 #6
06. 11.08.1958 #7
07. 18.08.1958 #7
08. 25.08.1958 #8
09. 01.09.1958 #?
00. 08.09.1958 -
10. 15.09.1958 #?

Don't Ask Me Why
01. 28.07.1958 #10
02. 04.08.1958 #9
03. 11.08.1958 (?) #?
04. 18.08.1958 (?) #?
05. 25.08.1958 (?) #?


Hinweis:
Am 13. Oktober 1958 wurden die beiden Chart-Rubriken Best Sellers in Stores (= Plattenverkäufe) und Most Played By Jockeys (= Radioeinsätze) letztmalig separat im Billboard-Magazin geführt. Beginnend mit der nächsten Ausgabe (20.10.58) gab es nur noch eine einzige Chart, die sich jetzt „Hot R&B Sides“ nannte und - statt bisher 20 und 15 - die 30 gefragtesten Singles im Abrechnungszeitraum umfasste.
Der Erscheinungstag des Billboard blieb zwar weiterhin ein Montag, doch inzwischen waren die Charts vorab für die kommende Woche gültig!
In diesen ersten Hot R&B Sides vom 20. Oktober 1958 war Elvis übrigens nicht notiert.





One Night
US-VÖ: 21. Oktober 1958

Hot R&B Sides:
01. 17.11.1958 #27 (im Heft irrtümlich #25 für den 3.11. vermerkt)
02. 24.11.1958 #18
03. 01.12.1958 #17
04. 08.12.1958 #12
05. 15.12.1958 #30
06. 22.12.1958 #21
07. 29.12.1958 #17
08. 05.01.1959 #16
09. 12.01.1959 #10
10. 19.01.1959 #12
11. 26.01.1959 #19
12. 02.02.1959 #14
13. 09.02.1959 #17
00. 16.02.1959 -
14. 23.02.1959 #29
15. 02.03.1959 #27


Billboard's Year-End R&B Chart 1958
(in Billboard v. 15.12.1958)

Chart Toppers
#03 Don't / I Beg Of You
#37 Hard Headed Woman
#38 Wear My Ring Around Your Neck





(Now And Then There's) A Fool Such As I
US-VÖ: 10. März 1959

Hinweis:
Inzwischen ging man dazu über, die Charts wochenaktuell zu erstellen. Das bedeutete, dass bei Veröffentlichung am Montag die ausgewerteten Daten der vergangenen Woche bis zum Sonntag (!) berücksichtigt wurden – zumindest offiziell.

Hot R&B Sides:
01. 20.04.1959 #30
00. 27.04.1959 -
00. 04.05.1959 -
02. 11.05.1959 #30
03. 18.05.1959 #20
04. 25.05.1959 #21
05. 01.06.1959 #26
06. 08.06.1959 #16
07. 15.06.1959 #30



A Big Hunk O' Love / My Wish Came True
US-VÖ: 23. Juni 1959

Hot R&B Sides:
A Big Hunk O' Love
01. 27.07.1959 #28
02. 03.08.1959 #25 (laut fehlerhafter Angabe in der Ausgabe v. 17.8. nicht platziert)
00. 10.08.1959 -
03. 17.08.1959 #10
04. 24.08.1959 #12
00. 31.08.1959 -
05. 07.09.1959 #21
06. 14.09.1959 #22
07. 21.09.1959 #24

My Wish Came True
01. 10.08.1959 #22
02. 17.08.1959 #15
03. 24.08.1959 #27

Anmerkung:
A Big Hunk / My Wish war die letzte Elvis-Single, die sich auch mit der B-Seite in der R&B-Chart platzieren konnte; fortan wurden nur noch A-Seiten notiert.



Billboard's Year-End R&B Chart 1959

???
(keine Elvis-Single unter den Top 30)





Am 29. November 1959 wurden in den USA zum zweiten Mal die Grammy Awards verliehen, und bis heute gilt das kleine goldene Grammophon, das in mehreren Kategorien verliehen wird, als wichtigster Musikpreis, der auf dem amerikanischen Markt vergeben wird.
Schon die Nominierung allein ist eine Auszeichnung, und dass Elvis - während er selbst jenseits des Atlantik seinem Vaterland diente und der ersten via TV ausgestrahlten Verleihungszeremonie nicht persönlich beiwohnen konnte – gleich mehrfach für einen Preis vorgeschlagen wurde, spricht für sich.
Insgesamt vier mal war Elvis nominiert worden, doch neben den Kategorien Best Album Cover (For LP Fans Only), Best Performance by a Top 40 Artist (A Big Hunk O' Love) und Best Record Of The Year (A Fool Such As I) ist für diesen Thread die Kategorie Best Rhythm & Blues Performance von besonderer Relevanz, denn als einziger weißer Künstler konkurrierte der King hier um einen der begehrten Awards, wobei er sich in hochkarätiger Gesellschaft befand:

Dinah Washington - What A Diff'rence A Day Makes
Elvis Presley - A Big Hunk O' Love
The Coasters - Charlie Brown
Jesse Belvin - Guess Who
Nat King Cole - Midnight Flyer


Leider ging Elvis auch hier leer aus, und der Grammy für die beste Rhythm & Blues-Platte des Jahres ging – nicht unverdient, wie ich finde - an Dinah Washington und ihre wunderschöne Ballade.
Als großer Gewinner dieser zweiten Preisverleihung, das sei noch erwähnt, ging übrigens Duke Ellington hervor, der gleich drei Grammy Awards mit nach Hause nehmen durfte...





Stuck On You
US-VÖ: 23. März 1960

Hot R&B Sides:
01. 02.05.1960 #12
02. 09.05.1960 #10
03. 16.05.1960 #11
04. 23.05.1960 #6
05. 30.05.1960 #7
06. 06.06.1960 #7
07. 13.06.1960 #10
08. 20.06.1960 #20
09. 27.06.1960 #24



It's Now Or Never
US-VÖ: 5. Juli 1960

Hot R&B-Sides:
01. 08.08.1960 #15
02. 15.08.1960 #7
03. 22.08.1960 #10
04. 29.08.1960 #8
05. 05.09.1960 #11
06. 12.09.1960 #7
07. 19.09.1960 #11

Anmerkung:
Es ist schon als Ironie zu bezeichnen, dass die eigentlich viel geeignetere B-Seite "A Mess Of Blues" beim R&B-Publikum durch fiel, während die opernhaft gesungene Pop-Ballade mit italienischem Folklore-Einschlag bis in die Top 10 vor preschte!



Are You Lonesome Tonight?
US-VÖ: 1. November 1960

Hot R&B Sides:
01. 28.11.1960 #10
02. 05.12.1960 #3
03. 12.12.1960 #4
04. 19.12.1960 #6
05. 26.12.1960 #13
06. 02.01.1961 #4
07. 09.01.1961 #4
08. 16.01.1961 #15
09. 23.01.1961 #14
10. 30.01.1961 #23


Billboard's Year-End R&B Chart 1960

???
(keine Elvis-Single unter den Top 20)







I Feel So Bad
US-VÖ: 2. Mai 1961

Hot R&B Sides:
01. 05.06.1961 #24
02. 12.06.1961 #24
03. 19.06.1961 #15


Anmerkung:
Mir persönlich erscheint es unbegreiflich, dass die fantastische Blues-Single „Little Sister“, die – gekoppelt mit (Marie's The Name Of) His Latest Flame – am 8. August 1961 in den USA ausgeliefert wurde, nicht in der R&B-Chart vertreten war, also vom R&B-Publikum nicht angenommen wurde, obwohl es sich nun wirklich um eine sehr „schwarz“ klingende Aufnahme von höchster Güte handelt.


Billboard's Year-End R&B Chart 1961

???
(keine Elvis-Single unter den Top 30)




She's Not You
US-VÖ: 17. Juli 1962

Hinweis:
Inzwischen war der Erscheinungstag des Billboard vom Montag wieder auf den Samstag verschoben worden. Laut Angabe im Heft enthielten die Charts nun die Daten der aktuellen Woche, doch in wie weit es drucktechnisch möglich war, bei Auslieferung am Samstag bspw. auch die Zahlen vom Freitag berücksichtigen zu können, steht auf einem anderen Blatt...

Hot R&B Sides:
01. 08.09.1962 #21
02. 15.09.1962 #13
03. 22.09.1962 #18
04. 29.09.1962 #13
05. 06.10.1962 #26



Return To Sender
US-VÖ: 2. Oktober 1962

Hinweis:
Mit der Billboard-Ausgabe vom 3. November 1962 wurde die Rubrik Hot R&B Sides in Hot R&B Singles umbenannt.

Hot R&B Singles:
01. 10.11.1962 #26
02. 17.11.1962 #19
03. 24.11.1962 #15
04. 01.12.1962 #5
05. 08.12.1962 #8
06. 15.12.1962 #11
07. 22.12.1962 #7
08. 29.12.1962 #6
09. 05.01.1963 #5
10. 12.01.1963 #24
11. 19.01.1963 #16
12. 26.01.1963 #19



Billboard's Year-End R&B Chart 1962

???
(keine Elvis-Single unter den Top 25)






One Broken Heart For Sale
US-VÖ: 29. Januar 1963*

* Laut einer abweichenden Quelle wird als Datum für die Erstveröffentlichung der 4. Februar 1963 genannt.

Hot R&B Singles:
01. 23.03.1963 #27
02. 30.03.1963 #24
03. 06.04.1963 #21
04. 13.04.1963 #30



(You're The) Devil In Disguise
US-VÖ: 18. Juni 1963

Hot R&B Singles:
01. 27.07.1963 #20
02. 03.08.1963 #16
03. 10.08.1963 #11
04. 17.08.1963 #9
05. 24.08.1963 #9
06. 31.08.1963 #23
07. 07.09.1963 #15
08. 14.09.1963 #24





Bossa Nova Baby
US-VÖ: 1. Oktober 1963

Hot R&B Singles:
01. 16.11.1963 #21
02. 23.11.1963 #20*

* Zu Elvis' Leidwesen konnte sich das außerordentlich schmissige "Bossa Nova Baby" aus dem Film "Fun In Acapulco" zu keinem größeren Hit entwickeln, da Billboard bereits ab dem 30. November 1963 die Chart-Rubrik R&B gänzlich einstellte!
Die Verantwortlichen waren zu dem Schluss gekommen, dass es inzwischen zu viele Überschneidungen von Singles gab, die sich gleichermaßen in den Mainstream- (also Pop-) und R&B-Charts platzierten (ein Umstand, der bei Elvis praktisch von Beginn an zu beobachten war), so dass man das Aufrechterhalten einer eigenen Hitliste für überflüssig erachtete.



> Elvis' letzte Platzierung in der R&B-Rubrik von Billboard



Billboard's Year-End R&B Chart 1963

???
(keine Elvis-Single unter den Top 20)




Erst ab dem 30. Januar 1965 wurde wieder eine Chart-Rubrik für Rhythm & Blues-Platten eingeführt, die nun die Bezeichnung "Hot Rhythm and Blues Singles" trug. Erstaunlicherweise konnte sich aber keine einzige weitere Elvis-Single mehr im R&B-Bereich platzieren, wenngleich der King einige wirklich bemerkenswerte Aufnahmen in dieser Richtung machen sollte:
"Big Boss Man", "Guitar Man", "High Heel Sneakers", "U. S. Male", "Let Yourself Go", "A Little Less Coversation" oder "Clean Up Your Own Back Yard" waren Songs, die alle im Zeitraum 1967-69 auf Single veröffentlicht wurden und sämtlichst von der R&B-Hörerschaft ignoriert wurden.
Das blieb auch so, als sich die Chartbezeichnung ab dem 23. August 1969 in "Best Selling Soul Singles" änderte. Für die Hörer und Käufer von Rhythm & Blues (bzw. Soul) fand Elvis ab 1965 – das mag verstehen, wer will - schlicht und einfach nicht mehr statt, und daran konnten weder das wunderbar soulige "Rubberneckin'" (aus Elvis' letztem Spielfilm) oder – ein paar Jahre später - die ebenso erstklassige Red-West-Komposition "If You Talk In Your Sleep" etwas ändern...



Bilanz

Elvis Presley's R&B Top 10 Hits im Billboard


Best Sellers in Stores:

1. Heartbreak Hotel - 12 Wo. Top 10 (2 Wo. #5)
2. I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me - 1 Wo. Top 10 (#10)
3. Don't Be Cruel / Hound Dog - 16 / 15 Wo. Top 10 (1 Wo. #1)
4. Love Me Tender - 8 Wo. Top 10 (1 Wo. #4)
5. Too Much - 4 Wo. Top 10 (2 Wo. #7)
6. All Shook Up - 12 Wo. Top 10 (4 Wo. #1)
7. Teddy Bear / Loving You - 10 / 8 Wo. Top 10 (1 Wo. #1)
8. Jailhouse Rock / Treat Me Nice - 14 / 5 Wo. Top 10 (5 / 3 Wo. #1)
9. Don't / I Beg Of You - 8 / 7 Wo. Top 10 (3 Wo. #4)
10. Wear My Ring Around Your Neck - 5 Wo. Top 10 (2 Wo. #7)
11. Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why - mind. 6 Wo. Top 10 (2 Wo. #2)


Most Played By Jockeys:

1. Heartbreak Hotel - 7 Wo. Top 10 (1 Wo. #4)
2. I Want You, I Need You, I Love You - 4 Wo. Top 10 (2 Wo. #7)
3. Hound Dog - 9 Wo. Top 10 (1 Wo. #2)
4. Don't Be Cruel - 15 Wo. Top 10 (5 Wo. #2)
5. Love Me Tender - 10 Wo. Top 10 (3 Wo. #3)
6. Love Me - 3 Wo. Top 10 (1 Wo. #7)
7. Too Much - mind. 9 Wo. Top 10 (1 Wo. #3)
8. All Shook Up - 12 Wo. Top 10 (2 Wo. #1)
9. Teddy Bear - 12 Wo. Top 10 (3 Wo. #2)
10. Jailhouse Rock - 12 Wo. Top 10 (3 Wo. #1)
11. Treat Me Nice - 3 Wo. Top 10 (1 Wo. #7)
12. Don't - 5 Wo. Top 10 (2 Wo. #6)
13. I Beg Of You - 2 Wo. Top 10 (1 Wo. #5)
14. Wear My Ring Around Your Neck - 9 Wo. Top 10 (3 Wo. #1)
15. Doncha' Think It's Time - 1 Wo. Top 10 (1 Wo. #10)
16. Hard Headed Woman - mind. 6 Wo. Top 10 (mind. 2 Wo. #6)
17. Don't Ask Me Why - mind. 2 Wo. Top 10 (mind. 1 Wo. #9)


Most Played in Juke Boxes:

1. Heartbreak Hotel - 5 Wo. Top 10 (1 Wo. #3)
2. I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me - 12 / 4 Wo. Top 10 (2 Wo. #3)
3. Don't Be Cruel / Hound Dog - 12 / 13 Wo. Top 10 (5 / 6 Wo. #1)
4. Love Me Tender / Any Way You Want Me - 2 / 1 Wo. Top 10 (2 / 1 Wo. #6)
5. Too Much - 3 Wo. Top 10 (1 Wo. #6)
6. All Shook Up - 8 Wo. Top 10 (4 Wo. #1)


Hot R&B Sides (ab 11/62 Hot R&B Singles):

1. One Night - 1 Wo. Top 10 (#10)
2. A Big Hunk O' Love - 1 Wo. Top 10 (#10)
3. Stuck On You - 5 Wo. Top 10 (1 Wo. #6)
4. It's Now Or Never - 4 Wo. Top 10 (2 Wo. #7)
5. Are You Lonesome Tonight? - 6 Wo. Top 10 (1 Wo. #3)
6. Return To Sender - 5 Wo. Top 10 (2 Wo. #5)
7. (You're The) Devil In Disguise - 2 Wo. Top 10 (2 Wo. #9)


Mit acht seiner Songs schaffte es Elvis zwischen September 1956 und Mai 1958 neun mal auf Platz 1 der R&B-Charts von Billboard!

Nicht schlecht für einen Weißen...




Teil 2




Nachdem ich einleitend Elvis' Chart-Erfolge im R&B-Bereich skizziert habe, möchte ich nun auf die Songs zu sprechen kommen, die tatsächlich im Rhythm & Blues verwurzelt sind bzw., die den Blues hörbar in sich tragen. Da aber nicht der Eindruck entstehen soll, dass es sich hier um eine willkürliche Zusammenstellung meiner Lieblingssongs handelt, habe ich alle mir bekannten Blues- bzw. Rhythm & Blues-Compilations heran gezogen, welche die wichtigsten Aufnahmen von Elvis auf diesem Gebiet vereinen, und die ich deshalb trotz etwaiger stilistischer Bedenken vollständig berücksichtigt habe. Problematisch ist hierbei nämlich, dass die Produzenten der Compilations nicht nur in einem Fall auch Rhythm & Blues mit in den Blues-Topf geworfen haben, obwohl es sich streng genommen um Zweierlei handelt.

Wie wir wissen, war Elvis eine Art Grenzgänger zwischen „weißer“ und „schwarzer“ Musik, ein Brückenbauer, der es fertig brachte, musikalische Elemente der Country Music, des Gospel und des Rhythm & Blues rassenübergreifend zu verschmelzen und dadurch etwas Neues, Eigenständiges zu kreieren, dominiert von einer Stimme, die er einzusetzen vermochte wie kaum ein anderer. Und genau darin liegt ja auch sein eigentlicher Stellenwert in der Entwicklungsgeschichte der Rockmusik.
Und weil das so ist, ist es manchmal auch so schwierig, einen Elvis-Presley-Song in eine bestimmte Schublade zu pressen, ihn stilistisch „festzunageln“. Elvis konnte z.B. eine Country-Ballade, die ihm gefiel, und die er dann irgendwann selbst aufnahm, allein durch den Klang/Einsatz seiner Stimme in etwas Eigenes, etwas Unverwechselbares verwandeln, in etwas, das nicht mehr eindeutig nach Country klang, aber auch nicht eindeutig nach einem Blues, und deshalb gibt es auch innerhalb der Fangemeinde unterschiedliche Ansichten darüber, wie „schwarz“ nun dieser oder jener Titel wahrgenommen wird, ob es sich wirklich um Blues oder Rhythm & Blues handelt, oder doch eher um etwas Anderes.
Man höre sich nur einmal das Konzept-Album „Elvis Country“ an, bei dem man – ableitend vom Titel – traditionell klingende Country Music erwarten würde und dann doch überrascht ist, wie „schwarz“ Elvis stellenweise klingt, einfach anders. Und auch das oftmalige Fehlen der Genre-typischen Pedal Steel Guitar ist ja ein weiteres Indiz dafür, dass Elvis selbst nicht in solchen Schwarz-Weiß-Kategorien dachte und fühlte. Ich selbst kenne – das aber nur am Rande - Country-Puristen, oder besser Traditionalisten, die selbst „Just Call Me Lonesome“ nicht vorbehaltlos als Country Music akzeptieren, weil ihnen Elvis trotz Pedal Steel Guitar zu eigenwillig klingt, nicht traditionell genug.
Für mich persönlich ist diese „Brückenschlag-Musik“ zwischen Schwarz und Weiß die ultimative Elvis-Presley-Musik (ob wir nun den Sticker „Blues“ oder „Rhythm & Blues“ oder auch „Soul“ drauf kleben, ist dabei eigentlich sekundär); erst dahinter kommen für mich seine Rock'n'Roll-/Rock-Nummern, wobei auch diese nicht völlig frei von schwarzen Einflüssen sind, wenn man mal genauer hin hört.
So gesehen ist die Vermischung von Blues und Rhythm & Blues auf den meisten Compilation CDs auch nicht wirklich tragisch, beinahe folgerichtig.

Wer sich für die genaue Track List der einzelnen CDs interessiert, sei auf die sehr ansprechend gestaltete und überaus informative Homepage https://www.elvisoncd.com/ hingewiesen, wo man in Ruhe herum stöbern kann und alle Details findet. Hier jedoch sollen die Songs selbst im Vordergrund stehen, nicht der jeweilige Tonträger.
Primär habe ich mich auf folgende Compilations gestützt:



Elvis Sings The Blues (LP: RCA International, 1980; CD: RCA Deutschland/Club Edition, 1989; CD: ???, 2012 - mit Bonus Tracks)
Blue Rhythms (DLP: Everest Records, 1983; CD: Hot Dog, 2008 - mit Bonus Tracks)
Reconsider Baby (LP/CD: RCA, 1985) >>> mehrere Nachpressungen mit gleichem Inhalt
Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 & 2 (2LP: Performance, 1988)
The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (CD: Time-Life, 1998)
Elvis Blues – The Ultimate Collection (CD: BMG, 2000)
Rhythm & Blues (CD: BMG Japan, 2001)
R&B (CD: BMG, 2006)
Elvis Presley Sings The Blues (Remastered 2011) (CD: X5 Music Group, 2011)
Elvis Presley – Blues & Black Roots (CD: Discos CNR Chile, 2013)



That's All Right
Text/Komposition: Arthur Crudup
Originalversion: Arthur Crudup, 1946 (That's All Right Mama)
Aufnahme: 5. Juli 1954, Sun Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Blue Moon Of Kentucky), Juli 1954
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: R&B (2006)
Anmerkung: Gleich mit seiner ersten kommerziellen Single-Veröffentlichung für Sun Records schlug Elvis – zumindest auf der A-Seite – R&B-Töne an. Dieses Rezept (ein „schwarz“ klingender Titel auf der einen, ein C&W orientierter Song auf der sog. Flip Side) verfolgte Produzent Sam Phillips auch auf den nachfolgenden Singles.
1982 wurden drei frühe Live-Versionen von “That's All Right” veröffentlicht: auf der LP “The Hillbilly Cat” gab es einen Live-Mitschnitt von der „Louisiana Hayride“-Show am 16. Oktober 1954 in Shreveport zu hören und einen weiteren vom 19. März 1955 in der „Eagle's Hall“ in Houston, Texas. Die LP „The First Live Recordings“ beinhaltete einen weiteren Mitschnitt von der „Louisiana Hayride“, und zwar vom 20. August 1955. Zwei Jahre später, 1984, enthielt das 6-LP-Box-Set „A Golden Celebration“ die Alternate Takes 1-3 vom 5. Juli 1954.




Blue Moon
Text/Komposition: Richard Rodgers, Lorenz Hart (1934)
Originalversion: Ted Fio Rito & His Orchestra (1934), u.a. gecovert von Billy Eckstine und Mel Tormé (beide 1949)
Aufnahme: 19. August 1954, Sun Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Presley“, März 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: „Blue Moon“ ist fraglos eine exzellent gesungene Ballade mit nicht zu überhörendem Blues-Feeling, doch mir persönlich gefälIt die Doo-Wop-Version der Marcels aus dem Jahr 1961 (im übrigen ein Nr.-1-Hit in den USA und in England) mindestens ebenso gut, wenn nicht sogar einen Tick besser, seit ich sie das erste Mal in dem Film „American Werwolf“ gehört habe (dort kommen im übrigen verschiedene Versionen dieses Titels vor, naürlich auch die von Elvis).
1992 wurde der Alternate Take 1 auf dem 6-LP-/5-CD-Box-Set “The Complete 50's Masters” von BMG-RCA offiziell veröffentlicht.


Tomorrow Night
Text/Komposition: Hugh Williams, Sam Coslow (andere Quelle: Sam Coslow, Will o. Wilhelm Grosz)
Originalversion: Henry Russell and His Romancers (1939), gecovert u.a. von Horace Heidt (1939) oder Lonnie Johnson (1947/48)
Aufnahme: 10. September 1954, Sun Studio, Memphis (abweichende Quelle: 12.-16.09.54)
Overdubbed: 18. März 1965, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis For Everyone“, Juli 1965 (overdubbed version)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Reconsider Baby (1985; Edited Undubbed Sun Master), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988)
Anmerkung: Offenbar betrachtete Sam Phillips die Nummer damals noch für ausbaufähig und hielt sie für eine Veröffentlichung vorerst zurück. Als Elvis dann zu RCA wechselte, musste der Sun Records-Chef vertragsgemäß alle Bänder mit Elvis-Aufnahmen an die neue Plattenfirma übergeben, und auch dort war man wohl der Meinung, mit einer schnellen Veröffentlichung hätte es keine Eile. Das erklärt, warum man sich erst 1965 (mehr als 10 Jahre nach der Aufnahme!) wieder an den „alten“ Sun-Blues erinnerte, als man nach Songs für ein neues Studioalbum suchte, und noch schnell ein paar Overdubs darüber stülpte, ehe man ihn endlich veröffentlichte.
Nachdem eine gekürzte Fassung des Sun-Originals von 1954 erstmals 1985 veröffentlicht worden war (siehe Compilation „Reconsider Baby“), wurde den Fans 1992 auf dem 5-CD-Box-Set „The Complete 50's Masters“ auch der ungekürzte Master Take (2:58 min.) zugänglich gemacht.


Good Rockin' Tonight
Text/Komposition: Roy Brown
Originalversion: Roy Brown (1947), gecovert von Wynonie Harris (1948)
Aufnahme: 10. September 1954, Sun Studio, Memphis (abweichende Quelle: 12.-16.09.54)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w I Don't Care If The Sun Don't Shine), September 1954
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: R&B (2006)
Anmerkung: Eine frühe Live-Version des Titels vom 19. März 1955 (Texas) wurde erst 1982 auf dem Album “The Hillbilly Cat” veröffentlicht.
1983 erschien auf dem Album “I Was The One” eine Neuaufnahme des Songs, die im Juni 1982 produziert worden war (hierbei versah man die Originalaufnahme mit zeitgemäßen instrumentalen Overdubs, die eigens dafür neu eingespielt wurden).


I'm Left, You're Right, She's Gone
(Alternate Take bzw. Slow Version aka My Baby's Gone)
Text/Komposition: Stan(ley) Kesler, William “Bill” Taylor (Bearbeitung/Arrangement: Elvis Presley)
Original (?)
Aufnahme: 5. März 1955, Sun Studio, Memphis (abweichende Quelle: 15.11.54)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: DLP „The Complete Sun Sessions“ (Takes 7, 8, 10-13) bzw. “The Sun Sessions CD“ (Takes 7, 9 u. 12), beide Juni 1987
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Sings The Blues (2012)
Anmerkung: Auf dem 5-CD-Box-Set „The Complete 50's Masters“ von 1992 hat man sich für den Take 11 entschieden (zumindest steht es so im Booklet).
Während es sich bei dieser Version unzweifelhaft um einen (herrlichen) Blues handelt, ist der Master Take bzw. die reguläre Fassung (veröffentlicht im April 1955 als Single-B-Seite von Baby Let's Play House) eine beschwingte Country-Nummer im Elvis-Style.


Milkcow Blues Boogie
Text/Komposition: Kokomo Arnold
Originalversion: Kokomo Arnold (1934)
Aufnahme: 8. Dezember 1954, Sun Studio, Memphis (abweichende Quellen: 15.11. bzw. 18.12.54)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w You're A Heartbreaker), Januar 1955
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Presley Sings The Blues (2011)




Baby Let's Play House
Text/Komposition: Arthur Gunter
Originalversion: Arthur Gunter (1954)
Aufnahme: 11. Februar 1955, Sun Studio, Memphis (abweichende Quellen: 30.1.-4.2.55)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w I'm Left, You're Right, She's Gone), April 1955
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations:
The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), R&B (2006)
Anmerkung: Im August 1984, anlässlich von Elvis' bevorstehendem 50. Geburtstag, wurde auch eine frühe Live-Version des Titels von RCA offiziell auf Single veröffentlicht (gekoppelt mit Hound Dog), die Elvis am 26. September 1956 bei der Abendvorstellung auf den Tupelo Fairgrounds performte. Diese Single war ein Vorbote für die 6-LP-Box „A Golden Celebration“, die im Oktober 1984 veröffentlicht wurde und neben der erwähnten Tupelo-Version auch eine Version von „Baby Let's Play House“ beinhaltete, die Elvis am 4. Februar 1956 in der „Stage Show“ der Dorsey Brothers im landesweit ausgestrahlten US-Fernsehen gesungen hatte.
1983 erschien auf dem Album “I Was The One” eine Neuaufnahme des Songs, die im Juni 1982 produziert worden war (hierbei versah man die Originalaufnahme mit zeitgemäßen instrumentalen Overdubs, die eigens dafür neu eingespielt wurden).


I Forgot To Remember To Forget
Text/Komposition: Stan(ley) Kesler, Charlie Feathers
Original
Aufnahme: 21. Juli 1955, Sun Studio, Memphis (abweichende Quelle: 11.7.55)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Mystery Train), August 1955 (Sun Records)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)


Mystery Train
Text/Komposition: Herman “Junior” Parker, Sam C. Phillips
Originalversion: Little Junior's Blue Flames (1953)
Aufnahme: 21. Juli 1955, Sun Studio, Memphis (abweichende Quelle: 11.7.55)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w I Forgot To Remember To Forget), Dezember 1955
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Dies war die fünfte und zugleich letzte Single, die von Elvis unter dem Sun Records-Label veröffentlicht wurde.
Bereits Ende 1955 brachte RCA alle fünf Sun-Singles unter dem eigenen Label noch einmal heraus, doch außer der Tatsache, dass sich „I Don't Care If The Sun Don't Shine“ als erste Elvis-Single in den Top 100 von Billboard platzieren konnte, zog dies nicht den erhofften Verkaufserfolg nach sich. Dazu bedurfte es neuen Materials...


Trying To Get To You
Text/Komposition: Rose Marie McCoy, Charles Singleton
Originalversion: The Eagles (1954) >>> nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Band, die in den 70er Jahren Erfolge feierte und gern Hotelzimmer demolierte
Aufnahme: 21. Juli 1955, Sun Studio, Memphis (abweichende Quelle: 11.7.55)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Debüt-LP „Elvis Presley“, März 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), R&B (2006), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Im August 1956 wurde “Tryin' To Get To You” auch als Single veröffentlicht, gekoppelt mit “I Love You Because”, einer weiteren „alten“ Aufnahme aus dem Sun Studio in der Union Avenue.




When It Rains, It Really Pours
Text/Komposition: Wiliam Robert Emerson (aka Billy “The Kid” Emerson)
Originalversion: Billy (The Kid) Emerson (kurioserweise veröffentlicht am 8. Januar 1955 – Elvis' 20. Geburtstag!)
Erstaufnahme: 20. November 1955, Sun Studio, Memphis
Remake: 24. Februar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis For Everyone“, Juli 1965 (Remake)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012; ReSound), Blue Rhythms (1983/2008 CD), Reconsider Baby (1985), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Die Erstaufnahme aus dem Sun Studio wurde erst 28 Jahre später, im November 1983, auf dem Album „Elvis – A Legendary Performer Vol. 4“ veröffentlicht, und zusätzlich zum Master fanden sich darauf auch die Alternate Takes 7 und 9.
Welche Version auf den jeweiligen Compilations verwendet wurde – ob nun die Sun-Version von 1955 oder die Neuaufnahme für RCA von 1957 – kann ich auch in diesem Fall leider nicht hundertprozentig sagen.


I Got A Woman
Text/Komposition: Ray Charles, Renald Richard
Originalversion: Ray Charles (1955)
Aufnahme: 10. Januar 1956, RCA Studios, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Debüt-LP „Elvis Presley“, März 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: 1982 erschien die LP “The Hillbilly Cat” und auf ihr eine frühe Live-Aufnahme des Songs, den Elvis bereits am 19. März 1955 live in der Eagle's Hall in Houston, Texas gespielt hatte. 1984 wurden auf dem 6-LP-Box-Set “A Golden Celebration” drei weitere Live-Aufnahmen aus den 50ern veröffentlicht: neben dem Fernseh-Auftritt vom 28. Januar 1956 in New York („Stage Show“) waren auch die beiden Konzertmitschnitte aus Tupelo vom 26. September 1956 (Matinee Show u. Evening Show) enthalten.


Heartbreak Hotel
Text/Komposition: Mae Boren Axton, Tommy Durden, Elvis Presley
Aufnahme: 10. Januar 1956, RCA Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w I Was The One), Januar 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: 1980 und 1984 veröffentlichte RCA auf zwei Sammel-Box-Sets (8-LP „Elvis Aron Presley“ und 6-LP „A Golden Celebration“) mehrere frühe Live-Versionen, und zwar jene vom 11. Februar 1956 (TV-Auftritt in New York), 17. März 1956 (TV-Auftritt in New York), 24. März 1956 (TV-Auftritt in New York), 3. April 1956 (TV-Auftritt in San Diego), 6. Mai 1956 (live in Las Vegas), 26. September 1956 (live in Tupelo/Matinee Show) und 6. Januar 1957 (TV-Auftritt in New York).
1990 wurden auf dem Album “The Great Performances” mehrere Raritäten veröffentlicht, darunter auch der Alternate Take 7 von “Heartbreak Hotel”.
Eine mit zusätzlichen Overdubs versehene Neuaufnahme des Titels wurde 1981 auf der Soundtrack-LP „This Is Elvis“ veröffentlicht.




Money Honey
Text/Komposition: Jesse Stone
Originalversion: Clyde McPhatter & The Drifters (1953)
Aufnahme: 10. Januar 1956, RCA Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Debüt-LP „Elvis Presley“, März 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Nach Elvis' Tod wurden zwei frühe Live-Versionen von “Money Honey” veröffentlicht. Auf dem 8-LP-Box-Set „Elvis Aron Presley“ von 1980 war der Auftritt im New Frontier Hotel in Las Vegas am 6. Mai 1956 dokumentiert, und auf dem 6-LP-Box-Set “A Golden Celebration” (1984) ist der Fernseh-Auftritt am 24. März 1956 in New York („Stage Show“) zu hören.
Hierbei sei angemerkt, dass Elvis den Song “Money Honey” bereits zu Sun-Zeiten live spielte, spätestens ab Februar 1955, darunter mehrmals im Rahmen der “Louisiana Hayride” (dokumentiert sind entsprechende Live-Versionen vom 5. Februar, vom 5. März und vom 6. August 1955).


I Was The One
Text/Komposition: Aaron Schroeder, Claude DeMetrius, Hal Blair, Bill Peppers
Original
Aufnahme: 11. Januar 1956, RCA Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Heartbreak Hotel), Januar 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Ob es sich nun um einen Blues handelt oder nicht, muss jeder Hörer für sich entscheiden, doch eine tolle Aufnahme ist es in jedem Fall.
1983 erschien auf dem Album “I Was The One” eine Neuaufnahme des Songs, die im Juni 1982 produziert worden war (hierbei versah man die Originalaufnahme mit zeitgemäßen instrumentalen Overdubs, die eigens dafür neu eingespielt wurden).




Blue Suede Shoes
Text/Komposition: Carl Perkins
Originalversion: Carl Perkins (1955)
Erstaufnahme: 30. Januar 1956, RCA Studio 1, New York
Remake: 28. April 1960, RCA Studios, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Debüt-LP „Elvis Presley“, März 1956; Soundtrack-LP „G. I. Blues“, September 1960 (Remake)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Gleich mehrere Live-Versionen von “Blue Suede Shoes” wurden 1980 (auf dem 8-LP-Box-Set „Elvis Aron Presley“) und 1984 (6-LP-Box-Set „A Golden Celebration“) offiziell von RCA veröffentlicht:
11. Februar 1956 (TV-Auftritt in New York), 17. März 1956 (TV-Auftritt in New York), 3. April 1956 (TV-Auftritt an Bord eines Flugzeugträgers am US-Marine-Pier in San Diego), 6. Mai 1956 (live im New Frontier Hotel in Las Vegas) und 26. September 1956 (live auf den Fairgrounds in Tupelo/Mississippi, Evening Show).
Welche Version auf der Compilation CD “Elvis Presley Sings The Blues” verwendet wurde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen – für meinen Geschmack wäre das Remake von 1960 am besten geeignet.


My Baby Left Me
Text/Komposition: Arthur Crudup
Originalversion: Arthur Crudup, 1950
Aufnahme: 30. Januar 1956, RCA Studio 1, New York
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w I Want You, I Need You, I Love You), Mai 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Reconsider Baby (1985), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: 1983 erschien auf dem Album “I Was The One” eine Neuaufnahme des Songs, die im Juni 1982 produziert worden war (hierbei versah man die Originalaufnahme mit zeitgemäßen instrumentalen Overdubs, die eigens dafür neu eingespielt wurden).




So Glad You're Mine
Text/Komposition: Arthur Crudup
Originalversion: Arthur "Big Boy" Crudup (1946)
Aufnahme: 30. Januar 1956, RCA Studio 1, New York
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis“, Oktober 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Reconsider Baby (1985), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)


Tutti Frutti
Text/Komposition: "Little" Richard Penniman, Dorothy LaBostrie, Joe Lubin, Bumps Blackwell
Originalversion: Little Richard (1955)
Aufnahme: 31. Januar 1956, RCA Studio 1, New York
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Debüt-LP „Elvis Presley“ bzw. 2-EP „Elvis Presley“, März 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Noch vor der offiziellen Veröffentlichung sang Elvis den Titel bei seinen Fernseh-Auftritten am 4. und 18. Februar 1956 in New York; diese Aufnahmen wurden erst nach Elvis' Tod auf der 6-LP-Box “A Golden Celebration” (Oktober 1984) veröffentlicht.
Soweit mir bekannt, datiert die früheste Live-Version dieses Titels sogar auf den 17. Dezember 1955, als Elvis ihn im Rahmen der „Louisiana Hayride“ in Shreveport spielte, eine weitere auf den 14. Januar 1956, ebenfalls in Shreveport und ebenfalls noch vor der offiziellen Platteneinspielung. Ob eine der beiden Aufnahmen, womöglich sogar beide, inzwischen veröffentlicht wurden, entzieht sich leider meiner Kenntnis.


Lawdy Miss Clawdy
Text/Komposition: Lloyd Price
Originalversion: Lloyd Price & His Orchestra (1952)
Aufnahme: 3. Februar 1956, RCA Studio 1, New York
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Shake, Rattle And Roll), August 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Sings The Blues (2012; Alternate Take 1)
Anmerkung: Auf dem 5-CD-Box-Set “The Complete 50's Masters” wurde 1992 auch der Alternate Take 3 veröffentlicht.


Shake, Rattle And Roll
Text/Komposition: Charles Calhoun (aka Jesse Stone)
Originalversion: Joe Turner & His Blues Kings (1954, feat. Sam Taylor am Tenorsaxophon), gecovert von Bill Haley & His Comets (1954), The Tomcats (1954), Poul Verlis Sextet (1955), Four-In-A-Chord (1955), Big Dave & His Orchestra (1955)
Basierend auf Flip, Flop And Fly
Text/Komposition: Jesse Stone, Lou Willie Turner
Originalversion: Joe Turner & His Blues Kings (1954), gecovert von Bill Haley & His Comets (1954), Tibby Edwards (1955), Billy Duke & His Dukes (1955), The Goofers (1955), Johnnie Ray with Les Elgart & His Orchestra (1955)
Erstaufnahme: 6. Januar 1955, KDAV Radio, Lubbock, Texas (Demo-Acetat)
Zweitaufnahme: 19. Januar 1955, WJOI Radio, Florence, Alabama (Demo-Acetat)
Remake: 3. Februar 1956, RCA Studio 1, New York
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung:
Erstaufnahme: 4-Track-EP „Elvis Presley“, Juni 1956 (Remake); 5-CD-Box-Set „The Complete 50's Masters”, 1992 (Erstaufnahme); … (Zweitaufnahme)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Noch bevor Elvis „Shake, Rattle And Roll“ professionell im Studio aufnahm, hatte er den Song bei seinem ersten Auftritt in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehshow am 28. Januar 1956 in den CBS-Studios in New York (ich meine die von Jackie Gleason produzierte “Stage Show” der Dorsey Brothers) vorgestellt und dabei den aktuellen Text („Shake, Rattle And Roll“) im Wechsel mit den Original-Lyrics („Flip, Flop And Fly, I Don't Care If I'll Die“) gesungen. Dieses „Medley“ wurde erst 1981 auf der Soundtrack-LP „This Is Elvis“ veröffentlicht, wobei der Mitschnitt des Originalauftritts mit zusätzlichen Overdubs versehen wurde.




I Want You, I Need You, I Love You
Text/Komposition: Maurice Mysels, Ira Kosloff
Original
Aufnahme: 14. April 1956, RCA Studio, Nashville (abweichende Quelle: 11.4.56)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w My Baby Left Me), Mai 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Im Januar 1976 veröffentlichte RCA auf der LP “Elvis – A Legendary Performer Vol. 2“ den Alternate Take 15; 1992 enthielt das 5-CD-Box-Set “The Complete 50's Masters” auch den Take 16.
Drei frühe Live-Versionen wurden 1984 auf dem 6-LP-Box-Set „A Golden Celebration“ veröffentlicht: der Fernsehauftritt am 5. Juni 1956 in Hollywood („Milton Berle Show“, NBC), ein weiterer TV-Auftritt am 1. Juli 1956 in New York („Steve Allen Show“, NBC) und schließlich die Live-Version vom Tupelo-Konzert (Matinee Show) am 26. September 1956.


Hound Dog
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Originalversion: Big Mama Thornton (1953)
Aufnahme: 2. Juli 1956, RCA Studios, New York
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Don't Be Cruel), Juli 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001; Live-Version aus der „Milton Berle Show“ vom 5. Juni 1956)
Anmerkung: Die Live-Version aus der Milton Berle Show, wie sie für die Compilation Rhythm & Blues verwendet wurde, sorgte damals wegen Elvis' „obszöner“ Bewegungen am Mikrofonständer für ziemlichen Wirbel und wurde 1981, mit zusätzlichen Overdubs versehen, auf der Soundtrack-LP „This Is Elvis“ veröffentlicht.
Gleich sieben frühe Live-Versionen von “Hound Dog” wurden 1984 auf dem 6-LP-Box-Set „A Golden Celebration“ veröffentlicht; neben dem Auftritt in der TV-Show von Milton Berle waren das: 1. Juli 1956 (TV-Auftritt bei Steve Allen in New York), 9. September 1956 (TV-Auftritt bei Ed Sullivan in Hollywood), 26. September 1956 (Matinee u. Evening Show in Tupelo), 28. Oktober 1956 (TV-Auftritt bei Ed Sullivan in New York) und 6. Januar 1957 (letzter TV-Auftritt bei Ed Sullivan in New York).
Eine weitere Live-Aufnahme aus den 50er Jahren wurde ebenfalls 1984 auf dem Album „The First Live Recordings“ veröffentlicht, und zwar die Version vom 15. Dezember 1956 aus Elvis' letztem Auftritt bei der „Louisiana Hayride“ in Shreveport.


Playing For Keeps
Text/Komposition: Stanley Kesler
Original
Aufnahme: 1. September 1956, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Too Much), Januar 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)




How's The World Treating You
Text/Komposition: Chet Atkins, Boudleaux Bryant
Originalversion: The Beaver Valley Sweethearts (1953), gecovert von Eddy Arnold (ebenfalls 1953 >>> unter der Künstlerbezeichnung ‘Eddy Arnold, The Tennessee Plowboy & His Guitar')
Aufnahme: 1. September 1956, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis“, Oktober 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)


Anyplace Is Paradise
Text/Komposition: Joe Thomas
Original
Aufnahme: 2. September 1956, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: LP „Elvis”, Oktober 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)


Old ShepText/Komposition: Red Foley
Originalversion: Red Foley (1941)
Aufnahme: 2. September 1956, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis“, Oktober 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Mit diesem Lied hatte Elvis als Junge seinen ersten Auftritt vor Publikum, als er im Rahmen einer Kirmes in seinem Geburtsort Tupelo an einem Gesangswettbewerb teilnahm.
(Auf die Frage, ob der „Knirps“ Elvis schon damals den Blues in der Stimme hatte, gibt es leider keine Antwort – es sei denn, es taucht irgendwann ein Tonband auf, das Elvis' allerersten Auftritt bei der Mississippi & Alabama Fair & Dairy Show aus dem Jahr 1945 dokumentiert...)


Rip It Up
Text/Komposition: Robert Blackwell, John Marascalco
Originalversion: Little Richard & His Band (VÖ: Juni 1956)
Aufnahme: 3. September 1956, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis“, Oktober 1956
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)


Tell Me Why
Text/Komposition: Titus Turner
Originalversion: Marie Knight (VÖ: März 1956)
Aufnahme: 12. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Blue River), Januar 1966
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000)




Mean Woman Blues
Text/Komposition: Claude DeMetrius
Original
Aufnahme: 13. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Loving You“, Juli 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Im Zuge der „Essential Elvis“-LP-/CD-Reihe wurden 1988 (Vol. 1) und 1989 (Vol. 2) die Movie Version und der ungekürzte Master Take veröffentlicht.
1989 wurde sogar eine Stereo-Version als CD-Single (4-Track-EP mit einer zusätzlichen „Dub Version“ von „Mean Woman Blues“) veröffentlicht.




(There'll Be) Peace In The Valley (For Me)
Text/Komposition: Thomas A. Dorsey
Originalversion: Flying Clouds of Detroit (aufgenommen: Mai 1946, VÖ: 1947), gecovert von den Jordanaires (1950), The Soul Stirrers (1951), Red Foley with The Sunshine Boys Quartet (1951), Del Gillman & The Bar-X Boys (1952) und Roy Rogers (1952)
Aufnahme: 13. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Gospel
Erstveröffentlichung: EP „Peace In The Valley“, April 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Obwohl der Song mit einem Blues-Aufkleber versehen wurde, handelt es sich sowohl musikalisch als auch inhaltlich in erster Linie um einen Gospel, und ich berücksichtige ihn nur der Vollständigkeit halber.
Vor dieser professionellen Studioaufnahme hatte ihn Elvis schon einmal unter Studiobedingungen gesungen, und zwar nur wenige Wochen zuvor bei einer Jam Session mit Jerry Lee Lewis und Carl Perkins im Sun Studio in Memphis. Sam Phillips hat damals die Session mitgeschnitten und nach Elvis' Tod – im Sommer 1981 - als „The Million Dollar Quartet“ veröffentlicht (aus rechtlichen Gründen zunächst nur in Großbritannien und leider unvollständig), und so wissen wir, dass diese Sun-Aufnahme nur 1:20 min. kurz ist, aber durch einen herzerwärmenden Harmoniegesang im Refrain besticht.
Zeitgleich mit der Elvis-Version (April 1957) erschien auch eine Fassung von Tennessee Ernie Ford, gefolgt von einer Pat-Boone-Version mit Orchester-Begleitung (Mai 1957).


One Night (Of Sin)
Text/Komposition: Dave Bartholomew, Pearl King
Originalversion: Smiley Lewis (1956)
Aufnahme: 16. Januar 1957 (abweichende Quelle: 18. Januar), Paramount Sound Stage, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis: A Legendary Performer Volume 4“, November 1983
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Reconsider Baby (1985), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: Den Original-Text (“Eine Nacht der Sünde”) hielten die Verantwortlichen bei RCA damals wohl für zu gewagt, und deshalb verschwand diese Version für Jahre (bzw. aus Elvis' persönlicher Sicht für immer) im Archiv, während man ihn eine neue, weniger provokante Version singen ließ („Eine Nacht mit Dir“).


Hot Dog
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Originalversion: Young Jessie (1956)
Aufnahme: 18. Januar 1957, Paramount Sound Stage, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Loving You“, Juli 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000)
Anmerkung: Elvis Presley with The Jordanaires


Blueberry Hill
Text/Komposition: Al Lewis, Larry Stock, Vincent Rose
Originalversion: Gene Autry (1940), gecovert von Swing and Sway with Sammy Kaye (1940) und Fats Domino (1956)
Aufnahme: 19. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 4-Track-EP „Just For You“, April 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Elvis orientierte sich, als er „Blueberry Hill“ coverte, nicht am Country-Original von Gene Autry, sondern an der Version von Fats Domino.
1988 veröffentlichte RCA die Alternate Takes 2 und 7 auf dem Album “The Essential Elvis Vol. 2“.


Is It So Strange
Text/Komposition: Faron Young
Original (?)
Erstaufnahme: 4. Dezember 1956, Sun Studio, Memphis (inoffizielle Jam Session mit Carl Perkins u. Jerry Lee Lewis)
Master-Aufnahme: 19. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 4-Track-EP „Just For You“, April 1957 (Master); CD „The Million Dollar Quartet“, März 1990 (Erstaufnahme)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Die Erstaufnahme wurde aus rechtlichen Gründen erst 1990 auf dem Album “The Million Dollar Quartet” veröffentlicht. „Quartet“ deshalb, weil zu Beginn der Session auch Johnny Cash anwesend war (siehe entsprechendes Cover-Foto), bei der eigentlichen Session aber (sehr wahrscheinlich) nicht mitgesungen hat.
1989 wurden auf dem Album „Essential Elvis Vol. 2“ auch die Alternate Takes 1, 7 u. 11 veröffentlicht.


Don't Leave Me Now
Text/Komposition: Aaron Schroeder, Ben Weisman
Original (Elvis Presley with The Jordanaires)
Erstaufnahme: 23. Februar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Remake (Version 1): 3. Mai 1957, MGM Sound Stage, Hollywood (Piano Version)
Remake (Version 2): 3. Mai 1957, MGM Sound Stage, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Loving You“, Juli 1957 (Erstaufnahme); Soundtrack-EP „Jailhouse Rock“, Oktober 1957 (Remake, Version 2); … (Piano Version)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Am 9. Mai 1957 wurden zwei zusätzliche Movie Versions (# 1 u. # 2) des Songs aufgenommen.
Überdies veröffentlichte das Sammler-Label FTD auf dem Album „Jailhouse Rock“ (2010) die Alternate Takes 18 und 21.


One Night
Text/Komposition: Dave Bartholomew, Pearl King, Anita Steiman
Originalversion: Smiley Lewis (1956)
Aufnahme: 23. Februar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w I Got Stung), Oktober 1958
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)




I Need You So
Text/Komposition: Ivory Joe Hunter
Originalversion: Ivory Joe Hunter (1950)
Aufnahme: 23. Februar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 4-Track-EP „Just For You“, April 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Elvis Presley with The Jordanaires


(You're So Square) Baby I Don't Care
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original
Aufnahme: 3. Mai 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Zusätzliche Vocal Overdubbs: 8. Mai 1957, MGM Sound Stage, Hollywood
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: Soundtrack-EP „Jailhouse Rock“, Oktober 1957 (5-Track-EP)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: 1983 erschien auf dem Album “I Was The One” eine Neuaufnahme des Songs, die im Juni 1982 produziert worden war (hierbei versah man die Originalaufnahme mit zeitgemäßen instrumentalen Overdubs, die eigens dafür neu eingespielt wurden).


I Want To Be Free
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original
Aufnahme: 3. Mai 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-EP „Jailhouse Rock“, Oktober 1957 (5-Track-EP)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: 1992 wurden auf dem 5-CD-Box-Set “The Complete 50's Masters” auch ein Spliced Take (10/12/13) der sog. Prison Version (= Gefängnis-Szene) und der Alternate Take 11 der sog. Record Version veröffentlicht. 2010 veröffentlichte das Sammler-Label FTD die CD „Jailhouse Rock“, die neun Alternate Takes des Songs beinhaltete: 1 u. 2, 4-6 sowie 10-13.


Blue Christmas
Text/Komposition: Bill Hayes, Jay W. Johnson
Originalversion: Doye O'Dell (November 1948), gecovert von Jesse Rogers & His '49ers, Riley Shepard & His Musical Mountaineers (beide November 1948), Hugo Winterhalter & His Orchestra and Choir, Ernest Tubb (beide Oktober 1949), Bob Atcher with Ginger, Jean and Dolores Dinning (1950)
Aufnahme: 5. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis' Christmas Album“, November 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Im Dezember 1957, noch pünktlich zum Fest, erschien “Blue Christmas” auch auf der 4-Track-EP “Elvis Sings Christmas Songs” (u.a. auch mit „Santa Claus Is Back In Town“) sowie – mit 7-jähriger Verspätung! – im November 1964 als Single-A-Seite (gekoppelt mit “Wooden Heart”). Das rechtfertigte offenbar die Verwendung von „Blue Christmas“ – man höre und staune – in einer Dokumentation über den Vietnam-Krieg!
u.a. 1982 von Shakin' Stevens gecovert




My Wish Came True
Text/Komposition: Ivory Joe Hunter
Original (Elvis Presley with The Jordanaires)
Erstaufnahme: 6. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Remake: 1. Februar 1958, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w A Big Hunk O' Love), Juni 1959
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)


Don't
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original
Aufnahme: 6. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w I Beg Of You), Januar 1958
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Als Elvis im Sommer 1959 von einer deutschen Reporterin in einem Hotel in München danach befragt wurde, welches seiner bisher aufgenommenen Lieder ihm selbst am besten gefalle,
antwortete Elvis mit „Don't“.


Santa Claus Is Back In Town
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original
Aufnahme: 7. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis' Christmas Album“, November 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: Ich frage mich, was jenem Radio-DJ in Portland/Oregon wohl passiert wäre, hätte er damals um Weihnachten 1957 statt dem eigentlich harmlos swingenden „White Christmas“ diese - nach damaligem Verständnis - „skandalöse“ Nummer aufgelegt – ob man ihn gleich verhaftet statt „nur“ entlassen hätte?!


I'll Be Home For Christmas
Text/Komposition: Buck Ram (?), Walter Kent, Kim Gannon
Originalversion: Bing Crosby (1943)
Aufnahme: 7. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis' Christmas Album“, November 1957
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)


Trouble
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original
Aufnahme: 15. Januar 1958, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „King Creole“, August 1958
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)


New Orleans
Text/Komposition: Sid Tepper, Roy C. Bennett
Original
Aufnahme: 15. Januar 1958, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „King Creole“, August 1958
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012; Electronic Reprocessed Stereo), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Elvis Presley Sings The Blues (2011),
Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Wie “New Orleans” bereits anklingen lässt, begab sich Elvis für den Soundtrack zu seinem vierten Film „King Creole“ in musikalischer Hinsicht erstmals auf das Gebiet des New Orleans Dixieland Jazz, was sich durch die Handlung des Films, die im berühmten French Quarter von New Orleans angesiedelt ist, durchaus anbot. Während dieser Song aber noch weitestgehend vom Blues geprägt ist, geht der „Dixieland Rock“ schon etwas mehr in Richtung Jazz, dominieren die hektischen Bläsersätze.
Es sollte übrigens nicht das letzte Mal sein, dass Elvis sich in einer Stilrichtung versuchte, die mit seinem persönlichen Musikgeschmack nicht konform ging, denn wie sowohl Priscilla als auch Larry Geller später berichtet haben, hatte Elvis für Jazz nichts übrig (um so erstaunlicher, dass sich gleich zwei Jazz-Platten von Duke Ellington in seiner privaten Plattensammlung befanden – darunter die LP „Newport 1958“!).


Don't Ask Me Why
Text/Komposition: Fred Wise, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 16. Januar 1958, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Hard Headed Woman), Juni 1958
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Noch im Sommer erschien der Titel auch auf der Soundtrack-LP “King Creole”.
Noch 1958 erschienen Cover-Versionen von Peter McLean with The Henri Bource All Stars und Per Granberg med Sigurd Jansens orkester


As Long As I Have You
Text/Komposition: Fred Wise, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 16. Januar 1958, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „King Creole“, September 1958
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)


Ain't That Loving You Baby
Text/Komposition: Clyde Otis, Ivory Joe Hunter
Originalversion: Der Erste, der den Song aufnahm, war wohl Jimmy Reed (1955), doch die erste Plattenveröffentlichung ging auf das Konto von Eddie Riff with Orchestra (1956)
Aufnahme: 10. Juni 1958, RCA Studio B, Nashville (Slow & Fast Version)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Ask Me), September 1964 (Slow Version); LP/CD „Reconsider Baby“, 1985 (Fast Version)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Reconsider Baby (1985; Alternate Take bzw. Fast Version/Spliced Take), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Sings The Blues (2012; Alternate Take 1)
Anmerkung: Die Fast Version, wie sie auf der CD „Reconsider Baby“ veröffentlicht wurde, ist ein sog. Spliced Take, der aus mehreren Elementen von fünf verschiedenen Alternate Takes (1, 8, 9, 10 u. 11?) zusammen montiert wurde und dadurch eine Spielzeit von 2:32 min. erreichte. Der (laut Booklet) Alternate Take 11, der 1992 auf dem 5-CD-Box-Set „The Complete 50s Masters“ veröffentlicht wurde, ist hingegen nur 1:48 min. lang.
Veröffentlichung Take 8:
Bereits 1962 wurde der Song von Bill Black's Combo gecovert, jener Band, die Elvis' früherer Kontrabassist gegründet hatte. Einen Monat nach der Veröffentlichung von Elvis' Version erschien eine Cover-Version von Rikki Henderson & The Beatmen (Oktober 1964).




Teil 3




Stuck On You
Text/Komposition: Aaron Schroeder, Leslie McFarland
Original
Aufnahme: 21. März 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Fame And Fortune), März 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988)
Anmerkung: Diese erste Single nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst war die erste RCA-Produktion einer Elvis-Platte in Zweikanalton (= Stereo).
2011 wurde auf der FTD-CD „Elvis Is Back Session“ der Alternate Take 1 veröffentlicht.


Fame And Fortune
Text/Komposition: Fred Wise, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 21. März 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Stuck On You), März 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Im Dezember 1978 veröffentlichte RCA den Alternate Take 2 auf der LP “Elvis – A Legendary Performer Vol. 3“.
Elvis-Biograf Wolfgang Tilgner schrieb den Song fälschlicherweise dem Autoren-Team Pomus/Shuman zu.

A Mess Of Blues
Text/Komposition: Doc Pomus, Mort Shuman
Original
Aufnahme: 21. März 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w It's Now Or Never), Juli 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012; Mono Master), Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), R&B (2006), Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)


It Feels So Right
Text/Komposition: Fred Wise, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 21. März 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000)
Anmerkung: 1965 wurde der Blues im Film “Tickle Me” verwendet und – gekoppelt mit “(Such An) Easy Question” - im Mai des Jahres auch als Single veröffentlicht.
Drei Alternate Takes (1, 3 u. 4) beinhaltete die 2011 erschienene FTD-CD „Elvis Is Back Session“.




Fever
Text/Komposition: John Davenport (aka Otis Blackwell), Eddie Cooley
Originalversion: Little Willie John (1956)
Aufnahme: 3. April 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)


Like A Baby
Text/Komposition: Jesse A. Stone
Originalversion: Vikki Nelson with The Sounds (1957)
Aufnahme: 3. April 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: Die markanten Saxophon-Parts stammen von Boots Randolph.
Auf dem 3-CD-Box-Set „Collectors Gold“ wurden 1991 auch die Alternate Takes 1 u. 2 veröffentlicht.


Thrill Of Your Love
Text/Komposition: Stan(ley) Kesler
Original (?)
Aufnahme: 3. April 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley Sings The Blues (2011)


Such A Night
Text/Komposition: Lincoln Chase
Originalversion: Clyde McPhatter & The Drifters (aufgenommen: November 1953, VÖ: Januar 1954), gecovert von Johnnie Ray, Bunny Paul, Dinah Washington, Jane Turzy, Perez Prado & His Orchestra (alle 1954!), The Four Lovers (1956) und Tommy Sands (1958)
Aufnahme: 4. April 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)
Anmerkung: Die EP „Such A Night“, die für den europäischen Markt zusammen gestellt und im Juli 1960 veröffentlicht wurde, enthielt neben dem Titel-Track die Songs „It Feels So Right“, „Like A Baby“ und „Make Me Know It“ und war somit praktisch die erste „richtige“ Blues-Platte von Elvis, wenn man bei dem letzten Track nicht ganz so streng urteilt. Als Single wurde „Such A Night“ erst im Juli 1964 veröffentlicht, gekoppelt mit der aktuellen Ballade “Never Endung”.
Anmerkung: Im Januar 1976 veröffentlichte RCA auf dem Album „Elvis – A Legendary Performer Vol. 2“ die Alternate Takes 2 u. 3; 2011 wurden auf der FTD-CD „Elvis Is Back Session“ zusätzlich auch der Take 1 und ein Spliced Take (4 u. 5) veröffentlicht.




Reconsider Baby
Text/Komposition: Lowell Fulson
Originalversion: Lowell Fulson (1954)
Aufnahme: 4. April 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Blue Rhythms (1983/2008), Reconsider Baby (1985), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Elvis Presley Sings The Blues (2011)
Anmerkung: Die Saxophon-Parts stammen von Boots Randolph.
1992 wurde deutlich, dass die als „The Million Dollar Quartet“ veröffentlichte Jam-Session vom 4. Dezember 1956 im Sun Studio in Memphis (mit Elvis, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins) nicht vollständig war, denn auf dem neuen 5-CD-Box-Set „The Complete 50's Masters“ (Disc 5) erschien plötzlich eine bisher unbekannte Version von „Reconsider Baby“, die Sam Phillips damals ebenfalls mitgeschnitten hatte.
Sofort erhielten jene Gerüchte neue Nahrung, die davon sprachen, dass es womöglich noch weitere Songs gibt, auf denen der ebenfalls im Studio anwesende Johnny Cash (daher auch „Quartet“ und nicht „Million Dollar Trio“) beteiligt gewesen sein könnte.


G. I. Blues
Text/Komposition: Sid Tepper, Roy C. Bennett
Original
Aufnahme: 27. April 1960, RCA Studios, Hollywood
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „G. I. Blues“, Oktober 1960
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Darüber, ob der Titelsong zu Elvis' fünftem Spielfilm wirklich dem Blues bzw. Rhythm & Blues zugeordnet werden kann, lässt sich vermutlich streiten, aber vielleicht meinte man auch: Wo Blues drauf steht, wird bestimmt auch ein Blues drin sein...
Nach Elvis' Tod wurden auch die Alternate Takes 1 und 7 veröffentlicht.


Big Boots (Fast Version)
Text/Komposition: Sid Wayne, Sherman Edwards
Original
Aufnahme:
Fast Version: 28. April 1960, RCA Studios, Hollywood
Medium Tempo: 6. Mai 1960, Radio Recorders Studio B, Hollywood (Acoustic Version?)
Slow Tempo: 6. Mai 1960, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: 3-LP/CD-Set „Collectors Gold“, August 1991 (Take 7 vom 28. April 1960)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Presley – Blues & Black Roots (2013)
Anmerkung: Wer an die “Big Boots”-Version aus dem Film denkt, wird sich verwundert fragen, warum um Himmels Willen dieses Kinder-Schlaflied als Blues gelistet ist, und ob die Produzenten der Compilation-CD überhaupt Ahnung von Musik haben, doch hören wir uns statt der bekannten Slow Version vom „G. I. Blues“-Soundtrack die „Fast Version“ an, wie sie 1991 erstmals veröffentlicht wurde, kann man einen Blues-Charakter nur schwer leugnen. Leider ist diese einminütige Version viel zu kurz, und ein längerer Instrumental-Part im Mittelteil hätte sich daher angeboten.
Der Ehrlichkeit halber muss ich einräumen, dass ich die Compilation-CD nicht selbst besitze und daher nicht weiß, welche Version dort verwendet wurde (ich will hoffen, dass es die „richtige“ Fast Version ist...)


Give Me The Right
Text/Komposition: Fred Wise, Norman Blagman
Original
Aufnahme: 12. März 1961, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Something For Everybody“, Juni 1961
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 1 (1988), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000)
Anmerkung: Das Album, auf dem der Song (mit Boots Randolph am Saxophon!) veröffentlicht wurde, war auf der Hülle mit einem bemerkenswerten Reklametext versehen, den ich nur in übersetzter Form von Elvis-Biograf Tilgner wiedergeben kann, da ich nicht im Besitz des Original-Vinyls bin:
„Die jungen Leute lieben Elvis, weil er jung ist und die Lieder singt, die sie von ihm hören wollen. Die Jazz-Fans lieben Elvis, weil er vom südlichen Blues herkommt und mit Blues-Feeling singt. Die Eltern lieben Elvis, weil er ohne Skandale Karriere gemacht hat und weil ihre Kinder in ihm ihr Vorbild sehen. Die Filmfreunde lieben Elvis, weil er in seinen Rollen aufgeht und Hits singt.“
Leider dienten zur Untermauerung des Blues-Feelings nur zwei bis drei Songs – „I Want You With Me“, je nach Geschmack „I'm Comin' Home“ und eben „Give Me The Right“.
Im Sommer 1991 veröffentlichte RCA auf dem 3-CD-Box-Set „Collectors Gold“ den Alternate Take 1.


I Feel So Bad
Text/Komposition: Chuck Willis
Originalversion: Chuck Willis (1954)
Aufnahme: 12. März 1961, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Wild In The Country), Mai 1961
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012; Mono Master), Blue Rhythms (1983/2008), Reconsider Baby (1985), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006)




I Want You With Me
Text/Komposition: Woody Harris
Originalversion: Bobby Darin (1960)
Aufnahme: 12. März 1961, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Something For Everybody“, Juni 1961
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988)
Anmerkung: Im Sommer 1991 wurde auf dem 3-CD-Box-Set “Collectors Gold” auf der Alternate Take 1 veröffentlicht.


Beach Boy Blues
Text/Komposition: Sid Tepper, Roy C. Bennett
Original
Aufnahme: 23. März 1961, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Blue Hawaii“, Oktober 1961
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000)


Little Sister
Text/Komposition: Doc Pomus, Mort Shuman
Original
Aufnahme: 26. Juni 1961, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w His Latest Flame), August 1961
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: 1983 veröffentlichte RCA auf dem Album „Rare Elvis Vol. 3“ sechs Alternate Takes (1-6), von denen zwei lediglich Fehlstarts waren (3 u. 4). Ebenfalls 1983 erschien auf dem Album “I Was The One” eine Neuaufnahme des Songs, die im Juni 1982 produziert worden war (hierbei versah man die Originalaufnahme mit zeitgemäßen instrumentalen Overdubs, die eigens dafür neu eingespielt wurden).




Memphis Tennessee
Text/Komposition: Chuck Berry
Originalversion: Chuck Berry (1958o.59), gecovert von Dave Berry & The Cruisers (1963) und The Animals (1964)
Erstaufnahme: 27. Mai 1963, RCA Studio B, Nashville
Remake: 12. Januar 1964, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis For Everyone“, Juli 1965 (Remake)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)
Anmerkung: Die Erstaufnahme von 1963 wurde erst nach Elvis' Tod den Fans offiziell zugänglich gemacht, und zwar im August 1991 auf der 3-CD-Box „Collectors Gold“ (Take 2) sowie 1993 auf der 5-CD-Box „From Nashville To Memphis - The Essential 60's Masters“ (Take 1).


What'd I Say
Text/Komposition: Ray Charles
Originalversion: Ray Charles & His Orchestra (1959)
Cover-Versionen, die Elvis inspiriert haben könnten (Auswahl): Jerry Lee Lewis & His Pumping Piano (1961), Cliff Richard & The Shadows (April 1961), The Crickets (1962), Bill Black's Combo (1962), Clyde McPhatter (1962), Bobby Darin (1962), Bo Diddley (1963), Floyd Cramer (1963), Trini Lopez (1963), The Searchers (1963)
Aufnahme: 30. August 1963, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Viva Las Vegas), April 1964
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)
Anmerkung: Elvis Presley with The Jubilee Four and Carole Lombard Quartet
2010 wurden auf dem FTD-Album “Viva Las Vegas” die Alternate Takes 1 und 2 veröffentlicht.




Down In The Alley
Text/Komposition: Jesse Stone
Originalversion: The Clovers (1957)
Aufnahme: 26. Mai 1966, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Spinout“, November 1966 (Bonus Track)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Reconsider Baby (1985; fade in), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Blue Rhythms (2008; Take 6), Elvis Sings The Blues (2012; Take 6)
Anmerkung: Take 1 wurde 1993 auf der 5-CD-Box “From Nashville To Memphis – The Essential 60's Masters” veröffentlicht, die Takes 2, 3 und 4 (plus 6) erst 2011 auf “Elvis Sings Guitar Man” (FTD).


Big Boss Man
Text/Komposition: Al Smith, Luther Dixon
Originalversion: Jimmy Reed (1960)
Cover-Versionen, die Elvis inspiriert haben könnten (Auswahl): Conway Twitty (1963), The Alan Price Rhythm & Blues Combo (1963), Charlie Rich (1963), John Hammond (1965), Jerry Lee Lewis (1966), Bill Cosby (1967)
Aufnahme: 10. September 1967, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w You Don't Know Me), September 1967
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006)
Anmerkung: Im November 1967 warf RCA diese großartige Nummer – um nicht zu sagen, wie Perlen vor die Säue – als Bonus-Track auf die Soundtrack-LP “Clambake”, die Elvis-Biograf Tilgner in Bezug auf die eigentlichen Film-Songs recht drastisch als „musikalischen Abfall“ bezeichnete.
1993 und 2011 wurden auch die Alternate Takes 2 (auf der 5-CD-Box „From Nashville To Memphis – The Essential 60's Masters“) bzw. 2, 7 und 9 (auf „Elvis Sings Guitar Man“/FTD) offiziell veröffentlicht.




Hi-Heel Sneakers
Text/Komposition: Robert Higginbotham aka Tommy Tucker
Originalversion: Tommy Tucker (1964), u.a. gecovert von Johnny Rivers (1964), The Searchers (1964), Jerry Lee Lewis (1964), José Feliciano (1965), Tina Turner (1965), The Everly Brothers (1965), Stevie Wonder (1965) oder Jimmy Hughes (1967)
Aufnahme: 11. September 1967, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Guitar Man), Januar 1968
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Reconsider Baby (1985), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Blue Rhythms (2008; Take 5)
Anmerkung: 2011 veröffentlichte das Sammler-Label FTD (= Follow That Dream) auf dem Album „Elvis Sings Guitar Man“ zusätzlich zum Take 5 auch den Alternate Take 7.
Erkennt man sowohl „Guitar Man“ als auch „Hi-Heel Sneakers“ als Blues an, handelt es sich bei dieser Single-Veröffentlichung um die einzige wirkliche Blues-Single von Elvis, die in den 60er Jahren veröffentlicht wurde, denn für gewöhnlich bestückte man nur eine Seite mit einem Blues bzw. einem R&B-Titel.




Trying To Get To You (Burbank Jam)
Text/Komposition u. Originalversion siehe 1955
Aufnahme: 27. Juni 1968, live in Burbank, CA (8:00 pm ‘Sit Down' Show für das NBC-TV Special)
Erstveröffentlichung: LP “Elvis – A Legendary Performer Vol. 1”, Januar 1974
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations:
Elvis Sings The Blues (2012)


Baby What You Want Me To Do (Burbank Jam)
Text/Komposition: Jimmy Reed
Originalversion: Jimmy Reed (1959)
Aufnahme: 27. Juni 1968, live in den Burbank Studios, CA (6:00 pm ‘Sit Down' Show)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis“ (NBC-TV Special), November 1968 bzw. LP “Elvis – A Legendary Performer Vol. 2”, Januar 1976
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: In der 18-Uhr-Vorstellung der sogenannten “Sit Down”-Show (= Elvis performt live im Sitzen mit Begleitmusikern statt solo und per Halbplayback im Stehen, was allgemein hin als „Stand Up“-Show bekannt ist) spielte Elvis den Titel drei mal, in der Abendvorstellung (20 Uhr) zweimal. Die Version auf der „Rhythm & Blues“-Compilation (18 Uhr) ist der dritte Jam, wie King77 freundlicherweise ermittelt hat.


Lawdy Miss Clawdy / Baby What You Want Me To Do (Burbank Jam)
Text/Komposition: Lloyd Price / Jimmy Reed
Aufnahme: 27. Juni 1968, live in den Burbank-Studios, CA (8:00 pm ‚Sit Down' Show)
Erstveröffentlichung: LP “Elvis“ ('68 Comeback Special), Dezember 1968
Verwendung auf Blues Compilations:
The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)


Tiger Man (Burbank Jam)
Text/Komposition: Joe Hill Louis, Sam Burns >>> Tiger Man (King of the Jungle)
Abweichende Quelle: Joe Hill Louis, Sam "Burns" Phillips
abweichende Quelle: Al Lewis, Lewis Burns, Joe Hill Louis
Originalversion: Rufus Thomas, Jr. (Tiger Man (King Of The Jungle), 1953)
Aufnahme: 27. Juni 1968, live in den Burbank-Studios, CA (8:00 pm ‘Sit Down'-Show)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Singer Presents Elvis Singing Flaming Star And Others“, November 1968 bzw. LP „Elvis Sings Flaming Star“, März 1969
Verwendung auf Blues Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Sings The Blues (2012)


Clean Up Your Own Backyard
Text/Komposition: Mac Davis, Billy Strange
Original
Aufnahme: 23. Oktober 1968, United Recorders, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w The Fair's Moving On), Juni 1969
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000)
Anmerkung: Aufgenommen für den Soundtrack von Elvis' vorletztem Film “The Trouble With Girls”, wurde dieser herrliche Blues auch filmisch sehr raffiniert in Szene gesetzt – fast könnte man meinen, einen frühen Videoclip zu sehen, denn Kameraperspektive und Schnittfolge erzeugen einen ungewohnt dynamischen Eindruck, wie ich finde.




Wearin' That Loved On Look
Text/Komposition: Dallas Frazier, A.L. Owens
Original
Aufnahme: 14. Januar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: LP „From Elvis In Memphis“, Juni 1969
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998; Alternate Take)
Anmerkung: Dieser Rhythm & Blues geht mMn schon sehr in Richtung Soul, wobei er stellenweise sogar Gospel-Elemente erkennen lässt.


Stranger In My Own Home Town
Text/Komposition: Percy Mayfield
Originalversion: Percy Mayfield (1964)
Aufnahme: 17. Februar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: DLP „From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis”, November 1969
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), Reconsider Baby (1985; Alternate Mix bzw. Master Edit, verkürzt um etwa eine halbe Minute auf 3:50 min.), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Rhythm & Blues (2001), R&B (2006), Blue Rhythms (2008; Alternate Mix)
Anmerkung: Im Sommer 1987 wurde auf dem Doppelalbum “The Memphis Record” (diese Scheibe besitze ich tatsächlich noch als Vinyl-Ausgabe!) eine ge-remixte Version veröffentlicht.


After Loving You
Text/Komposition: Eddie Miller, Johnny Lantz
Abweichende Quelle: Eddie Miller, Janet Lantz
Stilistische Zuordnung: Blues
Originalversion: Eddy Arnold (1962), gecovert von Joe Henderson (1962), “Little” Esther Phillips (1962), Jim Reeves (1963), Della Reese (1965), Bobby Vinton (1967)
Aufnahme: 18. Februar 1969, American Sound Studio, Memphis
Erstveröffentlichung: LP „From Elvis In Memphis“, Mai 1969
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Elvis Blues – The Ultimate Collection (2000), Elvis Sings The Blues (2012; Alternate Take 3)


Power Of My Love
Text/Komposition: Bill Giant, Bernie Baum, Florence Kaye
Original
Aufnahme: 18. Februar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „From Elvis In Memphis“, Mai 1969
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012),
Rhythm & Blues (2001), Blue Rhythms (2008; Take 3)
Anmerkung: Auf dem Doppelalbum “The Memphis Record”, das im Juli 1987 erschien, wurde eine nachträglich bearbeitete Fassung (Remix) verwendet.


What'd I Say (live 1969)
Text/Komposition u. Originalversion siehe oben
Aufnahme: 23. August 1969, live im International Hotel, Las Vegas (Midnight Show)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „Greatest Hits Vol. 1“, Oktober 1981 (gekürzt) bzw. 3-CD-Box „Collectors Gold“/Disc 3, August 1991 (ungekürzt)
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001)


My Babe (live 1969)
Text/Komposition: Willie Dixon
Originalversion: Little Walter & His Jukes (1955),
u.a. gecovert von Ricky Nelson (1958), Cliff Richard & The Drifters (1959), The Coasters (1962), Bill Black's Combo (1962), Bo Diddley (1962), Conway Twitty (1963), Red West Combo (1963), Ike & Tina Turner (1964), The Everly Brothers (1965), Ricky Shayne & The Skylarks (1966), Junior Wells (1968) oder Fred McDowell (1969)
Aufnahme: 25. August 1969, live im International Hotel, Las Vegas (Midnight Show)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: DLP „From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis”, November 1969
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)
Anmerkung: Eine weitere Live-Version aus Las Vegas, diesmal während der Dinner Show am 26. August 1969 aufgezeichnet, wurde im Sommer 1980 auf dem 8-LP-Box-Set „Elvis Aron Presley“ veröffentlicht.


Baby What You Want Me To Do (live 1969)
Text/Komposition u. Originalversion siehe oben
Aufnahme: 26. August 1969, live im International Hotel, Las Vegas (Midnight Show)
Erstveröffentlichung: 3-CD-Box „Collectors Gold“, August 1991
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (2012)


See See Rider (live 1970)
Text/Komposition: Traditional (Bearbeitung/Arrangement: Elvis Presley)
Basierend auf dem “See See Rider Blues”
Text/Komposition: Lena Arent, Ma Rainey
Originalversion: Ma Rainey (aufgenommen: 1924 / VÖ: 1925), gecovert von Bea Booze (1942)
Unter dem Titel „See See Rider“ oder auch „C. C. Rider“ wurde der Song diverse Male gecovert, u.a. von Big Bill Broonzy (1934), Tiny Grimes (1950), The Orioles (1952), Barbara Dane (1957), Chuck Willis (1957), Red Garland (1959), Ray Charles (1960), Charlie Rich (1960), LaVern Baker (1962), Peggy Lee (1962), Ella Fitzgerald (1963), Jimmy Reed (1963), B. B. King (1965), The Everly Brothers (1965), Cher (1965), Eric Burdon & The Animals (1966), Richie Havens (1968) oder Jerry Lee Lewis (1969)
Aufnahme: 18. Februar 1970, live im International Hotel, Las Vegas (Midnight Show)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Live-LP „Elvis On Stage“, Juni 1970
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001)


Got My Mojo Working
Text/Komposition: Preston Foster >>> Got My Mo-Jo Working (But It Just Won't Work On You)
Originalversion: Zum ersten Mal gespielt wurde der Song 1956 von Ann Cole with The Suburbans & Orchestra. Muddy Waters nahm ihn Ende 1956 als Erster auf, doch die erste Platte von „Mojo“ brachte Anfang 1957 Ann Cole heraus. Kurz darauf, im März, erschien auch die Single von Muddy Waters.
u.a. gecovert von The Nightcaps (1961), Alexis Korner's Blues Incorporated (1962), Conway Twitty (1963), Long John Baldry & The Hoochie Coochie Men (1964), Manfred Mann (1964), Sam The Sham & The Pharaohs (1965), The Zombies (1965), The Paul Butterfield Blues Band (1965), Linda Gayle (1965), Art Blakey (1966) oder George "Harmonica" Smith and His Blues Band (1969)
Aufnahme: 5. Juni 1970, RCA Studio B, Nashville
Overdubs: 30. Juni 1970, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „Love Letters From Elvis“, Juni 1971
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (1980/2012), The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)
Anmerkung: „Got My Mojo Working“ ist keine planmäßig vorgesehene Studio-Aufnahme, sondern ein eher zufälliger Mitschnitt eines zwanglosen Pausen-Jams, bei dem auch Teile des Songs „Keep Your Hands Off Of It“ (Text/Komposition: Foster) einflossen. Die Spielfreude von Künstler und Musikern ist nicht zu überhören, wirkt geradezu ansteckend, und das Ergebnis war so gut, dass man sich entschloss, die spontane Aufnahme, versehen mit nachträglichen Overdubs, auf einem regulären Album zu veröffentlichen. Für mich - neben „Cindy, Cindy“ – DAS Highlight der „Love Letters“-LP!


Merry Christmas Baby
Text/Komposition: Johnny Moore, Lou Baxter
Originalversion: Johnny Moore's Three Blazers (1947), u.a. gecovert von Chuck Berry (1958), Ike & Tina Turner (1964), Mae West (1966), James Brown (1966), Booker T. & The M.G.'s (1966) oder Otis Redding (1968)
Aufnahme: 15. Mai 1971, RCA Studio B, Nashville
Overdubs: 26. Juli 1971, RCA Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Sings The Wonderful World Of Christmas“, Oktober 1971
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Reconsider Baby (1985; Alternate Version bzw. Long/Extended Version), Elvis Presley – Mess O' Blues Volume 2 (1988), Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: Von diesem leidenschaftlich vorgetragenen Weihnachts-Blues gibt es mehrere, unterschiedlich lange Versionen, die von einer knapp 3-minütigen Fassung mit zusätzlichen Streichern (Soundtrack-LP „This Is Elvis“, 1981) bis zu einer fast 8-minütigen Version ohne Overdubs (LP „Memories Of Christmas“, 1982) reichen. Auf der Weihnachts-LP von 1971 ist die Länge mit 5:52 min. angegeben, während die Version auf der Blues Compilation „Reconsider Baby“ knapp sechseinhalb Minuten lang ist. Zu allem Überfluss wurde 1995 auf dem 5-CD-Box-Set „The Essential 70's Masters“ (Disc 4) noch eine Version veröffentlicht, die mit 5:43 min. angegeben ist.
Der Blues gehört für meinen Geschmack zwar zu seinen besten, doch so viele unterschiedlich lange Fassungen braucht – ehrlich gesagt - kein Mensch.




Steamroller Blues (live 1973)
Text/Komposition: James Taylor
Originalversion: James Taylor (1970)
Aufnahme: 14. Januar 1973, live im Honolulu International Center, Hawaii
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-DLP „Elvis Aloha From Hawaii Via Satellite“, Februar 1973
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations:
Elvis Sings The Blues (1980/2012),
The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)
Anmerkung: Um für den Fall technischer Probleme am Tag der Satelliten-Live-Übertragung vorbereitet zu sein, hat man die „Aloha From Hawaii“-Show zwei Tage vor der Live-Ausstrahlung quasi als Generalprobe schon einmal vor Publikum durchlaufen lassen und filmisch konserviert. Während dieser Generalprobe am 12. Januar 1973 (die später unter dem Titel „The Alternate Aloha“ ebenfalls veröffentlicht wurde) entstand der erste offizielle RCA-Mitschnitt dieses Titels, der aber erst im Oktober 1981 auf der LP „Elvis – Greatest Hits Vol. 1“ veröffentlicht wurde.
Im März 1973 wurde der „Dampfwalzen-Blues“ in der Version vom 14. Januar auch als Single ausgekoppelt, mit der Ballade „Fool“ auf der B-Seite.




Just A Little Bit
Text/Komposition: John Thornton, Piney Brown, Ralph Bass, Earl E. Washington
Originalversion: Tiny Topsy (1959),
u.a. gecovert von Jerry Butler (1963), Dave Berry (1964), Them (1965), Mitch Ryder & The Detroit Wheels (1966), Etta James (1968), Little Milton (1969), Downchild Blues Band (1971), Freddie King (1973) oder Jerry Lee Lewis (1973)
Aufnahme: 22. Juli 1973, Stax Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP “Raised On Rock”, Oktober 1973
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998)


I Got A Feelin' In My Body
Text/Komposition: Dennis Linde
Original
Aufnahme: 10. Dezember 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: 2. Januar 1974, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: LP „Good Times“, März 1974
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: Dem Song liegt fraglos Rhythm & Blues zu Grunde, doch mein erster Eindruck beim Hören geht eher in Richtung Soul, ja fast schon Funk.


Good Time Charlie's Got The Blues
Text/Komposition: Danny O'Keefe
Originalversion: The Bards (1969), u.a. gecovert von Danny O'Keefe (1972), Waylon Jennings (1973) oder Charlie McCoy (1973)
Aufnahme: 13. Dezember 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: 2. Januar 1974, RCA Studio A, Nashville u. 11. Januar 1974, RCA Studio, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Country-Blues
Erstveröffentlichung: LP „Good Times“, März 1974
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (2012; Unedited Undubbed Master)
Anmerkung: Der Song wird gelegentlich als Country-Blues bezeichnet, doch für meinen Geschmack besitzt er mehr Country- als Blues-Elemente.
2010 veröffentlichte das Sammler-Label FTD das Album „Good Times – The Outtakes“, auf dem gleich mehrere Alternate Takes vom „traurigen Charlie“ enthalten sind.


My Baby Left Me (Live 1974)
Text/Komposition u. Originalversion siehe 1956
Aufnahme: 20. März 1974, live im Mid-South Coliseum, Memphis
Erstveröffentlichung: LP “Elvis Recorded Live On Stage In Memphis”, Juni 1974
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Elvis Sings The Blues (2012)


Steamroller Blues (live 1974)
Text/Komposition u. Originalversion siehe 1973
Aufnahme: 20. März 1974, live im Mid-South Coliseum, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 4-CD-Box-Set "Platinum", 1997
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Rhythm & Blues (2001)
Anmerkung: Mir persönlich ist diese Version – trotz des frenetischen Jubels der Zuschauer - etwas zu oberflächlich gesungen, nicht so leidenschaftlich wie im Jahr zuvor auf Hawaii. Aber wie so Vieles ist auch das eine Frage des persönlichen Geschmacks.


Tiger Man (Studio Jam)
Text/Komposition: Lewis, Burns
Originalversion: ...
Aufnahme: 11. März 1975, RCA Studio C, Hollywood (Los Angeles)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 5-CD-Box-Set „Walk A Mile In My Shoes – The Essential 70's Masters“, 1995
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (2008)
Anmerkung: Unüberhörbar ein Blues, doch ebenso unüberhörbar ist mMn die Leidenschaftslosigkeit, mit der Elvis hier zu Werke geht. Die Version von 1968 war reines Dynamit, doch im „verflixten siebenten Jahr“ danach klingt Elvis irgendwie uninspiriert.


Shake A Hand
Text/Komposition: Joe Morris
Originalversion: Faye Adams with The Joe Morris Orchestra (1953), u.a. gecovert von Red Foley with The Anita Kerr Singers (1953), The Mike Pedicin Quintet (1954), Pat Boone (1957), Little Richard (1959), LaVern Baker (1960), Ruth Brown (1962), Jackie Wilson & Linda Hopkins (1963), Linda Hopkins (solo, 1972)
Aufnahme: 11. März 1975, RCA Studio C, Hollywood
Overdubbed: 8., 9. u. 10. April 1975, Quadrophonic Sound Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Today“, Mai 1975
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: The Elvis Presley Collection – Vol. 8: Rhythm & Blues (1998), Rhythm & Blues (2001), Elvis Sings The Blues (2012; Original Session Mix)


Pledging My Love
Text/Komposition: Ferdinand “Fats” Washington, Don Robey
Originalversion: Johnny Ace with Johnny Otis Orch (1954),
u.a. gecovert von Louis Armstrong (1955), Pat Boone (1957), Roy Hamilton (1958), Johnny Tillotson (1960), Bobby Vee (1961), Conway Twitty (1963), Wanda Jackson (1963), Jackie Wilson (1965), Percy Sledge (1967), Aretha Franklin (1969), Kitty Wells (1971), Wilson Pickett (1971), Jerry Lee Lewis (1973), Diana Ross & Marvin Gaye (1973), Tom Jones (1974) oder Roy Orbison (1975)
Aufnahme: 29. Oktober 1976, RCA Mobile Studio Graceland („Jungle Room“), Memphis
Overdubbed: 22. Januar 1977, Creative Workshop, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Way Down), Juni 1977
Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: R&B (2006)
Anmerkung: Im Juli 1977 wurde der Song, der für meinen Geschmack etwas schlagerhaft beginnt und erst mit dem Einsatz der Gitarren ein gewisses Blues Feeling erzeugt, auf Elvis' letztem Studioalbum “Moody Blue” veröffentlicht. Bis 1997 mussten die Fans dann warten, ehe der überaus interessante, knapp 5 Minuten lange Alternate Take 3 auf dem 4-CD-Box-Set „Platinum“ erhältlich war.
Auf den ungekürzten Master Take (das Fade Out der Originalveröffentlichung endet bei 2:50 min.) musste man gar bis 2009 warten, als die „Jungle Room Sessions“ auf dem Sammler-Label FTD erschienen.





Teil 4



Die "vergessenen" Blues-, Soul- u. R&B-Songs von Elvis

("Re-mastered", Juni 2017)


Nachdem ich im dritten und vierten Teil meiner Betrachtungen über den "Blues-Elvis" jene Songs vorgestellt habe, die auf thematisch zugeschnittenen Samplern veröffentlicht wurden, möchte ich mich nun jenen "schwarz" klingenden Aufnahmen widmen, die bisher „vergessen“ oder wissentlich ignoriert wurden, denn im Zeitraum eines Vierteljahrhunderts (1953-77) hat sich Elvis Presley noch weitaus öfter dem Blues, dem Soul oder dem Rhythm & Blues verschrieben, als es die bisher genannten Titel vermuten ließen.
Die folgende Aufstellung von Songs aus dem (erweiterten) Stilbereich des R&B erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und beinhaltet hauptsächlich Material, das nach meinem persönlichen Empfinden beim Hören ein Blues- oder Soul-Feeling verbreitet, das im weitesten Sinne "schwarz" klingt, nachdem ich mich nach langer Zeit endlich wieder einmal gezielt durch meine Sammlung gehört habe...
Selbstverständlich wird es auch hier unterschiedliche Meinungen darüber geben, ob dieser oder jener Song wirklich diesem oder jenem Stilbereich zugeordnet werden kann, doch letztlich vermag einundderselbe Song bei jedem einzelnen Hörer etwas anderes auszulösen.

Zusätzlich habe ich die "ultimative Elvis Blues Liste" ausgewertet, wie sie Nigel Patterson auf der Homepage von Elvis International Network in einem Bericht unter dem Titel "Elvis sings 'The Blues' - A Definitive Album" zusammen gestellt hat. Darin wurden insgesamt 55 Songs berücksichtigt, die auf zwei CDs mit je bis zu 80 Minuten Spieldauer passen.
Während der Großteil dieser Songs auf den verschiedenen Blues-/R&B-Compilations zu finden ist (und deshalb von mir bereits berücksichtigt wurde), sind sechs Titel bisher vernachlässigt worden. Wie es in dem Bericht heißt, habe man sie deshalb ausgewählt, da sie in den Liner Notes von BMG-CDs (u.a. aus der Feder von Peter Guralnick, Ernst Jorgensen und Brian Nevill) dem Blues zugeordnet werden. Auf diese sechs Ausnahmen werde ich im Folgenden noch zu sprechen kommen.



Eine weitere Orientierung bot mir die CD "The Blues Roots Of Elvis Presley - Twenty-One Original Blues, Folk And Country Songs Which Inspired The King Of Rock ‘n' Roll", die im Dezember 2008 unter dem "Complete Blues"-Label erschienen war und Teil einer Serie ist, welche sich auch anderen Künstlern widmet. Das Besondere an dieser CD ist, dass sie keine Elvis-Songs beinhaltet, sondern 21 Songs der jeweiligen Original-Interpreten, die Elvis beeinflusst haben und ihn später zu Cover-Versionen inspirierten.
Etwa die Hälfte der Stücke findet sich in der Version von Elvis auf den verschiedenen Blues-/R&B-Compilations wieder und wurde daher von mir bereits berücksichtigt: That's All Right, Tomorrow Night, See See Rider (auf der Roots-CD befindet sich der zu Grunde liegende "See See Rider Blues" von Wea Bea Booze), Good Rockin' Tonight, My Baby Left Me, Milkcow Blues Boogie (auf der CD ist der zu Grunde liegende "Milk Cow Blues" von Johnnie Lee Wills zu hören), So Glad You're Mine, I Need You So, Blueberry Hill (auf der CD jedoch nicht in der Version von Fats Domino, sondern von Gene Autry) und Old Shep.
Die andere Hälfte ist in der Interpretation vom King eher nicht dem Blues zuzuordnen, doch der Vollständigkeit wegen seien diese Songs wenigstens erwähnt: I Love You Because (in der Version von Leon Payne), Blue Moon of Kentucky (Bill Monroe), Just Because (Shelton Brothers), Little Cabin On The Hill (Bill Monroe), Precious Lord (Golden Gate Quartet >>> die Elvis-Version trägt bekanntlich noch ein "Take My Hand" vor dem Titel), I'm Movin' On (Hank Snow), I'm So Lonesome I Could Cry (Hank Williams) und Aura Lee (Shelton Brothers), aus dem später Love Me Tender entstand.

Zwei Songs würde ich hier gern etwas hervor heben, weil sie in gewisser Weise eine Besonderheit darstellen.
Den Song "Down By The Riverside" (auf der Roots-CD in der Interpretation von Sister Rosetta Tharpe zu hören) nahm Elvis im Mai 1965 für seinen Film "Frankie And Johnny" auf, und zwar als Medley mit dem Traditional "When The Saints Go Marching In", das bereits um die Jahrhundertwende bei den berühmten Straßen-Paraden in New Orleans populär wurde.
Der Film gehört jetzt nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmen (wobei ich Donna Douglas lobend hervor heben möchte), doch der Soundtrack hat es in sich! Nach "King Croele" unternahm Elvis hier ein weiteres Mal einen musikalischen Ausflug in Richtung Dixieland Jazz, was vermutlich einzig und allein – wie schon 1958 - der Filmhandlung geschuldet war, denn Mittelpunkt des Films war ein Mississippi River Boat bzw. Show Boat, also einer dieser berühmten Schaufelraddampfer, wie wir sie beispielsweise von "Tom Sawyer & Huckleberry Finn" kennen oder aus dem Film-Klassiker "Show Boat" von 1951 (mit deutschem Titel "Mississippi-Melodie"), mit der unvergessenen Ava Gardner. Als ich 1993 Memphis besuchte, ließ ich es mir nicht nehmen, eine Flussfahrt mit der "Memphis Queen" zu machen, doch abgesehen von dieser nostalgischen Erfahrung war mein stärkster Eindruck dabei, wie unsagbar dreckig (also braun) der Mississippi damals war – da wusste ich, dass Elvis 1970 nur den Mississippi gemeint haben konnte, als er sang: "I Washed My Hands In Muddy Water".
Obwohl schon etwas gewöhnungsbedürftig für Jene, die dem Jazz nicht all zu viel abgewinnen können, finde ich es sehr bemerkenswert, wie Elvis scheinbar problemlos in diese andere Form schwarzer Musik eintaucht, wie er im Big Band Sound klingt und sich auch dort behaupten kann, wobei mich vor allem der Anfang von „Petunia, The Gardener's Daughter“ sehr stark an Ragtime erinnert.
Darüber hinaus sind es im Wesentlichen die Titel "Come Along", "Look Out, Broadway", das schon erwähnte Medley "Down by The Riverside And When The Saints Go Marching In" und die Schlussnummer "Everybody Come Aboard", die einen untypisch jazzigen Elvis dokumentieren.
Im Falle von Elvis' Film "King Creole" aus dem Jahr 1958, dessen Handlung im berühmten French Quarter von New Orleans spielte, war es vor allem der "Dixieland Rock", mit dem Elvis erstmals Jazz-Klänge anschlug, etwas weniger hektisch auch im Song "New Orleans".
Wenn man bedenkt, dass Elvis in den Erinnerungen von Zeitzeugen (siehe Priscilla, siehe Larry Geller) eher nicht als Jazz-Liebhaber beschrieben wird, überrascht es dann doch ein wenig, dass sich in Elvis' privater Schallplattensammlung auch ein Album der Swing-Jazz-Ikone Duke Ellington wieder findet, und zwar das Live-Album vom Auftritt beim Newport-Festival 1958, laut einer anderen Quelle sogar noch ein weiteres ("Piano in the Foreground" von 1963, ebenfalls von Duke Ellington). Auch der Jazz-Musiker Don Shirley war in Elvis' Plattensammlung vertreten, und zwar mit der Single "I'll Drown in My Tears" c/w "Lonesome Road", veröffentlicht 1962, aber das nur am Rande.


Die Elvis-Version von "Faded Love" (auf der Roots-CD gesungen von Bob Wills) würde ich im weitesten Sinne dem R&B zuordnen, da sie einfach viel zu "schwarz" und nicht wirklich nach Country klingt. Dass man diesen Titel 1971 dennoch mit auf das "Elvis Country"-Album gepackt hat, erschließt sich mir nur bedingt, und es finden sich dort auch noch weitere Songs, die in meinen Ohren (in Bezug auf traditionelle Country Music mit den stilprägenden Instrumenten Fiddle und Pedal Steel Guitar) grenzwertig klingen und mehr in Richtung R&B tendieren, würde ich sagen. Ich werde später noch darauf zu sprechen kommen.


Es scheint also vorprogrammiert, dass nicht jeder hier aufgeführte Song als wirkliche Blues-/Soul-Nummer bzw. als echter Rhythm & Blues wahrgenommen bzw. anerkannt wird, nur weil ich es in den Raum stelle oder weil die entsprechende Plattenfirma das Etikett "Blues" oder "Rhythm & Blues" darauf geklebt hat, denn Blues ist nicht nur eine Spielart der Musik, sondern auch ein ganz besonderes Empfinden, das sich beim Hören einstellt. Man spürt es, oder man spürt es nicht; das ist im Grunde ganz einfach.

Da angenommen werden darf, dass Elvis sich bei einer Cover-Version nicht immer am Original orientiert hat, habe ich auch jene Versionen berücksichtigt, die er gehört haben könnte, bevor er selbst den entsprechenden Song coverte. Das habe ich im übrigen auch schon bei den vorherigen Teilen so gehandhabt.

Wer Kritik an einzelnen Songs ob ihrer tatsächlichen Blues-, Soul- o. R&B-Zugehörigkeit üben möchte, kann dies gerne tun, doch bitte ich darum, eine andere Ansicht auch entsprechend zu begründen. Reaktionen wie bspw. "Nie und nimmer ist das ein Blues!" oder "C-R-A-P" sind nicht wirklich hilfreich.
Natürlich können auch Songs ergänzt werden, die ich womöglich übersehen habe oder noch gar nicht kenne, da ich bekanntlich kein Komplettsammler bin (hiermit meine ich womöglich besser geeignete Alternate Takes oder Live-Versionen von bestimmten Songs, die mehr nach Blues/R&B klingen als der Master).
Etwaige Unverschämtheiten wie "...wo auch immer Du das abgeschrieben hast" werden nicht kommentiert, also bitte nicht wundern...


>>> Hinweis: Die farblich gekennzeichneten Textstellen hat King77 korrigiert. Dafür vielen Dank!



Tweedle Dee
Text/Komposition: Winfield Scott
Originalversion (?): LaVern Baker (1954/55)
Aufnahme: 30. April 1955, live in Gladewater, Texas
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „The First Live Recordings“, Februar 1984
Anmerkung: Das Booklet der Raritäten-CD vom „Complete 50's Masters“-Box-Set datiert die Aufnahme mit 18. Dezember 1954, live in Gladewater, Texas, doch das kann nicht stimmen. Am 18. Dezember trat Elvis meines Wissens nach in Shreveport, Louisiana auf; das nächste Mal in Gladewater spielte er erst am 30. April 1955, nachdem er dort zuletzt am 23. November '54 aufgetreten war.
In dieser Fassung vielleicht nicht der mustergültigste R&B-Song, doch nach lupenreinem Country hört er sich für mich nicht an.


Fool, Fool, Fool
Text/Komposition: Ahmet Ertegun aka Nugetre (= erteguN)
Originalversion: The Clovers (1951)
Aufnahme: 6. Januar 1955, KDAV Radio, Lubbock, Texas
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 5-CD-Box-Set „The Complete 50's Masters“, 1992
Anmerkung: Bei diesem frühen Blues handelt es sich um die A-Seite eines Demo-Acetats, das Elvis zusammen mit Scotty Moore und Bill Black in einer Radiostation in Lubbock, Texas zu Promo-Zwecken eingespielt hatte. An jenem Tag trat Elvis im örtlichen „Cotton Club“ auf.
Damals war er bekanntlich noch bei Sun Records unter Vertrag, doch leider kam niemand auf die Idee, diesen tollen Song (man beachte Elvis' hörbare „Regieanweisung“ an Scotty: „Play The Blues!“) später daheim in Memphis noch einmal „richtig“ aufzunehmen, denn die Qualität ist durch die Abnahme von einem Acetat trotz digitalem Remastering ein wenig eingeschränkt. Achja – die B-Seite war übrigens eine frühe Version von „Shake, Rattle And Roll“ (ebenfalls veröffentlicht auf dem „Complete 50's“-Box-Set), ein Song, auf den ich noch zu sprechen komme.


Maybellene
Text/Komposition: Chuck Berry
Originalversion: Chuck Berry & His Combo (aufgenommen: Mai 1955, veröffentlicht: Juli 1955), gecovert von Jim Lowe (Juli 1955) und Marty Robbins (August 1955)
Aufnahme: August 1955, live im Municipal Auditorium in Shreveport (“Louisiana Hayride”)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP "The First Live Recordings", 1983 (1982 bereits als MC veröffentlicht)
Anmerkung: Das Booklet zur CD 5 der „Complete 50's Masters“-Box verrät leider nicht das genaue Datum des Live-Mitschnitts, doch es ist bekannt, dass Elvis im August 1955 an allen vier Wochenenden bei der „Hayride“ aufgetreten ist. Der 6. August kommt nicht in Frage, da er an diesem Tag „Maybellene“ nicht gespielt hat (dafür „Hearts Of Stone“, „Money Honey“ u. „That's All Right“). Die Set Lists vom 13. und 27. August sind mir nicht bekannt, doch am 20. August hat er das Chuck-Berry-Cover definitiv gespielt, zusammen mit „Baby, Let's Play House“ und „That's All Right“.
Leider nahm Elvis nie eine Studio-Version von diesem Titel auf.





Im November 1955 wurde Elvis für eine Summe von 35.000 US-Dollar vom Major Label RCA Victor aus dem Sun-Vertrag mit Sam Phillips heraus gelöst, also de facto abgeworben, während er selbst einen Scheck über 5.000 Dollar bekam. Fortan wurden Elvis-Platten ausschließlich von RCA veröffentlicht, doch das dürfte den Meisten hier sicher bekannt sein. Elvis' Management, das zuletzt Bob Neal übernommen hatte, wechselte in die Hände von Thomas Andrew Parker, dem berühmt-berüchtigten „Colonel“ ehrenhalber...


Don't Be Cruel
Text/Komposition: Otis Blackwell, Elvis Presley
Original
Aufnahme: 2. Juli 1956, RCA Studios, New York
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues (?)
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Hound Dog), Juli 1956
Anmerkung: Ich persönlich kann bei diesem Song nicht wirklich Rhythm & Blues ausmachen, doch Nigel Patterson nahm ihn in seine definitive Elvis „blues“ list auf, die man auf der Homepage von Elvis International Network einsehen kann.


Any Way You Want Me (That's How I Will Be)
Text/Komposition: Aaron Schroeder, Cliff Owens
Original
Aufnahme: 2. Juli 1956, RCA Studio, New York
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung:Single-B-Seite (c/w Love Me Tender), September 1956
Anmerkung: Auch in diesem Fall würde ich nicht unbedingt von einem klassischen Blues sprechen, sondern eher von Blues orientiert, wobei der schmachtende Gesang fast schon Soul ähnliche Züge hat...


Long Tall Sally
Text/Komposition: Robert Blackwell, Enotris Johnson, “Little” Richard Penniman
Originalversion: Little Richard (1956)
Aufnahme: 2. September 1956, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis“, Oktober 1956
Anmerkung: Auf den ersten Blick nimmt man diese Nummer wohl als Rock'n'Roll wahr, doch Elvis klingt so rabenschwarz, so ungebändigt, dass mich der Rhythm & Blues förmlich anspringt.





Brown Eyed Handsome Man (Studio Jam)
Text/Komposition: Chuck Berry
Originalversion: Chuck Berry & His Combo (aufgenommen: April 1956, VÖ: September 1956)
Aufnahme: 4. Dezember 1956, Sun Studio, Memphis – feat. Jerry Lee Lewis & Carl Perkins
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: CD „The Million Dollar Quartet“, 1990 (?)
Anmerkung: Die Aufnahme entstand während einer gemeinsamen Jam-Session von Elvis, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins im Sun Studio von Sam Phillips, der - zum Glück für die Nachwelt – die Aufnahmen geistesgegenwärtig mitgeschnitten hat. Leider erwiesen sich alle Drei als textunsicher, so dass der Song nicht in einem Stück durchgesungen wurde. Ein erster Versuch dauerte immerhin 1 Minute, dann folgte ein angesungenes „Out Of Sight, Out Of Mind“ und schließlich ein zweiter Versuch von „Handsome Man“, der diesmal nach 1:42 min. endete. Der Spaß, den Elvis, Jerry und Carl bei dem Song hatten, steckt sofort an, und schließlich gab es gegen Ende der Session noch einen – leider nur 20-sekündigen – Nachschlag.
Johnny Cash, der auf dem Album-Cover mit abgebildet ist und an jenem Tag definitiv anwesend war (und der auch den cleveren Marketing-Namen „Million Dollar Quartet“ möglich machte), hat aber offenkundig nicht mitgesungen – sowohl bei diesem Song nicht, als auch bei allen anderen (bisher veröffentlichten) nicht.
Dass der Song nicht sofort Rhythm & Blues erkennen lässt, könnte daran liegen, dass die Instrumentierung damals sehr spärlich war und praktisch nur aus einem Klavier und einer akustischen Gitarre bestand, wenn ich es recht in Erinnerung habe.


Don't Be Cruel (Studio Jam)
Text/Komposition: Otis Blackwell, Elvis Presley
Original
Aufnahme: 4. Dezember 1956, Sun Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: CD „The Million Dollar Quartet“, 1990 (?)
Anmerkung: Es erstaunt, dass Elvis hier nicht seine eigene Version zum Besten gab, sondern jene, die der von ihm bewunderte R&B-Künstler Jackie Wilson umarrangiert hatte (Elvis hatte offenbar seine Show gesehen, als er selbst in Las Vegas auftrat).
Fast scheint es, als parodiere ihn Elvis, und man merkt sofort, wie anders diese Version klingt. Während Jerry Lee und Carl Perkins amüsiert zuhörten, startete Elvis nach einem ersten Versuch, der 1:41 min. dauerte, noch einen zweiten Anlauf, der aber bereits nach 37 Sekunden wieder beendet war. Im Anschluss sang er seinen Song „Paralyzed“ komplett durch, ehe er danach für 24 Sekunden noch einmal zu „Don't Be Cruel“ zurück kehrte.


That's When Your Heartaches Begin
Text/Komposition: Billy Hill, Fred Fisher, Willie Raskin
Originalversion: Shep Fields & His Rippling Rhythm Orchestra (1937), gecovert von The Ink Spots (1941), Bob Lamm (1951), Alan Holmes (1952) und Billy Bunn & His Buddies (1952)
Aufnahme: 13. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w All Shook Up), März 1957
Anmerkung: In seiner Elvis-Biografie schrieb Tilgner: „...wie Elvis den Titel aus der Schlagersoße der Ink Spots in ehrbare R&B-Bereiche zurück holte“.
Als Elvis den Titel im Alter von 18 Jahren das erste Mal in einem Plattenstudio aufnahm (Genau! Es war die B-Seite des „My Happiness“-Acetats vom 18. Juli 1953), klang er noch sehr C&W orientiert, und das ist auch der Grund, warum ich den Song erst jetzt erwähne. Auch während der schon thematisierten Jam Session mit Jerry Lee Lewis und Carl Perkins sang Elvis diese Nummer (immerhin 4:37 min. lang!), doch auch in diesem Fall will (zumindest bei mir) kein wirkliches Blues-Feeling aufkommen.


I Beg Of You (Alternate Master / Take 12)
Text/Komposition: Rose Marie McCoy, Kelly Owens
Original (?)
Aufnahme: 13. Januar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: ?
Anmerkung: Im Vergleich zum regulären Master hat diese Fassung einen besonderen Drive, finde ich.


Loving You (Fast bzw. Uptempo Movie Version)
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original (Elvis Presley with The Jordanaires)
Aufnahme: 14. Februar 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Essential Elvis – The First Movies“, Januar 1988
Anmerkung: Für den gleichnamigen Film wurden am 14. Februar 1957 zwei Versionen von „Loving You“ aufgenommen und gemastert – einmal als langsame Ballade (Slow Version) und eine etwas schnellere Fassung (Fast oder Uptempo Version). Am 24. Februar 1957 nahm Elvis eine zusätzliche Balladen-Version auf, die für die offizielle Plattenveröffentlichung bestimmt war und – gekoppelt mit „(Let Me Be Your) Teddy Bear“ - im Juni 1957 als Single veröffentlicht wurde. Diese Single verdrängte im August 1957 die Single „Searchin'“ / „Young Blood“ von den Coasters von Platz 1 der R&B-Charts, wurde aber schon nach einer Woche von Jerry Lee Lewis und dessen Single „Whole Lotta Shakin' Goin' On“ verdrängt.
Take 13 der Uptempo Version (laut Booklet) wurde 1992 auf dem 5-CD-Box-Set „The Complete 50's Masters“ veröffentlicht.
1964 nahm Elvis' Gitarrist Scotty Moore eine Cover-Version von „Loving You“ auf.


Jailhouse Rock (Movie Version)
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Aufnahme: 30. April 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP/CD „Essential Elvis Vol. 1”, Januar 1988
Anmerkung: Auf „Essential Elvis“ wurden der Take 5 und der gemasterte Take 6 (mit Vocal Overdubs) der Movie Version veröffentlicht.
Im Prinzip ist auch die bekannte Single-Version durchaus Rhythm & Blues (für Viele aber wohl hauptsächlich Rock & Roll), doch bei der Movie Version (also die durchchoreographierte Gefängnis-Szene im Film) kommt der R&B-Charakter für meinen Geschmack sehr viel besser zur Geltung.


Treat Me Nice
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Original
Aufnahme: 5. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues (?)
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Jailhouse Rock), September 1957
Anmerkung: Wieder so ein grenzwertiger Fall, würde ich sagen. Für mich klingt der Song aber durchaus recht schwarz.


White Christmas
Text/Komposition: Irving Berlin
Originalversion: Erstmals gespielt wurde der Song am 4. August 1942 von Bing Crosby & Martha Mears; die erste Plattenveröffentlichung dieses Titels erschien ebenfalls im August 1942, allerdings von Bing Crosby und den Ken Darby Singers mit John Scott Trotter und seinem Orchester.
Aufnahme: 6. September 1957, Radio Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis' Christmas Album“, November 1957
Anmerkung: Ein ziemlich swingender Blues, habe ich den Eindruck. Heute kann ich mir kaum vorstellen, dass er damals als skandalös empfunden wurde.


Was mich betrifft, hätten wir nun die wichtigsten Blues- und R&B-Songs von Elvis aus den 50ern beisammen. Wer weitere Vorschläge haben sollte, kann diese gern im Anschluss äußern.


Soldier Boy
Text/Komposition: Teddy Williams, David Jones
Originalversion: The Four Fellows (1955), gecovert von Sunny Gale with Joe Reisman & His Orchestra (August 1955) und Rita Williams with Jacques Leroy & His Orchestra (September 1955)
Aufnahme: 20. März 1960, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Is Back“, April 1960
Anmerkung: Elvis-Biograf Tilgner sprach von der „geistige(n) Linie des im Koreakrieg entstandenen R&B-Titels „Soldier Boy“, wobei dieser Song nicht mit einem anderen R&B-Titel gleichen Namens verwechselt werden darf – ich meine den „Soldier Boy“ der Shirelles von 1962.





Shoppin' Around
Text/Komposition: Aaron Schroeder, Roy C. Bennett, Sid Tepper
Originalversion: Joel Grey (1957)
Erstaufnahme: 27. April 1960, RCA Studios, Hollywood
Remake: 6. Mai 1960, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues (?)
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „G. I. Blues“, Oktober 1960 (andere Quelle: September 1960)
Anmerkung: Ein eher unscheinbarer Blues (als solcher vielleicht noch mehr zu erkennen bei dem Alternate Take 11, der 1997 auf der „G.I. Blues“-CD mit dem „Elvis 77-97“-Sticker veröffentlicht wurde), bei dem Elvis einmal mehr von den Jordanaires unterstützt wurde.


Doin' The Best I Can
Text/Komposition: Doc Pomus, Mort Shuman
Original (?)
Aufnahme: 27. April 1960, RCA Studio, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „G. I. Blues“, Oktober 1960
Anmerkung: Auch von diesem Song gab es 1997 auf der „G.I. Blues“-CD mit dem „Elvis 77-97“-Sticker einen interessanten Alternate Take zu hören, und zwar den Take 9, der aber schon zuvor veröffentlicht worden war.


Frankfort Special
Text/Komposition: Sherman Edwards, Sid Wayne
Original (Elvis Presley with The Jordanaires)
Aufnahme: 6. Mai 1960, Radio Recorders Studio B, Hollywood (Remake der Fast Version vom 27. April 1960, RCA Studio, Hollywood)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „G. I. Blues“, Oktober 1960
Anmerkung: Ein im Takt der Dampflokomotive herrlich stampfendes Eisenbahn-Lied, das wahrscheinlich nicht jeder dem Rhythm & Blues zuordnen würde, nehme ich an.


Put The Blame On Me
Text/Komposition: Fred Wise, Kay Twomey, Norman Blagman
Original
Aufnahme: 13. März 1961, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues (?)
Erstveröffentlichung: LP „Something For Everybody“, Juni 1961
Anmerkung: Ein stilistisch etwas eigentümlicher Titel, wie mir scheint, nicht eindeutig Rhythm & Blues, aber doch irgendwie „schwarz“ klingend.


I'm Comin' Home
Text/Komposition: Charlie Rich
Originalversion: Carl Mann (1960), gecovert von Denny Reed (1961)
Aufnahme: 14. März 1961, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „Something For Everybody“, Juni 1961
Anmerkung: Wer bei Charlie Rich zwangsläufig Country Music vermutet, der sei daran erinnert, dass er - wie Elvis - von Sam Phillips im Sun Studio entdeckt wurde und in seinen frühen Jahren zunächst mit Rockabilly bzw. Rock'n'Roll begann, wobei er auffallend vom Rhythm & Blues geprägt war, eher er sich ab den späten 60ern/frühen 70ern verstärkt dem C&W-Repertoire zuwandte. Doch auch in seinen großen Country-Hits aus den 70er Jahren gibt es nicht selten R&B-Elemente zu entdecken.


Nach seiner ehrenvollen Entlassung aus dem Militärdienst hatte Elvis zunächst ein paar neue Songs aufgenommen, war in einer Fernseh-Show mit Frank Sinatra aufgetreten und richtete dann seinen Focus auf Hollywood, um seine Karriere als Schauspieler voran zu treiben. Erst 1961 kehrte Elvis auf eine Konzertbühne zurück, doch er sollte nur drei Auftritte absolvieren, ehe Manager Parker entschied, dass jeder, der Elvis fortan sehen wollte, sich eine Kinoeintrittskarte kaufen musste. Eine Entwicklung, die – nicht nur meiner Meinung nach – in eine falsche Richtung führte, die Elvis' künstlerisches Potential praktisch verkümmern ließ, doch da ihnen der Erfolg in den Anfangsjahren recht gab, blieb man einfach dabei (Elvis als Künstler hatte ja de facto das letzte Wort darüber, was sein Manager vorschlug, also trug er die Konsequenzen letztlich mit).
Die ersten beiden Shows fanden am 25. Februar in Elvis' Heimatstadt Memphis statt, am ihm zu Ehren erklärten „Elvis Presley Day“, und zwar im Ellis Auditorium, wo Elvis in einer Nachmittagsvorstellung (3:00 pm) und einer Abendveranstaltung (8:30 pm) für den guten Zweck sang, denn die Erlöse gingen an mehrere caritative Einrichtungen.
Am 25. März trat Elvis dann zum vorerst letzten Mal vor einem Live-Publikum auf, und wieder handelte es sich um ein Benefizkonzert, dessen Erlös für die Errichtung des „U.S.S. Arizona Memorial“ in Pearl Harbor auf Hawaii aufgewendet wurde.
Im Gegensatz zu den beiden Memphis-Konzerten existiert vom Auftritt in der Bloch Arena von Honolulu ein Mitschnitt, den RCA wegen der mangelhaften Qualität jedoch erst nach Elvis' Tod veröffentlichte, nämlich auf dem 8-LP-Box-Set „Elvis Aron Presley“, das im August 1980 erschien.



Wenn man die Set Lists der drei Konzerte mit einander vergleicht, erscheint einem das Fehlen eines brauchbaren Live-Mitschnitts als um so bedauerlicher, denn das Repertoire bestand ungefähr zur Hälfte aus Blues bzw. Rhythm & Blues; von der anderen Hälfte war der Großteil immerhin in den R&B-Charts erfolgreich!

Heartbreak Hotel (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
All Shook Up (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
A Fool Such As I (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
I Got A Woman (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor)
Love Me (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
Such A Night (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor)
Reconsider Baby (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor)
I Need Your Love Tonight (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit! (Cash Box)
Fever (Memphis 8.30 pm)
That's All Right (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor)
Doin' The Best I Can (Memphis 3 pm )
Don't Be Cruel (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
One Night (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
Are You Lonesome Tonight? (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
It's Now Or Never (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!
Surrender (Memphis 3 pm) >>> R&B Chart Hit! (Cash Box)
Swing Down, Sweet Chariot (Memphis 8.30 pm & Pearl Harbor)
Hound Dog (Memphis 3 pm & 8.30 pm & Pearl Harbor) >>> R&B Chart Hit!

Nach diesem Auftritt verabschiedete sich Elvis für die nächsten Jahre in Richtung Hollywood, doch natürlich nahm er auch weiterhin dann und wann ein paar neue Songs auf, die nicht für einen Soundtrack bestimmt waren, und die – Gott sei Dank, möchte man am liebsten ausrufen! – 1993 auf dem famosen 5-CD-Box-Set „From Nashville To Memphis – The Essential 60's Masters“ zusammen gefasst wurden.


Relax
Text/Komposition: Roy C. Bennett, Sid Tepper
Original (Elvis Presley with The Jordanaires)
Aufnahme: 30. August 1962, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP “It Happened At The World's Fair”, April 1963
Anmerkung: Kein wirklich spektakulärer Titel, doch wer auch die leisen Blues-Töne zu schätzen weiß, wird auf seine Kosten kommen.


Witchcraft
Text/Komposition: Dave Bartholomew, Pearl King
Originalversion: The Spiders (1955), gecovert von Bill Black's Combo (1962)
Aufnahme: 27. Mai 1963, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Bossa Nova Baby), Oktober 1963
Anmerkung: Eine tolle Nummer mit Unterstützung der Jordanaires; einen R&B-Hit wie die Spiders konnte Elvis aber leider nicht daraus machen.




Slowly But Surely
Text/Komposition: Ben Weisman, Sid Wayne
Original
Aufnahme: 28. Mai 1963, RCA Studio B, Nashville (abweichende Quelle: 27. Mai 1963)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues (Blues?)
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Fun In Acapulco“, Dezember 1963 (Bonus Track)
Anmerkung: Bei diesem Song mit Jordanaires-Verstärkung bin ich mir wieder etwas unsicher, wohin er tendiert; schwarz klingt er definitiv.


Night Life
Text/Komposition: Bernie Baum, Bill Giant, Florence Kaye
Original (?)
Aufnahme: 9. Juli 1963, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues (?)
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Sings Flaming Star“, März 1969
Anmerkung: Ein toller Song, der für den Film „Viva Las Vegas“ aufgenommen aber unverständlicherweise nicht verwendet wurde, obwohl er sich z.B. für eine nächtliche Motorrad- oder Autofahrt über den Strip mehr als angeboten hätte. Ähnlich wie bei „Put The Blame On You“ würde ich diesen Song nicht vorbehaltlos dem Rhythm & Blues zuordnen, andererseits aber auch nicht unerwähnt lassen.


If You Think I Don't Need You
Text/Komposition: Joe Cooper, Red West
Original
Aufnahme: 10. Juli 1963, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-EP: „Viva Las Vegas“, Mai, Juni o. Juli 1964
Anmerkung: Ein sehr schmissig arrangierter Song, bei dem Elvis etwas Mühe hat, gesanglich Anschluss zu halten, fast ein wenig überhastet klingt. Doch mir gefällt er trotzdem!


I Need Somebody To Lean On
Text/Komposition: Doc Pomus, Mort Shuman
Original
Aufnahme: 10. Juli 1963, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-EP „Viva Las Vegas“, Mai, Juni o. Juli 1964 (laut Booklet der Double-Features-CD Juli)
Anmerkung: Der “Viva Las Vegas”-Soundtrack ist für mich einer der besten, die Elvis in den 60ern gemacht hat, und auch der Film selbst ist – nicht zuletzt wegen Ann-Margret - sehr unterhaltsam. Elvis-Biograf Tilgner nannte den Song „ein kaum bekanntes, aber beeindruckend durchgestandenes Blues-Lied“. Auch mir gefällt diese Nummer, obwohl es sich um einen eher leisen und unaufgeregten Blues handelt.


It Hurts Me
Text/Komposition: Joy Byers, Charles E. Daniels
Original: Jerry Jackson (aufgenommen: Juli 1963, VÖ: 1990)
Aufnahme: 12. Januar 1964, RCA Studio B, Nashville (Elvis Presley with The Jordanaires)
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Kissin' Cousins), Februar 1964
Anmerkung: Laut Tilgner “im Grunde eine “schwarze” Soul-Nummer”, bei der Elvis abermals von den Jordanaires begleitet wird. Gesanglich konnte er beim besten Willen nicht mehr heraus holen - wie man hört, gibt der King alles!




Little Egypt
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Originalversion: The Coasters (1961) = Little Egypt (Ying-Yang), gecovert von den Downliners (September 1964)
Erstaufnahme: 2. März 1964, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Remake: 3. März 1964, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Roustabout“, November 1964
Anmerkung: Wieder ein Beispiel dafür, wie gut Elvis mit den Jordanaires harmonierte. 1968 nahm er für das NBC-TV Special ein Remake auf, das mit einer sehr orientalisch klingenden Instrumentierung versehen wurde, die den R&B-Ursprung etwas in den Hintergrund treten lässt, aber nicht minder interessant klingt.


I'm A Roustabout
Text/Komposition: Otis Blackwell, Winfield Scott
Original
Aufnahme: 3. März 1964, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: CD “2nd To None”, Oktober 2003
Anmerkung: Von diesem Song, der ursprünglich für den Film “Roustabout” aufgenommen wurde, existiert leider nur noch ein Demo-Acetat (in Mono), das Elvis 1964 aufgenommen hat; auf den regulären Session Tapes suchte man diese Nummer vergeblich. Erst 2003, mit jahrzehntelanger Verspätung, wurde der Song dann doch noch veröffentlicht, um im Rahmen einer neuen Compilation wenigstens einen unveröffentlichten Song präsentieren zu können.


Wheels On My Heels
Text/Komposition: Sid Tepper, Roy C. Bennett
Original (?)
Aufnahme: 3. März 1964, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Roustabout“, November 1964
Anmerkung: Ein mit weniger als eineinhalb Minuten leider viel zu kurzer, aber feiner Rhythm & Blues, dessen treibender Rhythmus sofort ansteckt. Für meinen Geschmack hätte man hinsichtlich der Instrumentierung aber noch mehr aus diesem Song machen können.


Cross My Heart And Hope To Die
Text/Komposition: Ben Weisman, Sid Wayne
Original
Aufnahme: 11. Juni 1964, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Girl Happy“, März 1965
Anmerkung: Für den Film eigentlich zu schade und tontechnisch wie der gesamte Soundtrack leider etwas verunstaltet (siehe erhöhte Geschwindigkeit), gehört diese bluesige Ballade mit Unterstützung der Jordanaires zu meinen Favorites, und an irgend einer Stelle hatte ich wohl schon mal erwähnt, dass mich die Anfangstakte irgenwie an das Thema der „Pink Panther“-Trickfilmserie erinnert...


Wolf Call
Text/Komposition: Bernie Baum, Bill Giant, Florence Kaye
Original (?)
Aufnahme: 15. (12.?) Juni 1964, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Girl Happy“, März 1965
Anmerkung: Was ich bei „Cross My Heart“ schon angedeutet habe, kommt hier voll zum Tragen: Ein prinzipiell interessanter Song mit Blues-Charakter, der tontechnisch leider völlig verdorben wurde.


What Every Woman Lives For
Text/Komposition: Doc Pomus, Mort Shuman
Original (?) Aufnahme: 13. Mai 1965, Radio Recorders Studio B, Hollywood (mit den Jordanaires)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Frankie & Johnny“, März 1966
Anmerkung: Für meinen Geschmack ist auch diese „bluesige“ Ballade hart an der Grenze zu einer Schnulze; vielleicht ist es sogar eine Schnulze – aber auf jeden Fall eine mit einem gehörigen Blues-Touch.


Please Don't Stop Loving Me
Text/Komposition: Joy Byers
Original
Aufnahme: 13. Mai 1965, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Frankie & Johnny“, März 1966 bzw. Single-B-Seite (c/w Frankie And Johnny), ebenfalls März 1966
Anmerkung: Für meinen Geschmack ist dieser Song eine musikalische Gratwanderung zwischen Blues und Pop-Ballade, doch für die Betätigung des „Schnulzenalarm“-Buttons klingt mir die Nummer irgendwie zu schwarz.




Frankie And Johnny
Text/Komposition: Traditional; A. Gottlieb, F. Karger, B. Weisman
Originalversion: Als Erste aufgenommen haben den Song im Jahr 1916 die Leighton Brothers; die erste Veröffentlichung dieses Titels stammt jedoch vom Paul Biese Trio (1921).
Bevor Elvis den Song für seinen gleichnamigen Film aufnahm, wurde „Frankie And Johnny“ von unzähligen Künstlern gecovert. Hier eine kleine Auswahl: Jimmie Rodgers (1929), Joe Turner (1952), Les Paul & Mary Ford (1952), Lonnie Donegan (1956), Pete Seeger (1957), Carl Perkins (1958), Gene Vincent & The Blue Caps (1958), Jerry Lee Lewis (1961) oder Sam Cooke (1963).
Aufnahme: 15. (14.?) Mai 1965, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Frankie & Johnny“, März 1966 bzw. Single-A-Seite (c/w Please Don't Stop Loving Me), ebenfalls März 1966
Anmerkung: Der Song mag vielleicht kein Musterbeispiel für einen Blues sein, aber ein entsprechendes Feeling verbreitet er trotzdem, würde ich sagen.


Hard Luck
Text/Komposition: Ben Weisman, Sid Wayne
Original (?)
Aufnahme: 19. Mai 1965, Samuel Goldwyn Studios, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Frankie & Johnny“, März 1966
Anmerkung: Mag sein, dass sich dieser Blues etwas „steril“ oder leblos anhört, aber die ordentlich schmachtende Mundharmonika verfehlt ihre Wirkung nicht.


A Dog's Life
Text/Komposition: Sid Wayne, Ben Weisman
Original (?)
Aufnahme Track: 27. Juli 1965, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Elvis' Vocal Overdubs: 4. August 1965, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues (?)
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Paradise, Hawaiian-Style“, Juni 1966
Anmerkung: Sowohl musikalisch als auch textlich ("Was für ein Hundeleben") würde ich diesen Song im weitesten Sinne durchaus dem Blues zuordnen, obwohl dieses Lied - im Film singt es Elvis, von Hundegebell "begleitet", während er einen Helikopter steuert! - nicht wirklich ernst zu nehmen ist.


Stop, Look And Listen
Text/Komposition: Joy Byers
Originalversion: Rick(y) Nelson (1964), vor Elvis gecovert von Linda Gayle (1965)
Aufnahme: 16. Februar 1966, Radio Recorders Studio B, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Spinout“, November 1966
Anmerkung: Mal wieder eine sehr kurze, aber doch bemerkenswerte Soundtrack-Aufnahme, die sich positiv abhebt.


I'll Be Back
Text/Komposition: Sid Wayne, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 17. Februar 1966, Radio Recorders
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP "Spinout“, Oktober 1966
Anmerkung: Damals staunte man im Presley-Lager bestimmt nicht schlecht, als die NARAS, die National Academy of Recording Art and Sciences, bekannt gab, dass eines der Film-Lieder aus „Spinout“ für den renomierten Musikpreis Grammy nominiert wurde. Doch trotz einer eigens angefertigten Promo-Single, die an die Mitglieder der Academy verteilt wurde, ging das R&B orientierte „I'll Be Back“ leider leer aus (so gelesen im Booklet der zugehörigen Double-Features-CD).





Tomorrow Is A Long Time
Text/Komposition: Bob Dylan
Originalversion: Bob Dylan (1962), gecovert von Ian & Sylvia (1963)
Aufnahme: 26. Mai 1966, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Spinout“, Oktober 1966 (Bonus Track)
Anmerkung: Bestandteil der „definitive Elvis „blues“ list“ von Nigel Patterson auf Elvis International Network
Die Legende besagt, dass Bob Dylan – danach befragt, welche Cover-Version eines seiner Titel ihm am besten gefalle – auf Elvis' Version von „Tomorrow Is A Long Time“ verwies, doch da ich weder Ort noch Zeit dieser Äußerung in Erfahrung bringen konnte, ist es vielleicht wirklich nur eine Legende.
Für mich steht aber außer Frage, dass es sich hier so oder so um eine erstklassig vorgetragene Folk-Blues-Ballade handelt. Leider nahm Elvis damals viel zu wenig solcher Songs auf.


Guitar Man
Text/Komposition: Jerry Reed
Originalversion: Jerry Reed (aufgenommen: Oktober 1966, veröffentlicht: Februar 1967)
Aufnahme: 10. September 1967, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Clambake“, Oktober 1967 (Bonus Track)
Anmerkung: Bestandteil der „definitive Elvis „blues“ list“ von Nigel Patterson auf Elvis International Network
„Zu dieser Zeit waren rebellische C&W-Leute der honigsüßen Nashville-Verlogenheit überdrüssig geworden und versuchten, über Rock- und Blues-Töne etwas mehr Realität einzuschmuggeln“, schrieb Elvis-Biograf Tilgner zu der entsprechenden Session, und obwohl der Song auch Country-Elemente besitzt, geht er für mich eindeutig in Richtung R&B.


All I Needed Was The Rain
Text/Komposition: Sid Wayne, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 1. Oktober 1967, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Elvis Sings Flaming Star“, März 1969
Anmerkung: Dieses Film-Lied für den Streifen "Stay Away, Joe" hat alle wichtigen Zutaten für einen herrlichen Blues, doch die Verwendung in einer eher seichten Komödie und die – wieder einmal – viel zu kurze Spieldauer verwischen leider das Potential des Songs.


Stay Away (Slow Version)
Text/Komposition: Sid Tepper, Roy C. Bennett
Original (nach der Melodie von "Greensleeves" wurde hier ein neuer Song geschrieben - veröffentlicht auf der FTD-CD "Long Lonely Highway", 2000)
Aufnahme: 16. Januar 1968, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues (?)
Erstveröffentlichung: FTD-CD "Stay Away, Joe", 2013 (?)
Anmerkung: Im Gegensatz zu dieser doch recht deutlich in Richtung Blues tendierenden Version entspricht die reguläre Filmversion (verwendet im Vorspann und veröffentlicht im Februar oder März 1968 als Single, gekoppelt mit U. S. Male) nicht unbedingt dem, was ich einen Blues oder R&B nennen würde, obwohl es sich natürlich auch um eine sehr schöne Fassung handelt.
Auch hier waren wieder die Jordanaires mit von der Partie.


Too Much Monkey Business
Text/Komposition: Chuck Berry
Originalversion: Chuck Berry & His Combo (1956), u.a. gecovert von The Kinks (1964), The Hollies (1964), Yardbirds (1964), Tom Rush (1966) oder Russ Kennedy & The Little Wheels (1966)
Aufnahme: 15. Januar 1968, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP "Singer Presents Elvis Singing Flaming Star and Others“, November 1968
Anmerkung: Trotz der modifizierten Strophe
“Been to Vietnam, been a fightin' in the war
Army bar, army chow, army clothes, army car
Uh-uh, too much monkey business, too much monkey business
Too much monkey business for me to be involved in”

handelt es sich bei diesem Song nicht wirklich um einen Protestsong, aber um einen – wie ich finde – gehörigen Schuss Rhythm & Blues.
Eine gekürzte Fassung wurde 1981 auf der Soundtrack-LP „This Is Elvis“ veröffentlicht.


U.S. Male
Text/Komposition: Jerry Reed
Originalversion: Jerry Reed (aufgenommen: September 1966, VÖ: Februar 1967)
Aufnahme: 17. Januar 1968, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung:
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Stay Away), März 1968
Anmerkung: Bestandteil der "definitive Elvis "blues" list" von Nigel Patterson auf Elvis International Network; "ein guter Hillbilly-Song im Sprechstil des "talking blues", und Elvis sang ihn robust und gut gelaunt, nahe bei Johnny Cashs Stimmfärbung", so Tilgner.
In den Liner Notes der CD „Elvis Sings The Blues“ merkte Peter Guralnick an: „Es überraschte keineswegs, dass das Signal für seine Erneuerung/Verjüngung eine Reihe von Blues-Singles war (Big Boss Man, Guitar Man, Hi-Heel Sneakers, U.S. Male), die jedoch zum damaligen Zeitpunkt mehrheitlich unbeachtet blieben.“ ("Not surprisingly the signal for his regeneration was a series of blues singles (Big Boss Man, Guitar Man, Hi Heel Sneakers, U.S. Male) that went largely unnoticed at the time..."). Zu beachten wäre auch in diesem Fall wieder die Mitwirkung der Jordanaires.




Edge Of Reality
Text/Komposition: Bill Giant, Florence Kaye, Bernie Baum
Original
Aufnahme: 7. März 1968, Western Recorders, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w If I Can Dream), Oktober 1968
Anmerkung: Für mich einer der besten Film-Songs aus dieser Karriere-Phase.




A Little Less Coversation
Text/Komposition: Mac Davis, Billy Strange
Original
Aufnahme: 7. März 1968, Western Recorders, Hollywood (Record Version & Movie Version)
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Almost In Love), September 1968 (Record Version)
Anmerkung: Zum großen Hit wurde der Song erst Jahrzehnte später durch den DJ J(unkie)XL, der aus dem Take 2 der März-Session einen Remix bastelte. Doch auch die Originalversion finde ich außerordentlich spannend. Für das NBC-TV Special 1968 wurde "A Little Less Conversation" ebenfalls verwendet.




Road Medley:
Nothingville / Big Boss Man / Let Yourself Go* / It Hurts Me* / Guitar Man / Little Egypt / Trouble / Guitar Man
Text/Komposition: siehe Einzel-Titel
(Nothingville: Billy Strange, Mac Davis; Original)
Aufnahme: 20.-21. Juni 1968, Western Recorders Studio 1, Hollywood
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Elvis“ (NBC-TV Special), Dezember 1968 (*Let Yourself Go und It Hurts Me wurden erst 1991 mit der CD-Ausgabe des Original-Soundtracks veröffentlicht)
Anmerkung: Vom Repertoire her handelt es sich bei diesem Medley um eine überaus interessante Mischung aus Blues, Soul und Rhythm & Blues – eigentlich bestens geeignet, um die stilistische Bandbreite des „schwarzen“ Elvis zu demonstrieren, doch in Kombination mit den instrumentalen Zwischenteilen des Fernseh-Orchesters nehme ich persönlich nur phasenweise ein Blues-Feeling wahr.
Mit Ausnahme des wieder einmal viel zu kurzen Titels „Nothingville“ (die Harmonika-Parts in diesem neuen Blues wurden von Tommy Morgan eingespielt) gefallen mir alle Songs in ihrer ursprünglichen Studiofasssung eindeutig besser bzw. weisen selbige deutlich mehr Blues- bzw. R&B-Elemente auf.


Trouble / Guitar Man (Opening Medley)
Text/Komposition: siehe Einzel-Titel 1958/1967
Erstaufnahme: 22. Juni 1968, Western Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues/Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP "Elvis" (NBC-TV Special), Dezember 1968
Anmerkung: Gleich mit der ersten gesungenen Zeile ("Wenn Du Ärger suchst, bist Du hier genau richtig!") zeigte Elvis, was den Zuschauer des Fernseh-Specials erwarten würde: purer, unverfälschter Rhythm & Blues bzw. Rock & Roll!
Mit einer derartigen Rauheit in der Stimme sang Elvis eigentlich nur im Zeitraum 1968/69.


Saved
(als Teil des Gospel-Medleys “Where Could I Go But To The Lord” / “Up Above My Head” / “Saved”)
Text/Komposition: James B. Coats, Sister Rosetta Tharpe, Jerry Leiber, Mike Stoller, [Traditional]
Where Could I Go But To The Lord
Text/Komposition: James B. Coats
Originalversion: Sister Ernestine B. Washington acc. by Bunk Johnson Jazz Band (1946)
Up Above My Head, I Hear Music In The Air
Text/Komposition: Traditional; Sister Rosetta Tharpe
Originalversion: Sister Rosetta Tharpe and Marie Knight with Sam Price Trio (1947)
Saved
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Originalversion: LaVern Baker (aufgenommen: Dezember 1960, veröffentlicht: März 1961), gecovert von Billy Fury & The Gamblers (1965) und Judy Henske (1966)
Aufnahme: 22. Juni 1968, Western Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Gospel/Soul
Erstveröffentlichung: Soundtrack-LP „Elvis“ (NBC-TV Special), Dezember 1968 (als Teil des Gospel-Medleys “Where Could I Go But To The Lord” / “Up Above My Head” / “Saved”)
Anmerkung: Eine wunderbar soulige Neueinspielung vom King!


If I Can Dream
Text/Komposition: Walter Earl Brown
Original
Aufnahme: 23. Juni 1968, Western Recorders Studio 1, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Edge Of Reality), Oktober 1968
Anmerkung: Die große Final-Hymne aus dem NBC-TV Special, die schon vor der Ausstrahlung des “Comeback-Specials” als Single erhältlich war und endlich wieder ein nennenswerter Chart-Erfolg wurde (Platz 12 in den Pop-Charts von Billboard). Passend zur stilistischen Ausrichtung des Songs trat Elvis in einem schneeweißen Anzug auf, und im Text – so wird gelegentlich spekuliert – nahm Elvis möglicherweise Bezug auf die berühmte Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Dr. Martin Luther King („I Have A Dream“), der erst im April vor seinem Zimmer im Lorraine Motel in Memphis (heute ein Bürgerrechts-Museum) einem Attentat zum Opfer fiel.
Das Tilgner-Buch ist, ich sagte es schon, leider nicht frei von sachlichen Fehlern, doch offenbar hat der Autor den Song selbst gehört, den er wie folgt beschrieb:
„Ein fast sanftes Bläserriff zu Beginn, dann ein erzählerischer Einstieg des Sängers. ‚Es muss ein Land geben, das heller scheint, irgendwo, Vögel, die höher fliegen in einem blaueren Himmel. Wenn ich träumen kann von diesem besseren Land...'. Stufe für Stufe baut sich über eine ausgedachte, aber hinreichend eingängige Melodie eine Soul-Hymne auf, zu der sich Elvis' erst trotzig rauhe, dann aufblühende Stimme, schneidende Orgelakkorde und Bläserfanfaren sowie ein wuchtiger Chor gegenseitig anfeuern.“




Die beiden ‘Sit Down'-Shows, die Elvis – gekleidet in einen schwarzen Lederanzug – am 27. Juni 1968 (einem Donnerstag) um 18 Uhr und noch einmal um 20 Uhr vor einem Live-Publikum im NBC-Studio 4 im kalifornischen Burbank performte (akustisch unterstützt von seinen Ex-Blue-Moon-Boys Scotty Moore und D.J. Fontana sowie von Charlie Hodge und Alan Fortas), sind wahrscheinlich die einzigen beiden Auftritte, die man als (fast) reine Blues-Konzerte bezeichnen könnte, und die fantastische CD „Tiger Man“ von 1998, die den kompletten 8pm-Auftritt beinhaltet, kommt einem reinen Blues-Album näher als alles andere, was Elvis je gemacht hat. Einzig die finale Ballade „Memories“ hat nichts mit Blues oder Rhythm & Blues zu tun, eben so wenig die Country-Nummer „When My Blue Moon Turns To Gold Again“, doch die vier Musiker auf den Stühlen (plus der am Bühnenrand sitzende „Mr. Tambourine Man“) spielen sie mit so viel Blues- Feeling, dass es kaum auffällt. Möglicherweise handelt es sich hierbei um das Essenziellste, was Elvis jemals aufgenommen hat, und es ist wohl alles andere als ein Zufall, dass sich das Repertoire bis auf die beiden genannten Ausnahmen samt und sonders aus dem Stilbereich des Blues und des Rhythm & Blues zusammen setzte – und nicht (wie ursprünglich geplant!) aus Weihnachtsliedern. Zum Zeitpunkt der Auftritte hatte man sich möglicherweise noch nicht diesbezüglich festgelegt, denn zwei Weihnachtslieder blieben Elvis dann doch nicht erspart. Allerdings entschied er sich (zum Glück, möchte man sagen) für zwei Stücke aus dem Blues-Bereich, die 1957 auf seiner ersten Christmas-LP enthalten waren und beim Publikum in Burbank außerordentlich gut ankamen, wie nicht zu überhören ist.

Im Prinzip sind die ‚Sit Down'-Shows vom Juni 1968, die man unverzeihlicherweise damals nur in Mono aufgezeichnet hat, eine Art Schablone oder Gussform, aus der Jahre später der Musiksender MTV die sehr beliebte „Unplugged“-Reihe entwickelte: der jeweilige Künstler performt vor einer kleinen intimen Kulisse seine/ihre Songs im Wesentlichen akustisch und verzichtet auf technischen Schnickschnack. Einmal mehr muss man Elvis hier eine gewisse Vorreiterrolle attestieren – ob man will oder nicht.

Da alle relevanten Songs schon von mir angesprochen wurden, beschränke ich mich an dieser Stelle nur auf die jeweilige Set List:

NBC Studio 4, Burbank, CA
27. Juni 1968, 6.00pm 'Sit Down'-Show (live)

That's All Right
Heartbreak Hotel
Love Me
Baby What You Want Me To Do
Blue Suede Shoes
Baby What You Want me To Do
Hound Dog
Trouble
Lawdy, Miss Clawdy

Are You Lonesome Tonight?
When My Blue Moon Turns To Gold Again
Blue Christmas
Trying To Get To You
One Night
Baby What You Want me To Do
One Night

Memories



NBC Studio 4, Burbank, CA
27. Juni 1968, 8.00pm 'Sit Down'-Show (live)

Heartbreak Hotel
Baby What You Want Me To Do
That's All Right
Are You Lonesome Tonight?
Baby What You Want Me To Do
Blue Suede Shoes
One Night
Love Me
Trying To Get To You
Lawdy Miss Clawdy
Santa Claus Is Back In Town
Blue Christmas
Tiger Man

When My Blue Moon Turns To Gold Again
Memories


Zwei Tage später, am Samstag, dem 29. Juni 1968, trat Elvis noch einmal in schwarzem Leder vor Publikum auf (wieder um 18 und um 20 Uhr), doch diesmal ohne Begleitmusiker auf der Bühne, die aber trotzdem live spielten.
Die Ausnahmen waren "Trouble / Guitar Man" (da wurde die vorproduzierte Musik vom Band eingespielt) und "If I Can Dream" (hier sang Elvis per Vollplayback).

Diese sog. ‚Stand Up'-Shows (Elvis saß diesmal nicht auf einem Stuhl sondern bewegte sich stehend mal mit und mal ohne Gitarre) sind nicht minder interessant, lassen aber durch die fehlende Live-Atmosphäre (die Musik wurde vorproduziert und vom Band eingespielt) nur phasenweise ein Blues-Feeling aufkommen, wenngleich Elvis auch diesmal aus dem R&B-Repertoire schöpfte.


Die kompletten ‘Sit Down'-Shows wurden erst 1998 - 30 (!) Jahre nach ihrer Aufnahme - auf der CD “Tiger Man” (8 pm) und der Doppel-CD „Memories – The 68 Comeback Special“ (CD 2, 6 pm) offiziell veröffentlicht; als (italienische?) Bootleg-Ausgabe waren die "Complete Burbank Sessions - Vol. 1 u. 2" (je ein Doppelalbum) bereits 1990 erhältlich (auf der zweiten DLP/CD befanden sich übrigens die beiden ‚Stand Up'-Shows).
Auf dem offiziellen Soundtrack zum Special wurden – das mag man kaum glauben – im Dezember 1968 lediglich vier Songs aus den ‚Sit Down'-Shows verwendet: „Lawdy, Miss Clawdy“ (aus der 8 pm Show), „Baby What You Want Me To Do“ (6 pm), „Blue Christmas“ (8 pm) und „One Night“ (6 pm). Weitere Mitschnitte wurden in den nächsten Jahren auf mehrere Compilation-LPs verstreut:
„Tiger Man“ im März 1969 auf „Elvis Sings Flaming Star“ (zuvor bereits auf der LP "Singer Presents Elvis", 1968),
„Love Me“, „Trying To Get To You“ u. “Are You Lonesome Tonight?” (alle 8 pm) im November 1973 auf “A Legendary Performer Vol. 1“,
„Blue Suede Shoes“ (8 pm) und „Baby What You Want Me To Do“ (6 pm) im Januar 1976 auf „A Legendary Performer Vol. 2“,
„That's All Right“ (8 pm) im Oktober o. November 1983 auf „A Legendary Performer Vol. 4“ sowie
“Baby What You Want Me To Do” (# 2 u. # 3, 6 pm*) und weitere, bereits veröffentlichte Songs im September 1984 auf der 6-LP-Box „A Golden Celebration“ (LP 6, B-Seite).
* Beide Versionen von "Baby What You Want Me To Do" waren bereits zuvor veröffentlicht worden: Die erste erschien auf der LP "Elvis TV Special" (1968) und die zweite (gekürzte) Version war auf der LP "A Legendary Performer Vol. 2" zu finden.
Als sog. „Special Edition Bonus Tracks“ wurden 1991 auf der CD-Veröffentlichung des Original-Soundtracks zusätzlich die Songs „Baby What You Want Me To Do“, „That's All Right“, „Tiger Man“ und „Trying To Get To You“ aus den ‘Sit Down'-Shows präsentiert, aus den ‚Stand Up'-Shows „Don't Be Cruel“ und „Blue Suede Shoes“, und das Road Medley wurde (wie schon erwähnt) um „Let Yourself Go“ und „It Hurts Me“ vervollständigt, während das Gänsehaut erzeugende Intro des Gospel Medleys („Sometimes I Feel Like A Motherless Child“, gesungen von Darlene Love) weiterhin den Fans vorenthalten wurde, ebenso einige der instrumentalen Sequenzen aus dem Road Medley.
Korrektur: Blue Suede Shoes stammt nicht von den Stand Up Shows sondern ist die gleiche Version wie auf der LP "A Legendary Performer Vol. 2", demnach aus der 8:00 pm Sit Down Show stammend.

Wer das Burbank-Material noch nicht in seiner Sammlung hat (das gilt wahrscheinlich vor allem für die jüngeren Fans), dem empfehle ich unbedingt die „Tiger Man“-CD und die „Memories“-Doppel-CD, wo das Wesentliche aus dem „Comeback Special“ enthalten ist - und endlich auch das herrliche Darlene-Love-Intro! Den (erweiterten) Original-Soundtrack habe ich selbst zwar auch, doch er erübrigt sich, wenn man sich für die anderen drei CDs entscheidet.
Allerdings: auf der "Tiger Man" und der "Memories" fehlen die Versionen von Jailhouse Rock und Love Me Tender!





1969 machte Elvis erstmals seit 1955 wieder Plattenaufnahmen in seiner Heimatstadt Memphis, und zwar im American Sound Studio, wo er im Januar und Februar um die 30 Songs einspielte, die samt und sonders auf dem herrlichen 5er-CD-Set „From Nashville To Memphis“ zu finden sind (CDs 4 & 5).
Mit diesen Aufnahmen gelang Elvis endlich der qualitative Anschluss an die zeitgenössische Rock- und Popmusik; jetzt klang Elvis wieder auf der Höhe der Zeit und nicht mehr altbacken wie in so manchen seiner Filmsoundtracks, jetzt war er seiner Konkurrenz mindestens ebenbürtig und landete auch wieder Top-Hits wie „In The Ghetto“ oder „Suspicious Minds“. Und das Beste: sein aktuelles Repertoire beinhaltete wunderbare Songs aus den Stilbereichen Blues, Soul und Rhythm & Blues!


Long Black Limousine
Text/Komposition: Bobby George, Vern Stovall
Originalversion: Wynn Stewart (1958)
Cover-Versionen, die Elvis inspiriert haben könnten: The Green River Boys & Glen Campbell (1962), Gordon Terry (1962), Glen Campbell (1963), Rose Maddox (1963), Bobby Bare (1964), George Hamilton IV. (1966), Merle Haggard & The Strangers (1967), Jody Miller (1968) oder Jeannie Seely (1968)
Aufnahme: 13. Januar 1969, American Sound Studio, Memphis
Overdubs: 22. Januar (sog. Vocal Repair, Bläser, Klavier), 24. Januar (Backing Vocals), 18. März (Streicher)
Stilistische Zuordnung: Blues/Soul/R&B
Erstveröffentlichung: LP „From Elvis In Memphis“, Mai o. Juni 1969
Anmerkung: Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Elvis einen ursprünglichen Country-Song durch seine Stimme und deren Einsatz, gepaart mit einem Genre übergreifenden musikalischen Klangbild, in eine Mischung aus Blues und Soul verwandeln konnte. Es gibt Fans (und nicht nur solche), die diese Aufnahme für eine der besten von Elvis halten.


Rubberneckin'
Text/Komposition: Bunny Warren, Dory Jones
Original
Aufnahme: 20. Januar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w Don't Cry Daddy), November 1969
Anmerkung: Diese außerordentlich Soul orientierte Rhythm & Blues-Nummer wurde 1969 für Elvis' letzten Spielfilm „Change Of Habit“ (deutscher Titel: „Ein himmler Schwindel“) verwendet, und wenn ich mir diese sehr mitreißende Filmszene, die sogar in einer Folge der 80er-Jahre-Kult-TV-Serie „Miami Vice“ gezeigt wurde, anschaue, dann bedauere ich jedes Mal aufs Neue, dass man damals den verkaufsfördernden Nutzen von Musikvideos offenbar noch nicht voll erkannt hat, zumindest nicht ein gewisser Herr Parker, denn die Beatles beispielsweise experimentierten bereits auf diesem Gebiet.




I'll Hold You In My Heart (Till I Can Hold You In My Arms)
Text/Komposition: Eddy Arnold, Howard Horton, Vic McAlpin
Originalversion: Eddy Arnold & His Tennessee Plowboys (1947), gecovert von Dean Martin (1965)
Aufnahme: 22. Januar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „From Elvis In Memphis“, Juni 1969
Anmerkung: Ein Country-Blues, dessen Pendel nicht zuletzt durch Elvis' leidenschaftlichen Gesang wohl etwas mehr in Richtung Blues ausschlägt, würde ich sagen.


Only The Strong Survive
Text/Komposition: Jerry Butler, Kenny Gamble, Leon Huff
Originalversion: Jerry Butler (1968), gecovert von Darrell Banks (1969)
Aufnahme: 20. Februar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: LP „From Elvis In Memphis“, Mai 1969
Anmerkung: Ebenfalls noch 1969 erschienen Cover-Versionen von Skeeter Davis (August) und The Electric Indian (November).
Für den Spielfilm „American Gangster“ mit Danzel Washington und Russell Crowe in den Hauptrollen wurde 2007 auch „Only The Strong Survive“ verwendet, allerdings in der Version von Jerry Butler.


Any Day Now
Text/Komposition: Bob Hilliard, Burt Bacharach
Originalversion: Chuck Jackson (1962), u.a. gecovert von Peter & Gordon (1965), Alan Price Set (1965), Mitch Ryder & The Detroit Wheels (1966), Carla Thomas (1967), Tom Jones (1967) oder Bill Medley (1969)
Aufnahme: 21. Februar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w In The Ghetto), April 1969
Anmerkung: Im Mai 1969 erschien „Any Day Now“ (u.a. von Tilgner als R&B bezeichnet) auch auf der LP „From Elvis In Memphis“.
Gleichzeitig mit der Elvis-Fassung erschien im April 1969 eine Cover-Version von Percy Sledge; im August 1969 wurde dann eine weitere Cover-Version veröffentlicht, die James Brown aufgenommen hatte.




Without Love (There Is Nothing)
Text/Komposition: Carolyn Ann Franklin, Ivy (Ivory?) Joe Hunter (King77: der Songwriter ist Danny Small)
Originalversion: Clyde McPhatter (1956)
Aufnahme: 23. Januar 1969, American Sound Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues/Soul
Erstveröffentlichung: DLP „From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis“, Oktober 1969
Anmerkung: Im Oktober 1970 wurden die beiden LPs auch einzeln veröffentlicht: die Live-LP unter dem Titel „In Person“, die Studio-LP als „Back In Memphis“.
In der Tilgner-Biografie wurde der Titel fälschlicherweise als „Without You“, aber richtigerweise als R&B bezeichnet.



Diese Mädels sorgten 1969 (und vereinzelt auch 1973) für einen besonders souligen Sound bei Elvis' Studio-Sessions


Einen letzten Film-Nachschlag lieferte Elvis 1969:

Change Of Habit
Text/Komposition: Buddy Kaye, Ben Weisman
Original
Aufnahme: 5. März 1969, Decca Universal Studio, Universal City, CA
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues (?)
Erstveröffentlichung: LP „Let's Be Friends“, April 1970
Anmerkung: Für mich klingt der Titelsong von Elvis' letztem Spielfim sehr R&B orientiert, was möglicherweise durch den dominanten Bass noch verstärkt wird. Ein in jeder Hinsicht wirklich toller Song!


Im Sommer 1969 kehrte Elvis auf die Konzert-Bühne zurück, und viele der Songs, die im International-Hotel von RCA aufgezeichnet wurden, waren entweder durch ihren Charakter oder ihre Spielweise wahres R&B-Dynamit. Da die meisten Songs, die ich diesbezüglich zuordnen würde, bereits vorgestellt wurden, will ich es mit einer einfachen Nennung bewenden lassen:

Veröffentlicht auf dem Doppelalbum "From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis", 1969 bzw. auf der Live-LP "In Person", 1970:
Blue Seude Shoes (26. August 1969) King77: 25.8.69 MS, nicht 26.8.69
Johnny B. Goode (22. August), Text/Komposition & Originalversion: Chuck Berry (1958) King77: 24.8.69 MS, nicht 22.8.69
All Shook Up (22. August) King77: 25.8.69 MS, nicht 22.8.69
Hound Dog (26. August) King77: 25.8.69 MS, nicht 26.8.69
I Can't Stop Loving You (25. August), Text/Komposition & Originalversion: Don Gibson (1957/58), gecovert u.a. von Kitty Wells (1958), Ray Charles (1962) oder Ella Fitzgerald (live 1968) King77: 25.8.69 MS
My Babe (24. August) King77: 25.8.69 MS, nicht 24.8.69
Mystery Train/Tiger Man (26. August) King77: 25.8.69 MS, nicht 26.8.69
Suspicious Minds (22. August), Text/Komposition & Originalversion: Mark James (1968) King77: 26.8.69 DS, nicht 22.8.69



Veröffentlicht auf dem 3-CD-Box-Set "Collectors Gold" (1991), CD 3:
Jailhouse Rock/Don't Be Cruel (22. August, Midnight Show)
Mystery Train/Tiger Man (22. August, Midnight Show)
Loving You/Reconsider Baby (23. August, Midnight Show)
What'd I Say (23. August, Midnight Show)
Heartbreak Hotel (24. August, Dinner Show)
Blue Suede Shoes (25. August, Dinner Show)
I Got A Woman (25. August, Dinner Show)
Baby What You Want Me To Do (26. August, Midnight Show)
Runaway (26. August, Midnight Show) King77: 25.8.69 DS, nicht 22.8.69
Rubberneckin' (26. August, Midnight Show)
This is The Story (26. August, Midnight Show)

Veröffentlicht auf der Live-LP "On Stage", Sommer 1970:
Runaway (22. August 1969, Overdubs: 31.3./1.4.70)
C. C. Rider (17. Februar 1970, Overdubs: 1.4.70) King77: 18.2.70 MS, nicht 17.2.70
Polk Salad Annie (18. Februar 1970, Overdubs: 1.4.70), Text/Komposition & Originalversion: Tony Joe White (1968), gecovert von Clarence Reid (1969) King77: 18.2.70 MS
Walk A Mile In My Shoes (18. Februar 1970, Overdubs: 1.4.70), Text/Komposition & Originalversion: Joe South (1969) King77: 19.2.70 MS, nicht 18.2.70


Im Sommer 1970 nahm Elvis wieder im vertrauten RCA Studio B in Nashville auf, und unter den Songs waren mMn auch mehrere Titel, die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte:

I Was Born About Ten Thousand Years Ago
Text/Komposition: Traditional
Originalversion: ? (bekannt ist mir bspw. eine Interpretation von Reverent Harold E. Hunter vom Oktober 1958 in Eldorado Springs, Missouri)
Aufnahme: 4. Juni 1970, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP "Elvis Now", 1972
Anmerkung: Vielleicht "fehlt" diese tolle Nummer nicht grundlos auf dem Album "Elvis Country"


Cindy, Cindy
Text/Komposition: Dolores Fuller, Buddy Kaye, Ben Weisman
Originalversion: ?, u.a. gecovert von Ricky Nelson („Get Along Home Cindy”, 1959) oder Teddy Vann (“Cindy”, 1960)
1970 wurde der Text von Buddy Kaye, Ben Weisman & Dolores Fuller eigens für Elvis umgeschrieben.
Aufnahme: 5. Juni 1970, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Overdubbed: 22. Juni, 20. Juli u. 1. Oktober 1970, RCA Studio A, Nashville
Erstveröffentlichung: LP „Love Letters From Elvis“, Juni 1971
Anmerkung: Einer meiner Favoriten vom King!


Faded Love
Text/Komposition: Bob Wills, Johnnie Lee Wills
Originalversion: Bob Wills & His Texas Playboys (1950), u.a. gecovert von den Wilburn Brothers (1958), Floyd Cramer (1961), Patti Page (1961), George Jones (1962), Patsy Cline (1963), Eddy Arnold (1964), David Houston (1967), Dottie West (1968) oder Ferlin Husky (1969)
Aufnahme: 7. Juni 1970, RCA Studio B, Nashville
Overdubs: 30. Juni 1970, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: LP „I'm 10.000 Years Old – Elvis Country“, Januar 1971
Anmerkung: Obwohl mit dem Etikett "Country" versehen, klingt dieser Song für meinen Geschmack sehr nach R&B.


I Washed My Hands In Muddy Water
Text/Komposition: Joe Babcock
Originalversion: Stonewall Jackson (1964), u.a. gecovert von Charlie Rich (1965), The Spencer Davis Group (1966), Johnny Rivers (1966), Billy Lee Riley (1968), Danny Hughes (1969) oder Don Paulin (1970)
Aufnahme: 7. Juni 1970, RCA Studio B, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Overdubs: 30. Juni u. 20. Juli 1970, RCA Studio A, Nashville
Erstveröffentlichung: LP „I'm 10.000 Years Old – Elvis Country“, Januar 1971
Anmerkung: Im Prinzip ähnlich wie bei "Faded Love": außen Country, innen R&B.


Patch It Up
Text/Komposition: Eddie Rabbitt, Rory Bourke
Original
Aufnahme: 8. Juni 1970, RCA Studio B, Nashville
Overdubs: 22. Juni u. 22. Juli 1970, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite (c/w You Don't Have To Say You Love Me), Oktober 1970
Anmerkung: Als Live-Version (aufgezeichnet am 12. August 1970 in Vegas) war der Titel auch Bestandteil des Soundtrack-Albums "That's The Way It Is", das im November 1970 veröffentlicht wurde.




In diesem Zusammenhang unbedingt erwähnenswert sind auch einige der sehr Blues orientierten Studio-Proben für den MGM-Dokumentarfilm "That's The Way It Is":

14. Juli 1970, M.G.M. Stage 1, Culver City, CA
Baby What You Want Me To Do
Polk Salad Annie
VÖ: "Baby What You Want Me To Do" wurde nur auf der DVD "The Complete Works" veröffentlicht.

15. Juli 1970, M.G.M. Stage 1, Culver City, CA
Love Me
One Night
That's All Right
VÖ: Import-CD "Get Down And Dirty" (alle drei Titel) sowie That's All Right auf der Special Edition von "That's The Way It Is" und Love Me auf der FTD-CD "The Way It Was"


24. Juli 1970, M.G.M. Stage 1, Culver City, CA
Stranger In My Own Home Town
veröffentlicht auf dem 5-CD-Box-Set "The Essential 70's Masters" (CD 5), 1995

29. Juli 1970, M.G.M. Stage 1 (?), Culver City, CA
Little Sister/Get Back
I Washed My Hands In Muddy Water*
I Was The One*
Baby Let's Play House*
Money Honey*
Such A Night
What'd I Say*
My Baby Left Me
* veröffentlicht auf dem 4-CD-Box-Set "Platinum" (Disc 3), 1997

4. August 1970, International Hotel / Convention Centre, Las Vegas
Santa Claus Is Back In Town
VÖ: "That's The Way It Is - Special Edition"

7. August 1970, International Hotel / Show Room, Las Vegas
Polk Salad Annie
Patch It Up
VÖ: Polk Salad Annie auf der FTD-CD "The Way It Was" (Patch It Up noch unveröffentlicht)


Little Sister / Get Back (Live Medley)
Text/Komposition: Doc Pomus, Mort Shuman / John Lennon, Paul McCartney
Originalversion (Get Back): The Beatles with Billy Preston (1969)
Aufnahme: 12. August 1970, live im International Hotel, Las Vegas (Midnight Show)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 8-LP-Box „Elvis Aron Presley“, August 1980
Anmerkung: Little Sister gehört zu meinen Lieblings-Songs von Elvis, und offenbar hing auch Elvis an diesem Blues, denn er behielt ihn bis zuletzt in seinem Live-Repertoire. In Kombination mit dem Beatles-Spätwerk gewinnt er sogar noch an Reiz, würde ich sagen.


I'll Be Home On Christmas Day
Text/Komposition: Michael Jarrett
Original
Aufnahme: 16. Mai 1971, RCA Studio B, Nashville
Remake: 10./11. Juni 1971, RCA Studio B, Nashville
Overdubs: 22. Juni 1971, RCA Studio, Hollywood
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP “Elvis Sings The Wonderful World Of Christmas”, Oktober 1971
Anmerkung: Meiner Meinung nach ist der Alternate Take 4 (veröffentlicht auf dem 4-CD-Box-Set „Platinum“, 1997) noch empfehlenswerter, da diese Aufnahme ohne Backing Vocals und instrumentale Overdubs eine größere Blues-Stimmung verbreitet als der Master Take.


Never Been To Spain
Text/Komposition: Hoyt Axton
Originalversion: Hoyt Axton (1971), gecovert von Three Dog Night (1971), Waylon Jennings (1972) und Morning (1972)
Aufnahme 1: 16. Februar 1972, live im Hilton Hotel, Las Vegas
Aufnahme 2: 10. Juni 1972, live im Madison Square Garden, New York City (Afternoon Show)
Aufnahme 3: 10. Juni 1972, live im Madison Square Garden, New York City (Evening Show)
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Live-LP “Elvis As Recorded At Madison Square Garden”, Juni 1972 (Aufnahme 3)
Anmerkung: Schon im Februar 1972 war der Titel in Las Vegas von RCA offiziell mitgeschnitten worden, doch das geplante Live-Album mit dem Arbeitstitel „Standing Room Only“ wurde wieder verworfen, so dass diese Version erst 1995 auf dem 5-CD-Box-Set „The Essential 70's Masters“ (Disc 5) veröffentlicht wurde.
Für mich eine der stärksten Blues-Performances von Elvis, die ich kenne – in Verbindung mit dem hysterischen Live-Publikum in New York einfach unschlagbar!
Zu den R&B-Aufnahmen, die von Elvis im Februar 1972 in Las Vegas aufgezeichnet wurden, gehören übrigens auch noch Little Sister / Get Back, All Shook Up, Hound Dog und A Big Hunk O' Love.

Natürlich hat Elvis im Juni 1972 auch in den beiden Shows im Garden noch weitere Blues- bzw. R&B-Songs performt, doch da ich sie alle schon thematisierte, möchte ich sie nur kurz erwähnen:

Evening Show
That's All Right
Polk Salad Annie (im Vergleich zu 1970 deutlich temporeicher)
Love Me
Heartbreak Hotel
Hound Dog
I Can't Stop Loving You

Aus der Afternoon Show wäre auf jeden Fall noch Reconsider Baby zu erwähnen, eine wirklich herrliche Version!
Sie wurde erstmals im November 1983 auf der LP “Elvis – A Legendary Performer Vol. 4“ veröffentlicht.


Fever (live 1973)
Text/Komposition u. Originalversion siehe 1960
Aufnahme 1: 12. Januar 1973, live im Honolulu International Center, Hawaii („Generalprobe“)
Aufnahme 2: 14. Januar 1973, live im Honolulu International Center, Hawaii
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: Soundtrack-DLP „Elvis Aloha From Hawaii Via Satellite“, Februar 1973 (Aufnahme 2) bzw. „The Alternate Aloha“, Mai 1988 (Aufnahme 1)
Anmerkung: Die tadellose Studio-Version von 1960 wird hier mMn sogar noch übertroffen, da Elvis während seiner Performance mit dem Publikum in der Halle „flirtet“, sage ich mal. Das ist natürlich besser zu sehen als zu hören, denn obwohl es sich um eine langsame Aufnahme handelt, zuckt Elvis – akzentuiert durch die Schläge seines Drummers Ronnie Tutt – gelegentlich mit den Beinen, was vor allem die weiblichen Zuschauer spontan aufschreien lässt, die allerdings vergeblich auf die Wiederauferstehung von „Elvis – The Pelvis“ hoffen, denn Elvis deutet seine einst aufreizenden Hüftbewegungen nur an, persifliert sie praktisch nur.
Für mich eines der vielen Highlights der Aloha-Show.

Nachdem der eigentliche "Aloha-Blues" (ich meine natürlich den Steamroller Blues) bereits thematisiert wurde, möchte ich die anderen R&B-Nummern wenigstens noch kurz erwähnen:
See See Rider
Love Me
Johnny B. Goode
Blue Suede Shoes
I Can't Stop Loving You
Hound Dog
Long Tall Sally / Whole Lotta Shakin' Goin' On
A Big Hunk O' Love




If You Don't Come Back
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Originalversion: The Drifters (1963), gecovert von The Takers (1964)
Aufnahme: 21. Juli 1973, Stax Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: LP „Raised On Rock“, Oktober 1973
Anmerkung: Das erste, was mir zu diesem Song einfällt, ist eigentlich Soul, doch wie schon der „Godfather“ himself gezeigt hat, liegt dem Soul der Rhythm & Blues zu Grunde bzw. war der Soul im übertragenen Sinne eine Art Umetikettierung bzw. Weiterentwicklung des Rhythm & Blues.
Der wunderbar soulige Background-Chor in Person von Jeannie Green und den Holliday-Schwestern Mary und Ginger ist einfach famos (ob auch Kathy Westmoreland stimmlich beteiligt ist, kann ich nicht wirklich heraus hören; im Studio anwesend war sie definitiv).


Three Corn Patches
Text/Komposition: Jerry Leiber, Mike Stoller
Originalversion: T-Bone Walker (1973)
Aufnahme: 22. Juli 1973, Stax Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP “Raised On Rock”, Oktober 1973
Anmerkung: Rein von der Instrumentierung her ein wunderbarer Blues, wie ich finde, doch stimmlich hat Elvis leider nicht alle Passagen voll im Griff. Die Ansicht, dass Elvis so klingt, „als hätte er Zahnschmerzen“, wie Buchautor Tilgner schrieb, kann ich aber nicht wirklich teilen.


Find Out What's Happening
Text/Komposition: Jerry D. Crutchfield
Originalversion: The Spidells (1964); später u.a. gecovert von Bobby Bare (1968)
Aufnahme: 22. Juli 1973, Stax Studio, Memphis
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues/Soul
Erstveröffentlichung: LP "Raised On Rock", Oktober 1973
Anmerkung: Ein sehr cooler und vor allem zeitgemäß klingender Song, wie ich finde!


I've Got A Thing About You Baby
Text/Komposition: Tony Joe White
Originalversion: Tony Joe White (er bot Elvis den Song an)
Aufnahme: 22. Juli 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: 28. September 1973
Stilistische Zuordnung: Soul (?)
Erstveröffentlichung: als Single (mit Take Good Care Of Her), Januar 1974, danach auf der LP "Good Times", März 1974
Anmerkung: Im Grunde ein Song aus dem Country-Bereich, doch die Art und Weise von Elvis' Aufnahme hat für mich einen gewissen souligen Touch.


Raised On Rock
Text/Komposition: Mark James
Original
Aufnahme: 23. Juli 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: es wurden keine Overdubs vorgenommen
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues/Soul (?)
Erstveröffentlichung: als Single (mit For Ol' Times Sake), September 1973; danach auf der LP "Raised On Rock", Oktober 1973
Anmerkung: Klingt für meinen Geschmack zwar etwas unfertig (wohl wegen der fehlenden Overdubs), doch immerhin schwarz genug, um den Song hier zu erwähnen.


If You Talk In Your Sleep
Text/Komposition: Red West, John L. Christopher
Aufnahme: 11. Dezember 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: 2. Januar 1974, RCA Studio A, Nashville, 10. Januar 1974, RCA Studio, Hollywood u. 15. Januar 1974, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Soul
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Help Me), Mai 1974
Anmerkung: Die R&B-Charakteristik ist nur schwer zu leugnen, und dennoch ist der Song eigentlich ein Fall für die Schublade „Soul“.
Im Januar 1975 erschien der Song, den Elvis' Bodyguard geschrieben hatte, auch auf der LP „Promised Land“.




Talk About The Good Times
Text/Komposition: Jerry Reed
Original: Jerry Reed
Aufnahme: 14. Dezember 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: 2. Januar 1974, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues/Gospel/Soul (?)
Erstveröffentlichung: LP „Good Times“, März 1974
Anmerkung: Wieder so ein Fall wie I've Got A Thing About You Baby: außen Country, innen Soul, wobei ich auch Gospel-Elemente zu erkennen glaube.


Promised Land
Text/Komposition: Chuck Berry, A.P. Carter, J. A. Roff, William Kindt
Originalversion: Chuck Berry (1964)
Aufnahme: 15. Dezember 1973, Stax Studio, Memphis
Overdubbed: 2. u. 15. Januar 1974, RCA Studio A, Nashville
Stilistische Zuordnung: Rhythm & Blues
Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w It's Midnight), Oktober 1974
Anmerkung: Nach der Vorab-Single-Veröffentlichung erschien „Promised Land“ im Januar 1975 auf der gleichnamigen Studio-LP „Promised Land“, der letzten, die in den berühmten Stax Studios eingespielt wurde. Für meinen Geschmack handelt es sich hier um ein wahres Rhythm & Blues-Meisterwerk; der treibende Rhythmus steckt sofort an; die Musiker geben mächtig Gas, und Elvis rockt, was das Zeug hält! Eine sehr modern klingende Cover-Version, die zu meinen Lieblings-Songs vom King aus den 70ern gehört. Tilgner merkte dazu in seinem Buch an: „Die Rhythmussektion wütet rücksichtslos, aber Elvis hält mit, nicht nur tapfer, sondern siegreich. Promised Land ist ein Rhythm & Blues, kein Rock'n'Roll, und deshalb geht er viel tiefer an die Wurzeln.“ Offenbar hat er diesen Titel tatsächlich selbst gehört, bevor er ihn (richtig) analysierte.
Ebenfalls sehr reizvoll ist die Version, die in dem Dokumentarfilm "This Is Elvis" (1981) verwendet wurde – hierbei hatte Elvis seinerzeit im Studio selbst die Harmony Vocals eingesungen, was den Song durch diese Stimmendopplung fast wie ein Duett klingen lässt! Für den letztendlich veröffentlichten Master (1974) wurden diese Harmony Vocals von Elvis jedoch nicht verwendet!




Obwohl Elvis bei seinem umjubelten “Heimspiel” im Mid-South Coliseum von Memphis am 20. März 1974 auch mehrere R&B-Songs performte, mag – zumindest bei mir – ein entsprechendes Feeling nicht so recht aufkommen, da die Instrumentierung für meinen Geschmack zu sparsam ausfällt, der Blues- bzw. R&B-Charakter einiger Songs durch die fehlende Dominanz der Lead-Gitarre von James Burton überhaupt nicht oder nur sehr vage zur Entfaltung kommt.
Da die in Frage kommenden Titel alle schon näher beschrieben wurden, möchte ich auch in diesem Fall nur eine einfache Nennung vornehmen:

See See Rider
I Got A Woman
Love Me
Trying To Get To You (sehr witzig finde ich hier Elvis' einleitende Bemerkung, dass die "Elvis! Elvis!"-Sprechchöre aus den vorderen Reihen sich wie Froschgequake anhören würden - "like a bunch of Frogs" )
Steamroller Blues
Medley: Long Tall Sally / Whole Lotta Shakin' Goin' On / Mama Don't Dance / Flip, Flop And Fly / Jailhouse Rock / Hound Dog (eigentlich eine überaus interessante Song-Auswahl, doch Elvis singt sich für meinen Geschmack viel zu hastig durch die Lieder, komprimiert das Ganze mit 3:21 min. auf die Länge eines einzigen "normalen" Songs. Da wäre mehr drin gewesen.)
Blueberry Hill / I Can't Stop Loving You
My Baby Left Me
Lawdy, Miss Clawdy

Veröffentlicht wurde die LP "Elvis Recorded Live On Stage In Memphis" im Juni 1974.


I Can Help
Text/Komposition: Billy Swan
Originalversion: Billy Swan (1974), gecovert von Stein, Caravelli und Raymond Lefevre et son grand orchestre (alle drei 1975)
Aufnahme: 10. März 1975, RCA Studio C, Hollywood (Los Angeles)
Overdubs: 8., 9. u. 10. April 1975, Quadrofonic Sound Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: LP „Today“, Mai 1975
Anmerkung: Als Bestandteil der „definitive Elvis „blues“ list“ von Nigel Patterson auf Elvis International Network habe ich diesen Song hier inkludiert, wobei er für mich persönlich etwas mehr nach Country klingt als nach einem Blues.


She Thinks I Still Care (Alternate Take 2B)
Text/Komposition: Dickey Lee
Originalversion: George Jones (1962), u.a. gecovert von Connie Francis (1962), Eddy Arnold (1963), Cher (1965), The Carter Family (1965), Bobby Goldsboro and Del Reeves (1967), Marty Robbins (1968), Glen Campbell (1972), Leon Russell (1973), Freddie Fender (1974) oder Conway Twitty (1976)
Aufnahme: 2. Februar 1976, RCA Mobile Studio Graceland („Jungle Room“), Memphis, TN
Stilistische Zuordnung: Blues
Erstveröffentlichung: 5-CD-Box-Set „Walk A Mile In My Shoes – The Essential 70's Masters“(Disc 4), 1995
Anmerkung: Diese Blues-Version darf nicht mit dem regulären Mastertake von „She Thinks I Still Care“ verwechselt werden, denn bei jenem handelt es sich um eine lupenreine Country-Ballade (siehe „Moody Blue“-Album).
Meiner Meinung nach hätte diese wunderbare Blues-Fassung auch sehr gut auf die „Moody Blue“-LP im Juli 1977 gepasst, denn die Country-Version war ja bereits im Dezember 1976 als B-Seite der „Moody Blue“-Single veröffentlicht worden.


For The Heart
Text/Komposition: Dennis Linde
Originalversion: Teresa Brewer (1975)
Aufnahme: 5. Februar 1976, RCA Mobile Studio Graceland („Jungle Room“), Memphis
Overdubbed: 15. u. 16. Februar 1976, Young'un Sound Studio, Nashville
Stilistische Zuordnung: R&B (???)
Erstveröffentlichung: Single-B-Seite von „Hurt“, März 1976
Anmerkung: „For The Heart“ ist nach meinem Dafürhalten in erster Linie ein zeitgemäßer Rock'n'Roll und weniger Rhythm & Blues, doch in einer zeitgenössischen Single-Rezension (veröffentlicht 1976 in „Goldmine“) schrieb der Elvis-treue Kritiker Jim Van Hollebeke voller Euphorie:
"(...) Die meisten der jüngsten Rock-Singles von Elvis waren grundsätzlich ‚Country-Rock', aber diese hier ist viel näher zu den schwarzen Wurzeln. Der Song beginnt traditionell mit einer Gitarren-Baß-Schlagzeug-Einleitung, die sich wiederholt und ein typisches Blues-Muster aufbaut. Dann setzt das auffälligste Instrument, das Piano, ein – Barrelhouse Boogie. Jetzt Elvis. WOW! Noch immer Blues! Hohe Töne, lange, kraftvolle Töne, gerade genug Echo, und eine fantastische Harmonie zu Elvis' eigener Stimme, die ein geisterhaftes long black train-Gefühl erzeugt. (...)"
(Die deutsche Übersetzung ist übrigens dem Artikel „Boulevard Of Broken Dreams“ von Peter Schittler und Thomas Schreiber entliehen, veröffentlicht in ihrer großartigen Magazin-Reihe „Bringin' It Back“, Ausgabe Nr. 15, vom November 1996)
Van Hollebekes abschließende Prophezeiung von der „geschichtemachenden Platte“ hat sich so zwar nicht erfüllt, doch ist der Song zweifellos der Glanzpunkt der LP „From Elvis Presley Boulevard, Memphis, Tennessee“(VÖ: Mai 1976), die ansonsten wohl ein reines Balladen-Album geworden wäre.


Blue Eyes Crying In The Rain
Text/Komposition: Fred Rose
Originalversion: Roy Acuff & His Smoky Mountain Boys (1947),
u.a. gecovert von Slim Whitman (1956), Ferlin Husky (1959), Gene Vincent (1960), Hank Locklin (1962), Conway Twitty (1970), Willie Nelson (1975) oder Olivia Newton-John (1976)
Aufnahme: 7. Februar 1976, RCA Mobile Studio Graceland („Jungle Room“), Memphis
Overdubbed: 16. Februar 1976, Young'un Sound Studio, Nashville, TN
Stilistische Zuordnung: Country-Blues
Erstveröffentlichung: LP "From Elvis Presley Boulevard, Memphis, Tennessee“, Mai 1976
Anmerkung: Wahrscheinlich ist der Song mehr Country als ein Blues, doch die Instrumentierung (hier vor allem das Piano und die Gitarren-Parts) tendiert durchaus in eine entsprechende Richtung, würde ich sagen. Schon sehr viel mehr Blues Feeling verströmt mMn der 4-minütige Alternate Take 2, der 2009 auf den „Jungle Room Sessions“ (FTD) veröffentlicht wurde.


Die letzten offiziellen Blues- bzw. Rhythm & Blues-Zeugnisse des King datieren von seiner letzten Tournee im Juni 1977, als CBS für ein TV-Special ausgewählte Konzerte filmte und RCA entsprechende Tonbandaufzeichnungen vornahm.
Neues bzw. zuvor noch nicht live gesungenes Blues- und/oder R&B-Material bekamen die Fans leider nicht präsentiert, doch die dokumentarische Pflicht gebietet es, die letzten diesbezüglichen Aufnahmen von Elvis wenigstens kurz aufzuzählen, wenngleich es sich bei den letztgenannten mal wieder um viel zu kurze Fassungen handelt:

See See Rider
That's All Right
Jailhouse Rock
Hound Dog
I Got A Woman/Amen
Love Me
Trying To Get To You
Little Sister
What'd I Say
Johnny B. Goode


Die Aufnahmen wurden am 19. Juni 1977 im Omaha Civic Center in Omaha/Nebraska und am 21. Juni 1977 im Rushmore Plaza Civic Center in Rapid City/South Dakota aufgezeichnet. Nach der Ausstrahlung des Specials Anfang Oktober 1977 wurden die Mitschnitte noch im gleichen Monat auf der Doppel-Live-LP "Elvis In Concert" veröffentlicht.
Danach war der "schwarze" Elvis de facto Geschichte... :traurig:


Teil 5

When Elvis Got The Blues – Teil 5

("Re-mastered", Juni 2017)


Mit Elvis' R&B-Hits in den Billboard-Charts habe ich diese Reihe begonnen, und mit seinen Erfolgen in der Rubrik Rhythm & Blues von Cash Box, der zweiten wichtigen Musikfachzeitschrift auf dem US-Markt, will ich sie nun fortsetzen...







Anmerkung:
Im Laufe des Betrachtungszeitraums erweiterte Cash Box den Umfang der R&B Chart etappenweise von anfänglich 15 auf 20, 25, 30 und schließlich 50 Positionen. Auch die offizielle Chart-Bezeichnung änderte sich von The Nation's Rhythm & Blues Top ... über The Nation's R&B Top ... bis hin zu Top 50 in R&B Locations Across The Nation.


Gegliedert ist die folgende Übersicht nach
> der Reihenfolge der jeweils notierten Titel mit der zugehörigen Katalog-Nr. (bei gleichzeitig eingestiegener A- und B-Seite sortiert nach der höheren Platzierung),
> der Anzahl der Chart-Wochen,
> dem Geltungszeitraum ("Week ending..." bedeutet: die Woche, die mit dem angegebenen Datum der Ausgabe - ein Samstag - endete) und
> der entsprechenden Platzierung (die Höchstplatzierung ist farblich gekennzeichnet)

Cover-Abbildungen der betreffenden Platten habe ich nur berücksichtigt, so fern sie nicht schon in Teil 1 dieser Reihe Verwendung fanden.



1. Heartbreak Hotel (RCA Victor 47-6420)

Wo. - Week ending... - Platz
01 - 21.04.1956 - #10 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 28.04.1956 - #9
03 - 05.05.1956 - #6
04 - 12.05.1956 - #6
05 - 19.05.1956 - #5
06 - 26.05.1956 - #5
07 - 02.06.1956 - #7
08 - 09.06.1956 - #7
09 - 16.06.1956 - #8
10 - 23.06.1956 - #10
11 - 30.06.1956 - #11





2. Hound Dog (RCA Victor 47-6604)

01 - 25.08.1956 - #10 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 01.09.1956 - #7
03 - 08.09.1956 - #7
04 - 15.09.1956 - #7
05 - 22.09.1956 - #8
06 - 29.09.1956 - #6
07 - 06.10.1956 - #6
08 - 13.10.1956 - #6
09 - 20.10.1956 - #10
10 - 27.10.1956 - #17
11 - 03.11.1956 - #19



3. Don't Be Cruel (RCA Victor 47-6604)

01 - 08.09.1956 - #13
02 - 15.09.1956 - #12
03 - 22.09.1956 - #9
04 - 29.09.1956 - #7
05 - 06.10.1956 - #4
06 - 13.10.1956 - #4
07 - 20.10.1956 - #5
08 - 27.10.1956 - #5
09 - 03.11.1956 - #5
10 - 10.11.1956 - #5
11 - 17.11.1956 - #6
12 - 24.11.1956 - #7
13 - 01.12.1956 - #10
14 - 08.12.1956 - #13
15 - 15.12.1956 - #19





In den beiden Wochen, die am 27. Oktober und am 3. November 1956 endeten, war Elvis mit drei Titeln gleichzeitig in den R&B Top 20 von Cash Box vertreten!



4. Love Me Tender (RCA Victor 47-6643)

01 - 27.10.1956 - #15
02 - 03.11.1956 - #9
03 - 10.11.1956 - #6
04 - 17.11.1956 - #4
05 - 24.11.1956 - #4
06 - 01.12.1956 - #8
07 - 08.12.1956 - #8
08 - 15.12.1956 - #9
09 - 22.12.1956 - #14
10 - 29.12.1956 - #19
11 - 05.01.1957 - #18
12 - 12.01.1957 - #19
13 - 19.01.1956 - #19
14 - 26.01.1957 - #20



5. Too Much (RCA Victor 47-6800)

01 - 02.02.1957 - #16
02 - 09.02.1957 - #13
03 - 16.02.1957 - #9
04 - 23.02.1957 - #8
05 - 02.03.1957 - #8
06 - 09.03.1957 - #9
07 - 16.03.1957 - #14
08 - 23.03.1957 - #19





6. All Shook Up (RCA Victor 47-6870)

01 - 13.04.1957 - #11 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 20.04.1957 - #6
03 - 27.04.1957 - #3
04 - 04.05.1957 - #3
05 - 11.05.1957 - #2
06 - 18.05.1957 - #1
07 - 25.05.1957 - #1
08 - 01.06.1957 - #2
09 - 08.06.1957 - #2
10 - 15.06.1957 - #2
11 - 22.06.1957 - #6
12 - 29.06.1957 - #7
13 - 06.07.1957 - #10
14 - 13.07.1957 - #13
15 - 20.07.1957 - #20
16 - 27.07.1957 - #23





7. (Let Me Be Your) Teddy Bear (RCA Victor 47-7000)

01 - 29.06.1957 - #23
02 - 06.07.1957 - #16
03 - 13.07.1957 - #11
04 - 20.07.1957 - #9
05 - 27.07.1957 - #10
06 - 03.08.1957 - #7
07 - 10.08.1957 - #9
08 - 17.08.1957 - #7
09 - 24.08.1957 - #9
10 - 31.08.1957 - #11
11 - 07.09.1957 - #16
12 - 14.09.1957 - #17
13 - 21.09.1957 - #25



8. Jailhouse Rock (RCA Victor 47-7035)

01 - 19.10.1957 - #14 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 26.10.1957 - #8
03 - 02.11.1957 - #5
04 - 09.11.1957 - #6
05 - 16.11.1957 - #4
06 - 23.11.1957 - #4
07 - 30.11.1957 - #5
08 - 07.12.1957 - #6
09 - 14.12.1957 - #6
10 - 21.12.1957 - #8
11 - 28.12.1957 - #12
12 - 04.01.1958 - #14
13 - 11.01.1958 - #14
14 - 18.01.1958 - #17
15 - 25.01.1958 - #24



9. I Beg Of You (RCA Victor 47-7150)

01 - 15.02.1958 - #23
02 - 22.02.1958 - #15
03 - 01.03.1958 - #15
04 - 08.03.1958 - #16
05 - 15.03.1958 - #20
06 - 22.03.1958 - #26



10. Don't (RCA Victor 47-7150)

01 - 15.02.1958 - #26
02 - 22.02.1958 - #17
03 - 01.03.1958 - #17
04 - 08.03.1958 - #14
05 - 15.03.1958 - #12
06 - 22.03.1958 - #12
07 - 29.03.1958 - #12
08 - 05.04.1958 - #17



11. Wear My Ring Around Your Neck (RCA Victor 47-7240)

01 - 26.04.1958 - #26
02 - 03.05.1958 - #11
03 - 10.05.1958 - #9
04 - 17.05.1958 - #8
05 - 24.05.1958 - #8
06 - 31.05.1958 - #12
07 - 07.06.1958 - #14
08 - 14.06.1958 - #18
09 - 21.06.1958 - #22



12. Hard Headed Woman (RCA Victor 47-7280)

01 - 05.07.1958 - #14 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 12.07.1958 - #8
03 - 19.07.1958 - #7
04 - 26.07.1958 - #6
05 - 02.08.1958 - #10
06 - 09.08.1958 - #13
07 - 16.08.1958 - #16
08 - 23.08.1958 - #21
09 - 30.08.1958 - #28



13. King Creole [EP] (RCA Victor EPA-4319)

01 - 13.09.1958 - #28
02 - 20.09.1958 - #36
03 - 27.09.1958 - #48





14. I Got Stung (RCA Victor 47-7410)

01 - 08.11.1958 - #34 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 15.11.1958 - #26
03 - 22.11.1958 - #24
04 - 29.11.1958 - #14
05 - 06.12.1958 - #18
06 - 13.12.1958 - #23
07 - 20.12.1958 - #24
08 - 27.12.1958 - #36
09 - 03.01.1959 - #33
10 - 10.01.1959 - #27
11 - 17.01.1959 - #26
12 - 24.01.1959 - #27
13 - 31.01.1959 - #33
14 - 07.02.1959 - #45





15. One Night (RCA Victor 47-7410)

01 - 08.11.1958 - #48
02 - 15.11.1958 - #24
03 - 22.11.1958 - #12
04 - 29.11.1958 - #12
05 - 06.12.1958 - #10
06 - 13.12.1958 - #9
07 - 20.12.1958 - #9
08 - 27.12.1958 - #9
09 - 03.01.1959 - #10
10 - 10.01.1959 - #12
11 - 17.01.1959 - #13
12 - 24.01.1959 - #16
13 - 31.01.1959 - #18
14 - 07.02.1959 - #29
15 - 14.02.1959 - #28
16 - 21.02.1959 - #36



16. I Need Your Love Tonight (RCA Victor 47-7506)

01 - 28.03.1959 - #36 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 04.04.1959 - #26
03 - 11.04.1959 - #22
04 - 18.04.1959 - #22
05 - 25.04.1959 - #22
06 - 02.05.1959 - #32





17. (Now And Then There's) A Fool Such As I (RCA Victor 47-7506)

01 - 11.04.1959 - #45
02 - 18.04.1959 - #20
03 - 25.04.1959 - #20
04 - 02.05.1959 - #17
05 - 09.05.1959 - #27
06 - 16.05.1959 - #28
07 - 23.05.1959 - #35
08 - 30.05.1959 - #46



18. A Big Hunk O' Love (RCA Victor 47-7600)

01 - 11.07.1959 - #36 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 18.07.1959 - #12
03 - 25.07.1959 - #10
04 - 01.08.1959 - #10
05 - 08.08.1959 - #14
06 - 15.08.1959 - #19
07 - 22.08.1959 - #17
08 - 29.08.1959 - #21
09 - 05.09.1959 - #29
10 - 12.09.1959 - #33
11 - 19.09.1959 - #36



19. My Wish Came True (RCA Victor 47-7600)

01 - 29.08.1959 - #46
02 - 05.09.1959 - #48



Hinweis:
Nach der Ausgabe vom 5. März 1960 stellte Cash Box die R&B Chart vorübergehend ein.
Erst nach neun langen Monaten, mit der Ausgabe vom 17. Dezember 1960, wurde die Hitliste für Rhythm & Blues weiter geführt.
Das war sehr wahrscheinlich zu Elvis' Nachteil, denn in diesem Zeitraum konnten sich seine Singles Stuck On You und It's Now Or Never in der R&B-Chart von Billboard erfolgreich platzieren (beide in den Top 10).



20. Are You Lonesome Tonight? (RCA Victor 47-7810)

01 - 17.12.1960 - #3
02 - 24.12.1960 - #5
03 - 31.12.1960 - #18
04 - 07.01.1961 - #22
05 - 14.01.1961 - #27
06 - 21.01.1961 - #42



21. Surrender (RCA Victor 47-7850)

01 - 25.02.1961 - #43
02 - 04.03.1961 - #28
03 - 11.03.1961 - #21
04 - 18.03.1961 - #17
05 - 25.03.1961 - #25
06 - 01.04.1961 - #35
07 - 08.04.1961 - #48





22. I Feel So Bad (RCA Victor 47-7880)

01 - 20.05.1961 - #43
02 - 27.05.1961 - #18
03 - 03.06.1961 - #12
04 - 10.06.1961 - #11
05 - 17.06.1961 - #17
06 - 24.06.1961 - #33
07 - 01.07.1961 - #41
08 - 08.07.1961 - #43



23. Little Sister (RCA Victor 47-7908)

01 - 02.09.1961 - #30 >>> höchster Neueinstieg der Woche!
02 - 09.09.1961 - #21
03 - 16.09.1961 - #12
04 - 23.09.1961 - #12
05 - 30.09.1961 - #18
06 - 07.10.1961 - #28
07 - 14.10.1961 - #36
08 - 21.10.1961 - #45





24. (Marie's The Name) His Latest Flame (RCA Victor 47-7908)

01 - 02.09.1961 - #44
02 - 09.09.1961 - #36
03 - 16.09.1961 - #24
04 - 23.09.1961 - #22
05 - 30.09.1961 - #22
06 - 07.10.1961 - #31
07 - 14.10.1961 - #44



25. Rock-A-Hula Baby ["Twist Special"] (RCA Victor 47-7968)

01 - 23.12.1961 - #41
02 - 30.12.1961 - #40




In den Year End R&B Charts von Cash Box ab 1961 sucht man Elvis leider vergebens, denn im Vergleich zur Konkurrenz war Elvis mit zu wenigen Songs jeweils zu kurz (und auch zu schlecht) platziert, um in der Jahresendabrechnung berücksichtigt zu werden.



26. Good Luck Charm (RCA Victor 47-7992)

01 - 31.03.1962 - #45
02 - 07.04.1962 - #34
03 - 14.04.1962 - #28
04 - 21.04.1962 - #22
05 - 28.04.1962 - #19
06 - 05.05.1962 - #23
07 - 12.05.1962 - #32
08 - 19.05.1962 - #48





27. Return To Sender (RCA Victor 47-8100)

01 - 27.10.1962 - #43
02 - 03.11.1962 - #35
03 - 10.11.1962 - #30
04 - 17.11.1962 - #28
05 - 24.11.1962 - #26
06 - 01.12.1962 - #36



28. One Broken Heart For Sale (RCA Victor 47-8134)

01 - 02.03.1963 - #46
02 - 09.03.1962 - #42
03 - 16.03.1963 - #46



Bis zum Jahresende 1963 war Elvis mit keinen weiteren Songs in der Chart-Rubrik Rhythm & Blues notiert, in den Jahren 1964 und 1965 überhaupt nicht!
Dies lässt die Vermutung zu, dass Elvis nach One Broken Heart als R&B-Interpret nicht mehr ernst genommen wurde - und das trotz solcher Perlen wie It Hurts Me, dem Ray-Charles-Cover What'd I Say, Such A Night, Ain't That Loving You Baby, It Feels So Right oder dem rebellischen Weihnachts-Blues Santa Claus Is Back In Town.

Um ganz sicher zu gehen, werde ich auch die Jahre ab '66 noch checken, doch viel Hoffnung, doch noch den einen oder anderen Elvis-Song zu finden, habe ich nicht (eine Stichprobe für das gesamte Jahr 1969 ergab nichts, und auch im April 1973 suchte ich vergebens nach dem grandiosen Steamroller Blues, der zeitgleich in den Pop-Charts nach oben kletterte)...



Bilanz

Im Zeitraum zwischen April 1956 und März 1963 stehen für Elvis insgesamt 28 Hits in der R&B Chart von CASH BOX zu Buche. Darunter waren 13 Top-10-Notierungen und "nur" ein einziger Nr.-1-Hit.
Alles in allem eine gute, aber nicht ganz so gute Bilanz als jene im Billboard, doch dafür erfuhr hier die (mir persönlich sehr am Herzen liegende) Single Little Sister (1961) jene Wertschätzung, die diese herrliche Nummer auch verdient hatte!
Außerdem konnten sich mit der EP "King Creole", mit I Got Stung, I Need Your Love Tonight, Surrender, His Latest Flame, Rock-A-Hula Baby und Good Luck Charm weitere Titel platzieren, die in der R&B-Rubrik von Billboard nicht notiert waren...


Was jetzt zur Abrundung noch fehlt, wären des Kings R&B-Notierungen im MUSIC VENDOR / RECORD WORLD (neben jenen von Billboard und Cash Box sind dies – nicht nur in Bezug auf Elvis - die dritten relevanten US-Charts), doch ob ich diese noch nachreichen kann, wird davon abhängen, in welchem Umfang ich Zugang zu den entsprechenden Daten erhalte....



Hinweis
Als Quelle für diese Ausarbeitung dienten mir die online zugänglichen Originalhefte der Zeitschrift und die Datensammlung von Randy Price, dem ganz offensichtlich auch eine Leidenschaft für Rhythm & Blues zu eigen ist.


Teil 6



Nach dem wir einen Blick auf Elvis' R&B-Chart-Hits sowie seine angeblichen und tatsächlichen Aufnahmen im Bereich des Blues, des Soul und des R&B geworfen haben, möchte ich abschließend noch eine andere Seite näher beleuchten: wir Fans lieben Elvis-Musik, logisch, doch welche Musik liebte Elvis?
Welche Platten aus dem Bereich schwarzer Musik legte sich Elvis auf, wenn er daheim in Graceland am Chillen war, wie man heute sagen würde, welche Künstler schätzte er besonders?


Elvis' Never Ending Love-Affair with Black Music
Ein Blick in seine privaten Blues-, Soul-, R&B-, Doo-Wop- u. Gospel-Platten


Wie sehr Elvis von „schwarzer“ Musik beeinflusst war bzw. wie sehr er sie ganz offensichtlich schon in seiner Jugend in sich aufgesogen hatte, offenbart ein Blick in seine private Plattensammlung. Persönlich war mir dieser Blick – man ahnt es schon - leider nicht vergönnt, doch seit die Nachlassverwaltung EPE eine entsprechende Katalogisierung vornahm und 1996 auf der CD-Rom "Virtual Graceland" öffentlich machte (siehe auch http://graceland.com oder http://www.elvisinfonet.com), kann sich der interessierte Fan einen groben Überblick verschaffen. Bei der Auswertung dieser allerdings recht lieblos erstellten Liste ohne jegliche Details habe ich leider viele Unstimmigkeiten festgestellt – so wurde manchen Künstlernamen entweder ein falscher oder gar kein Vorname zugeordnet, manche Songs wurden den falschen Künstlern zugesprochen (so nach dem Motto: Brown? Mmh, das kann ja nur der Godfather sein... ), und eine Unterscheidung in Singles und LPs wurde auch nicht vorgenommen. Offenbar hat man voraus gesetzt, dass Jeder, der auf diese Liste stößt, ein versierter Musikhistoriker ist und alle Platten kennt. Oder man hat sich gesagt, dass sich jeder Interessierte gefälligst selbst die ganze Arbeit machen kann – schließlich gibt es ja die Online-Suchmaschinen.
Da mich aber brennend interessiert hat, welche musikalischen Einflüsse (vor allem die „schwarzen“) aus Elvis den King geformt haben, war es mir ein Bedürfnis, der Sache auf den Grund zu gehen und durch entsprechende Recherchen einmal genau auseinander zu klamüsern, welche Platten Elvis denn nun in seiner privaten Sammlung hatte, um sie sich bei Bedarf jederzeit anhören zu können. Als Grundlage diente mir die besagte Liste mit über 1.000 Platten, der sehr informative, englischsprachige Artikel „The King and Hi-fi – Secrets of Elvis' Record Collection“ im Magazin „Record Collector“ (Ausgabe 298 vom Juni 2004) sowie ein Bericht über jene 26 Schallplatten aus Elvis' privater Sammlung, die der King im Januar 1968 während gemeinsamer Plattenaufnahmen im RCA Studio B in Nashville an Scotty Moore übergab, verbunden mit der Bitte, Scotty möge die 78er Schellack-Singles mit seinen Lieblingssongs in seinem privaten Tonstudio auf Reel-To-Reel-Tonbänder überspielen. Elvis' früherer Gitarrist erfüllte ihm den Wunsch, schickte nach getaner Arbeit das Band mit den Aufnahmen (von dem er vorsorglich eine Sicherungskopie zog) per Post an Elvis und bewahrte die Vinyls anschließend in seinem Studio in Nashville auf, bis Elvis sie laut Absprache von jemandem wieder abholen lassen würde. Ob Scotty die Reihenfolge der Songs (die immerhin auch aus anderen Stilbereichen kamen) nach eigenem Gutdünken bestimmte oder sich an eine Track List hielt, die Elvis ihm gab, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Aus irgend einem Grund wurden die Platten aber nicht abgeholt, obwohl Scotty wiederholt versucht hatte, Elvis zu kontaktieren. Nach dem heute legendären Comeback-Special, für dessen Produktion im kalifornischen Burbank Scotty und Elvis im Juni 1968 ein letztes Mal zusammen trafen, verblieben sie praktisch in seinem Besitz.
Bei dem Großteil der Platten handelte es sich – welch ein Glück - um Musik aus dem Bereich Blues/Soul/R&B; lediglich die Crickets, Tommy Edwards, Hank Snow, The Four Lads, Buddy Blake, Carl Perkins und das Billy Vaughn Orchestra wichen in stilistischer Hinsicht von dieser Linie ab.
Als Scottys Studio 1973 verkauft wurde, stieß er wieder auf die Platten und bewahrte sie fortan offenbar bei sich zu Hause auf.
Im Jahr 2010 entschied sich Scotty Moore dazu, diese besondere Plattenauswahl, die Elvis vermutlich einfach vergessen hatte, über ein britisches Auktionshaus in London versteigern zu lassen, doch leider habe ich keine Informationen darüber, in wie weit die Scheiben einen neuen Besitzer gefunden haben, oder ob die Nachlassverwaltung irgend welche Einwände dagegen hatte, da der rechtmäßige Besitzer der Platten ja praktisch Elvis war...



Eine überaus interessante Aufnahme: Elvis, Anfang 20, beim Stöbern in einem Schallplattengeschäft (man beachte seine ersten beiden LPs ganz rechts im Regal).
Mit steigendem Berühmtheitsgrad dürfte es wenig später wohl kaum noch möglich gewesen sein, unbehelligt nach interessanten Aufnahmen zu suchen, und so darf man wohl annehmen, dass Elvis spätestens ab 1957 jemanden aus seinem Umfeld mit einem „Wunschzettel“ los schicken musste, der ihm die gewünschten Platten dann mitbrachte. Andernfalls hätte Elvis wohl jedes Mal beim Besuch eines Plattenladens für einen Massenauflauf gesorgt, was vermutlich weniger amüsant ist, wenn man selbst der Prominente ist...

Wer die „Virtual Graceland“-Liste kennt und mal versucht hat, einzelne Singles zu identifizieren, weiß vermutlich, wie unbrauchbar bzw. irreführend einige der Angaben sind, doch der „Record Collector“-Artikel hat ja dann viel Licht ins Dunkel gebracht. Erweitert um die gerade angesprochenen Platten, die Elvis praktisch unfreiwillig „outgesourct“ hat, ergibt sich ein sehr interessanter Einblick in den persönlichen Musikgeschmack des King, und an dieser Stelle liegt es nahe, explizit die Platten schwarzer Künstler näher vorzustellen, also in erster Linie aus dem Bereich Blues/Soul/R&B, aber auch aus den verwandten Richtungen Doo-Wop (= mehrstimmiger Vokalgesang), Gospel oder Swing-Jazz. Die Grenzen sind hierbei nicht selten fließend, da so einige Künstler im Verlaufe ihrer Karriere eine gewisse stilistische Vielfalt entwickelten (siehe Elvis himself) und eine klare Trennung nicht immer vorgenommen werden kann. Deshalb können auch vereinzelt Platten auftauchen, die vordergründig balladesk (um nicht zu sagen schnulzenhaft) und eher nach Popmusik klingen, obwohl es sich bei allen genannten Platten um schwarze Künstler handelt.
Beim Thema Gospel habe ich mich ausschließlich auf schwarze Künstler konzentriert; der größere Anteil der Platten in Elvis' Sammlung (das hat mich etwas erstaunt) geht auf das Konto weißer Interpreten, Quartetts etc.
Den sog. Blue-Eyed Soul (also Soul von weißen Künstlern) habe ich ebenfalls außen vor gelassen, da ich ansonsten das Thema zu sehr verwässern würde.

Ich habe zwar weitestgehend versucht, die Singles in der „richtigen“ Reihenfolge aufzulisten - also erst die A-, dann die B-Seite - , doch bei einigen Platten kann es auch vorkommen, dass die B-Seite zuerst genannt wird (in diesen Fällen liegt die Vermutung nahe, dass Elvis den entsprechenden Titel bevorzugte).

Da trotzdem von einigen Unverbesserlichen der Vorwurf des Abschreibens zu erwarten ist, habe ich die verwendeten Quellen nachrecherchiert und um Details erweitert, die dort nicht zu finden waren. Dazu gehören neben ein paar selbst erstellten Grafiken zum Zwecke der Illustration die Track Lists der LPs und die B-Seiten der Singles, denn welcher Titel nun genau Elvis zum Kauf der jeweiligen Platte animiert hat, dürfte nicht zweifelsfrei zu klären sein, schätze ich. Vielleicht war er am jeweiligen Hit interessiert, vielleicht fand er aber auch die sog. Flip Side interessanter – who knows?!

Im übrigen sollte es nicht verwundern, dass sich hier viele Songs wiederfinden, die Elvis später gecovert hat, und die ich deshalb in den vorherigen Teilen schon thematisiert habe.

Vermutlich steckt auch in dieser Arbeit der eine oder andere „Fehler“, da ich mehrere Quellen verwendet habe, in denen nicht selten unterschiedliche Angaben gemacht werden. Wer Unstimmigkeiten entdecken sollte, kann diese selbstverständlich anmahnen (wenn möglich aber bitte mit Verweis auf die entsprechende Quelle), doch eine gezielte Fehlersuche unter Ausblendung des eigentlichen Themas sollte dabei nicht unbedingt im Vordergrund stehen.

Sollte inzwischen eine detaillierte Komplettliste der Presley'schen Plattensammlung vorliegen (wie ich irgendwo las, handelt es sich insgesamt um etwa 2.000 Schallplatten, die Elvis im Laufe der Jahre gesammelt haben soll – entweder selbst gekauft oder geschenkt bekommen), wäre ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar, denn zum gegenwärtigen Zeitpunkt beruht mein persönliches Wissen auf dem Stand von 2010.

Schauen wir uns nun also an, was die Privatperson Elvis Presley für Vorlieben hinsichtlich „schwarzer“ Musik hatte, was er sich in seinen eigenen vier Wänden (okay, bei ihm waren es deutlich mehr als nur vier) so auf den Plattenteller legte, um sich zu entspannen...
(Hört Ihr es auch schon knistern? )


Wann sich der heranwachsende Elvis seine ersten Scheiben kaufte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen; wahrscheinlich bekam er seine allerersten sogar geschenkt, denn die aus den 40er Jahren stammenden Schellacks, hauptsächlich Country- und Weihnachtsmusik, dürfte er wohl kaum selbst bezahlt haben.
Mit dem Umzug der Familie von Tupelo nach Memphis und den ersten Nebenverdiensten (z.B. als Kino-Platzanweiser) wird es dann allerdings nicht mehr lange gedauert haben, bis er die ersten eigenen Käufe tätigte...




Elvis mit Künstlerkollegen, deren Platten er sich privat kaufte.


Singles

aus der Schellack-Collection von Scotty Moore

Die folgenden 78er Singles übergab Elvis 1968 in Nashville an Scotty Moore:
1949 o. 1950: Ivory Joe Hunter - It's A Sin c/w Don't You Believe Me (MGM 10818) >>> R&B
1952: The Dominoes - That's What You Are Doing To Me c/w When The Swallows Come Back To Capistrano (Federal 12059) >>> Vocal
1952 (April): Lloyd Price - Lawdy Miss Clawdy c/w Mailman Blues (Specialty 428) >>> R&B
1952: Johnny Ace with The Beale Streeters - My Song c/w Follow The Rule (Duke 102) >>> R&B
1952: Brownie McGhee & His Jook Block Busters - I'm 10,000 Years Old c/w Cherry Red (Jax 312) >>> R&B
1953: Billy Ward With His Dominoes - Rags To Riches c/w Don't Thank Me (King 1280) >>> R&B
1953 (März?): Willie Mae "Big Mama" Thornton - Hound Dog c/w Night Mare (Peacock 1612) >>> R&B
1953: Roy Brown - Travelin' Man c/w Hurry Hurry Baby (King 4602) >>> R&B
1954 (Nov.): Roy Hamilton - Hurt c/w Star Of Love (Epic 9086) >>> Soul/Pop
1954 (Dez.): Ray Charles - I've Got A Woman c/w Come Back (Atlantic 1050) >>> R&B
1954 (Sept.): Sammy Davis Jr. - Because Of You Part 1 c/w Because Of You & 2 (Decca 29200) >>> Vocal Jazz/Soul/Pop
1954 (Nov.): Arthur Gunter - Baby Let's Play House c/w Blues After Hours (Excello 2047) >>> R&B
1955 (April): Fats Domino - Ain't It A Shame c/w La-La (Imperial 5348, 1955) >>> R&B
1956 (April): Louis Jones & His Band - Rock And Roll Bells c/w All Over, Goodbye (Peacock 1663) >>> R&B
1956 (Sept.): Fats Domino - Blueberry Hill c/w Honey Chile (Imperial 5407, 1956) >>> R&B
1956: Big Joe Turner - Corrine Corrina c/w Boogie Woogie Country Girl (Atlantic 1008) >>> R&B
1956 (Okt.): Ivory Joe Hunter - Since I Met You Baby c/w You Can't Stop This Rocking And Rolling (Atlantic 1111) >>> R&B
1957 (April): The Pearls - Your Cheatin' Heart c/w I Sure Need You (Onyx 510) >>> Vocal/Doo-Wop





Die folgenden drei Singles werden in der weiter oben erwähnten Hauptliste nicht aufgeführt; trotzdem hat sie der Artikel im „Record Collector“-Magazin als mutmaßlichen Bestandteil von Elvis' Sammlung deklariert.

Unter Vorbehalt:
1947: Arthur "Big Boy" Crudup – Crudup's After Hours c/w That's All Right (RCA Victor 20-2205) >>> R&B (10”)
1947: Roy Brown - Good Rockin' Tonight c/w Lolly Pop Mama (DeLuxe 1093) >>> R&B/Jump Blues (10”)
1953: Little Junior's Blue Flames (= Junior Parker) – Mystery Train c/w Love My Baby (Sun 192) >>> R&B/Electric Blues (7” o. 10”)


Ursprünglich wollte ich alle Singles in Schellacks (10", 78 rpm) und Vinyls (7", 45 rpm) unterteilen, doch in mehreren Fällen konnte ich wegen identischer Katalognummern keine eindeutige Unterscheidung vornehmen, weshalb ich alle folgenden Singles in einen Topf geworfen habe.


1950: Nellie Lutcher And Her Rhythm – That's A Plenty c/w I'll Never Get Tired (Capitol F 878) >>> R&B (7”)

1951: ?

1952 (Sept.): Lloyd Price – Oooh-Oooh-Oooh c/w Restless Heart (Specialty 440) >>> R&B/R&R (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl mit identischer Katalog-Nr. veröffentlicht
1952 (Dez.): Billy Ward & His Dominoes - Pedal Pushin' Papa c/w The Bells (Federal 12114) >>> R&B/Doo-Wop (10”-Schellack) >>> auch als 7"-Vinyl veröffentlicht (Federal 45-12114)
1952 (Dez.): The Diamonds - A Beggar For Your Kisses c/w Call, Baby, Call (Atlantic 981) >>> R&B/Vocal/Doo-Wop (10"-Schellack?) >>> auch als 7"-Vinyl veröffentlicht (Atlantic 45-981) >>> Nicht zu verwechseln mit der "weißen" Vocal-/Doo-Wop-Gruppe "The Diamonds" aus Kanada, von denen Elvis auch zwei Singles besaß
1953 (März): Lloyd Price & His Orchestra - What's The Matter Now? c/w So Long (Specialty 457) >>> R&B (10”-Schellack?) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Specialty SP-457-45)
1953 (Juli): The Orioles - Crying In The Chapel c/w Don't You Think I Ought To Know (Jubilee 5122) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Jubilee 45-5122)
1953 (Juli): The Prisonaires – Baby Please / Just Walkin' In The Rain (Sun 186) >>> Vocal/Doo-Wop (7” o. 10” möglich, da identische Katalog-Nr.)
1953 (Aug.): Faye Adams (with The Joe Morris Orchestra?) - Shake A Hand c/w I've Got To Leave You bzw. I've Gotta Leave You (Herald H-416) >>> R&B (7” oder 10” möglich, da identische Katalog-Nr.)
1953 (Nov.): Lightnin' Hopkins (als Lightening Hopkins) - Happy New Year c/w Merry Christmas (Decca 48306, 1953) >>> Blues/Christmas (7” o. 10” möglich, da identische Katalog-Nr.)

1954 (Jan.): Roy Hamilton - You'll Never Walk Alone c/w I'm Gonna Sit Right Down and Cry (Over You) (Epic 9015) >>> Soul/Pop (10”-Schellack)
1954 (Mai): The Eagles - Please, Please c/w Tryin' To Get To You (Mercuy 70391) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B (10”-Schellack?)
1954 (Juli): Ruth Brown & Her/The Rhythmakers - Oh What A Dream c/w Please Don't Freeze (Atlantic 1036) >>> R&B (10”-Schellack)
1954 (Nov.): Lowell Fulson - Reconsider Baby c/w I Believe I'll Give It Up (Checker 804) >>> R&B (7” o. 10” möglich, da identische Katalog-Nr.)
1954 (Nov.): The Drifters feat. Clyde McPhatter (& Bill Pinckney) - White Christmas c/w The Bells Of St. Mary's (Atlantic 1048) >>> Doo-Wop, Soul, Pop Soul, Rhythm & Blues, Christmas Music, Pop (10”-Schellack?)
1954 (Nov.): Charles Brown - Merry Christmas Baby c/w Sleigh Ride (gesungen von Lloyd Glenn?) (Hollywood 1021) >>> Blues/Christmas (10“-Schellack?) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Hollywood 45-1021) >>> re-release 1975 (Hollywood H-1021)
1954: Johnny Ace - Pledging My Love c/w No Money (Duke 136) >>> R&B
Unter der Katalog-Nr. Duke 136 finden sich insgesamt vier Singles: zwei 45er 7"-Vinyl-Singles wie gerade beschrieben (die eine von 1954, die andere vom Januar 1955), eine 10"-Schellack-Single von 1954 sowie eine weitere 7"-Vinyl-Single mit differenter B-Seite (Anymore) von 1960.
Welche dieser Singles Elvis nun tatsächlich in seiner Sammlung hatte, kann ich folglich nicht mit Sicherheit sagen.

1955 (Feb.): Billy Tate – You Told Me c/w Single Life (Imperial 5337) >>> R&B (10”-Schellack)
1955 (Feb.): The Clovers - Blue Velvet c/w If You Love Me (Why Don't You Tell Me So) (Atlantic 1052) >>> Vocal/Doo-Wop (10”-Schellack?) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Atlantic 45-1052)
1955 (Feb.): Little Walter & His Jukes - My Babe c/w Thunder Bird (Checker 811) >>> R&B (7”-Vinyl o. 10”-Schellack, da identische Katalog-Nr.; Schreibweise auf 7”: Thunder Bird, auf 10”: Thunderbird)
1955 (Feb.): Joe Turner & His Blues Kings - Flip, Flop And Fly c/w Ti-Ri-Lee (Atlantic 1053) >>> R&B (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Atlantic 45-1053)
1955 (März): The Marigolds – Rollin' Stone c/w Why Don't You (Excello 2057) >>> Vocal/Doo-Wop (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Excello 45-2057)
1955 (März): Roy Hamilton - Unchained Melody c/w From Here To Eternity (Epic 9102) >>> Soul/Pop (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Epic 5-9102)
1955 (April): Ruth Brown & Her Rhythmakers (with Orchestra) - I Can See Everybody's Baby c/w As Long As I'm Moving (Atlantic 1059) >>> R&B (10”-Schellack?) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (45-1059)
1955 (Juni): The Platters - Only You (And You Alone) c/w Bark, Battle And Ball (Mercury 70633) >>> Vocal/Doo-Wop (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Mercury 70633x45)
1955 (Sept.): The Spiders – Witchcraft c/w Is It True? (Imperial 5366) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B (10”-Schellack) >>> auch als 7”-Vinyl veröffentlicht (Imperial X5366)
1955 (April): The Jacks – Why Don't You Write Me? c/w My Darling (RPM 45x428) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B
Unter der gleichen Katalog-Nr. existiert auch eine Single mit differenter B-Seite (Smack Dab In The Middle statt My Darling), ebenfalls von 1955, die es sowohl als 10"-Schellack- als auch als 7"-Vinyl-Variante gab.

1956 (März): The Soul Stirrers - Wonderful c/w Farther Along (Specialty SP-892) >>> Gospel/Soul (7”?) >>> auch als 10”-Schellack veröffentlicht (Specialty XSP-892)
1956 (Juli): Fats Domino - When My Dreamboat Comes Home c/w So Long (Imperial 5396) >>> R&B (10”-Schellack)
1956 (Sept.): LaVern Baker - Still c/w I Can't Love You Enough (Atlantic 45-1104) >>> R&B (7")

1957 (Jan.): The Dell-Vikings – Come Go With Me c/w How Can I Find True Love (Dot 15538) >>> Vocal/Doo-Wop (10"-Schellack) >>> auch als 7"-Vinyl-Single veröffentlicht (Dot 45-15538)
1957 (Feb.): Fats Domino - I'm Walkin' c/w I'm In The Mood For Love (Imperial 5428) >>> R&B (10” o. 7", da identische Katalog-Nr.)
1957 (Feb.): Johnny Mathis – Warm And Tender c/w It's Not For Me To Say (Columbia 40851) >>> Pop Soul (10"-Schellack?)
1957 (Juni): Chuck Berry - Oh Baby Doll c/w Lajaunda (spanisch) (Chess 1664) >>> R&B/Rock & Roll (7" oder 10", da identische Katalog-Nr.)
1957 (Juli): Arthur Prysock – Too Long I've Waited c/w Bye Bye Baby (Peacock 5-1676) >>> R&B (7")
1957 (Aug.): The Dubs – Could This Be Magic c/w Such Lovin' (Gone 5011) >>> Vocal/Doo-Wop (7" oder 10", da identische Katalog-Nr.)
1957 (Sept.): Little Richard - Keep A Knockin' c/w Can't Believe You Wanna Leave (Specialty 611) >>> R&B/Rock & Roll (7" o. 10", da identische Katalog-Nr.)
1957 (Dez.): The Platters - Helpless c/w Indiff'rent (Mercury 71246) >>> Vocal/Doo-Wop (10”-Schellack)

1958 (Jan.): Harry Belafonte – The Marching Saints c/w Did You Hear About Jerry (RCA Victor 47-7176) >>> Gospel (7"?)
1958: The Harmonizing Four – Go Down Moses c/w When I've Done My Best (Vee-Jay VJ 864) >>> Gospel (7" o. 10", da identische Katalog-Nr.)
1958 (Aug.): Chuck Berry - Carol c/w Hey Pedro (Chess 1700) >>> R&B/Rock & Roll (7" o. 10", da identische Katalog-Nr.)





Bei den folgenden Singles dürfte es sich ausschließlich um 45er Vinyl-Singles (7") handeln:

1959 (Mai): Ruth Brown - I Can't Hear A Word That You Say c/w Jack O'Diamonds (Atlantic 45-2026) >>> R&B (7")
1959 (April): Fats Domino - I'm Ready c/w Margie (Imperial X5585) >>> R&B (7")
1959 (April): Nat “King” Cole – I Must Be Dreaming c/w You Made Me Love You (Capitol F4184) >>> Swing/Pop (7")
1959 (Aug.): The Coasters – Poison Ivy / I'm A Hog For You (Arco 6146) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B
1959 (Aug.): Valerie Carr - I'm Only Asking c/w The Way To My Heart (Roulette R-4181) >>> Jazz/Blues/Pop (7")
1959 (Okt.): Clyde McPhatter - Bless You c/w Let's Try Again (MGM K12843) >>> Soul (7")

1960 (März): Bill Johnson with The Gene Lowery Singers - Bobaloo c/w Bad Times Ahead (Sun 340) >>> R&B
1960 (Juni): Dinah Washington – This Bitter Earth c/w I Understand (Mercury 71635X45) >>> Blues
1960 (Juni): Nat King Cole with Stan Kenton & Orchestra - My Love c/w Steady (Capitol 4393) >>> Swing/Pop
Eine Vinyl-Single mit anderem Inhalt (Too Young To Go Steady c/w Never Let Me Go) brachte Nat "King" Cole bereits im März 1956 heraus (Capitol F3390), doch womöglich handelt es sich dabei um eine andere Platte (die Hauptliste erwähnt leider nur "Steady").
1960 (Juli): Clyde McPhatter - Ta Ta c/w I Ain't Giving Up Nothin' (If I Can't Get Something From You) (Mercury 71660x45) >>> Soul/R&B
1960 (Juli): Sam Cooke - Chain Gang c/w I Fall In Love Every Day (RCA Victor 47-7783) >>> Soul
1960 (Sept.): Joe Jones & His Orchestra – You Talk Too Much c/w I Love You Still (Roulette R-4304) >>> R&B
1960 (Sept.): Jackie Wilson - Alone At Last c/w Am I The Man (Brunswick 9-55170) >>> Soul
1960 (Nov.): Ray Charles - Ruby c/w Hardhearted Hannah (ABC-Paramount 45-10164) >>> R&B/Soul

1961 (Jan.): Clarence "Frogman" Henry - (I Don't Know Why) But I Do c/w Just My Baby And Me (Argo 5378) >>> R&B
1961: Thelma Carpenter - My Imagination c/w Heartaches (Coral 62272) >>> Swing/Blues/Pop
1961: The “5” Royales - Take Me With You Baby c/w Not Going To Cry (Home of the Blues 232) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B
1961 (Mai): Ruth Brown - Anyone But You c/w It Tears Me All To Pieces (Atlantic 2104) >>> R&B
1961 (Aug.): Jimmy Reed - I'm Mr. Luck c/w Bright Lights Big City (VeeJay 398) >>> Blues
1961 (Aug.): Ray Charles - Hit The Road Jack c/w The Danger Zone (ABC-Paramount 45-10244) >>> R&B (7")
1961 (Sept.): Ben E. King - Young Boy Blues c/w Here Comes The Night (Atco 6207) >>> Soul
1961 (Nov.): Johnny Mathis – Christmas Eve c/w My Kind Of Christmas (Columbia 4-42238) >>> Christmas/Pop Soul
1961 (Nov.): Don Shirley – Drown In My Own Tears c/w The Lonesome Road (Cadence 1408) >>> Jazz/Pop
1961 (Dez.): Freddy King - Christmas Tears c/w I Hear Jingle Bells (Federal 12439) >>> R&B/Christmas

1962 (Jan.): Ben E. King - Yes c/w Ecstasy (Atco 6215) >>> Soul
1962 (Jan.): The Eventuals – Charlie Chan c/w Just The Things That You Do (OKeh 4-7142) >>> Vocal/Doo-Wop/Soul
1962 (Feb.): LaVern Baker - Must I Cry Again c/w No Love So True (Atlantic 2137) >>> R&B
1962 (Feb.): The Drifters - When My Little Girl Is Smiling c/w Mexican Divorce (Atlantic 2134) >>> Vocal /Doo-Wop
1962 (Feb.): Jewel Brown - Looking Back c/w I Ain't Givin' Up Nothing (If I Can't Get Somethin' From You) (Liberty 55422) >>> Jazz/Blues/Pop
1962 (März): The "5" Royales - Help Me Somebody c/w Talk About My Woman (Vee-Jay VJ 431) >>> Jump Blues, Doo Wop, Vocal
1962 (März): Jimmy Anderson & The Joy Jumpers – I Wanna Boogie c/w Angel Please (Dot 16341) >>> Blues
1962 (März): Jackie Wilson - Sing c/w Hearts (Brunswick 55225) >>> Soul
1962 (April): The Olympics – The Scotch c/w Baby, It's Hot (Arvee A 5056) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B
1962 (April): Johnny Nash – Don't Take Away Your Love c/w Moment Of Weakness (Warner Bros. 5270) >>> Soul
1962 (Mai): The Dells - God Bless The Child c/w I'm Going Home (Argo 5415) >>> Vocal/Doo-Wop/Soul
1962 (Mai): Jewel Brown - I Must Be Dreaming c/w If You Have No Real Objections (Liberty 55458) >>> Jazz/Blues/Pop
1962: B.B. King - Gonna Miss You Around Here c/w Hully Gully Twist (Kent 372) >>> Blues
1962 (Juli): Dr. Feelgood & The Interns - What's Up Doc c/w Right String But The Wrong Yo-Yo (Okeh 7153) >>> Blues
1962 (Juli): Chuck Jackson – I Keep Forgettin' c/w Who's Gonna Pick Up The Pieces (Wand 126) >>> Soul
1962 (Juli): The Wanderers – As Time Goes By c/w There Is No Greater Love (MGM K13082) >>> Vocal/Doo-Wop >>> abweichendes Label: Cub Records K 9109, Mai 1962
1962 (Aug.): Bobby "Blue" Bland - Stormy Monday Blues c/w Your Friends (Duke 355) >>> Blues
1962 (Sept.): Fats Domino - Did You Ever See A Dream Walking c/w Stop The Clock (Imperial 5875, 1962) >>> R&B
1962 (Sept.): Jimmy Reed - Too Much c/w I'll Change My Style (VeeJay 459) >>> Blues
1962 (Okt.): Clyde McPhatter - Stop c/w The Best Man Cried (Mercury 72051) >>> Soul
1962 (Okt.): Lloyd Price - Happy Birthday Mama c/w Under Your Spell Again (ABC-Paramount 10372) >>> Soul
1962 (Okt.): Dionne Warwick – Don't Make Me Over c/w I Smiled Yesterday (Scepter 1239) >>> Pop Soul
1962 (Okt.): Chuck Jackson - Getting Ready For The Heartbreak c/w In Between Tears (Wand 128) >>> Soul
1962 (Nov.): Joe Tex - I Let Her Get Away c/w The Peck (Dial 3009) >>> R&B/Soul
1962 (Nov.): Ray Charles - You Are My Sunshine c/w Your Cheating Heart (ABC-Paramount 10375) >>> R&B/Country Soul
1962 (Nov.): The Shirelles – Everybody Loves A Lover c/w I Don't Think So (Scepter 1243) >>> Vocal/Doo-Wop/R&B/Pop Soul





1963 (März): Etta James - Pushover c/w I Can't Hold It In Anymore (Argo 5437) >>> R&B/Soul
1963 (Nov.): Jackie Wilson - Silent Night c/w O Holy Night (Brunswick 55254) >>> Soul/Pop/Christmas
1963 (Nov.): Jimmy Reed - Out Skirts Of Town c/w St. Louis Blues (VeeJay VJ 570) >>> Harmonica Blues, Chicago Blues, Electric Blues

1964 (März): Willie Mitchell – 20-75 c/w Secret Home (Hi 45-2075) >>> R&B/Southern Soul
1964 (April): Dionne Warwick - Walk On By c/w Any Old Time Of Day (Scepter 1274) >>> Pop Soul
1964 (Mai): Rufus & Carla (Thomas) - Night Time Is The Right Time c/w That's Really Some Good (Stax 151) >>> Southern Soul
1964 (Mai): Bobby "Blue" Bland - Share Your Love With Me c/w After It's Too Late (Duke 377) >>> Blues
1964 (Aug.): Fats Domino - Sally Was A Good Old Girl c/w For You (ABC-Paramount 45-10584) >>> R&B
1964 (Okt.): Fats Domino - Kansas City c/w Heartbreak Hill (ABC-Paramount 45-10596) >>> R&B/Ballad
1964 (Nov.): The Impressions - Amen c/w Long, Long Winter (ABC-Paramount 45-10602) >>> Folk Gospel/R&B
1964 (Nov.): Aretha Franklin - Winter Wonderland c/w The Christmas Song (Chesnuts Roasting On An Open Fire) (Columbia 43177) >>> Christmas/Soul

1965 (Jan.): Otis Redding - Mr. Pitiful c/w That's How Strong My Love Is (Volt V-124) >>> Southern Soul
1965 (Jan.): Jr. Walker & The All Stars - Shotgun c/w Hot Cha (Instrumental) (Soul S-35008) >>> Northern Soul
1965 (März): Chuck Berry - Lonely School Days c/w Dear Dad (Chess 1926) >>> R&B
1965 (Sept.): Fats Domino - It's Never Too Late c/w What's That You Got? (Mercury 72485, 1965) >>> R&B
1965: Tommy Louis & The Rythm Rockers – The Hurt Is On c/w I Love You So (Muriel M-1001) >>> West Coast Soul

1966 (März): Percy Sledge - When A Man Loves A Woman c/w Love Me Like You Mean It (Atlantic 45-2326) >>> Southern Soul
1966 (April): James Brown & The Famous Flames - It's A Man's Man's Man's World c/w Is It Yes Or Is It No? (King 45-6035) >>> Soul
1966 (Dez.): Little Milton - Feel So Bad c/w You Colored My Blues Bright (Checker 1162) >>> Blues

1967 (Mai): Oscar Toney, Jr. – For Your Precious Love c/w Ain't That True Love (Bell 672) >>> Southern Soul
1967 (Mai): Stevie Wonder – I Was Made To Love Her c/w Hold Me (Tamla T-54151) >>> Northern Soul
1967 (Mai): "Smokey" Robinson & The Miracles - More Love c/w Swept For You Baby (Tamla 54152) >>> Northern Soul
1967 (Juli): Jackie Wilson - (Your Love Keeps Lifting Me) Higher And Higher c/w I'm The One To Do It (Brunswick 55336) >>> R&B, Soul
1967 (Juli): Aretha Franklin - Going Down Slow c/w Baby I Love You (Atlantic 2427) >>> Southern Soul
1967 (Juli): Joe Tex - A Woman's Hands c/w C.C. Rider (Dial 4061) >>> Southern Soul
1967 (Aug.): Ray Charles - In The Heat Of The Night c/w Something's Got To Change (ABC 45-10970) >>> Soul/Blues
1967 (Aug.): Sam & Dave - Soul Man c/w May I Baby (Stax S-231) >>> Southern Soul
1967 (Nov.): Lou Rawls - Little Drummer Boy c/w The Power Of Love (Capitol K 23 653) >>> Soul/R&B





1968 (Mai): Clarence Carter - Slip Away c/w Funky Fever (Atlantic 2508) >>> Southern Soul
1968 (Juli): Betty Wright - Girls Can't Do What The Guys Do c/w Sweet Lovin' Daddy (Alston 45-4569) >>> Southern Soul
1968 (Aug.): Clyde McPhatter - Only A Fool c/w Thank You Love (Deram 85032) >>> Soul
1968 (Aug.): Dionne Warwick – Who Is Gonna Love Me c/w (There's) Always Something There To Remind Me (Scepter SCE-12226) >>> Pop Soul

1969 (Feb.): Clarence Carter - Snatchin' It Back c/w Making Love (At The Dark End Of The Street) (Atlantic A-2605) >>> R&B/Soul
1969 (Juni): Johnny Adams - Reconsider Me c/w If I Could See You One More Time (SSS International SSS-770) >>> Southern Soul
unter Vorbehalt:
1969 (Nov.): The Impressions - Amen (1970) c/w Wherever She Leadeth Me (Curtom CR 1948) >>> Soul
In der Hauptliste der EPE wird die „Amen“-Single der Impressions zweimal aufgeführt, so dass es theoretisch sein könnte, dass Elvis neben dem Original auch das 1969 aufgenommene Remake besaß.

1971 (Nov.): Al Green - Let's Stay Together c/w Tomorrow's Dream (Hi 45-2202) >>> Southern Soul

1972 (Juni): The Temptations – Mother Nature c/w Funky Music Sho Nuff Turns Me On (Gordy G 7119F) >>> Northern Soul
1972 (Juni): Albert King - I'll Play The Blues For You Pt. 1 (3:35 min) c/w I'll Play The Blues For You Pt. 2 (3:55 min) (Stax STA-0135) >>> Chicago Blues
1972 (Juni): The Rance Allen Group – There's Gonna Be A Showdown c/w That Will Be Good Enough For Me (The Gospel Truth GTA-1204) >>> Gospel, Soul
1972 (Juni): The Emotions - I Could Never Be Happy / I've Fallen in Love (Volt 4083) >>> Southern Soul
1972 (Nov.): Carla Thomas - Sugar c/w I May Not Be All You Want (But I'm All You Got) (Stax STA-0149) >>> Southern Soul

1973: ?

1974 (Sept.): Gloria Gaynor - Never Can Say Goodbye c/w We Just Can't Make It (MGM 14748) >>> Soul/Disco

1975 (Feb.): Al Green - L-O-V-E c/w I Wish You Were Here (With Me) (Hi 5N-2282) >>> Southern Soul

1976: Ray Charles - America The Beautiful c/w Sunshine (CrossOver CR 985) >>> R&B

1977: ?


EPs




Sonny Terry & Brownie McGhee: The Bluest
(Pye Jazz NJE 1060, Oktober 1958 - UK)
A-Seite: 1. Woman's Lover Blues*, 2. Black Horse Blues****
B-Seite: 1. Auto-Mechanic Blues**, 2. Wholesale And Retail***

Original-US-VÖs:
* Woman Lover Blues (c/w Easy Ridin' Buggy, Savoy 5534, 1944) >>> McGhee & Terry
** Auto-Mechanic Blues (c/w Country Boy Boogie, Savoy 5538, 1947) >>> McGhee
*** Wholesale And Retail (c/w Dreaming And Crying, Savoy 704, 1948) >>> McGhee
**** Black Horse Blues (c/w Goin' Down Slow, Jax 309, 1952) >>> Terry

Offenbar gab es diese EP nur als englische Pressung, woraus man wohl schlussfolgern kann, dass Elvis sie sich aus Europa mitgebracht hat, wo er bekanntlich von Ende Oktober 1958 bis Anfang März 1960 als G.I. in Deutschland stationiert war.
Die Möglichkeit des Kaufens von ausländischen/europäischen Schallplatten wird übrigens noch wahrscheinlicher, wenn man an die Fotos aus dieser Zeit denkt, auf denen Private Presley in Uniform beim Musikhören mittels eines portablen Plattenspielers zu sehen ist. Theoretisch wäre es also möglich, dass sich noch weitere Vinyls aus Übersee aus dem Zeitraum bis ca. Februar 1960 in jenem Teil seiner Plattensammlung befinden, der bisher noch nicht katalogisiert wurde.

Soweit mir bekannt, ist dies die einzige (bisher öffentlich gemachte) EP mit „schwarzer“ Musik in Elvis' Sammlung. Von Dionne Warwicks Hit „Walk On By“ (siehe Singles) gab es 1964 zwar auch eine gleichnamige EP (Scepter/Vogue EPL 8229, c/w Put Yourself In My Place, I Could Make You Mine u. Shall I Tell Her), doch der Artikel im „Record Collector“ führt die Katalognummer der Single auf.


unter Vorbehalt:
In der Hauptliste wurde dem Golden Gate Quartet eine Gospel-Platte mit dem Titel Joshua Fit De Battle Of Jericho zugeordnet, doch da kein Format angegeben ist, kommen mehrere Vinyls in Frage:

The Golden Gate Quartet Sings Great Spirituals (EP, Columbia SEG 7700, 1957 – UK)
A1: Joshua Fit De Battle of Jericho
A2: Nobody Knows The Trouble I've Seen
B1: Go Down Moses
B2: Swing Down Chariot
Eine deutsche EP mit gleichem Inhalt trug den Titel „The Golden Gate Quartet 1“ (Columbia C 40 241 / SEGW 7700), doch der erste Song wurde mit „Fit The Battle“ statt „Fit De Battle“ geschrieben, weshalb ich diese Pressung eher ausschließen würde.
oder
Golden Gate Quartet – Spirituals (EP, Fontana 462 047 TE, 1958 - Niederlande)
A1: Joshua Fit De Battle Of Jericho
A2: Swing Down, Chariot
B1: Blind Barnabus
B2: Shadrack
oder
Golden Gate Quartet – Joshua Fit De Battle Of Jericho c/w Shadrack (Fontana 271 142 TF, April 1960 - Niederlande)
oder
Golden Gate Quartet - Swing Down, Chariot c/w Joshua Fit The Battle Of Jericho (10"-Schellack, Columbia D.C. 505 - UK) >>> VÖ-Jahr nicht bekannt
(eher dagegen spricht mMn auch hier „Fit The Battle“ statt „Fit De Battle“)

Eine US-Pressung konnte ich nicht ausfindig machen (weder Single noch EP); mglw. gab es keine.


LPs


Aretha Franklin: The Gospel Soul Of Aretha Franklin
(Checker Gospel Series LP10009, Juni 1956) >>> Gospel
Seite 1: 1. There Is A Fountain Filled With Blood, 2. Precious Lord (Part One), 3. Precious Lord (Part Two), 4. You Grow Closer, 5. Never Grow Old
Seite 2: 1. The Day Is Past And Gone, 2. He Will Wash You White As Snow, 3. While The Blood Runs Warm, 4. Yield Not To Temptation


The Trumpeteers: Milky White Way (Grand LP 7701) ???
Laut dem Artikel im “Record Collector”-Magazin handelt es sich bei der Platte in Elvis' privater Sammlung um die LP “Milky White Way“ (Grand LP 7701), doch hier ist mglw. etwas durcheinander geraten.
Die Compilation-LP „Milky White Way“ der Trumpeteers gab es zwar, allerdings mit einer anderen Label-Bezeichnung (Score SLP-4021, 1958) >>> Blues, Gospel
Seite 1: 1. Milky White Way, 2. Got A Home In The Clouds, 3. Call Me, 4. Job-Satan, 5. Noah, 6. Just A Little Talk With Jesus
Seite 2: 1. Live The Life I Sing About, 2. Saints Go Marching In, 3. Lord Ease My Troublin' Mind, 4. Run On, 5. My Life Is In His Hands, 6. Handwriting On The Wall
(Die Aufnahmen wurden bei drei verschiedenen Sessions in den Jahren 1947, 1949 and 1950 eingespielt)

Eine LP mit der Label-Bezeichnung Grand LP 7701 gibt es zwar auch, doch diese trägt den Titel „The Last Supper“ (Das letzte Abendmahl). Laut den Cover-Credits ist es ein Album der Trumpeteers; tatsächlich aber befinden sich auch drei Aufnahmen von The Southern Tones darauf. Die Songs entstanden wahrscheinlich 1955 bei King Records, wurden aber an Grand Records entweder verkauft oder vermietet/verpachtet, denn in den späten 50ern erschien die LP dann auf dem Grand-Label. Das geht zumindest aus der Gospel Discography von Laughton & Hayes hervor.
Für alle Fälle sei auch die Track List dieser LP erwähnt:
Seite 1: 1. The Last Supper, 2. So Many Years, 3. Swing Down Chariot (alle von The Trumpeteers), 4. Blessed Jesus Hold My Hand, 5. Jesus In Heaven (beide von The Southern Tones)
Seite 2: 1. Milky White Way, Part 2, 2. Don't Take Everybody For A Friend, 3. Trails Get Harder (alle von The Trumpeteers), 4. Every Day And Every Hour (The Southern Tones), 5. Since Jesus Came Into My Heart (The Trumpeteers)




Duke Ellington & His Orchestra: Newport 1958
(Columbia CL 1245, 1958) >>> >>> Bop, Post Bop, Big Band, Contemporary Jazz, Cool Jazz
Seite 1: 1. Just Scratchin' the Surface (live), 2. El Gato (studio), 3. Happy Reunion (studio), 4. Multi-Colored Blue (studio), 5. Princess Blue (studio)
Seite 2: 1. Jazz Festival Jazz (studio), 2. Mr. Gentle And Mr. Cool (studio), 3. Juniflip (studio), 4. Prima Bara Dubla (live), 5. Hi Fi Fo Fum (studio)

Wie ich gelesen habe, sind tatsächlich nur zwei der Songs ("Just Scratchin' the Surface" und "Prima Bara Dubla") am 3. Juli 1958 live beim Newport Jazz Festival mitgeschnitten worden; alle anderen hat der "Duke" am 21. Juli 1958 im Columbia 30th Street Studio in New York neu eingespielt und nachträglich Applaus und Zuschauergeräusche aus Newport darüber gelegt, um eine bestmögliche Soundqualität zu erzielen, da er mit dem Original-Live-Mitschnitt offenbar unzufrieden war.
Inzwischen ist aber auch der gesamte Newport-Auftritt auf CD erhältlich.


The Clovers: Dance Party
(Atlantic 8034, 1959) >>> Vocal/Doo-Wop/Rock & Roll
Seite 1: 1. Love Bug, 2. All About You, 3. If I Could Be Loved By You, 4. So Young, 5. Down In The Alley, 6. Nip Sip
Seite 2: 1. I, I, I Love You, 2. In The Morning Time, 3. Your Tender Lips, 4. Fool, Fool, Fool, 5. Wishing For Your Love, 6. There's No Tomorrow


J. Robert Bradley: God's Amazing Grace – The Gifted Voice of J. Robert Bradley
(Decca DL 4043, 1960 - Mono)
Seite 1: 1. I'll Tell It Wherever I Go, 2. Watching And Waiting, 3. You've Got To Love Everybody, 4. The Lord Is My Shepherd, 5. God's Amazing Grace, 6. Jesus Loves Me
Seite 2: 1. He Knows Just How Much You Can Bear, 2. Recompense, 3. In The End, 4. If I Can Help Somebody, 5. King Jesus Will Roll All Burdens Away, 6. 'Twill Be Glory

Mahalia Jackson soll einmal gesagt haben, dass Bradley die großartigste Stimme hätte, die sie jemals gehört habe.


Mahalia Jackson: Everytime I Feel The Spirit
(Columbia CL 1643, 1961 - Mono) >>> Gospel
Seite 1: 1. Little David Play On Your Harp, 2. The Love Of God, 3. I Want To Be A Christian, 4. Rockin' In Jerusalem, 5. Trail To Heaven
Seite 2: 1. I Know Prayer Changes Things, 2. The Only Hope We Have, 3. What A Difference Since My Heart's Been Changed, 4. Everytime I Feel The Spirit I Pray, 5. Have You Any Time For Jesus


Fats Domino: What A Party!
(Imperial LP 9164, 1962 >>> re-release 1964) >>> R&B/Rock & Roll
Seite 1: 1. Did You Ever See A Dream Walking, 2. Rockin' Bicycle, 3. Before I Grow Too Old, 4. Ain't Gonna Do It, 5. Bad Luck And Trouble, 6. Hold Hands
Seite 2: 1. Trouble In Mind, 2. Coquette, 3. What A Party, 4. I Just Cry, 5. I've Been Calling, 6. Tell Me That You Love Me


Lightnin' Hopkins: Mojo Hand
(Fire 104, 1962 - Mono) >>> Blues
Seite 1: 1. Mojo Hand, 2. Coffee For Mama, 3. Awful Dream, 4. Black Mare Trot, 5. Have You Ever Loved A Woman
Seite 2: 1. Glory Bee, 2. Sometimes She Will, 3. Shine On, Moon!, 4. Santa

Lightnin' Hopkins: Lightnin' Strikes
(Prestige PRS7811) ???
Möglicherweise hat sich bei der Listenerstellung für den "Record Collector"-Artikel hinsichtlich dieser zweiten LP von Lightnin' Hopkins ein Fehler eingeschlichen, denn die Label-Bezeichnung Prestige PRS7811 gehört zur re-masterten Stereo-Version der LP "Lightnin' (The Blues Of Lightnin' Hopkins)", die 1970 heraus kam; die ursprüngliche „Lightnin'“-LP (Prestige Bluesville BV-1019, Mono) erschien bereits 1961, beide mit folgendem Inhalt:
Seite 1: 1. Automobile Blues, 2. You Better Watch Yourself, 3. Mean Old Frisco, 4. Shinin' Moon, 5. Come Back Baby
Seite 2: 1. Thinkin' 'Bout An Old Fried, 2. The Walkin' Blues, 3. Back To New Orleans, 4. Katie Mae, 5. Down There Baby

Von der "Lightnin' Strikes"-LP, die auch in der Hauptliste aufgeführt ist, fand ich vier verschiedene US-Pressungen mit z.T. abweichendem Inhalt:
Vee-Jay VJLP 1044 (Mono) bzw. VJS 1044 (Stereo, beide 1962):
Seite 1: 1. Got Me A Louisiana Woman, 2. Want To Come Home, 3. Please Don't Quit Me, 4. Devil Is Watching You, 5. Rolling And Rolling
Seite 2: 1. War Is Starting Again, 2. Walking Round In Circle, 3. Mary Lou, 4. Heavy Snow, 5. Coon Is Hard To Catch

Tradition TR 2103 (1965, Stereo),
Verve Forecast FTS-3031 (1966, Stereo),
Verve Folkways FV-9022 (Mono) bzw. FVS-9022 (Stereo, beide 1966):
Seite 1: 1. Mojo Hand, 2. Little Wail, 3. Cotton, 4. Take Me Back, 5. Nothin' But The Blues
Seite 2: 1. Hurricane Betsy, 2. Guitar Lightnin', 3. Woke Up This Morning, 4. Shake Yourself




Somit bleibt zunächst fraglich, welche dieser Platten Elvis in seiner Sammlung hatte – eine davon dürfte aber sehr wahrscheinlich die richtige sein...


Duke Ellington: Piano In The Foreground
(Columbia CS 8829/Stereo oder CL 2029/Mono, 1963) >>> Swing/Jazz
Seite 1: 1. I Can't Get Started, 2. Cong-Go, 3. Body And Soul, 4. Blues For Jerry, 5. Fontainebleau Forest
Seite 2: 1. Summertime, 2. It's Bad To Be Forgotten, 3. A Hundred Dreams Ago, 4. So, 5. Searching (Pleading For Love), 6. Springtime in Africa

An der Einspielung am 1./2. März 1961 im Radio Recorders Annex, Los Angeles, waren nur drei Musiker beteiligt: Duke Ellington am Piano, Aaron Bell am Double Bass und Sam Woodyard am Schlagzeug, was der Platte – im Vergleich zum Orchester-Sound – einen fast schon intimen Charakter verleiht.
Mglw. fand Elvis (falls er sich das Album selbst gekauft hat und nicht geschenkt bekam) vor allem Gefallen an dem Stück „Summertime“, das dem Film-Fan damals in der Verfilmung von „Porgy And Bess“ (1959) aufgefallen sein könnte.


Chuck Berry: Chuck Berry's Greatest Hits
(Chess 1485, 1964 - Mono) >>> R&B/Rock & Roll
Seite 1: 1. Roll Over Beethoven, 2. School Days, 3. Rock And Roll Music, 4. Too Much Monkey Business, 5. Johnny B. Goode, 6. Oh, Baby Doll
Seite 2: 1. Nadine, 2. Maybelline, 3. Memphis, 4. Sweet Little Sixteen, 5. Thirty Days, 6. Brown Eyed Handsome Man


B. B. King: Rock Me Baby - 14 Great Hits
(Kent 393, 1964) >>> Blues
Seite 1: 1. Rock Me Baby, 2. Every Day I Have The Blues, 3. Woke Up This Morning, 4. You Upset Me, Baby, 5. When My Heart Beats Like A Hammer, 6. Sneakin' Around, 7. Sweet Little Angel
Seite 2: 1. Please Love Me, 2. Sweet Sixteen (Pt.1 & Pt.2), 3. 3 O'Clock Blues, 4. You Know I Love You, 5. Bad Case Of Love, 6. Ten Long Years


Odetta: Odetta Sings Dylan
(RCA Victor LPM3324, 1965) >>> Folk Blues
Seite 1: 1. Baby, I'm In The Mood For You, 2. Long Ago, Far Away, 3. Don't Think Twice, It's Allright, 4. Tomorrow Is A Long Time, 5. Masters Of War
Seite 2: 1. Walkin' Down The Line, 2. The Times They Are A Changin', 3. With God On Our Side, 4. Long Time Gone, 5. Mr Tambourine Man

Offenbar war es die auf diesem Album befindliche Version von Tomorrow Is A Long Time, die Elvis zu einer Cover-Version inspirierte, nicht das Original von Dylan. “His Bobness” adelte dann aber genau diese Elvis-Fassung als die beste ihm bekannte Cover-Version eines seiner Songs – zumindest wird es so schon seit vielen Jahren kolportiert.


Sam Cooke: Shake
(RCA Victor LPM 3367, 1965 - Mono) >>> R&B/Soul
Seite 1: 1. Shake, 2. Yeah Man, 3. Win Your Love For Me, 4. Love You Most Of All, 5. Meet Me At Mary's Place, 6. It's Got The Whole World Shakin'
Seite 2: 1. A Change Is Gonna Come, 2. I'm In The Mood For Love, 3. You're Nobody Till Somebody Loves You, 4. Comes Love, 5. I'm Just A Country Boy, 6. (Somebody) Ease My Troublin' Mind


The Supremes: Merry Christmas
(Motown MS-638, November 1965) >>> Soul/Christmas
Seite 1: 1. White Christmas, 2. Silver Bells, 3. Born of Mary, 4. Children's Christmas Song, 5. The Little Drummer Boy, 6. My Christmas Tree
Seite 2: 1. Rudolph the Red-Nosed Reindeer, 2. Santa Claus Is Coming to Town, 3. My Favorite Things, 4. Twinkle Twinkle Little Me, 5. Little Bright Star, 6. Joy to the World


Ray Charles: Crying Time
(ABC-Paramount ABCS544, 1966 - Stereo) >>> R&B/Soul
Seite 1: 1. Crying Time, 2. No Use Crying, 3. Let's Go Get Stoned, 4. Going Down Slow, 5. Peace Of Mind, 6. Tears
Seite 2: 1. Drifting Blues, 2. We Don't See Eye To Eye, 3. You're In For A Big Surprise, 4. You're Just About To Lose Your Clown, 5. Don't You Think I Ought To Know, 6. You've Got A Problem


Ray Charles His Orchestra And Chorus: Ray's Moods
(ABC-Paramount/Tangerine Records bzw. ABC ABCX550, 1966) >>> als >>> R&B/Soul
Seite 1: 1. What-Cha Doing In There (I Wanna Know), 2. Please Say You're Fooling, 3. By The Light Of The Silvery Moon, 4. You Don't Understand, 5. Maybe It's Because Of Love, 6. Chitlins With Candied Yams
Seite 2: 1. Granny Wasn't Grinning That Day, 2. She's Lonesome Again, 3. Sentimental Journey, 4. A Born Loser, 5. It's A Man's World, 6. A Girl I Used To Know


Ray Charles: A Man And His Soul
(DLP, ABC ABCY2590, 1967) >>> R&B/Soul
(Label laut abweichender Quelle: ABC ABCS-590X, S für Stereo)
LP 1, Seite 1: 1. I Can't Stop Loving You, 2. What'd I Say, 3. Ol' Man River, 4. One Mint Julep, 5. Crying Time, 6. Makin' Whoopee
LP 1, Seite 2: 1. Busted, 2. Takes Two To Tango, 3. Ruby, 4. Let's Go Get Stoned, 5. Cry, 6. Unchain My Heart
LP 2, Seite 1 (3): 1. Georgia On My Mind, 2. Baby It's Cold Outside, 3. Worried Mind, 4. I Chose To Sing The Blues, 5. I Don't Need No Doctor, 6. Born To Lose
LP 2, Seite 2 (4): 1. Hit The Road, Jack, 2. You Are My Sunshine, 3. From The Heart, 4. Teardrops From My Eyes, 5. No Use Crying, 6. Chitlin's With Candied Yams





Otis Redding & Carla Thomas: King & Queen
(Stax S 716, 1967 - Stereo) >>> Otis Redding & Carla Thomas >>> R&B/Soul
Seite 1: 1. Knock On Wood, 2. Let Me Be Good To You, 3. Tramp, 4. Tell It Like It Is, 5. When Something Is Wrong With My Baby, 6. Lovey Dovey
Seite 2: 1. New Year's Resolution, 2. It Takes Two, 3. Are You Lonely For Me Baby, 4. Bring It On Home To Me, 5. Ooh Carla, Ooh Otis


The Sweet Inspirations: Sweet Sweet Soul
(Atlantic SD 8253, 1970) >>> R&B/Soul
Seite 1: 1. Shut Up!!!, 2. Give My Love To Somebody, 3. Two Can Play The Game, 4. (Gotta Find) A Brand New Lover (Part I), 5. (Gotta Find) A Brand New Lover (Part II)
Seite 2: 1. Ain't Nothin' In The World, 2. Them Boys, 3. Flash In The Pan, 4. At Last I've Found A Love, 5. That's The Way My Baby Is

Auf dieser Platte befinden sich die letzten beiden Aufnahmen, an denen noch Cissy Houston beteiligt war („A Brand New Lover“, Parts I u. II, offenbar ohne Mitwirkung der übrigen Sängerinnen), ehe sie die Sweets verließ, die dann als Trio (Estelle Brown, Myrna Smith u. Sylvia Shemwell) weiter machten. Auch Ann Williams, die bei allen Songs mitsingt, auf denen Cissy Houston nicht zu hören ist, verließ nach kurzer Zeit die Sweet Inspirations, als sie gerade mit Elvis auf Tour waren.


The Jackson 5: Christmas Album
(Motown MS 713, Oktober 1970) >>> R&B/Soul/Christmas
Seite 1: 1. Have Yourself A Merry Little Christmas, 2. Santa Claus Is Comin' To Town, 3. The Christmas Song, 4. Up On The Housetop, 5. Frosty The Snowman
Seite 2: 1. The Little Drummer Boy, 2. Rudolph The Red-Nosed Reindeer, 3. Christmas Won't Be The Same This Year, 4. Give Love On Christmas Day, 5. Someday At Christmas, 6. I Saw Mommy Kissing Santa Claus


The Temptations: The Temptation's Christmas Card
(Gordy GS 951, Oktober 1970) >>> Soul/Christmas
Seite 1: 1. Rudolph The Red-Nosed Reindeer, 2. My Christmas Tree, 3. Santa Claus Is Comin' To Town, 4. Silent Night, 5. Someday At Christmas
Seite 2: 1. White Christmas, 2. Let It Snow, 3. Silver Bells, 4. The Christmas Song (Merry Christmas To You), 5. The Little Drummer Boy


Gus Gossert Presents The Original New York Doo-Wopp Album Vol. 1
(Juke Box Records 5000, 1972) >>> Doo-Wop
Seite 1: Intro from Gus Gossert / 1. Anthony & The Sophomores (weiß) - Play Those Oldies Mr. D. J., 2. The Students - My Vow To You, 3. The Five Satins And Fred Parris - She's Gone (With The Wind), 4. The Harptones - My Memories Of You (1954 Version), 5. The Nutmegs With Leroy Griffin - Let Me Tell You, 6. The Three Friends (weiß) – Blanche, 7. The Shells - Happy Holiday, 8. Cordovans (???) - Come On Baby, 9. The Master-Tones – Tell Me, 10. The Dubs - My Radio, Gus Gossert, And Me, 11. Frankie Lymon & The Teenagers – Share
Seite 2: 1. Ocapello's (???) - The Stars, 2. The Harptones - I'll Never Tell, 3. The Airedales - Chapel Of Dreams (I Miei Giorni Felici), 4. The Delacardos - Letter To A School Girl, 5. The Arrogants (weiß) - Canadian Sunset, 6. The Shells - Baby Oh Baby (Acapella Version), 7. The Nutmegs with Leroy Griffin - Shifting Sands, 8. The Velours - Can I Come Over Tonight, 9. The Quotations (weiß) - Imagination (Acapella Version), 10. The Harptones - My Memories Of You (1956 Version), 11. The Students - I'm So Young



Diese Compilation-LP, gepresst auf rotem Vinyl, beinhaltet eine Auswahl klassischer New Yorker Doo-Wop-Gesangsgruppen aus den 50er und frühen 60er Jahren, bei denen es sich – mit Ausnahme von vier weißen und zwei noch nicht identifizierten Gruppen - um schwarze Vocal-Ensembles handelt, für die Elvis ganz offensichtlich eine Schwäche hatte.
Zusammen gestellt hat diese Auswahl der bekannte New Yorker Radio-DJ Robert Charles „Gus“ Gossert vom Sender WPIX-FM, der – man ahnt es schon – Derjenige ist, den man auf dem Cover sieht, und der die erste Plattenseite mit einer Ansage eröffnet.
Dass ich bis jetzt noch nicht heraus finden konnte, um was für eine Gruppe es sich bspw. bei den Cordovans handelt, könnte auch daran liegen, dass sie reine Straßenmusiker waren und laut dem Buch „Doowop: The Chicago Scene“ von Robert Pruter zu denjenigen Gruppen gehörten, die nie die Möglichkeit erhielten, Schallplattenaufnahmen zu machen.
Wer bisher noch nicht mit Doo-Wop-Gesang in Berührung kam, kann ja mal bei der nächsten „Rocky“-Wiederholung im TV auf jene Szenen achten, wo Stallone aus dem Gym kommt oder seine Adriane von der Arbeit abholt und an jungen Männern vorbei kommt, die sich an den Straßenecken Philadelphias versammeln und ohne Instrumente mehrstimmig zusammen singen – das ist Doo-Wop; Manche sagen auch Fingerschnipp-Musik dazu.
Also mir gefällt's!


Rev. Maceo Woods & The Christian Tabernacle Concert Choir: Jesus People
(The Gospel Truth GTS-2704, 1972) >>> Gospel, Soul
Seite 1: 1. Step To Jesus, 2. I'll Get Home Someday, 3. It Pays To Serve Jesus (feat. Doris Sykes), 4. It's Been A Mighty Good Day, 5. Reach Out & Touch (Somebody's Hand)
Seite 2: 1. Think Of His Goodness, 2. Let My People Go, 3. Beams Of Heaven, 4. Bringing In The Sheaves, 5. One Is Missing, 6. Hear My Prayer


The Howard Lemon Singers: Message For Today
(The Gospel Truth GTS-2707, 1972) >>> Gospel/Soul
Seite 1: 1. To The Other Man, 2. Oh! My Brother, 3. I Want To Thank Him, 4. Never Without Him, 5. Spirit Of God's Love
Seite 2: 1. To My Father's House, 2. We've Come This Far, 3. Free Today, 4. One More Time


William Bell: Phases Of Reality
(Stax STS 3005, 1972) >>> R&B/Soul
Seite 1: 1. Save Us, 2. True Love Don't Come Easy, 3. Fifty Dollar Habit, 4. What I Don't Know Won't Hurt Me
Seite 2: 1. Phases Of Reality, 2. If You Really Love Him, 3. Lonely For Your Love, 4. The Man In The Street


The Sweet Inspirations: Myrna, Estelle And Sylvia
(Stax STS 3017, 1973) >>> R&B/Pop-Soul
Seite 1: 1. Wishes And Dishes, 2. You Roam When You Don't Get It At Home, 3. Slipped And Tripped, 4. All It Takes Is You And Me, 5. Pity Yourself (geschrieben von Estelle Brown, Joseph Lane, Myrna Smith u. Sylvia Shamwell!)
Seite 2: 1. Emergency, 2. Call Me When All Else Fails, 3. The Whole World Is Out, 4. Why Marry
(aufgenommen zwischen April 1967 und März 1973)



Ein Kuriosum stellen zwei Platten des schwarzen Country-Sängers Charley Pride dar.
Irgendwie muss seine Stimme den Zeitgeist getroffen haben, denn es ist schon sehr bemerkenswert, dass ausgerechnet ein Schwarzer die traditionell weiß geprägte Country-Szene in Nashville vor allem in den 70er Jahren dominierte wie kaum ein anderer. Von 1966 bis 1984 landete er Hit auf Hit in den Top Ten der US-Country-Charts von Billboard - darunter fast 40 Nr.1-Hits! ( Ähnlich erfolgreich war in dieser Zeit eigentlich nur Merle Haggard.)
Elvis besaß seine LP „The Country Way“ von 1967 und die Platte “The Happiness of Having You” von 1975, wobei es sich entweder um die LP oder die Single (c/w Right Back Missing You Again) handelt. Erwähnenswert ist auch noch, dass Charley Pride ebenfalls bei RCA Victor unter Vertrag stand, somit ein „Kollege“ von Elvis war. Doch da es sich in seinem Falle um klassische Country Music handelt (siehe z.B. „Kiss An Angel Good Morning“), möchte ich an dieser Stelle nicht näher auf die Platten eingehen.


Leider ohne einen konkreten Single- oder LP-Titel zu benennen, wird auf einer HP auch eine Platte von John Lee Hooker erwähnt, die aber weder in der Hauptliste von EPE noch im Artikel des „Record Collector“-Magazins auftaucht, wenn ich nichts übersehen habe.
Im Grunde kann man in jede Richtung spekulieren, um welche Platte es sich dabei handeln könnte, angefangen bei den großen Hits aus seinen frühen Jahren: zwischen 1948 und 1951 konnte er mit Boogie Chillen', Hobo Blues, Crawling King Snake und I'm In The Mood (alle auf dem Crown-Label veröffentlicht) vier Top-10-Hits in den R&B-Charts von Billboard landen, davon sogar zwei Nr.1-Hits!
Weitere bekannte Hits (nun für das Vee-Jay-Label) waren bspw. I Love You Honey (1958 # 29), No Shoes (1960 # 21) oder Boom Boom (1962 # 16).

Denkbar wäre aber auch ein Song, der die große Mississippi-Flut im Jahr 1936 in Elvis' Geburtsort thematisierte: Der „Tupelo Blues“ wurde in den USA erstmals 1959 auf dem Album „The Country Blues Of John Lee Hooker” (Riverside Records RLP 12-838) veröffentlicht, in Großbritannien ebenfalls 1959 auf dem identischen Album, das dort jedoch den Titel „The Folk Blues Of John Lee Hooker“ (Riverside 12-838 ?) trug.

Seite 1: 1. Black Snake, 2. How Long Blues, 3. Wobblin' Baby, 4. She's Long,She's Tall,She Weeps Like A Willow Tree, 5. Pea Vine Special, 6. Tupelo Blues, 7. I'm Prison Bound
Seite 2: 1. I Rowed A Little Boat, 2. Water Boy, 3. Church Bell Tone, 4. Bundle Up And Go, 5. Good Mornin' , Lil' School Girl, 6. Behind The Plow

Gut möglich, dass Elvis in Europa auf diese Platte stieß, als er seinen Militärdienst in Deutschland ableistete und sich beim Blick aufs Cover vielleicht dachte: „Hey, da ist ja ein Song über meinen Geburtsort mit drauf – die nehm ich mit!“
Im Oktober 1960 erschien „Tupelo“ als US-Single-Auskopplung (c/w Dusty Road) bei Vee-Jay (VJ 366), leider nur in Mono:

Did you read about the flood?
It happened long time ago, in a little country town, way back in Mississippi
It rained and it rained, it rained both night and day
The people got worried, they began to cry,
"lord have mercy, where can we go now?"
There were women and there was children, screaming and crying,
"lord have mercy and a great disaster, who can we turn to now, but you?"
The great flood of Tupelo, Mississippi
It happened one evenin', one Friday evenin', a long time ago,
It rained and it started rainin'
The people of Tupelo, out on the farm gathering their harvest,
A dark cloud rolled, way back in Tupelo, Mississippi, hmm, hmm

Wasn't that a mighty time,
Wasn't that a mighty time?
Wasn't that a mighty time,
A mighty time, that evenin'?
It rained, both night and day
The poor people that had no place to go, hmm,hmm
A little town, called Tupelo, Mississippi
I never forget it and I know you won't either


Beim Newport Folk Festival 1960 spielte Hooker diesen Titel (mit dem Zusatz “Backwater Blues”?) zusammen mit Bill Lee, und auch auf dem Live-Doppelalbum „The Cream“ von 1978 (Tomato Music TOM-2-7009), aufgezeichnet im September 1977 im Keystone Club im kalifornischen Palo Alto, findet sich eine sechseinhalbminütige Fassung von „Tupelo“, die John Lee Hooker dem im Monat zuvor verstorbenen King widmete.


Natürlich könnte es sich bei der vermeintlichen John-Lee-Hooker-Platte in Elvis' Vinyl-Sammlung auch um eine ganz andere Scheibe handeln, doch ohne einen Titel, eine Katalog-Nr. oder ein Foto vom Cover hat man praktisch keinen Anhaltspunkt.



Johnny Mathis war ja bereits in meiner Aufzählung vertreten, doch laut der Hauptliste gibt es noch eine weitere (Weihnachts-)Platte von ihm in Elvis' Sammlung, die den Titel "The First Noel" tragen soll. Eine entsprechende Single, EP oder LP konnte ich bisher aber noch nicht ausfindig machen.



Vielleicht hat ja jemand von Euch Lust bekommen, eine der anderen wichtigen Musikrichtungen von Elvis mal etwas näher zu betrachten – der Country- oder Gospel-Elvis wäre ohne Frage ein lohnendes Objekt...
Aber natürlich ist es viel bequemer, sich auf etwaige Fehler anderer zu stürzen, als selbst mal kreativ zu werden...


Wo hörte sich Elvis seine Lieblingsplatten an?

Unter Heranziehung der Inventarlisten von Graceland, die Elvis' Vater Vernon Presley nach den Geschehnissen vom 16. August 1977 für das Hinterlassenschaftsgericht in Memphis anfertigen musste, ist es überdies möglich, einen Eindruck davon zu bekommen, wo Elvis daheim in Graceland die Möglichkeit hatte, sich seine Lieblingsplatten anzuhören, was er für eine entsprechende Unterhaltungselektronik besaß, was ich im übrigen mindestens genau so interessant finde wie die Plattensammlung an sich.
Vermutlich hat er sein Home-Entertainment-Equipment im Laufe der Jahre mehrmals aktualisiert (schon der technischen Weiterentwicklung wegen), und das, was man 1977 vorfand, war ja praktisch nur der letzte Stand.
Obwohl die Anzahl der im ganzen Haus verteilten Fernsehgeräte, Radios, Tape Decks, Videorecorder etc. fraglos beeindruckend ist, möchte ich mich gezielt der technischen Ausrüstung widmen, die zum Auflegen von Schallplatten diente, und in diesem Bereich ist die Auswahl schon ein wenig überschaubarer.


Beginnen wir unseren gedanklichen „Rundgang“ in der Reihenfolge, wie ich sie selbst bei der Begehung der Räume anno 1993 erlebt habe.

Im kombinierten Wohn- und Musikzimmer, das man nach dem Betreten des Hauses auf der rechten Seite der Eingangshalle vorfindet, konnte Elvis erstaunlicherweise keine Platten auflegen; das Musikzimmer erhielt seinen Namen offenbar einzig wegen dem darin befindlichen Klavier, zuletzt ein sog. „Baby Grand Piano“ aus schwarzem Ebenholz des Herstellers Story & Clark, an dem er – laut Aussage von Ginger Alden – zuletzt am 15. August 1977 noch gespielt haben soll.
Auch im linken Flügel findet sich kein Plattenspieler: weder im Esszimmer, noch in der daneben bzw. dahinter befindlichen Küche – auch damals nicht.
Auch für das Zimmer von Elvis' Großmutter Minnie Mae (das frühere Schlafzimmer von Vernon & Gladys), welches heute die nächste Station des Rundgangs ist, damals aber noch nicht zugänglich war, weil Elvis' Tante Delta darin lebte, findet sich in den Inventarlisten kein Plattenspieler.

Bevor wir uns aber nun ins Kellergeschoss begeben, machen wir einen „geistigen“ Abstecher nach oben.
Gedanklich hat sich vermutlich jeder Graceland-Besucher schon mal die Haupttreppe hinauf ins Obergeschoss „geschlichen“, wo sich die bis heute unzugänglichen Privaträume von Elvis befinden.
Mit Hilfe der Inventarlisten von 1977 können wir nun tatsächlich einen „Blick“ in das Reich des King werfen – zumindest, was sein Home-Entertainment-Equipment betrifft.

In seinem Schlafzimmer hatte der Hausherr offenbar sein Hauptequipment zu stehen: Einen Plattenspieler des Typs Dual 1225 von United Audio, dazu ein Stereo 2 + Quadradial 4 Receiver Model 4270 von Marantz, wahrscheinlich mit den dazu gehörigen (Bookshelf speaker) Lautsprechern (erhältlich waren bspw. Boxen des Typs Marantz Imperial sowohl als 2-Wege-System (Woofer/Tweeter) mit 40 oder 100 Watt Leistung als auch als 3-Wege-System (Woofer/Mid-Range/Tweeter) mit 100 Watt, doch in den Inventarlisten werden sie nicht extra aufgeführt.
Bei der Katalogisierung des Inventars fiel übrigens auf, dass sich auf dem Plattenteller in Elvis' Schlafzimmer noch eine Schallplatte befand: ein Acetat seiner eigenen Back-Up Vocal Group The Stamps. Offenbar war also die letzte Musik, die Elvis sich zu Lebzeiten via Plattenspieler anhörte, Gospel-Musik.



Das Bild, das Elvis' Multi-Media-Ecke in seinem Schlafzimmer zeigen soll, ist angeblich authentisch und entstand demnach während der Dreharbeiten für den Dokumentarfilm „This Is Elvis“; an der Stelle, wo ich das Elvis-Portrait vom Juni 1977 platziert habe, hockt eine männliche Person, die laut der entsprechenden HP Joe Esposito sein soll. Ob dem tatsächlich so ist, kann ich nicht beurteilen, da ich – so wie die meisten von uns – noch nie dort oben gewesen bin; dass die Filmarbeiten statt dessen in einem Schlafzimmer-Nachbau irgendwo in einem Filmstudio stattfanden, würde ich jedoch nicht kategorisch ausschließen.
Warum? Für meinen Geschmack sieht der Teppich zu hell aus, denn zu diesem Zeitpunkt (1980/81?) müsste eigentlich noch ein blutroter Plüschteppich im Schlafzimmer gelegen haben, wie Farbfotos aus der Zeit vor 1977 belegen. Entweder wurde im Zuge der allgemeinen Umbauarbeiten für die Museumseröffnung im Frühsommer1982 auch im Obergeschoss renoviert bzw. umdekoriert, oder man hat das Zimmer woanders nachempfunden...

Ob Elvis auch in seinem persönlichen Büro Schallplatten auflegen konnte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, denn die Inventarlisten geben für dieses Zimmer zwar ein Multi-Media-Pult mit Sockel in imitierter Wallnuss-Optik an (ca. 68 ½ cm hoch und knapp 2 m lang), doch aufgezählt werden – neben einer „V.I.P. Videoüberwachung“ – lediglich ein Kassettenrekorder, ein Radio (AM/FM) und eine Uhr; womögliche weitere Komponenten (Plattenspieler?) werden mit „etc.“ zusammen gefasst, genaue Typenbezeichnungen fehlen gänzlich.

In den übrigen Räumen gab es laut Liste keine Plattenspieler: weder im Bad noch im Ankleidezimmer, weder im Kinderzimmer von Lisa Marie noch in Gingers Ankleidezimmer.

Zurück am Fuße der großen Haupttreppe, biegen wir im Erdgeschoss um die Ecke in Richtung ehemaliges Schlafzimmer von Elvis' Eltern und begeben uns dann den rundum mit einem weichen Teppich ausgekleideten Treppengang hinab ins Kellergeschoss. Diese Schalldämmung ermöglichte es Elvis und seinen Gästen, ungestört zu feiern, ohne dass es im Erdgeschoss zu hören war.



Beim Betreten des sog. Fernsehzimmers fallen einem als Erstes die drei TV-Geräte auf, die – nebeneinander – in die Wand eingelassen sind. Links davon befindet sich Elvis' einstige Musikecke mit Schallplatten-Wechseler (zu erkennen an der langen Spindel) von RCA (mglw. aus dem Zeitraum 1967-69?) und einem Teil seiner LP- und Single-Sammlung. Während die LPs in ihren Schützhüllen neben dem Plattenspieler auf einer Ablage stehen, sind die Singles griffbereit (also ohne Hüllen) in zwei auf dem Boden stehenden Metallständern untergebracht. Rechts neben den Fernsehgeräten, ebenfalls in die mit Blau und Gelb angestrichene Trockenwand eingearbeitet, befindet sich ein kleiner Jukebox-Kasten aus den 50ern. Die sog. „Library Unit“ des Typs Select-O-Matic 200LU1-PS vom Hersteller Seeburg kann maximal mit 200 Single-Schallplatten (45 rpm) bestückt werden.
Als Bedienelemente dienten Elvis zwei Tuner: Der Plattenspieler war mit einem Stereo-Radio-System des Typs New Vista MHT67W von RCA Victor (1967) gekoppelt, einschließlich entsprechender Boxen; die Jukebox ist an einen Mono-Röhren-Receiver Electric Mfg. HF-42 (HF = High Fidelity) von Pilot (1958) angeschlossen, ebenfalls plus entsprechender Lautsprecherbox.


Wie man gelegentlich liest, soll Elvis die Kellerräume (also TV- und Billard-Zimmer) in den 70ern kaum noch genutzt haben, so dass man wohl vermuten darf, dass ab diesem Zeitpunkt vor allem die Bodyguards oder Besucher hier Musik hörten oder sich das Fernsehprogramm ansahen.
Im Lagerraum des Kellergeschosses befand sich laut Inventarliste ein hölzerner Plattenschrank („Wood Record Cabinet“) und vor dem Raum ein mit Holz verkleideter Plattenspieler („Wood Record Player“), doch in wie weit dieser noch genutzt wurde, ist ebenso wenig ersichtlich wie das genaue Fabrikat.

Ansonsten befanden sich in den übrigen Räumen (Bar und Billard-Zimmer) keine weiteren Plattenspieler.

Über die Treppe geht es wieder hinauf ins Erdgeschoss, wo der neugierige Graceland-Besucher nun das sog. „Dschungelzimmer“ auf der hinteren Seite des Haupthauses (auch als „Den“ bekannt) erblickt.



Hier hatte Elvis eine etwa eineinhalb Meter breite Schrankkonsole aus getäfeltem Eichenholz mit integriertem Phonographen (= Plattenspieler) der Marke Zenith und einem Radiogerät zu stehen, mglw. auch mit einem 8-Track-Taperecorder, wie es bspw. in dem Vergleichsgerät zu sehen ist. Leider verrät die Inventarliste keine genaue Typenbezeichnung.
Ob allerdings schon Elvis auf die Idee kam, dieses besondere Möbelstück mit allerlei Tisch-Deko zuzustellen, so dass man bei Nutzungsbedarf erst einmal „abräumen“ muss, weiß ich leider nicht – sieht mir eher nach Frauenhand aus...
Im übrigen müsste es genau dieser Phonograph gewesen sein, zu dem ich mal eine sehr schöne Anekdote gelesen habe, bei der sich jemand im Jungle Room eine KISS-Platte anhörte, als Elvis plötzlich dazu kam, amüsiert das Plattencover betrachtete - und Denjenigen bat, einen bestimmten Song wieder und wieder zu spielen, der ihm besonders gut gefiel.

Danach geht es hinaus ins Freie, wo sich linker Hand der Garagen- bzw. Car Port-Komplex befand, das/der heutige Annex. Die Inventarlisten verzeichnen ein sog. „Garagen-Apartment“, in dem sich u.a. ein ca. 1,75 m hohes/hoher Wallnuss-Cabinet (Schrank/Schränkchen?) mit eingebautem Farbfernseher von RCA, Stereo-Radio und Schallplattenspieler befand. Im dortigen Schlafzimmer stand ein weiteres Wallnuss-cabinet mit integriertem Phonographen (= Plattenspieler), Kassettenfach, AM/FM-Radio und zwei externen Lautsprecherboxen.



Nach der Besichtigung des sog. Fan Mail Office (hier kümmerten sich Vernon Presley und seine Sekretärinnen um die Buchhaltung, die Beantwortung von Fan-Post etc.), geht es hinüber zum sog. Trophy Building, dem Trophäen-Raum, wo Elvis voller Stolz seine Auszeichnungen (Gold Records etc.) und besondere Geschenke ausstellte.
Hier hatte Elvis ein Multi-Media-Schränkchen aus Wallnussholz mit eingebautem Fernsehgerät und Schallplattenspieler zu stehen – ein Geschenk seiner Plattenfirma RCA und als solches durch eine entsprechende Plakette sichtbar.
Des weiteren wird eine „Group of Musical Equipment“ als Luxus-Sonderanfertigung erwähnt, darunter jedoch kein Plattenspieler („Nivico musical amplifier made in Japan, stereo four speaker high/fidelity RCA Victor, a Bonomoniter* in case, another RCA portable stereo with two speakers“). *Gemeint ist wohl ein Bon Monitor, vermute ich.

Zuguterletzt geht es vom Trophy Building hinüber ins Racquetball Building (praktisch eine Squash-Halle mit zusätzlichen Trainingsmöglichkeiten), wo Elvis in der sog. Recreation Area, einem Erholungsraum, weiteres HiFi-Equipment zu stehen hatte.
Wie ein Foto von der Originaleinrichtung (1975-77) zeigt, gab es den heute dort zu sehenden Musik-Turm in dieser Form nicht; statt dessen waren die einzelnen Komponenten in einem Wandregal nebeneinander untergebracht, und statt des heute zu sehenden Tapedecks ganz oben auf dem Turm stand damals ein Plattenspieler von Panasonic im Regal – so sieht man es auf dem Foto, so steht es auch in den Inventarlisten!
Das Bedienteil war ein „Solid State AM/FM Stereo Tuner“ des (wahrscheinlichen) Typs T-310 von Luxman bzw. ein ähnliches Modell, dazu 4 Verstärkerstufen inklusive Vorverstärker vom Hersteller Crown plus eine entsprechende Ausgangs-Kontroll-Konsole, ebenfalls von Crown. All dies wurde wahrscheinlich um 1975 herum - mit dem Neubau der Sporthalle - installiert und war für die damalige Zeit entsprechend modern.



In den frühen 60er Jahren konnte Elvis sogar in einem seiner Autos Schallplatten auflegen, seit er sich 1960 eine Series 75 Cadillac Fleetwood convertible Luxus-Limousine gönnte und 1961/62 vom „King of Kustomisers“, George Barris, für insgesamt 100.000 US-Dollar ganz nach seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen umgestalten ließ â€“ u.a. mit einem Antidiebstahlsystem der Marke Kenwood, ein hochmodernes Entertainment-System, das ein Mehrfach-Lautsprecher-Stereo-System von Kenwood, einen automatischen 10-fach-Schallplatten-Wechsler (AP-1 RCA Victor Auto Victrola) und Verstärker, ein AM-FM-Radio (ebenfalls von Kenwood) und einen vergoldeten, einen schwenkbaren Farbfernseher von RCA beinhaltete. Zu der Stereo-Anlage im Wagen passend, wurden auch Spitzen-Lautsprecher installiert, die unterhalb der vorderen Kotflügel montiert waren. Das System konnte auch als sog. Intercom, also als Gegensprechanlage zur Kommunikation zwischen Elvis und seinem Chauffeur benutzt werden.
Nach den extravaganten Umbauten wurde die Luxus-Limousine als “Elvis' gold Cadillac” schnell unter den Fans bekannt, und wann immer Elvis damit unterwegs war, sorgte er für Aufsehen und bald auch für regelmäßige Verkehrsstockungen. Schließlich erwies sich der Wagen, da er überall sofort erkannt wurde, als unpraktisch für den öffentlichen Gebrauch, und so stellte Elvis ihn zunächst auf dem Gelände von Graceland ab, ehe sein Manager auf die Idee kam, dass RCA die Limousine doch seinem Klienten abkaufen und für PR-Zwecke einsetzen könnte. Auf diese Weise kam der Wagen für 24.000 Dollar (und damit weit unter Wert) an Elvis' Plattenfirma RCA, die den „Gold Cadillac“ Mitte der 60er landesweit bei Film-Premieren ausstellte und 1968 sogar zu einer ausgedehnten Reklame-Tournee nach Australien verfrachtete – allerdings ohne Elvis.
Dann kam der Palst auf Rädern als Publikumsmagnet in die Country Music Hall of Fame nach Nashville – gestiftet im Namen von Elvis, „Colonel“ Parker und RCA, und dort steht er wohl heute noch...




Im übrigen las ich irgendwo, dass Elvis auch einen ziemlich exotisch aussehenden, portablen RCA-Plattenspieler des Typs SHF-8 mit sehr langen Standbeinen aus Metall besessen haben soll. In irgend einem Forum will sich ein Graceland-Besucher daran erinnert haben, das Gerät irgendwo dort gesehen zu haben, doch in den Inventarlisten habe ich dieses Ultra-Retro-Teil („New Orthophonic High Fidelity“) mit eingebautem Lautsprecher nirgends entdecken können...



Ganz schön strange, oder?!



So, das war es dann erst mal von mir.
Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, ein Interesse für jene Musik zu entfachen, die Elvis zu begeistern vermochte, wenigstens aber, dass man nun ein deutlich klareres Bild davon gewonnen hat, wie sehr Elvis von den verschiedenen Spielarten schwarzer Musik beeinflusst war. All das hat Elvis – u.a. - in sich aufgesogen, und es ist sicher mit ein Grund dafür, dass er mit so einer unvergleichlichen Stimme sang, dass er soviel Leidenschaft in seine Musik hinein legte, wie es für „weiße“ Künstler eher nicht so typisch ist, würde ich sagen...





Nachtrag zu den Singles

Die mir bisher nicht bekannten CDs "The Memphis Jukebox - Volume One" und „The Memphis Jukebox Vol. 2“ (beide von Vee-Tone Records, März bzw. Oktober 2010) beinhalten jeweils 22 Single-Titel aus Elvis' JukeBox im TV Room von Graceland (also insgesamt 44 Songs), wobei es sich bei Volume One überwiegend und bei Volume Two zur Hälfte um schwarze Musik handelt.
Hier die Details zu den Singles, soweit sie für das Thema relevant sind:

1954 (Dez.): Ray Charles And His Band - I've Got A Woman c/w Come Back (Atlantic 45-1050) >>> re-release 1955 >>> diese Single besaß Elvis offenbar zweimal, denn die Schellack-Pressung übergab er ja '68 - auf nimmer Wiedersehen - an Scotty Moore
1955 (Feb.): Little Walter And His Jukes - My Babe c/w Thunder Bird (Checker 811) >>> die Berücksichtigung auf der Jukebox-CD ist der Beleg, dass Elvis von dieser Single die 45er besaß und nicht die 78er Schellack-Pressung
1955 (Feb.): Joe Turner And His Blues Kings - Flip Flop And Fly c/w Ti-Ri-Lee (Atlantic 45-1053) >>> gleicher Fall wie zuvor: der Artikel im “Record Collector”-Magazin verwendet die Katalog-Nr. der Schellack-Pressung, doch offensichtlich besaß Elvis die Vinyl-Version
1955: The El Dorados - At My Front Door c/w What's Buggin' You Baby (Vee Jay VJ-147)
1955: The Moonglows - Most Of All c/w She's Gone (Chess 1589) oder re-release von 1964 mit differenter B-Seite (c/w What A Difference A Day Makes, Lana L-131)
1955 (Aug.): The Clovers - Nip Sip c/w If I Could Be Loved By You (Atlantic 45-1073)
1955 (Sept. o. Okt.): The Spiders - Witchcraft c/w Is It True? (Imperial X5366) >>> entweder hatte Elvis auch in diesem Fall zwei Exemplare (eher unwahrscheinlich), oder die im „Record Collector“-Artikel mit der Schellack-Katalog-Nr. aufgeführte Single war tatsächlich diese 45er
1955 (Nov.): Ruth Brown (and her Rhythmakers?) - I Want To Do More c/w Old Man River (Atlantic 45-1082)
1956 (Feb.): Eddie Bo - Happy Tears c/w I'm Wise (Apollo 486-45)
1956 (Feb. o. März): Little Walter - Who c/w It Ain't Right (Checker 833)
1956 (März): Joe Turner - Corrine Corrina (Joe Turner with Chorus & Orchestra) c/w Boogie Woogie Country Girl (Joe Turner & Orchestra feat. Van “Piano Man” Walls) (Atlantic 45-1088) >>> auch diese Single muss Elvis in zweifacher Ausführung in seiner Sammlung gehabt haben, da er sich 1968 – ohne es zu wissen – von der Schellack-Pressung verabschiedete (siehe Scotty Moore)
1956 (Juni o. Juli): Bo Diddley - Who Do You Love? c/w I'm Bad (Checker 842) >>> die A-Seite wurde auf der Jukebox-CD Vol. 1 und die B-Seite auf Vol. 2 veröffentlicht
1956 (Okt.): Little Richard And His Band - Heeby-Jeebies / She's Got It (Specialty 584)
1956 (Nov.): Chuck Berry - You Can't Catch Me c/w Havana Moon (Chess 1645)
1957 (Jan.): The Drifters - Fools Fall In Love c/w It Was A Tear (Atlantic 45-1123)
1957 (März): Chuck Willis - C.C.Rider c/w Ease The Pain (Atlantic 45-1130)
1957 (Mai): The Drifters - Hypnotized c/w Drifting Away From You (Atlantic 45-1141)
1957: Piano Red - Rock, Baby c/w Wild Fire (RCA Victor 47-6856)
1957 (Sept.): The Rays - Silhouettes c/w Daddy Cool (Cameo C-117)
1957 (Sept.): Fats Domino - Wait And See c/w I Still Love You (Imperial X5467)
1958 (Jan.): Clyde McPhatter - No Love Like Her Love c/w That's Enough For Me (Atlantic 45-1170)
1958 (Juni): LaVern Baker - Harbor Lights c/w Whipper Snapper (Atlantic 45-1189)
1959 (Juni): Ray Sharpe - Linda Lu c/w Red Sails In The Sunset (Jamie 1128) oder Linda Lu c/w Monkey's Uncle (Jamie 1128, ebenfalls 1959) >>> dass beide Singles trotz differenter B-Seite die gleiche Katalog-Nr. haben, ist schon ein wenig verwirrend, ehrlich gesagt
1964: James Brown & The Famous Flames - Think (live) c/w Try Me (King 45-5952)


Aus den Beispielen ableitend, könnte es gut sein, dass auch andere als Schellacks bezeichnete Singles statt dessen Vinyl-Pressungen sind.
Der auf dem Cover der CDs erwähnte zweite Artikel im „Record Collector“-Magazin (“Secrets of Elvis' Jukebox”, Ausgabe Nr. 372 vom Feb. 2010) liegt mir leider nicht vor, so dass ich nur die beiden CDs auswerten konnte. Eine diesbezügliche Anfrage meinerseits wurde leider von niemandem beantwortet, auch von keinem der „top-elvishirne“ . Doch mit all ihrem Fachwissen über Elvis sind sie sicher gern bereit, etwaige Fragen zum Thema (und vor allem zu dem zweiten Artikel) sachkompetent zu beantworten...
Zumindest aber sollten sich mit Ihrem Wissen die Fragen beantworten lassen:
- Welche LP der Trumpeteers besaß Elvis?
- Welches ist das zweite Album, das Elvis von Lightnin' Hopkins besaß? und
- Welche Platte von John Lee Hooker hatte Elvis in seiner Sammlung?



Original Autor: Tafka S.
Anmerkungen in den Forenbeiträgen:


Im Sommer 1969 machte er beim legendären Woodstock-Festival auf sich aufmerksam: während Elvis im Spielerparadies Las Vegas eine triumphale Rückkehr auf die Konzertbühne feierte, beeindruckte ein gewisser Joe Cocker mit einer leidenschaftlichen Cover-Version der Beatles-Komposition „With A Little Help From My Friends“ Zuschauer

Nachdem ich einleitend Elvis' Chart-Erfolge im R&B-Bereich skizziert habe, möchte ich nun auf die Songs zu sprechen kommen, die tatsächlich im Rhythm & Blues verwurzelt sind bzw., die den Blues hörbar in sich tragen. Da aber nicht der Eindruck entstehen soll, dass es sich hier um eine willkürliche Zusammenstellung

Stuck On You Text/Komposition: Aaron Schroeder, Leslie McFarland Original Aufnahme: 21. März 1960, RCA Studio B, Nashville Stilistische Zuordnung: Blues Erstveröffentlichung: Single-A-Seite (c/w Fame And Fortune), März 1960 Veröffentlichung auf Blues- oder R&B-Compilations: Blue Rhythms (1983/2008), Elvis Presley –

Die "vergessenen" Blues-, Soul- u. R&B-Songs von Elvis ("Re-mastered", Juni 2017) Nachdem ich im dritten und vierten Teil meiner Betrachtungen über den "Blues-Elvis" jene Songs vorgestellt habe, die auf thematisch zugeschnittenen Samplern veröffentlicht wurden, möchte ich mich nun jenen

When Elvis Got The Blues – Teil 5 ("Re-mastered", Juni 2017) Mit Elvis' R&B-Hits in den Billboard-Charts habe ich diese Reihe begonnen, und mit seinen Erfolgen in der Rubrik Rhythm & Blues von Cash Box, der zweiten wichtigen Musikfachzeitschrift auf dem US-Markt, will ich sie nun fortsetzen...

Nach dem wir einen Blick auf Elvis' R&B-Chart-Hits sowie seine angeblichen und tatsächlichen Aufnahmen im Bereich des Blues, des Soul und des R&B geworfen haben, möchte ich abschließend noch eine andere Seite näher beleuchten: wir Fans lieben Elvis-Musik, logisch, doch welche Musik liebte Elvis? Welche Platten aus dem
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